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Shanghai
*** Shopping-Tipp: Shanghai
{{Dieser Artikel|befasst sich mit der chinesischen Stadt ''Shanghai'', für den gleichnamigen Asteroiden siehe Shanghai (Asteroid).}}
{| class="prettytable float-right" width="300"
|+ '''上海市''' ''Shà nghǎi Shì''
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| align="center" colspan=2 style="border-bottom:3px solid gray;" | ''Abkürzung: 沪 oder 申 (Pinyin: Hù oder Shēn'')
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| colspan="2" | Bild:Dongfangminzhu.JPG 300px|Das moderne Shanghai
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| Administrative Gliederung der Volksrepublik China Verwaltungstyp || Regierungsunmittelbare Stadt
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| Zeitzone .html">Koordinierte Weltzeit UTC+8 (keine Sommerzeit)
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| Geografische Lage || {{Koordinate Text Artikel|31_12_N_121_26_E_type:city(13355925)_region:CN-31|31° 12′ N 121° 26′ O}}
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| Höhe .html">Normalnull NN
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| Fläche .html">Liste der administrativen Regionen der Volksrepublik China nach Fläche 31.)
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| Bevölkerung .html">Liste der administrativen Regionen der Volksrepublik China nach Bevölkerung 25.) (Ende 2006)
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| Bevölkerungsdichte || 17.634 Einwohner/km² im geografischen Stadtgebiet u. 3.122 Einwohner/km² im administrativen Stadtgebiet
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| Postleitzahlen || 200000-202100
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| Gliederung auf Kreisebene || 18 Stadtbezirke, 1 Kreis
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| Gliederung auf Gemeindeebene || 114 Großgemeinden, 103 Straßenviertel, 3 Gemeinden
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| ISO 3166-2:CN || CN-31
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| Offizielle Website || [http://www.shanghai.gov.cn/ www.shanghai.gov.cn/]
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! colspan="2" | Politik
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| Bürgermeister: || Han Zheng
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! style="background: #e3e3e3;" colspan="2" |
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| colspan="2" | Bild:China-Shanghai.png 300px
|}
Die Hafenstadt '''Shanghai''' ({{Zh|c=上海|p=Shà nghǎi|hcaudio=Zh-Shanghai.ogg}}, seltener auch '''Schanghai''', Shanghaiisch: ''Zanhe'' {{IPA|/zɑ̃'he/}}), ist die größte und bedeutendste Industriestadt der Volksrepublik China.
In der eigentlichen Stadt - dem Stadtgeographie geografischen Stadtgebiet - leben 9.327.119 Menschen mit Hauptwohnsitz. Das gesamte Verwaltungsgebiet Shanghais hat 18.675.000 Einwohner (Stand jeweils 1. Januar 2006). Davon sind 14,25 Millionen registrierte Bewohner mit ständigem Wohnsitz und 4,35 Millionen temporäre Einwohner (''liudong renkou'') mit befristeter Aufenthaltsgenehmigung (''zanzhuzheng''). Weitere rund drei Millionen nichtregistrierte Personen leben illegal im Verwaltungsgebiet von Shanghai.
Shanghai ist eine Administrative Gliederung der Volksrepublik China Regierungsunmittelbare Stadt, das heißt, sie ist direkt der Zentralregierung unterstellt und ihr Status entspricht dem einer Provinz. Das 6.340,5 Quadratkilometer große Verwaltungsgebiet Shanghais stellt kein zusammenhängendes Stadtgebiet dar, sondern wäre - mit seiner außerhalb der eigentlichen Stadt dominierenden ländlichen Siedlungsstruktur - eher mit einer kleinen Provinz vergleichbar.
In Shanghai liegt mit über 18 Millionen ISO-Container TEU pro Jahr der drittgrößte Hafen der Welt. 2004 wurden dort 380 Millionen Tonnen Waren umgeschlagen. Die Stadt ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt und ein bedeutendes Kultur- und Bildungszentrum mit zahlreichen Universitäten, Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Theatern und Museen.
Der Name der Stadt
Der Name ''Shanghai'' bedeutet zu Deutsche Sprache deutsch etwa „Stadt über dem Meer“ (Shanghaiische Sprache lokale Aussprache: ''Zanhe'' {{IPA|/zɑ̃'he/}}). Seltener wird im Deutschen auch die Schreibweise ''Schanghai'' verwendet. Die Stadt wird „Tor zur Welt“, „Paris des Ostens“, „Drachenkopf-Metropole“ ({{Zh|v=龙头|t=é¾?é |p=lóngtóu}}) oder „Perle des Orients“ ({{Zh|v=东方明ç? |t=æ?±æ–¹æ˜Žç? |p=dÅ?ngfÄ?ng mÃngzhÅ«}}) genannt.
Shanghai in Chinesische Schrift chinesischer Schrift (die Silben bedeuten ''shang'' und ''hai''): {{lang|zh-Hant|上海}}
Die offiziellen Abkürzungen von Shanghai im Chinesischen sind ''Hù'' (沪/滬) und ''Shēn'' (申). Der Kurzname ''Hù'' – nach einem im 3. Jahrhundert verwendeten Fischereigerät – wird auch an Autokennzeichen verwendet.
Das Zeichen ''hu'': {{lang|zh-Hant|沪}}
Geografie
Geografische Lage
Bild:Shanghai 121.48207E 31.23701N.jpg thumb|Satellitenaufnahme von Shanghai
Bild:Shanghai the bund from Jin Mao.JPG thumb|Der Bund
Shanghai liegt im Mündungsgebiet des Jangtse am Huangpu-Fluss auf 31°12' nördlicher Breite und 121°26' östlicher Länge. Die Nachbarprovinzen sind Jiangsu im Nordwesten und Zhejiang im Südwesten. Die Topographie der Provinz ist flach. Die durchschnittliche Höhe über dem Meeresspiegel beträgt vier Meter. Der höchste Berg ist der She Shan mit einer Höhe von 100 Meter (mit Seilbahn).
Im Jahre 1949 hatte das Verwaltungsgebiet der Stadt eine Fläche von 636 Quadratkilometer. 1958 wurden zehn Landkreise mit einer Fläche von 5.274 Quadratkilometern (Baoshan, Chongming, Chuansha, Fengxian, Jiading, Jinshan, Nanhui, Qingpu, Shanghai, Songjiang, alle in der Provinz Jiangsu gelegen) an Shanghai angegliedert.
Heute hat die Regierungsunmittelbare Stadt eine Fläche von 6.340,5 Quadratkilometern, davon gehören nur 550 Quadratkilometer (9 Prozent) zur eigentlichen Stadt - dem Stadtgeographie geografischen Stadtgebiet - und 5.790,5 Quadratkilometer (91 Prozent) bestehen aus Vorstädten und Gebieten mit ländlicher Siedlungsstruktur. Sie ist mehr als doppelt so groß wie das Saarland und hat eine Ausdehnung von ungefähr 120 Kilometer in Nord-Süd-Richtung und 100 Kilometer in Ost-West-Richtung. Innerhalb der Stadtgrenzen befinden sich die Insel Chongming (die drittgrößte Insel in China: 1.041,21 Quadratkilometer) und andere Inseln wie Changxing und Hengsha.
Das Verwaltungsgebiet Shanghais ist mit zahlreichen Flüssen, Kanälen und Seen reich an Wasserressourcen (122 Quadratkilometer Wasserfläche). Darunter der berühmte Bereich Jiangnan, wie man die Schwemmebene des Jangtse-Flussdelta Deltas nennt. Das Gebiet umfasst Teile der Regierungsunmittelbaren Stadt Shanghai und der ostchinesischen Provinzen Jiangsu und Zhejiang. Jiangnan ist durch ein dichtes Flussnetz gekennzeichnet und hat eine Fläche von 697 Quadratkilometer in Shanghai, was einen Anteil von elf Prozent an der Gesamtfläche Shanghais ausmacht.
Die größten Flüsse in Shanghai sind der Huangpu, der Suzhou (Fluss) Suzhou, der Chuanyang und der Dingpu. Der 113 Kilometer lange Huangpu (sein Ursprung ist der Tai-See), teilt die Stadt in zwei Hälften (Puxi und Pudong); er ist zwischen 300 und 700 Meter breit, im Durchschnitt 360 Meter. Der eisfreie Fluss ist die Hauptwasserstraße Shanghais.
Der Fluss Suzhou durchfließt Shanghai auf einer Länge von 54 Kilometer und ist im Durchschnitt 45 Meter breit. Die meisten Seen befinden sich im Westteil Shanghais, der größte ist der Dianshan mit 62 Quadratkilometer Fläche. Weitere Stadtgebiete (Urban Areas) im Verwaltungsgebiet Shanghais sind unter anderem Anting, Baoshan (Shanghai) Baoshan, Jiading, Jinshan, Qingpu und Songjiang.
Der lokale Dialekt (Shanghaiisch) ist eine der Varianten des Chinesische Sprache ostchinesischen Wu-Dialektes.
Geologie
Bild:Pudong night 01.jpg thumb|Pudong
Shanghai befindet sich in einem gewaltigen Delta, das der Jangtse bei seiner Mündung in das Ostchinesische Meer bildet. Das gesamte Tiefland zu beiden Seiten des Stromes besteht aus dunkelerdigem, lößfreiem Alluvialboden, dessen Schöpfer der Jangtse ist. Die aus seinem Schlick aufgebaute, ebene, von Kanälen und Dämmen durchzogene Deltalandschaft, die in vielem an die Niederlande erinnert, ist eines der fruchtbarsten Gebiete Chinas und gleichzeitig sein Hauptbaumwolllieferant.
Das Jangtsemündungsland ist wahrscheinlich die Ausfüllung eines alten Meeresteiles, und die vielen kleinen Inselberge des Gebietes waren ursprünglich wirkliche Inseln. Die Deltabildung rückte die Hafenstadt Shanghai, ursprünglich am Meer gegründet, bereits 30 Kilometer landeinwärts.
