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Samurai

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Bild:Satsuma-samurai-during-boshin-war-period.jpg Satsuma thumb|[[Satsuma|Satsuma-Samurai,_2. Hälfte 19. Jahrhundert, Fotografie von Felice Beato.html" title="Satsuma-Samurai.html"_title="thumb|[[Satsuma|Satsuma-Samurai">thumb|[[Satsuma|Satsuma-Samurai, 2. Hälfte 19. Jahrhundert, Fotografie von Felice Beato">Satsuma-Samurai.html"_title="thumb|[[Satsuma|Satsuma-Samurai">thumb|[[Satsuma|Satsuma-Samurai, 2. Hälfte 19. Jahrhundert, Fotografie von Felice Beato '''Samurai''' [{{IPA|samɯɽai}}] (Japanische Schrift jap. ä¾? oder seltener 士) ist die übliche Bezeichnung für ein Mitglied der Kriegerkaste im vorindustriellen Japan. Eine weitere Bezeichnung, die während der Edo-Periode gebräuchlich war, ist ''bushi'' (武士). Heute wird ''Samurai'' ausschließlich für den Kriegeradel verwendet und nicht beispielsweise für ''Ashigaru'' (wörtlich: „leicht-füssig“; gemeint sind leichtgerüstete Fußsoldaten). Ein herrenloser Samurai, der keinem ''DaimyÅ?'' (Lehnsherren) diente, wurde ''RÅ?nin (Samurai) RÅ?nin'' („Wellenmann“) genannt.

Etymologie
Der Ursprung des Wortes liegt im Japan der Vor-Heian-Periode. Es wurde ''saburai'' ausgesprochen und bedeutet „Diener“ oder „Begleiter“. Erst in der frühen Moderne, namentlich in der Azuchi-Momoyama-Zeit Azuchi-Momoyama-Periode und der frühen Edo-Periode des späten 16. Jahrhundert 16. und frühen 17. Jahrhunderts, bürgerte sich das Wort ''Samurai'' an Stelle von ''saburai'' ein. Die Bedeutung hatte sich allerdings bereits lange Zeit vorher gewandelt. Der Begriff Saburai wird aber auch vom japanischen Verb ''saberu'' abgeleitet, was ins Deutsche übersetzt ''dienen'' bedeutet. Samurai bedeutet also Dienender.

