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Pakistan

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'''IslÄ?mÄ« ǦamhÅ«riya-i PÄ?kistÄ?n''' (Urdu)
'''Islamic Republic of Pakistan''' (engl.)
'''Islamische Republik Pakistan''' |BILD-FLAGGE = Flag of Pakistan.svg |BILD-FLAGGE-RAHMEN = ja |ARTIKEL-FLAGGE = Flagge Pakistans |BILD-WAPPEN = Coat of arms of Pakistan.png |BILD-WAPPEN-BREITE = 120px |ARTIKEL-WAPPEN = Wappen Pakistans |WAHLSPRUCH = |AMTSSPRACHE = Urdu, Englische Sprache Englisch |HAUPTSTADT = Islamabad |STAATSFORM = Präsidialrepublik Präsidiale Bundesrepublik (''de facto'' Militärregierung seit 1999) |STAATSOBERHAUPT = Liste der Staatsoberhäupter Pakistans Präsident Pervez Musharraf |REGIERUNGSCHEF = Ministerpräsident Shaukat Aziz |FLÄCHE = (33.; mit pakistanisch verwalteten Gebieten Kaschmirs) 880.254 |EINWOHNER = (6.) 165.803.560 (Juli 2006) |BEV-DICHTE = (40.) 188 |BIP/EINWOHNER = 591 US-$ (2005) |WÄHRUNG = Pakistanische Rupie |UNABHÄNGIGKEIT = 14. August 1947 |NATIONALHYMNE = ''Qaumi Tarana'' |ZEITZONE = UTC+5 |KFZ-KENNZEICHEN = PK |INTERNET-TLD = .pk |TELEFON-VORWAHL = +92 |BILD-LAGE = Pakistan-Pos.png |BILD1 = Pakistan.png }} '''Pakistan''' (Urdu: {{ar.html">Südasien. Er grenzt an den Iran, Afghanistan, China.html">Volksrepublik_China|China sowie die Indien indischen Bundesstaaten Jammu und Kashmir, Punjab (Indien) Punjab, Rajasthan und Gujarat (im Uhrzeigersinn, beginnend im Westen). Im Süden hat Pakistan Anteil an der Küste des Arabisches Meer Arabischen Meeres, eines Nebenmeeres des Indischer Ozean Indischen Ozeans. Der Staat Pakistan entstand 1947 aus den mehrheitlich muslimischen Teilen Britisch-Indiens, während die Gebiete mit hinduistischer oder sonstiger Bevölkerungsmehrheit sowie der größte Teil des überwiegend muslimischen Kaschmir im heutigen Indien aufgingen. 1956 rief sich Pakistan zur ersten Islamischen Republik der Erde aus.

Etymologie
Die Ursprünge des Namens „Pakistan“ sind umstritten. Auf Persische Sprache Persisch und Urdu bedeutet er „Land der Reinen“ (''pak'': rein im Geiste; ''-stan stan'': Land). Allerdings gab Choudhary Rahmat Ali, der einer der wichtigsten Verfechter der Schaffung eines unabhängigen Muslimstaates auf dem Subkontinent war und als Schöpfer des Landesnamens gilt, dem Namen „Pak(i)stan“ am 28. Januar 1933 in seinem Aufsatz „''Now or Never''“ („Jetzt oder Nie“) eine andere Deutung. Er sollte die Heimat der nordindischen Muslime bezeichnen - als Akronym für Punjab (Pakistan) '''P'''unjab, '''A'''fghania (die heutige Nordwestprovinz), Kaschmir '''K'''aschmir, Sindh '''S'''indh und Belutschistan Belutschis'''tan'''Choudhary Rahmat Ali: [http://www.chaudhryrahmatali.com/books/now%20or%20never/nowornever..html Now Or Never: Are We To Live Or Perish Forever?]. Später wurde dem Namen zwecks leichterer Aussprache ein „i“ hinzugefügt. Als Initialbuchstabe des Wortes „Islam '''I'''slam“ weist es zudem auf die identitätsstiftende Bedeutung dieser Religion für die erste Islamische Republik der Welt hin, ist aber verschiedentlich auch als Verweis auf den Fluss Indus '''I'''ndus, die Lebensader Pakistans, ausgelegt worden. Es bestehen weitere abweichende Interpretationen des Akronyms.

Geographie
Pakistan erstreckt sich zwischen dem 24. und 37. nördlichen Breitengrad sowie zwischen dem 61. und 77. östlichen Längengrad auf einer Fläche von 796.095 km² und ist damit der neuntgrößte Staat Asiens. Einschließlich Asad Kaschmir und der Nordgebiete Kaschmirs umfasst Pakistan sogar 880.254 km², etwa doppelt so viel wie Deutschland und Österreich zusammen. Die Nord-Süd-Ausdehnung des Landes beträgt etwa 1500 Kilometer. Es grenzt an vier unabhängige Staaten: Iran im Südwesten, Afghanistan im Westen und Norden, Volksrepublik China China im Nordosten und Indien im Osten. Im Süden besitzt Pakistan eine 1046 Kilometer lange Küste am Arabisches Meer Arabischen Meer.

Naturräumliche Gliederung
Bild:Paktopo de.jpg thumb|left|Topographische Karte Pakistans Bild:K2 8611.jpg thumb|Der [[K2 (8611 Meter über NN) ist der höchste Berg Pakistans.]] Bild:Indus river from karakouram highway.jpg thumb|Tal des [[Indus im Karakorum (Gebirge) Karakorum]] Im äußersten Norden Pakistans treffen mit dem Hindukusch, dem Karakorum (Gebirge) Karakorum und dem Himalaya die drei höchsten Gebirgszüge der Erde zusammen und schirmen das Land von Zentralasien ab. Der Hindukusch erstreckt sich von der afghanischen Grenze im Westen bis zum Oberlauf des Indus im Osten und erreicht mit dem Tirich Mir eine Höhe von knapp 7700 Metern. Im stark vergletscherten Karakorum, nördlich des Indus, liegt der K2, mit 8611 Metern Höhe die höchste Erhebung Pakistans und der zweithöchste Gipfel der Erde. Südlich des schmalen Hochtals des oberen Indus hat das Land einen kleinen Anteil am Himalaya mit dem Nanga Parbat (8125 Meter). Fünf der weltweit 14 Liste der Achttausender Achttausender liegen auf pakistanisch kontrolliertem Gebiet. Die Ebene des Indus, die sich südlich an die Hochgebirgsregion anschließt, nimmt mehr als ein Drittel der Landesfläche ein. Nachdem der Indus die Hochgebirgsregion des äußersten Nordens verlassen und sich nach Süden gewendet hat, durchquert er zunächst die Potwar-Hochebene zwischen den Städten Peshawar und Faisalabad, die sich im Süden noch einmal zur über 1100 Meter hohen Salzkette auftürmt und dann in das Tiefland des Punjab abfällt. Nur der westliche Teil des „Fünfstromlandes“ Punjab mit den Flüssen Satluj, Chanab, Jehlam (Fluss) Jehlam und Ravi gehört zum Einzugsgebiet des Indus in Pakistan. Der fünfte große Fluss, der Beas, mündet bereits auf indischem Hoheitsgebiet in den Satluj. Satluj und Chenab vereinigen sich westlich von Bahawalpur zum Panjnad, der kurz darauf in den Indus mündet. Niedrige, ''doab'' genannte Erhebungen trennen die flachen Schwemmlandtäler der punjabischen Flüsse voneinander. Südlich der Panjnad-Mündung durchquert der stark Mäander mäandrierende Indus eine breite Aufschüttungsebene im Südpunjab und in der Region Sindh. Schließlich mündet er in einem rund 8000 km² großen Delta ins Arabische Meer. Im Westen Pakistans schirmen die jeweils bis zu 3500 Meter hohen Ketten des Sulaimangebirge Suleiman- und des Brahuigebirges sowie das maximale Höhen von rund 2200 Metern erreichende Kirthargebirge das Industiefland vom durchschnittlich 600 Meter hohen, abflusslosen Hochland von Belutschistan an der Grenze zu Iran ab. Auch Belutschistan durchziehen mehrere Bergketten, die teils bis zu 3000 Meter aufragen. Den südlichen Abschluss Belutschistans bildet das Makrangebirge, das steil zur Makranküste am Arabischen Meer abfällt. Im Osten begrenzt die Wüste Thar, südlich des Punjab, die Indusstromebene. Im äußersten Südosten hat Pakistan Anteil am Salzsumpf des Rann von Kachchh.

