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Schwabach
*** Shopping-Tipp: Schwabach
{{Dieser Artikel|befasst sich mit der Stadt Schwabach in Bayern. Für andere Bedeutungen, siehe Schwabach (Begriffsklärung).}}
{{Infobox Ort in Deutschland
|Art = Stadt
|Wappen = Schwabach.gif
|lat_deg = 49 |lat_min = 19 |lat_sec = 45
|lon_deg = 11 |lon_min = 1 |lon_sec = 15
|Lageplan =
|Bundesland = Bayern
|Regierungsbezirk = Mittelfranken
|Landkreis = Kreisfreie Stadt
|Höhe = 326
|Fläche = 40.71
|Einwohner = 38791
|Stand = 2005-12-31
|PLZ = 91101–'''91126'''
|PLZ-alt = 8540
|Vorwahl = '''09122''', 0911
|Kfz = SC
|Gemeindeschlüssel = 09 5 65 000
|UN/LOCODE = DE SWB
|Adresse = Königsplatz 1 91126 Schwabach
|Website = [http://www.schwabach.de/ www.schwabach.de]
|Bürgermeister = Hartwig Reimann
|Bürgermeistertitel= Oberbürgermeister
|Partei = SPD
}}
'''Schwabach''' ist eine kreisfreie Stadt im Bayern bayerischen Regierungsbezirk Mittelfranken. Die kleinste kreisfreie Stadt Bayerns liegt im Städteviereck Nürnberg-Fürth-Erlangen-Schwabach und gehört zur Metropolregion Nürnberg.
Geografie, Stadtgliederung
Die Stadt Schwabach liegt im Mittelfränkischen Becken. Die Landschaft wird zum einen geprägt von den Wäldern im Süden, Westen und Norden, die zum großen Teil als Bannwald Bannwälder ausgewiesen sind. Nach Osten bestimmt die Talaue der Rednitz die Landschaft. Das Rednitztal wurde in seiner Bedeutung besonders gewürdigt: Es ist seit 2004 Europäisches '''Natura 2000-FFH-Schutzgebiet'''. Die Stadt selbst liegt zu beiden Seiten der Schwabach (Rednitz) Schwabach, die hier in die Rednitz mündet.
Das Stadtzentrum liegt in einem Kessel umgeben von den anderen Ortsteilen.
Im Norden ist die Stadt mit einigen südlichen Vororten Nürnbergs zusammengewachsen. Im Westen, Süden und Osten grenzt Schwabach an den Landkreis Roth.
Bis 1972 war Schwabach Sitz des gleichnamigen Landkreis Schwabach Landkreises Schwabach, von dem die kreisfreie Stadt komplett umgeben war.
Die Altstadt gliedert sich klar durch die teilweise noch vorhandene ehemalige Stadtmauer.
Ortsteile und Siedlungen
gewachsene Stadtteile:
* Altstadt
* südliche Vorstadt
* nördliche Vorstadt (Nürnberger Tor)
* Vogelherd
* Eichwasen
* Gartenheim
Folgende Ortsteile waren vormals eigenständige bzw. zu anderen Gemeinden gehörige Ortschaften. In Klammern das Jahr der Eingemeindung nach Schwabach sowie die vorherige Gemeinde.
* Uigenau und Forsthof (1924, von Kammerstein), (mit Staatswald Maisenlach 427,780ha)
* Limbach und Nasbach ((1956, von Penzendorf), ''529,460ha''
* Unterreichenbach (Schwabach) Unterreichenbach (1960, eigenständig), ''231,141ha''
* Obermainbach (1972, von Ottersdorf), ''225,220ha''
* Wolkersdorf mit Dietersdorf, Oberbaimbach, Unterbaimbach und Raubershof (1972, von Nürnberg) ''(mit Forstbezirk Brünst 1277,770ha)''
* Penzendorf (1972, eigenständig), ''302,680ha''
* Schaftnach mit Schwarzach und Neuses-West (1978, von Kleinschwarzenlohe), ''229,780ha''
Bild:12100017.JPG 200px|thumb|right|Schwabach am ''Ausfluss''
Gebietszuwächse
Außer den Eingemeindungen der heutigen Ortsteile (siehe oben) kamen folgende weitere Gebiete zum Stadtgebiet:
* 1905: Teil der Gemarkung Penzendorf für den Stadtfriedhof, ''7,092ha''
* 1921: Teil der Gemeinde Walpersdorf, für die Siedlung Vogelherd, ''5,104ha''
* 1922: Teil der Gemarkung Penzendorf, Abrundung des Stadtgebietes, ''11,126ha''
* 1924: Staatswald Maisenlach, ''(mit Uigenau und Forsthof 427,780ha)''
* 1933: Teil der Gemarkung Penzendorf, für den Stadtfriedhof, ''3,018ha''
* 1970: Teil der Gemeinde Walpersdorf, für das Gewerbegebiet am Falbenholz, ''25,121ha''
* 1972: Forstbezirk Brünst ''(mit Wolkersdorf 1277,770ha)''
Geschichte
Zeittafel
Bild:Schwabach Rathaus Stadtkirche.jpg thumb|180px|Schwabacher Rathaus (mit Golddach) und Stadtkirche am Marktplatz
{|
|750-500 v. Chr.