Geschichte


Ursprung der Samurai
Die Heer Armeen des Kaisers bestanden ursprünglich aus Wehrpflichtigen, die im Kriegs- oder Rebellionsfall den entsprechenden Provinzen Japans zugeordnet wurden. Sie waren nach dem Vorbild China chinesischer Armeen aufgebaut und bestanden aus einem Drittel der kampffähigen erwachsenen männlichen Bevölkerung. Jeder Soldat musste für seine Waffen und Versorgung selbst aufkommen. Mit den Taika-Reformen von 645 und dem TaihÅ?-Kodex von 702, aufgrund derer eine Landreform durchgeführt und ein einheitliches Steuersystem eingeführt wurde, begann die Entwicklung mächtiger Clans und damit des Adel#Schwertadel Schwertadels. Zu den Steuern gehörten auch Frondienst Fron- und Militärdienst. Kleinbauern, die sich ihrer Steuern und besonders des Wehrdienstes entledigen wollten, verschenkten ihr Land an Institutionen wie Klöster oder an Adlige und pachteten es von ihren neuen Herren wieder zurück. Eine symbiotische Gemeinschaft von Großbauern und Gefolgschaft, Herr und Diener (ShujÅ«) entstand. Diese Methode wurde Kishin (''Schenkung'') genannt. Durch die ''Kishin''-Methode (die seit der Nara-Zeit unter Strafe stand, was jedoch keinen Erfolg zeigte) brach das ohnehin schwer zu verwaltende und ineffektive System der Wehrpflicht jedoch zusammen.Während der frühen Heian-Periode, also im späten 8. Jahrhundert 8. und frühen 9. Jahrhundert, strebte Kaiser Kammu (737–806) nach einer Konsolidierung und Expansion seines Reiches in der nördlichen HonshÅ«-Region. Er sandte seine Armeen aus, um die im Norden noch nach den alten Traditionen der Yayoi-Zeit lebenden Emishi zu unterwerfen, und führte den Titel des ShÅ?gun ein, wobei er sich bei der Unterwerfung der Emishi auf die starken regionalen Clans verließ. Im Krieg gegen die Emishi ab 780 erwiesen sich die Wehrpflichtigen aber als schlechte Kämpfer – die stärksten militärischen Einheiten waren die berittenen Eliteoffiziere. Daraufhin wurde 792 die Wehrpflicht abgeschafft und die Armee auf ein Freiwilligenheer umgestellt. Dieses war jedoch nicht mehr in der Lage, die Sicherheit im ganzen Land aufrecht zu erhalten. Besonders in den entlegenen Provinzen verschlechterte sich die Situation, so dass die lokalen Großbauern dort letztlich selbst für ihre Verteidigung sorgen mussten. Sie waren dabei so erfolgreich, dass sich einige Familien im Laufe der Zeit darauf spezialisierten, militärische Aufträge des Kaiserhauses durchzuführen – der Schwertadel (Buke (Adel) Buke) war geboren. Dabei spielten Prinzen, die ihr Glück in der Provinz suchten, eine besondere Rolle: Die Taira, Minamoto etc. haben alle kaiserliche Vorfahren. Während der Heian-Zeit (794–1192) bezog sich ''saburai'' vor allem auf die Wachen des kaiserlichen Palastes und die Schwertträger. Diese Vorläufer der klassischen Samurai wurden vom Herrscher ausgestattet. Ihnen war vorgeschrieben, fortwährend ihre Beherrschung der Kampfkunst zu verbessern. Da zu Beginn der größte Vorteil dieser militärischen Einheiten in ihrer Erfahrenheit im Gebirgskampf und vor allem im Bogenschießen lag, blieb für den größten Teil der folgenden Feudalperiode, der Ära der Samurai-Herrschaft, der Ausdruck ''Yumitori'' (Bogenschütze) der Ehrentitel eines ausgezeichneten Kriegers, selbst als der Schwertkampf die größere Wichtigkeit erlangt hatte.

Ausbildung
Die Ausbildung zum Samurai begann oft schon im Alter von drei Jahren und war geprägt von hartem Drill. Im Alter von etwa sieben Jahren begann die Unterweisung im Umgang mit Waffen. Wie in vielen stark spezialisierten Berufen, war es auch für die Ausbildung des Samurais üblich, dass ein älterer, erfahrener Samurai einen jungen Mann über mehrere Jahre in die Lehre nahm. Erst nach Abschluss von dessen Ausbildung nahm er gegebenenfalls einen neuen Lehrling auf, bildete also in der Regel nie mehrere Krieger gleichzeitig aus. Die Lehrzeit bei einem älteren Samurai, die etwa um das zwölfte Lebensjahr begann, endete ungefähr mit 18 Jahren. In dieser Zeit lebten Lehrer und Schüler zusammen und hatten eine Wakashudo genannte (auch Homosexualität in Japan sexuelle) Beziehung, die meist mit dem Erwachsenwerden des Schülers in eine Platonische Liebe platonische Freundschaft überging. Den Abschluss der Ausbildung bildete die feierliche Zeremonie des Gempuku. In dieser bekam der Samurai einen neuen Namen, erhielt Lang- und Kurzschwert und übernahm den traditionellen Haarschnitt der Samurai.