Klima
{| border="0" cellspacing="0" cellpadding="0" | align="right" |----- | align="center" | '''Klimadiagramme''' |----- | Bild:Klima_karachi.png thumb|[[Karatschi]] |----- | Bild:Klima_lahore.png thumb|[[Lahore]] |----- | Bild:Klima_peshawar.png thumb|[[Peschawar]] |} In Pakistan herrscht überwiegend arides Subtropen subtropisches Kontinentalklima mit erheblichen örtlichen und jahreszeitlichen Unterschieden. Im Tiefland schwanken die Mitteltemperaturen des kältesten Monats Januar zwischen 12 Grad Celsius im Norden und 16 Grad im Süden, nur an der Küste liegt das Monatsmittel auch im Winter um 20 Grad. In den Sommermonaten Mai bis September wird es mit Ausnahme der höheren Lagen überall im Land unerträglich heiß. Die durchschnittlichen Temperaturen liegen dann in der Regel über 30 Grad. Vereinzelt können im Binnenland sogar Höchstwerte von bis zu 50 Grad auftreten. Auch die Verteilung der Niederschlagsmengen ist höchst ungleichmäßig. Allgemein nehmen sie von Norden nach Süden ab. Ergiebige Regenfälle erhält nur das Himalayavorland im äußersten Norden des Punjab, wo teils über 1000 mm im Jahr gemessen werden. Lahore erhält nur rund 500 mm, der südliche Punjab und der Sindh weniger als 200 mm. Die Niederschläge fallen fast ausschließlich während des kurzen Südwestmonsuns im Juli und August, der Rest des Jahres ist trocken. Extreme Trockenheit herrscht auch in Belutschistan. Im westlichen Hochland betragen die Jahresniederschlagsmengen nicht einmal 100 mm. Im Winter gibt es oft Nachtfröste, die Durchschnittstemperaturen des Januars liegen nur um 10 Grad. Im Sommer werden dennoch ähnlich hohe Werte wie in der Indusebene erreicht. Nur in den höheren Lagen ist es entsprechend kühler, in den Randgebirgen zwischen der Hochebene von Belutschistan und dem Industiefland auch etwas feuchter mit 200 bis 300 mm Regen im Jahr. Belutschistan erhält den Großteil seiner spärlichen Niederschläge im Winter. Der Sommermonsun bringt Ostbelutschistan nur minimalen, dem Westen der Region gar keinen Regen. Die Hochtäler im äußersten Norden Pakistans unterscheiden sich klimatisch stark von anderen Landesteilen. Temperaturen im Minusbereich sind im Winter auch tagsüber keine Seltenheit. Obwohl die Sommer warm sind, fehlt die extreme Hitze der Tieflandsklimate. Die jährlichen Regenfallmengen sind im Himalaya mit teils über 1500 mm am höchsten und nehmen nach Norden und Westen ab.

Vegetation
In großen Teilen Pakistans lässt das wüstenhafte Klima nur eine äußerst spärliche Vegetation zu. Wälder gab es ursprünglich in Form von Galeriewald Galeriewäldern entlang des Indus und seiner dauerhaft Wasser führenden Nebenflüsse sowie in Form von Nadelwäldern in den Hochgebirgen des Nordens. Während sich letztere zumindest zum Teil erhalten haben, sind die Flusswälder heute fast vollständig zerstört. Insgesamt sind nur noch rund vier Prozent der Fläche Pakistans bewaldet. In den Tiefebenen haben hohe Bevölkerungsdichte und intensive landwirtschaftliche Nutzung zur Herausbildung einer durch den Menschen geprägten Kulturlandschaft geführt. Große, zusammenhängende Waldbestände finden sich noch in der Hochgebirgszone in Nordpakistan. Zwischen 1000 und 3000 Metern Höhe erstrecken sich dichte Nadelwälder mit verschiedenen Kiefernarten (''Pinus''), Himalaya-Zedern (''Cedrus deodara'') und Himalaja-Fichte Himalaya-Fichten (''Picea smithiana''), gelegentlich auch Mischwälder mit Eichen (''Quercus''). In den niederschlagsärmeren Berggegenden des Hindukusch im äußersten Nordwesten und des Karakorum (Gebirge) Karakorum im äußersten Norden und Nordosten herrschen Gebirgstrockenwälder mit Trockenkiefern (''Pinus gerardiana'') und Steineichen (''Quercus ilex'') vor. Unmittelbar oberhalb der Baumgrenze gedeihen Rhododendron Rhododendren und andere Zwergsträucher, darüber gibt es nur noch alpine Matten. Die Schneegrenze liegt bei über 4500 Metern, im Karakorum sogar bei 5400 bis 5800 Metern. In den sich südlich an den Hindukusch anschließenden Randgebirgen sowie im Sulaimangebirge Sulaiman- und Brahuigebirge wachsen Trockenlaubwälder mit Ölbäumen (''Olea'') und Akazien (''Acacia''). In den tieferen Lagen sind diese durch Überweidung oft stark degradiert. Offene Dornwälder waren früher die typische Vegetationsform der Indus-Tiefebene. Heute ist diese Waldform jedoch durch die großflächige Nutzung der Ebenen als Ackerland weitestgehend zurückgedrängt und beschränkt sich auf kleine, verstreute Waldinseln. Charakterpflanzen sind niedrige, gut an die Trockenheit angepasste Baumarten wie der Khejribaum (''Prosopis cineraria''). Das Unterholz besteht vor allem aus Dornbüschen. Im Mündungsdelta des Indus bilden salzwasserresistente ''Avicennia-marina''-Bäume Mangrove (Ökosystem) Mangrovenwälder. In Belutschistan, in den unbewässerten Teilen des Sindh sowie im Südosten und Westen des Punjab (Pakistan) Punjab dehnen sich baumfreie Halbwüsten und Wüsten aus. Die Pflanzendecke besteht dort aus besonders ausdauernden Hartgräsern und Dornsträuchern. Nur in Oasen kommen auch niedrige Baumarten vor.

Tierwelt
Bild:Schraubenziege - Markhor.jpg thumb|Die [[Schraubenziege ist Pakistans Nationaltier.]] In Pakistan leben rund 190 verschiedene Säugetierarten. Viele Großsäuger wurden jedoch im 19. und 20. Jahrhundert durch Bejagung und die Zerstörung ihrer Lebensräume ausgerottet, darunter der Indische Elefant, der Königstiger, der Asiatische Löwe und der Gepard. In den Bergen Nordpakistans leben nur noch wenige hundert Leoparden und Schneeleoparden, deren Fortbestand stark bedroht ist, außerdem Steinbock Steinböcke, Schraubenziegen (das Nationaltier Pakistans), Wildschafe und Eurasischer Luchs Luchse. Die häufigste Katzenart ist die in den Flussebenen heimische Rohrkatze. Der Karakal oder Wüstenluchs bevorzugt dagegen offene Steppen- und Halbwüstenlandschaften. Zwei Bärenarten kommen in Pakistan vor: der Asiatischer Schwarzbär Kragenbär im Himalaya, Hindukusch und den Bergen Belutschistans sowie der Braunbär im Karakorum. Beide Arten sind selten. Dagegen sind Wildschweine nach wie vor sehr zahlreich, ebenso viele Nagetiere. Im Indus lebt eine Unterart des gefährdeten Gangesdelfins. Sehr vielfältig ist die Vogelwelt Pakistans mit knapp 670 einheimischen und Zugvogelarten. Viele große Raubvögel wie Adler (Biologie) Adler, Bussarde, Falken und Geier sind selten geworden, aber auch der einst landestypische Blauer Pfau Blaue Pfau kommt nur noch in kleinen Restbeständen vor. Eine weite Verbreitung haben Sperlingsvögel, Schwalben, Hühnervögel (darunter Pakistans Nationalvogel, das Chukarhuhn), Papageien, Kiebitze, Spechte, Tauben und Rabenvögel. Auch Wasservögel wie Enten, Reiher und Flamingos gibt es in großer Zahl, seltener sind Pelikane. Unter den mehr als 170 heimischen Reptilienspezies sind fast 90 Echsen-, über 70 Schlangen- und zwölf Schildkrötenarten. Zudem leben in Pakistan das Sumpfkrokodil und der Gangesgavial. Amphibien sind in Pakistan mit 16 Arten vertreten. Die Zahl der Fischarten wird auf 400 Meeres- und 125 Süßwasserfische geschätzt, die der Insekten und Wirbellosen auf 20.000.