|Urnenfunde
|-
|600-700
|erste Hinweise auf Siedlung und Fluss
|-
|~ 800
|''Suapaha'' gehört zum Besitztum des Klosters St. Emmeran Regensburg.
|-
|~ 850
|''Suabaha'' geht an das Bistum Fulda Kloster Fulda über.
|-
|1117
|urkundliche Erwähnung der 'villa suabach'
|-
|1166
|''Suabach'' wird erneut verschenkt (der Beschenkte: Zisterzienserkloster Ebrach im Steigerwald) - der 'Mönchshof', heute eine beliebte Kneipe, bleibt bis 1797 im Besitz des Klosters.
|-
|1303
|"forum (Markt) Swabach" - Bezeichnung ändert sich.
|-
|1346
|''Swabach'' geht an die Hohenzollern über. Eine Stadtmauer wird errichtet.
|-
|1371
|''Swabach'' erhält das Stadtrecht.
|-
|1469
|Die Stadtkirche wird neu gebaut.
|-
|~ 1470
|Die Schriftart Schwabacher entsteht.
|-
|1528
|Heutiges Rathaus wird gebaut.
|-
|1633
|Die ''Nadelfabrikation'' kommt nach Schwabach. ('Nadlerstadt')
|-
|1723
|Die ''Schwabach'' hat ihren Höchststand. Markierungen des Hochwassers heute noch sichtbar.
|-
|1768
|''Markante und alte Baumexemplare#Bayern Alte Linde'' wird gepflanzt. Sie steht heute noch.
|-
|1792
|'Schwabach' wird preußisch.
|-
|1797
|Johann Wolfgang von Goethe übernachtet in Schwabach.
|-
|1806
|'Schwabach' wird bayerisch.
|-
|1849
|Schwabach erhält einen Bahnhof (dafür wird die Pferdepostlinie eingestellt).
|-
|1941
|Schwabach wird von Bomben getroffen.
|-
|1945
|8. Mai Ende des 2. Weltkrieges. Die Nachrichtenkaserne im Norden der Stadt wird von der United States Army US-Armee eingenommen und als O'Brien Barracks weitergeführt.
|-
|1953
|Das Stadtwappen wird endgültig fertiggestellt.
|-
|1972
|Durch die Gebietsreform mit ihren Eingemeindungen wird Schwabach zur kleinsten kreisfreien Stadt Bayerns.
|-
|1975
|Partnerschaft mit der Stadt Les Sables d'Olonne wird geschlossen.
|-
|1979
|Schwabach erhält die Europa-Nostra-Medaille.
|-
|1993
|Nach dem Abzug der US-Armee entsteht durch die Nutzung der ehemaligen Kaserne ein neuer Stadtteil mit Schulen, dem Stadtmuseum, einem Wirtschaftsförderungszentrum sowie Wohn- und Geschäftsareale.
|-
|1995
|500-jähriges Bestehen der Stadtkirche wird gefeiert.
|-
|2004
|500 Jahre Blattgold in Schwabach
|-
|2005
|Schwabach gewinnt beim Bundeswettbewerb Unsere Stadt blüht auf eine Goldmedaille.
|}
Bild:Golddach fcm.jpg thumb|Golddach auf dem Rathaus
Frühgeschichte
Spätestens in der Hallstadtzeit (750-500 v. Chr.) lebten im Schwabacher Stadtgebiet Menschen – das beweist der Fund einer Urne mit den Überresten einer Brandbestattung. Der heutige Name der Stadt leitet sich von dem gleichnamigen Flüsschen her, das die Stadt durchfließt – „Suapaha“, das heißt „Schwaben-Bach“. So nannten die Franken rund tausend Jahre nach der Hallstadtzeit das Flüsschen, weil sie an seinen Ufern allem Anschein nach schwäbische Siedler vorfanden.