Die Waffen der Samurai
Bild:Edo period Wakizashi.jpg Wakizashi thumb|[[Wakizashi|Wakizashi-Schwert_der Edo-Periode, 19. Jahrhundert.html" title="Wakizashi-Schwert.html"_title="thumb|[[Wakizashi|Wakizashi-Schwert">thumb|[[Wakizashi|Wakizashi-Schwert der Edo-Periode, 19. Jahrhundert">Wakizashi-Schwert.html"_title="thumb|[[Wakizashi|Wakizashi-Schwert">thumb|[[Wakizashi|Wakizashi-Schwert der Edo-Periode, 19. Jahrhundert Bild:Samurai uniform.jpg thumb|Helm und Brustpanzer Äußeres Kennzeichen der herausgehobenen sozialen Stellung war das Schwertpaar (''DaishÅ?''), das zu tragen ausschließlich Samurai vorbehalten war. Das ''Daisho'' bildete die Hauptbewaffnung des Samurai. Es bestand aus dem langen ''Katana'', welches im 15. Jahrhundert aus dem ''Tachi'' hervorging und ab Ende des 14. Jahrhunderts (frühe MUROMACHI-Zeit) traditionell von den Samurai verwendet wurde, und dem kurzen ''Wakizashi'' bzw ''Kotetsu''. Im Gegensatz zu den meist geraden Schwertern der europäischen Ritter war das japanische Schwert leicht gebogen und mehr wie ein Säbel für den Hieb als für den Stoß ausgelegt. Es war rasierklingenscharf und Vorder- und Rückseite unterschiedlich gehärtet. Ein Treffer verursachte tiefe, entscheidende Wunden oder trennte Gliedmaßen ab. Wie auch beim europäischen Adel des Mittelalters wurde der Verzierung des Schwertes und der Schwertscheide große Bedeutung zugemessen. Eine andere Waffe der Samurai war der ''Yumi'' (Bogen_(Waffe) Bogen), insbesondere der ''Dai-kyÅ«'', auch ''Bogen (Waffe) Kyudo'' genannt, (Langbogen), welcher wegen seiner enormen Größe, seiner gewaltigen Reichweite und seiner großen Durchschlagskraft gefürchtet war. Ein geübter Schütze konnte aus etwa 150 Metern Entfernung ein bewegliches Objekt von der Größe eines Hundes sicher treffen, aber auch Reichweiten von etwa 300 Metern waren möglich. Seine asymmetrische Form machte es zudem möglich, ihn auch vom Pferderücken aus abzufeuern, was ihn als Reiterwaffe gefürchtet machte. Auch zwei Lanzen gehörten zur Ausrüstung eines Samurai: Die Klinge der Schwertlanze ''Naginata'' war lang und leicht gebogen, der ''Yari'' hatte meist eine relativ lange dolchartige Spitze und war beidseitig geschliffen. Der Yari konnte aber auch ein- oder beidseitig Haken aufweisen. In der Kreuzform spricht man vom Jumonji-Yari. Die japanischen Waffen leiten sich von Vorbildern vom Festland ab, entwickelten sich aber relativ unabhängig: Die ersten, geraden Schwerter wurden allmählich einschneidig und gebogen, die Bögen asymmetrisch und sehr lang. Bis in die Ashikaga-Zeit im 14. Jahrhundert war der Bogen die Hauptwaffe. Selbst zu Beginn der Einführung von Handfeuerwaffen durch die Portugiesen Mitte des 16. Jahrhundert 16. Jhdts. war der Langbogen diesen in Anwendung, Zielsicherheit und sogar Reichweite überlegen. Schwerter kamen erst zum Einsatz, nachdem alle Pfeile verschossen waren. Der Kampf lief als Duell ab, indem der Krieger aus der Formation hervortrat und die Namen seiner Vorfahren rief, die ebenfalls Ruhm als Samurai erhielten, um sich dann einem ebenbürtigen Gegner zu stellen. Schlachten in geschlossenen Formationen mit massiver Verwendung der Lanze (yari-ashigaru) traten erst im Sengoku Jidai, dem Zeitalter der streitenden Reiche Ende des 15. bis Ende des 16. Jhdts., auf. Die Muskete drängte wie in Europa allmählich die Blankwaffen durch ihre Kostengünstigkeit und einfache Handhabung zurück.