Stadtgliederung
Bild:Shanghai administrative.png thumb|Das administrative Stadtgebiet Shanghais - Im Norden das geografische Stadtgebiet Shanghais (Puxi und Pudong)
Die Regierungsunmittelbare Stadt Shanghai gliedert sich in 18 Stadtbezirke und einen Kreis. Die eigentliche Stadt - das geografische Stadtgebiet - unterteilt sich in zehn Stadtbezirke. Neun dieser Bezirke liegen westlich vom Huangpu-Fluss (Puxi). Dabei handelt es sich um Huangpu (Kurzzeichen: 黄浦区; Pinyin: ''HuángpÇ” QÅ«''), Luwan (å?¢æ¹¾åŒº ''LúwÄ?n QÅ«''), Xuhui (å¾?汇区 ''Xúhuì QÅ«''), Changning (é•¿å®?区 ''ChángnÃng QÅ«''), Jing'an (é?™å®‰åŒº ''Jìng'Ä?n QÅ«''), Putuo (Shanghai) Putuo (普陀区 ''PÇ”tuó QÅ«''), Zhabei (闸北区 ''ZhábÄ›i QÅ«''), Hongkou (虹å?£åŒº ''HóngkÇ’u QÅ«'') und Yangpu (æ?¨æµ¦åŒº ''YángpÇ” QÅ«''). Der zehnte und neue Stadtbezirk Pudong (浦东新区 ''PÇ”dÅ?ng XÄ«n QÅ«'') liegt östlich vom Huangpu-Fluss. Letzterer war bis 1992 Kreis und trug den Namen Chuansha.
Acht Bezirke, diese wurden zwischen 1988 und 2001 von Kreisen in Bezirke umgewandelt, und ein Kreis liegen in den Vororten und ländlichen Gebieten außerhalb der eigentlichen Stadt. 1988 ist Baoshan (Shanghai) Baoshan (å®?山区 BÇŽoshÄ?n QÅ«) in einen Bezirk geändert worden, 1992 Minhang (闵行区 MÇ?nháng QÅ«), Jiading (嘉定区 JiÄ?dìng QÅ«) und Jinshan (金山区 JÄ«nshÄ?n QÅ«), 1997 Songjiang (æ?¾æ±ŸåŒº SÅ?ngjiÄ?ng QÅ«), 1999 Qingpu (é?’浦区 QÄ«ngpÇ” QÅ«) und 2001 Nanhui (å?—汇区 Nánhuì QÅ«) sowie Fengxian (奉贤区 Fèngxián QÅ«). Der Landkreis Chongming (崇明县 ChóngmÃng Xià n) und die gleichnamige Insel in der Mündung des Jangtse sind identisch.
* ''Siehe auch'': Liste der Stadtbezirke von Shanghai
Klima
Bild:Klimadiagramm-deutsch-Shanghai (Schanghai)-VR China.png thumb|left|Klima Shanghai
Shanghai hat ein Subtropisches Klima subtropisch Klima maritimes Monsunklima mit vier ausgeprägten Jahreszeiten, wobei Frühjahr und Herbst vergleichsweise kurz ausfallen.
Im Winter ist es feuchtkalt, die Temperaturen liegen bei -1 bis 8 Grad Celsius. Gelegentlich gibt es auch deutlich stärkere Fröste. Früher waren diese kalten Temperaturen für die Bewohner südlich des Jangtse sehr unangenehm, weil er die 'Heizlinie' markierte, was heißt, dass südlich des Jangtze nicht geheizt werden durfte. Weil es aber auch dort sehr kalt werden kann, wurde diese Regelung abgeschafft.
In den schwülheißen Sommermonaten werden Temperaturen von durchschnittlich 28 bis 35 Grad Celsius und eine Luftfeuchtigkeit von bis zu 100 Prozent erreicht. Im Oktober kommt die erste kalte Luft aus dem Norden.
Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 15,3 Grad Celsius. Die Jahresniederschlagssumme liegt bei 1.135 Millimeter, davon fallen 50 Prozent in die Zeit von Mitte Mai bis Mitte September (Flutsaison). In diesem Jahresabschnitt gibt es drei ausgeprägte Regenperioden: Die „Frühlingsregen“, die „Pflaumenregen“ und die „Herbstregen“. Insgesamt fallen durchschnittlich 110 Regentage an. Die günstigsten Reisemonate sind April bis Juni und Mitte September bis November, die ungünstigsten Reisemonate Juli und August, mit Temperaturen bis zu 40 Grad Celsius und einer Luftfeuchtigkeit bis 100 Prozent. Außerdem suchen in den Sommermonaten zahlreiche Taifune die Stadt heim.
Geschichte
Ursprung und weitere Entwicklung
Die ersten Spuren der Besiedelung in der Region reichen bis etwa 4000 v. Chr. zurück.
Im Jahre 960 wurde Shanghai erstmals als Dorf erwähnt. Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung des Jangtse-Deltas wuchs auch Shanghai. 1074 erhielt Shanghai ein eigenes Steuerbüro. 1264 wurde es mit drei anderen Dörfern zusammengelegt. Die Stadt besaß zu dieser Zeit einen wichtigen Handelshafen, von dem die stattliche Baumwollernte der Region nach Peking, ins Hinterland und nach Japan verschifft wurde. Bis zur Qing-Dynastie (1644-1911) hatten sich große, durch den Handel organisierte und äußerlich den niederländischen Gilden ähnelnde Kaufmannszünfte gebildet, die sich die wirtschaftliche und teilweise auch politische Kontrolle über die Stadt teilten.
Ausländische Konzessionen
Bild:Karte Schanghai MKL1888.png Meyers Konversationslexikon.html" title="thumb thumb|Historische Karte von Shanghai aus [[Meyers Konversationslexikon 1888.html" title="Historische Karte von Shanghai aus [[Meyers Konversationslexikon">thumb|Historische Karte von Shanghai aus [[Meyers Konversationslexikon 1888">Historische Karte von Shanghai aus [[Meyers Konversationslexikon">thumb|Historische Karte von Shanghai aus [[Meyers Konversationslexikon 1888
Die Wahl der Briten fiel auf Shanghai als Vertragshafen, weil die Stadt, wie der Repräsentant der Ostindien-Kompanie, Hugh Lingsey, es formulierte, seit den 1840er Jahren zum „wichtigsten Marktplatz Ostasiens“ geworden war. Nach den Opiumkriegen zogen die Briten 1842 unter dem Vertrag von Nanking in die Stadt ein, bald darauf, 1847, folgten die Franzosen, und diese beiden Mächte richteten die ersten ausländischen Konzessionen in Shanghai ein - die Briten entlang des Bund (Shanghai) Bundes und im Gebiet nördlich Alt-Shanghais, der Chinesenstadt, die Franzosen im Südwesten in der Gegend einer Kathedrale, die ein französischer Missionar 200 Jahre zuvor gegründet hatte. In der Folgezeit bildete sich in der Stadt auch eine größere Judentum in China jüdische Gemeinde.
1863 kamen die US-Amerikaner, 1895 die Japaner und gliederten ihre eigenen Gebiete der britischen Konzession an, die sich zum so genannten „International Settlement“ ausgedehnt hatte. In einer Reihe privilegierter Enklaven, die auf unbestimmte Zeit gepachtet waren, fielen Händler unter die Gerichtsbarkeit ihres eigenen Landes, bzw. gemischter Gerichte. Es gab auch eigene Polizeikräfte.
Durch die günstige Lage nahe der Haupthandelsroute der großen Seide und Tee produzierenden Regionen entwickelte sich Shanghai bis 1900 zu einem wichtigen Hafen und Industriezentrum, das weitgehend durch die „Grüne Gang“, ein berüchtigtes, im 18. Jahrhundert durch arbeitslose Seemänner gegründetes Syndikat kontrolliert wurde. Bis zum Beginn der 1920er Jahre hatte es auch die weitverzweigte Unterwelt unter seine Herrschaft gebracht. An Kaufleuten und Kriminellen, die den strengen Verhaltenskodex missachteten, wurden grausame Exempel statuiert - man trennte ihnen mit einem Messer sämtliche hervorstehende Sehnen durch, bevor man sie im lebendigen Treiben am Straßenrand verenden ließ.
Während des Taiping-Aufstands (1851-1864) flohen viele vor den Massakern in die ausländischen Ansiedlungen und vermehrten die billigen Arbeitskräfte Shanghais, aber auch Bauern wurden vom sichtbaren Reichtum der Stadt angelockt. Es bildete sich das erste städtische Proletariat Chinas heraus, und die erbärmlichen Lebensbedingungen schufen im Zusammenspiel mit immer stärker grassierender Arbeitslosigkeit und der Ausbeutung chinesischer Arbeitskräfte durch die ausländischen Investoren den natürlichen Nährboden für revolutionäre Kräfte. Die Einwohnerzahl auch die wirtschaftliche Bedeutung Shanghais inmitten der verwüsteten Umgebung wuchsen beträchtlich. Auch später beim Boxeraufstand (1900) und dem Sturz des letzten Kaisers (1911) flüchteten viele Menschen in die internationalen Konzessionen.
Shanghai als Weltstadt
Image:Shanghai 1933.jpg thumb|Shanghai 1933
Mit Ende des 19. Jahrhunderts bis in die 1920er Jahre wurde Shanghai eine echte Weltstadt.
Anfang des 20. Jahrhunderts erreichte Shanghais Bevölkerungszahl die Millionengrenze. Ab 1918 war die Stadt der Wirkungsort des Revolutionsführers und Staatsmannes Dr. Sun Yat-sen. Der britische Schriftsteller Aldous Huxley hatte 1926 ''in keiner Stadt je einen solchen Eindruck von einem dichten Morast üppig verflochtenen Lebens'' wie hier. Shanghai wurde zum Synonym für Sünde, Abenteurertum und Reichtum. Auch der Kommunismus in China fand in Shanghai seine Wurzeln. 1915 begann Chen Duxiu mit der Herausgabe der Zeitschrift 'Jugend', die später unter dem Namen 'Neue Jugend' (''Xin Qingnian'') großen Einfluss auf die Bevölkerung ausübte.
Die Chinesen entwickelten zunehmendes Interesse für Politik und erlangten ihr Nationalbewußtsein zurück. Mit dem Vertrag von Versailles Versailler Vertrag fielen nach dem Erster Weltkrieg Ersten Weltkrieg alle deutschen Besitztümer des Landes an Japan, anstatt an China zurückgegeben zu werden. Dies führte 1919 zur „Bewegung des 4. Mai“. Chen Duxiu war einer der Organisatoren der Proteste. In Shanghai schlossen sich Studenten mit Arbeitern zusammen, Streiks wurden organisiert. Höhepunkt war der Generalstreik am 5. Juni 1919. Im Jahre 1921 gründete sich in Shanghai die Kommunistische Partei Chinas. Die 'ausländischen Imperialisten' wurden zunehmend zum Gegner für die Proteste.