Frühes Mittelalter
Die Franken, die im 8.Jahrhundert im Zug der fränkischen Landnahme von Westen her nach Franken kamen, errichteten überall auf ihrem Weg ins unbekannte Gebiet Etappenorte, die der Verpflegung und Beherbergung von Mensch und Tier, v.a. aber auch des durchziehenden Militärs, dienten: die sogenannten Königshöfe. Urzellen des heutigen Schwabach waren somit im frühen Mittelalter der erwähnte Königshof sowie nachweislich drei sogenannte „Urhöfe“ – der Strangshof, der Kappenzipfelhof und der Widemhof.
Hochmittelalter
Aus den oben erwähnten vier Kristallisationspunkten wuchs zunächst eine Siedlung mit Dorfcharakter. Diese wird im Jahr 1117 erstmals urkundlich erwähnt: „suabach“.
Ab 1166 gehörte das Dorf Schwabach zu den Besitzungen des Zisterzienserklosters Ebrach im Steigerwald. Man darf sich die damalige Siedlung noch recht klein vorstellen: Sie umfasste vermutlich nicht mehr als 10 Bauernhöfe.
Im Jahr 1299 bekommt Schwabach einen neuen Herrn: Den Grafen Emicho von Nassau. Deshalb ist das Wappen des späteren niederländischen Königshauses Nassau-Oranien, ein goldener Löwe im blauen Schild, ein Teil des heutigen Schwabacher Stadtwappens. Unter Nassauischer Herrschaft und Förderung erlebt der Ort einen ersten wirtschaftlichen Aufschwung: 1303 verleiht der Nassauer dem Dorf das Marktrecht. Der Ort, nunmehr umgeben von einer rudimentären Befestigung aus Wall, Graben und Palisaden, hatte nun das Recht, Märkte abzuhalten – eine wichtige Vorbedingung für das Aufblühen von Handwerk, Handel und Gewerbe.
Im Jahr 1364 wird Schwabach an die Burggrafen von Nürnberg und späteren Markgrafen von Brandenburg-Ansbach aus dem Haus Hohenzollern verkauft. Die zollerischen Herren fördern ihre Neuerwerbung kräftig: In einer Urkunde aus dem Jahr 1371 wird Schwabach zum ersten Mal als Stadt bezeichnet. Das erste Stadtwappen zeigt neben den schwarz-weißen Hohenzollernquadraten zwei gekreuzte Bierschöpfen – ein Hinweis auf das wichtigste Gewerbe der frischgebackenen Stadt.
Spätmittelalter
Mit dem steilen Aufstieg der Hohenzollern gewinnt auch die Stadt Schwabach an Bedeutung und wird Sitz eines markgräflichen Amtmanns. Der wachsende Wohlstand spiegelt sich in reger Bautätigkeit: Ab 1375 wird das Spital mit seiner Kirche errichtet, später dort auch eine zweite Brücke über die Schwabach gebaut. Eine Lateinschule entsteht. Seit ca. 1434 (bis 1795) gibt es in Schwabach eine herrschaftliche Münze.
1469 wird mit dem Bau einer neuen gotischen Stadtkirche begonnen, die 1495 fertiggestellt ist und wie ihre Vorgängerin den beiden Heiligen Johannes und Martin geweiht wird. Der 71 m hohe Stadtkirchturm gilt heute noch als Wahrzeichen von Schwabach. Die Blattgoldauflagen im Inneren der Kirche beweisen, dass damals schon das Handwerk der Goldschlägerei in der Stadt ausgeübt wurde, für das Schwabach noch heute berühmt ist.
1528 wird das „neue“ Rathaus vor der Stadtkirche fertiggestellt, das heute ebenfalls Wahrzeichen der Stadt ist, ein Jahr später das Amtmannshaus schräg gegenüber. Um diese Zeit hat Schwabach an die 1500 Einwohner über 15 Jahre und ist eine blühende, wohlhabende Kleinstadt mit einem selbstbewussten und aufstrebenden Bürgertum.
