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Wien

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{{Begriffsklärungshinweis}} {| border="1" cellpadding="4" cellspacing="0" style="width:300px; float:right; margin:0 0 1em 1em; background:#f9f9f9; border:1px #aaaaaa solid; border-collapse:collapse; font-size:95%;" ! Landesflagge ! Landeswappen |- align="center" | style="background: #f0f0f0;width: 145px;" | Bild:Flag of Wien (state).svg 150px|Landesflagge | style="background: #ffffff;width: 145px;" | Bild:Wien_3_Wappen.svg 100px|Landeswappen |- |---- bgcolor="#FFFFFF" ! colspan="2" align=center bgcolor="#EFEFEF" | '''Basisdaten''' |---- bgcolor="#FFFFFF" | ISO 3166-2:AT ISO 3166-2: | AT-9 |---- bgcolor="#FFFFFF" | Kraftfahrzeugkennzeichen: | W |---- bgcolor="#FFFFFF" | Gemeindekennzahl: | 90101 - 92301 |---- bgcolor="#FFFFFF" | Postleitzahlen: | 1010 - 1239, 1400, 1450 |---- bgcolor="#FFFFFF" | Telefonvorwahl: | 01 |---- bgcolor="#FFFFFF" | Homepage: | [http://www.wien.gv.at/ www.wien.gv.at] |---- bgcolor="#FFFFFF" ! colspan="2" align="center" bgcolor="#EFEFEF" | '''Karte: Wien in Österreich''' |---- bgcolor="#FFFFFF" | colspan="2" align="center" | Bild:Austria wien.svg 290px|Österreich Karte (Wien) |---- bgcolor="#FFFFFF" ! colspan="2" align=center bgcolor="#EFEFEF" | '''Politik''' |---- bgcolor="#FFFFFF" | Bürgermeister | Michael Häupl (Sozialdemokratische Partei Österreichs SPÖ) |---- bgcolor="#FFFFFF" | Regierende Partei | Sozialdemokratische Partei Österreichs SPÖ |---- bgcolor="#FFFFFF" valign="top" | Sitzverteilung in den österreichischen Landtagen Sitzverteilung im Gemeinderat
(100 Sitze): | Sozialdemokratische Partei Österreichs SPÖ 55
Österreichische Volkspartei ÖVP 18
Die Grünen (Österreich) Grüne 14
Freiheitliche Partei Österreichs FPÖ 13 |---- bgcolor="#FFFFFF" valign="top" | letzte Wahl: | 23. Oktober 2005 |---- bgcolor="#FFFFFF" valign="top" | nächste Wahl: | voraussichtlich 2010 |---- bgcolor="#FFFFFF" ! colspan="2" align=center bgcolor="#EFEFEF" | '''Bevölkerung''' |---- bgcolor="#FFFFFF" | valign="top" | Einwohner:
Ballungsraum: | 1.651.437 ''(2005)''
1.900.000 |---- bgcolor="#FFFFFF" | Bundesland (Österreich) Rang: | 1. von 9 |---- bgcolor="#FFFFFF" | Bevölkerungsdichte: | 3.983 Einwohner/km² |---- bgcolor="#FFFFFF" ! colspan="2" align=center bgcolor="#EFEFEF" | '''Geografie''' |---- bgcolor="#FFFFFF" | Fläche: | Größenordnung (Fläche)#100 km² bis 1000 km² 414,65 km² |---- bgcolor="#FFFFFF" | - davon Land: | 395,29 km² (95,33 %) |---- bgcolor="#FFFFFF" | - davon Wasser: | 19,36 km² (4,67 %) |---- bgcolor="#FFFFFF" | - Rang: | 9. von 9 |---- bgcolor="#FFFFFF" | valign="top" | Geografische Lage: | {{Koordinate Text Artikel|48_12_30_N_16_22_23_E_type:city(1631082)_region:AT-9_scale:90000|48° 07' - 48° 19' N 16° 11' - 16° 34' O}} |---- bgcolor="#FFFFFF" | valign="top" | Ausdehnung: | Nord-Süd: 22,4 km
West-Ost: 30,0 km |---- bgcolor="#FFFFFF" | valign="top" | Höchster Punkt: | {{Höhe|542|AT|link=true}}
(Hermannskogel) |---- bgcolor="#FFFFFF" | valign="top" | Tiefster Punkt: | {{Höhe|151|AT|link=true}}
(Lobau) |---- bgcolor="#FFFFFF" ! colspan="2" align=center bgcolor="#EFEFEF" | '''Verwaltungsgliederung''' |---- bgcolor="#FFFFFF" | valign="top" | Bezirke: | 1 Statutarstadt
23 Wiener Gemeindebezirke Bezirke |---- bgcolor="#FFFFFF" | Gemeinden: | 1 |---- bgcolor="#FFFFFF" | - davon Städte: | 1 |---- bgcolor="#FFFFFF" | - davon Marktgemeinden: | 0 |---- bgcolor="#FFFFFF" ! colspan="2" align="center" bgcolor="#EFEFEF" | '''Karte: Wien und Gemeindebezirke''' |---- bgcolor="#FFFFFF" | colspan="2" align="center" | Bild:Wienbez.png Bezirke von Wien Wiener Gemeindebezirke Bezirke von Wien |---- bgcolor="#FFFFFF" | colspan="2" align="center" | Bild:Vienna_20021024.JPG 290px|Wien auf einem Satellitenfoto Wien auf einem Satellitenfoto von 2002 (der 19., 20., 21. und 22. Bez. abgeschnitten) |---- bgcolor="#FFFFFF" | colspan="2" align="center" | Bild:Wien040531w.jpg 290px|Blick vom Leopoldsberg auf Wien (vor allem 2. und 20. Bezirk Blick vom Leopoldsberg auf Wien (vor allem 2., 20. und 22. Bezirk) |---- bgcolor="#FFFFFF" |} '''Wien''' ist die Bundeshauptstadt und zugleich eines der neun Bundesland (Österreich) Länder Österreichs. Die Stadt ist mit rund 1.650.000 Einwohnern die bevölkerungsreichste Stadt des Landes, im Großraum Wien lebt mit etwa zwei Millionen Menschen ein Viertel aller Österreicher. Bezogen auf die Einwohnerzahl ist Wien die Liste der größten Städte der EU zehntgrößte Stadt der Europäische Union Europäischen Union. Mit dem Vienna International Centre#Büro der Vereinten Nationen in Wien Büro der Vereinten Nationen in Wien (UNOV) ist die Stadt einer der vier offiziellen Amtssitze der Vereinte Nationen Vereinten Nationen. Weitere bedeutende internationale Organisationen mit Sitz in Wien sind etwa die OPEC, die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa OSZE und die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO). Die Stadt war jahrhundertelang Residenz der Habsburger und entwickelte sich in dieser Zeit zu einem kulturellen und politischen Zentrum Europas. Als vierte Stadt der Welt, nach London, New York und Paris, zählte Wien zwei Millionen Einwohner; nach Ende des Ersten Weltkrieges hat Wien allerdings rund ein Viertel der damaligen Einwohnerschaft verloren. Die Innere Stadt (Wien) Altstadt Wiens, die nach wie vor von der Habsburger Herrschaft zeugt, sowie das Schloss Schönbrunn wurden auf Antrag der Republik Österreich von der United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt. Der Stephansdom (Wien) Stephansdom, das Wahrzeichen Wiens, steht im Zentrum der Stadt. {| border="0" cellpadding="2" cellspacing="2" align="right" style="floar:right; margin:1em; margin-top:0; margin-right:0;" |---- |}

Geografie
Wien ist mit einer Fläche von 414,65 km² das kleinste Bundesland Österreichs. Außerdem ist es das einzige Bundesland, das über keine Grenze zu einem Nachbarstaat verfügt. Aufgrund seines Sonderstatus als Bundesland und Statutarstadt zugleich verfügt Wien unter den Bundesländern über den größten Anteil von Verkehrs- und Bauflächen gemessen an seiner Größe. 11,3 % der Gesamtfläche sind bebautes Land, 11,1 % Straßenverkehrsflächen und 2,2 % Gleiskörper. Zugleich ist Wien auch das Bundesland mit dem größten Anteil von Gartenflächen, die 28,4 % oder 117,76 km² ausmachen. Was Gewässer betrifft (4,6 % oder 19,1 km²), so verfügen diese nur im Burgenland über einen größeren Anteil an der Gesamtfläche. Wien ist auch eines von vier Bundesländern, die Weinbau in Österreich Weinbau betreiben. 1,7 % der Fläche werden von Weingärten eingenommen. Waldflächen bedecken 16,6 % und landwirtschaftliche Nutzung kommt in Stadt und Land Wien auf 15,8 %.

Lage
Die Entwicklung zu einer der bedeutendsten und größten Städte Mitteleuropas verdankt Wien unter anderem seiner günstigen geografischen Lage. Die Stadt liegt zwischen den nordöstlichen Ausläufern der Alpen, im nordwestlichen Bereich des Wiener Beckens. Die historische Stadt entstand ausschließlich südlich der Donau, heute erstreckt sich das Stadtgebiet beiderseits des Flusses. Wien entstand an einem Kreuzungspunkt alter Verkehrsstraßen in West-Ost- (Donau) und Nord-Süd-Richtung (Bernsteinstraße). Die Donau ließ sich hier leicht durch- bzw. überqueren, da sich der Strom im Wiener Becken auf zahlreiche Arme mit Inseln dazwischen aufteilte. Seit dem Fall des Eiserner Vorhang Eisernen Vorhangs 1989 wachsen die Verkehrs- und wirtschaftlichen Beziehungen zu den nördlichen und östlichen Nachbarstaaten Österreichs wieder deutlich. Die geografische Nähe zum ehemaligen Osteuropa Ostblock macht sich wieder stark bemerkbar. So liegt Wien beispielsweise nur 60 km von der slowakischen Hauptstadt Bratislava Pressburg entfernt; solch eine Nähe zweier Hauptstädte ist in Europa einmalig (abgesehen vom Sonderfall Vatikan - Rom).

Landschaft
Vom Wiener Stadtgebiet ist nur ein relativ kleiner Anteil verbaut. Etwa die Hälfte Wiens ist Grünland, größere Teile werden auch landwirtschaftlich genutzt. Wien erstreckt sich von einer Seehöhe von 151 m in der Lobau bis zu 542 m, die auf dem Hermannskogel erreicht wird. Hier, im Nordwesten, sowie im Westen und Südwesten Wiens reicht der Wienerwald mit seinen Höhen (Leopoldsberg, Kahlenberg) und Wäldern bis ins Stadtgebiet hinein. Die Donau tritt durch die Wiener Pforte, eine Enge zwischen dem rechtsufrigen Leopoldsberg und dem linksufrigen Bisamberg, nach Wien ein. Aus dem Wienerwald fließen außerdem zahlreiche kleine Flüsse in die Stadt, der bekannteste davon ist der Wien (Fluss) Wienfluss. Die Berge im Westen werden im Süden von den eiszeitlichen Terrassen (Wienerberg und Laaer Berg) fortgesetzt. Dieses gesamte Gebiet wird zum Weinbau genutzt, es bildet die Weinbau in Wien Weinbauregion Wien. Der Osten der Stadt ist geprägt von den flachen Gebieten des Marchfelds, die der Landwirtschaft dienen, aber zunehmend verbaut werden. Im Südosten finden sich die Nationalpark Donau-Auen Donauauen, eine Landschaft entlang der Donau, die zum Nationalpark erklärt wurde. Angesichts der vorwiegenden Wetterlage Westwetterlage (wie bei vielen europäischen Städten) sind die gehobenen Wohngegenden eher am westlichen Rand, wo unter anderem die Luft noch sauberer ist, während die alten Industriegebiete eher am östlichen Rand der Stadt situiert sind.