Bevölkerung


Bevölkerungsentwicklung
Bild:Pakistan-demography.png thumb|Bevölkerungsentwicklung Pakistans in seinen heutigen Grenzen 1961 bis 2003 (Einwohnerzahl in 1000) Bild:Bevölkerungdichte Pakistans.png thumb|Bevölkerungsdichte Pakistans Die Volkszählung von 1998 ergab eine Einwohnerzahl von 132 Millionen (ohne die besetzten Teile Kaschmirs mit damals etwa vier Millionen Einwohnern), im Juli 2006 wurde sie bereits auf rund 166 Millionen einschließlich der kontrollierten Gebiete von Kaschmir geschätztCIA World Factbook: [https://www.cia.gov/cia/publications/factbook/geos/pk.html Pakistan]. Damit ist Pakistan nach Volksrepublik China China, Indien, den Vereinigte Staaten USA, Indonesien und Brasilien der sechstbevölkerungsreichste Staat der Erde. Die durchschnittliche Bevölkerungsdichte beträgt 188 Einwohner je km² – etwas mehr als in der Schweiz, aber weniger als in Deutschland. Die Bevölkerung ist jedoch äußerst ungleichmäßig über das Land verteilt. Während gut drei Viertel der Bevölkerung in den fruchtbaren Flussebenen des Punjab (Pakistan) Punjab und des Sindh leben, sind die Hochgebirgsgegenden im Norden und Westen sowie die Trockengebiete nur sehr spärlich besiedelt. Die Thar und die Wüste Belutschistan (Pakistan) Belutschistans sind größtenteils sogar menschenleer. In Belutschistan leben auf 40 Prozent der Fläche Pakistans weniger als fünf Prozent seiner Menschen, dagegen macht der Punjab nicht einmal ein Viertel der Fläche aus, beherbergt aber mehr als die Hälfte der Bevölkerung. Der Verstädterungsgrad ist gering – 2004 wohnten nur 34 Prozent aller Pakistaner in Städten. Mit einer jährlichen Bevölkerungszunahme von mehr als zwei Prozent hat Pakistan eine der höchsten Wachstumsraten in Asien. Die Geburtenrate ist zwar von 43 Lebendgeborenen je 1000 Einwohner im Jahre 1970 auf 29,74 im Jahre 2006 gefallen, liegt aber weiterhin auf hohem Niveau. Sie ist jedoch nicht die einzige Ursache für das konstant hohe Bevölkerungswachstum. Vielmehr hat die verbesserte Gesundheitsversorgung zum Anstieg der Lebenserwartung von 51 Jahren (1970) auf 63,4 Jahre (2006) und damit zum Rückgang der Sterberate im gleichen Zeitraum von 16 auf 8,23 Todesfälle je 1000 Einwohner geführt. Die Fruchtbarkeitsrate lag 2006 bei vier Kindern je Frau, das durchschnittliche Alter der Bevölkerung bei 20 Jahren und der Anteil der unter 15-jährigen bei 39 Prozent.

Ethnische Zusammensetzung
Bild:Panjabi father and son.jpg thumb|Ein Punjabi mit seinem Sohn Pakistan ist ein Vielvölkerstaat. Mehr als drei Viertel aller Einwohner Pakistans gehören indoarischen Völkern an. Die mit Abstand größte Einzelethnie sind die indoarischen Punjabi, die über 40 Prozent der Bevölkerung stellen, gefolgt von den Sindhi mit 14 Prozent und den im südlichen Punjab (Pakistan) Punjab lebenden Saraiki mit zehn Prozent. Eine Sonderstellung nimmt die etwa sieben bis acht Prozent starke Minderheit der Muhajir ein. Sie sind die Nachfahren bei der Teilung Britisch-Indiens 1947 nach Pakistan geflohener nordindischer Muslime und leben über das ganze Land verteilt, im Gegensatz zu allen anderen Volksgruppen aber fast ausschließlich in den Städten. Im Sindh stellen sie 40 Prozent, im Punjab zehn Prozent der gesamten städtischen Bevölkerung, haben aber jeweils nur geringe Anteile an der ländlichen Bevölkerung. Im Sindh haben sie daher eine unverhältnismäßig hohe Einflussstellung in Wirtschaft und Politik erlangt. Iranische Völker machen knapp 20 Prozent der pakistanischen Bevölkerung aus. Die Paschtunen (auch ''Pathanen''), die vorwiegend im Nordwesten des Landes entlang der Grenze zu Afghanistan sowie im Norden Belutschistans leben, sind mit einem Anteil von 15 Prozent die zweitgrößte Volksgruppe Pakistans. Die meisten der schätzungsweise drei Millionen in Pakistan verbliebenen afghanischen Flüchtlinge sind Paschtunen. Ebenfalls iranischer Abstammung sind die im Südwesten Pakistans siedelnden Belutschen, die etwa drei Prozent der Bevölkerung stellen. Sowohl Paschtunen als auch Belutschen sind in Stammesverbände gegliedert. Die Brahui (Volk) Brahui im Osten Belutschistans sind ein isolierter Vertreter der dravidischen Völker, die ansonsten hauptsächlich in Südindien verbreitet sind. In Asad Kaschmir und den Nordgebieten leben vorwiegend dardische Völker, die sich in der Region Baltistan mit den von den Tibetern abstammenden, muslimischen Balti (Volk) Balti vermischt haben. Das Hunza (Fluss) Hunzatal im Karakorum im äußersten Norden wird von den ethnisch gemischten Hunzukuc Hunzakuts bewohnt.