Im 16. Jahrhundert verhilft die Reformation dem kleinen Schwabach zu ungeahnter Wichtigkeit. 1528 wird hier nach Beratungen, an denen Osiander teilnimmt, die Brandenburgisch-nürnbergische Kirchenordnung fixiert. Nur ein Jahr später treffen sich im heute noch existenten Wirtshaus zum „Goldenen Stern“ am Marktplatz die führenden Theologen der protestantischen Fürstenopposition und formulieren die Schwabacher Artikel, eine der Grundlagen der Augsburger Konfession und damit der gesamten evangelischen Glaubenslehre.
Frühneuzeit
Einen jähen Einschnitt in die wirtschaftliche Entwicklung Schwabachs und seiner Bürger stellen die blutigen Ereignisse des Dreißigjähriger Krieg Dreißigjährigen Krieges dar. Es kommt zur Belagerung und Einnahme Schwabachs am 1. Juli 1632 durch die Truppen Wallensteins. Während der fünftägigen Plünderung zerstört die Soldateska einen Großteil der Stadt. Später, so erzählen die Chroniken, sei Schwabach so zerstört und menschenverlassen gewesen, dass auf den Straßen das Gras wuchs.
Nach dem Krieg fanden zunächst österreichische und oberpfälzische Glaubensflüchtlinge, dann ab 1686 Hugenotten aus Frankreich Aufnahme in der Stadt. Letztere durften sich in der Boxlohe ein eigenes Kirchlein, die „Franzosenkirche“, bauen.
Ein wichtiges Handwerk, das in späterer Zeit noch größte Bedeutung erlangen sollte, kam 1633 in die Stadt: die Nadel Nadlerei. Noch heute hat Schwabach als Nadlerstadt einen weltweiten Ruf. Auch die erste Fabrik für Gold- und Silberdrahtzug siedelte sich an – die Grundlagen für die spätere „Metallerstadt“ Schwabach sind spätestens jetzt gelegt.
Das 18. Jahrhundert sieht Schwabach als aufstrebende Industrie- und Gewerbestadt. Als schönstes Schmuckstück des Marktplatzes lässt der Landesherr Wilhelm Friedrich den „Schönen Brunnen“ errichten, der 1717 eingeweiht wird.
Aber dieses Jahrhundert ist gleichzeitig auch eine Zeit der Naturkatastrophen, Hungersnöte und Krankheiten: 1731 zerstört eine schreckliche Überschwemmung viele Häuser in der Innenstadt und bringt mehreren Menschen den Tod. Mehrere Hochwasser und zwei schlimme Krankheits- und Seuchenjahre folgen, die die Stadtbevölkerung um ein Viertel auf 5500 Einwohner reduzieren. Ob schließlich der Übergang der Frankenstadt Schwabach an Preußen im Jahr 1792 auch zu diesen Katastrophen zu zählen ist?
Neuzeit
Doch die preußische Ära bleibt ein Intermezzo – im Zuge der von Napoleon vorgenommenen Neuordnung Europas gehen die fränkischen Provinzen Preußens im Jahre 1806 an Bayern. Die neue Regierung verleiht der Stadt im Jahr 1818 die Kreisfreiheit, die mit einer Unterbrechung bis heute beibehalten werden konnte.
Mitte des 19. Jahrhunderts zieht endgültig die Moderne in der Stadt ein. 1849 wird der Bahnhof gebaut und Schwabach hat somit Anschluss an das Eisenbahnnetz. 1864 wird das Gaswerk errichtet und die öffentliche Straßenbeleuchtung von Öl auf Gas umgestellt. Mit der Versorgung der Bevölkerung durch Leitungswasser wird 1869 begonnen.
Das Maschinenzeitalter beginnt: 1870 arbeitet die erste Nadelfabrik mit einer Dampfmaschine. Die Nadlerei und mit ihr die gesamte Metallindustrie nehmen ab da einen steilen Aufschwung. Schwabach wird zur „Stadt der hundert Schlote“.
20. Jahrhundert
Anfang des 20. Jahrhunderts ist Schwabach zu einer Industriestadt ersten Ranges geworden. Über 120 Goldschlägereien festigen den Ruf der Stadt als internationales Zentrum der Blattgoldverarbeitung. Schwabacher Grammophonnadeln drehen sich in aller Welt auf den Plattentellern, und sogar in China wäscht man sich mit den in Schwabach hergestellten exklusiven Seifen der hier ansässigen Hofseifenfabrik Ribot. Doch der Erste Weltkrieg und die Weltwirtschaftskrise bringen die wirtschaftliche Blüte der Stadt zum Erliegen.