Aufstieg der Samurai
Bild:Samurai.jpg thumb|right|Samurai in voller Bewaffnung 1860 Ursprünglich waren die Samurai nur Soldaten im Dienste des Kaisers und der Adelsstämme. Im Laufe der Zeit sammelten sie jedoch genügend Einfluss, um die Macht des Kaisers an sich zu reißen und die erste Samurai-dominierte Regierung zu bilden. Während die regionalen DaimyÅ? sich zusammenschlossen und Arbeitskraft sowie Ressourcen sammelten, formten sie eine auf den ''tÅ?ryÅ?'' (Anführer) ausgerichtete Hierarchie. Dieser ''tÅ?ryÅ?'' war entweder ein entfernter Verwandter des Kaisers oder ein rangniedrigeres Mitglied einer der drei Adelsfamilien, der ''Fujiwara'', der ''Minamoto'' oder der ''Taira''. Obwohl die ''tÅ?ryÅ?'' ursprünglich nur auf vier Jahre befristet als Magistraten in die Provinzen entsandt worden waren, entschlossen sie sich zu bleiben, wohl wissend dass sie nach ihrer Rückkehr nur Nebenrollen in der Regierung spielen würden. Ihre Söhne erbten ihre Positionen und führten von der Mitte bis zum Ende der Heian-Periode die regionalen DaimyÅ? weiter beim Niederschlagen der Rebellionen in ganz Japan an. Wegen ihrer militärischen und ökonomischen Stärke entwickelten sich die DaimyÅ? zu einem neuen Machtfaktor in der Politik am Kaiserhof. Ihre Beteiligung an der HÅ?gen-Rebellion gegen Ende der Heian-Periode trug noch zur Konsolidierung ihrer Macht bei. Während der Heiji-Rebellion 1160 kam es zum Kampf der rivalisierenden ''Minamoto'' und ''Taira''. Der siegreich aus der Rebellion hervorgehende Taira no Kiyomori (1118–1181) wurde als erster Krieger, der eine solche Position erreichte, kaiserlicher Berater und übernahm schließlich die Kontrolle über den Staat. Auf diese Weise bildete er die erste Samurai-dominierte Regierung und reduzierte den Kaiser auf eine bloße Symbolfigur.

Japan der Feudalzeit
Ein erneuter Zusammenstoß zwischen den ''Taira'' und den ''Minamoto'' 1180 führte zum Gempei-Krieg, der bis 1185 dauerte. Der siegreiche Minamoto no Yoritomo (1147–1199) ging 1190 nach KyÅ?to und wurde zum ShÅ?gun Seii-Tai-ShÅ?gun ernannt (wie der Titel ''ShÅ?gun'' in voller Länge heißt). Er begründete das ''Kamakura-ShÅ?gunat'' (1192–1333). Im Laufe der Zeit wurden mächtige Samurai-DaimyÅ? zu Kriegsadeligen (''buke''), die nur nominal der Aristokratie des Hofes (''Kuge'') unterstanden. Während die Samurai höfische Sitten wie Japanische Kalligraphie Kalligraphie, Japanische Dichtkunst Dichtkunst und Musik übernahmen, wurden im Gegenzug von den ''kuge'' auch Samurai-Fähigkeiten übernommen. Trotz verschiedener Intrigen und kurzer Perioden unter der Herrschaft diverser Kaiser lag die wahre Macht in den Händen der ShÅ?gune und Krieger. Während der ''Sengoku Jidai'' („Periode der Krieg führenden Provinzen“, 1467–1568) war das japanische Ständesystem noch so flexibel, dass sich auch Männer aus niederen sozialen Klassen als Krieger einen Namen machen und Samurai oder Samurai zu DaimyÅ? werden konnten (auch wenn ein formaler BushidÅ?-Status bei 150 gleichzeitig um Einfluss kämpfenden Kriegsherren kaum einen Wert besaß). Dies änderte sich, als Toyotomi Hideyoshi (1536–1598), selbst Sohn eines Fußsoldaten, nach einem furiosen Aufstieg Erster Minister (''Kampaku'') wurde. Er erließ 1586 ein Gesetz, das die Zugehörigkeit zum Samurai-Stand als permanent und erblich festschrieb und Nicht-Samurai verbot, Waffen zu tragen. Bild:Samurai_in_1880.jpg Kabuki.html" title="thumb thumb|Als Samurai verkleidete [[Kabuki-Schauspieler (um 1880).html" title="Als Samurai verkleidete [[Kabuki">thumb|Als Samurai verkleidete [[Kabuki-Schauspieler (um 1880)">Als Samurai verkleidete [[Kabuki">thumb|Als Samurai verkleidete [[Kabuki-Schauspieler (um 1880) Während des ''Tokugawa-Shogunats'' beziehungsweise der Edo-Periode (1603–1867) wurden Samurai vermehrt Höflinge, Bürokraten und Administratoren anstelle von Kämpfern und ''DaishÅ?''. In dieser Zeit wurde vermutlich das erste Mal ein Europäer, nämlich William Adams zum Samurai ernannt. Das Schwertpaar der Samurai (Katana und Wakizashi) wurde mehr ein symbolisches Emblem der Macht denn eine Waffe des täglichen Gebrauchs. Samurai besaßen weiterhin das Recht, jeden Bürger niederzuschlagen, der ihnen nicht den gebührenden Respekt erwies; in welchem Maße von diesem Recht Gebrauch gemacht wurde, ist aber nicht bekannt. Als die Regierung schließlich die DaimyÅ? zwang, die Größe ihrer Armeen zu reduzieren, wurden arbeitslose RÅ?nin zu einem großen gesellschaftlichen Problem. Schüler schrieben den BushidÅ? in seiner schlussendlichen Form während der Tokugawa-Periode fest. Aus dieser Periode stammt auch das berühmteste Buch des ''kenjutsu'', Musashi Miyamotos ''Das Buch der Fünf Ringe'' (1643). Die Geschichte der 47 Ronin Ereignisse der 47 herrenlosen Samurai (''RÅ?nin''), die den erzwungenen Selbstmord ihres früheren Herrn rächten, führten in der damaligen Gesellschaft zu einem Konflikt zwischen der Kriegerehre und dem durch das Tokugawa-Shogunat erzeugten Rechtssystem. Am Ende wurde den 47 RÅ?nin befohlen, Seppuku zu begehen (verfilmt in 47 Ronin (1994) 47 Ronin).