Am 30. Mai 1925 erschossen britische Soldaten in Shanghai demonstrierende Studenten. Die Nationale Revolution (Kolonialismus) Nationale Revolution wurde ausgerufen. Im Jahre 1927 eroberte die Nationalarmee unter der Führung von Chiang Kai-shek mit Hilfe der Kommunisten die Stadt und unterstellte die chinesische Sektion der Regierung der Kuomintang. Im gleichen Jahr wurden Massenaufstände durch die Regierung brutal niedergeschlagen (Massaker von Shanghai) und innerhalb weniger Wochen über 5.000 Menschen ohne Gerichtsverhandlung Exekution exekutiert.
Im Verlauf der Mandschurei-Krise im Jahre 1931 kam es zu einem Boykott japanischer Waren. Am 28. Januar 1932 griff Japan mit etwa 70.000 Soldaten die Stadt an, um den Boykott zu brechen. Vorwand für den Angriff war ein Zwischenfall, bei dem in Shanghai fünf japanische Mönche misshandelt wurden, ein Mönch erlag später seinen Verletzungen. Im Verlauf der Schlacht um Shanghai (1932) Ersten Schlacht um Shanghai hielten die chinesischen Truppen dem Angriff nahe der Küste zunächst stand, mussten dann aber in den folgenden Wochen bis in die Stadt zurückweichen. Der Handelsboykott wurde schließlich fallengelassen und eine demilitarisierte Zone um Shanghai eingerichtet. Der Konflikt endete am 31. Mai 1933 mit der Unterzeichnung des Waffenstillstandsabkommens von Tanggu.
Japanisch-Chinesischer Krieg
Bild:Battleofshanghai-downtown.jpg thumb|Schlacht um Shanghai 1937
Während des Zweiter Japanisch-Chinesischer Krieg Zweiten Japanisch-Chinesischen Krieges kam es zur Schlacht um Shanghai (1937) Zweiten Schlacht um Shanghai. Nach einem verlustreichen Häuserkampf (Militär) Häuserkampf nahmen am 9. November 1937 japanische Streitkräfte die Stadt bis auf die exterritorialen Gebiete ein, in denen sich daraufhin zahlreiche chinesische Flüchtlinge ansiedelten. Diese Gebiete blieben jedoch von den Kriegshandlungen nicht verschont - zerschossene Häuser und zerstörte Wasserleitungen prägten auch hier das Bild. In der Stadt herrschten in dieser Zeit Willkürjustiz und Drogenkartelle.
Shanghai ist auch ein Ort deutscher und österreichischer Geschichte. Nach dem Anschluss Österreichs an das Nationalsozialismus nationalsozialistische Deutschland und den Reichskristallnacht - Novemberpogrome 1938 Novemberpogromen, flohen zwischen 1938 und 1941 circa 18.000 Juden aus Deutschland und Mitteleuropa nach Shanghai. Weil hier kein Visum benötigt wurde, war es der letzte Zufluchtsort vor der Verfolgung durch die Nationalsozialisten. Zu den in die Stadt geflüchteten 6.000 Österreichern gehörte auch der Arzt Jakob Rosenfeld. Ein bekannter deutscher Flüchtling ist der spätere Finanzminister der USA Michael Blumenthal. Kurz nach ihrem Angriff auf Pearl Harbor im Dezember 1941, der den Krieg im Pazifik auslöste, internierten die Japaner die in Shanghai ansässigen Staatsangehörigen der Alliierten. Im Mai 1943 zwangen die Japaner alle seit 1938 angekommenen jüdischen Flüchtlinge in einen kleinen Distrikt („Designated Area“) des Stadtbezirks Hongkew zu ziehen und beschränkten ihre Bewegungsfreiheit außerhalb dieses Distrikts. Nach dem Ende des Zweiter Weltkrieg Zweiten Weltkrieges fiel die Stadt an China zurück, da die USA, Großbritannien und Frankreich auf ihre Ansprüche verzichteten.
Kommunistische Machtübernahme
Bild:Shanghai10.JPG thumb|Exhibition Center
Als die Kommunisten am 27. Mai 1949 unter Führung Mao Zedongs in Shanghai einmarschierten, übernahmen sie die Kontrolle über das wichtigste Wirtschafts- und Handelszentrum Asiens, einen internationalen Hafen, in dem wahre Vermögen gemacht wurden. Während die ausländische Gemeinde erwartete, wie immer ihren Geschäften nachgehen zu können, war das neue Regime entschlossen, auch Shanghai seine Rolle in der radikalen Umgestaltung Chinas zuzuweisen. Viele ausländische Firmen verlegten nach der kommunistischen Machtübernahme ihre Einrichtungen nach Hongkong. Die schlimmsten Elendsviertel wurden niedergerissen, um durch Wohnblöcke ersetzt zu werden. Die Kriminellen und Prostituierten schaffte man zur „Umerziehung“ fort. Ausländisches Kapital wurde erheblich besteuert oder konfisziert.
Der Kuomintang unter Chiang Kai-shek gelang es allerdings, bei ihrer Flucht die Goldreserven der Bank of China für sich zu sichern, sie nach Taiwan transportieren zu lassen und so eine bankrotte Stadt zu hinterlassen. Über einen Zeitraum von 35 Jahren wurden westliche Einflüsse unterdrückt. Shanghai blieb aber eine Hochburg des radikalen Denkens. Von dort nahm die Kulturrevolution Mao Zedongs, der von der Zentralregierung in Peking ausgeschaltet worden war, 1966 ihren Lauf. Einige Rote Garden proklamierten sogar eine eigene Kommune Shanghai, bevor die Ereignisse die Züge hemmungsloser Zerstörung und Rachefeldzüge annahmen. Die Stadt wurde zum Schauplatz heftiger Kämpfe zwischen Splitterparteien. Nach Maos Tod im Jahre 1976 war Shanghai die letzte Bastion der Viererbande (China) Viererbande im Kampf um die Nachfolge, allerdings ohne Erfolg.
Bis in die 1980er Jahre betrieb die Zentralregierung in Peking bewusst den Niedergang Shanghais, als sie die hier erwirtschafteten Überschüsse für andere Landesteile bis zu einem Grad abschöpfte, dass die Stadt zusehends einem lebendigen Museum glich, einer Stadt, die mit ihrer weltweit größten Ansammlung von Art Déco Art-déco-Gebäuden in den 1940er Jahren stehen geblieben zu sein schien. Trotz allem hat die Bevölkerung der Stadt unter erschwerten Bedingungen durchgehalten, und seit einiger Zeit dominieren Persönlichkeiten aus der Region Shanghai, die wohlwollend auf den Wiederaufbau der alten Metropole blicken, sogar die chinesische Zentralregierung.
Wirtschaftlicher Aufschwung
Image:Shaghai pudong.JPG thumb|Pudong
Mitte der 1980er Jahre fiel der Entschluss, Shanghai ein weiteres Mal die Vorreiterrolle für die Modernisierung Chinas zuzuweisen, dies führte zu einem enormen Anstieg der Industrieproduktion und der ausländischen Investitionen. 1990 wurde die Wirtschaftssonderzone Pudong gegründet und der Grundstein für einen „Neuen Bund“ gelegt, wo bald das höchste Gebäude der Welt in den Himmel ragen soll. Nirgendwo im Land findet man besser ausgebildete Arbeitskräfte, und die Shanghaier sind bekannt für ihre Fähigkeit, Stil und anspruchsvolle Qualität mit gleichzeitig ausgeprägtem Geschäftssinn und internationalem Denken zu verbinden. Ihnen ist es zu verdanken, dass die Stadt einen solchen Aufschwung erlebt.
Einige Probleme bleiben jedoch nach wie vor ungelöst, allen voran die hoffnungslose Überbevölkerung und schwere Umweltprobleme wie Smog, Lärmbelastung und die Verschmutzung der Flüsse. 1996 ist Shanghai zu einer der am stärksten umweltgeschädigten Städte weltweit erklärt worden. Shanghai lag auf der Skala der am meisten von Luftverschmutzung betroffenen Städte der Welt auf Platz vier. Eine Renaissance erleben aber auch viele soziale Probleme, von denen gedacht wurde, die Kommunisten hätten sie nach 1949 für immer beseitigt. Arbeitslosigkeit, Drogenmissbrauch und Prostitution weisen ein starkes Wachstum auf.
Einwohnerentwicklung
Image:Shaghai Jin Mao.JPG thumb|Jin-Mao-Gebäude
Der wirtschaftliche Erfolg Shanghais übt auf Millionen Chinesen eine große Anziehungskraft aus. Um den Zustrom von Menschen in die Stadt kontrollieren zu können, wird der Zuzug durch ein streng gehandhabtes Melde- und Registrierungssystem für Einwohner mit ständigem Wohnsitz bis in die Gegenwart kanalisiert. Die Einwohnerzahl blieb trotz der Tatsache, dass Shanghai die wirtschaftlich Dominanz dominierende Stadt in China war, nach einem schnellen Anstieg in den 1950er Jahren bis in die 1980er Jahre bemerkenswert konstant. Seit Anfang der 1990er Jahre ist wieder ein langsamer Anstieg zu verzeichnen.
Lebten 1957 noch 6,9 Millionen Menschen in der eigentlichen Stadt - dem Stadtgeographie geografischen Stadtgebiet - sind es 2006 rund 9,3 Millionen. Die Bevölkerungsdichte beträgt dort 16.958 Einwohner je Quadratkilometer. In Berlin sind es zum Vergleich 3.800. Im administrativen Stadtgebiet liegt die Bevölkerungsdichte bei 3.122 Einwohner je Quadratkilometer. Dort leben 18,6 Millionen Menschen. In der zuletzt genannten Zahl ist auch die Bevölkerung der ländlichen Gebiete außerhalb der eigentlichen Stadt mit eingerechnet. Davon sind 14,25 Millionen Bewohner mit ständigem Wohnsitz und 4,35 Millionen temporäre Einwohner (liudong renkou) mit befristeter Aufenthaltsgenehmigung (zanzhuzheng).
