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Schleswig-Holstein
*** Shopping-Tipp: Schleswig-Holstein
{{Begriffsklärungshinweis}}
{| cellpadding="2" style="float: right; width: 307px; background: #e3e3e3; margin-left: 1em; border-spacing: 1px;"
|+ style="font-size:120%" | Schleswig-Holstein
! Landesflagge
! Landeswappen
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| align="center" bgcolor="#EFEFEF" |
| align="center" bgcolor="#FFFFFF" | Bild:Coat_of_arms_of_Schleswig-Holstein.svg 100px|Landeswappen Schleswig-Holsteins
|- style="background: #ffffff;" align="center"
| (Flagge Schleswig-Holsteins Details)
| (Wappen Schleswig-Holsteins Details)
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! colspan="2" | Wahlspruch
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| colspan=2 align=center | '''''„Op ewig ungedeelt“''''' (''„Auf ewig ungeteilt“'') Wahlspruch der seit 1460 zueinander gehörenden Herzogtümer Schleswig und Holstein
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! colspan="2" | Basisdaten
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| Amtssprache: .html">Deutsche Sprache Deutsch
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| Landeshauptstadt Hauptstadt: || Kiel
|---- bgcolor="#FFFFFF"
| Fläche: .html">Liste der deutschen Bundesländer, nach der Fläche geordnet 12.)
|---- bgcolor="#FFFFFF"
| Einwohner: .html">Liste der deutschen Bundesländer, nach der Einwohnerzahl geordnet 9.) ''(30. September 2006)''
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| Bevölkerungsdichte: .html">Liste der deutschen Bundesländer, nach der Bevölkerungsdichte geordnet 10.)
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| Hymne: || Schleswig-Holstein meerumschlungen
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| Schulden: || 7.386 Euro pro Einwohner ''(Ende 2005)''
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| ISO 3166-2:DE ISO 3166-2: || DE-SH
|---- bgcolor="#FFFFFF"
| Offizielle Website: || [http://www.schleswig-holstein.de/ schleswig-holstein.de]
|-----
! colspan="2" | Politik
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| Ministerpräsident: || Peter Harry Carstensen (CDU)
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| Regierung Regierende Parteien: || Christlich Demokratische Union CDU und Sozialdemokratische Partei Deutschlands SPD
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| Sitzverteilung in den deutschen Landesparlamenten Sitzverteilung im Landtag (69 Sitze):
| Christlich Demokratische Union Deutschlands CDU 30 Sozialdemokratische Partei Deutschlands SPD 29 Freie Demokratische Partei FDP 4 Bündnis 90/Die Grünen B90/Grüne 4 Südschleswigscher Wählerverband SSW 2
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| letzte Wahl: || 20. Februar 2005
|---- bgcolor="#FFFFFF"
| nächste Wahl: || 2010
|-
! colspan="2" | Parlamentarische Vertretung
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| Stimmen im Bundesrat (Deutschland) Bundesrat: || 4
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! colspan="2" | Karte
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| colspan="2" align="center" | Bild:Deutschland Lage von Schleswig-Holstein.svg 250px|Bundesland Schleswig-Holstein in Deutschland
|}
'''Schleswig-Holstein''' ('''SH'''; ''friesisch'' Slaswik-Holstiinj, ''dänisch'' Slesvig-Holsten, ''niederdeutsch'' Sleswig-Holsteen) ist das nördlichste Bundesland (Deutschland) Bundesland der Deutschland Bundesrepublik Deutschland. Die Landeshauptstadt ist seit Ende des Zweiten Weltkrieges Kiel (vorher nur Sitz des ''Oberpräsidiums'', Landeshauptstadt war Schleswig). Mit einer Fläche von 15.761,4 km² ist Schleswig-Holstein das Liste der deutschen Bundesländer, geordnet nach Fläche kleinste Flächenland nach dem Saarland. Schleswig-Holstein grenzt im Norden mit der Staatsgrenze Bundesgrenze an Dänemark, im Süden an die Bundesländer Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen.
Geographie
Bild:138687main image feature 458 northeurope.jpg thumb|left|Schleswig-Holstein aus dem All
Schleswig-Holstein stellt geographisch den südlichen Abschluss der Halbinsel Jütland und den nördlichen Teil der Norddeutsches Tiefland Norddeutschen Tiefebene dar und ist eingeschlossen zwischen der Nordsee im Westen, der Ostsee ("Land zwischen den Meeren") und Mecklenburg-Vorpommern im Osten, Hamburg und Niedersachsen im Süden und Dänemark im Norden. Die Küstenlinie des Landes hat einen Anteil von 3,2 % an der gesamten europäischen Küstenlinie. Im Städtchen Nortorf befindet sich der Geografischer Mittelpunkt Schleswig-Holsteins Geografische Mittelpunkt.
Landschaften
Bild:SLH.landscapes.png thumb|Landschaften in Schleswig-Holstein
Die Landschaft Schleswig-Holsteins gliedert sich von West nach Ost in die Marsch (Schwemmland) Marsch, die hohe und niedere Geest und das Schleswig-Holsteinisches Hügelland Schleswig-Holsteinische Hügelland (auch Östliches Hügelland genannt).[Die Einteilung in Landschaften beruht auf: Bundesrepublik Deutschland, 1:1 000 000, Landschaften - Namen und Abgrenzungen, Bearbeitet und herausgegeben vom Institut für angewandte Geodäsie 1985, 2. Auflage 1994, im Internet wiedergegeben im [http://www.genealogienetz.de/reg/geo-index.html Genealogienetz]] Diese Landschaft und auch die Geest sind in der letzten Eiszeit als Endmoränenlandschaft entstanden. Weiter östlich befindet sich die ebenfalls zum Bundesland gehörende Insel Fehmarn, welche auch in der letzten Eiszeit entstand, allerdings als Grundmoränenlandschaft. Größter Fluss des Landes ist die Eider, höchste Erhebung der Bungsberg (168 m).
Bild:Eiderstedt Vollerwiek KAP Hoefe.jpg thumb|left|Marschlandschaft auf der Halbinsel Eiderstedt
Bild:Bungsberg 14.jpg thumb|left|Das Ostholsteinische Hügelland vom Bungsberg aus gesehen
Bild:Aukrug Blick nach innien.JPG thumb|left|Typische Geestlandschaft in Aukrug
Die Westküste ist durch das Wattenmeer geprägt, wobei im Norden (Nordfriesland) neben den Nordfriesische Inseln Nordfriesischen Inseln zahlreiche Halligen vorgelagert sind, die Halbinsel Eiderstedt ins Meer hineinragt. Die Landschaftsnamen der Wiedingharde und der Bökingharde sind heute noch als Bezeichnung von Amt (Kommunalrecht) Ämtern erhalten. Südlich davon und schon teilweise in der Geest liegt die Nordergosharde, die Südergosharde ist eine reine Geestlandschaft. Zu der Landschaft der Inseln und Halligen gehört ebenfalls die Insel Helgoland.
Südlich von Nordfriesland liegt zwischen Eider- und Elbmündung die Landschaft Dithmarschen, die sich aus den Gebieten Norderdithmarschen und Süderdithmarschen zusammensetzt. Daran schließen dann die Elbmarschen mit der Wilstermarsch und der Kremper Marsch an.
Die ebenfalls sehr fruchtbare Ostküste ist durch Förden und Buchten in die hügeligen Halbinseln Angeln (Gebiet) Angeln, Schwansen, Dänischer Wohld und Wagrien gegliedert. Die Landschaften der Hüttener Berge und der Holsteinische Schweiz Holsteinischen Schweiz liegen im Binnenland an der Grenze zur Geest.
Die Geest selbst konnte aufgrund der für den Ackerbau wenig geeigneten Böden erst spät erschlossen werden - selbst die Versuche der Heide- und Moorkolonisation im 18. Jahrhundert können noch als gescheitert angesehen werden. Entsprechend dünn gesät sind hier die traditionellen Landschaften. Dabei sind besonders die Schleswigsche Geest auf der schon früh für den Verkehr wichtigen Landenge zwischen Schlei und der Eider mit der bereits genannten Südergosharde und der Landschaft Stapelholm zu nennen. Bei Neumünster liegt die Landschaft Naturpark Aukrug Aukrug, heute ein Naturpark, und östlich von Hamburg die Landschaft Stormarn, deren östlicher Teil heute den Kreis Stormarn bildet.
