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Sachsen-Coburg
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Bild:Wappen Sachsen-Coburg.jpg thumb|Wappen von Sachsen-Coburg mit dem Wahlspruch "Fideliter et constanter" ("Standhaft und treu")
'''Sachsen-Coburg''' war ein Ernestinische Herzogtümer ernestinisches Fürstentum mit dem oberfränkischen Coburg als Residenzstadt.
Geschichte
Ernestinische Linie
Im Jahre 1353 erbt Markgraf Friedrich III. (Meißen) Friedrich III. von Meißen und somit das Haus Wettin von dem Grafschaft Henneberg Henneberger Grafen Heinrich die Herrschaft Coburg. Es bildet damit den südlichsten Teil der sächsischen Territorien, die sogenannte "Pflege Coburg". Mit der Leipziger Teilung "Großen Sächsischen Landesteilung" 1485 in eine albertinische und eine ernestinische Linie, fällt die Pflege Coburg zusammen mit dem Großteil der Landgrafschaft Thüringen und den vogtländischen Besitzungen an Ernst von Sachsen und wird dadurch der ernestinischen Linie zugeteilt. Nach dem 1547 verlorenen Schmalkaldischer Krieg Schmalkaldischen Krieg wird der Territorialbesitz der Ernestiner in Thüringen stark reduziert (siehe auch Geschichte Thüringens).
Herzog Johann Casimir
Mit dem Erfurter Teilung Erfurter Teilungsvertrag von 1572 wird das verbliebene Land schließlich zwangsweise auf die Söhne des unterlegenen Kurfürsten Johann Friedrich I. (Sachsen) Johann Friedrich aufgeteilt (''Siehe auch:'' Johann Ernst I. von Coburg). Der jüngere Sohn Johann Wilhelm I. (Sachsen-Weimar) Johann Wilhelm erhält Sachsen-Weimar (Herzogtum) Sachsen-Weimar unter anderem mit den Städten Jena, Altenburg und Saalfeld/Saale Saalfeld. Da der ältere Sohn Johann Friedrich II. der Mittlere (Sachsen) Johann Friedrich II. (der Mittlere) in lebenslänglicher Gefangenschaft in Österreich ist, bekommen die minderjährigen Enkel Johann Casimir (Sachsen-Coburg) Johann Casimir und Johann Ernst (Sachsen-Eisenach) Johann Ernst das neue Fürstentum ''Sachsen-Coburg'' mit Coburg als Residenzstadt zugeteilt. Das Fürstentum besteht aus süd- und westthüringischen Gebieten, u. a. mit den Städten Eisenach, Gotha und Hildburghausen. Vormund der Kinder ist unter anderem August (Sachsen) Kurfürst August von Sachsen, der für eine Erziehung unter seiner Aufsicht und in seinem Sinne sorgt sowie eine korrupte kursächsische Vormundschaftsregierung in Coburg einsetzt.
Erst nach dem Tode von Kurfürst August (Sachsen) August von Sachsen 1586 kann Herzog Johann Casimir zusammen mit seinem Bruder Johann Ernst die Regierung des Fürstentums übernehmen. 1596 wird für Johann Ernst das Fürstentum Sachsen-Eisenach abgespalten und Casimir regiert in Coburg alleine weiter. Sein Herrschaftsgebiet besteht aus den Ämtern Coburg mit den Gerichten Lauter, Bad Rodach Rodach und Gestungshausen, Heldburg mit Gericht Hildburghausen, Römhild, Eisfeld, Schalkau, Sonneberg, Neustadt bei Coburg Neustadt, Neuhaus-Schierschnitz Neuhaus, Rödental Mönchröden und Sonnefeld. Unter ihm gibt es eine rege Bautätigkeit in Coburg. Vor allem errichtet er aber als Kern Coburger Staatlichkeit einen Verwaltungsapparat, der über seinen Tod hinweg lange besteht und viele politische Umwälzungen überlebt. 1633 stirbt Casimir, der Gründer des coburgischen Staates, kinderlos. Das Fürstentum Sachsen-Coburg fällt an ''Sachsen-Eisenach'' des ebenfalls kinderlosen Bruders Johann Ernst. In dieser Zeit wird das Coburger Land durch den Dreißigjähriger Krieg Dreißigjährigen Krieg als Durchgangsstation zahlreicher Heere stark in Mitleidenschaft gezogen. Die Einwohnerzahl reduziert sich von 55.000 auf 22.000.
