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Toggenburger
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{{Dieser Artikel|befasst sich mit dem Adelsgeschlecht der Toggenburger. Weitere Bedeutungen siehe Toggenburg (Begriffsklärung)}}
Bild:Wappen Toggenburger Stumpf.jpg thumb|Das ältere Wappen der Toggenburger in der Stumpfschen Chronik von 1548
Die '''Toggenburger''' waren ein Ostschweizer Adelsgeschlecht. Der Schwerpunkt ihrer Besitzungen lag in der Landschaft, die heute als «Toggenburg» ihren Namen trägt. Der Graf Grafentitel ist seit 1209 urkundlich nachgewiesen. Stammsitz der Familie war die Alt-Toggenburg (Ruine in der Gemeinde Kirchberg SG, Kanton St. Gallen). Wegen der strittigen Aufteilung des Erbes der Toggenburger zwischen den eidgenössischen Orten Zürich, Schwyz und Glarus brach der sog. Alter Zürichkrieg Alte Zürichkrieg aus.
Geschichte
Bild:Grafschaft Toggenburg.png thumb|400px|left|Die Landeshoheit der Toggenburger bis 1436
Die Freiherren und späteren Grafen von Toggenburg sind seit 1044 urkundlich nachgewiesen. Der Name kommt wahrscheinlich vom Alamannen alamannischen ''dokko'', was soviel wie «der Herrvorragende» bedeutet. Die Familie der Toggenburger muss schon früh Sonderrechte und bedeutenden Grundbesitz besessen haben, denn die Anlage ihrer Stammfeste, der Alt-Toggenburg im 10./11. Jahrhundert war für ihre Zeit aussergewöhnlich wehrhaft. Sie lag auf einer Anhöhe in der Nähe von Fischingen. Heute befindet sich dort die Wallfahrtskirche der Heiligen Ida von Toggenburg (St. Idaburg). Die Burg lag im Zentrum des toggenburgischen Grundbesitzes im heutigen Untertoggenburg, Hinterthurgau und Zürcher Oberland. Eine weitere Burg der Toggenburger aus dieser Zeit ist die Lütisburg. Die Städte Lichtensteig und Wil SG sind wahrscheinlich Gründungen der Toggenburger.
Zwischen 1044 und 1209 konnte bisher keine genaue Einordnung der bekannten Familienmitglieder in einen Stammbaum vorgenommen werden. Auch die Entwicklung des Herrschaftsgebietes ist unklar. Die Toggenburger kamen wegen grund- und gerichtsherrlichen Konflikten in einen Gegensatz zum Kloster St. Gallen, das mit Abstand die grösste Grundherrschaft in der Ostschweiz besass. So lag etwa ein Diethelm von Toggenburg mit Abt Ulrich von St. Gallen um 1083 in einer Fehde. Während des Investiturstreit Investiturstreits schlugen sich die in der heutigen Schweiz begüterten Adelsfamilien der Toggenburger, der Grafschaft Kyburg Kyburger und der Zähringer Herzog von Zähringen zusammen mit dem Abt von Kloster Reichenau Reichenau auf die Seite des Papst Papstes, wohingegen das Fürstabtei St. Gallen Kloster St. Gallen auf der Seite des Rex Romanorum deutschen Königs stand. Volknand I. von Toggenburg fand während dieses Konfliktes beim Kampf um die Festung Bernegg 1081 den Tod.
Das Benediktinerkloster Kloster Fischingen Fischingen, gegründet 1138, wurde von den Toggenburgern unterstützt, da sie die Vogtei über das Kloster innehielten. Die Heilige Ida von Toggenburg, die wahrscheinlich mit einem Toggenburger Grafen verheiratet war, liegt in einer Kapelle beim Kloster Fischingen begraben. Des weiteren hielten die Toggenburger bis 1226 die Vogtei über das Kloster St. Johann im Thurtal inne. Diethelm V. stiftete schliesslich 1192 die Johanniterorden Johanniterkommende Ritterhaus Bubikon Bubikon, wahrscheinlich nach einer Teilnahme am Dritter Kreuzzug dritten Kreuzzug.