Historisch besteht Schleswig-Holstein aus den Landesteilen Schleswig (Land) Schleswig, Holstein, Lübeck und dem ehemaligen Herzogtum Lauenburg; die Grenze zwischen den Landesteilen Schleswig und Holstein wird durch die Flüsse Eider und Levensau (knapp nördlich von Kiel) markiert, sie bildete bis 1806 bzw. 1864 (deutsch-dänischer Krieg) auch die Nordgrenze des Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation Heiligen Römischen Reiches bzw. des Deutscher Bund Deutschen Bundes. Nachdem aus den Herzogtümern Schleswig und Holstein eine preußische Provinz gebildet worden war, wurde 1876 das Herzogtum Lauenburg als Landkreis angegliedert. Im Rahmen einer Gebietsarrondierung (Groß-Hamburg-Gesetz) fielen 1937 das bis dahin Großherzogtum Oldenburg oldenburgische ehemalige Fürstbistum Eutin, die Hansestadt Lübeck und die vormals Hamburger Exklaven Geesthacht, Großhansdorf und Schmalenbeck an Schleswig-Holstein. Im Tausch dafür gingen die holsteinischen Städte Hamburg-Altona Altona (bis dahin größte Stadt des Landes) und Wandsbek sowie mehrere Landgemeinden, darunter Blankenese, an Hamburg.
Natur- und Landschaftsschutz
Bild:SLH.nature.png thumb|National- und Naturparke in Schleswig-Holstein
Das Land beherbergt mit dem Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer den größten Nationalpark Mitteleuropas, das zum Teil auch als Biosphärenreservat ausgewiesen ist. Außerdem liegt mit den Naturschutzgebieten „Hohes Elbufer zwischen Tesperhude und Lauenburg“ und „Lauenburger Elbvorland“ als Kerngebieten ein - wenn auch geringer - Teil des Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe Biosphärenreservats Flusslandschaft Elbe in Schleswig-Holstein[InfoNet-Umwelt Schleswig-Holstein: [http://umwelt.schleswig-holstein.de/servlet/is/23716/bioelbe.htm Umweltbericht des Landes Schleswig-Holstein: Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe]].
Insgesamt wurden in den letzten 80 Jahren durch Landesverordnungen insgesamt 189 Naturschutzgebiete und 275 Landschaftsschutzgebiete festgelegt. Ohne den Nationalpark nehmen die Gebiete 2.000 km² ein, wovon etwa 1.600 km² Meer- oder Wattgebiete sind. Oft betreuen Naturschutzverbände die Gebiete aufgrund eines Vertrages mit dem Land. Zusätzlich bestehen fünf Naturparke, die in den Naturpark Hüttener Berge Hüttener Bergen, am Naturpark Westensee Westensee, in Naturpark Aukrug Aukrug, in der Naturpark Holsteinische Schweiz Holsteinischen Schweiz und um die Naturpark Lauenburgische Seen Lauenburgischen Seen liegen, von denen jedoch keiner Meeres- oder Küstengebiete einschließt. Unmittelbar an den Naturpark Lauenburgische Seen schließt in Mecklenburg-Vorpommern das Biosphärenreservat Schaalsee an.
Siehe auch: Liste der Gewässer in Schleswig-Holstein, Liste der Erhebungen in Schleswig-Holstein
Bevölkerung
In Schleswig-Holstein leben 2,82 Millionen Einwohner, die Bevölkerungsdichte von 179 Einwohnern/km² ist die sechstdünnste in Deutschland. In Schleswig-Holstein lebt sowohl eine Dänen dänische (im Landesteil Schleswig) als auch eine Friesen friesische (im Landesteil Schleswigs an der Nordseeküste) Minderheit. Die historisch angestammte Bevölkerung ist Sachsen (Volk) niedersächsischen, Jüten jütischen und Friesen friesischen Ursprungs, jedoch war Schleswig-Holstein nach dem zweiten Weltkrieg das westdeutsche Bundesland mit dem höchsten Anteil an Flüchtlingen und Vertriebenen an der Bevölkerung, vor allem aus Hinterpommern und Ostpreußen. So wuchs die Bevölkerung zwischen 1939 und 1949 um 1,1 Millionen.
Der Altersaufbau und die Geschlechterverteilung entspricht weitgehend der in der gesamten Bundesrepublik. 45,7% der Frauen sind verheiratet, 12,9 % verwitwet und 6,4 % geschieden. Bei den Männern sind es 47,7 %, 2,6 % und 5,4 %.
Die Bevölkerungsdichte ist ungleichmäßig verteilt. Neben den kreisfreien Städten ist das Hamburger Umland, insbesondere die Kreise Kreis Pinneberg Pinneberg und Kreis Stormarn Stormarn dicht besiedelt, der Landesteil Südschleswig und der Kreis Dithmarschen dagegen sehr dünn.
Sowohl aufgrund der abgeschiedenen Geografie geografischen Lage als auch aufgrund der eher schwachen Wirtschaftsentwicklung hat Schleswig-Holstein den niedrigsten Anteil von Ausländern eines der westdeutschen Länder. (1994: 5,1 %). Von den 140.000 hier lebenden Ausländern kommen gut drei Viertel aus Europa, davon 22 % der gesamten Ausländer aus den alten Ländern der Europäische Union Europäischen Union. Die größte Gruppe aller Ausländer stellen (1999) mit 42.000 Türkei Türken und die zweitgrößte mit 14.000 Personen aus dem ehemaligen Jugoslawien.
Geschichte
Erste Besiedlung und Entstehung von Schleswig und Holstein
Bild:Megawal96.PNG thumb|right|250px|Megalithanlagen
Schleswig-Holstein wurde nach der letzten Eiszeit von Jägern und Sammlern besiedelt. Ab etwa 4000 v. Chr. kamen Ackerbauern ins Land, die zwischen 3500 und 2800 Megalithanlagen errichteten, von denen nur noch über 100 erhalten sind. Bis zum Frühmittelalter frühen Mittelalter entwickelten sich im heutigen Schleswig-Holstein vier Völker- und Sprachgruppen: Im nördlichen Teil bis zu einer Linie Eider – Treene – Eckernförde nordgermanische Dänen und Jüten, im nordwestlichen Teil Friesen, im südwestlichen Teil bis zu einer Linie Eider – Kiel – Preetz – Eutin – Elbe westgermanische Sachsen, im östlichen Teil slawische Abodriten (Volk) Abodriten. Im Zuge der Sachsenkriege kam der südliche Teil unter den Einfluss des Frankenreichs. Zwischen 768 und 811 kam es immer wieder zu Konfrontationen zwischen dem König des Frankenreiches und späteren christlichen Kaiser Karl der Große Karl dem Großen und den heidnischen Nordgermanen, in deren Zuge auch das Danewerk errichtet und ausgebaut wurde. 811 wurde in einem Friedensvertrag die Eider als Grenze zwischen dem Fränkisches Reich Karolinger- und dem Dänemark Dänenreich festgeschrieben. Mit der zunehmenden Besiedlung im 12. und 13. Jahrhundert verlor die Eidergrenze ihre tatsächliche Bedeutung als Trennungslinie, sie blieb aber bis zum Ende des ''Heiligen Römischen Reiches'' 1806 bzw. bis 1864 als Grenze zwischen Herzogtum Schleswig Schleswig und Herzogtum Holstein Holstein bestehen. Bis zur Einführung des Bürgerlichen Gesetzbuchs 1900 war sie noch eine juristische Grenze, da in Schleswig bis damals noch das dänische Jütisches Recht Jydske Lov galt. Ab 1111 wuchs beiderseits der Eider die Eigenständigkeit, aus der die Herzogtümer Herzogtum Schleswig Schleswig und Herzogtum Holstein Holstein (damals noch als Grafschaft) hervorgingen. Zugleich wurden zwischen den beiden Gebieten immer engere politische und wirtschaftliche Verbindungen geknüpft.
Herrschaft der Schauenburger
Im frühen 13. Jahrhundert versuchte der Dänemark dänische König, auch Holstein in sein Reich zu integrieren, er scheiterte aber nach anfänglichen Erfolgen 1227 in der Schlacht von Bornhöved am Widerstand norddeutscher Fürsten. Nachdem holsteinische Grafen im 14. Jahrhundert ihren Einfluss weit nach Jütland hinein ausdehnen konnten, gelang es Margarethe I. (Dänemark, Norwegen und Schweden) Margarethe I. um 1400 wieder die dänische Lehen Lehnshoheit in Schleswig zu erlangen. Sie musste aber auch die Besitzansprüche der holsteinischen Adel Adligen in Schleswig anerkennen. 1386 zeigten sich die beiden Gebiete erstmalig vereint im Wappen, als die Grafen von Schauenburg und Holstein Schauenburger Grafen Schleswig als dänisches Lehen erhielten. Im Einzelnen ist die Territorialgeschichte Schleswigs und Holsteins durch zahlreiche Erbteilungen und Heimfälle sehr verwickelt. Der Dynastie der Grafen von Schauenburg und Holstein Schauenburger gelang es jedoch, eine schleswig-holsteinische Herrschaft zu errichten, so dass im Spätmittelalter von Schleswig-Holstein als einem faktisch zusammenhängenden Territorium gesprochen werden kann.