Wer sich länger als drei Tage in der Stadt aufhalten möchte, muss sich bei einer Behörde melden und wird dort registriert. Der Antragssteller erhält dann eine zeitweilige Aufenthaltgenehmigung für drei Monate, die nach Ablauf der Frist verlängert werden muss. Beim Amt muss eine Bescheinigung vom Heimatort vorgelegt werden, die bestätigt, dass die Person dort gemeldet ist.
Das offizielle Bevölkerungswachstum Shanghais wird zurzeit ausschließlich durch Zuwanderung gesteuert, denn der natürliche Zuwachs der registrierten Dauereinwohner wird seit mehreren Jahren durch ein Geburtendefizit geprägt, das bislang in allen Städten Chinas einmalig ist. Lag das jährliche natürliche Wachstum der Einwohner mit dauerhaftem Wohnsitz 1957 noch bei etwa 4,0 Prozent, so sank diese Rate schnell unter 1 Prozent und schließlich auf einen negativen Wert von -0,19 im Jahre 2000. Das Wachstum 2004 betrug -1,2 per 1.000 Einwohner, Geburtenrate: 6,0 pro 1000 Einwohner, Sterberate: 7,2 per 1000 Einwohner.
In der Zukunft wird die Stadt wieder wachsen, da die Einkindpolitik im April 2004 gelockert wurde: in Shanghai dürfen seitdem Geschiedene und wiederverheiratete Partner Nachwuchs bekommen, auch wenn sie schon ein Kind aus einer früheren Ehe haben. Schätzungen gehen von 10,856 Millionen Einwohnern mit Hauptwohnsitz im Jahre 2010 und 13,25 Millionen im Jahre 2015 aus.
Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen der eigentlichen Stadt ohne Vorortgürtel. Aufgeführt sind die Bewohner mit Hauptwohnsitz in Shanghai.
Bild:Einwohner-shanghai.gif thumb|300px|Einwohnerzahlen 1851-2005
{|
| valign="top" |
{| class="prettytable"
! style="background:#efefef;" | Jahr
! style="background:#efefef;" | Einwohner
|-
| 1800 || align="right" | 200.000
|-
| 1851 || align="right" | 250.000
|-
| 1864 || align="right" | 500.000
|-
| 1879 || align="right" | 276.000
|-
| 1890 || align="right" | 375.000
|-
| 1901 || align="right" | 651.000
|-
| 1910 || align="right" | 832.500
|-
| 1918 || align="right" | 1.000.000
|-
| 1926 || align="right" | 1.500.000
|-
| 1931 || align="right" | 3.124.000
|-
| 1940 || align="right" | 3.595.000
|-
|}
| valign="top" |
{| class="prettytable"
! style="background:#efefef;" | Jahr
! style="background:#efefef;" | Einwohner
|-
| 1948 || align="right" | 4.423.000
|-
| 1950 || align="right" | 4.927.300
|-
| 1953 || align="right" | 6.204.417
|-
| 1958 || align="right" | 6.977.000
|-
| 1970 || align="right" | 7.000.000
|-
| 1982 || align="right" | 6.320.829
|-
| 1987 || align="right" | 7.220.000
|-
| 1990 || align="right" | 7.649.688
|-
| 1995 || align="right" | 8.507.354
|-
| 2000 || align="right" | 8.954.435
|-
| 2005 || align="right" | 9.263.459
|}
|}
Entwicklung der Wohnsituation
Image:Shanghai05.JPG thumb|Wohngebäude
Image:Shanghai04.JPG thumb|Wohngebäude
Die jahrzehntelange Vernachlässigung der Infrastruktur und des Wohnungsbaus, aber auch die schnelle Entwicklung in den letzten Jahren haben viele Engpässe für die weitere Entwicklung der Stadt offenkundig werden lassen.
Nach wie vor prekär ist die Versorgung mit Wohnraum, wenn sich auch nach offiziellen Angaben der Stadtregierung die Netto-Wohnfläche pro Kopf in der Zeit zwischen 1957 (drei Quadratmeter) und heute (neun Quadratmeter) verdreifacht hat. Die kommunistische Stadtregierung war keineswegs untätig gewesen, bereits seit Anfang der 1950er Jahre wurden die Wohn- und Lebensverhältnisse in rund 300 Stadtvierteln mit unzureichendem Standard verbessert und viele neue Wohngebiete errichtet.
Trotzdem kam der Bau von Wohnungen dem wachsenden Bedarf aus Mangel an Kapital über Jahrzehnte nur ungenügend nach. Shanghai galt früher in China traditionell als eine der Städte mit großer Wohnungsnot. Erst seit Beginn der Wirtschaftsreformen fand eine Belebung des Wohnungsbaus statt: Seit Anfang der 1980er Jahre wurde die gesamte Wohnfläche in Shanghai mehr als verdoppelt. Die Verbesserung des Angebots an Wohnraum war verbunden mit einer begrenzten Wohnungsreform, die unter anderem durch Förderung des Wohnungseigentums und die Einrichtung von öffentlichen Akkumulationsfonds die Investitionsmittel zu vergrößern suchte.
So sank der Anteil von Haushalten in akuter Wohnungsnot, das heißt mit weniger als vier Quadratmetern Wohnfläche pro Kopf bis heute auf knapp unter zehn Prozent aller Haushalte. In Shanghai sind es vor allem die Altstadtviertel, die zudem von zahlreichen Industriebetrieben durchsetzt sind, in denen immer noch sehr beengte Wohnverhältnisse herrschen. Da der Baugrund in den älteren Wohngegenden im Stadtzentrum sehr teuer ist, hat die Stadtregierung den Grund und Boden teilweise an ausländische Investoren verkauft, die Büro- Geschäfts- und Hotelkomplexe errichteten.
Als Folge dieser Praxis kam es in Verbindung mit zahlreichen Verkehrsprojekten zu großflächigen Sanierungen in der Altstadt und Zwangsumsiedlungen von mehreren Hunderttausend Menschen in Neubausiedlungen am Stadtrand mit unzureichender Infrastruktur. Die genannten Wohnungsdaten beziehen sich nur auf die Bewohner mit Hauptwohnsitz in Shanghai, die Wohnsituation der rund 4,7 Millionen Einwohner mit beschränkter Aufenthaltsgenehmigung ist deutlich schlechter. Zahlreiche Migranten, überwiegend frühere Bauern aus den ländlichen Regionen Chinas, leben auf den Baustellen, in einfachen Betriebs-Wohnheimen oder sie mieten sich einen Raum bei Bauern an der Peripherie der Stadt. Ein großer Teil der temporären Einwohner lebt am Stadtrand, weil dort eher Platz für selbstgebaute Hütten vorhanden ist und die Polizeikontrollen weniger scharf sind. Slumähnliche Siedlungen sind seit den 1990er Jahren auch in Shanghai zu finden.
Die Bedeutung der Migranten für die Wirtschaft und das Leben in Shanghai wird unterschiedlich beurteilt. Einerseits sind die Zuwanderer fast unentbehrlich als Bauarbeiter, Handwerker, Kleinhändler oder Arbeiter bei der Straßenreinigung und in den Textilfabriken, andererseits wird ihr Druck auf den Wohnungsmarkt, die Infrastruktur und ihr Anteil an kriminellen Delikten in der Stadt mit Sorge betrachtet.
Politik
Stadtregierung
Image:Chen Yi in Shanghai.JPG thumb|Chen Yi, erster kommunistischer Bürgermeister von Shanghai
Bürgermeister von Shanghai ist Han Zheng. Er übernahm das Amt von seinem Vorgänger Chen Liangyu am 21. Februar 2003. Han Zheng, Jahrgang 1954, war bei seiner Amtsübernahme der jüngste Bürgermeister Shanghais seit 1949. Er besitzt einen Master in Ökonomie von der Shanghai East China Normal University.
Weitere Mitglieder der lokalen Regierung in Shanghai sind der Sekretär des Parteikomitees Chen Liangyu, der Vorsitzende des Ständigen Ausschusses des Volkskongresses Gong Xueping und der Vorsitzende der Politischen Konsultativkonferenz des Chinesischen Volkes (PKKCV) Jiang Yiren. Die PKKCV setzt sich aus dem Nationalkomitee und den örtlichen Komitees verschiedener Ebenen zusammen.
Die einzelnen Kreise und Bezirke (市区 shìqÅ«) der Stadtprovinz werden jeweils von einem Komitee verwaltet, das seine Direktiven von der zentralen Parteiführung bekommt. Am unteren Ende der Verwaltungspyramide Shanghais befinden sich die sogenannten Einwohnerkomitees (居民委员会 jÅ«mÃn wÄ›iyuánhuì).
Shanghai ist im Vergleich zu Peking seit vielen Jahren durch eine besonders liberale Politik geprägt. Nachdem die Stadt nach der Machtübernahme der Kommunisten im Jahre 1949 von der politischen Führung in Peking lange Zeit vernachlässigt wurde, stiegen in den 1980er und 1990er Jahren viele Politiker Shanghais in höchste Partei- und Regierungsämter auf.
Dazu gehören der ehemalige Bürgermeister und spätere Staatspräsident Jiang Zemin, der während seiner Amtszeit (1985-1988) den wirtschaftlichen Wiederaufstieg der Stadt einleitete. Nach ihm kam Zhu Rongji, der nach seiner erfolgreichen Tätigkeit als Bürgermeister von Shanghai (1988-1991) zwischen 1998 und 2003 Ministerpräsident der Volksrepublik China war.
''Siehe auch'': Liste der Bürgermeister der Stadt Shanghai
Städtepartnerschaften
Shanghai unterhält mit folgenden Städten Partnerschaften.