Sprachen
Bild:Pakistan Sprachen.PNG thumb|Hauptsprachen Pakistans In Pakistan sind mehr als 50 verschiedene Sprachen verbreitet. Die Sprachgrenzen stimmen weitgehend mit den ethnischen Grenzen übereinEine Gesamtübersicht über die Sprachen Pakistans und ihre Zuordnung zu einzelnen Sprachfamilien (genetische Klassifikation) bietet Ernst Kausen: [http://homepages.fh-giessen.de/kausen/wordtexte/Pakistan%20Sprachen.doc Die Sprachen Pakistans]. Amtssprachen sind das Indoarische Sprachen indoarische Urdu und Englische Sprache Englisch. Während letzteres vor allem von der Regierung sowie als Geschäfts- und Bildungssprache verwendet wird, ist Urdu die Verkehrssprache des Großteils der Bevölkerung. Von der wichtigsten Nationalsprache des Nachbarlandes Indien, dem Hindi, unterscheidet sich Urdu im Wesentlichen nur durch einen höheren Anteil an Lehnwörtern Persische Sprache persischen und Arabische Sprache arabischen Ursprungs sowie durch die Verwendung der Nastaliq, einer Abart der Arabisches Alphabet arabischen Schrift. Als Muttersprache wird es jedoch nur von sieben bis acht Prozent der Einwohner, den Muhajir, gesprochen. Die Zahl der Urdu-Muttersprachler steigt allerdings durch die gesellschaftliche Funktion der Sprache ständig, vor allem dadurch, dass Standard-Urdu in der überwiegenden Mehrzahl der Schulen (auf primärem und sekundärem Niveau) als Unterrichtssprache verwendet wird. Die gezielte Förderung des Urdu als überregionale Nationalsprache durch die pakistanische Regierung stößt bei vielen Sprechern der größeren Regionalsprachen auf Widerstand, da diese ihre regionale Identität im Vielvölkerstaat Pakistan nur als ungenügend repräsentiert wahrnehmen. Die mit Abstand meistgesprochene Sprache ist laut der Volkszählung von 1998 das ebenfalls indoarische Punjabi (43 Prozent), das aber als Schriftsprache kaum von Bedeutung ist, da es im Gegensatz zu seiner im indischen Bundesstaat Punjab (Indien) Punjab als Amtssprache anerkannten östlichen Variante keinerlei offiziellen Status genießt. Dagegen darf Sindhi, das von 14 Prozent der Bevölkerung gesprochen wird, in der Provinz Sindh auch für offizielle Zwecke verwendet werden. In der Region war es vor allem in den 1970er Jahren zu lautstarken, teils gewaltsamen Protesten gegen die Benachteiligung der Sprache gegenüber dem Urdu gekommen. Saraiki (10 Prozent Sprecheranteil) hat sein Hauptverbreitungsgebiet im südlichen Punjab mit dem Zentrum Multan. Es wird bisweilen auch als Mundart des Punjabi am Übergang zum Sindhi betrachtet. Hindko, eine weitere indoarische Sprache, ist die Muttersprache für ein Fünftel der Einwohner der Nordwestprovinz, kommt aber landesweit nur auf einen Sprecheranteil von etwa 2 Prozent. Paschtunische Sprache Paschtu (15 Prozent) und Belutschische Sprache Belutschisch (3 Prozent) gehören zu den Iranische Sprachen iranischen Sprachen, das in Belutschistan gesprochene Brahui (Sprache) Brahui (1,5 Prozent) ist eine Dravidische Sprachen dravidische Sprache. In Karatschi leben aus dem Raum Mumbai (Bombay) stammende Bevölkerungsgruppen, die immer noch Gujarati sprechen. Im äußersten Norden gibt es eine Vielzahl von Sprachen, von denen keine mehr als eine Million Sprecher hat. Die wichtigsten sind die Dardische Sprachen dardischen Sprachen Shina, Kohistani und Khowar, das indoarische Gujari (ein Rajasthani-Dialekt) und das Sino-tibetische Sprachen sinotibetische Balti (Sprache) Balti. In den Nordgebieten wird von über 100.000 Menschen die isolierte Sprache Buruschaski gesprochen.

Religionen
Bild:Faisal mosque2.jpg thumb|Die [[Faisal-Moschee in Islamabad bietet bis zu 74.000 Gläubigen Platz und ist damit die größte Moschee der Welt.]] Laut der Volkszählung von 1998 sind 96,3 Prozent der Einwohner Pakistans Muslime. Sie gehören verschiedenen Strömungen an, über deren Stärke aber nur Mutmaßungen angestellt werden können, da sie nicht erfasst werden. Der überwiegende Teil der Pakistaner (bis zu 80 Prozent) praktiziert traditionell eine orthodoxe Form des Islam, besonders in Gebieten mit Paschtunen paschtunischer Mehrheit ist dies die Regel. Religiöse Minderheiten, beispielsweise Hindus, werden immer noch stark unterdrückt und dürfen ihren Glauben in der Öffentlichkeit nicht zeigen. In der Mehrheit sind die Muslime Sunniten. Der sunnitische Islam präsentiert sich in Pakistan jedoch nicht als Einheit. Vielmehr teilt er sich in mehrere Denkschulen auf. Die Richtung mit den meisten Anhängern dürften die Barelwis sein. Sie vertreten einen durch den Sufismus (islamische Mystik) geprägten Islam und sind strenge Anhänger der Hanafiten hanafitischen Madhhab Rechtsschule. Sie dominieren vor allem in den ländlichen Teilen der Provinzen Sindh und Punjab (Pakistan) Punjab, haben aber auch viele Anhänger in den Großstädten Lahore, Multan und Rawalpindi. Die Deobandis sind ebenfalls Hanafiten, lehnen jedoch im Gegensatz zu den Barelwis Gräber- und Heiligenverehrung ab. Sie stehen für eine strenge Auslegung des Islam und streben die Rückkehr zu dessen „Wurzeln“ an. Die Deobandis sind in Karatschi und unter den Paschtunen der Nordwestprovinz und Belutschistans stark vertreten. Die kleinste der drei sunnitischen Denkschulen sind die puritanischen, an Saudi-Arabien angelehnten Ahl-i Hadîth (siehe auch: Wahhabiten), welche die Rechtsschulen sowie den Sufismus ablehnen. Ihre Zentren sind Lahore, Sialkot, Gujranwala und Faisalabad. Unklar ist, wie hoch der Anteil der Zwölfer-Schiiten (Imamiten) an der Bevölkerung Pakistans ist. Die meisten Schätzungen gehen von 15 Prozent aus. Sie sind in Karatschi, Lahore, Sialkot und Jhang sowie in den Nordgebieten stark vertreten. Während der schiitischen Trauerzeremonien im Muharram kommt es in Pakistan häufig zu blutigen Auseinandersetzungen. Daneben sind in Pakistan zwei Ismailiten (Schia) ismailitische Gruppierungen vertreten. Die Bohras leben vor allem in Karatschi, die Nizaris sind daneben vornehmlich in den Nordgebieten (Gilgit (Landschaft) Gilgit und Hunza (Fluss) Hunza) sowie Chitral (Nordwestprovinz) vertreten. Eine schiitische Sondergruppe im äußersten Norden sind die Nurbakhshis. Die Ahmadiyya Ahmadis (0,2 Prozent der Bevölkerung), die vor allem in ihrem Zentrum Chenab Nagar Rabwah sowie um Sialkot herum leben, sind in Pakistan seit 1974 offiziell nicht mehr als Muslime anerkannt; sie sind zunehmender Verfolgung ausgesetzt. Es gibt außerdem Bestrebungen, die in Belutschistan verbreitete Gruppierung der Zikris zu Nichtmuslimen zu erklären. Im Zuge der Teilung von 1947 verließen fast alle Hinduismus Hindus und Sikhs den Punjab. Im Sindh blieb jedoch etwa ein Drittel der Hindus zurück. Dort beträgt ihr Bevölkerungsanteil 7,5 Prozent, noch höher ist er in der Wüste Thar. Ihr Anteil an der pakistanischen Gesamtbevölkerung liegt bei 1,8 Prozent, einschließlich der unteren Kasten, die in offiziellen Statistiken − etwa bei Volkszählungen â€“ gesondert aufgeführt werden. Etwas niedriger (1,6 Prozent) ist der Anteil der Christentum Christen. Sie leben vor allem um Lahore herum, in Rawalpindi und Islamabad sowie in Karatschi. Meist handelt es sich um Nachfahren von Dalit Unberührbaren, die während der britischen Kolonialzeit zum Christentum konvertierten. Andere stammen jedoch von Goanern ab, die zu jener Zeit oft als Bedienstete der Kolonialherren tätig waren. Die römisch-katholische Kirche und die aus mehreren britischen Protestantismus protestantischen Gemeinschaften entstandene Church of Pakistan sind etwa gleich stark, hinzu kommen einige von USA US-amerikanischen Missionen gegründete Kirchen. In Karatschi leben außerdem mehrere Tausend Parsen genannte Anhänger des Zoroastrismus und im äußersten Nordwesten des Landes einige Tausend Kalasha (Chitral) Kalasha, die den indoeuropäischen Pantheon verehren. Übergriffe gegen Christen und Hindus sind nicht selten. Insgesamt ist das Land von einer Atmosphäre der religiösen Intoleranz geprägt Human Rights Documentation Center: [http://www.hrdc.net/sahrdc/hrfeatures/HRF31.htm The Religious Intolerance in Pakistan].