Erbteilungen
1638 erlischt dann die Coburg-Eisenacher Linie der Ernestiner und das Territorium wird zwischen Sachsen-Weimar und Sachsen-Altenburg aufgeteilt. Durch Losentscheid fällt das Coburger Land 1640 mit den Ämtern Coburg, Sonnefeld, Sonneberg, Neuhaus-Schierschnitz Neuhaus, Neustadt bei Coburg Neustadt, Hildburghausen und Römhild an Herzog Friedrich Wilhelm II. (Sachsen-Altenburg) Friedrich Wilhelm II. von Sachsen-Altenburg. Die Fürstentümer Altenburg und Coburg werden vom Herzog in Personalunion regiert und behalten ihre eigenen Landesbehörden. Herzog Friedrich Wilhelm II. stirbt 1669, drei Jahre später Erbprinz Friedrich Wilhelm III., womit die Linie ''Sachsen-Altenburg'' erlischt. Dreiviertel des Altenburger Gebietes, unter anderem auch die Coburger Gebiete, sichert sich im Gothaer Teilungsvertrag 1672 der neue Landesherr Herzog Ernst I. von Sachsen-Gotha Ernst I. "der Fromme" von Sachsen–Gotha, der 1675 stirbt. Die Regierungsgeschäfte von Sachsen-Gotha übernimmt der älteste Sohn Friedrich auf Wunsch des Vaters zusammen mit seinen anderen sechs Brüdern.
Da der Versuch der gemeinsamen Hofhaltung im Schloss Friedenstein in Gotha scheitert, wird 1680 das Erbe auf die sieben Brüder verteilt. Der zweitälteste Sohn Ernst I. von Sachsen-Gotha Ernsts I. "des Frommen" von Sachsen–Gotha Albrecht (Sachsen-Coburg) Albrecht erhält das Fürstentum Sachsen-Coburg. Wie Sachsen-Gotha unter Herzog Friedrich und Sachsen-Meiningen unter Herzog Bernhard I. (Sachsen-Meinignen) Bernhard I., dem drittältesten Sohn, erhält das Fürstentum volle Landeshoheit im Reichsverband . Es ist jetzt allerdings mit den Ämtern Coburg, Neustadt bei Coburg Neustadt/Sonneberg, Rödental Mönchröden, Sonnefeld und Neuhaus-Schierschnitz Neuhaus beträchtlich kleiner als zuvor, da Sachsen-Römhild Römhild und Sachsen-Hildburghausen Hildburghausen zur Versorgung jüngerer Brüder Albrechts abgetrennt werden.
Herzog Albrecht
Unter Albrecht III. (Sachsen-Coburg) Herzog Albrecht beginnt der Ausbau Coburgs zur Barock barocken Residenz. Dabei orientiert er sich an den Gepflogenheiten seiner königlichen und fürstlichen Zeitgenossen und versucht deren Hofhaltung en miniature in Coburg nachzuahmen. Seine Hofbibliothek umfasst 4.757 Bände. Seine Absicht das Gymnasium Casimirianum Coburg Casimirianum zur Universität zu erheben scheitert an den knappen Finanzen. Der Wiederaufbau des 1690 niedergebrannten Schloss Ehrenburg Schlosses Ehrenburg als Barockschloss führt schließlich zum Ruin der Finanzen des Fürstentums, was auch die Prägung minderwertiger Münzen nicht verhindern kann. Der Barockfürst Herzog Albrecht stirbt 1699 ohne überlebende Nachkommen.
Es folgen die üblichen Erbstreitigkeiten. Sachsen-Hildburghausen bekommt 1707 das Amt Sonnefeld. Zwischen Bernhard von Sachsen-Meiningen und dem jüngsten Bruder Johann Ernst (Sachsen-Saalfeld) Johann Ernst von Sachsen-Saalfeld dauert der Streit dreieinhalb Jahrzehnte und findet erst durch mehrere Interventionen des Kaisers in Wien 1735 seinen Abschluss. Sachsen-Meiningen erhält das Amt Neuhaus-Schierschnitz Neuhaus und das Gericht Sonneberg, während Sachsen-Saalfeld sich mit dem verbleibenden Teil zum Fürstentum Sachsen-Coburg-Saalfeld vereinigt, dem 1753 außerdem ein Drittel von Sachsen-Römhild zugesprochen wird.
