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0-9
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Rickettsien
*** Shopping-Tipp: Rickettsien
{| class="taxobox"
! Rickettsia
|-
! '''{{taxonomy}}'''
|-
|
{|
|-
| ''Domäne (Biologie) Domäne:'' || Bakterien (Bacteria)
|-
| ''{{divisio}}:'' || Proteobacteria
|-
| ''{{classis}}:'' || Alpha Proteobacteria
|-
| ''{{ordo}}:'' || Rickettsiales
|-
| ''{{familia}}:'' || Rickettsiaceae
|-
| ''{{genus}}:'' || ''Rickettsia''
|}
|-
! Nomenklatur (Biologie) Wissenschaftlicher Name
|-
| class="taxo-name" | ''Rickettsia''
|-
| class="Person" | da Rocha-Lima, 1916
|-
! '''{{species}}en'''
|-
|
*''Rickettsia prowazekii''
*''Rickettsia typhi''
*''Rickettsia tsutsugamushi''
*''Rickettsia rickettsii''
*''Rickettsia conorii''
*''Rickettsia akari''
*''Rickettsia australis''
*''Rickettsia sibirica''
|}
Bakterium Bakterien der Gattung '''Rickettsia''' sind parasitäre Organismen, die sich in vielen Zecken, Flöhen, Milben, und Laus Läusen als Vektor (Biologie) Vektoren (Überträger) finden.
Beim Menschen verursachen sie eine ganze Reihe von Krankheiten mit unterschiedlichen Krankheitsbildern, die medizinisch zur Gruppe der Rickettsiosen zusammengefasst werden. Als Beispiele seien genannt Fleckfieber (syn. Typhus exanthematicus), Rickettsienpocken, Brill-Zinsser-Krankheit, Boutonneuse-Fieber (Mittelmeer-Zeckenfleckfieber) und das Rocky-Mountain-Fleckfieber. Wie Viren gedeihen Rickettsien als intrazelluläre Parasiten ausschließlich in lebenden Zellen. Auf diese Weise gelingt es ihnen, dem Immunsystem ihrer Wirte zu entgehen. Die Bezeichnung "Rickettsien" wird häufig für alle Mitglieder der Ordnung der ''Rickettsiales'' verwendet.
Namensgebend ist der Pathologe Howard Taylor Ricketts (1871–1910), der u. a. das Rocky-Mountains-Fleckfieber erforschte, dessen Erreger er im Blut infizierter Menschen und in der als Vektor aktiven Viehzeckenart nachweisen konnte. 1909 reiste er nach Mexiko-Stadt, mit dem Ziel den Typhus zu erforschen. Dabei infizierte er sich mit Rickettsien, so dass er 1910 an der Erkrankung verstarb.
Die Mehrzahl aller Rickettsien ist empfindlich gegenüber Antibiotikum Antibiotika der Tetracyclin-Gruppe. In feuchten Medien erfolgt eine Abtötung bei 50 °C in 15 Minuten. Auch mit herkömmlichen Desinfektionsmitteln lassen sich die Pathogene wirksam zerstören.
Eigenschaften
''Rickettsien'' sind unbewegliche, gram-negative, hochgradig polymorphe (= vielgestaltige, pleomorphe) Organismen, die keine Endospore Sporen bilden. Häufig handelt es sich um runde (= Kokken) bis ovale Bakterien mit einem Durchmesser von 0,1 Mikrometer µm; sie können auch als Stäbchen (1-4 μm lang) oder Faden-artig (10 μm lang) auftreten. Gelegentlich bilden sie Ketten, meist kommen sie jedoch einzeln oder in Paaren vor. Als obligatorische intrazelluläre Organismen, hängt das Überleben der Rickettsien völlig von ihrer eukaryotischen Wirtszelle (meist Endothelzellen) ab, in deren Zytoplasma sie eindringen müssen, um vor dem Abwehrsystem des Wirts geschützt zu sein. Auch die Vermehrung durch Querteilung findet im Inneren der Wirtszelle statt. Die Freisetzung der Bakterien erfolgt anschließend durch Abschnürung aus der Zellmembran (Exozytose) oder durch Lyse (Biologie) Lyse, wodurch die Wirtszelle zerstört wird.
Aufgrund ihrer Abhängigkeit von der Wirtszelle können die Parasiten im Labor nicht in künstlichen Nährmedium Nährmedien gehalten werden. Man züchtet sie daher entweder in Gewebe (Biologie) biologischen Geweben oder Embryo-Kulturen (typischerweise werden Hühnerembryonen verwendet). Wegen ihrer Zellabhängigkeit und ihres reduzierten Stoffwechsels, wurden Rickettsien in der Vergangenheit als Mikroorganismus Mikroorganismen häufig irgendwo zwischen den Viren und den Eubakterien echten Bakterien eingruppiert, gleichsam als eine "Zwischenspezies". Man bezeichnete sie lange auch als sog. "Große Viren".
