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Soldat

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{{Dieser Artikel|behandelt den Beruf des Soldaten. Für andere Bedeutungen siehe Soldat (Begriffsklärung).}} Bild:M4-M203.jpg thumb|200px|Ein [[Sergeant der United States Army US Army mit einem M4 (Sturmgewehr) M4-Karabiner und einem M203 Granatenwerfer]] Ein '''Soldat''' (nach dem ''Sold'', den er bezieht) ist ein bewaffneter Angehöriger oder eine Angehörige einer Militär Armee oder der Streitkräfte eines Landes. '''Soldatinnen''' (weibliche Soldaten) sind erst im 20. Jahrhundert aufgekommen, vorher waren es - mitunter spektakuläre - Einzelfälle (''vgl.'' die Liste der als Mann verkleideten weiblichen Militärpersonen).

Vielfältigkeit der Begriffe
Andere Bezeichnungen sind Krieger, Kämpfer, Milizionär, und andere. Mit der jeweiligen Bezeichnung der Tätigkeit zeigen sich die Konstruktionen und Interpretationen, die mit dem Begriff verbunden werden sollen.

Der geschlechtliche Aspekt des Begriffs
Der Begriff Soldat ist gleichgeschlechtlich konnotiert, obwohl in Deutschland eine weibliche Form („Soldatin“) existiert. Diese Konnotation leitet sich vorwiegend aus Patriarchat (Soziologie) patriarchalen Vorstellungen von Beruf und Tätigkeit dessen her, mit dem der Begriff „Soldat“ verbunden ist. Diese Vorstellung verbindet sich nur selten mit Mythologie mythologischen Narrativ Narrativen, wie das der Amazone Amazonen, oder mit der Realität in der Moderne.

Nicht militärische Begriffe
Der Begriff wird über seine militärische Bedeutung hinaus als Metapher für eine Anzahl „kämpferischer“ Tätigkeiten verwendet. So wird wegen seiner Loyalität zu seiner Partei ein entsprechendes Mitglied als Parteisoldat benannt. Ein Pazifist wird für seinen aktiven Einsatz für den Frieden als ''Soldat für den Frieden'' oder Friedenssoldat bezeichnet. Relativ Hierarchie hierarchisch organisierte Umweltaktivisten wie Greenpeace werden als Rainbow Warrior Rainbow Warriors bezeichnet.

= Debatten um den Begriff in der politischen Auseinandersetzung
=

==Sind Soldaten Mörder?
== Die Aussage '''„Soldaten sind Mörder“''' stammt ursprünglich von Kurt Tucholsky in der Zeitschrift ''Die Weltbühne''. Auch mit dem Mittel der Strafverfolgung Inkriminierung wird hier um die politische Meinungsfreiheit einerseits und dem Anspruch staatlicher Politisch korrekt Politischer Korrektheit gestritten.

Länderspezifische Bezeichnungen
In der Schweiz wird er häufig als ''Wehrmann'' bezeichnet. In der Nationale Volksarmee NVA war ''Soldat'' zudem der niedrigste Dienstgrad Mannschaftsdienstgrad; in der Schweizer Armee ist dies auch heute noch so.

Mentalitäts- und geistesgeschichtliche Hintergründe
Der bekannteste ideologische Hintergrund für die Erscheinungsform des Soldatentum Soldatentums ist der Militarismus. Die bedeutendste und als Zivilisation zivilisiert betrachtete philosophische Legitimation im sogenannten Westen ist die Philosophie Immanuel Kant Kants, die er 1795 in seiner Schrift Zum ewigen Frieden veröffentlichte.