Seit 1209 ist der Graf Grafentitel für Diethelm VI. (als «Graf» Diethelm I.) von Toggenburg urkundlich nachgewiesen. Er war mit Guota Rapperswiler von Rapperswil verheiratet, die Grafschaft Uznach Uznach und die obere March mit Grynau in die Ehe einbrachte. Nachdem sein Sohn Diethelm II. seinen jüngeren Bruder Friedrich 1226 ermordet hatte, übertrug Diethelm I. Wil SG und die Alt-Toggenburg an das Kloster St. Gallen. Zwischen den Söhnen Diethelms II. und dem Kloster St. Gallen brach deswegen eine langjährige Fehde aus, die Besitzungen verblieben aber bei St. Gallen. Im Zuge dieses Konfliktes wurde die Burg Neu-Toggenburg bei Lichtensteig angelegt. Während der Fehde zwischen Rudolf von Habsburg und Abt Wilhelm von St. Gallen um Wil und Schwarzenbach versuchten die Toggenburger noch einmal vergeblich wieder in den Besitz von Wil zu gelangen. Auch die von Friedrich III. angestrebte Erwerbung von Winterthur scheiterte.
Graf Kraft III. schloss 1327 ein Burgrecht mit der Stadt Zürich und leitete die letzte Phase in der Geschichte des Hauses Toggenburg ein, in der die Grafen versuchten, zwischen der Alte Eidgenossenschaft Eidgenossenschaft und Habsburg eine profitable Mittelstellung einzunehmen. Kraft III. fiel 1337 in der Schlacht bei Grynau zwischen Zürich und Habsburg als Hauptmann der Zürcher Truppen. Sein Bruder Friedrich V. heiratete darauf 1323 Kunigunde Freiherren von Vaz von Vaz. Durch die Erbschaft des Hauses Vaz und eine geschickte Territorialpolitik erweiterte Friedrich V. den Besitz der Toggenburger beträchtlich (Wildenburg, 1313; Vazische Erbschaft 1333: Maienfeld, Windegg, Marschlins, Zizers, Igis, Schiers, Castels, Davos, Belfort, Vogtei Churwalden; Erlenbach ZH Erlenbach und Herrliberg 1335; Rüdberg, Bütschwil, Vogtei Peterzell 1340; St. Peter und Langwies, 1363. Später kamen noch die Herrschaften Herrschaft Greifensee Greifensee (1369) und Rapperswil SG (Pfand von Habsburg, 1378) sowie die Grafschaft Kyburg mit Winterthur (1384) hinzu.
Graf '''Friedrich VII.''' schloss ein Bündnis mit dem Haus Habsburg, was der weiteren Expansion in der Ostschweiz zunächst Grenzen setzte, da der gemeinsam geführte Krieg gegen die Talschaft Glarus 1388 in einem Desaster endete: Das von Friedrichs Onkel Donat geführte Ritterheer aus habsburgischen Adligen und Vasallen wurde von den Glarnern in der Schlacht bei Näfels am 9. April 1388 vernichtet. Durch die Ehe mit Elisabeth Freiherren von Matsch von Matsch gelang es Friedrich immerhin, den langjährigen Konflikt zwischen den beiden Familien um den Besitz des mittleren Prättigau um Castels für sich zu entscheiden.