Stadtgliederung
''Hauptartikel:'' Wiener Gemeindebezirke Wien wird heute in 23 Bezirke unterteilt. Die historische Altstadt, heute Großteil des 1. Bezirks, war bis zum Jahre 1850 deckungsgleich mit dem Stadtgebiet. Unter Kaiser Franz Joseph I. (Österreich-Ungarn) Franz Joseph kam es zur ersten größeren Stadterweiterung: Die Vorstädte, die Gemeinden innerhalb des Linienwalls, kamen als 2. bis 8. (seit der Teilung des ursprünglichen 4. Bezirks in zwei Bezirke: 9.) Bezirk zur Stadt. Am 1. Jänner 1892 kam es zur zweiten großen Stadterweiterung. Die Außenbezirke am rechten Donauufer, damals noch Vororte, wurden eingemeindet, damit besaß Wien nun 19 Bezirke. 1900 wurde der nördliche Teil des 2. Bezirks zum 20. Bezirk. Eine markante Erweiterung gab es 1904, als man Gebiete am linken Donauufer um Floridsdorf und Kagran als 21. Bezirk eingemeindete. Die neuen Stadtgrenzen galten bis 1938. Eine Vervierfachung seines Stadtgebietes erlebte Wien zur Zeit des Nationalsozialismus, als man Groß-Wien schuf. Diese Entscheidung wurde 1946 (in Kraft getreten 1954) größtenteils wieder rückgängig gemacht; Stammersdorf, Eßling, Unterlaa, Oberlaa, die Ortschaften des heutigen 23. Bezirks (Liesing), der Lainzer Tiergarten und Hadersdorf-Weidlingau blieben aber bei Wien. Die linksufrigen Gebiete wurden zwischen 21. und 22. Bezirk aufgeteilt. Seit 1954 sind die Stadtgrenzen unverändert. In vielen Bezirken sind für einzelne Stadtteile noch die Namen der früher selbstständigen Dörfer erhalten, die heute teils als Grätzl weiterbestehen. Viele frühere Dörfer und Siedlungen aus früheren Epochen existieren heute jedoch nicht mehr (siehe Liste der Wüstungen in Wien). Bei der Festlegung der Bezirksgrenzen versuchte man, diese markant entlang wichtiger Straßen oder Flüsse zu setzen, wenngleich hierdurch einige ehemalige Gemeinden geteilt wurden. Die Innenbezirke 1 und 3 bis 9 werden durch den Wiener Gürtel Straße Gürtel von den Außenbezirken abgegrenzt. Donaukanal und Donau trennen die Bezirke 2 und 20 von allen anderen; die Bezirke 21 und 22 liegen als einzige am linken Donauufer. Auch der Wienfluss ist während seines gesamten Verlaufes durch die Stadt stets Bezirksgrenze.

= Wiens 23 Bezirke
= {| |valign=top| * 1. Bezirk: Innere Stadt (Wien) Innere Stadt * 2. Bezirk: Leopoldstadt     * 3. Bezirk: Landstraße (Wien) Landstraße * 4. Bezirk: Wieden (Wien) Wieden * 5. Bezirk: Margareten * 6. Bezirk: Mariahilf * 7. Bezirk: Neubau (Wien) Neubau * 8. Bezirk: Josefstadt (Wien) Josefstadt * 9. Bezirk: Alsergrund * 10. Bezirk: Favoriten * 11. Bezirk: Simmering * 12. Bezirk: Meidling |valign=top| * 13. Bezirk: Hietzing * 14. Bezirk: Penzing (Wien) Penzing * 15. Bezirk: Rudolfsheim-Fünfhaus * 16. Bezirk: Ottakring * 17. Bezirk: Hernals * 18. Bezirk: Währing * 19. Bezirk: Döbling * 20. Bezirk: Brigittenau * 21. Bezirk: Floridsdorf * 22. Bezirk: Donaustadt * 23. Bezirk: Liesing (Wien) Liesing |}

Klima
Bild:Klimadiagramm-deutsch-Wien-Österreich.png thumb|Klimadiagramm von Wien Das Wiener Klima bildet ein Übergangsklima mit ozeanischen Einflüssen aus dem Westen und kontinentalen Einflüssen aus dem Osten. Dies macht sich im Jahresvergleich durch meist stark schwankende Messergebnisse bemerkbar. Insgesamt hat Wien meist nur geringere Niederschlagsmengen und längere Trockenperioden zu verzeichnen. Die Winter sind im Vergleich zu anderen Teilen Österreichs eher mild. Die mittlere Lufttemperatur beträgt im Stadtzentrum durchschnittlich 10,4° C, im Stadtumland rund 9,8° C. Die mittlere Niederschlagsmenge liegt bei rund 600 mm. 60 Sommertagen stehen rund 70 Frosttage gegenüber. In Wien befindet sich der Sitz der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik, kurz ZAMG.

Geschichte
''Hauptartikel: Geschichte Wiens'' Erste Besiedelungen lassen sich für die Jungsteinzeit nachweisen. Die Kelten nannten die Stadt ''Vedunia'', die Römer sprachen von Vindobona. Unter dem Adelsgeschlecht der Babenberger erlebte Wien einen ersten Aufschwung, doch Weltgeltung verschaffte der ehemaligen Reichshaupt- und Residenzstadt erst die Herrschaft der Habsburger-Dynastie, die Wien 1278 als Hauptsitz der Kaiser des Heiliges Römisches Reich Heiligen Römischen Reiches und ab 1806 des Kaiserreich Vielvölkerstaates Österreich erwählten. Die Anfänge der städtischen Geschichtsschreibung gehen auf das 13. Jahrhundert mit der Stadtchronik von Jans der Enikel Jans dem Enikel zurück.

Urgeschichte, Römerzeit, Mittelalter
Archäologische Funde aus dem 13. Bezirk (Titlgasse) zeigen, dass schon während der Altsteinzeit Menschen das Gebiet begangen haben. Funde im Stadtgebiet und im Umland beweisen, dass ab der Jungsteinzeit das Wiener Becken kontinuierlich besiedelt war. Die begünstigte klimatische Lage und fruchtbaren Böden Wiens boten den jungsteinzeitlichen Bauern gute Siedlungsmöglichkeiten. Darüber hinaus konnte der für die Steingeräteherstellung begehrte rötlichbraune und grünliche Hornstein in Wien bergmännisch (13. Bezirk, Roter Berg; 23. Bezirk, Mauer-Antonshöhe) im Tagbau gewonnen werden. Funde der Kupferzeit wurden ebenfalls in Wien nachgewiesen (6. Bezirk, U6-Station Gumpendorfer Straße; 13. Bezirk, Ober St. Veit–Gemeindeberg; 21. Bezirk, Eipeldauerstraße, Stadlau, 22. Bezirk, Aspern). Von der bronzezeitlichen Urnenfelderkultur zeugen in Wien etliche Brandgräber (19. Bezirk Höhenstraße/Leopoldsberg) aber auch Siedlungsspuren (23. Bezirk, Sulzengasse). Besonderheiten aus dieser Zeit sind Manipulationen an menschlichen Schädelfragmenten zu kultischen Zwecken. So wurde in einer spätbronzezeitlichen Abfallgrube (23. Bezirk, Sulzengasse) ein menschlicher Unterkiefer gefunden, dessen Gelenksköpfe entfernt wurden. Die ältere eisenzeitliche Hallstattkultur ist in Wien u. a. durch einen noch immer gut sichtbaren Grabhügel (21. Bezirk, Siemensstraße/Julius-Ficker-Gasse) und Siedlungsreste (10. Bezirk, Fontanastraße; 19. Bezirk, Leopoldsberg) vertreten. Funde am Leopoldsberg belegen eine Besiedlung ab der Bronzezeit, und vor allem ab der älteren Eisenzeit (Hallstattzeit). Die befestigte Höhensiedlung (Oppidum (Kelten) Oppidum) datiert in die jüngere Eisenzeit, der Zeit der Kelten. Um Christi Geburt gelangte auch das heutige Wien unter römische Herrschaft und trat so erstmals in das Licht der Schriftgeschichte. An der Stelle des heutigen Wien entstand eine keltische Siedlung mit dem Namen ''Vedunia'' (''„Waldbach“''). Im 1. Jahrhundert n. Chr. legten die Römisches Reich Römer an der Stelle des heutigen Wiener Stadtzentrums nahe der Donau ein Militärlager (castra) mit der angeschlossenen Zivilstadt Vindobona (im heutigen 3. Gemeindebezirk) zur Grenzsicherung der Provinz Pannonien an. Noch heute kann man an den Straßenzügen des Innere Stadt (Wien) 1. Bezirks (Innere Stadt), den Mauerverlauf und die Straßen des Lagers erkennen. Die Lagermauer verlief entlang der Straßenzüge: Tiefer Graben, Naglergasse, Am Graben, Kramergasse, Rotgasse, Rabensteig und etwa parallel zum Salzgries. Durch den Verlauf der Donau wurde von der streng rechteckigen Grundform abgewichen. Damit erreichte das Lager eine Breite von ca. 455 m und eine Länge bis 500 m. Mit dem Bau des Legionslagers von Vindobona wurde um 97 n. Chr. begonnen. Die am Judenplatz archäologisch erforschten Kasernen waren zunächst aus Holz errichtet, zwischen den Kasernen verlief eine geschotterte Straße mit beidseitigen Abflussrinnen. Um 150 n. Chr. wurden sie durch Steinbauten ersetzt. Die Fundamente und tragende Innenmauern wurden mit Bruchsteinen und Mörtel hochgezogen. Für Trennmauern wurden ungebrannte Lehmziegel verwendet. Die Fußböden waren aus Lehm oder Mörtelestrich. Die Römer blieben bis ins 5. Jahrhundert. Das römische Legionslager lag weit im Osten des weströmischen Reiches und fiel daher den Wirren der germanischen Völkerwanderung rasch zum Opfer. Es gibt Hinweise auf ein katastrophales Feuer zu Beginn des 5. Jahrhunderts n. Chr. Die Überreste des Lagers wurden aber nicht verlassen, eine kleine Restsiedlung blieb zurück. Die Straßen und Häuser des frühmittelalterlichen Wien folgten dem Verlauf der römischen Lagermauern, Zentrum des frühen Wiens war der Berghof (Wien) Berghof (heute Salvatorgasse). Die erste urkundliche Erwähnung im Mittelalter erfolgte 881 in den Salzburger Annalen, wo ''apud Weniam'' eine Schlacht gegen die Magyaren stattfand, wobei unklar ist, ob es sich um die Stadt oder um den Wienfluss handelt. Mit dem Sieg des ostfränkischen Königs Otto I. (HRR) Otto I. über die Magyaren im Jahr 955 in der Schlacht auf dem Lechfeld begann der Aufstieg Wiens wie auch Österreichs.

