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Statutarstadt

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Eine '''Statutarstadt''' (auch als ''Stadt mit eigenem Statut'' bezeichnet) ist eine Stadt, die sich von den übrigen Städten durch ein eigenes Stadtrecht (Stadtstatut) unterscheidet.

Österreich
In Österreich sind die Gemeinden in der Bundesverfassung grundsätzlich gleich organisiert. Dies unabhängig davon, ob die Gemeinde etwa eine industrielle Großstadt oder eine landwirtschaftliche Kleingemeinde ist (Fiktion der Einheitsgemeinde). Diese Fiktion war zum einen für die Bundeshauptstadt Wien, die zugleich als Bundesland eingerichtet ist, und zum anderen für die Städte mit eigenem Statut nicht zu halten. In Österreich kann einer Gemeinde auf Antrag ein eigenes Statut durch Landesgesetz verliehen werden, wenn sie mindestens 20.000 Einwohner hat, Landesinteressen hiedurch nicht gefährdet werden und die Bundesregierung zustimmt. Die Städte mit eigenem Statut weisen gegenüber den Einheitsgemeinden rechtliche Besonderheiten auf. Dies ist zunächst das eigene Stadtrecht (Statut) als Sonderorganisationsgesetz, in dem der Stadt eine maßgeschneiderte Verfassung verliehen werden kann. Etwa kennen die Statute für Linz, Wels und Steyr verglichen mit der Oö Gemeindeordnung eine wesentlich weniger strenge Gemeindeaufsicht durch das Land Oberösterreich, insbesondere die einzelnen Mitglieder des Stadtsenates und den Magistrat als zusätzliche Organe und eine gänzlich andere Zuständigkeitsordnung. Der auffallendste Unterschied ist, dass für Städte mit eigenem Statut keine Bezirkshauptmannschaft zuständig ist, sondern der Bürgermeister mit der Besorgung bestimmter Bezirksverwaltungsaufgaben betraut wurde. Er ist daher - wie für Einheitsgemeinden der Bezirkshauptmann - etwa für die Bewilligung von Betriebsanlagen und die Durchführung bestimmter Verwaltungsstrafverfahren zuständig. Mit Ausnahme der Städte Krems an der Donau und Waidhofen an der Ybbs sind in Städten mit eigenem Statut Bundespolizeidirektion Bundespolizeidirektionen eingerichtet, an die die Besorgung bestimmter sicherheitspolizeilicher Bezirksverwaltungsaufgaben wie insbesondere Vollzug des Sicherheitspolizeigesetzes, Versammlungsrecht, Vereinsrecht, Waffengesetz übertragen worden ist. Die Bezirksverwaltungsaufgaben sind daher grundsätzlich auf Städte mit eigenem Statut und Bundespolizeidirektionen verteilt. Als Hilfsorgan ist in den Städten mit eigenem Statut der Magistrat eingerichtet mit dem Magistratsdirektor als beamtete Spitze. Die 15 Statutarstädte Österreichs mit eigenem Stadtstatut sind: {| ! bgcolor=ececec|Stadt !!bgcolor=ececec| Bundesland !!bgcolor=ececec| seit !!bgcolor=ececec| Bemerkung |- | Eisenstadt || Burgenland || 1921 || ''vorher seit 1648 ungarische Freistadt'' |- | Graz || Steiermark ||1967 || |- | Innsbruck || Tirol || || |- | Klagenfurt || Kärnten || 1850 || |- | Krems_an_der_Donau Krems || Niederösterreich || 1938 || |- | Linz || Oberösterreich || 1866 || |- | Rust_(Burgenland) Rust || Burgenland || 1921 || ''vorher seit 1681 ungarische Freistadt'' |- | Salzburg .html">Salzburg (Bundesland) Salzburg || 1869 || |- | Sankt Pölten St. Pölten || Niederösterreich || 1922 || |- | Steyr || Oberösterreich || 1867 || |- | Villach || Kärnten || 1932 || |- | Waidhofen an der Ybbs || Niederösterreich || 1868 || |- | Wels (Stadt) Wels || Oberösterreich || 1964 || |- | Wien || Wien || 1850 || ''vor 1921 Teil des Bundeslandes Niederösterreich'' |- | Wiener Neustadt || Niederösterreich || 1866 || |} Kein eigenes Statut, sehr wohl aber eigene Bundespolizeidirektionen besitzen Leoben (1948, Übereinkommen zwischen der Republik und der Stadt Leoben) und Schwechat (1954, Verordnung der Bundesregierung). Beide haben aber aufgrund der Verwaltungsreform die meisten Aufgaben einer Statutarstadt übernommen. Die Interessenvertretung der Statutarstädte übernimmt der Österreichischer Städtebund Österreichische Städtebund, der auch Nichtstatutarstädte (auf freiwilliger Basis) vertritt.