Dänische Regentschaft
1460 wählte die schleswig-holsteinische Ritterschaft nach dem Aussterben der ''Schauenburger'' in direkter Linie (1459) den dänischen König Christian I. (Dänemark, Norwegen und Schweden) Christian I. aus dem Haus Oldenburg, einen Neffen des letzten Schauenburgers Adolf VIII., zum Landesherrn. Nach dem Vertrag von Ripen (1460), der die Unteilbarkeit des Landes festschreiben sollte, blieb Schleswig-Holstein bis 1864 in einer ''Personalunion'' mit Dänemark verbunden. Der dänische König regierte Schleswig und Holstein also nicht in seiner Eigenschaft als König, sondern als Herzog der beiden Gebiete, wobei Herzogtum Schleswig Schleswig allerdings ein königlich-dänisches Lehen blieb, während Herzogtum Holstein Holstein weiterhin zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation gehörte und damit Reichslehen war.
Während der frühen Neuzeit zerfielen Schleswig und Holstein wiederholt aufgrund von Erbteilungen in mehrere kleinere Herrschaften, unter diesen war das Herzogtum Schleswig-Holstein-Gottorf das bedeutendste: Den Gottorfer Herzögen war unter anderem die Gründung der Universität Kiel zu verdanken. Erst seit 1773 befanden sich Schleswig und Holstein wieder fast ganz unter der Herrschaft des dänischen Königs.
Nationalismus und deutsche Einigungskriege
Der im 19. Jahrhundert sowohl in Dänemark wie auch in Deutschland aufkommende Nationalismus führte zu einem Gegensatz hinsichtlich der Zugehörigkeit der sogenannten Elbherzogtümer, der in zwei Kriegen mündete. Umstritten war dabei nicht das ausschließlich deutsch besiedelte Holstein, das ja seit dem frühen Mittelalter zum Heiliges Römisches Reich Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation und nach 1815 auch zum Deutscher Bund Deutschen Bund gehörte und lediglich vom dänischen König regiert wurde, sondern das Herzogtum Schleswig: Sowohl in Deutschland wie in Dänemark wurde das Land von den national gesinnten Liberalen zur Gänze beansprucht, obwohl es in einen überwiegend dänischsprachigen und dänischgesinnten Norden und einen überwiegend deutschsprachigen und deutschgesinnten Süden geteilt war. In dem Sylter Nordfriesen Uwe Jens Lornsen fand der deutschsprachige und deutschgesinnte Süden Schleswigs 1830 einen ersten wortgewaltigen Fürsprecher. Seit Anfang der 1840er Jahre versuchten sowohl deutsche als auch dänische Nationalliberalismus Nationalliberale in Schleswig Einfluss zu gewinnen, so dass sich ein Konflikt abzeichnete. Dieser brach im Zusammenhang mit der Märzrevolution 1848 offen aus. In Kiel wurde eine provisorische Regierung ausgerufen, die die Aufnahme eines vereinten Schleswig-Holsteins in den Deutschen Bund verlangte, während gleichzeitig in Kopenhagen eine nationalliberale Regierung ernannt wurde, der mehrere sogenannte ''Eiderdänen'' angehörten, deren Ziel die verfassungsmäßige Eingliederung Schleswigs in das Dänemark Dänische Reich war. Die Unvereinbarkeit beider Forderungen führte zum '''Schleswig-Holsteinischer Krieg (1848-1851) Schleswig-Holsteinischen Krieg von 1848–1851''', in dem die deutsch gesinnten Schleswig-Holsteiner (zunächst noch vergeblich) versuchten, die dänische Oberhoheit zu beenden. Nach dem Willen der deutschen Nationalliberalen sollte auch Schleswig ein Mitglied des ''Deutschen Bundes'' werden und vereint mit Holstein ein souveräner Staat unter Regierung des Herzogs von Augustenburg werden. Zunächst wurden die deutschen Schleswig-Holsteiner dabei von der Frankfurter Nationalversammlung Paulskirchenversammlung unterstützt, doch auf Druck der europäischen Großmächte zogen sich die preußischen Armeen und die Bundestruppen zurück und überließen die Kieler Regierung ihrem Schicksal. Der dänische Sieg bei ''Idstedt'' 1850 beendete vorerst die deutschen Hoffnungen auf ein deutsches Schleswig-Holstein, der ''status quo ante'' wurde wiederhergestellt – auch auf internationalen Druck. Und am 2. Juli 1850 wurde schließlich der Frieden von Berlin (1850) Frieden von Berlin zwischen dem Deutscher Bund Deutschen Bund und Dänemark geschlossen. Eine Antwort auf die Schleswig-Holsteinische Frage konnte jedoch nicht gefunden werden.
Als Dänemark im November 1863 eine Verfassung verabschiedete, die auch in Schleswig gelten sollte und damit die Friedensbestimmungen von 1851 brach, ergriff der preußische Kanzler Otto von Bismarck Bismarck die Chance, die schleswigsche Frage im deutschen Sinne zu lösen. Nach der Verstreichung eines sehr kurzen Ultimatums erklärten Preußen und Österreich Dänemark den Krieg. Den '''Deutsch-Dänischer Krieg Deutsch-Dänischen Krieg''' konnten Preußen und Österreich im April 1864 für sich entscheiden. Verhandlungen über eine Teilung Schleswigs führten nicht zu einer Lösung, so dass Schleswig-Holstein zunächst unter eine gemeinsame Verwaltung durch Preußen und Österreich kam – im Gegensatz zu den ursprünglichen Zielen der deutschen Schleswig-Holsteiner wurden die Herzogtümer also nicht unabhängig. Nur kleine Teile im Norden Schleswigs blieben dänisch, wie z. B. die Insel Ærø und sieben Kirchspiele südlich von Kolding; dafür gab die dänische Krone ihre Ansprüche auf einige Enklaven auf, die nicht zu Schleswig gehört hatten (Møgeltønder, Listland/Sylt, Amrum, Westerland/Föhr). Nach dem Preußisch-Österreichischer Krieg Preußisch-Österreichischen Krieg 1866 wurde Schleswig-Holstein 1867 als Ganzes eine Provinz Schleswig-Holstein preußische Provinz und damit 1871 Teil des Deutsches Reich Deutschen Reiches. Die Schleswig-Holsteinische Frage war ein zentraler Aspekt der Politik Otto von Bismarck Bismarcks, die schließlich zur Reichseinigung 1871 führte.
Jüngere Geschichte
Abgeschlossen wurde die Völkerrecht völkerrechtliche Auseinandersetzung mit Dänemark jedoch erst 1920, als unter dem Druck und der Aufsicht der Siegermächte des Erster Weltkrieg Ersten Weltkriegs die im ''Vertrag von Prag'' 1866 zwischen Preußen und Österreich festgeschriebene Volksabstimmung in den nördlichen Teilen Schleswigs stattfand. Deutschland musste als Verlierer des Krieges einen ungünstigen Zuschnitt der Stimmbezirke sowie unvorteilhafte Abstimmungsmodi (en bloc im Norden, gemeindeweise in Mittelschleswig) akzeptieren, was unter anderem zum Verlust der überwiegend deutschgesinnten Städte Apenrade, Sonderburg und Tondern sowie der grenznahen deutschgesinnten Teile des Kreises Tondern führte (siehe auch Nordschleswig). Der mittlere Stimmbezirk (mit Flensburg) war besonders hart umstritten und entschied sich dann für die Zugehörigkeit zum Deutschen Reich. 1955 kam es dann zu einer endgültigen Einigung zwischen Dänemark und Deutschland, die insbesondere den Status und die Sonderrechte der jeweiligen Nationale Minderheit Minderheiten regelte. Trotz kleinerer Streitigkeiten leben Deutsche und Dänen nun seit Jahrzehnten friedlich miteinander.
Während der späten 1920er Zwanziger Jahre war Schleswig-Holstein, insbesondere das an der Westküste gelegenen Dithmarschen eine der Hochburgen des Nationalsozialismus. Die ''Blutnacht von Wöhrden'' wurde von der nationalsozialistischen Bewegung deutschlandweit zu Propagandazwecken ausgeschlachtet. Bereits 1930 konnte die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei NSDAP in dieser Gegend gut 70 % der Wählerstimmen für sich verbuchen. 1938 brannten auch in Schleswig und Holstein (etwa in Kiel) die Synagogen; es gab auch einige kleinere Konzentrationslager.
Nach dem Zweiter Weltkrieg Zweiten Weltkrieg war Schleswig-Holstein Hauptansiedlungsgebiet für Vertreibung Vertriebene, insbesondere aus Ostpreußen und Pommern und Hamburger Ausgebombte. Die Bevölkerungszahl, die 1939 noch 1,6 Millionen Einwohner betragen hatte, stieg bis 1949 auf 2,7 Millionen Einwohner. Unter allen Flächenländern war der Anteil an Flüchtlingen im Vergleich zur eingesessenen Bevölkerung in Schleswig-Holstein am höchsten.