Ethnische und religiöse Konflikte
Seit seiner Unabhängigkeit ist Pakistan Schauplatz gewaltsamer Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Volks- und Glaubensgruppen. Problematisch aus Sicht der kleineren Volksgruppen ist die Dominanz der Punjabi. Außerdem haben innere und äußere Wanderungsbewegungen in einigen Landesteilen zu erheblichen ethnischen Verschiebungen geführt, die auf Unmut stoßen. Im Sindh, insbesondere in der Provinzhauptstadt Karatschi und in Hyderabad (Pakistan) Hyderabad, kommt es immer wieder zu blutigen Zusammenstößen zwischen den einheimischen Sindhi einerseits und zugewanderten Muhajir andererseits. Letztere nehmen auf Grund ihres höheren Bildungsstandes eine herausragende Rolle im öffentlichen Leben ein. Ursprünglich aus Nordindien zugezogen stellen sie mittlerweile mehr als ein Fünftel der Bevölkerung des Sindh, die Sindhi dagegen nur noch knapp 60 Prozent, in Karatschi sogar nicht einmal ein Zehntel. Hinzu kommt die Zuwanderung von Punjabi und Paschtunen in den verhältnismäßig wohlhabenden Sindh. Viele Sindhi fühlen sich daher ins gesellschaftliche Abseits gedrängt. Radikale Nationalisten fordern sogar einen unabhängigen Staat ''Sindhu Desh'' („Land der Sindhi“). Auch zwischen den Muhajir und den wirtschaftlich zunehmend einflussreichen Paschtunen, häufig Flüchtlinge aus Afghanistan, kommt es im Sindh immer wieder zu bewaffneten Übergriffen. Regionalistische oder separatistische Bestrebungen bestehen außer im Sindh auch in Belutschistan (Belutschische Befreiungsarmee) und in der Nordwestprovinz, wo viele Paschtunen Forderungen nach größerer Autonomie, in geringerem Maße sogar nach staatlicher Selbstständigkeit („Paschtunistan“) unterstützen. Ein kaum überschaubares Problem stellt der wachsende religiöse Extremismus im Land dar. Seit der Islamisierungspolitik der 1980er Jahre erlebt Pakistan einen rasanten Zuwachs an Koranschulen (Madrasa Medresen), die seit der Militärdiktatur unter General Mohammed Zia ul-Haq finanziell gefördert werden. An einigen der schätzungsweise 20.000 Medresen sind fundamentalistische Anschauungen verbreitet, die zu einer Radikalisierung des Landes beitragenBundeszentrale für politische Bildung: [http://www.bpb.de/publikationen/8P6M3R,1,0,Der_politische_Kurswechsel_in_Pakistan.html Die islamistische Szene in Pakistan]. Dies äußert sich nicht nur in der andauernden Benachteiligung der zahlenmäßig eher unbedeutenden nicht-muslimischen Minderheiten sowie der Ahmadiyya, sondern vor allem in zunehmenden gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen militanten Sunniten und Schiiten. Auch verschiedene pakistanische Regierungen wurden immer wieder der aktiven Unterstützung terroristischer Gruppierungen als Mittel der politischen Einflussnahme in Afghanistan (Taliban-Regime) und Kaschmir bezichtigt. Einige Islamistengruppen haben eine Eigendynamik entwickelt, welche sie zunehmend der Kontrolle Islamabads entzieht. Waziristan Wasiristan an der afghanischen Grenze dient mittlerweile den radikalislamischen Taliban als Rückzugsgebiet. Pakistanische Regierungstruppen kämpfen seit 2004 gegen Taliban-Verbände, um die Regierungsgewalt in diesem Landesteil wiederherzustellen. 1986 trat das sogenannte „Blasphemiegesetz“ (Artikel 295c des pakistanischen Strafgesetzbuches) in Kraft, das Gotteslästerung und geringschätzige Anmerkungen über den Propheten Mohammed mit Geld- und Haftstrafen oder im schlimmsten Fall mit dem Tode bestraft. Obwohl bisher keiner der auf Grund dieses Gesetzes Verurteilten tatsächlich hingerichtet wurde, sind schon mehrmals Angeklagte oder Verurteilte von Islamisten ermordet worden. Auch kommt es immer wieder zu Fällen von Selbstjustiz und Lynchmorden gegen Angehörige religiöser Minderheiten unter dem Vorwurf der Gotteslästerung.

Soziale Probleme
Pakistan weist die für ein Entwicklungsland typischen sozialen Probleme auf. Besonders stark ausgeprägt ist das Phänomen der Landflucht. Geringe Verdienste und Unterbeschäftigung in der Landwirtschaft zwingen viele Dorfbewohner aus unterentwickelten ländlichen Gebieten zum Umzug in die Städte. Zumeist sind die städtischen Ballungsräume jedoch nicht in der Lage, dem enormen Bevölkerungsdruck, der durch hohe Geburtenraten noch verschärft wird, standzuhalten. In den Elendsvierteln an den Stadträndern herrscht Massenarbeitslosigkeit. Zwar betrug die offizielle Arbeitslosenquote 2005 nur 6,6 Prozent, doch liegt die Dunkelziffer weitaus höher, da die weit verbreitete Unterbeschäftigung nicht mit erfasst wird. Gleichzeitig müssen Millionen Kinder als billige und fügsame Arbeitskräfte oft schwere körperliche Arbeit in der Industrie bzw. im Handwerk (Herstellung von Fußbällen, Teppichknüpfereien) oder in der Landwirtschaft leisten. Ursache ist die Armut ihrer Eltern, die ohne das Einkommen ihrer Kinder kaum überleben könnten, denn in Pakistan leben nach Angaben der Vereinte Nationen Vereinten Nationen 17 Prozent der Bevölkerung von weniger als einem US-Dollar am TagVereinte Nationen, UNDP: [http://hdr.undp.org/hdr2006/statistics/countries/data_sheets/cty_ds_PAK.html Human Development Report 2006 – Pakistan]. Die Gesundheitsversorgung ist vielerorts unzureichend. Gut funktionierende Krankenhäuser gibt es meist nur in größeren Städten. Dazu kommen schlechte hygienische Zustände und der Mangel an sauberem Wasser – nicht nur in Slums, sondern auch in vielen ländlichen Regionen –, was die Ausbreitung von Magen-Darm-Erkrankungen und Seuchen wie Tuberkulose, Malaria und Hepatitis begünstigt. Unterernährung erhöht die Anfälligkeit für Krankheiten noch weiter. 23 Prozent der Bevölkerung gelten als unterernährt, besonders Kinder sind davon betroffen. Entsprechend hoch ist die Kindersterblichkeit: etwa jedes zehnte Kind stirbt vor dem Erreichen des fünften Lebensjahres. Noch immer gravierend ist die Benachteiligung von Frauen. Sowohl das öffentliche Leben als auch Familienangelegenheiten werden weitestgehend von Männern bestimmt. Zwangsehen sind in Pakistan übliche Praxis. Ein muslimischer Mann darf zwar bis zu vier Ehefrauen haben, aber Polygamie polygame Verbindungen stellen dennoch eine Ausnahme dar. Der Ehepartner wird vor allem nach sozialen Gesichtspunkten ausgewählt. Mit der Heirat verpflichtet sich die Familie der Braut zur Zahlung einer Mitgift, die nicht selten die finanziellen Möglichkeiten der Familie übersteigt. Verdächtigungen auf Untreue in der Ehe sind der Grund für Gewalttaten gegen Frauen bis hin zu gelegentlich vorkommenden Ehrenmorden. Mädchen werden allgemein geringer geachtet als männlicher Nachwuchs. Unterernährung, Sterblichkeit und Analphabetismus sind daher bei Mädchen höher als bei Jungen. Folge der Benachteiligung der Frauen ist ein deutlicher Männerüberschuss: 1998 kamen auf 100 Frauen in Pakistan 108,5 MännerGovernment of Pakistan, Federal Bureau of Statistics: [http://www.statpak.gov.pk/depts/pco/statistics/pop_sex_ratio_growth_rate/pop_sex_ratio_growth_rate.html Population by Sex, Sex Ratio, Average Household Size and Growth Rate].