Geschichte
Bild:De_Soldaten_1914.jpg thumb|left|Deutsche Soldaten 1914 Soldaten im eigentlichen Sinne gibt es nach dem Römisches Reich römischen Reich in Europa erst wieder mit der Bildung stehendes Heer stehender Heere. Frühere Heere wurden entweder durch Feudalismus feudale Strukturen kurzzeitig verpflichtet oder für den jeweiligen Kriegszug von anderen Landesoberhäuptern oder von „Gewaltunternehmern“ (nach Georg Elwert Elwert) angeworben (Söldner) - ''vgl.'' Condottiere. Soldaten fühlten sich zunächst nur an ihren Kommandeur gebunden, der der jeweiligen Einheit oft auch seinen Namen gab. Erst mit dem Übergang von der Absolutismus absolutistischen zur nationalen Staatsidee wandelte sich auch das Bild vom Soldaten, der nun seiner Nation verpflichtet war. Die Streitkräfte der Bundesrepublik Deutschland, die Bundeswehr, verstehen ihre Soldaten als „Staatsbürger in Uniform“, um deutlich zu machen, dass anders als in früheren deutschen Armeen der Soldat weiter in die zivile Gesellschaft (Soziologie) Gesellschaft eingebunden bleiben soll, jedoch mit bestimmten Vorrechten.

Rekrutierung
Das Anwerben und die Verpflichtung für den Waffendienst und Heeresdienst wird als Rekrutierung oder Ausheben bezeichnet.

Dienstgrade (Schweiz)
Die meisten Soldaten haben einen Dienstgrad, der ihre Stellung und ihre Befugnisse innerhalb der Streitkraft regelt. In der Regel untersteht ein Soldat mit einem niedrigen Dienstgrad dem Kommando eines höher gestellten Soldaten, es gibt aber Ausnahmen. Ein einfacher Soldat (in Deutschland: „Mannschaftsdienstgrad“) hat im Gegensatz zu Offizieren oder Unteroffizieren keine Militärischer Befehl Befehlsgewalt, sofern er diese nicht zur Erfüllung besonderer Aufgaben erhalten hat (etwa als stellvertretender Wachhabender, Wachvorgesetzter, Vorgesetzter aufgrund besonderen Aufgabenbereichs, Vorgesetzer aufgrund eines Notfalls, Wahrung der lokalen oder nationalen Sicherheit oder auch bei Aufsicht von Kriegsgefangener Kriegsgefangenen). {{Folgenleiste Grade Schweizer Armee Mannschaft|1=Rekrut|2=Soldat|3=Gefreiter}}
die Dienstgrade der deutschen Armee unterscheiden sich stark hiervon, siehe auch Dienstgrade in der Bundeswehr


Aufgaben
Der Soldat ist als Verteidiger im Rahmen seiner Armee als erstes ein Garant für die äußere Souveränität seines Landes, durch die latente Drohung, eine Einschränkung der Souveränität durch die Vernichtung von Menschen und deren materiellen Existenzen zu vergelten. Andererseits ist der Soldat als Angreifer oft auch nur das Mittel zum Zweck aggressiver Mächte andere Länder anzugreifen, zu erobern und/oder sich an den lokalen Ressourcen zu bereichern. Im Kriegsfall ist das Aufgabenfeld des Soldaten und seiner Armee sehr weit gestreut. Je nach Lage sind folgende Dinge vordringlich: - Aufklären des Feindes - Lagebeurteilung - Ergreifen von Maßnahmen die dem gesetzten Ziel dienlich sind - Besetzen taktisch, strategisch oder wirtschaftlich wichtiger Punkte - Sicherung der Stellung, sowie Sicherung des Hinterlandes und der Nachschublinien - u.U. Eliminierung des Feindes.