Die Zeit der Babenberger
Im Jahre 976 wurde unter den Babenbergern die Markgrafschaft Ostarrichi eingerichtet, auf deren Gebiet, an der Grenze zu Ungarn, auch Wien lag. Bereits im 11. Jahrhundert war Wien ein wichtiger Handelsort, 1155 machte Heinrich Jasomirgott Wien zu seiner Hauptstadt. Nur ein Jahr später wurde Österreich mit dem Privilegium Minus zum Herzogtum erhoben und Wien damit Sitz des Herzogs. Die Ereignisse nach dem Dritter Kreuzzug Dritten Kreuzzug, in deren Verlauf der englische König Richard I. (England) Richard Löwenherz von Markgraf Leopold V. (Österreich) Leopold V. dem Tugendreichen 1192 in Erdberg bei Wien Richard I. (England)#Gefangennahme in Österreich gefangen genommen wurde, brachte ein enormes Lösegeld von 50.000 Mark Silber (etwa 30 Tonnen Silber) ein. Damit wurde unter anderem in Wien eine Münzprägestätte eingerichtet, sowie das Zuschütten der Gräben der alten Stadtmauer beim Stephansplatz und um 1200 der Bau der auf der Linie des heutigen Ringes verlaufenden Wiener Stadtmauer finanziert. 1221 bekam Wien als zweite Stadt nach Enns (Stadt) Enns (1212) das Stadtrecht Stadt- und Stapelrecht verliehen. Letzteres bedeutete, dass Kaufleute, die durch Wien zogen, in der Stadt ihre Waren zum Verkauf anbieten mussten. Dies ermöglichte den Wienern den Zwischenhandel, sodass Wien bald weitreichende Handelsbeziehungen, insbesondere entlang der Donaustraße und nach Venedig unterhielt und als eine der bedeutendsten Städte des Reichsgebiets galt. Ein Bistum wurde in der Zeit der Babenberger nicht erreicht.

Habsburger
Bild:Rudolf IV.jpg thumb|150px|left|Rudolf IV., der Stifter - er prägte maßgeblich die Stadt Bild:Nuremberg chronicles f 098v99r 1.png Schedelsche Weltchronik thumb|Wien in der [[Schedelsche Weltchronik|Schedelschen Weltchronik, 1493.html" title="Schedelschen Weltchronik.html" title="thumb|Wien in der [[Schedelsche Weltchronik|Schedelschen Weltchronik">thumb|Wien in der [[Schedelsche Weltchronik|Schedelschen Weltchronik, 1493">Schedelschen Weltchronik.html" title="thumb|Wien in der [[Schedelsche Weltchronik|Schedelschen Weltchronik">thumb|Wien in der [[Schedelsche Weltchronik|Schedelschen Weltchronik, 1493 Mit dem Sieg Rudolf I. (HRR) Rudolf I.1278 über Ottokar II. (Böhmen) Ottokar II. von Böhmen begann die Herrschaft der Habsburger in Österreich. In Wien brauchten diese allerdings relativ lange, um sich zu etablieren, die Parteigänger Ottokars blieben noch lange stark. Gegen Albrecht I. (HRR) Albrecht I. gab es mehrere Aufstandsversuche. Zur Zeit der Luxemburger-Kaiser wurde wiederum Prag zur Residenzstadt, in deren Schatten Wien stand. Die frühen Habsburger versuchten, die Stadt auszubauen, um Schritt zu halten. Herzog Albrecht II. (Österreich) Albrecht II. etwa ließ den gotischen Chor von St. Stephan bauen. Große Verdienste erwarb sich Rudolf IV. (Österreich) Rudolf IV., der durch eine kluge Wirtschaftspolitik den Wohlstand hob. Zwei Entscheidungen haben ihm den Beinamen ''der Stifter'' eingetragen: die Gründung der Universität Wien 1365 und der Bau des gotischen Langhauses von St. Stephan. Letzteres ist mit der Gründung eines ''Metropolitan-Kapitels'' verbunden, das ein symbolischer Ersatz für den noch immer nicht vorhandenen Bischof sein sollte. Die folgende Zeit der Erbstreitigkeiten unter den Habsburgern brachte nicht nur viele Wirren, sondern auch einen wirtschaftlichen Niedergang. Damit verbunden sind auch soziale Unruhen sowie Auseinandersetzungen zwischen der „Patrizier-“ und der „Handwerkerpartei“. 1408 kam es sogar zur Hinrichtung durch Vierteilung des Bürgermeisters Konrad Vorlauf. 1438 wurde Wien nach der Wahl Herzog Albrecht II. (HRR) Albrechts V. zum deutschen König (Albrecht II.) wieder Reichshauptstadt; mit dem Namen Albrecht ist allerdings auch die erste große Vertreibung und Ermordung der Wiener Juden von 1421/22 verbunden. 1469 wurde die aufstrebende Stadt nunmehr zum Bischofssitz und damit der Stephansdom (Wien) St. Stephan zur Kathedrale. In der Ära des schwachen Friedrich III. (HRR) Friedrich III. war Wien immer auf der Seite seiner Gegner, da er den Landfrieden gegen umherziehende Söldnerbanden nicht gewährleisten konnte. 1556 schließlich wurde Wien endgültig Sitz des Kaisers, nachdem Ungarn und Böhmen zum Herrschaftsbereich der Habsburger hinzugekommen waren. Dies ist auch die Zeit der Rekatholisierung der Stadt, die ziemlich rasch protestantisch geworden war. 1551 wurden die Jesuiten geholt, die rasch großen Einfluss am Hof erlangten. Der führende Kopf der Gegenreformation war Melchior Khlesl, der Bischof von Wien um 1600.

Stadtbelagerungen durch die Türken
''Hauptartikel:'' Erste Wiener Türkenbelagerung und Zweite Wiener Türkenbelagerung, (allgemein Türkenkriege) Bild:Wien_1609_1640_ArM.jpg thumb|right|Das befestigte Wien um 1609/1640 Im Jahre 1529 wurde Wien das erste Mal von den Osmanisches Reich Türken Erste Wiener Türkenbelagerung erfolglos belagert. Die durch mittelalterliche Mauern geschützte Stadt konnte den Angriffen nur mit Mühe standhalten, bis schließlich ausgebrochene Seuchen und ein früher Wintereinbruch die Türken zum Rückzug zwangen. Durch die Belagerung war die Notwendigkeit zeitgemäßer Befestigungsanlagen deutlich geworden. Nach Plänen von Hermes Schallautzer wurde Wien seit 1548 zu einer Festung ausgebaut. Die Stadt wurde mit 11 Bastionen aus Mauerwerk versehen und von einem Graben umgeben. Um Wien entstand ein Glacis, ein breiter, unverbauter Bereich, der den Verteidigern ein freies Schussfeld ermöglichte. Diese Befestigungsbauten, die bis ins 17. Jahrhundert hinein den Hauptteil der Bautätigkeit ausmachten, sollten sich 1683 bei der Zweite Türkenbelagerung Zweiten Türkenbelagerung bewähren, denn sie schützten die Stadt zwei Monate lang, bis die Nizam-ı cedid türkische Armee wegen des Eintreffens des vom Polenkönig Jan Sobieski angeführten Entsatzheeres ihre Kampfrichtung änderte und somit die Belagerung auch diesmal erfolglos endete. Dies war der Beginn des endgültigen Zurückdrängens des Osmanischen Reiches. Wien konnte sich zwar stets gegen die Türken behaupten, die ständige Bedrohung durch die Osmanen hemmte jedoch lange Zeit das Wachstum der Stadt.

Die Blütezeit des Barocks
Bild:Wien Belvedere.jpg Schloss_Belvedere.html" title="thumb thumb|250px|[[Schloss Belvedere.html" title="250px|[[Schloss Belvedere">thumb|250px|[[Schloss Belvedere">250px|[[Schloss Belvedere">thumb|250px|[[Schloss Belvedere In der Folge setzte rege Bautätigkeit und ein Aufblühen der Stadt ein. Im Zuge des Wiederaufbaus wurde Wien weitgehend barockisiert (''Vienna gloriosa''), verbunden vor allem mit den Namen der Architekten Johann Bernhard Fischer von Erlach und Johann Lukas von Hildebrandt. Das Gebiet innerhalb der Stadtmauer platzte rasch aus allen Nähten, man wich in die Vorstädte aus. Der Adel begann, das ganze Umland mit seinen Gartenpalais zu überziehen. Am bekanntesten sind Palais Liechtenstein, Palais Auersperg und Palais Schwarzenberg sowie vor allem das Schloss Belvedere, das Gartenpalais des Eugen von Savoyen Prinzen Eugen. Seit 1704 hatten die Vorstädte zudem ihr eigenes, großzügig angelegtes Befestigungssystem, den Linienwall. Nach den Einschnitten durch die großen Pestepidemien von 1679 und 1713 wuchs die Bevölkerung ständig. Für 1724 schätzt man 150.000 Einwohner, um 1790 waren es bereits 200.000. Zu dieser Zeit wurden auch die ersten Manufakturen gegründet, die erste in der Leopoldstadt. Damals entwickelten sich Kanalisation und Straßenreinigung, was die hygienischen Verhältnisse verbesserte. Ebenso fallen die Einführung der ersten Hausnummern (der ''Konskriptionsnummern'') sowie die Anfänge eines staatlichen Postsystems in diese Zeit. Unter Kaiser Joseph II. (HRR) Joseph II. wurde zudem die Stadtverwaltung 1783 modernisiert: Es wurden eigene Beamte für die Stadt (den Magistrat) eingeführt. Zur selben Zeit wurden auch die innerstädtischen Friedhöfe (u. a. der Neuer Schottenfriedhof Neue Schottenfriedhof) aufgelöst. Mit dem Aufblühen der Stadt entwickelte sich Wien bald zu einem der wichtigsten europäischen Kulturzentren, gipfelnd in der Wiener Klassik mit den Komponisten Joseph Haydn, Antonio Salieri, Wolfgang Amadeus Mozart, Ludwig van Beethoven und Franz Schubert.