Den Zweiten Weltkrieg übersteht Schwabach so gut wie unzerstört, wenn auch die NS-Zeit, wie überall, ihre Wunden hinterlässt. Von ermittelten 96 in Schwabach geborenen bzw. hier ansässigen Juden wurden mindestens 47 im Holocaust ermordet. Nur einer kehrte nach dem Krieg in seine Heimatstadt zurück.
Nach 1945 tragen neben den einheimischen Schwabachern und Schwabacherinnen Tausende von Flüchtlingen und Heimatvertriebenen zum wirtschaftlichen Wiederaufbau bei. Nach dem Ende des sogenannten „Wirtschaftswunders“ war die einheimische Industrie wieder so gut entwickelt, dass der Übergang zu innovativen Techniken bewältigt werden konnte.
1953 wurde schließlich ein neues Stadtwappen eingeführt.
Heute ist Schwabach stolz auf eine gelungene Altstadtsanierung, die im Jahr 1979 mit der Verleihung der „Europa-Nostra-Medaille“ ihre entsprechende Würdigung fand. Eine umsichtige Kommunalpolitik hat dazu geführt, dass Traditionspflege und zukunftsorientiertes Handeln in der Stadt Hand in Hand gehen. So bleibt die Geschichte in Schwabach anschaulich und lebendig, ohne dass die Stadt ihre wirtschaftliche Stellung in der Städteachse Nürnberg-Fürth-Erlangen-Schwabach eingebüßt hätte. Und die Städtepartnerschaften mit dem französischen Kurort Les Sables d'Olonne an der Atlantikküste und dem türkischen Touristenzentrum Kemer am Mittelmeer sowie der griechischen Stadt Kalambaka lassen die Schwabacher auch den Gedanken an ein europäisches Miteinander nicht aus den Augen verlieren.
Politik
Schwabach ist – mit Ausnahme der Zeit des so genannten Dritten Reiches – in fester Hand der Sozialdemokraten (SPD), die seit 1945 den Oberbürgermeister sowie die größte Stadtratsfraktion stellen.
Bürgermeister
=ehemalige
=
* Hans Hocheder (SPD), Oberbürgermeister 1945 - 1970
* Kurt Kestler, 2. Bürgermeister 1972 - 1996
=aktuelle
=
* Hartwig Reimann (SPD), Oberbürgermeister 1970 - lfd.
* Rosy Stengel (CSU), 2. Bürgermeisterin
* Rudolf Büttner (SPD), 3. Bürgermeister
Stadtverwaltung
Die Stadtverwaltung verfügt über mehrere Amtsgebäude im Stadtgebiet, auf die folgende Referate verteilt sind:
* Interne Dienste und zentrale Steuerung (1)
* Rechtsangelegenheiten, Umwelt und Soziales (2)
* Finanzen und Wirtschaft (3)
* Stadtplanung und Bauwesen (4)
Die Leitung der Referate wird vom Oberbürgermeister sowie drei "berufsmäßigen Stadträten" übernommen, diese sind
* OB Hartwig Reimann
* Rainer Schmitt-Timmermanns, Stadtrechtsrat
* Richard Schwager, Stadtkämmerer
* Volker Arnold, Stadtbaurat
Wappen
Bild:Wappen schwabach 1480.jpg 100px|thumb|right| Nie existentes Wappen, es zeigt noch die Hohenzollernfarben mit dem neuen Pfälzer Löwen!
Bild:Wappen schwabach 1371.gif 70px|left
Schwabachs erstes Wappen zeigt im gespaltenen Schild zwei gekreuzte goldene Bierschöpfen auf rotem Grund vor dem hohenzollerischen Schwarz-Weiß. Es vesinnbildlicht die Wichtigkeit des Bierbrauertums in der Stadt sowie den Stadtherrn, dem hohenzollerischen Burggrafen von Nürnberg. Es wurde der Stadt vom Nürnberger Burggrafen Friedrich V. verliehen und erscheint erstmals auf dem Siegel einer Urkunde vom 9. August 1371.
Das zweite Wappen, welches auf vier Feldern den Burggrafenlöwen, die hohenzollerischen Farben und die Bierschöpfen zeigt, wurde 1480 von Albrecht Achilles, Kurfürst von Brandenburg, verliehen.
Als Schwabach 1808 bairisch wurde, wurde das Wappen nur mäßig verändert. Es zeigt statt der hohenzollerischen Farben schwarz und weiß nun die bairischen weiß-blauen Rauten sowie, statt des Burggrafenlöwen, den Pfälzer Löwen.