Gruppierung
Bezüglich ihrer Eigenschaft als Pathogen humanpathogen werden ''Rickettsien'' gewöhnlich in folgende drei Gruppen gegliedert:
* '''Zeckenbissfieber'''(spotted fever)
{| border=1
|-
| align=center | Bez. d. Organismus
| align=center | verursachte Krankheit
| align=center | Vorkommen
|-
| ''R. rickettsii''
| Rocky-Mountains-Fleckfieber
| westliche Hemisphäre
|-
| ''R. akari''
| Rickettsien-Pocken
| USA, frühere Sowjetunion
|-
| ''R. conorii''
| Boutonneuse-Fieber ("afrikanisches Zeckenbissfieber") leichter Verlauf: Lymphadenitis, stark ausgeprägte Läsion Primärläsion, Exanthem
| Mittelmeer-Länder, Afrika, Asien Südwestasien, Indien
|-
| ''R. sibirica''
| Sibirian tick typhus ("nordasiatisches oder sibirisches Zeckenbissfieber")
| Sibirien, Mongolei, nördliches China
|-
| ''R. australis''
| Australian tick typhus ("australisches Zeckenbissfieber")
| Australien
|-
| ''R. japonica''
| Japanisches Fleckfieber
| Japan
|}
* '''Fleckfieber'''(typhus)
{| border=1
|-
| align=center | Bez. d. Organismus
| align=center | verursachte Krankheit
| align=center | Vorkommen
|-
| ''R. prowazekii''
| Klassischer Typhus exanthematicus, Brill-Zinsser-Krankheit, klassisches Fleckfieber
| weltweit
|-
| ''R. typhi''
| murines Fleckfieber (endemischer Typhus)
| weltweit
|}
* '''Tsutsugamushi (scrub typhus) Gruppe''' (Anm.: Bezeichnung unklar!)
{| border=1
|-
| align=center | Bez. d. Organismus
| align=center | verursachte Krankheit
|-
| ''R. tsutsugamushi'' (jetzt eine eigene Gattung, ''Orientia'')
| Tsutsugamushi-Krankheit (''scrub typhus''); schwerer Verlauf: Enzephalitis, Lymphadenitis, stark ausgeprägte Läsion Primärläsion, Exanthem
| SW-Asien, nördliches Australien, Pazifik Pazifische Inseln
|}
Mechanismus der Zellinvasion
Wie es Rickettsien gelingt, in eukaryotische Zellen einzudringen, war bislang ein Rätsel. Wissenschaftlern vom Institut Pasteur in Paris ist es Ende 2005 gelungen, anhand von ''Rickettsia conorii'' zwei am Eindringvorgang beteiligte Schlüsselproteine zu identifizieren.[Martinez, J.J. ''et al.'' (2005): ''Ku70, a Component of DNA-Dependent Protein Kinase, Is a Mammalian Receptor for Rickettsia conorii.'' In: ''Cell''. Bd 123, S. 1013-1023. PMID 16360032] Es handelt sich um das bakterielle Protein ''OmpB'' und um das Säugerprotein ''Ku70'', das sich normalerweise im Zellkern von Säugetierzellen findet. Offensichtlich kann es aber auch zur Zellmembran wandern, wo es vom Rickettsien-eigenen ''rOmpB'' festgehalten und zum Eindringen in die Zelle genutzt wird. Die Wissenschaftler bezeichneten ''rOmpB'' aufgrund dieser "verräterischen" Eigenschaft auch als "molekularen Handlanger" der Rickettsien.
Endosymbiontentheorie
Die Art ''Rickettsia prowazekii'' ist von besonderen Interesse der Endosymbiontentheorie in Bezug auf die Mitochondrium Mitochondrien.[David N. Fredricks ''Introduction to the Rickettsiales and Other Intracellular Prokaryotes'' in: Martin Dworkin, Stanley Falkow, Eugene Rosenberg, Karl-Heinz Schleifer, Erko Stackebrandt (Hrsg.) ''The Prokaryotes, A Handbook of the Biology of Bacteria''. 7 Bände, 3. Auflage, Springer-Verlag, New York u. a. O., 2006, ISBN 0-387-30740-0. Vol. 5: ''Proteobacteria: Alpha and Beta Subclasses'' ISBN 0-387-25495-1] In dem Einzeller ''Reclinomonas americana'' wurden Mitochondrien mit dem größten bisher bekannten Genom gefunden. Man geht also davon aus, dass bei diesem Mitochondrium Gen genetisch noch die größte Übereinstimmung mit dem ursprünglichen Symbionten übrig geblieben ist. Bei Vergleichen von Bakterien mit diesem Einzeller zeigte wiederum das vollständig sequenzierte Genom von ''Rickettsia prowazekii'' die größte Übereinstimmung. So kann man davon ausgehen das ''Rickettsia'' eine enge Verwandtschaft mit dem Vorfahren der Mitochondrien hat.
Als gesichert wird diese Annahme allerdings nicht angesehen. Das Genom von ''Rickettsia prowazekii'' wie auch das in den Mitochondrien zu findende Genom ist sehr klein. Beide sind in den Milliarden Jahren der Evolution vermutlich geschrumpft, wodurch auch eine starke Ähnlichkeit der Genstruktur keine klare Aussage zulässt. So könnten z.B. auch Rickettsia und das ursprüngliche Bakterium, welche den Symbiont bildete von einem gemeinsamen Vorfahren abstammen.
Quellen
Weblinks
- Rickettsiosen – Eine Vielzahl unterschiedlicher Krankheitsbilder
- Gen-Code von Rickettsien geknackt. Neue Erkenntnisse über die Evolution von Vielzellern
Kategorie:Proteobacteria
{{Gesundheitshinweis}}
en:Rickettsia
es:Rickettsia
fr:Rickettsia
he:Rickettsia
ja:リケッ�ア
nl:Rickettsia
pl:Riketsje
pt:Rickettsia
tr:Riketsiya
zh:立克次体
*** Shopping-Tipp: Rickettsien
[Der Artikel zu Rickettsien stammt aus dem Nachschlagewerk Wikipedia, der freien Enzyklopädie. Dort findet sich neben einer Übersicht der Autoren die Möglichkeit, den Original-Text des Artikels Rickettsien zu editieren.
Die Texte von Wikipedia und dieser Seite stehen unter der GNU Free Documentation License.]
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