Die Kaiserstadt Wien
In den Koalitionskriegen wurde Wien gleich zweimal von Napoléon Bonaparte Napoléons Truppen eingenommen. Die erste Besetzung am 13. November 1805 erfolgte kampflos: Die Grande Armée französische Armee zog ungehindert in die Stadt und wurde von der Bevölkerung eher neugierig als ablehnend begrüßt. Der deutsche Kaiser des ''Alten Reiches'' (''HR Reich Deutscher Nation'') in Wien, Franz II. (HRR) Franz II., legte 1806 auf Druck Napoléons dessen Krone nieder und trug jetzt allein die neue österreichische Kaiserkrone, die er 1804 (nach französischem Vorbild) aufgesetzt hatte. Die zweite Besetzung Wiens im Jahr 1809 hingegen gelang nur nach schwerem Beschuss. Kurz darauf hatte aber Napoléon in der Schlacht bei Aspern seine erste größere Niederlage zu verkraften. Nachdem Napoléon in den folgenden Befreiungskriegen endgültig besiegt war, fand in Wien vom 18. September 1814 bis zum 9. Juni 1815 der Wiener Kongress statt, der die politischen Verhältnisse in Europa neu ordnete. Die folgende kaiserliche Politik der Restauration, getragen von Fürst Klemens Wenzel Lothar Nepomuk von Metternich Metternich, brachte Zensur und Spitzelwesen. Die Mitsprache der Bevölkerung war nicht gefragt; sie musste sich auf ihr Privatleben beschränken, die Biedermeier-Kultur entstand. Die erste Hälfte dieses Jahrhunderts war aber - im Widerspruch zur ''beschaulichen Idylle'', wie sie die Biedermeierkunst zeigt - geprägt von einer intensiven Industrialisierung, 1837 begann bei Wien Österreichs Eisenbahn-Zeitalter. Die französische Februarrevolution 1848 wirkte sich auch in Wien aus. Am 13. März brach zunächst die Märzrevolution aus, die Staatskanzler Klemens Wenzel Lothar Nepomuk von Metternich Metternich schließlich zum Rücktritt zwang, am 6. Oktober dann die Wiener Oktoberaufstand 1848 Wiener Oktoberrevolution. Letztlich siegte das kaiserliche Militär gegen die Demokraten. Bild:Karte Donaudurchstich.jpg thumb|250px|Plan des Donaudurchstichs 1870-1875 in einer zeitgenössischen Darstellung 1850 wurde die Stadt erweitert, indem vor allem der Bereich innerhalb des Linienwalls eingemeindet und in Bezirke unterteilt wurde. In diesem Zusammenhang wurden ab 1858 die Stadtmauern um die Altstadt geschleift und an ihrer Stelle die Wiener Ringstraße Ringstraße gebaut, die mit Monumentalbauten gesäumt wurde. Vom „Ringstraßenstil“ (Historismus) ist Wien architektonisch entscheidend geprägt. 1867 wurde Johann Strauß' Walzer „An der schönen, blauen Donau“ in Wien uraufgeführt, heute das weltweit bekannteste Musikstück aus Österreich. Diese Zeit gipfelte in der Weltausstellung 1873; mit dem während der Ausstellung erfolgten großen Börsenkrach ging die Gründerzeit zu Ende. Nach der großen Überschwemmung von 1830 hatte es immer wieder Überlegungen zu einer Wiener Donauregulierung Donauregulierung gegeben, diese wurde 1868 bis 1875 durchgeführt. Die vielen verästelten Seitenarme der Donau wurden abgegraben und ein schnurgerader Hauptstrom abseits der Stadt geschaffen. Der Arm, der zur inneren Stadt führte, wurde in verengter Form belassen, er trägt den (irreführenden) Namen ''Donaukanal'' (der Name „Kleine Donau“ ist vorgeschlagen worden). In dieser Zeit stieg die Bevölkerung Wiens stark an, vor allem aufgrund der starken Zuwanderung. Die seit 1869 regelmäßig durchgeführten Volkszählungen zeigten schließlich im Jahr 1910 den historischen Höchstwert von 2.031.000 Einwohnern - auf der Fläche des heutigen Wien waren es sogar 2.084.000. Der starke Zustrom von Arbeitskräften hatte zur Folge, dass sogar der Leben im Wiener Untergrund Wiener Untergrund „besiedelt“ wurde. Bekanntester Bürgermeister der Kaiserzeit ist Dr. Karl Lueger, ein charismatischer Christlichsozialer, der 1897-1910 amtierte. Sein Antisemitismus bewog Franz Joseph I. (Österreich-Ungarn) Franz Joseph I. dreimal, die erforderliche kaiserliche Bestätigung seiner Wahl durch den Gemeinderat zu verweigern. Erst nach der vierten Wahl Luegers wurde er vom Kaiser bestätigt und konnte sein Amt antreten. Adolf Hitler, der in dieser Zeit einige Jahre als vermögensloser Kunstmaler in Wien (Meldemannstraße) lebte, bewunderte ihn als „größten Bürgermeister deutscher Zunge“ („Mein Kampf“). Hitler war in Wien meist erfolglos und hasste die kosmopolitische Stadt sein weiteres Leben lang. Auch Josef Stalin Stalin und Leo Trotzki Trotzki verbrachten in den Anfangsjahren des 20. Jahrhunderts einige Zeit in Wien. Bild:Alsergrund_um1900.jpg Zinshaus thumb|250px|„Alt-Wien“ muss weichen. Neo-klassizistische [[Zinshaus|Zinshäuser (hier im Hintergrund) ersetzen den Dorfcharakter der ehemaligen Vorstädte..html" title="Zinshäuser.html" title="thumb|250px|„Alt-Wien“ muss weichen. Neo-klassizistische [[Zinshaus|Zinshäuser">thumb|250px|„Alt-Wien“ muss weichen. Neo-klassizistische [[Zinshaus|Zinshäuser (hier im Hintergrund) ersetzen den Dorfcharakter der ehemaligen Vorstädte.">Zinshäuser.html" title="thumb|250px|„Alt-Wien“ muss weichen. Neo-klassizistische [[Zinshaus|Zinshäuser">thumb|250px|„Alt-Wien“ muss weichen. Neo-klassizistische [[Zinshaus|Zinshäuser (hier im Hintergrund) ersetzen den Dorfcharakter der ehemaligen Vorstädte. Lueger, der Antisemitismus als politische Waffe einsetzte, sich aber sehr wohl auch von jüdischen Wienern beraten ließ, kommunalisierte private Gas- und Elektrizitätswerke und Straßenbahnbetriebe, veranlasste den Bau der 2. Hochquellenleitung, gründete die Zentralsparkasse der Gemeinde Wien (heute: Bank Austria Creditanstalt), die Städtische Bestattung, Volksbäder, Schulen, Kinderheime und Markthallen und sicherte 1905 den Wald- und Wiesengürtel. Auf sein Betreiben dehnte sich Wien mit der Eingemeindung Floridsdorfs als 21. Bezirk 1904 auf das linke Donauufer aus. Lueger verhinderte die Einführung des allgemeinen Wahlrechts für den Gemeinderat (es galt hier erst ab 1918, obwohl es die Männer für das Parlament schon 1907 erhalten hatten), das ihn seine Mehrheit im Gemeinderat gekostet hätte. Der damaligen Weltstadt Wien wurde im aufwändigsten Stadtforschungsprojekt dieser Zeit im deutschsprachigen Raum, der 51-teiligen Buchreihe „Großstadt-Dokumente“ entsprechend viel Aufmerksamkeit gewidmet. Besonders das Verhältnis zwischen Berlin und Wien, sowie die grundlegenden Unterschiede der beiden Reichshaupstädte, wurden intensiv untersucht. Das fortschrittliche Berlin stand damals für Zivilisation, Technik, Künstlichkeit und Nüchternheit, das traditionsbewusste Wien dagegen für Kultur, Geistigkeit, Sinnlichkeit und Herzenswärme.[http://skylla.wz-berlin.de/pdf/2001/ii01-503.pdf Teil der Schriftenreihe der Forschungsgruppe „Metropolenforschung“, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung] Zu dieser Zeit (später Fin de siècle = Ende des Jahrhunderts genannt) war die Kaiserzeit kurz vor ihrem Ende. Den letzten kulturellen Höhepunkt bildete die Wiener Moderne; in der Architektur wurde die Stadt zu einem Zentrum des Jugendstils, der vor allem mit Otto Wagner und der Künstlervereinigung Wiener Secession Secession (die ihr charakteristisches Wiener Secessionsgebäude Gebäude am Karlsplatz baute) verbunden ist. Gustav Klimt und Egon Schiele malten Aufsehen erregend. In der Musik wirkten Gustav Mahler und Franz Lehár (der „Walzerkönig“ Johann Strauß war 1899 gestorben), und mit Arnold Schönberg, Anton Webern und Alban Berg entstand die „Zweite Wiener Schule“. Sigmund Freud begründete die Psychoanalyse, Karl Kraus begann 1899, seine Zeitschrift „Die Fackel“ herauszugeben, Arthur Schnitzler porträtierte in seinen kritischen Theaterstücken die Brüche in der Oberschicht.