1953 schließlich wurde das aktuelle Wappen eingeführt. Man beschloss, die Elemente des marktgemeindlichen Siegels von 1329 aufzunehmen. So zeigt das rote Schild einen zinnengekrönten Turm auf einem Rundbogen, begleitet von zwei Schildern mit dem Reichsadler und dem Nassauer Löwen.
Städtepartnerschaften
* Bild:Flag of France.svg 20px Les Sables d'Olonne, Frankreich
* Bild:Flag of Turkey.svg 20px Kemer, Türkei
* Bild:Flag of Greece.svg 20px Kalampaka, Griechenland
* Bild:Flag of Germany.svg 20px Hildburghausen, Deutschland
Industrie und Handel
Bild:Denkmal Goldschlaeger fcm.jpg thumb|Goldschlägerdenkmal
Berühmt ist Schwabach für seine Goldschläger und das von ihnen produzierte und weltweit exportierte Blattgold.
Der Buckingham Palace in London, Türme von orthodoxen Kirchen in der Ukraine, Palastkuppeln in den Emiraten und viele andere sehenswerte Gebäude in aller Welt wurden mit Schwabacher Blattgold versehen.
Im Jahr 2004 feierte Schwabach das Jubiläum "500 Jahre Blattgold in Schwabach".
Blattgold ist noch heute Bestandteil des dem Danziger Goldwasser nachempfundenen Schwabacher Goldwassers, das ein Gewürzlikör mit feinsten Blattgoldstückchen ist.
In früheren Jahrhunderten bestimmten vor allem Handwerker, wie etwa Bierbrauer und Goldschläger, sowie erste Industriebetriebe im Bereich Nadelherstellung und Drahtzieherei das wirtschaftliche Geschehen. Heute ist für die Stadt ein breites, vor allem im Mittelstand angesiedeltes Spektrum an Produktions-, Handwerks- und Dienstleistungsbetrieben charakteristisch. Viele dieser hochflexiblen Betriebe arbeiten in Marktnischen, in denen sie zum Teil bundesweit Marktführerschaft errungen haben. Schwabach hat eine gesunde Wirtschaftsstruktur und sichere Arbeitsplätze.
Einwohnerentwicklung
{|
|ca. 1800:
|3.000 Einwohner
|-
|1840:
|6.981 Einwohner
|-
|1900:
|9.385 Einwohner
|-
|1925:
|11.782 Einwohner
|-
|1950:
|19.376 Einwohner
|-
|1985:
|34.284 Einwohner
|-
|1995:
|38.757 Einwohner
|-
|2005:
|38.791 Einwohner
|}
Kunst & Kultur
* Im zweijährlichen Zyklus findet seit 1999 in Schwabach die Kunstausstellung Ortung Schwabach Ortung statt.
* Durch die Altstadt verläuft der Kunstwanderweg Goldene Meile (Schwabach) Goldene Meile.
* Südlich von Schwabach im Heidenberg liegt ein 14 Kilometer langer Sagenwanderweg.
Brunnen
Auf dem 1717 eingeweihten Brunnen am Marktplatz sind die Portraits der Unterreichenbach (Schwabach)#Schloß markgräflichen Familie zu sehen.
Stadtmuseum
Das in der ehemaligen Kaserne untergebrachte Museum besitzt eine Sammlungen über das heimische Handwerk, Zunft und Gewerbe. Eine eigene Abteilung bildet das von Carl Wenglein, dem Gründer des "Weltbundes für Natur- und Vogelschutz", zusammengetragene "Eiermuseum" (mit seltenem Carl Peter Fabergé Farbergé-Ei). Eine Spezialsammlung umfasst völkerkundliche Antiquitäten aus der ehemaligen deutschen Kolonie Ostafrika (Waffen, Schmuck, Textilien und afrikanische Gebrauchsgegenstände).
Seit 20. November 2005 präsentiert das Stadtmuseum die weltweit größte Spezialsammlung von Spielwaren der Fleischmann (Modellbahn) Firma Fleischmann auf 800 m².
Eine weitere Sektion befasst sich mit der Geschichte der United States Army US Army in der Stadt von 1945 bis 1992.