Zwischen Donat und Friedrich VII. wurde 1394 der Hausbesitz geteilt. Donat erhielt die Stammgüter im heutigen Toggenburg, und die Vogtei Tanegg über das Kloster Fischingen. Er erwarb später auch noch die Vogtei über das Kloster (Alt-)Kloster St. Johann St. Johann und die Burg Starkenstein im heutigen Obertoggenburg. Friedrich VII. verblieben Uznach, die obere March, die Vazischen Gebiete, Kyburg und Wildenburg. Nach Donats Tod 1400 ging dessen Erbe an Wilhelm Montforter von Montfort, der mit dessen Tochter Kunigunde verheiratet war, was Friedrich VII. durch Krieg zu verhindern suchte. Schliesslich konnte er alle Gebiete bis auf Tannegg und Kyburg und Muriaux Spiegelberg wiedergewinnen. Dabei bestätigte der den Untertanen im heutigen Toggenburg umfangreiche Freiheitsrechte, um sie für sich zu gewinnen.
Während der Appenzellerkriege gelang es Friedrich VII., sowohl sich und seine Gebiete aus dem Konflikt herauszuhalten, als auch von den in Geldnöten steckenden Habsburgern umfangreiche Gebiete als Pfand zu erhalten. Seit 1406 konnte er so als Vogt über Sargans, Windegg, Freudenberg (Kloster Pfäfers) und Nidberg bestimmen. Schliesslich gewann er 1414 Wartau, 1417 durch Waffengewalt von den Habsburgern die Herrschaft Feldkirch, 1424 das Vogtei Rheintal Rheintal, Rheineck, Dornbirn und den Inneren Bregenzerwald. Dadurch geriet er jedoch doch noch in Konflikt mit den Appenzellern, deren Eroberungszüge ins Vorarlberg er nun abwehren musste.
Berühmt wurde Friedrich VII. vor allem wegen seiner skrupellosen Macht- und Bündnispolitik und wegen seiner Kinderlosigkeit. 1416 erneuerte er auf Lebzeiten sein Burgrecht mit Zürich, liess sich 1428 aber ebenfalls für Lebzeiten ins Landrecht von Schwyz aufnehmen. Bürgermeister Rudolf Stüssi von Zürich versuchte vergeblich, von Friedrich VII. schon vor seinem Tod die Verschreibung der Herrschaften Uznach und Windegg an die Stadt Zürich zu erreichen. Immerhin liess Friedrich aber für seine Frau Maria das Burgrecht mit Zürich noch einmal bestätigen.
Bild:Sterbebett Graf von Toggenb.png thumb|400px|right|Graf Friedrich VII. von Toggenburg auf dem Todbett, 1436. Auf der Schattenburg bei Feldkirch erteilen Geistliche in Anwesenheit der Verwandten dem Grafen die Sterbesakramente. Amtliche Berner Chronik, [[Diebold Schilling, 1484]]
Nach Friedrichs Tod auf der Schattenburg bei Feldkirch am 30. April 1436 fehlte ein klares Testament. Zwar war seine Frau Elisabeth als Universalerbin eingesetzt worden, aber Zürich und Schwyz stritten sich heftig um Windegg und Uznach. Dies war der Auslöser des Alter Zürichkrieg Alten Zürichkriegs. Elisabeth von Toggenburg einigte sich mit Herzog Friedrich IV. (Tirol) Friedrich IV. von Österreich über die Rückgabe aller an die Grafen von Toggenburg verpfändeten habsburgischen Herrschaften, so dass Feldkirch, Windegg und die Grafschaft Sargans zunächst an Habsburg zurückfielen. Noch im gleichen Jahr erneuerte die Gräfin jedoch ihr Burgrecht mit der Stadt Zürich und versprach, die Grafschaft Uznach an Zürich zu übergeben. Dies wurde von Glarus und Schwyz jedoch hintertrieben, die mit den Bewohnern der Herrschften Windegg und Uznach – mit Billigung der Habsburger – ein ewiges Landrecht abschlossen.
1437 verzichtete Elisabeth zugunsten der übrigen erbberechtigen Verwandten auf ihre Erbschaft. Der uneheliche Sohn Friedrichs, Hans von Toggenburg war nicht erbfähig. Das Toggenburg und Uznach kamen daher an Margaretha von Raron bzw. deren Söhne Hildebrand und Petermann. Der Besitz in Graubünden, inzwischen im Zehngerichtebund vereinigt ging ohne Maienfeld an die Grafen Heinrich von Freiherren von Sax Sax und Wilhelm von Montfort, Maienfeld und der übrige rechtsrheinische Besitz an die Freiherren Wolfhard von Brandis und Thüring von Aarburg.