Die Schleswig-Holstein wurde bereits 1949 von der britischen Militärverwaltung wieder eingerichtet, formal zunächst noch als preußische Provinz. Der Christdemokrat Theodor Steltzer, der dem militärischen Widerstand gegen das NS-Regime nahegestanden hatte, wurde im November als Oberpräsident an die Spitze der Verwaltung berufen, später zum ersten Ministerpräsidenten ernannt. Am 26. Februar 1946 trat der erste Landtag Schleswig-Holstein Landtag zusammen, der noch nicht gewählt, sondern von der Militärregierung ernannt worden war. Am 25. Februar 1946 löste der Alliierte Kontrollrat mit dem Kontrollratsgesetz Nr. 46 Preußen auf. Damit war Schleswig-Holstein auch keine preußische Provinz mehr. Erst am 23. August 1946 entstand durch alliierten Beschluss das ''selbständige Land Schleswig-Holstein'', Hauptstadt wurde Kiel. Am 20. April 1947 wurde erstmals ein Landtag gewählt. Bundesland wurde Schleswig-Holstein mit der 1949 von diesem Landtag verabschiedeten Landes''satzung'', die am 12. Januar 1950 in Kraft trat. Erst die nach der Verfassungsreform am 30. Mai 1990 vom Landtag verabschiedete Verfassung trug auch den Namen Landes''verfassung''.
''Siehe auch:'' Bundesland (Deutschland)#Geschichte der deutschen Länder Geschichte der deutschen Bundesländer
Am 29. März 1955 wurden die Bonn-Kopenhagener Erklärungen unterzeichnet, in der die Bundesrepublik und Dänemark jeweils für die jeweilige Dänische Minderheit Minderheit der anderen Nationalität auf ihrem Gebiet Schutzrechte vereinbarten. Dieses Abkommen gilt bis heute als Modell für die einvernehmliche Lösung von Minderheitenfragen.
Einige der heftigsten Proteste gegen Atomkraftwerke in Deutschland fanden Ende der 1970er bis Anfang der 1980er Jahre um die Baustelle des Kernkraftwerk Brokdorf Kernkraftwerks Brokdorf statt.
Einschneidendstes Naturereignis in der Landesgeschichte dürfte die "Schneekatastrophe in Norddeutschland 1978 Schneekatastrophe" am Jahreswechsel 1978/79 gewesen sein.
Den größten Skandal der Nachkriegsgeschichte stellte die Barschel-Affäre 1987/1988 88 dar. Dieser Skandal erfuhr dann 1993 noch eine Fortsetzung mit der Schubladen-Affäre, als deren Folge Heide Simonis die erste und bislang einzige Frau an der Spitze eines Bundeslandes wurde.
Zuletzt rückte Schleswig-Holstein in den Mittelpunkt des Interesses, als im März 2005 die Wiederwahl von Simonis zur Ministerpräsidentin spektakulär im Landtag scheiterte, was zu einer Großen Koalition in Kiel führte und vielfach auch als bundespolitisches Signal gesehen wurde.
Literatur
*Ulrich Lange (Hrsg.): ''Geschichte Schleswig-Holsteins.'' Neumünster (Wachholtz) 2003, ISBN 3-529-02440-6
*Jann Markus Witt/Heiko Vosgerau (Hrsg.): ''Schleswig-Holstein von den Ursprüngen bis zur Gegenwart. Eine Landesgeschichte.'' Hamburg: Convent-Verlag, 2002, ISBN 3-934613-39-X
*Jürgen H. Ibs/Eckart Dege/Henning Unverhau (Hrsg.): ''Historischer Atlas Schleswig-Holstein.'' Bd. I–III. Neumünster (Wachholtz)
*Bohn, Robert: ''Geschichte Schleswig-Holsteins'', München (Verlag C.H. Beck) 2006. ISBN 978 3 406 50891 2
Hoheitszeichen
{| border="0" cellpadding="5" cellspacing="1"
| style="background:#f0f0f0;" align="center" | Bild:Coat of arms of Schleswig-Holstein.svg 80px|Landeswappen
| style="background:#f0f0f0;" align="center" | Bild:Country symbol of Schleswig-Holstein.png 80px|Wappenzeichen
| style="background:#f0f0f0;" align="center" | Bild:Flag of Schleswig-Holstein.svg 120px|Landesflagge
| style="background:#f0f0f0;" align="center" | Bild:Flag of Schleswig-Holstein (state).svg 120px|Landesdienstflagge
|-
| style="background:#f0f0f0;" align="center" | Landeswappen
| style="background:#f0f0f0;" align="center" | Wappenzeichen
| style="background:#f0f0f0;" align="center" | Landesflagge
| style="background:#f0f0f0;" align="center" | Landesdienstflagge
|}
Flagge
Die Landesflagge besteht aus drei horizontalen Streifen. Der obere Streifen ist blau, der mittlere weiß und der untere rot. Die Farben sind aus dem Landeswappen genommen und sind 1840 zum ersten Mal von den deutschen Schleswig-Holsteinern im sich abzeichnenden deutsch-dänischen Konflikt um Herzogtum Schleswig Schleswig verwendet worden. Im Jahre 1949 wurde die Flagge offiziell von den Alliierten anerkannt.
Die Dienstflagge enthält im Gegensatz zur Landesflagge das Landeswappen. Bei offizieller Beflaggung wird die Dienstflagge gehisst.
Die Dienstflagge darf nur von den entsprechenden Behörden benutzt werden, die Landesflagge dagegen kann von jedermann frei benutzt werden, wovon hierzulande großzügig Gebrauch gemacht wird - etwa in Form von Flaggen im Vorgarten.
Schiffe führen eine Erkennungflagge in den Farben der Landesflagge.
''Siehe auch:'' Flagge Schleswig-Holsteins
Wappen
Das Wappen umfasst rechts das holsteinische Nesselblatt und links die Schleswigsche Löwen Schleswigschen Löwen.
''Eine genauere Beschreibung findet sich unter:'' Wappen Schleswig-Holsteins
Hymne
Das Schleswig-Holstein-Lied heißt offiziell ''Wanke nicht mein Vaterland'', der umgangssprachliche Name ist jedoch ''Schleswig-Holstein meerumschlungen''. Den Text hat Matthäus Friedrich Chemnitz verfasst, die Melodie ist von Carl Gottlieb Bellmann
Sprachen
Amtssprache ist Deutsche Sprache Deutsch. Die Niederdeutsche Sprache gilt als Regionalsprache, Dänische Sprache Dänisch und Friesische Sprache Friesisch als Minderheitensprachen. In grenznahen Gemeinden zwischen Niebüll und Flensburg wird daneben noch Südjütisch (Plattdänisch) gesprochen.
Zur Anwendung kommen Dänisch und Friesisch ausschließlich im Landesteil Südschleswig Schleswig im Norden des Landes. Im Kreis Nordfriesland finden sich auch zweisprachige Ortsschilder, so wird dem Besucher von Niebüll die Stadt auch als ''Naibel'' angekündigt.
Der Südosten des Landes war bis ins 12. Jahrhundert von Slawen slawischen Völkern besiedelt, was sich heute noch an einigen slawischstammigen Ortsnamen erkennen lässt (zum Beispiel Lübeck, Laboe, Eutin, Preetz, Ratzeburg)
''Siehe auch:'' Sprachen und Dialekte in Schleswig-Holstein, Schleswigsche Ortsnamen
Religion
Bild:ReligionszugehörigkeitSH.PNG thumb|Religionszugehörigkeit in Prozent
Schleswig-Holstein ist ein protestantisch geprägtes Land. 2004 gehörten 56,3 % der Bevölkerung der Nordelbische Evangelisch-Lutherische Kirche Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche an, 6,1 % waren 2003 Römisch-katholische Kirche römisch-katholisch. Über 37% der Bürger gehören keiner der großen Religionsgemenschaft an [http://www.ekd.de/download/kimi_2004.pdf].
25.000 Schleswig-Holsteiner bekennen sich zum Islam. Die evangelischen Freikirchen zählen etwa 15.000 Mitglieder, die evangelisch-lutherische Dänische Kirche in Südschleswig dänische Kirche umfasst etwa 6.800 Mitglieder und ungefähr 1.800 Bewohner des Landes sind Judentum Juden.
Die Nordelbische Evangelisch-Lutherische Kirche Nordelbische Kirche gliedert sich in drei Sprengel: Schleswig, Holstein-Lübeck und Hamburg, an deren Spitze jeweils ein Bischof bzw. eine Bischöfin steht. Schleswig-Holstein gehört zum Erzbistum Hamburg der Römisch-Katholischen Kirche.