Regelmäßige Veranstaltungen
* Bürgerfest
* Wirtefest
* Sommernachtsfest der Feuerwehr
* Lindenfest
* Weihnachtsmarkt
Soziale Infrastruktur
Schulen
= Gymnasien
=
* Adam-Kraft-Gymnasium
* Wolfram-von-Eschenbach-Gymnasium
= Real- und Wirtschafts- und Berufsschulen
=
* Staatliche Realschule
* Städtische Wirtschaftsschule
* Staatliche Berufsschule
= Hauptschulen
=
* Johannes-Kern-Schule
* Karl-Dehm-Schule
= Grundschulen
=
* Christian-Maar-Schule
* Luitpoldschule mit Dependance Unterreichenbach
* Johannes-Helm-Schule mit Dependance Penzendorf
* Zwieseltalschule Wolkersdorf
= Förderschulen
=
* Sonderpädagogisches Förderzentrum
* Förderzentrum für geistige Entwicklung
= Sonstige Schulen
=
* Adolph-von-Henselt-Musikschule
* Volkshochschule
Kindergärten
Im Stadtgebiet gibt es 17 Kindergärten verschiedener Träger.
Krankenhäuser
Das in den letzten Jahren grundlegend modernisierte und in den meisten Teilen neu errichtete Stadtkrankenhaus bietet 200 Planbetten und besitzt Fachabteilungen für Innere Medizin, Unfall- und Allgemein-Chirurgie, Gynäkologie und Geburtshilfe, Anästhesiologie und der Belegabteilung Hals, Nasen, Ohren. Es gewährleistet medizinische Versorgung auf hohem Niveau und zählt zu den modernsten Häusern in Mittelfranken. Dem Haus angeschlossen ist eine Berufsfachschule für Krankenpflege.
Sport
* Seit 1992 findet jährlich im Oktober der Schwabacher Citylauf statt.
* Der SC 04 Schwabach spielt in der Fußball-Bezirksoberliga.
Vereine
* SC 04 Schwabach
* TV 1848 Schwabach
* DJK Schwabach
* Schwimmverein Schwabach
* SV Eintracht Penzendorf
* Unterreichenbach_%28Schwabach%29#Sport SV Unterreichenbach
* TSV Wolkersdorf
* VC Schwabach
* Freiwillige Feuerwehr Schwabach e. V.
* Fliegervereinigung Schwabach
* KG Die Schwabanesen e. V.
* Tanzsportzentrum Schwabach e.V
* Musikverein Schwabacher Blasmusik e.V.
Kirchen
* Stadtkirche St. Johannes und St. Martin
* Katholische Stadtpfarrkirche St. Sebald
* Franzosenkirche
* Spitalkirche
* Unterreichenbach (am Jakobsweg)
* Gethsemanekirche
Verkehr
Schwabach hat mit seinem Bahnhof an der Strecke Nürnberg – Roth (bei Nürnberg) Roth – Augsburg/Ingolstadt-München eine stündliche Anbindung. Die S-Bahn Nürnberg#S3 Nürnberg Hbf - Schwabach - Roth S-Bahn Linie 3 verkehrt im 20-Minuten-Takt zwischen Nürnberg und Roth. Ihr steht neben dem Bhf Schwabach der Haltepunkt Schwabach Limbach zur Verfügung. Die Stadt Schwabach hat Stadtbuslinien für die Schwabacher Innenstadt sowie eine Linie nach Röthenbach bei Schweinau Nürnberg-Röthenbach, dort besteht Anschluss an die U-Bahn Nürnberg U-Bahn. Am Wochenende verkehrt stündlich ein Nachtbus NightLiner von Nürnberg aus.
Das Stadtgebiet wird von der Bundesautobahn 6 A 6 durchquert, hier gibt es die zwei Anschlussstellen Schwabach-West und Schwabach-Süd.
Des Weiteren kreuzt der Rhein-Main-Donau-Kanal die östliche Stadtgrenze, die Staatshäfen Nürnberg und dessen Dependance Roth sind in wenigen Autominuten zu erreichen.
10 km südlich von Schwabach liegt der Flugplatz Schwabach.
Presse
In Schwabach wird von Montag bis Samstag die Tageszeitung Schwabacher Tagblatt gedruckt. Daneben gibt es mehrere kommerzielle Informations- und Anzeigenblätter.