Bündner Familie «von Toggenburg»
Im 16. Jahrhundert taucht in Ruschein eine Familie «von Toggenburg» auf, die jedoch trotz anderslautender Familientradition nichts mit den ursprünglichen Grafen von Toggenburg zu tun hat. Wahrscheinlich handelte es sich um Einwanderer aus dem Toggenburg. Seit 1580 ist nachgewiesen, dass sich die Familie ein Adelstitel zugelegt hat. Zahlreiche Mitglieder der Familie spielten eine wichtige Rolle in der Geschichte der Drei Bünde und bekleideten wiederholt wichtige Ämter.
Johann Georg von Toggenburg wurde 1832 in den französischen Grafenstand erhoben und kaufte 1830 das Schloss Sargans. Seither nannte er sich «Graf von Toggenburg-Sargans». Der Zusatz Sargans bezieht sich also auf einen Besitz rein privater Natur und hat nichts mit einem Adelspartikel zu tun. Die Familie Toggenburg bewohnte denn auch das Schloss Sargans nie und liess es - wie es allerdings vielen Schlössern im 19. Jahrhundert ging - ziemlich verlottern. Johann Georgs Sohn Johann Georg war österreichischer Minister zwischen 1845 und 1849. Er liess in Bozen das '''Palais Toggenburg''' errichten. Nachkommen der Familie von Toggenburg leben bis heute in Österreich und der Schweiz.
Wappen
Image:Wappen Toggenburger1.svg thumb|Ältere Variante des Wappens der Toggenburger
Image:Wappen Toggenburger2.svg thumb|Jüngere Variante des Wappens der Toggenburger
Die Toggenburger führten zwei verschiedene Wappen. Bis 1308 wird ein Wappen verwendet, das links einen in Gold stehenden roten Löwen, rechts einen blauen halben Adler aufweist, die sich an den Schnittlinien berühren, beide bekrönt von der Adelskrone. Dieses Wappen ist unter anderem auf dem Grabstein von Diethelm V. von Toggenburg und im Stiftungsgemälde in der ehemaligen Johanniterkommende Ritterhaus Bubikon Bubikon zu sehen. Ab 1228 erscheint das bekanntere Wappen, die in Gold stehende rotbewehrte schwarze Dogge mit roter Zunge und später auch mit gelbem Stachelhalsband. Dieses Wappen ging nach 1436 auf die eigentliche Grafschaft Toggenburg über .
Liste der Grafen seit 1209
* Diethelm I. († nach 1229)
* Diethelm II. († nach 1236)
* Kraft I. († 1253)
* Kraft II. († 1261)
* Friedrich II. (1249–1283)
* Diethelm IV. (1260–1282)
* Friedrich III. († 1303 oder 1305)
* Friedrich IV. († 1315)
* Kraft III. († 1339)
* Diethelm V. († 1337)
* Friedrich V. († 1364)
* Friedrich VI. († 1375)
* Diethelm VI. († 1385)
* Donat († 1400)
* Friedrich VII. († 1436)
Literatur
* Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz, Neuenburg 1934, S. 12–14.
Kategorie:Schweizer Adelsgeschlecht Toggenburger
Kategorie:Schweizerische Geschichte
Kategorie:Sankt Gallen (Kanton)
Kategorie:Alter Zürichkrieg
en:Counts of Toggenburg
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[Der Artikel zu Toggenburger stammt aus dem Nachschlagewerk Wikipedia, der freien Enzyklopädie. Dort findet sich neben einer Übersicht der Autoren die Möglichkeit, den Original-Text des Artikels Toggenburger zu editieren.
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