Erster Weltkrieg und Erste Republik
Bild:CIMG3423 ogh 1.jpg Justizpalast (Wien) thumb|250px|Der [[Justizpalast (Wien)|Justizpalast wurde 1927 bei Demonstrationen in Brand gesetzt.html" title="Justizpalast.html" title="thumb|250px|Der [[Justizpalast (Wien)|Justizpalast">thumb|250px|Der [[Justizpalast (Wien)|Justizpalast wurde 1927 bei Demonstrationen in Brand gesetzt">Justizpalast.html" title="thumb|250px|Der [[Justizpalast (Wien)|Justizpalast">thumb|250px|Der [[Justizpalast (Wien)|Justizpalast wurde 1927 bei Demonstrationen in Brand gesetzt Der Erster Weltkrieg Erste Weltkrieg führte zwar nicht zu einer unmittelbaren Bedrohung Wiens, jedoch mit zunehmender Kriegsdauer zu einer verheerenden Versorgungskrise vor allem bei Nahrungsmittel Ernährung und Bekleidung. Das Ende des „großen Kriegesâ€? war auch das Ende Österreich-Ungarns und Wiens als Kaiserresidenz. Am 12. November 1918 wurde vor dem Parlament in Wien die ''Deutschösterreich#Republik Deutsch.C3.B6sterreich Republik Deutschösterreich'' ausgerufen, deren Name 1919 auf Wunsch der Siegermächte in ''Republik Österreich'' geändert werden musste. Im neuen Kleinstaat lebte fast die Hälfte der Gesamtbevölkerung in einem Bundesland (Österreich) Bundesland, Niederösterreich. Dies ließ bei den anderen (vorerst sechs) Bundesländern die Furcht aufkommen, von diesem „großen Bruder“ dauernd majorisiert zu werden. Außerdem gab es hier einen starken politischen Gegensatz zwischen Wien (sozialdemokratisch) und den ländlichen Gebieten Niederösterreichs (konservativ). Man einigte sich daher auf Bundesebene und in Niederösterreich auf das 1921 beschlossene „Trennungsgesetz“, mit dem Wien per 1. Jänner 1922 zu einem eigenen Bundesland erklärt wurde (wenn auch die niederösterreichische Landesregierung ihren Sitz in Wien bis 1986 beibehielt). Die seit der Einführung des allgemeinen Wahlrechts für Frauen und Männer in Wien 1919 dominierende Sozialdemokratie stellte die absolute Mehrheit im Stadtsenat (ab 1922 gleichzeitig Landesregierung) und im Gemeinderat (nunmehr auch Landtag). Seitdem spricht man auch vom „Rotes Wien Roten Wien“. Die sozialdemokratische Stadtverwaltung besteuerte die Besitzenden - u. a. mit Steuern auf das Halten von Dienstboten, auf Sekt, auf Vergnügungen - sehr beträchtlich. Aus den Einnahmen wurden bis 1934 rund 60.000 kommunale Wohnungen in ''Gemeindebauten'' errichtet (am bekanntesten: der Karl-Marx-Hof mit über 1.000 Wohnungen im 19. Bezirk), weiters Kindergärten, Fürsorgeanstalten, Frei- und Hallenbäder, Schulen und andere Wohlfahrts- und Bildungseinrichtungen. Die von den Konservativen heftig bekämpfte Wiener Kommunalpolitik dieser Zeit wurde international als Pionierleistung anerkannt. Verantwortlich dafür waren vor allem die Bürgermeister Jakob Reumann (1919-1923) und Karl Seitz (1923-1934) sowie Hugo Breitner als Finanz- und Univ.-Prof. Dr. Julius Tandler als Gesundheitsstadtrat. Die Zeit der Ersten Republik war auch in Wien geprägt von der Hochinflation 1918-1925 und von der 1929 einsetzenden Weltwirtschaftskrise mit hoher Arbeitslosigkeit. Außerdem begann die konservative Bundesregierung, die Anteile Wiens am Steueraufkommen Österreichs von Jahr zu Jahr zu reduzieren. Vor allem bundespolitisch kam es zu immer größeren Differenzen und Auseinandersetzungen zwischen den politischen Parteien. Der von Demonstranten nach einem eklatanten Fehlurteil gelegte Julirevolte Brand des Justizpalastes 1927, der Zusammenbruch einer der größten Kreditinstitut Banken des Landes 1931 und schließlich die Auflösung des Parlaments 1933 markierten den Weg zu den Februarkämpfe Kämpfen im Februar 1934. Die Wiener Stadtverwaltung war daran nicht beteiligt. Dennoch wurde Bürgermeister Seitz von der Regierung sofort abgesetzt und mit Körpergewalt aus dem Amt entfernt. Bundeskanzler Engelbert Dollfuß, der autoritär regierte, rief am 1. Mai 1934 einen „Ständestaat“ aus, in dem Wien „bundesunmittelbare Stadt“ wurde. Der Bürgermeister wurde nun von der Regierung eingesetzt, demokratische Wahlen waren nicht mehr vorgesehen. Dollfuß wurde wenige Wochen später, im Juli 1934, bei einem erfolglosen Juliputsch Putschversuch der Nationalsozialisten im Amt ermordet. Die Diktatur führte zur Arbeitsbeschaffung vor allem Straßenbau-Großprojekte durch - wie die Höhenstraße auf den Kahlenberg, den Wiener Aussichtsberg. 1938 ließ der deutsche Reichskanzler Adolf Hitler, der 1933 an die Macht gekommen war, die Wehrmacht in Österreich einmarschieren, um hier die klerikale Diktatur durch die NS-Herrschaft zu ersetzen. Viele Deutsch-Österreicher hatten sich seit 1918 den - von den Siegermächten verbotenen - „Anschluss (Österreich) Anschluss“ an das Deutsche Reich erhofft, weil die meisten den neuen Kleinstaat wirtschaftlich nicht für lebensfähig hielten. Die Begeisterung für Deutschland kühlte allerdings nach Hitlers Machtantritt 1933 merklich ab, und aus gutem Grund fand die „Volksabstimmung über die Wiedervereinigung Österreichs mit dem Deutschen Reich“ erst ein paar Wochen nach dem deutschen Einmarsch statt: Die Stimmabgabe war nicht geheim, die jüdischen Bürger waren von der Teilnahme ausgeschlossen, die Propagandamaschinerie der Nazis arbeitete auf Hochtouren. Dieser zufolge sollen 99 % der teilnehmenden Österreicher dem „Anschluss“ zugestimmt haben.

Wien zur Zeit des Nationalsozialismus
Bild:Runder Flakturm Augarten.jpg Wiener Flaktürme thumb|200px|Die im Zweiten Weltkrieg errichteten [[Wiener Flaktürme|Flaktürme finden sich bis heute in der Stadt (Bild: Augarten).html" title="Flaktürme.html" title="thumb|200px|Die im Zweiten Weltkrieg errichteten [[Wiener Flaktürme|Flaktürme">thumb|200px|Die im Zweiten Weltkrieg errichteten [[Wiener Flaktürme|Flaktürme finden sich bis heute in der Stadt (Bild: Augarten)">Flaktürme.html" title="thumb|200px|Die im Zweiten Weltkrieg errichteten [[Wiener Flaktürme|Flaktürme">thumb|200px|Die im Zweiten Weltkrieg errichteten [[Wiener Flaktürme|Flaktürme finden sich bis heute in der Stadt (Bild: Augarten) Die auf die Vernichtung der Judentum Juden zielende Politik Hitlers fiel beim in Wien schon viele Jahrhunderte alten und seit Beginn des 20. Jahrhunderts zunehmenden und politisch instrumentalisierten Antisemitismus auf fruchtbaren Boden. Unmittelbar nach dem deutschen Einmarsch begannen „arische“ Wiener spontan, jüdische zu bedrohen, zu quälen, zu berauben, aus ihren Wohnungen zu werfen. Bei den wohlorganisierten Reichspogromnacht Novemberpogromen, beginnend am 9. November 1938, wurden 92 Synagogen Wiens zerstört. Nur eine Einzige blieb verschont, der Stadttempel im Innere Stadt (Wien) 1. Bezirk. Von den mehr als 200.000 jüdischen Wienern wurden etwa 60.000 ermordet, nur 5.243 überlebten den Krieg in Wien. Der Nationalsozialismus wandte sich einerseits gegen „entartete Kunst“ und pflegte andererseits mit viel Propaganda die „deutsche Kunst“ Wiens. So wurde z. B. 1941 der 150. Todestag Wolfgang Amadeus Mozart Mozarts, der 1791 in Wien gestorben war, groß gefeiert. Der Begriff „Österreich“ verschwand in historischer Fachliteratur, nur die 1819 in Wien gegründete „Erste österreichische Spar-Casse“ (Erste Bank) behielt auch in diesen Jahren ihren traditionellen Namen. Die Wiener Stadtverwaltung wurde nach nazideutschem Muster neu geordnet, durch Eingemeindungen entstand ''Groß-Wien'' mit dreifacher Fläche. Wien sei eine „Perle“, der er „die richtige Fassung geben“ werde, hatte Hitler erklärt. Ab dem 17. März 1944 erfolgten, ein halbes Jahr nach dem ersten Bombardement auf die „Donau- und Alpengaueâ€? (= Österreich), die ersten Luftkrieg Luftangriffe auf Wien. Dabei wurde rund ein Fünftel der Stadt zerstört. Am 2. April 1945 wurde Wien zum Verteidigungsbereich erklärt („Frauen und Kindern wird empfohlen, die Stadt zu verlassen“). Das bedeutete, dass der Kampf bis zum bitteren Ende geführt werden sollte. Die sowjetische Armee befand sich nur noch wenige Kilometer vom Stadtgebiet entfernt. Die Schlacht um Wien dauerte acht Tage und kostete 40.000 Menschen das Leben. Nicht durch Kampfhandlungen, aber im Gefolge einer Plünderung geriet auch der Stephansdom in Brand, der zuvor den Luftkrieg ohne Bombentreffer überstanden hatte. ''Siehe auch: Schlacht um Wien''

Besatzung, Zweite Republik, Wiederaufbau
Wenige Tage nach dem Ende der Kämpfe des Zweiter Weltkrieg Zweiten Weltkriegs im Raum Wien sorgte die Rote Armee für den Aufbau einer neuen Stadtverwaltung. Der Kommunist Rudolf Prikryl wurde am 13. April kurzfristig zum Bürgermeister ernannt; drei Tage später wurde er von Theodor Körner (Bundespräsident) Theodor Körner (SPÖ) abgelöst, der bis 1951 amtierte. Auch politische Parteien formierten sich wieder. Am 27. April beschlossen Vertreter der SPÖ, der ÖVP und der KPÖ im Wiener Rathaus die Unabhängigkeitserklärung Österreichs (im ersten Gesetzblatt der Zweiten Republik veröffentlicht und seither im Verfassungsrang stehend). Am 29. April wurde das Parlamentsgebäude von der Besatzungsmacht an die neue provisorische Regierung übergeben und Dr. Karl Renner verkündete die Wiederherstellung der „demokratischen Republik Österreich�. Erst im Herbst 1945 ließen die Sowjets auch Militärkontingente der anderen drei Alliierten, USA, Großbritannien und Frankreich, nach Wien; es blieb dann bis 1955 Viersektorenstadt. Im 1. Bezirk, der keiner der vier Besatzungsmächte fix zugeteilt war, wechselte die Besatzung jeden Monat. Die ''Vier im Jeep'' waren Patrouillen der interalliierten Militärpolizei, zu denen jede der vier Mächte je einen Soldaten stellte. In dieser Zeit war Wien ein wichtiger Platz für Geheimagenten und Schieber, wie sie 1948-49 im berühmten Film Der dritte Mann dargestellt wurden. Nach dem Krieg erfolgte in Wien, wie überall im Land und in Westeuropa, ein beispielloser Wirtschaftsaufschwung, an dem der Marshall-Plan ganz wesentlichen Anteil hatte. Die Stadt wurde unter Mithilfe von „Trümmerfrauen“ rasch vom Schutt befreit, der Wiederaufbau begann. Der Stephansdom erhielt ein neues Dach. 1952 wurde seine in St. Florian bei Linz, Oberösterreich, neu gegossene große Glocke, die „Pummerin“, im Festzug nach Wien gebracht. Der bisherige Bürgermeister Theodor Körner war 1951 zum Bundespräsidenten gewählt worden. Ihm folgte Franz Jonas (1951-1965) im Amt nach. Am 15. Mai 1955 erlangte Österreich mit dem ''Österreichischer Staatsvertrag Österreichischen Staatsvertrag'' die volle Freiheit zurück. Die Besatzungstruppen zogen bis Herbst 1955 ab. Wiener Straßen und Brücken, die 1945 zur Ehre der Sowjetunion umbenannt worden waren (z.B. Reichsbrücke Brücke der Roten Armee, Schwarzenbergplatz Stalinplatz, Tolbuchinstraße), erhielten ihre heimischen Namen zurück. Das große Denkmal der Roten Armee, die bei der Befreiung Wiens viele Tausende Gefallene zu beklagen hatte, auf dem Schwarzenbergplatz wurde in die Obhut Österreichs übernommen. Burgtheater und Wiener Staatsoper Staatsoper wurden im Herbst 1955 feierlich wiedereröffnet. Auch die Opernpassage (damals nach dem Bürgermeister volkstümlich „Jonasgrotte“ genannt), das erste große unterirdische Verkehrsbauwerk für Fußgänger, wurde im Herbst 1955 eröffnet.