Verwaltungsgliederung
Bild:Verwaltungsstruktur für Schleswig-Holstein.png thumb|400px|Verwaltungsstruktur für Schleswig-Holstein
Schleswig-Holstein erfuhr 1970/1974 74 eine Gebietsreform. Die Zahl der Landkreise wurde von 17 (siehe Preußen preußische Provinz Schleswig-Holstein) auf 11 gesenkt, die Zahl der Gemeinden sank mittelfristig von 1.371 (1959) auf 1.131 (1994) und die bisher 199 Amt (Kommunalrecht) Ämter wurden in jetzt 119 Ämter zusammengefasst. Gleichzeitig wurde die Fläche der vier kreisfreien Städte erheblich erweitert.
Schleswig-Holstein bestand am 31. Dezember 2002 aus insgesamt 11 Landkreisen und 1.130 Gemeinden. Von diesen Gemeinden haben 1.019 weniger als 2.000 Einwohner und werden deshalb von einem ehrenamtlichen Bürgermeister verwaltet. 62 Gemeinden besitzen das Stadtrecht. Stadtrecht kann eine Gemeinde erhalten, die mindestens 10.000 Einwohner besitzt, Städte die dieses aus alter Zeit haben, verlieren es aber nicht. In diesen Städten leben 1,5 Millionen der etwa 2,7 Millionen Einwohner des Landes. Der Kreis Pinneberg ist mit 290.000 Einwohner der bevölkerungsreichste des Landes, der Kreis Rendsburg-Eckernförde mit 2.400 km² der größte und damit fast so groß wie das Saarland.
Kreisgebietsreform 2010
Einige Kreise in der Metropolregion Hamburg diskutieren den Zusammenschluss zu einem großen Hamburger Umlandkreis. Auch auf Landesebene gibt es im politischen Raum Überlegungen, die Zahl der Landkreise auf sechs bis vier und die Zahl der kreisfreien Städte auf zwei oder keine zu reduzieren. Die neuen Kreise sollen im Jahr 2010 gebildet werden. Im Mai 2010 sollen die neuen Kreisparlamente gewählt werden.
Kreise
(in Klammern die Kreisstädte und die Kfz-Kennzeichen)
Bild:Schleswig-Holstein Kreise (nummeriert).svg 401px|right
{|
# Kreis Dithmarschen Dithmarschen (Heide (Holstein) Heide, HEI)
# Kreis Herzogtum Lauenburg Herzogtum Lauenburg (Ratzeburg, RZ)
# Kreis Nordfriesland Nordfriesland (Husum, NF)
# Kreis Ostholstein Ostholstein (Eutin, OH)
# Kreis Pinneberg Pinneberg (Pinneberg, PI) (mit Helgoland)
# Kreis Plön Plön (Plön, PLÖ)
# Kreis Rendsburg-Eckernförde Rendsburg-Eckernförde (Rendsburg, RD)
# Kreis Schleswig-Flensburg Schleswig-Flensburg (Schleswig (Stadt) Schleswig, SL)
# Kreis Segeberg Segeberg (Bad Segeberg, SE)
# Kreis Steinburg Steinburg (Itzehoe, IZ)
# Kreis Stormarn Stormarn (Bad Oldesloe, OD)
|}
Kreisfreie Städte
(in Klammern die Kfz-Kennzeichen)
{|
|
* Flensburg (FL)
* Kiel (KI)
* Lübeck (HL)
* Neumünster (NMS)
|}
Es gab Überlegungen seitens der Stadt Neumünster, sich zwecks Kosteneinsparungen dem Kreis Segeberg anzuschließen, diese wurden aber wieder verworfen. Aktuelle Überlegungen besagen, dass die Stadt in den Kreis Rendsburg-Eckernförde übergeht.
''Siehe auch:'' [http://www.abendblatt.de/daten/2004/09/22/343707.html Artikel im Hamburger Abendblatt] und [http://www.kn-online.de/news/archiv/?id=2106957 in den Kieler Nachrichten]
Einen Sonderstatus nimmt seit dem 1. Januar 2005 die Stadt Norderstedt als "Große kreisangehörige Stadt" an, der gem. § 135 a Gemeindeordnung Schleswig-Holstein eine Experimentierklausel ermöglicht wurde. Dies bedeutet, dass einige Aufgaben über einen öffentlich-rechtlichen Vertrag vom Kreis (hier: Segeberg) an die Stadt übertragen werden können.
Städte und Gemeinden
Bild:Rathaus-kiel.jpg thumb|Blick auf das Kieler Rathaus
Bild:Lübeck_Holstentor.jpg thumb|Lübecker Holstentor
Bild:Flensburg.jpg thumb|Flensburger Ostufer
'''Größte Städte und Gemeinden'''
{| class="prettytable"
!Stadt/ Gemeinde
!Kreis
!Einwohner 31. Dezember 2000
!Einwohner 30. September 2006
|-
|Kiel
| align="right" |Kiel (Stadt)
| align="right" |232.612
| align="right" |234.358
|-
|Lübeck
| align="right" |Lübeck (Stadt)
| align="right" |213.399
| align="right" |211.281
|-
|Flensburg
| align="right" |Flensburg (Stadt)
| align="right" |84.281
| align="right" |86.479
|-
|Neumünster
| align="right" |Neumünster (Stadt)
| align="right" |79.831
| align="right" |78.177
|-
|Norderstedt
| align="right" |Segeberg
| align="right" |71.523
| align="right" |71.550
|-
|Elmshorn
| align="right" |Pinneberg
| align="right" |47.391
| align="right" |48.267
|-
|Pinneberg
| align="right" |Pinneberg
| align="right" |39.423
| align="right" |41.778
|-
|Itzehoe
| align="right" |Steinburg
| align="right" |33.549
| align="right" |33.049
|-
|Wedel
| align="right" |Pinneberg
| align="right" |32.060
| align="right" |31.956
|-
|Ahrensburg
| align="right" |Stormarn
| align="right" |29.117
| align="right" |30.094
|-
|Geesthacht
| align="right" |Herzogtum Lauenburg
| align="right" |29.106
| align="right" |29.450
|-
|Rendsburg
| align="right" |Rendsburg-Eckernförde
| align="right" |29.321
| align="right" |28.489
|-
|Henstedt-Ulzburg
| align="right" |Segeberg
| align="right" |24.950
| align="right" |26.340
|-
|Reinbek
| align="right" |Stormarn
| align="right" |24.570
| align="right" |25.688
|-
|Bad Oldesloe
| align="right" |Stormarn
| align="right" |23.314
| align="right" |24.094
|-
|Schleswig (Stadt) Schleswig
| align="right" |Schleswig-Flensburg
| align="right" |25.093
| align="right" |24.077
|-
|Eckernförde
| align="right" |Rendsburg-Eckernförde
| align="right" |23.304
| align="right" |23.117
|-
|Husum
| align="right" |Nordfriesland
| align="right" |20.994
| align="right" |20.800
|-
|Heide (Holstein) Heide
| align="right" |Dithmarschen
| align="right" |20.530
| align="right" |20.721
|-
|Quickborn (Kreis Pinneberg) Quickborn
| align="right" |Pinneberg
| align="right" |19.875
| align="right" |20.188
|}
Schleswig-Holstein zeichnet sich durch eine große Zahl von Gemeinden mit weniger als 500 Einwohnern aus. Im Gegensatz zu den meisten anderen Bundesländern änderte daran auch die durchgeführte Gebietsreform nichts. 1.026 kleinere Gemeinden sind in 119 Amt (Kommunalrecht) Ämtern (im Kreis Dithmarschen: Amt Kirchspielslandgemeinde) zusammengefasst, um die Verwaltungsaufgaben effektiver zu gestalten (Stand: 31. Dezember 2002).
So ist Arnis (Stadt) Arnis mit seinen 365 Einwohnern die kleinste Stadt Deutschlands.
Wiedenborstel ist die kleinste eigenständige Gemeinde Deutschlands. Sie besteht aus einem Haus und hatte in den letzten Jahren zwischen zwei und sieben Einwohnern.
''Siehe auch:'' Liste der Städte und Gemeinden in Schleswig-Holstein.
Regionen
*Angeln (Gebiet) Angeln
*Dänischer Wohld
*Dithmarschen
*Eiderstedt
*Holsteinische Schweiz
*Elbmarschen Holsteinische Elbmarschen
*Naturpark Lauenburgische Seen Herzogtum Lauenburg
*Nordfriesland
*Probstei (Region) Probstei
*Schleswigsche Geest
*Schwansen
*Kreis Steinburg Steinburg
*Kreis Stormarn Stormarn
*Wagrien
*Mittelholstein
Staatsaufbau
Verfassung
Schleswig-Holstein ist laut Artikel 1 seiner Verfassung vom 12. Januar 1950 ein Gliedstaat der Bundesrepublik Deutschland. In Folge der Barschel-Affäre 1987 wurden vom Untersuchungsausschuss strukturelle Änderungen angeregt. Eine eingesetzte Enquête-Kommission erstellte Vorschläge zu einer Verfassungs- und Parlamentsreform und legte 1989 ihren Schlussbericht vor. Daraufhin wurde die Verfassung geändert und auch von ''Landessatzung'' in ''Landesverfassung'' umbenannt. Sie wurde am 30. Mai 1990 vom Landtag verabschiedet. Die Verfassung enthält seitdem auch Staatszielbestimmungen, z. B. den Minderheitenschutz der Friesen friesischen und der Dänische Minderheit dänischen Volksgruppe im Land (Art. 5), die Förderung der Gleichberechtigung Gleichstellung von Mann und Frau (Art. 6), den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen (Art. 7) oder Schutz und Förderung der Kultur (Art. 9).