Geschichte


Regionalgeschichte bis zur Entstehung Pakistans 1947
Bild:Mohenjo-daro Priesterkönig.jpeg thumb|Als „Priesterkönig“ gedeutete Steinfigur der [[Indus-Kultur aus Mohenjo-Daro]] Obwohl das Staatsgebiet des heutigen Pakistan – bis zu dessen Unabhängigkeit im Jahre 1947 hatte es nie einen Staat dieses Namens gegeben – oft nur Durchzugsland für die Eroberer des Indischer Subkontinent indischen Subkontinents oder Randgebiet indischer Großreiche gewesen war, bildete es im Altertum das Kernland der Indus-Kultur, einer der frühesten Hochkultur (Geschichtswissenschaft) Hochkulturen der Erde mit hoch entwickelter Landwirtschaft und Handwerk, Städtebau, weit verzweigtem Handelsnetz, fortgeschrittener Wissenschaft und einer eigenen, bis heute nicht entschlüsselten Schrift (Indus-Schrift). Der Beginn der Indus-Kultur wird etwa auf die Mitte des 3. Jahrtausends v. Chr. datiert. Ihr Untergang dürfte sich um 1800 v. Chr. ereignet haben, die Ursachen dafür liegen bis heute im Dunkeln. Die Indus-Kultur erstreckte sich über das Stromtiefland des Indus und seiner Nebenflüsse im Sindh und Punjab (Pakistan) Punjab bis nach Nordwestindien und Gujarat. Hunderte antike Siedlungen und Städte wurden freigelegt, die bedeutendsten unter ihnen sind Harappa im Punjab und Mohenjo-Daro im Sindh. Um die Mitte des 2. Jahrtausends v. Chr. drangen die aus Zentralasien kommenden Arier nach Pakistan ein. Sie prägten die Veden vedische Kultur und den Hinduismus. Im 4. vorchristlichen Jahrhundert verbreitete sich der Buddhismus, der sich nach dem Vorstoß Alexander der Große Alexanders des Großen bis zum Indus 326 v. Chr. mit der griechischen Kultur zum Graeco-Buddhismus vermischte. Letzterer gelangte im 1. und 2. Jahrhundert v. Chr. im Gandhara-Reich auf dem Boden des heutigen Afghanistans und nordwestlichen Pakistans zur Blüte. In der Spätantike gehörte Pakistan zum Kushana- und Gupta-Reich. Schon im frühen 8. Jahrhundert kam das heutige pakistanische Staatsgebiet in Berührung mit dem Islam, als die Araber 712 unter Muhammad Ibn Qasim das Industal eroberten. Über Jahrhunderte verlief die Grenze zwischen der islamischen Welt und dem indischen Kulturkreis östlich des Indus. Der Punjab blieb zunächst außerhalb des muslimischen Einflussbereichs. Erst um 1000 dehnte die türkische Ghaznawiden-Dynastie ihr Reich auf ganz Pakistan und Teile Nordindiens aus. Bis zum Beginn des 19. Jahrhundert war Pakistan Teil verschiedener islamischer Reiche, darunter die der persischen Ghuriden (12. und 13. Jahrhundert), der nordindischen Sultanat von Delhi Delhi-Sultane (13. und 14. Jahrhundert) und Mogulreich Moguln (16. bis 18. Jahrhundert) sowie der afghanischen Durrani-Dynastie (18. und 19. Jahrhundert). 1843 eroberte die Britische Ostindien-Kompanie den Sindh, sechs Jahre später unterwarf sie auch den von den Sikhismus Sikhs beherrschten Punjab. Damit begann für Pakistan die rund 100-jährige Zugehörigkeit zum britischen Kolonialreich. 1858 gingen die britischen Besitzungen in Indien in direkten Besitz der Krone über. ''Siehe auch:'' Geschichte Indiens

Entstehungsgeschichte Pakistans
Die indische Unabhängigkeitsbewegung nahm 1885 mit der Gründung des Indischer Nationalkongress Indischen Nationalkongresses Gestalt an. Als Gegenstück zum hinduistisch dominierten Kongress entstand 1906 die Muslimliga (''All-India Muslim League''). Deren Führer Ali Jinnah mobilisierte die Mehrheit der indischen Muslime für einen eigenen Staat (Zwei-Nationen-Theorie), nachdem in den 1930er Jahren mehrere Versuche, einen Kompromiss mit dem Kongress zu finden, gescheitert waren. Während die westlich orientierte gebildete Mittelschicht, die Großgrundbesitzer, aber auch die Landbevölkerung die Forderung nach der Gründung Pakistans unterstützten, blieb ein Teil der konservativen Religionsgelehrten auf Distanz. Außerdem trat ein großer Teil der Paschtunen für ein ungeteiltes Indien oder für die Eingliederung der Paschtunengebiete (Nordwestprovinz und Stammesgebiete unter Bundesverwaltung) an Afghanistan ein. Dennoch wurde in der 1940 verabschiedeten Lahore-Resolution endgültig die Gründung eines eigenständigen muslimischen Staates in Indien beschlossen.

Geschichte seit der Unabhängigkeit 1947
:''Hauptartikel : Geschichte Pakistans''

= Staatsgründung und Folgen der Teilung Britisch-Indiens
= Bild:QUAID-E-AZAM.jpeg thumb|Staatsgründer [[Ali Jinnah]] Der Staat Pakistan entstand am 14. August 1947 aus den überwiegend muslimischen Teilen von Britisch-Indien. Im Zuge der Teilung verließen über vier Millionen Muslime das heutige Indien, während etwa sieben Millionen Hindus und Sikhismus Sikhs das Staatsgebiet von Pakistan verließen. Es wird vermutet, dass bei Gewaltakten und durch die Strapazen während der Flucht bis zu 750.000 Menschen ihr Leben verloren. Nach der Teilung bestand Pakistan aus den beiden etwa 1500 Kilometer auseinander liegenden Landesteilen West- und Ostpakistan. Westpakistan ist identisch mit der heutigen Islamischen Republik Pakistan. Ostpakistan bestand aus dem östlichen, überwiegend muslimischen Teil der früheren britisch-indischen Provinz Bengalen, der sich später als Bangladesch für unabhängig erklärte. Die Zugehörigkeit des Fürstenstaates Kaschmir zu Indien oder Pakistan war dagegen umstritten. Vom mehrheitlich hinduistischen Gebiet um Jammu und dem mehrheitlich buddhistischen Ladakh abgesehen war die Bevölkerung des Staates überwiegend muslimischen Glaubens. Die herrschende Dynastie war jedoch hinduistisch, weshalb sich der Fürst zunächst nicht entscheiden wollte und später Indien anschloss. Pakistan erlangte jedoch die Herrschaft über den westlichen und nördlichen Teil dieser Region. Beide Staaten beanspruchen ganz Kaschmir als ihr Territorium, eine von den Vereinte Nationen Vereinten Nationen vorgeschlagene Volksabstimmung wurde nie durchgeführt. Der Kaschmir-Konflikt prägt seither die Beziehung beider Staaten.