Vom Ungarnaufstand zur Gegenwart
Im Herbst 1956 nahm Wien viele Ungarn auf , die nach dem gescheiterten Aufstand gegen das kommunistische Regime nach Westen geflohen waren, ebenso wie 1968 viele Tschechen und Slowaken auf, die nach dem gewaltsamen Ende des Prager Frühlings die CSSR verlassen hatten. Erst vom November 1989 an wurde Wien wieder selbstverständliches Reiseziel für die Bürger dieser Länder. Bild:Donau-Wien-UNOcity.jpg thumb|right|250px|Donaucity mit dem Donau-Hauptstrom 1957 nahm - als erste internationale Organisation nach 1945 - die Internationale Atomenergieorganisation (IAEO) ihren Sitz in der Stadt. Seit 1965 ist Wien auch der Sitz der OPEC sowie des damit verbundenen OPEC Development Fund. 1961 fand in Wien ein Gipfeltreffen zwischen dem US-Präsidenten John F. Kennedy und dem Sowjetführer Nikita Sergejewitsch Chruschtschow statt. 1979 trafen US-Präsident Jimmy Carter und Sowjetführer Leonid Breschnew in Wien zusammen; im folgenden Jahr wurde die UNO-City (der dritte Amtssitz der Vereinte Nationen Vereinten Nationen) in Wien eröffnet. All dies trug zur Positionierung Wiens als Stadt der Kongresse und der Vermittlung in Konfliktsituationen bei. 1964 fand auf dem Gelände eines früheren Mistplatzes am linken Donauufer die „wig '64“, die Wiener Internationale Gartenschau, statt - mit dem Donauturm als neuem Wahrzeichen. Heute teilen sich der Donaupark, die UNO-City und das 1986 eröffnete Austria Center Vienna (Wiens größtes Kongresshaus) das Gelände. 1974 entstand, wieder im Rahmen einer internationalen Gartenschau, am südlichen Stadtrand die Therme Oberlaa. 1986 wurde die an Stelle des alten Überschwemmungsgebiets neben dem Donaustrom gegrabene Neue Donau fertiggestellt, ebenso die zwischen den beiden Gewässern gelegene, hochwassersichere Donauinsel. Gegen Ende des 20. Jahrhunderts wurde beiderseits der Donau eine neue Skyline mit den „Wolkenkratzern“ Andromeda Tower (22. Bezirk, Donaucity) und Millennium Tower Wien Millennium Tower (20. Bezirk) begonnen. Auch entlang des Donaukanals sowie am Wienerberg wurden zahlreiche moderne Hochhäuser verwirklicht. Ein wesentlicher Impuls für die Infrastruktur der Stadt war der Bau einer modernen U-Bahn, die die aus der Zeit um 1900 stammende (und von Anfang an ungenügende) Stadtbahn ersetzen und neue Stadtviertel erschließen sollte. 1978 wurde die erste Teilstrecke der U1 eröffnet.

Tourismus
Bild:Schloss Schönbrunn Gloriette.jpg Schloss Schönbrunn.html" title="250px 250px|thumb|Das [[Schloss Schönbrunn zieht jährlich rund 6,7 Millionen Besucher an.html" title="thumb|Das [[Schloss Schönbrunn">250px|thumb|Das [[Schloss Schönbrunn zieht jährlich rund 6,7 Millionen Besucher an">thumb|Das [[Schloss Schönbrunn">250px|thumb|Das [[Schloss Schönbrunn zieht jährlich rund 6,7 Millionen Besucher an Dank zahlreicher Prunkbauten aus der römisch-deutschen und der österreichischen Österreich-Ungarn Kaiserzeit, vielfältiger Kulturangebote und nicht zuletzt auch dank des Rufes als Musikhauptstadt, den Wien aufgrund des Schaffens zahlreicher berühmter Wiener Klassik klassischer Musiker, wie Ludwig van Beethoven Beethoven, Wolfgang Amadeus Mozart Mozart oder Gustav Mahler Mahler, erwarb, ist die Stadt weltweit bekannt und ein beliebtes Touristenziel. Fiaker kutschieren Gäste durch die zum Weltkulturerbe zählende Innere Stadt (Wien) Innere Stadt, auch Altstadt genannt, in deren Zentrum sich der Stephansdom (Wien) Stephansdom befindet. Hier finden sich auch die Wiener Staatsoper Staatsoper, die Hofburg, Stadtresidenz der Kaiser, die Kärntner Straße, die am stärksten frequentierte Fußgängerzone Österreichs, bekannte Konditoreien und Hotels und die prunkvolle Wiener Ringstraße Ringstraße, die die Altstadt umgibt. Wien hat seit 1980 auch eine sehr lebendige und vielfältige Szene entwickelt: mit Lokalvierteln, Kunstgalerien, Kabaretts, Jazzlokalen und Events aller Art. Viele Touristen kommen im Dezember, wenn die Stadt mit ihren Weihnachtsmärkten, ihrem „Silvesterpfad“ durch die Altstadt und ihrem „Kaiserball“ aufwarten kann. Die meisten der Liste der Sehenswürdigkeiten Wiens Wiener Sehenswürdigkeiten sind ganzjährig zu besuchen, wie etwa das Schloss Schönbrunn, die Hofburg, das Schloss Belvedere Belvedere oder das MuseumsQuartier. Deshalb ziehen 60 % der Gäste die Sommersaison vor. Bild:FiakerPauseWien.jpg thumb|left|300px|Traditioneller Fiaker mit pausierenden Kutschern Den größten Anteil an den Nächtigungen haben deutsche Touristen mit 2 Millionen, gefolgt von Österreicher/inne/n aus den anderen acht Bundesländern (1,7 Millionen), US-Amerikanern (668.000), Italienern (662.000), Briten (404.000), Spaniern (375.000), Japanern (338.000), Franzosen (einschließlich Monaco, 290.000), Schweizern (inkl. Liechtenstein, 265.000), den Niederländern (ca. 168.000), Russen (156.000), Rumänen (138.000), Griechen (129.000), aus den arabischen Ländern in Asien (123.000) und Australien (113.000 Nächtigungen). Die Nächtigungen von Gästen aus Zentral- und Osteuropa und aus den arabischen Ländern in Asien sind in den letzten Jahren stark gestiegen. 2006 verbuchte Wien mit + 6,7 % das beste Ergebnis aller Zeiten, rund 9,4 Millionen Übernachtungen (''Greater Vienna'' mit sieben Umlandgemeinden: rund 10 Millionen). [http://b2b.wien.info/article.asp?IDArticle=2363]> Im Tourismuskonzept Wien 2010, das 2003 beschlossen wurde, werden für 2010 rund 10 Millionen Gästenächtigungen als Ziel gesetzt. Zum Erreichen dieses Ziels tragen auch viele internationale Kongresse, Firmentagungen, Belohnungsreisen und allgemeine Geschäftsreisen bei.

Bevölkerung


Lebensqualität
Abgesehen von den Kriegs- und Nachkriegszeiten und der Weltwirtschaftskrise ab 1929 herrschten vor allem in den Jahren des enormen Bevölkerungswachstums, ab Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Ersten Weltkrieg, als Wien von rund einer halben Million auf über zwei Millionen Einwohner zulegte, für den Großteil der zumeist zugewanderten Menschen harte Lebensumstände. Der Sozialer Wohnungsbau soziale Wohnbau entstand erst ab den frühen 1900er-Jahren. Bis dahin teilten sich die Einwohner oft kleine Wohnungen in Zinshaus Zinshäusern oder in von diesen rasch fast vollständig verdrängten Alt-Wiener Wohnhäusern untereinander auf. Aus dieser Zeit stammt auch der Begriff des Bettgehers. Dies waren Menschen die sich aus Geldmangel im Schichtbetrieb ein Bett teilten, wenn sie zu unterschiedlichen Tageszeiten arbeiten mussten. Als in den 1890er-Jahren die Wiener Kanalisation errichtet wurde, die über weite Teile begehbar ist, wurde diese vor allem in den kalten Jahreszeiten zum Zufluchtsort für Tausende Arbeits- und Obdachlose (siehe Leben im Wiener Untergrund). Einige Dutzend Menschen konnten mittels der Abwässer sogar ihren bescheidenen Lebensunterhalt finanzieren, indem sie nach verwertbaren Gegenständen fischten, die sie weiterverkaufen konnten (siehe Strotter). Mit dem Entstehen des Rotes Wien Roten Wiens wurde dieses Phänomen nach und nach zurückgedrängt, da immer mehr Männerwohnheime (z. B. jenes in der Meldemannstraße), Obdachlosenheim Obdachlosenasyle und andere soziale Einrichtungen entstanden und die Stadtverwaltung viele Tausende Sozialwohnungen bauen ließ. Heute wird Wien in internationalen Rangreihungen unter die Städte mit der besten Lebensqualität weltweit gezählt. Dazu tragen der hohe Grünanteil am Stadtgebiet (ca. 50 %), die vergleichsweise sehr gute ökologische Qualität der Stadt, die hohe soziale und polizeiliche Sicherheit, das erstklassige Gesundheitswesen, das hoch entwickelte Bildungswesen, die Dichte an kulturellen Einrichtungen, die effiziente öffentliche Verwaltung, die Freizeitqualität Wiens und das dichte Netz öffentlicher Verkehrsmittel wesentlich bei.