Im Vergleich zu anderen deutschen Landesverfassungen hat die Verfassung weitreichende Elemente der Direkte Demokratie direkten Demokratie. Wie in allen anderen deutschen Ländern geht die Staatsgewalt vom Volke aus, das heißt, das Volk bekundet seinen Willen in Wahlen und Abstimmungen im Lande, in den Gemeindearten in Deutschland Gemeinden und den Gemeindeverbänden.
Die Verfassung verliert vorbehaltlich anderweitiger Bundesgesetz (Deutschland) bundesgesetzlicher Regelung ihre Geltung an dem Tag, an dem eine Neugliederung des Bundesgebietes in Kraft tritt.
Landtag
Bild:Landtag-Kiel.jpg thumb|left|Landeshaus mit Plenarsaal
Der Landtag Schleswig-Holstein Landtag ist das vom Volk gewählte oberste Organ der politischen Willensbildung und führt somit die Legislative legislative Gewalt aus. Der Landtag wählt die Ministerpräsidentin oder den Ministerpräsidenten. Außerdem kontrolliert er mit der Rechtsprechung die ausführende Gewalt. Der Landtag besteht in der Regel (ohne Überhangmandate) aus 69 Abgeordneten (siehe Tabelle). Sie werden nach einem Verfahren gewählt, das die Persönlichkeitswahl mit den Grundsätzen der Verhältniswahl verbindet.
{{Navigationsleiste Mitglieder des Landtages von Schleswig-Holstein}}
Landesregierung
Die Landesregierung ist im Bereich der Exekutive vollziehenden Gewalt oberstes Leitungs-, Entscheidungs- und Vollzugsorgan. Sie besteht aus der Ministerpräsidentin oder dem Ministerpräsidenten und den Minister Landesministerinnen und Landesministern.
Die Ministerpräsidentin oder der Ministerpräsident wird vom Landtag ohne Aussprache gewählt. Sie oder er beruft und entlässt die Landesministerinnen und Landesminister und bestellt aus diesem Kreis für sich eine Vertreterin oder einen Vertreter.
Zur Ministerpräsidentin oder zum Ministerpräsidenten ist gewählt, wer die Stimmen der Mehrheit der Mitglieder des Landtages auf sich vereinigt (Absolute Mehrheit).
Erhält im ersten Wahlgang niemand diese Mehrheit, so findet ein neuer Wahlgang statt. Kommt die Wahl auch im zweiten Wahlgang nicht zustande, so ist gewählt, wer in einem weiteren Wahlgang die meisten Stimmen erhält.
Rechtsprechung
Die Judikative rechtsprechende Gewalt ist den Richter Richterinnen und Richtern anvertraut; sie wird im Namen des Volkes ausgeübt. Die Richterinnen und Richter sind unabhängig und nur dem Gesetz unterworfen.
Als kleines Bundesland verfügt Schleswig-Holstein lediglich über ein einziges Oberlandesgericht mit Sitz in Schleswig. Ein eigenes Oberverwaltungsgericht wurde erst 1991 mit dem Schleswig-Holsteinisches Oberverwaltungsgericht Schleswig-Holsteinischen Oberverwaltungsgericht in Schleswig (Stadt) Schleswig errichtet. Bis dahin war das OVG Lüneburg aufgrund eines Staatsvertrag Staatsvertrages zwischen Niedersachsen und Schleswig-Holstein gem. § 3 Abs. 2 Verwaltungsgerichtsordnung VwGO als gemeinsames Oberverwaltungsgericht für die Länder Niedersachsen und Schleswig-Holstein zuständig.
Schleswig-Holstein verfügt noch immer als einziges Bundesland (Deutschland) Bundesland über keine eigene Verfassungsgerichtsbarkeit. Statt dessen hat das Land in Artikel 44 der Landesverfassung und gemäß Artikel 99 des Grundgesetz Grundgesetzes die Entscheidung von Verfassungsstreitigkeiten innerhalb des Landes dem Bundesverfassungsgericht übertragen.
Die Frage, ob in Schleswig-Holstein ein eigenes Landesverfassungsgericht errichtet werden soll, wurde bereits während der Verfassungsreform von 1990 diskutiert. Damals fand sich jedoch nicht die hierfür nötige Zweidrittelmehrheit im Landtag. Im November 2004 wurde, wie auch schon Ende der 90er Jahre, im Schleswig-Holsteinischen Landtag über die Einrichtung eines Landesverfassungsgerichts diskutiert. Grund für diese Überlegung ist u.a. die lange Verfahrensdauer vor dem Bundesverfassungsgericht. So werden dort beispielsweise Entscheidungen über die Zulässigkeiten von Volksinitiative Volksinitiativen erst Jahre nach deren Abstimmungen im Landtag getroffen, oft dann schon in der nächsten Legislaturperiode. Auch seien Richterinnen und Richter aus Schleswig-Holstein in den Bundesgericht (Deutschland) Bundesgerichten unterrepräsentiert.
Das Bündnis 90/Die Grünen sprach sich für eine Schaffung eines solchen Gerichts unter Einsatz von nebenamtlichen Richtern und organisatorischer Anbindung an ein bestehendes Gericht aus. Der Koalitionsvertrag zwischen CDU und SPD vom 16. April 2005 sieht nun vor, ein Landesverfassungsgericht zu schaffen, bei dem auch die richterlichen Mitglieder ihre Tätigkeit ehrenamtlich ausüben (Punkt 7.b.).
Direkte Demokratie
= Initiative aus dem Volk
=
Alle Bürgerinnen und Bürger haben das Recht, den Landtag im Rahmen seiner Entscheidungszuständigkeit mit bestimmten Gegenständen der politischen Willensbildung zu befassen. Einer Initiative kann auch ein mit Gründen versehener Gesetzentwurf zugrunde liegen; er darf den Grundsätzen des demokratischen und sozialen Rechtsstaates nicht widersprechen. Die Initiativen müssen von mindestens 20.000 Stimmberechtigten unterzeichnet sein. Ihre Vertreterinnen und Vertreter haben das Recht auf Anhörung.
Initiativen über den Haushalt des Landes, über Dienst- und Versorgungsbezüge sowie über öffentliche Abgaben sind jedoch unzulässig.
= Volksbegehren
=
Stimmt der Landtag dem Gesetzentwurf oder der Vorlage innerhalb einer Frist von vier Monaten nicht zu, so sind die Vertreterinnen und Vertreter der Volksinitiative berechtigt, die Durchführung eines Volksbegehrens zu beantragen.
Der Landtag entscheidet nun, ob das beantragte Volksbegehren zulässig ist.
Ein Volksbegehren ist dann zustande gekommen, wenn mindestens 5 % der Stimmberechtigten innerhalb eines halben Jahres dem Volksbegehren zugestimmt haben.
= Volksentscheid
=
Ist ein Volksbegehren zustande gekommen, so muss innerhalb von neun Monaten über den Gesetzentwurf oder die andere Vorlage ein Volksentscheid herbeigeführt werden. Der Landtag kann einen eigenen Gesetzentwurf oder eine andere Vorlage zur gleichzeitigen Abstimmung stellen. Ein Volksentscheid findet nicht statt, wenn der Landtag das Gesetz schon verabschiedet hat, so dass ein Volksentscheid überflüssig geworden ist und wenn das Bundesverfassungsgericht auf Antrag des Landtages oder der Landesregierung das Volksbegehren als verfassungswidrig eingestuft hat.
Der Gesetzentwurf oder die andere Vorlage ist durch Volksentscheid angenommen, wenn die Mehrheit derjenigen, die ihre Stimme abgegeben haben, jedoch mindestens ein Viertel der Stimmberechtigten, zugestimmt hat. Eine Verfassungsänderung durch Volksentscheid bedarf der Zustimmung von zwei Dritteln derjenigen, die ihre Stimme abgegeben haben, jedoch mindestens die Hälfte der Stimmberechtigten. In der Abstimmung zählen nur die gültigen Ja- und Nein-Stimmen.
Gesetzgebung
Die Gesetzentwürfe werden von der Landesregierung oder von einzelnen oder mehreren Abgeordneten des Landtages oder durch Initiativen aus dem Volk eingebracht. Die Gesetze werden durch den Landtag oder durch Volksentscheid beschlossen.