= Militärregimes und innere Zerreißprobe: West- und Ostpakistan bis 1971
= Bild:Pakistan 1971.png thumb|Lage West- und Ostpakistans (1971) innerhalb Asiens 1948 verstarb mit Ali Jinnah die Vaterfigur des gerade erst gegründeten Staates Pakistan. Unbeständige politische Zustände führten 1958 zum ersten Militärputsch unter General Muhammad Ayub Khan und damit zu einem Wendepunkt in der Geschichte des Landes. Immer wieder bestimmten seitdem Militärdiktaturen die Geschicke Pakistans. Auf das Regime Ayub Khan folgte 1969 die Regierung des Generals Muhammad Yahya Khan. Zudem sah sich der junge Staat von Anfang an vor eine innere Zerreißprobe gestellt. Die große Entfernung zwischen den beiden Landesteilen West- und Ostpakistan erschwerte nicht nur die staatliche und wirtschaftliche Organisation, sondern auch die Entstehung einer gemeinsamen nationalen Identität. Trotz der Betonung der religiösen Zusammengehörigkeit, die sich in der Verfassung von 1956 äußerte, die Pakistan zur ersten Islamische Republik islamischen Republik der Welt machte, blieb die bengalische Sprache und Kultur ein wesentlicher Bestandteil der Identität Ostpakistans. Dazu kam die ungleiche Verteilung der wirtschaftlichen Ressourcen und der politischen Macht. Die Regierung im westpakistanischen Karatschi, ab 1958 in Islamabad – der eigens für den neuen Staat gegründeten Hauptstadt – benachteiligte das entfernte Ostpakistan sowohl bei der Verteilung staatlicher Gelder als auch bei der Vergabe führender Stellen in Verwaltung und Streitkräften. Als die separatistische Awami-Liga, die schon 1954 die Muslimliga als stärkste politische Kraft Ostpakistans abgelöst hatte, in den Wahlen 1970 fast alle ostpakistanischen Wahlkreise und damit die absolute Mehrheit im gesamtpakistanischen Parlament gewann, erklärte Präsident Muhammad Yahya Khan die Wahl für ungültig, verbot die Awami-Liga und nahm deren Führer gefangen. In der Folge kam es zu Ausschreitungen, die im Bangladesch-Krieg ostpakistanischen Unabhängigkeitskrieg gipfelten. Im Dezember 1971 erklärte sich Ostpakistan als Bangladesch für unabhängig. Außenpolitisch stand Pakistan stets im Schatten seines größeren und mächtigeren Nachbarn Indien, mit dem es seit 1947 drei Kriege führte, davon zwei um die von beiden Seiten beanspruchte Region Kaschmir. Weder der Erster Indisch-Pakistanischer Krieg Erste Indisch-Pakistanische Krieg von 1947 bis 1949 noch der Zweiter Indisch-Pakistanischer Krieg Zweite Indisch-Pakistanische Krieg 1965 änderten etwas am umstrittenen Status Kaschmirs. 1971 griff Indien auf der Seite der ostpakistanischen Unabhängigkeitsbewegung in den Bangladesch-Krieg ein. 1999 kam es erneut zu einer bewaffneten Auseinandersetzung um Kaschmir, die jedoch auf einen kleinen geografischen Raum beschränkt blieb. Offiziell befanden sich Indien und Pakistan nicht im Kriegszustand, dennoch wird der Konflikt angesichts mehrerer hundert Toter innerhalb weniger Wochen sowie des Einsatzes schweren Kriegsgeräts heute als Kargil-Krieg bezeichnet.

= Demokratische Zwischenphase und Militärdiktatur Zia ul-Haq 1972-1988
= Der Verlust des östlichen Landesteiles veranlasste Präsident Yahya Khan 1971 zum Rücktritt, was eine vorsichtige Demokratisierung Pakistans einleitete. Sein Nachfolger Zulfikar Ali Bhutto erließ 1973 eine neue Verfassung, in der er dem Premierminister die wichtigsten Vollmachten zuerkannte und die Rolle des Präsidenten auf rein repräsentative Aufgaben beschränkte. 1977 scheiterte die Bildung einer demokratischen Regierung. General Mohammed Zia ul-Haq rief das Kriegsrecht aus und begründete damit die dritte Militärdiktatur. Er leitete die Islamisierung Pakistans ein, unter anderem, indem er die Schari'a als Rechtsgrundlage einführte. Belastend auf die politische und wirtschaftliche Stabilität wirkten sich der Afghanischer Bürgerkrieg und sowjetische Invasion Bürgerkrieg und die sowjetische Invasion des Nachbarlandes Afghanistan zwischen 1979 und 1989 aus.

= Demokratie 1988-1999
= Bild:Benazir Bhutto.jpg thumb|[[Benazir Bhutto - erste Frau an der Spitze eines islamischen Staates]] Nach dem Tod Zia-ul-Haqs 1988 fanden erstmals seit 1977 wieder freie Wahlen statt, aus denen mit Benazir Bhutto zum ersten Mal in der Geschichte eines islamischen Staates eine Frau als Siegerin hervorging. Auf sie folgte 1990 die Regierung Nawaz Sharif. 1993 gelang ihr die Rückkehr an die Macht, bis sie 1997 abermals von Sharif abgelöst wurde. Ende Mai 1998 reagierte Pakistan mit sechs unterirdischen Kernwaffentests auf fünf vorangegangene Atomversuche des Nachbarlandes Indien und bestätigte damit endgültig den erfolgreichen Abschluss seines 1972 begonnenen Pakistanisches Atomprogramm Atomprogramms. Vermutlich ist Pakistan bereits seit Beginn der 1980er Jahre im Besitz von Kernwaffen.

= Militärdiktatur seit 1999
= In einer auf die Kargil-Region Kaschmirs begrenzten militärischen Auseinandersetzung mit Indien im Sommer 1999 (siehe Kargil-Krieg) erlitt Pakistan eine Niederlage. Daraufhin setzte General Pervez Musharraf die gewählte Regierung Sharifs in einem Militärputsch ab und errichtete die vierte Militärdiktatur Pakistans. Seit 2001 hat er das Präsidentenamt inne. Seit den Terroranschläge am 11. September 2001 in den USA Terroranschlägen vom 11. September 2001 steht Pakistan in verstärktem Maße im Spannungsfeld religiös motivierter Auseinandersetzungen, insbesondere da Musharraf eine enge politische und militärische Allianz mit den USA eingegangen ist. Die nach Meinung vieler prowestlich orientierte Politik des Präsidenten ist in dem muslimisch orientierten Land umstritten. Unabhängig davon beteiligt man sich weiter am Der Krieg der USA gegen den Terrorismus Kampf gegen den internationalen Terrorismus. Seit 2003 ist eine behutsame Annäherung zwischen Indien und Pakistan zu bemerken. So fanden Gefangenenaustausche statt und wurden Verbindungen in der Kaschmirregion geöffnet. ''Siehe auch'': Liste der Premierminister von Pakistan

Politik und Staat
Seit der Unabhängigkeit ist die politische Lage Pakistans durch mangelnde Stabilität gekennzeichnet. Kurze demokratische Phasen wurden immer wieder von Militärputschen unterbrochen. Militärs regierten das Land von 1958 bis 1971, von 1977 bis 1988 und erneut seit 1999. 1956 wurde die erste Verfassung angenommen, aber bereits nach zwei Jahren wieder außer Kraft gesetzt. Es folgten weitere Verfassungen 1973 und 1985. Seit 1993, mit Unterbrechung von 1999 bis 2002, ist wieder die Verfassung von 1973 in Kraft. In einigen Gebieten Westpakistans mit stark ausgeprägten Feudal- und clanähnlichen Stammesstrukturen ist das staatliche Gewaltmonopol eingeschränkt. Besonders in der von Großgrundbesitzern, Paschtunen paschtunischen Stammesführern und Talibanverbänden kontrollierten Grenzregion Waziristan Wasiristan in den Stammesgebiete unter Bundesverwaltung Stammesgebieten unter Bundesverwaltung übt Islamabad praktisch keinerlei Hoheitsrechte mehr aus. Auch in einigen ländlichen Teilen Belutschistan (Pakistan) Belutschistans und der Nordwestprovinz kann sich der Staat nur leidlich gegen den Einfluss von Stammesführern und reichen Landbesitzern durchsetzen. In den bevölkerungsreichen Kernregionen Punjab (Pakistan) Punjab und Sindh ist das staatliche Gewaltmonopol dagegen weitestgehend intakt. Der pakistanische Staat ist auf praktisch allen Verwaltungsebenen von Korruption durchzogen. Im Internationaler Korruptionsindex Internationalen Korruptionsindex von Transparency International für das Jahr 2006 findet sich Pakistan an 142. Stelle von 163 bewerteten Ländern wieder und zählt somit zu den korruptesten Staaten der ErdeInternet Center for Corruption Research: [http://www.icgg.org/corruption.cpi_2006.html Transparency International (TI) 2006 Corruption Perceptions Index (CPI)].