Tschechien
Auch in Tschechien gibt es diese Stadtform. Im Jahr 2006 gab es 23 Städte. Statutarstädte gab es auf dem Gebiet des heutigen Tschechien zwischen 1850-1939, 1945-1948 und ab 1968 sowie in heutiger Sicht ab 1990. Das Stadtgebiet einer Statutarstadt bildete einen eigenen politischen Bezirk. Zwischen 1949-1967 existierten in der Tschechoslowakei keine Statutarstädte. Ab 1968 wurden im Gesetz Nr. 69/1967 über die Nationalkomitees als Statutarstädte die Städte Brünn, Ostrava, Pilsen und Košice (Slowakei) erklärt. Dieses wurde in späteren Gesetzen genauer verfasst (1968 "Gesetz über die Stadt Brünn", 1969 "Gesetz über die Stadt Ostrava", und 1969 "Gesetz über die Stadt Pilsen"). Die Städte Prag und Bratislava waren bis 1990 keine Statutarstädte.

Statutarstädte bis 1928
{| ! bgcolor=ececec|tschechischer Name !!bgcolor=ececec|deutscher Name !!bgcolor=ececec| Damalige Verwaltungseinheit |- | Prag Praha || Prag || Königreich Böhmen |- | Liberec || Reichenberg || Königreich Böhmen |- | Brünn Brno || Brünn || Markgrafschaft Mähren |- | Jihlava || Iglau || Markgrafschaft Mähren |- | Kroměříž || Kremsier || Markgrafschaft Mähren |- | Olomouc || Olmütz || Markgrafschaft Mähren |- | Uherské Hradiště || Ungarisch Hradisch || Markgrafschaft Mähren |- | Znojmo || Znaim || Markgrafschaft Mähren |- | Opava .html">Herzogtum Schlesien.html">Tschechisch Schlesien|Schlesien |- | Frýdek-Místek || Friedek || Herzogtum Schlesien |- | Bielsko Bílsko || Bielitz (ab 1920 als ''Bielsko'' zu Polen) |}

Statutarstädte nach der Verwaltungsreform von 1928
{| ! bgcolor=ececec|tschechischer Name !!bgcolor=ececec|deutscher Name |- | Prag Praha || Prag |- | Liberec || Reichenberg |- | Brünn Brno || Brünn |- | Olomouc || Olmütz |- | Opava || Troppau |}

Statutarstädte zwischen 1945 - 1948
{| ! bgcolor=ececec|tschechischer Name !!bgcolor=ececec|deutscher Name |- | Prag Praha || Prag |- | Liberec || Reichenberg |- | Brünn Brno || Brünn |- | Olomouc || Olmütz |- | Opava || Troppau |- | Pilsen Plzeň || Pilsen |}

Statutarstädte ab 1968
{| ! bgcolor=ececec|tschechischer Name !!bgcolor=ececec|deutscher Name |- | Brünn Brno || Brünn |- | Ostrava || Ostrau |- | Pilsen Plzeň || Pilsen |} Im Gesetz 69/1967 über die Nationalkomitees ist an vierter Stelle noch die Stadt Košice (Kaschau) (heute Slowakei) genannt.

Statutarstädte ab 1990
{| ! bgcolor=ececec|tschechischer Name !!bgcolor=ececec|deutscher Name |- | Brünn Brno || Brünn |- | ÄŒeské BudÄ›jovice || Budweis |- | Havířov || |- | Hradec Králové || Königgrätz |- | Karlsbad Karlovy Vary || Karlsbad |- | Liberec || Reichenberg |- | Olomouc || Olmütz |- | Opava || Troppau |- | Ostrava || Ostrau |- | Pardubice || Pardubitz |- | Pilsen Plzeň || Pilsen |- | Prag Praha || Prag |- | Ústí nad Labem || Aussig |- | Zlín || |- | weitere Städte seit 2000 |- | Jihlava || Iglau |- | Kladno |- | Most (Tschechien) Most || Brüx |- | weitere Städte seit 2003 |- | Karviná || Karwin |- | Mladá Boleslav || Jungbunzlau |- | Teplice || Teplitz-Schönau |- | weitere Städte seit 2006 |- | DÄ›Ä?ín || Tetschen |- | Frýdek-Místek || Friedeck-Mistek |- | Chomutov || Komotau |- | PÅ™erov || Prerau |}

Vergleich zu Deutschland
In Deutschland tragen vergleichbare Städte die Bezeichnung Kreisfreie Stadt oder Stadtkreis. Diese Städte übernehmen im Vergleich zu den kreisangehörigen Städten zusätzlich Aufgaben, die ansonsten der (Land-)Kreis erledigt (die Städte bilden insofern "eigene Kreise", daher die Bezeichnung "Stadtkreis"). Welche Aufgaben dies sind, ist in der jeweiligen Kommunalverfassung bzw. Gemeindeordnung des Bundeslandes geregelt. Kategorie:Ort in Österreich ! Kategorie:Ort in Tschechien ! Kategorie:Kommunalrecht cs:Statutární město en:Statutory city it:Città statutaria sk:Štatutárne mesto

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[Der Artikel zu Statutarstadt stammt aus dem Nachschlagewerk Wikipedia, der freien Enzyklopädie. Dort findet sich neben einer Übersicht der Autoren die Möglichkeit, den Original-Text des Artikels Statutarstadt zu editieren.
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