Persönliches Einkommen und Lebenssituation
Den Samurai wurde von ihrem Lehnsherrn (''Daimyo'') eine festgesetzte jährliche Reismenge (''Koku'') als eine Art Gehalt gewährt. Das Koku war abhängig von Status, Familienzugehörigkeit und persönlichem Verdienst. Ein niederer Daimyo verfügte über mindestens 10.000 Koku Reis pro Jahr, ein hoher Samurai oder ''Hatamoto'' über 100.000. Gemessen an der Kaufkraftentwicklung entsprach dabei 1 Koku etwa 100 Euro nach heutigem Stand. In einem kleinen Fürstenlehen (''Daimyat Han'') wie ''Präfektur Yamagata Yamagata'', das um das Jahr 1865 70 000 Koku Ertrag brachte, mochte ein Samurai in einer hohen Militär- oder Beamtenposition wenige Tausend Koku erhalten. Doch auch ein Samurai mit 1200 Koku galt als vermögend. Eine 400-Koku-Familie zählte zu den Wohlhabenden und mochte ein respektables Anwesen mit Ziergarten und mehrerern Dienern besitzen. Selbst ein Samurai mit 150 Koku lebte in noch gesicherten finanziellen Verhältnissen. Ein 50-Koku-Samurai (etwa ein rangloser Soldat oder niederer Beamter der Burgverwaltung) führte hingegen eine prekäre Existenz, obwohl er – wie jeder Samurai – von Abgaben befreit war und vom Dienstherrn eventuell die Unterkunft gestellt bekam. Typisch war das Leben in einer bescheidenen "Samurai-Reihenhaussiedlung": umzäunte kleine Wohnhäuser mit Wirtschaftsgebäuden, dazu ein Gemüsegarten, den er unter Umständen mit Hilfe seines vermutlich einzigen Dieners bestellte. Hatte der Samurai außerdem noch Frau und zwei bis drei Kinder zu versorgen, war die Gefahr von Armut und Verschuldung groß. Etwa im Fall einer langwierigen Krankheit drohte die Verpfändung von Koku-Anteilen, so dass das Netto-Einkommen vielleicht auf 30 Koku sank. In diesem Fall geriet die gleichzeitige Finanzierung von angemessener Kleidung und von Lebensmitteln unmöglich, Familienmitglieder waren nun zur Heimarbeit oder zur Annahme einer Erwerbsarbeit gezwungen. In dieser Situation unterschied sich das Leben zumindest materiell kaum noch von dem eines Kleinbauern. Jedem Samurai drohte das Schicksal, zum herren- und mittellosen ''RÅ?nin'' abzusteigen. Fiel er in Ungnade, oder hatte nach dem Tod seines Herrn dessen Nachfolger keine Verwendung mehr für ihn, zog die Samurai-Familie mitunter jahrelang auf Wanderschaft, um sich einen neuen Brotgeber zu suchen.