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*{{flagicon|Japan}} seit 1973: Yokohama, Japan
*{{flagicon|Japan}} seit 1974: Osaka, Japan
*{{flagicon|Italy}} seit 1979: Mailand, Italien
*{{flagicon|the Netherlands}} seit 1979: Rotterdam, Niederlande
*{{flagicon|USA}} seit 1979: San Francisco, Vereinigte Staaten USA
*{{flagicon|Croatia}} seit 1980: Zagreb, Kroatien
*{{flagicon|North Korea}} seit 1982: Hamhung, Nordkorea
*{{flagicon|Belgium}} seit 1984: Antwerpen, Belgien
*{{flagicon|USA}} seit 1985: Chicago, Vereinigte Staaten USA
*{{flagicon|Pakistan}} seit 1984: Karatschi, Pakistan
*{{flagicon|Canada}} seit 1985: Montreal, Kanada
*{{flagicon|Morocco}} seit 1986: Casablanca, Marokko
*{{flagicon|Sweden}} seit 1986: Göteborg, Schweden
*{{flagicon|Germany}} seit 1986: Hamburg, Deutschland
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*{{flagicon|France}} seit 1987: Marseille, Frankreich
*{{flagicon|Russia}} seit 1988: Sankt Petersburg, Russland
*{{flagicon|Brazil}} seit 1988: São Paulo, Brasilien
*{{flagicon|Turkey}} seit 1989: Istanbul, Türkei
*{{flagicon|Vietnam}} seit 1990: Ho-Chi-Minh-Stadt, Vietnam
*{{flagicon|South Korea}} seit 1993: Busan, Südkorea
*{{flagicon|New Zealand}} seit 1994: Dunedin, Neuseeland
*{{flagicon|the United Arab Emirates}} seit 2000: Dubai, Vereinigte Arabische Emirate
*{{flagicon|the United Kingdom}} seit 2000: Liverpool, Vereinigtes Königreich Großbritannien
*{{flagicon|Romania}} seit 2002: Constanţa, Rumänien
*{{flagicon|Austria}} seit 2004: Salzburg, Österreich
*{{flagicon|Ireland}} seit 2005: Cork, Republik Irland Irland
*{{flagicon|USA}} seit 2006: Winston-Salem, Vereinigte Staaten USA
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Kultur und Sehenswürdigkeiten
Theater
Image:Shanghai Grand Theatre - at night.JPG thumb|Opernhaus
Die Stadtväter von Shanghai ließen am Platz des Volkes (人民广场 ''RénmÃn guÇŽngchÇŽng''; People's Square), der zu Kolonialzeiten eine Pferderennbahn war, ein extravagantes Opernhaus (''Shanghai Grand Theater'') bauen, ein beeindruckendes Gebäude mit 40 Meter Höhe. Baubeginn war 1994 und Einweihung im Jahre 1998. Es gibt drei Aufführungsräume: Der Hauptraum bietet 1.800 Sitzplätze, daneben ein mittelgroßer Raum mit 600 Plätzen und ein Raum mit 250 Sitzplätzen für Kammermusikaufführungen.
Die Designer waren: ''France's Arte Jean-Marie Charpentier & Associates''. Die hochmoderne Akustik und große zentrale Konzerthalle wurden so konzipiert, dass alle möglichen Kunstformen, angefangen bei westlichen Theaterstücken, Opern und Kammermusikkonzerten bis hin zu Chinesischer Oper und Lesungen klassischer Werke, dort aufgeführt werden können.
Das Shanghai Centre in der Nanjing Xi Lu beherbergt ein riesiges, neues Mehrspartenhaus für Konzerte, Ballett, Oper und Akrobatik-Shows von internationalem Rang. Der allabendliche Auftritt der berühmten Akrobatentruppe Shanghais ist ein grandioses Spektakel aus Bodenakrobatik, Jonglierkunst, Clowneinlagen, Zaubervorführungen und Tiernummern. Einige der Kunststücke wie Schwertschlucken, Feuerspeien und die beiendruckenden Balanceakte wurden bereits zu Zeiten der Han-Dynastie (206 v. Chr. bis 220 n. Chr) entwickelt.
Das Lan Xin Theater in der Changle Lu stammt noch aus der Kaiserzeit und zeigt westliche sowie chinesische Opern, mitunter finden auch Magier-Shows statt. Als Außenposten kolonialer Kultur und Sitz der British Amateur Dramatic Society war das Theater bis 1933 Aufführungsort überaus beliebter Revuen.
Museen
Image:Shanghaimuseumexterior.jpg thumb|Shanghai Museum
Bild:ShanghaiStreet.JPG thumb|Straße in der Altstadt
Von den vielen Museum Museen der Stadt sind unter anderem das „Shanghai Museum Museum für Kunst und Geschichte“ mit seinen umfangreichen Sammlungen chinesischer Kunst (Keramik, Chinesisches Porzellan Porzellan und Gemälde) und das „Naturwissenschaftliche Museum“ mit seinen zahlreichen zoologischen Exponaten sehenswert.
Das „Shanghai Museum“ ist eines der kulturellen Zentren der Stadt. Gegründet 1952 an der Nanjing-West-Straße und zunächst im ehemaligen Pferderennklub angesiedelt, wurde es 1959 in die Henan-Süd-Straße ausgelagert. 1992 wurde beschlossen, das Museum am Platz des Volkes anzusiedeln. Der Architekt des Neubaus war Xing Tonghe. Baubeginn war 1993, das Gebäude wurde 1996 fertig gestellt. Es ist das viertgrößte in China und über 30 Meter hoch. Das Museum hat zehn Galerien, die einen vollständigen Überblick über die chinesische Kunst und Kultur bieten.
Zu den Hauptattraktionen gehören eine siebenmal täglich gezeigte Live-Demonstration altertümlicher Töpfertechniken, eine Sammlung farbenprächtig lackierter Nuo-Ritualmasken aus der Provinz Guizhou, sowie ein Anzug aus Lachshaut, wie er von dem Volk der Hezhen in der Provinz Heilongjiang getragen wird. Eine aufschlussreiche Ausstellung über die Geschichte chinesischer Malerei zeigt Bilder von der Zeit der Streitenden Reiche über die Song-Periode bis zu den westlichen Einflüssen unter den Qing.
Im Südwesten Shanghais liegt der „Longhua-Friedhof der Martyrer“, dessen Name an jene erinnern soll, die während der Jahrzehnte vor dem endgültigen Sieg im Jahre 1949 im Kampf für den chinesischen Kommunismus ihr Leben ließen. Im Besonderen wird der Arbeiter, Aktivisten und Studenten gedacht, die in den 1920er Jahren von Chiang Kai-sheks Truppen niedergemetzelt wurden - das Friedhofsgelände soll die zentrale Exekutionsstätte gewesen sein.
Inmitten des Geländes befindet sich eine verglaste Ausstellungshalle in Pyramidenform mit einem großen Ehrenmal für 250 kommunistische Märtyrer, die sich Chiangs Soldaten entgegenstellten. Zahllose steinerne Gedenkskulpturen, viele davon mit Fotos und Namen versehen, stehen über den Park verstreut, eine davon mit einer ewigen Flamme direkt hinter der Austellungshalle. Die frischen Blumen, die täglich niedergelegt werden, zeugen von der Bedeutung, die diese Ereignisse bis heute besitzen.
Bauwerke
Bild:Longhuata1200x1600.jpg thumb|Long-Hua-Pagode
Zu den größten Attraktionen Shanghais zählen die siebenstöckige „Long-Hua-Pagode“ aus der Zeit der Song-Dynastie (960-1279) und das Long-Hua-Kloster mit einer drei Meter hohen Buddha-Statue.
Der ''waterbund'', kurz Bund (Shanghai) Bund, wurde nach dem ersten chinesischen Staatspräsidenten Sun Yat-sen in Zhong-Shan-Straße umbenannt. Der Bund wurde zunächst von Niederländern als Deich zum Huangpu-Fluss, einem Zufluss des Jangtse, errichtet. Dort befinden sich eine Uferpromenade sowie im europäischen Stil errichtete Gebäude. Sie sind zwischen dem Ende des 19. und dem Beginn des 20. Jahrhunderts entstanden. Das ehemalige Zentralgebäude des chinesischen Seezolls mit seinem 33 Meter hohen Turm ist eines der bekanntesten, lange Zeit das höchste Gebäude Chinas. Berühmt ist auch das Peace Hotel.
Südlich dieses Straßenzuges erstreckt sich die durch meist zweistöckige Holzhäuser und enge Gassen geprägte Altstadt. Im Herzen dieses historischen Zentrums Shanghais befinden sich ein Basar und der Yu-Garten (Yu Yuan) aus dem 16. und 17. Jahrhundert, einer der berühmtesten Gärten in China. Die Anlage umfasst etwa 30 Hallen und Pavillons sowie mehrere Seen. Sehenswert ist auch das astronomische Observatorium der Stadt. Die alten ''Li Longs'' in den ehemaligen französischen und englischen Bezirken, wo drei Generationen in einem Apartement lebten, wurden abgerissen. Sie waren oft aus einer Kombination Holz/Ziegel/Gips oder Beton/Stahl gebaut.
Etwas südlich des Suzhou-Kanals befindet sich im Nordwesten der Stadt eine der wichtigsten religiösen Stätten Shanghais, der 1882 eigens für zwei kostbare Buddha-Statuen aus Myanmar errichtete Jadebuddha-Tempel (Yufo Si). Die Buddhen wurden jeweils aus einem einzigen Block weißer Jade geschnitzt. Zwischen 1949 und 1980 war der Tempel geschlossen, inzwischen wird er wieder sehr aktiv genutzt. Heute bewohnen ungefähr 100 Mönche den Tempel und bilden Schüler aus, um die überall im Land wieder eröffnenden Klöster mit neuem Leben zu füllen.
Die meisten Wolkenkratzer werden in Pudong errichtet, dort steht auch das mit 420,6 Meter und 88 Stockwerken höchste Gebäude in Shanghai, der Jinmao-Gebäude Jinmao Tower. Die höchste Struktur in Shanghai ist der 467,9 Meter hohe Fernsehturm in Pudong (Oriental Pearl Tower). Ebenfalls in Pudong wird das Shanghai World Financial Center mit 494 Metern Höhe errichtet. Das Gebäude soll 2007 fertig gestellt werden und 101 Stockwerke haben.
Shanghai ist heute die modernste und dem Westen ähnlichste Stadt in der Volksrepublik China. Der historische Kern ist nur noch als Touristenattraktion vorhanden, während der Bau von Wolkenkratzern bei 24-stündiger Bautätigkeit zunimmt.
Parks
Bild:Shanghai yuyuan gardensJPG.jpg thumb|Yu-Garten
Direkt am Zusammenfluss des Huangpu und des Suzhou-Kanals befindet sich eine Schöpfung aus britischer Kolonialzeit, der Huangpu-Park, dessen Untergrund aus angeschwemmtem Schlamm und Schluff entstand, die sich um ein Schiffswrack aufhäuften. Dort waren während der britischen Herrschaft Sikh-Soldaten anzutreffen, die der Einhaltung der Regel, wonach Hunden und Chinesen der Zutritt zum Park verboten war - es sei denn, es handelte sich um Bedienstete in Begleitung ihrer Herrschaft - achteten.