Berufsbild
Bild:Soldat.jpg thumb|150px|Ein [[Norwegen|norwegischer Soldat (mit einer HK MP5 MP5 bewaffnet)]] In europäischen oder vergleichbaren Ländern werden Soldaten oft an andere Dienstorte versetzt – auch in Friedenszeiten; dies hat zur Folge, dass die Familie (Soziologie) Familien oft unter einer erhöhten Belastung stehen, da es schwer ist, Bekannten- und Freundeskreis, Berufstätigkeit des Ehepartners und Schulbesuch konstant zu gestalten. Auch die im Allgemeinen kritische Haltung der Bevölkerung gegenüber dem Militär trägt nicht zur Beliebtheit dieses Berufes bei. Der Beruf des Soldaten hat den Vorteil, dass der Ruhestand meist sehr früh beginnt, kommt es doch auf die körperliche Fitness an. Auch sind in vielen europäischen Ländern die Soldaten Beamte verbeamtet. Die u.U. gute technische Ausbildung des Soldaten wird auch in der Wirtschaft geschätzt. Die Möglichkeit, sich als Zeitsoldat zu verpflichten und dadurch vom Staat ausgebildet zu werden, wird von vielen genutzt. Daher treten ehemalige Soldaten oft später noch einmal ins zivile Berufsleben ein; Luftwaffenpiloten arbeiten dann beispielsweise als Verkehrspiloten, auch haben viele Fahrschule Fahrlehrer ihren Beruf bei der Bundeswehr erlernt.

Kriegsherren
In Ländern ohne Zentralgewalt, wie etwa in einigen Ländern Asiens oder Afrikas (Afghanistan, Somalia) verdienen sich Kriminelle, welche sich Soldaten nennen, ihren Lebensunterhalt oft durch Plünderungen und Raub unter der Regie von Kriegsherren (englisch: Warlords), die Landesteile kontrollieren. Auch in Europa waren die eigenen Armeen für die Zivilbevölkerung eines Landes oft verheerend (Dreißigjähriger Krieg, Hundertjähriger Krieg). Es lag an den Heerführern, wo und wie sie die Bezahlung ihrer Truppen erhielten. So gab es in alten Zeiten kaum einen Unterschied, ob ein feindliches oder freundliches Heer durchs Land zog, da der Sold der Soldaten oft nur aus dem bestand, was Land und Bewohnern zu nehmen war.

Zitate
*''Wir Soldaten haben den Frieden zum Beruf.'' – Dieter Wellershoff (Bundeswehr) Dieter Wellershoff (* 1933), dt. Admiral, Generalinspekteur der Bundeswehr a.D. *''Wenn man sein Wesen betrachtet, ist der Militärdienst in sich eine sehr ehrenvolle, sehr schöne, sehr edle Sache. Der eigentliche Kern der Berufung zum Soldaten ist nichts anderes als die Verteidigung des Guten, der Wahrheit und vor allem jener, die zu Unrecht angegriffen werden.'' – Johannes Paul II. *''Soldaten sind Mörder.'' Kurt Tucholsky in dem Weltbühnen-Artikel ''Der bewachte Kriegsschauplatz'' * ''Verdammt sei der Soldat, der seine Waffe gegen das eigene Volk erhebt!'' – Simón Bolívar * ''Die Menschen schlafen nachts nur deshalb friedlich in ihren Betten, weil harte Männer bereitstehen, um für sie Gewalt auszuüben'' - George Orwell

Siehe auch
{{Wikiquote|Soldat}} *Portal:Militär *Bausoldat *Bauernsoldat *Blauhelm *Bündnis *Eid, Vereidigung#Vereidigung in den Streitkräften Vereidigung in den Streitkräften *Gelöbnis *KFOR *Kriegsdienstverweigerung *Miliz *Musketier *Deutscher Soldatenbund

Weblinks

- www.forschungsnachrichten.de Soldatinnen im 18. Jahrhundert {{Commons|Soldiers}} {{Wiktionary|Soldat}} Kategorie:Militärischer Dienstgrad nach Ländern Kategorie:Beruf cs:Voják da:Soldat en:Soldier eo:Soldato es:Soldado fi:Sotilas he:חייל it:Soldato ja:è»?人 ko:êµ°ì?¸ la:Miles lv:Kareivis nl:Soldaat no:Soldat pdc:Soldaat pl:Å»oÅ‚nierz pt:Soldado qu:Awqaq ru:Солдат simple:Soldier sv:Soldat th:ทหาร tr:Asker yi:ס×?לד×?ט zh:军人

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