Die Meiji-Restauration
Bild:Japanesesamuraioldstylearmorsm.jpg thumb|Samurai in historischer Rüstung, ca. 1880 Die letzte Sternstunde der ursprünglichen Samurai kam 1867 während der Meiji-Restauration, als kaisertreue Samurai aus den Provinzen ChÅ?shÅ« und Satsuma (Provinz) Satsuma die Streitkräfte des Shogunates bezwangen. Kaiser Meiji (eigentlich Mutsuhito, 1852–1912) hob den Samurai-Status jedoch zugunsten einer moderneren, westlich orientierten Armee auf und behielt lediglich das ''Katana'' für Offiziere bei. Der Samurai-Stand wurde in Shizoku (士æ—?) umbenannt. 1876 wurde den Samurai das Tragen ihrer traditionellen Tracht mit den zwei Schwertern in der Öffentlichkeit untersagt, ihnen die Privilegien entzogen. Die Samurai führten mehrere Kriege gegen den Kaiser an, die Samurai betrachteten diese aber nicht als Kriege gegen, sondern für den Kaiser. Die letzte Erhebung von mit der neuen Ordnung unzufriedenen Samurai wurde 1876/77 (Satsuma-Rebellion) von der neuen japanischen Wehrpflichtigen-Armee blutig unterdrückt. Der Film ''Last Samurai'' greift dieses Motiv auf, nimmt sich aber große erzählerische Freiheiten. Noch im Zweiter Weltkrieg Zweiten Weltkrieg beeinflussten einige Gedanken des BushidÅ? das Handeln der japanischen Soldaten. Viele Blutlinien der Samurai, wie das Haus Honda, haben in der japanischen Wirtschaft und Politik auch heute noch großen Einfluss.

Literatur
*Tsunetomo Yamamoto: ''Hagakure. Der Weg des Samurai.'' Kabel-Verlag 2003, ISBN 3-822-50644-3 Hagakure sind Aufzeichnungen der Aussagen eines ehemaligen Samurais, gemacht für einen jungen Samurai. *Yukio Mishima: ''Zu einer Ethik der Tat. Einführung in das Hagakure, die Samurailehre des 18. Jahrhunderts ''. Hanser-Verlag, München 1996, ISBN 3-446-14516-8 *Fukumoto, Hidéko ; Pigeaire, Catherine : ''Femmes et Samouraï'' , Paris , Des Femmes , 1986 , ISBN 2-7210-0293-7 *Wolfgang Schwentker: ''Die Samurai''. Verlag C.H. Beck, 2003, ISBN 3-406-47988-X *Inazo Nitobe: ''Bushido – Die Seele Japans''. Angkor Verlag, Frankfurt 2003, ISBN 3-936-01816-2 *Thomas Preston: ''Samurai-Geist, Der Weg eines Kriegers in den japanischen Kampfkünsten''. Werner Kristkeitz Verlag, ISBN 3-921508-76-2 *GEOEPOCHE: ''Das kaiserliche Japan, GEOEPOCHE Nr. 21''. Gruner + Jahr, Hamburg 2006, ISSN-Nr. 1861-6097

Weblinks
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