Persönlichkeiten
Ehrenbürger
* Hans Hocheder, Altbürgermeister (†) (siehe auch: Hans Hocheder Sporthalle)
* Eugen Tannhauser, Landrat (†)
* Kurt Kestler, Altbürgermeister († 2003)
Bild:GeburtshausZinn.jpg Johann Gottfried Zinn.html" title="thumb thumb|Geburtshaus von [[Johann Gottfried Zinn; Friedrichstraße 2 in Schwabach.html" title="Geburtshaus von [[Johann Gottfried Zinn">thumb|Geburtshaus von [[Johann Gottfried Zinn; Friedrichstraße 2 in Schwabach">Geburtshaus von [[Johann Gottfried Zinn">thumb|Geburtshaus von [[Johann Gottfried Zinn; Friedrichstraße 2 in Schwabach
Söhne und Töchter der Stadt
=Kultur
=
* 1814, 9. Mai, Adolph von Henselt, Komponist und Klaviervirtuose der Spätromantik
* 1916, 6. November, Alfred Kohler (Maler) Alfred Kohler, deutscher Maler
* 1949, Peter Mussbach, Regisseur
=Politik
=
* 1889, 24. November, Johannes Heckel, † 15. Dezember 1963 in Tübingen, evangelischer Staatsrecht Staats- und Kirchenrechtler
* 1897, 5. April, Hans Schuberth, † 2. September 1976 in München, deutscher Politiker (CSU), Bundesministerium für Post und Telekommunikation Bundesminister für Angelegenheiten des Fernmeldewesens
* 1939, 22. Juli Adi Ostertag, Gewerkschafter und Bundestagsabgeordneter (SPD)
* 1956, 2. März, Karl Freller, Staatssekretär im bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus
=Sport
=
* 1946, 7. Juni, Manfred Ritschel, Profi-Fußballspieler
* 1984, 1. Januar Christian Eigler, Profi-Fußballspieler (DSC Arminia Bielefeld)
* 1984, 19. Januar Raymond Hasler, 2. Basketball Bundesliga
=Sonstiges
=
* 1721, 19. Januar, Jean-Philippe Baratier, das "Schwabacher Wunderkind", gest. 15. Okt. 1740.
* 1727, 4. Dezember, Johann Gottfried Zinn, bedeutender Mediziner und Botaniker
* 1961, Ralf Baumeister (Bioinformatiker und Molekulargenetiker)
* 1961, 5. Januar, Bernhard Grill, an der Entwicklung des mp3-Formats beteiligt
Sonstiges
Der spätgotische Bildhauer Adam Kraft wurde am 21. Januar 1509 in Schwabach beigesetzt.
Um das Jahr 1470 entsteht eine Variante der Gebrochene Schrift gebrochenen Schriften, die Schriftart Schwabacher. Der Zusammenhang zwischen Stadt und Schrift lässt sich historisch nicht zweifelsfrei belegen, es wird jedoch vermutet, dass ein aus Schwabach stammender Typenschneider in Nürnberg die Schwabacher Schrift entworfen hat. Diese Schriftart wurde sehr bekannt und beliebt; so wurde beispielsweise Martin Luther Luthers Bibelübersetzung in dieser Schrift gedruckt.
Literaturverzeichnis
* CD-ROM: ''Goldschlägerstadt Schwabach'', Verlag imbiss-media, 1. Auflage 2004, ISBN 3938451017
* Die Stadtkirche St. Johannes und St. Martinus in Schwabach : Ihre Geschichte und ihre Kunstwerke von Kurt Pilz, ISBN 3922575005
* Häusergeschichte der Altstadt Schwabach, ISBN B0000BRE05
Siehe auch
* Schwabacher Artikel, Schwabacher, Schwabacher Tagblatt, Flugplatz Schwabach
* Wilhelm Friedrich (Brandenburg-Ansbach)
Weblinks
- Offizielle Website der Stadtverwaltung
{{Navigationsleiste Landkreise und kreisfreie Städte in Bayern}}
Kategorie:Schwabach
en:Schwabach
fr:Schwabach
it:Schwabach
nl:Schwabach
no:Schwabach
pl:Schwabach
pt:Schwabach
ro:Schwabach
ru:Швабах
Diese Kategorie beschäftigt sich mit Orten, Einrichtungen und Landschaften aus der Stadt Schwabach.
Kategorie:Mittelfranken
Kategorie:Europa nach Ort
Kategorie:Deutschland nach Ort
Kategorie:Bayern nach Ort
Kategorie:Ort als Thema
*** Shopping-Tipp: Schwabach
[Der Artikel zu Schwabach stammt aus dem Nachschlagewerk Wikipedia, der freien Enzyklopädie. Dort findet sich neben einer Übersicht der Autoren die Möglichkeit, den Original-Text des Artikels Schwabach zu editieren.
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