Nach Protesten erging eine Änderung dieser Praxis, so dass „gut gekleidete“ Chinesen den Park betreten durften, sofern ihrem Antrag auf entsprechende Sondergenehmigung stattgegeben wurde. Inzwischen steht im Park ein Denkmal für die „Volkshelden“ und wird gern von den Einheimischen zum frühmorgendlichen Taijiquan besucht. Unter dem Denkmal ist ein kleines Museum angesiedelt, das einen informativen Abriss der Stadtgeschichte präsentiert.
Der Botanische Garten ist eine von üppig grünen Bäumen bestandene und von Vögeln bevölkerte Oase abseits des Großstadtlärms. Unter den mehr als 9.000 dort gedeihenden Pflanzen befinden sich zwei Granatapfelbäume, die bereits im 18. Jahrhundert während der Herrschaft des Kaisers Qianlong gepflanzt worden sein sollen und trotz ihres Alters noch heute Früchte entwickeln. Interessant ist auch die Orchideensammlung, die mehr als hundert verschiedene Arten umfasst. Im Frühjahr 1999 fand auf dem Gelände die Weltausstellung für Pflanzen statt.
Regelmäßige Veranstaltungen
Bild:Shanghai F1 Circui 01.jpg thumb|Formel 1-Rennstrecke in Anting
Bild:PeopleSquareTraffic.JPG thumb|Platz des Volkes
In Shanghai finden das ganze Jahr über zahlreiche Veranstaltungen und Festivitäten statt. Die meisten der chinesischen Feiertage und Feste richten sich nach dem beweglichen Mondkalender. Deshalb weichen im westlichen Kalender die Daten in jedem Jahr um bis zu mehrere Wochen voneinander ab.
Das im Frühjahr jeden Jahres stattfindende Tempelfest in Longhua Old Town hat eine über dreihundertjährige Tradition. Nach einer Legende wurde der Lachende Buddha unter einem Longhuabaum geboren. Er verkündete dort die Lehre des Buddhismus und heilte Menschen. Daraus entstand später das Tempelfest. Weitere Feste und Veranstaltungen im Frühjahr sind das Pfirsichfest in Nan Hui, das „Shanghai International Fashion Festival“, das „Shanghai International Music Festival“ sowie das „Shanghai International Tea Culture Festival“. Letztere Veranstaltung ist der Kultur des Teetrinkens gewidmet.
Beim Drachenbootfest im Juni - am fünften Tag des fünften Monats nach dem Mondkalender - wird des chinesischen Nationalhelden Qu Yuan erinnert, der sich im 3. Jahrhundert n. Chr. aus Protest gegen ein korruptes Herrscherhaus im Fluss ertränkte. Nach einer Legende versuchten die Menschen die Fische vom Verzehr seines Körpers abzuhalten, indem sie in Bambusblätter gehüllte Reisklöße ins Wasser warfen und die Fische durch lautes Trommeln zu verjagen versuchten. Während Wettfahrten beim Drachenbootfest jagen heute angefeuert vom Schlag der Trommeln die Mannschaften in ihren schmalen Booten über das Wasser. Am Feiertag wird natürlich in Bambusblätter eingewickelter Reis gegessen.
Zwei weitere Veranstaltungen im Juni sind das „Shanghai International Film Festival“ und das „Shanghai International TV Festival“. Der „Große Preis von China“ im Formel 1-Rennsport (The Sinopec Formula One Car Race) findet im September in Anting, 30 Kilometer nordwestlich von Shanghai, statt. Am 1. Oktober jedes Jahres gedenken die Bewohner Shanghais mit dem Nationalfeiertag der Gründung der Volksrepublik China. Meistens Anfang Oktober - am 15. Tag des achten Mondes – wird das Mondfest veranstaltet (auch Herbstfest genannt). Nach alter Tradition beobachten die Einwohner der Stadt an diesem Abend den Vollmond und beschenken sich mit „Mondkuchen“, einem mit Eigelb, Bohnenpaste, Zucker und vielen anderen Köstlichkeiten gefüllten Gebäck.
Im Herbst finden des Weiteren das „Shanghai Sweet-Osmanthus Festival“, das „Shanghai International Fireworks Festival“, das „Shanghai Oranges Festival“ und das „Shanghai International Tourist Festival“ statt, im November das „Shanghai International Art Festival“ und im Dezember jedes Jahres wird der „Shanghai International Marathon“ ausgetragen. Ebenfalls im November wurde bereits zum dritten Mal der Tennis Masters Cup im Qi-Zhong-Stadium in Shanghai abgehalten. 2006 konnte sich Roger Federer als Sieger verewigen.
Kulinarische Spezialitäten
Bild:Shanghai15.JPG thumb|Obst- und Gemüseladen
Bild:Fischmarkt_Shanghai.JPG thumb|Fischmarkt in Shanghai
Die Restaurantszene der Stadt erfährt zahlreiche Veränderungen. In den letzten Jahren wurden neue raffinierte und vornehme Lokale eröffnet. Dem Gast bietet sich eine große Auswahl an Restaurants, die Indien indische, Korea koreanische, Frankreich französische oder eine andere Küche anbieten. Die chinesische Küche der Stadt bildet hier keine Ausnahme.
Ein Wiederaufleben des ''Shanghai Chic'' der 1930er Jahre brachte viele elegante, moderne Lokale mit sich, die Hausmannskost aus Shanghai servieren. Des Weiteren gibt es zahlreiche Guangdong kantonesische Restaurants, die durchaus mit jenen in Hongkong konkurrieren können und ausgezeichnetes Essen in stilvoller Umgebung bieten.
Die Shanghai-Küche beinhaltet viel frischen Fisch, Schalen- und Krustentiere. Charakteristisch ist eine Kochtechnik, die heute in ganz China praktiziert wird: das Rotkochen. Aus einer dunklen Soja-Sauce und Reiswein wird ein Fond (kulinarisch) Fond bereitet, in dem das Gargut (Fisch, Fleisch oder Geflügel) mehrere Stunden köchelt. Ein klassischer Begleiter zu allen Mahlzeiten ist Reis. Spezialitäten aus Shanghai sind zum Beispiel „Shanghai Crab“ (knusprig gebratene Garnelen), Aal in Öl, „Tausendjährige Eier“ (schwarze Eier, Föhrenblüteneier), Rindfleisch „Quilin Ganshao Niu“, raffiniert gewürzt und angerichtet, die „Acht-Juwelen“-Cilipaste, Krabben mit Seegurken und der geröstete Mandarinfisch.
Empfehlenswert sind auch Shanghai-Ravioli, mit Schweinefleisch gefüllt und zuletzt grilliert, damit das weiche Innere mit dem knackigen Boden kontrastiert, sowie Karpfen-Schwanz „Qingyu Shuaishui“, Caotou-Gemüse „Shengbian Caotou“, Kieferkern mit Maiskolben „Songren Yumi“, Reisklöße mit süßer Füllung „Gedan Yuanzi“, Reismehl-Gebäck „Canglangting Sijigao“, Bootskuchen „Lübolang Chuandian“ und in Bambus- oder Schilfblätter eingewickelte Reisklöße „Qiaojiapeng Zongzi“.
Einkaufen
Image:Shanghai-NanjingRd01-l.jpg thumb|Nanjing Lu
Bild:Shanghaieinkaufen.JPG thumb|Eine belebte Einkaufsstraße in Shanghai
Vom ''Bund'' führen die Hauptgeschäftsstraßen der Stadt nach Westen durch das Zentrum Shanghais, darunter auch eine der beiden großen Einkaufsstraßen, die Nanjing Lu, begleitet von zwei wichtigen, parallel dazu verlaufenden Verkehrsadern, der Fuzhou-Straße und der Yan'an-Straße. Zu Zeiten der ausländischen Konzessionen galt die Nanjing-Straße als eine Mischung aus Broadway und Oxford Street, und selbst nach 1949 behauptete sie sich als ein Mittelpunkt des Theaters und Kinos und blieb eine der belebtesten Einkaufsstraßen der Welt.
Grelles Neonlicht und eindrucksvolle Schaufenster mit Luxusartikeln und Waren aus dem Ausland beherrschen wie eh und je den östlichen Abschnitt, die Nanjing-Dong-Straße. Wie keine andere Straße auf dem Festlandchina chinesischen Festland ähnelt sie mit ihren vielen Restaurants, Boutiquen, Kinos, Hotels und vor allem riesigen Kaufhäusern dem Zentrum Hongkongs. Vor 1949 gab es dort und auch in der Fuzhou-Straße zahlreiche Teehäuser, die gleichzeitig als exklusivste Bordelle der Stadt fungierten. Geisha-ähnliche ''shuyu'' (singende und Geschichten erzählende Mädchen) gingen von Teehaus zu Teehaus, um Szenen klassischer Theaterstücke und Opern aufzuführen und Gäste zu bewirten.
Nordöstlich des Volksparks steht an der kreisrunden Straßenüberführung an der Kreuzung Nanjing und Xizang-Straße das prachtvollste Kaufhaus der Gegend, das altehrwürdige „Kaufhaus Nr. 1“, das frühere Kaufhaus ''Sun''. Dieser zweitgrößte Konsumtempel des Landes wird täglich von 100.000 Chinesen besucht, viele davon kommen vom Land und wagen sich das erste Mal nach Shanghai. Weitere berühmte Kaufhäuser sind das Kaufhaus "New World" (Xinshijie) und die "Super Brand Mall", das größte Einkaufsgebäude Asiens. Sie liegt zentral in Pudong in der Nähe des Jin-Mao-Gebäudes und dem „Oriental TV Tower“.
Filme
= Die Studios Mingxing und Lianhua
=
Bild:ShanghaiPeaceHotel.jpg thumb|Shanghai Peace Hotel
Die ersten bewegten Bilder in China wurden 1896 im Rahmen einer „Teehaus-Varietéshow“ in Shanghai vorgestellt und auch das erste Kino des Landes eröffnete dort im Jahre 1908. In den 1930er Jahren spielte das Kino in der Form, wie wir es heute kennen, bereits eine wichtige Rolle im kulturellen Leben Shanghais. Durch die große Anzahl ausländischer Einwohner wurden jedoch hauptsächlich westliche Filme gezeigt, mindestens 80 Prozent stammten aus Hollywood.