Einwohnerentwicklung
{| class="toccolours" align="right" cellpadding="4" cellspacing="0" style="margin:0 0 1em 1em; font-size: 95%;" |- ! colspan=2 bgcolor="#EFEFEF" | Wohnbevölkerung
heutiger Gebietsstand |- ! align="left"| Datum!! align="right"| Einwohner |- | align="left"| 1754 || align="right"| 175.460 |- | align="left"| 1796 || align="right"| 235.098 |- | align="left"| 1810 || align="right"| 224.548 |- | align="left"| 1830 || align="right"| 401.200 |- | align="left"| 1840 || align="right"| 469.400 |- | align="left"| 1850 || align="right"| 551.300 |- | align="left"| 1857 || align="right"| 683.000 |- | align="left"| 1869 || align="right"| 900.998 |- | align="left"| 1880 || align="right"| 1.162.591 |- | align="left"| 1890 || align="right"| 1.430.213 |- | align="left"| 1900 || align="right"| 1.769.137 |- | align="left"| 1910 || align="right"| 2.083.630 |- | align="left"| 1916 || align="right"| 2.239.000 |- | align="left"| 1923 || align="right"| 1.918.720 |- | align="left"| 1934 || align="right"| 1.935.881 |- | align="left"| 1939 || align="right"| 1.770.938 |- | align="left"| 1951 || align="right"| 1.616.125 |- | align="left"| 1961 || align="right"| 1.627.566 |- | align="left"| 1971 || align="right"| 1.619.885 |- | align="left"| 1981 || align="right"| 1.531.346 |- | align="left"| 1988 || align="right"| 1.506.201 |- | align="left"| 1991 || align="right"| 1.539.848 |- | align="left"| 2001 || align="right"| 1.550.123 |- | align="left"| 2005 || align="right"| 1.631.082 |} Bild:Wien_Bevölkerung.png thumb|left|Bevölkerungsentwicklung in Wien seit 1869. Die Bevölkerungszahlen in nebenstehender Tabelle beruhen auf den Angaben des Statistik Austria österreichischen Statistikamtes und sind auf den heutigen Gebietsstand umgerechnet. 1794/1795 wurden bei der Zählung der anwesenden Zivilbevölkerung, was österreichweit bis 1857 praktiziert wurde, erstmals für Wien separate Zahlen ermittelt. Zuvor, wie 1810 und 1821, war die Einwohnerzahl Wiens dem Land Niederösterreich zugerechnet worden. Ab 1830 sind durchgehend Bevölkerungszahlen für Wien verfügbar. Ab 1869 wurden österreichweit in zehnjährigen Abständen Volkszählungen abgehalten, bei denen allerdings bis 1923 weiterhin die anwesende Zivilbevölkerung gezählt wurde; erst ab 1934 bis 1981 die Wohnbevölkerung. Die Zahlen von 1982 bis 2001 weisen die Jahresdurchschnittsbevölkerung aus, wobei diese Zahlen erst 2002 rückwirkend ermittelt wurden. Seit 2002 werden Hauptwohnsitze auf Basis des Zentralen Melderegisters zur Bevölkerungsermittlung herangezogen. Wien erlebte bereits ab Ende des 18. Jahrhunderts einen regen Bevölkerungszustrom, doch vervielfachte sich die Zahl der Zuwanderer ab Mitte des 19. Jahrhunderts, als Wien allein zwischen 1857 und 1869 rund 218.000 neue Einwohner bekam. In den nächsten elf Jahren wuchs die Bevölkerungszahl um über 261.000 Personen, von denen rund ein Drittel auf den Geburtenüberschuss und zwei Drittel auf die Zuwanderung zurückzuführen waren. Von 1880 bis 1890 kamen mit 267.000 ähnlich viele neue Einwohner hinzu, wobei das Verhältnis zwischen Zuwanderung und Geburtenüberschuss (40 %) sich allmählich anglich. In den nächsten zehn Jahren, von 1890 bis 1900, stieg die Einwohnerzahl sogar um 339.000 Personen. Knapp 49 % davon waren nun auf den Geburtenüberschuss zurückzuführen. Grund hierfür waren die einsetzende Industrialisierung und die bedeutende Stellung Wiens als Kaiserstadt (Hauptstadt) des Vielvölkerstaates Österreich-Ungarn. Rund 2,1 Millionen bevölkerten Wien kurz vor Ausbruch des „großen Kriegesâ€? (Erster Weltkrieg), Wien war die Liste der größten Städte der Welt (historisch) viertgrößte Stadt der Welt. Mit der Auflösung des Habsburger Reiches verlor Wien auch an Bedeutung für Zuwanderer. Der Krieg kostete zigtausenden Soldaten aus Wien ihr Leben. Tausende einst zugewanderte Menschen kehrten in ihre Heimatländer bzw. ehemaligen Kronländer zurück. ''Siehe auch: Liste der größten Städte der Welt (historisch)'' Die Jahre als Hauptstadt eines Vielvölkerstaates haben Wien nachhaltig geprägt. Nach wie vor ist die Stadt ein Schmelztiegel von Menschen unterschiedlicher Herkunft, Kultur und Religion. Allerdings sind die Nachfahren der ehemals Zugewanderten heute assimiliert und nur die slawischen oder ungarischen Nachnamen sind erhalten geblieben. Namen wie Nowak, Dolezal, Navratil, Wewerka usw. werden längst zusammen mit einheimischen deutschen Namen, wie Hofbauer, Maier, Haider usw. als typisch wienerisch empfunden. Die Namensträger gehören inzwischen zu den ''Ur-Wienern'', den alteingesessenen Einwohnern der Stadt, die noch den Wienerisch Wiener Dialekt verwenden, der sich aus vielen alt- und mittelhochdeutschen sowie jiddischen Begriffen zusammensetzt, aber von den jüngeren Generationen immer seltener verwendet und verstanden wird. Neben dem ursprünglichen Wiener Dialekt wird zunehmend seit Ende des 20. Jahrhunderts auch eine ''gehobene'' Wiener Mundart gesprochen. Nach dem Ersten Weltkrieg hatte Wien rund 200.000 Einwohner weniger als zuvor. In den Zwischenkriegsjahren wanderten etwa 104.000 Personen in die Stadt; das Geburtendefizit von 87.000 Menschen zwischen 1923 und 1934 wurde ausgeglichen. Im Jahr 1934 zählte Wien bereits wieder 1.935.881 Einwohner. Die in der Folge wieder gesunkene Bevölkerungszahl wurde durch die Errichtung von Groß-Wien im Österreich in der Zeit des Nationalsozialismus nationalsozialistischen Deutschland 1938 mehr als kompensiert. Allerdings mussten bzw. konnten 140.000 jüdische Wiener/innen das Land verlassen, weitere 60.000 wurden während des Krieges ermordet (Judenverfolgung, Deportationen). Vom einst blühenden jüdischen Leben, vor allem im zweiten Wiener Gemeindebezirk Leopoldstadt, war binnen kurzem nichts mehr übrig. Das von Adolf Eichmann in Wien entwickelte Terrormodell wurde im „Altreich“ übernommen. Bild:AuslaenderanteileWien1997.png thumb|220px|left|AusländeranteileNach Kriegsende war die Wiener Bevölkerung auf 1.616.125 Menschen gesunken. Viele Wiener waren als Soldaten gefallen oder kehrten aus der Kriegsgefangenschaft nicht wieder zurück. Die Stadt war zu einem Fünftel zerstört und von alliierten Soldaten besetzt. Die Einwohnerzahl sank bis 1987 auf 1.484.885 Personen; der tiefste Einwohnerstand seit 1890; seither steigt die Einwohnerzahl wieder. Verantwortlich dafür ist weniger der geringe Geburtenüberschuss Wiens, sondern eher die Zuwanderung, vor allem ausländischer Personen. In den 1990er-Jahren kamen viele Flüchtlinge aus Jugoslawien und der Türkei nach Wien; insbesondere viele Türken und Kurden ließen sich in Wien nieder. Von 1987 bis 1994 wanderten 61.000 Menschen in die Stadt. Nachdem von 1994 bis 1998 die Einwohnerzahl wieder leicht um 5.000 bis 6.000 zurückgegangen war, erhöhte sich die Zahl der Einwohner ab 1998 bis Ende 2005 um rund 85.000 Zugezogene. Ende 2005 lebten in Wien rd. 1,63 Millionen Menschen. Nach der letzten Volkszählung 2001 gab es nur 1,55 Millionen Wiener, davon waren 23,63 % nicht in Österreich geboren. 16,02 % der Wiener Wohnbevölkerung sind keine Österreichische Staatsbürgerschaft österreichischen Staatsbürger. Etwa 48.000 Menschen türkischer Herkunft und rund 120.000 Personen aus den ehemals jugoslawischen Ländern Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Serbien und Slowenien stellen in Wien mit Abstand die größten Volksgruppen (50 %) unter der ausländischen Bevölkerung, sowohl nach Staatsbürgerschaft als auch nach Geburtsland. Weitere Herkunftsregionen sind die ehemaligen Ostblock-Länder, hier vor allem Polen (ca. 25.000), Tschechien (ca. 21.000), Ungarn (ca. 12.000) und Rumänien (ca. 10.000). Außerdem leben in Wien rund 26.000 Deutsche, 4.000 Italiener, 3.000 US-Amerikaner, 2.500 Schweizer Bürger und etwa 12.000 Menschen aus sonstigen EU-Ländern. Seit 2000 wächst Wien um etwa 20.000 Einwohner pro Jahr. Laut Statistik Austria (Okt. 2005) wird Wien im Jahr 2045 wieder die 2-Millionen-Grenze überschreiten. Verantwortlich hierfür sind der stetige Zuzug und die steigenden Geburtenzahlen, insbesondere von Menschen ausländischer Herkunft.

Autochthone Sprachgruppen
Verschieden Sprachgruppen genießen in Wien die Anerkennung als autochthone Sprachgruppen. Dies sind die tschechisch-sprachigen WienerInnen, die ungarisch-sprachigen, die slowakisch-sprachigen und die Sinti und Roma. Die rechtliche Stellung als gesonderte Sprachgruppe ist ähnlich geregelt wie im Burgenland.