Verfassungsänderung Gesetze die die Verfassung ändern bedürfen der Zustimmung von zwei Dritteln der Mitglieder des Landtages sowie der Zustimmung des Volkes. Außerdem müssen sie den Wortlaut des ändernden Verfassungstextes ausdrücklich ändern und ergänzen.
Politik
Bild:Sitzverteilung Landtag Schleswig-Holstein.png 250px|right|Sitzverteilung im Landtag
Schleswig-Holstein ist ein ebenso ländlich wie protestantisch geprägtes Land. In der Nachkriegszeit konnte der Bund der Heimatvertriebenen und Entrechteten fast 25 % der Wähler hinter sich bringen. Mit dem Abgleiten in die bundespolitische Bedeutungslosigkeit verlor er aber auch hier seine Wähler. In den 1960er sechziger Jahren (Nationaldemokratische Partei Deutschlands NPD) und in den neunziger Jahren (Deutsche Volksunion DVU) konnten rechtsextreme Parteien Wahlerfolge bei Landtagswahlen verbuchen, diese aber nicht wiederholen.
In Schleswig-Holstein sind die Stimmenanteile der Freie Demokratische Partei FDP und der Bündnis 90/Die Grünen Grünen meistens geringer als in anderen Bundesländern. Die Regionale Stimmenverteilung innerhalb des Bundeslandes ist sehr verschieden. Tendenziell ist der Stimmenanteil der Sozialdemokratische Partei Deutschlands SPD in den Kreisfreien Städten und im Umland Hamburgs höher, der Stimmenanteil der CDU ist tendenziell höher in den Kreisen Nordfriesland und Dithmarschen, sowie in den ländlichen Gemeinden der Kreise Steinburg, Rendsburg-Eckernförde und Segeberg.
Eine Besonderheit in der Parteienlandschaft Schleswig-Holsteins ist der Südschleswigscher Wählerverband Südschleswigsche Wählerverband, der die Interessen der Dänen dänischen und eines kleinen Teils der Friesen friesischen Minderheit vertritt. Er ist bei Landtagswahlen von der 5-Prozent-Hürde nach Wahlgesetz für den Landtag von Schleswig-Holstein [http://sh.juris.de/sh/WahlG_SH_P3.htm § 3 Abs. 1 Satz 2] ausgenommen.
Siehe auch Ergebnisse aller Landtagswahlen in der Bundesrepublik Deutschland#Landtag in Schleswig-Holstein Ergebnisse aller Landtagswahlen in der Bundesrepublik Deutschland
Die Landespolitik in Schleswig-Holstein setzt auf die Kooperation mit dem wirtschaftlich stärkeren Nachbarn Hamburg, steht aber dem vom Nachbarn angeregten Nordstaat skeptisch gegenüber. Nach einer repräsentativen Umfrage der Unternehmerverbände Nord, die bereits grenzüberschreitend arbeiten, waren jüngst 52 % der Bevölkerung bereits für das Zusammengehen mit Hamburg in einem neuen Bundesland.
Landesregierung
Die Regierung wird seit 27. April 2005 von einer großen Koalition aus CDU und SPD getragen:
* Peter Harry Carstensen (CDU), Ministerpräsident;
zu seinem Kabinett gehören:
* Ute Erdsiek-Rave (SPD), Ministerin für Bildung und Frauen und zugleich Stellvertreterin des Ministerpräsidenten,
* Rainer Wiegard (CDU), Minister für Finanzen,
* Ralf Stegner Dr. Ralf Stegner (SPD), Innenminister,
* Uwe Döring (SPD), Minister für Justiz, Arbeit und Europa,
* Christian von Boetticher Dr. Christian von Boetticher (CDU), Minister für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume,
* Gitta Trauernicht Dr. Gitta Trauernicht (SPD), Ministerin für Soziales, Gesundheit, Familie, Jugend und Senioren.
* Dietrich Austermann (CDU), Minister für Wissenschaft, Wirtschaft und Verkehr.
Ehemalige Ministerpräsidenten
Die Ministerpräsidenten ab 1945:
*1945–1947: Theodor Steltzer (1945/46 als Oberpräsident der Provinz Schleswig-Holstein)
*1947–1949: Hermann Lüdemann, Sozialdemokratische Partei Deutschlands SPD
*1949–1950: Bruno Diekmann, SPD
Die Ministerpräsidenten seit der Verfassung von 1950
*1950–1951: Walter Bartram, CDU
*1951–1954: Friedrich-Wilhelm Lübke, CDU
*1954–1963: Kai-Uwe von Hassel, CDU
*1963–1971: Helmut Lemke, CDU
*1971–1982: Gerhard Stoltenberg, CDU, siehe Liste der Ehrenbürger Schleswig-Holsteins
*1982–1987: Uwe Barschel, CDU
*1987–1988: Henning Schwarz, (2. Oktober–31. Mai kommissarisch)
*1988–1993: Björn Engholm, SPD
*1993–2005: Heide Simonis, SPD (siehe auch: Wahl des Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein 2005)
* seit 2005: Peter Harry Carstensen, CDU
{{Navigationsleiste Landesregierungen Schleswig-Holstein}}
Länderfusion
Im Gespräch ist immer wieder eine Fusion mehrerer norddeutscher Bundesländer. So wird insbesondere ein Zusammenschluss der Länder Schleswig-Holstein und Hamburg regelmäßig ins Gespräch gebracht. ''Siehe hierzu auch Nordstaat''.
Die 2-Euro-Münze mit Schleswig-Holstein-Motiv
Image:€2 commemorative coin Germany 2006.jpg thumb|2-Euro-Münze mit Holstentor-Motiv
Im Februar 2006 kamen die ersten Zwei-Euro-Münzen mit einem Bundesländermotiv heraus. Da Schleswig-Holstein zu dieser Zeit den Bundesratspräsidenten stellte, wurde ein Motiv aus diesem Bundesland gewählt. Rund 30 Millionen Münzen, die das Holstentor in Lübeck zeigen, repräsentieren Schleswig-Holstein in Europa, wo die (Gedenk-) Münzen offizielles Zahlungsmittel sind.
Siehe auch: Gedenkmünzen der Bundesrepublik Deutschland.
Wirtschaft
Bild:HDW Kiel.jpg Howaldtswerke-Deutsche_Werft AG.html" title="thumb thumb|[[Howaldtswerke-Deutsche Werft AG in Kiel.html" title="[[Howaldtswerke-Deutsche Werft AG">thumb|[[Howaldtswerke-Deutsche Werft AG in Kiel">[[Howaldtswerke-Deutsche Werft AG">thumb|[[Howaldtswerke-Deutsche Werft AG in Kiel
Schleswig-Holstein ist traditionell ein strukturschwaches Land mit nur zwei Großstädten, Kiel und Lübeck. Verhältnismäßig viele Einwohner arbeiten weiterhin in der Landwirtschaft. Produzierende Industrie entwickelte sich hier relativ spät und wurde schon früh wieder vom einsetzenden Strukturwandel betroffen. Auch die Wiedervereinigung von 1990, durch die Schleswig-Holstein vom Nehmer- zum Geberland im Länderfinanzausgleich wurde, hatte ökonomisch ungünstige Folgen; der Abbau von Bundeswehr und Marine traf die Wirtschaft des Bundeslandes besonders hart.
In ökonomischer Hinsicht lassen sich drei Großräume unterscheiden: das prosperierende Hamburger Umland in der Metropolregion Hamburg, auch "Speckgürtel" genannt (mit Maschinenbau und Dienstleistungen), die Westküste (Landwirtschaft, Tourismus, Windenergie) und die Hafenstädte an der Ostküste (insbesondere Flensburg, Kiel und Lübeck). In den letzten Jahren gewinnt der Seehandel mit dem Ostseeraum wieder an Bedeutung. Eine besondere Rolle spielen dabei die Jütlandlinie und die Vogelfluglinie wie auch der Lübecker Hafen als Wege nach Skandinavien, Finnland, Russland und das Baltikum. Kiel ist der nach Rostock bedeutendste Fährhafen Deutschlands.
In Schleswig-Holstein sind gut zwei Drittel der gesamten deutschen Fischereiflotte stationiert. Rund ein Viertel der deutschen Reedereien sind im Land angesiedelt; etwa 20 % des deutschen Umsatzes im Schiffbau werden hier erwirtschaftet. Vor allem die Werft HDW in Kiel ist auch international sehr erfolgreich.
Schleswig-Holstein hat an drei Standorten Kernkraftwerke, in Brunsbüttel, Brokdorf und Krümmel.
Der Tourismus in Schleswig-Holstein hat eine weit größere Bedeutung als in den meisten anderen Bundesländern. Im Jahr 2002 erwirtschafteten etwa 80.000 Beschäftigte einen Umsatz von 5,2 Milliarden Euro. Der Beitrag des Tourismus zum Volkseinkommen betrug damit 4,6 % (im Gegensatz zum Bundesschnitt von 2,8 %). Besonders die nordfriesischen Inseln (allen voran Sylt) erfreuen sich großer Beliebtheit bei den - zumeist deutschen - Touristen, doch auch die Ostseebäder (z. B. Timmendorfer Strand, Ostseebad Laboe, Eckernförde oder Glücksburg (Ostsee) Glücksburg) sind von Bedeutung.