Unter den wenigen wichtigen Studios, die es in den 1920er und 1930er Jahren in Shanghai gab, war das bekannteste wohl „Mingxing“, dessen Filme im Gegensatz zu den Hollywood-Produktionen eine linksgerichtete und Antiimperialismus antiimperialistische Tendenz aufwiesen. Der Film ''Sister Flower'' (1933) erzählt die Geschichte von Zwillingsschwestern, die nach der Geburt getrennt wurden - eine der Schwestern lebt in Shanghai, die andere wohnt in ärmlichen Verhältnissen in einem Dorf. Im Verlauf der Wiederzusammenführung der Schwestern zeigt dieser Film die Unterschiede im Leben von Stadtbewohnern und Bauern auf.
Der Film des Studios „Lianhua“ ''The Goddess'' (Shen nü - Die Göttliche, 1934) von Wu Yonggang erzählt von einer in Shanghai arbeitenden Prostitution Prostituierten, die im Rahmen aller Vorurteile jener Zeit für die Ausbildung ihres Sohnes kämpft. Die unglaublich glamouröse Prostituierte wurde von Ruan Lingyu verkörpert, die oftmals als „Chinas Greta Garbo“ bezeichnet wurde.
= Weitere Filme über Shanghai
=
Nach der japanischen Besetzung Shanghais und weiter Gebiete Chinas im Jahre 1937 mussten „Subversion subversive“ Studios wie Mingxing und Lianhua unverzüglich schließen, einige talentierte Filmemacher konnten ins Landesinnere fliehen und ihre Arbeit fortsetzen. Die Kriegserlebnisse brachten die Filmproduzenten ihrem künftigen Publikum, den chinesischen Massen, näher. Es entstand Chinas großes Kriegsepos ''Spring River Flows East'' (Yi jiang Chunshui Xiang Dong Liu, 1947) unter der Regie von Cai Chusheng und Zheng Junli. Die Geschichte überspannt die gesamte Dauer des Zweiter Japanisch-Chinesischer Krieg Antijapanischen Krieges und die ersten Jahre des folgenden Bürgerkrieges vor dem Hintergrund des Alltags einer Familie, die in die Konflikte hineingezogen wird. Die in schlichter Armut lebende Heldin steht in Kontrast zu ihrem Ehemann, der sie verlassen hat, um ein dekadentes Dasein in Shanghai zu führen.
Bild:Shanghai sprawl.jpg thumb|Häusermeer von Shanghai
Die von einem ganzen Jahrzehnt des Krieges gepeinigten Chinesen betrachteten diesen Film als authentische und repräsentative Darstellung einer Leidensphase, die die ganze Nation durchlitten hatte. Über 750.000 Menschen strömten zu den Uraufführungen - eine gewaltige Zahl angesichts der Tatsache, dass sich das Land noch im Kriegszustand befand.
Nach der kommunistischen Machtübernahme waren die Tage der privaten Shanghaier Studios gezählt, obwohl sie in den ersten Jahren nach 1949 noch einige Filme produzieren konnten. Die meisten der ambionierten Filmemacher Chinas - und mit ihnen große Geldsummen - flüchteten nach Hongkong, während die Filmstadt Shanghai immer mehr der Kontrolle des Staates unterzogen wurde und rasch an internationaler Bedeutung verlor.
Seit den 1980er Jahren sind zahlreiche Filme über Shanghai entstanden, zu den wichtigsten gehören unter anderem ''Empire of the Sun'' (Das Reich der Sonne, 1987) von Steven Spielberg, ''Shanghai Triad'' (摇啊摇,摇到外婆桥 Yao a yao yao dao waipo qiao - Shanghai Serenade, 1995) von Zhang Yimou, ''Eighteen Springs'' (�生缘 Ban sheng yuan, 1998) von Ann Hui On-wah, ''Flowers of Shanghai'' (海上花 Hai shang hua, 1998) von Hou Hsiao-Hsien, ''Suzhou River'' (�州河 Suzhou he, 2000) von Ye Lou, ''Code 46'' (2003) von Michael Winterbottom, ''Purple Butterfly'' (Zihudie, 2003) von Ye Lou, ''Kung Fu Hustle'' (Gong Fu, 2004) von und mit Stephen Chow sowie ''Mission Impossible 3'' (2006) von J.J. Abrams mit Tom Cruise.
Wirtschaft und Infrastruktur
Wirtschaft
Bild:Shanghai-JE5.jpg thumb|Shanghai bei Nacht
Image:Shangai en lumiere by grunk.jpg thumb|Shanghai bei Nacht
Bild:Nanjinglu.JPG thumb|Nanjingstraße (West)
Die Stadt ist seit langem eines der führenden Zentren der Textilherstellung in der Volksrepublik China. Weitere bedeutende Produktionszweige sind unter anderem die Herstellung chemischer und pharmazeutischer Erzeugnisse, Fahrzeuge (vor allem Schiffe), Maschinen, Stahl, Papier und Druckereierzeugnisse. Darüber hinaus werden in großem Umfang elektrotechnische und elektronische Anlagen und Geräte wie zum Beispiel Computer, Radios und Kameras angefertigt. In Shanghai findet auch die Weltausstellung (Expo) 2010 statt.
Mit Beginn der chinesischen Wirtschaftsreformen Anfang der 1980er Jahre wurde Shanghai zunächst von den südlichen Provinzen, wie zum Beispiel Guangdong überflügelt. Mit Beginn der 1990er Jahre ist von der chinesischen Regierung unter Jiang Zemin heftig in Shanghai investiert worden, mit dem Ziel ein neues Wirtschaftszentrum in Ostasien zu gründen.
Shanghai und Hongkong sind Rivalen um den Rang der größten Wirtschaftsmetropole in China. Hongkong hat hier den Vorteil der längeren Erfahrung, besonders im Bankwesen. Shanghai hat engere Verbindungen zum chinesischen Hinterland und zur Zentralregierung in Peking. Gleichzeitig steht in Shanghai mehr Raum für Neuinvestitionen zur Verfügung, während in Hongkong der Platz eher begrenzt ist.
1990 wurde in Shanghai die Börse Shanghai gegründet, sie stellt heute die wichtigste Börse auf dem Festlandchina chinesischen Festland dar. Seit 1991 ist das Wirtschaftswachstum in Shanghai zweistellig. Damit ist die Stadt die einzige Region in China, die dies erreicht. Das jährliche Wirtschaftswachstum in Shanghai beträgt zurzeit etwa zwölf Prozent. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) für 2005 betrug 114 Milliarden US-Dollar. Das BIP pro Kopf lag bei über 8.000 US-Dollar und war nach Hongkong und Macao das dritthöchste des Landes.
1984 wurde in Anting von Volkswagen als Joint-Venture die erste Autofabrik mit „westlichen“ Fahrzeugen gebaut. Shanghai Volkswagen hatte einen Marktanteil von circa 60 Prozent in China, der aufgrund zunehmender Konkurrenz stetig sinkt. Die hohen Importzölle auf Autos aus dem Ausland machen diese jedoch noch teurer. Nach dem Welthandelsorganisation WTO-Beitritt der Volksrepublik China anlässlich der APEC-Konferenz 2001 wurden stufenweise die Importzölle gesenkt.
Zur Zeit sind über 50.000 Ausländer in der chinesischen Industrie- und Handelsmetropole Shanghai tätig; abgesehen von den etwa 300.000 Taiwanern. Diese ausländischen Arbeitnehmer kommen hauptsächlich aus Japan, den USA, Südkorea, Singapur, Deutschland (mit über 7.000), Frankreich und Kanada. Die meisten von ihnen arbeiten in Unternehmen mit auswärtigem Kapital oder in ständigen auswärtigen Vertretungen.
Als Zentrum riesiger Ölraffinerien, Chemiefabriken und Hüttenwerke hat Shanghai unter großer Umweltverschmutzung in Form schwefelhaltiger Rauchwolken zu leiden, die die Betriebe unablässig ausstoßen. Ungefähr vier Millionen Tonnen ungefilterter Industrie- und Haushaltsabwässer ergießen sich täglich in den Huangpu-Fluss Huangpu, die wichtigste Trinkwasserquelle der Stadt, und der Suzhou-Kanal ist nur noch eine schwarze, übelriechende Kloake. Ein Problem ist auch die Arbeitslosigkeit, die in Shanghai höher als in anderen Großstädten des Landes ist.
Verkehr
= Fernverkehr
=
Bild:Shanghai Pudong International Airport 1.jpg thumb|Flughafen Shanghai Pudong International
Image:Shanghai Transrapid 002.jpg thumb|Der Transrapid in Shanghai
Die Stadt verdankt einen überwiegenden Teil ihrer wirtschaftlichen Bedeutung den ausgezeichneten Verkehrsverbindungen. Shanghai ist wichtigster Eisenbahnknotenpunkt mit guten Verbindungen in den Norden und Süden des Landes. Der Hauptbahnhof liegt nördlich des Suzhou-Kanals. Weit ab im Nordwesten der Stadt befindet sich der Westbahnhof Shanghais, an dem einige Fernzüge ihren Zielbahnhof erreichen, darunter der Zug aus der Inneren Mongolei.
Der Südbahnhof mit Verbindungen in die Südprovinzen wurde im August 2006 eröffnet und ist der erste Bahnhofsrundbau.
Der Hafen hat eine Verbindung zum Kaiserkanal und ist Umschlagplatz für den Großteil des chinesischen Außenhandel Außenhandels sowie den Küstenhandel. Die Stadt wird von einem dichten Kanalnetz durchzogen.
Der neue, 1999 am Nationalfeiertag eingeweihte Flughafen Shanghai Pudong International liegt 45 Kilometer östlich der Stadt an der Mündung des Jangtse. Über ihn werden fast alle internationalen Flüge abgewickelt. Der alte und wesentlich kleinere Hongqiao Flughafen Flughafen Hongqiao liegt 15 Kilometer westlich der Stadt und bleibt für Inlandsflüge geöffnet.
Am 31. Dezember 2002 startete der in Kooperation mit Deutschland gebaute Transrapid (eine Magnetschwebebahn) seine Jungfernfahrt zum Flughafen Pudong. Die Baukosten betrugen etwa 1,2 Milliarden Euro. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 431 Kilometer pro Stunde. Pudong und der alte Flughafen Hongqiao werden beide von der Shanghai Airport Group betrieben.