Herzog Franz Josias
Herzog Johann Ernst von Sachsen-Coburg-Saalfeld Sachsen-Saalfeld stirbt 1729. Im Folgenden regieren seine Söhne Christian Ernst (Sachsen-Coburg-Saalfeld) Christian Ernst und Franz Josias (Sachsen-Coburg-Saalfeld) Franz Josias das Land gemeinsam, jedoch an verschiedenen Residenzorten. Christian Ernst bleibt in Saalfeld/Saale Saalfeld während Franz Josias Coburg als Residenzstadt wählt, die es jetzt auch bis zum Ende der Monarchie 1918 bleibt. 1745 erbt Herzog Franz Josias von seinem Bruder den Saalfelder Landesteil. 1747 kann er das Erstgeburtsrecht Primogenitur bei der Thronfolge gesetzlich verankern und sorgt so zusammen mit einer rasch anwachsenden Familie für das dauerhafte Überleben des kleinen, 1806 zum Herzogtum erhobenen, Sachsen-Coburg, bis 1826 als Herzogtum Sachsen-Coburg-Saalfeld und anschließend als Doppelherzogtum Sachsen-Coburg und Gotha (Herzogtum) Sachsen-Coburg und Gotha.
Regenten von Sachsen-Coburg
'''Sachsen-Coburg 1572 - 1638'''
*1572-1586 vormundschaftlich Kurfürst August (Sachsen) August von Sachsen anstelle von Johann Casimir und Johann Ernst, Söhne Johann Friedrich II. der Mittlere (Sachsen) Johann Friedrichs II. des Mittleren
*1586-1596 Johann Casimir (Sachsen-Coburg) Johann Casimir (1564-1633), gemeinsam mit Bruder Johann Ernst
*1596-1633 Johann Casimir (1564-1633)
*1633-1638 Johann Ernst (Sachsen-Eisenach) Johann Ernst, Herzog von Sachsen-Eisenach (1566-1638)
*1639-1669 Friedrich Wilhelm II. (Sachsen-Altenburg) Friedrich Wilhelm II., Herzog von Sachsen-Altenburg (1603-1669)
*1669-1672 vormundschaftlich Kurfürst Johann Georg II. (Sachsen) Johann Georg II. von Sachsen und Herzog Moritz (Sachsen-Zeitz) Moritz von Sachsen-Zeitz anstelle von Friedrich Wilhelm III. (Sachsen-Altenburg) Friedrich Wilhelm III., Sohn Friedrich Wilhelms II.
*1672-1674 Ernst I. von Sachsen-Gotha Ernst I. der Fromme, Herzog von Sachsen-Gotha (1601-1675)
*1674-1680 Friedrich I. (Sachsen-Gotha) Friedrich I., Herzog von Sachsen-Gotha (1646-1691)
'''Sachsen-Coburg 1681 - 1699'''
*1681-1699 Albrecht (Sachsen-Coburg) Albrecht, Sohn Ernsts I. von Sachsen-Gotha (1648-1699)
*1699-1729 Johann Ernst (Sachsen-Coburg-Saalfeld) Johann Ernst, Herzog von Sachsen-Saalfeld, Sohn Ernsts I. von Sachsen-Gotha (1658-1729)
*1729-1735 Christian Ernst (Sachsen-Coburg-Saalfeld) Christian Ernst, Herzog von Sachsen-Saalfeld, gemeinsam seinem Bruder Franz Josias
'''Sachsen-Coburg-Saalfeld '''
*1735-1745 Christian Ernst, gemeinsam seinem Bruder Franz Josias
*1745-1764 Franz Josias (Sachsen-Coburg-Saalfeld) Franz Josias (1697-1764), Sohn des Johann Ernst
*1764-1800 Ernst Friedrich (Sachsen-Coburg-Saalfeld) Ernst Friedrich (1724-1800), Sohn Franz Josias
*1800-1806 Franz (Sachsen-Coburg-Saalfeld) Franz Friedrich (1750-1806), Sohn Ernst Friedrichs
*1806-1826 Ernst I. (Sachsen-Coburg und Gotha) Ernst I. (1784-1844), Sohn Franz Friedrichs
'''Sachsen-Coburg und Gotha (Herzogtum) Sachsen-Coburg und Gotha'''
*1826-1844 Ernst I. (Sachsen-Coburg und Gotha) Ernst I.
*1844-1893 Ernst II. (Sachsen-Coburg und Gotha) Ernst II.
*1893-1900 Alfred (Sachsen-Coburg-Gotha) Alfred
*1900-1905 Erbprinz Ernst von Hohenlohe-Langenburg, Regent
*1905-1918 Carl Eduard (Sachsen-Coburg und Gotha) Carl Eduard
Literatur
* Nicklas, Thomas: ''Das Haus Sachsen-Coburg - Europas späte Dynastie''. Stuttgart, Verlag W. Kohlhammer 2003. ISBN 3-17-017243-3.
- Johann Hübners ... Drey hundert und drey und dreyßig Genealogische Tabellen, Tab. 164
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