Im Vergleich mit dem BIP der EU ausgedrückt in Kaufkraftstandards erreicht Schleswig-Holstein einen Index von 98.3 (EU-25:100) (2003).[Eurostat News Release 63/2006: [http://epp.eurostat.cec.eu.int/pls/portal/docs/PAGE/PGP_PRD_CAT_PREREL/PGE_CAT_PREREL_YEAR_2006/PGE_CAT_PREREL_YEAR_2006_MONTH_05/1-18052006-EN-AP.PDF Regional GDP per inhabitant in the EU 25], PDF]
Die zehn größten Arbeitgeber in Schleswig-Holstein nach der Anzahl der Mitarbeiter (Stand: 2006)
#Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Kiel/Lübeck, 10.706 Mitarbeiter
#Deutsche Post World Net, Bonn, 7.050 Mitarbeiter
#coop eG, Kiel, 6.385 Mitarbeiter
#Deutsche Telekom AG, Bonn, 5.637 Mitarbeiter
#Damp Holding AG, Damp, 4.416 Mitarbeiter
#Bockholdt-Gruppe GmbH, Lübeck, 4.352 Mitarbeiter
#Drägerwerk AG, Lübeck, 3.488 Mitarbeiter
#Deutsche Bahn AG, Berlin, 3.150 Mitarbeiter
#Howaldtswerke-Deutsche Werft GmbH, Kiel, 2.974 Mitarbeiter
#Ethicon GmbH, Norderstedt, 2.500 Mitarbeiter
Verkehr
Eisenbahn
Die Eisenbahn hat in Schleswig-Holstein (trotz der Tatsache, dass es ein Flächenland ist) eine relativ große Bedeutung für den Tourismus und für Berufspendler in die Zentren Hamburg, Lübeck und Kiel. Das führt dazu, dass einige Strecken, insbesonders die Marschbahn, im Sommer chronisch überlastet und im Winter schlecht ausgelastet sind.
Die Hauptstrecken der Eisenbahn beginnen ebenfalls in Hamburg. Von dort führen sie nach Kiel Hauptbahnhof Kiel, Lübeck Hauptbahnhof Lübeck und Flensburg Hauptbahnhof. Auch die Marschbahn beginnt in Bahnhof Hamburg-Altona Hamburg und endet in Westerland auf Sylt. Bis Kiel Hauptbahnhof Kiel (über Neumünster) verkehren auch InterCityExpress ICEs. Von Bedeutung war lange Zeit auch die Eisenbahnfähre von Fehmarn nach Lolland im Verlauf der Vogelfluglinie, deren Bedeutung seit der Eröffnung der festen Beltquerung in Dänemark nachgelassen hat.
Wichtigste Eisenbahnunternehmen sind die DB Regionalbahn Schleswig-Holstein , die AKN und die Nord-Ostsee-Bahn, es gibt allerdings noch kleinere Privatbahnen in SH.
* Bahnstrecke Hamburg–Flensburg
* Bahnstrecke Hamburg-Altona–Itzehoe/Neumünster
* Marschbahn (Hamburg-Sylt)
* Bahnstrecke Büsum–Heide-Neumünster
* Eiderstedtquerbahn (Husum-SPO)
* Kleinbahn Niebüll–Dagebüll
* Altona-Kieler Eisenbahn-Gesellschaft
* Elmshorn-Barmstedt-Oldesloer Eisenbahn
* Alsternordbahn
* AKN Eisenbahn
* Bergedorf-Geesthachter Eisenbahn
* Ostküstenbahn (Kiel-Flensburg)
* Nordbahn Eisenbahngesellschaft Nordbahn (Bad Oldesloe-Bad Segeberg-Neumünster)
* Bahnstrecke Lübeck–Lüneburg
* Vogelfluglinie (Hamburg-Lübeck-Puttgarden)
* Travemünder Bahn
* Bahnstrecke Lübeck-Kiel
* Bahnstrecke Hamburg–Flensburg
DB-Verbindungen:
101.21 Gleichstrom-S-Bahn (Pinneberg-)Hamburg - Aumühle
102 RB Anschluss Aumühle - Schwarzenbek - Büchen
100 als RB Hamburg Hbf - Bergedorf - Schwarzenbek - Büchen (-Schwerin)
100 als RE, ab Sommer 2007 "Hanse-Express", Hamburg Hbf - Bergedorf - Schwarzenbek - Büchen (-Rostock)
ICE Hamburg - Berlin - München
IC Hamburg - Berlin (einige Halte in Büchen)
EC Aarhus - Hamburg - Berlin - Prag - Wien (Halt in Büchen)
Straße
Die wichtigsten Autobahnen des Landes gehen von Hamburg aus. Es sind die Bundesautobahn 1 nach Lübeck, die weiter über die Vogelfluglinie die Öresundregion Kopenhagen/Malmö anbindet, die Bundesautobahn 7 über Neumünster und Rendsburg nach Flensburg mit einem Abzweig nach Kiel, der Bundesautobahn 215, und die Bundesautobahn 23 nach Heide (Holstein) Heide mit Anschluss nach Husum und den Nordfriesischen Inseln. Die zum Teil noch im Bau befindliche Bundesautobahn 20 führt bisher von Lübeck an die Mecklenburg-Vorpommersche Ostseeküste und soll in Zukunft bei Glückstadt die Elbe queren. Die Bundesautobahn 24 verbindet die Metropolregion Hamburg mit der Metropolregion Berlin/Brandenburg.Die 18 Kilometer lange Bundesautobahn 25 verbindet Geesthacht mit Hamburg.
Busverkehr
Das gut entwickelte Überland-Omnibus-Netz Schleswig-Holsteins wird im wesentlichen von der Autokraft Autokraft GmbH betrieben.
Seefahrt
Das Land hat insgesamt 46 öffentliche Hafen Häfen und Anlegestellen, von denen vier überregionale Transitfunktionen erfüllen: Kiel, Lübeck/Travemünde und Puttgarden an der Ostsee, Brunsbüttel an der Nordsee. Kiel und Lübeck sind ebenso für den Güterverkehr nach Skandinavien sowie zunehmend nach Osteuropa wichtig. Kiel ist zudem ein wichtiger Fähr- und Kreuzfahrerhafen. Puttgarden ist der deutsche Hafen der Vogelfluglinie nach Dänemark. Brunsbüttel ist ein wichtiger Hafen für Massengüter und entwickelt sich derzeit außerdem zu einer bedeutenden Basis für die Offshore-Windenergieindustrie. Der Nord-Ostsee-Kanal ist mit über 41.000 Schiffsbewegungen jährlich die am meisten genutzte künstliche Wasserstraße der Welt.
Flugverkehr
Die beiden größeren zivilen Flughafen Flughäfen des Landes befinden sich in Flughafen Kiel Kiel und in Flughafen Lübeck Lübeck. Während der Kieler Flughafen derzeit keine Linienflüge anbietet, ist Lübeck auch für den Ferntourismus von Bedeutung, da es oft von "Billig-Airlines" angeflogen wird. Zunehmende Bedeutung erlangt in letzter Zeit der Flughafen Sylt: Er wird seit 2006 nicht nur von kleineren Regionalverkehrsgesellschaften angeflogen, sondern auch von größeren Fluggesellschaften mit größeren Flugzeugen. Es gibt zudem kleinere Flugplätze u.a. bei Flugplatz Flensburg-Schäferhaus Flensburg und Hartenholm, Sonderlandeplätze befinden sich auf den Inseln Helgoland, und Fehmarn.
Bildung
Schleswig-Holstein verfügt über drei Universitäten, wobei aber nur die traditionsreiche, 1665 gegründete Christian-Albrechts-Universität in Kiel eine Volluniversität ist. Ferner gibt es im Land eine Kunsthochschule, eine Musikhochschule, vier Fachhochschulen und eine Verwaltungsfachhochschule. Insgesamt studierten im Wintersemester 2003/2004 in Schleswig-Holstein 45.542 Personen, davon 26.510 an Universitäten und 16.973 an Fachhochschulen.
Im Schuljahr 2001/2002 besuchten 36,6 % der Schüler an allgemeinbildenden Schulen eine Grundschule, 20,8 % ein Gymnasium, 18,6 % eine Realschule, 13,3 % eine Hauptschule, 4,8 % eine Gesamtschule und 3,7 % eine Sonderschule. Weiterhin gibt es Freie Waldorfschulen (1,3 % der Schüler), Schulkindergärten (0,4 %), Abendrealschulen (0,2 %) und Abendgymnasien (0,1 %).
''Siehe auch:'' | |