Die Jangtse-Boote und Küstenschiffe nach Ningbo, Wenzhou sowie vom Putuo Shan passieren den Bund auf ihrem Weg vom Shiliupu-Pier im Süden. Die Küstenschiffe nach Qingdao, Dalian und Fuzhou nutzen den Gongping-Lu-Pier, der vom Bund aus in nordöstlicher Richtung liegt. Die Schiffe aus Japan und Südkorea legen am internationalen Passagierterminal, östlich des ''Pujiang Hotel'', an.
= Nahverkehr
=
Bild:Station Entrance Shanghai ShanXiNanLu.JPG thumb|Eingang zu einer U-Bahn-Haltestelle
Angesichts der Zunahme der Bevölkerung und der intensiveren wirtschaftlichen Aktivitäten der Stadt wurden zu Beginn der 1990er Jahre umfangreiche Bauarbeiten eingeleitet. Im Rahmen dieser Arbeiten sind unter anderem sechsspurige Hochautobahnen und neue Brücken gebaut worden. Am 10. April 1995 wurde der erste, 16,1 Kilometer lange Abschnitt der Metro Shanghai eingeweiht. Momentan verkehren fünf U-Bahn-Linien in Shanghai. Während Linie 1 in Nord-Süd und Linie 2 in Ost-West-Richtung verkehrt, umkreist die Hochbahn Linie 4 das erweiterte Zentrum der Stadt; die von Süden nach Norden verlaufende Linie 3 verläuft teilweise über dieselben Schienen. Linie 5 ist eine Verlängerung der Linie 1 ab Xinzhuang bis Minhang. Bis 2020 ist ein Ausbau des Netzes auf 300 Kilometer Länge geplant.
Ebenfalls im Aufbau ist ein Straßenbahnnetz mit einer Länge von 120 Kilometern. In Shanghai befindet sich auch das älteste durchgehend in Betrieb befindliche Trolleybusnetz der Erde, gleichzeitig eines der größten in China. Es wurde am 15. November 1914 eröffnet. Die überall verkehrenden Stadtbusse sind überfüllt, vor allem im morgendlichen und abendlichen Berufsverkehr. Sie kommen angesichts der verstopften Straßen nur langsam voran und nur wenige Linienstrecken führen durch die ganze Stadt.
Am 8. Juni 2003 begann man mit dem Bau der mit 36 Kilometer Länge längsten Brücke der Welt im Süden der Stadt. Das Investitionsvolumen beträgt 11,8 Milliarden Renminbi Yuan, entsprechend 1,42 Milliarden US-Dollar. Die sechsspurige Brücke wird nach ihrer Fertigstellung im Jahre 2008 die Hangzhou-Bucht überspannen und Shanghai mit Ningbo (�波) in der Provinz Zhejiang verbinden. Die Öffnung für den Verkehr ist für 2009 geplant. Bereits fertiggestellt ist die 32,5 Kilometer lange Brücke Donghai Daqiao.
Ein nicht unerhebliches Problem des Straßennetzes ist, dass die Stadt insgesamt 838 leicht zu verwechselnde oder sogar identische Straßennamen hat. Die Straße ''Yucai'' (wörtlich übersetzt ''Gelehrte heranziehen'') gibt es sogar 10mal. Dieses Problem existiert im Wesentlichen seit 1958, als zehn Landkreise der Nachbarprovinz Jiangsu eingemeindet wurden. Bis September 2006 soll dieses Problem durch Umbenennungen der Straßen gelöst werden, wodurch 20.000 Schilder ausgewechselt werden und 36.000 Bürger ihre Dokumente ändern lassen müssen.
Bildung
Image:SIAS Shanghai.jpg thumb|Institute for Advanced Studies
Neben der im Jahre 1896 eröffneten „Jiaotong-Universität“ (上海交通大å¦), der „Fudan-Universität“ (1905), der „Tongji-Universität“ (å?ŒæµŽå¤§å¦), der „Donghua-Universität“ (东å?Žå¤§å¦) und der „Shanghai International Studies University“ (上海外国è¯å¤§å¦) gibt es in Shanghai mehrere Fach- und Hochschulen sowie zahlreiche Bibliotheken.
Die ''Fudan-Universität'' ist eine der führenden Universitäten in der Volksrepublik China. Sie wurde 1905 als ''Fudan Public School'' gegründet. Den Namen "Fudan" erhielt sie von dem renommierten Historiker Ma Xiangbo nach einem Zitat aus den konfuzianischen Klassikern. 1917 wurde sie in eine Privatschule umgewandelt. Zu Beginn des Zweiter Japanisch-Chinesischer Krieg Antijapanischen Krieges im Jahre 1937 wurde sie nach Chongqing im Landesinneren verlegt, 1941 zur Fudan-Universität ernannt und 1946 wieder zurück nach Shanghai verlegt.
Die ''Tongji-Universität'' ist eine der renommiertesten Universitäten des Landes. Sie wurde 1907 als deutsche Medizinschule von dem Arzt Erich Paulun gegründet. Der Name Tongji, der ihr 1912 bei der Erweiterung um technische Studiengänge gegeben wurde, leitet sich von der chinesischen Wendung ''tongji hua chuan'' (= ''zusammen ein Boot rudern'') her. 1923 wurde sie zur Universität und 1937 wegen des Krieges zunächst in die Provinz Zhejiang ausgelagert. Als die Front näher rückte zog sie um in die Provinz Jiangxi, dann nach Yunnan und später sogar nach Sichuan. Nach Ende des Zweiter Weltkrieg Zweiten Weltkrieges wurde sie 1946 wieder zurück nach Shanghai verlegt.
Die ''Shanghai International Studies University'' (SISU; ''Shanghaier Fremdsprachenuniversität'') ist eine Schwerpunkthochschule des Landes. Sie ist aus dem 1949 gegründeten Fremdspracheninstitut Shanghai hervorgegangen. Seit 1983 pflegt die Hochschule eine rege Kooperation mit der Universität Heidelberg. Seit 2002 gibt es einen Studiengang Deutsch/Wirtschaft, der gemeinsam mit der Universität Bayreuth konzipiert wurde.
* ''Siehe auch'': Liste der weiterführenden Bildungseinrichtungen in Shanghai
Bild:Shanghai_bei_nacht_panorama.jpg thumb|750px|center|Panorama vom "Bund" bei Nacht, aufgenommen von Pudong
Persönlichkeiten
Shanghai war Geburtsort zahlreicher prominenter Persönlichkeiten. Die bekanntesten sind unter anderem die Schriftstellerinnen Zhang Ailing, Zhou Wei Hui und Ingrid Noll, der Schriftsteller James Graham Ballard, der Biochemiker Edmond Henri Fischer, der Maler Yan Pei Ming, die Schauspielerin Joan Chen, der Bühnenschauspieler Gert Voss, die Regisseure Wong Kar-wai und Terence Young sowie der Gründungsvater der Videotheken George Atkinson.
* ''Siehe auch'': Liste der Persönlichkeiten der Stadt Shanghai
Sonstiges
In einer Fabrik der Firma Zhongji in Shanghai wurden schon 1980 Kunststoffgeldscheine als Kantinengeld benutzt - acht Jahre bevor die Reserve Bank of Australia (RBA) und die Commonwealth Scientific and Industrial Research Organisation (CSIRO) am 27. Januar 1988 weltweit die ersten Polymer-Banknoten offiziell in Umlauf brachten. Ein Teil des Arbeitslohnes wurde in diesen Plastikscheinen ausgezahlt, in der Fabrik gab es Kioske mit verschiedenen Waren, die man dort billig kaufen konnte. So hat die Firma zweimal verdient, einmal durch die Arbeit der Arbeiter, dann durch den Warenverkauf. Man sagt dazu auch Kantinengeld, was mehr zu Firmengeld gezählt wird.
Nach der Stadt wurde das gewaltsame Anwerben von Seeleuten schanghaien genannt.
In Schanghai befindet sich der wohl größte Bunker der Welt, der 200.000 Menschen Platz bieten soll.
Die Stadt war namensgebend für den Asteroiden Shanghai (Asteroid) (2197) Shanghai.
Literatur
* Martin Luce, Sebastian Post: ''Federball Propaganda'', eine räumlich-polemische Kartierung, gefördert von der Kulturbehörde Hamburg, materialverlag, 2005, ISBN 3938158255, [http://www.fedprop.de Volltextversion als PDF]
* Zhi Hao Chu: ''Die moderne chinesische Architektur im Spannungsfeld zwischen eigener Tradition und fremden Kulturen: Aufgezeigt am Beispiel der Wohnkultur in der Stadt Shanghai'', Verlag Peter Lang Frankfurt, 2003, ISBN 3631504373
* Oliver Corff: ''Die Sprachgemeinschaft von Shanghai'', Bochum: Brockmeyer, 1994, ISBN 3819602151
* Astrid Freyeisen: ''Shanghai und die Politik des Dritten Reiches'', Königshausen und Neumann, 2000, ISBN 3826016904
* Jian-Xin Li: ''Gewässerschutz in Shanghai'', Technische Universität Berlin, 1997, ISBN 3798317402
* Jürgen Osterhammel: ''Shanghai, 30. Mai 1925. Die chinesische Revolution.'', Dtv, 1997, ISBN 3423306041
* Steffi Schmitt: ''Shanghai-Promenade. Spaziergänge zwischen den Zeiten'', Hongkong: Old China Hand Press, 2003, ISBN 962-7872-48-2
* Steffi Schmitt: ''Shanghai-Promenade. Spaziergänge zwischen den Zeiten'', 2. überarb. Aufl., Hamburg: Abera Verlag, 2006, ISBN 3-934376-78-9
* Wilfried Seywald: ''Journalisten im Shanghaier Exil 1939-1949. Deutschsprachiger Exiljournalismus in Shanghai'', Wien: Neugebauer, 1987, ISBN 3853760511
* Bindong Sun: ''Institutionen und regionales Wirtschaftswachstum am Beispiel Shanghai'', Technische Universität Berlin, 2004, ISBN 3798319421
* Christian Theisen: ''Shanghai - Wirtschaftszentrum im 21.Jahrhundert.'' BoD, 2001. ISBN 3-8311-1481-1
* Andrew Humphreys (Hrsg.): ''Shanghai'', Time Out City Guide (engl.). London, 2004. ISBN 1-904978-22-3
Weblinks
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