Wanderungsbewegung in den „Speckgürtel“
Seit den 1950er 50er-Jahren machen sich mehrere Siedlungstrends in der Agglomeration Wien bemerkbar. Einerseits war fast die gesamte Region von großen Geburtendefiziten geplagt, andererseits konnte großer Zuzug von Außen Wien und seine Umlandgemeinden in den meisten Fällen vor einem Rückgang schützen. In vielen Vororten machte sich bereits auch ein regelrechter Bauboom durch Zuwanderer bemerkbar. Mit der Entwicklung großer Gewerbegebiete südlich von Wien wurde der Zuzug weiter angekurbelt, aber auch aus Wien selbst zogen in den letzten Jahrzehnten immer mehr Personen in die Grünlagen in den Randbezirken Wiens, zusehends aber auch in die Umlandsiedlungen der Stadt. Es entwickelte sich ein so genannter „Speckgürtel“ um die Bundeshauptstadt, welcher eine kontinuierlich steigende Anzahl von Personen aus anderen Teilen des Bundeslands Niederösterreich, wie zum Beispiel den an Bevölkerungsschwund leidenden Bezirken Bezirk Waidhofen an der Thaya Waidhofen an der Thaya, Zwettl und Gmünd anzieht, und teilweise auch aus Wien abzieht. Grund ist einerseits die schwierigere Arbeitsplatzsituation in den nördlichen Bezirken Niederösterreichs und andererseits das Bedürfnis vieler Menschen, vor allem von Familien, über ein Haus oder eine Wohnung in ruhiger Grünlage zu verfügen. Dieser Trend hat sich ab den 1980er 80er-Jahren vielerorts noch verstärkt, begünstigt durch immer kürzere Pendelzeiten auf Straße und Schiene. Im Wesentlichen beschränkte sich die Wanderungsbewegung im Wiener Umland daher bisher auf die Gemeinden entlang großer Verkehrsachsen wie der Österreichische Westbahn West- und Österreichische Südbahn Südbahn sowie den Autobahnen Westautobahn West- (A1), Südautobahn Süd- (A2), Ostautobahn Ost- (A4) und Donauuferautobahn (A22). Künftig wird sich mit der besseren Erschließung des Nordens und Ostens von Wien durch Eisen- und Autobahnprojekte - die Nordautobahn (A5) soll 2009 eröffnet werden - auch dort eine dichtere Besiedelung ergeben. Das statistische Amt der niederösterreichischen Landesregierung prognostiziert für zahlreiche Gemeinden des Bezirk Wien-Umgebung Bezirks Wien-Umgebung zwischen 2005 und 2010 einen Zuwachs von 5 % (Schwechat, Klosterneuburg, Gerasdorf, Purkersdorf), 4,9 % (Tulln an der Donau Tulln, Baden (Niederösterreich) Baden) oder 5,5 % (Korneuburg). Auch für die an der künftigen Nordautobahn gelegenen Bezirke Gänserndorf, Mistelbach und Hollabrunn wird von stärkerem Wachstum ausgegangen. Durch diese Siedlungsbewegungen der letzten Jahrzehnte, die auch weiterhin andauern, ergaben sich an fast sämtlichen Stadteinfahrten Wiens große Probleme mit der Bewältigung des Pendelverkehrs, da viele der in den Speckgürtel gezogenen Personen trotz hohen Arbeitsplatzangebots im Gewerbegebiet südlich von Wien über einen Arbeitsplatz in Wien verfügen ''(siehe hierzu auch die Spalte „Pendl. n. Wien“ in der untenstehenden Tabelle)''. Die Bevölkerungsentwicklung in den Wiener Umlandgemeinden war in den letzten Jahrzehnten meist durch stagnierendes oder rückläufiges Geburtendefizit, sowie kontinuierliche oder ansteigende Zuwanderungsraten geprägt. Die Einwohnerzahl begann nach Ende des Zweiten Weltkriegs in den meisten Wiener Umlandgemeinden rasch und kontinuierlich zu steigen. Nur in wenigen, so zum Beispiel Schwechat, bewirkte das hohe Geburtendefizit bis in die 1970er 70er-, 1980er-Jahre eine Stagnation der Bevölkerungszahl, oder ein nur abgeschwächtes Wachstum. Nebenstehende Tabelle stellt den Bevölkerungszuwachs seit 1951 dem seit 1981 in Relation. Für den Zeitraum von 1981 bis 2001 wird zudem die Wanderungsbilanz und die Geburtenbilanz angegeben. Dadurch wird erkennbar, dass in vielen Gemeinden ein großer Teil des Bevölkerungszuwachses seit den 1980er-Jahren stattgefunden hat, und alleine der starken Zuwanderung, die zum Teil auch aus Wien stammt, zu verdanken ist. So erkennt man zum Beispiel an der niedrigeren Wachstumsrate von 1951 bis 2001, dass Klosterneuburg von 1951 bis 1981 einen Bevölkerungsrückgang erlebt hatte, und erst seit 1981 wieder an Einwohnern zulegt, oder dass Maria Enzersdorf im Vergleich zu 1951 zwar doppelt so viele Einwohner hat, aber seit 1981 wieder 10 % der Einwohner verloren hat, was eine seltene Ausnahme für Wiener Umlandgemeinden ist. Auffällig ist auch, dass Klosterneuburg, Mödling - aber auch Pressbaum - ein im Vergleich zur eigenen Einwohnerzahl und zu anderen Gemeinden ein sehr hohes Geburtendefizit aufweisen, was auf einen höheren Altersdurchschnitt mit wenigen Jungfamilien hinweisen kann. Einen besonderen Ausnahmefall im Vergleich zu anderen Umlandgemeinden stellt auch Wiener Neudorf dar. Dieses hatte als einzige Gemeinde in der Umgebung Wiens zwischen 1981 und 2001 gleichzeitig einen hohen Geburtenüberschuss und eine Abwanderung zu verzeichnen. Außerdem pendelt mit 38,8 % der zweitniedrigste Anteil an den Erwerbstätigen Wiener Neudorfs zum Arbeiten nach Wien, wie in der Spalte rechts außen zu erkennen ist. Generell ist der Anteil der nach Wien pendelnden Personen in den südlichen Vorstädten (z.B. Brunn am Gebirge, Wiener Neudorf) geringer als in den westlichen und nördlichen (z.B. Gerasdorf, Purkersdorf), was natürlich an den zahlreichen Arbeitsplätzen südlich von Wien liegt. {| class="prettytable" |- bgcolor=#DDDDDD | colspan=8 align="center" | '''Bevölkerungszuwachs, Wanderungs- und Geburtenbilanz in den Wiener Umlandgemeinden:'''
Reihung nach Bevölkerungszuwachs seit 1981 |- style="background:#efefef" align="center" ! Entf.
in km ! Gemeinde ! Bev.-Zuw.
1981 bis 2001 ! Bev.
2001 ! Bev.-Zuw.
1951 bis 2001 ! Wandr.bil.
seit 1981 ! Geb.bil.
seit 1981 ! Pendl.
n. Wien |- align="right" | 30,0 || align="left" | Gänserndorf || style="background:#efefef" | + 61 % || 7.928 || + 130 % || + 3.031 || - 19 || 50,7 % |- align="right" | 12,0 || align="left" | Gerasdorf bei Wien Gerasdorf || style="background:#efefef" | + 56 % || 8.231 || + 137 % || + 3.068 || - 116 || 73,0 % |- align="right" | 14,5 || align="left" | Biedermannsdorf || style="background:#efefef" | + 56 % || 2.904 || + 153 % || + 698 || + 347 || 47,1 % |- align="right" | 14,5 || align="left" | Purkersdorf || style="background:#efefef" | + 51 % || 7.762 || + 48 % || + 2.359 || + 256 || 64,9 % |- align="right" | 15,5 || align="left" | Gablitz || style="background:#efefef" | + 48 % || 4.393 || + 113 % || + 1.722 || - 291 || 64,8 % |- align="right" | 15,5 || align="left" | Laxenburg || style="background:#efefef" | + 47 % || 2.736 || + 134 % || + 1.019 || - 144 || 43,3 % |- align="right" | 18,0 || align="left" | Breitenfurt || style="background:#efefef" | + 46 % || 5.323 || + 228 % || + 1.961 || - 279 || 61,9 % |- align="right" | 14,5 || align="left" | Groß-Enzersdorf || style="background:#efefef" | + 42 % || 8.128 || + 66 % || + 2.170 || + 227 || 63,1 % |- align="right" | 24,5 || align="left" | Strasshof an der Nordbahn || style="background:#efefef" | + 41 % || 6.993 || + 59 % || + 2.136 || - 116 || 65,1 % |- align="right" | 17,5 || align="left" | Guntramsdorf || style="background:#efefef" | + 38 % || 8.421 || + 55 % || + 2.325 || + 6 || 35,9 % |- align="right" | 18,0 || align="left" | Deutsch-Wagram || style="background:#efefef" | + 36 % || 6.808 || + 70 % || + 1.646 || + 141 || 62,8 % |- align="right" | 12,5 || align="left" | Bisamberg || style="background:#efefef" | + 36 % || 4.001 || + 124 % || + 1.029 || + 38 || 58,6 % |- align="right" | 11,0 || align="left" | Langenzersdorf || style="background:#efefef" | + 35 % || 7.261 || + 54 % || + 2.031 || - 158 || 68,1 % |- align="right" | 10,0 || align="left" | Vösendorf || style="background:#efefef" | + 32 % || 4.899 || + 44 % || + 1.454 || - 258 || 54,6 % |- align="right" | 23,0 || align="left" | Wolkersdorf || style="background:#efefef" | + 22 % || 6.993 || + 35 % || + 1.319 || - 190 || 51,2 % |- align="right" | 14,5 || align="left" | Korneuburg || style="background:#efefef" | + 21 % || 11.032 || + 40 % || + 2.188 || - 268 || 47,8 % |- align="right" | 21,0 || align="left" | Pressbaum || style="background:#efefef" | + 19 % || 5.834 || + 33 % || + 1.712 || - 777 || 57,4 % |- align="right" | 14,5|| align="left" | Brunn am Gebirge || style="background:#efefef" | + 18 % || 9.422 || + 60 % || + 1.714 || - 267 || 48,1 % |- align="right" | 16,5 || align="left" | Kaltenleutgeben || style="background:#efefef" | + 17 % || 2.998 || + 130 % || + 367 || + 79 || 57,9 % |- align="right" | 14,5 || align="left" | Himberg || style="background:#efefef" | + 9 % || 5.423 || + 40 % || + 1.048 || - 606 || 44,2 % |- align="right" | 11,5 || align="left" | Klosterneuburg || style="background:#efefef" | + 8 % || 24.797 || + 6 % || + 5.955 || - 4.133 || 57,9 % |- align="right" | 15,5 || align="left" | Mödling || style="background:#efefef" | + 6 % || 20.405 || + 18 % || + 3.337 || - 2.208 || 40,5 % |- align="right" | 15,0 || align="left" | Wiener Neudorf || style="background:#efefef" | + 6 % || 8.428 || + 217 % || - 164 || + 659 || 38,8 % |- align="right" | 13,0 || align="left" | Perchtoldsdorf || style="background:#efefef" | + 4 % || 13.998 || + 26 % || + 1.538 || - 991 || 57,5 % |- align="right" | 11,0 || align="left" | Schwechat || style="background:#efefef" | + 3 % || 15.456 || + 15 % || + 880 || - 428 || 46,2 % |- align="right" | 17,5 || align="left" | Hinterbrühl || style="background:#efefef" | + 1 % || 4.020 || + 25 % || + 451 || - 420 || 42,2 % |- align="right" | 15,0 || align="left" | Maria Enzersdorf || style="background:#efefef" | - 10 % || 8.202 || + 103 % || - 610 || - 336 || 46,6 % |} ''Legende: Entf. in km = Luftlinie Entfernung zum Zentrum Wiens in Kilometern, Bev.-Zuw. = Bevölkerungszuwachs, Geb.bil. = Geburtenbilanz, Wandr.bil. = Wanderungsbilanz; Pendl. = Anteil der Auspendler nach Wien an der Gesamtzahl der Erwerbstätigen''

Religionen
Die Stadt ist Sitz der römisch-katholischen Erzdiözese Wien; Erzbischof ist Kardinal Christoph Schönborn Christoph Kardinal Schönborn. Die römisch-katholische Gemeinde ist die größte Glaubensgemeinschaft Wiens, verliert jedoch stetig an Mitgliedern. Heute gehören nur 49 % der römisch-katholischen Kirche an, 1961 noch 82 %. Der evangelisch-lutherische Bischof von Österreich, der seinen Sitz in Wien hat, ist Herwig Sturm. Der Präsident der Islamische Glaubensgemeinschaft Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich, Anas Schakfeh, hat ebenfalls in Wien seinen Sitz. In den letzten Jahrzehnten bekannten sich viele Zuwanderer zum Islam, der mittlerweile zur zweitgrößten Religionsgemeinschaft des Landes geworden ist. Der Islam ist in Österreich seit 1912 anerkanntes Religionsbekenntnis (damals gehörten die muslimischen Bosnier zu Österreich-Ungarn). Präsident der Israelitische Kultusgemeinde Israelitischen Kultusgemeinde Wien ist Ariel Muzicant, Oberrabiner ist Paul Chaim Eisenberg. Die jüdische Gemeinde Wiens besteht aus rund 7.000 Gläubigen. Die einzige Synagoge, die die Novemberpogrome 1938 überstanden hat, ist der Stadttempel im 1. Bezirk. Die Religionszugehörigkeit der Wiener Wohnbevölkerung setzt sich laut Volkszählung 2001 wie folgt zusammen: Bild:Rudolf Ritter von Alt 001.jpg Rudolf_von Alt.html" title="thumb thumb|250px|[[Rudolf von Alt: Stephansdom (Wien) Stephansdom vom Liste der Straßennamen von Wien/Innere Stadt#S Stock-im-Eisen-Platz.html" title="250px|[[Rudolf von Alt">thumb|250px|[[Rudolf von Alt: Stephansdom (Wien) Stephansdom vom Liste der Straßennamen von Wien/Innere Stadt#S Stock-im-Eisen-Platz">250px|[[Rudolf von Alt">thumb|250px|[[Rudolf von Alt: Stephansdom (Wien) Stephansdom vom Liste der Straßennamen von Wien/Innere Stadt#S Stock-im-Eisen-Platz {| |Römisch-Katholische Kirche römisch-katholisch: |49,2 % |- |ohne Bekenntnis: |25,6 % |- |islamisch: |7,8 % |- |Orthodoxe Kirchen orthodox: |6,0 % |- |evangelisch: |4,7 % |- |Jüdische Religion jüdisch: |0,5 % |- |altkatholisch: |0,5 % |- |Sonstige bzw. keine Angabe: |5,7 % |} ''siehe auch:'' Juden in Wien

Söhne und Töchter der Stadt
''Siehe:'' Liste der Wiener Persönlichkeiten, Liste der Ehrenbürger von Wien

Kultur
Von in