Politisches System
Bild:Islamabad Parliament.jpg thumb|Parlamentsgebäude in [[Islamabad]] Gemäß der 1973 erlassenen, mehrfach geänderten Verfassung ist die Islamische Republik Pakistan eine Föderalismus föderalistische, Semipräsidentielles Regierungssystem semipräsidentielle Demokratie. Der Islam ist Staatsreligion. 1999 wurden die Verfassung nach einem Staatsstreich außer Kraft gesetzt und das Parlament aufgelöst. Obwohl die Verfassung seit 2002 schrittweise wiederhergestellt wurde und 2002 erstmals wieder Parlamentswahlen stattfanden, regiert der Militärmachthaber Pervez Musharraf, der seit 2001 auch formell das höchste Staatsamt inne hat, seit 1999 ''de facto'' Diktatur diktatorisch. Die Parlamentswahlen 2002 verliefen zwar weitgehend regelmäßig und friedlich, allerdings hatte das Militärregime im Vorfeld die beiden ehemaligen Premierminister Benazir Bhutto und Nawaz Sharif von den Wahlen ausgeschlossen, weitere Oppositionskandidaten benachteiligt und den Wahlkampf eingeschränkt. Staatsoberhaupt Pakistans ist der Präsident, der laut Verfassung von einem Wahlgremium − bestehend aus den beiden Bundesparlamenten und den Regionalparlamenten der vier Provinzen – auf fünf Jahre gewählt wird. Er muss Muslim und bei Amtsantritt mindestens 45 Jahre alt sein. Seine Aufgaben sind überwiegend repräsentativer Natur, darüber hinaus verfügt er jedoch über einige Sonderrechte. So kann er jederzeit die Nationalversammlung auflösen und besitzt den Oberbefehl über die Streitkräfte. Der derzeitige Amtsinhaber General Pervez Musharraf gelangte 1999 durch einen Staatsstreich an die Macht, ernannte sich 2001 selbst zum Präsidenten und ließ sich 2002 in einer von unabhängigen Wahlbeobachtern sowie der politischen Opposition als hochgradig unfair eingestuften Volksabstimmung im Amt bestätigen. Mittels umfangreicher Verfassungsänderungen stärkte er die Machtstellung des Präsidenten. 2004 schuf er den Nationalen Sicherheitsrat unter seinem Vorsitz, der den Ausnahmezustand über das Land verhängen kann. ''De facto'' ist Pakistan daher ein Präsidialregime. Die Legislative gesetzgebende Gewalt liegt nach der Verfassung beim Parlament (''Majlis-e-Shoora''). Es besteht aus zwei Kammern, der Nationalversammlung (Unterhaus) und dem Senat (Oberhaus). Die Nationalversammlung umfasst 342 Abgeordnete, wovon 272 für fünf Jahre nach Mehrheitswahlrecht direkt vom Volk gewählt werden. Wahlberechtigt sind alle Staatsbürger ab einem Alter von 18 Jahren. 60 Parlamentssitze sind Frauen, zehn weitere Vertretern religiöser Minderheiten vorbehalten. Die reservierten Sitze werden auf die in der Nationalversammlung vertretenen Parteien entsprechend ihres Stimmenanteils verteilt. Der Senat hat 100 Abgeordnete, die von den Parlamenten der vier Provinzen sowie der Stammesgebiete unter Bundesverwaltung gewählt werden. Obwohl der Senat in der Hierarchie über der Nationalversammlung steht, hat letztere weiter reichende Befugnisse. So wählt diese den Premierminister, dem laut Verfassung die eigentliche Regierungsgewalt zukommt, und hat die alleinige Entscheidungsbefugnis über den Staatshaushalt und die Finanzgesetzgebung des Landes.

Rechtssystem
Das pakistanische Rechtswesen beruht zwar noch größtenteils auf britisch-indischem Recht einschließlich des ''Common Law'', umfasst aber seit den 1970er Jahren auch viele Bestandteile des islamischen Rechts auf Grundlage der ''Schari'a Scharia''. So richtet sich das Familien- und Erbrecht ausschließlich nach islamischem Recht. Unter der Diktatur General Mohammed Zia ul-Haqs (1977 bis 1988) wurde auch das Strafrecht islamisiert. Oberster Gerichtshof des Landes ist der ''Supreme Court'' mit Sitz in Islamabad. Den Vorsitz führt der vom Präsidenten ernannte ''Chief Justice''. Die anderen Richter des ''Supreme Courts'' sowie alle Richter der ihm untergeordneten ''High Courts'' der vier Provinzen werden nach Absprache mit dem ''Chief Justice'' ebenfalls vom Präsidenten ernannt. Der ''Supreme Court'' ist das höchste Berufungsgericht Pakistans, verfügt aber auch über Entscheidungsgewalt in Streitfragen zwischen der Zentralregierung und den Provinzen bzw. zwischen den Provinzen untereinander. Neben der zivilen Gerichtsbarkeit gibt es einen ''Federal Shariat Court'' (Scharia-Gerichtshof des Bundes) mit acht Richtern. Drei davon sind islamische Glaubensgelehrte (''Ulama''). Die Aufgabe des ''Federal Shariat Court'' besteht darin, die Vereinbarkeit der Gesetzgebung mit den Geboten des Islam zu prüfen. Widerspricht ein Gesetz der islamischen Rechtsauslegung, so kann das Gericht je nach Zuständigkeit den Präsidenten oder den Gouverneur einer Provinz zur Überarbeitung des entsprechenden Gesetzes zwingen. An niedrigeren Gerichtshöfen gibt es gesonderte Kammern, in denen ''Ulama'' nach islamischem Recht urteilen. Die früher vor allem bei den Paschtunen üblichen Stammesräte (''Jirgas'') sind zwar verboten, genießen aber in einigen ländlichen Landesteilen noch immer hohes Ansehen und urteilen weitestgehend unabhängig vom geltenden Recht.

Politische Parteien
Trotz einer vielfältigen Parteienlandschaft ist parteipolitische Arbeit in Pakistan nur begrenzt wirksam. Ursache ist insbesondere die mangelnde Ausprägung einer demokratischen Kultur in Folge wiederkehrender Militärherrschaften, einer starken Ausrichtung der Politik auf einzelne Führungspersönlichkeiten und eines fehlenden ideologischen Unterbaus vieler Parteien. Dabei kam der Muslimliga unmittelbar nach der Unabhängigkeit eine ähnlich staatstragende Rolle zu wie der Indischer Nationalkongress Kongresspartei in Indien. Nach dem Tod des Parteiführers Ali Jinnah 1948 verlor sie jedoch schnell an Bedeutung. Die heute bedeutendste Abspaltung der Muslimliga ist die dem Militärmachthaber Pervez Musharraf besonders nahestehende ''Pakistan Muslim League Quaid-e-Azam'' (PML-Q). Der Namenszusatz ''Quaid-e-Azam'' bedeutet im Urdu „Großer Führer“ und steht für den Staatsgründer Ali Jinnah. Die eher linksgerichtete ''Pakistan People’s Party'' (Pakistanische Volkspartei; PPP) wurde 1967 gegründet und war unter Zulfikar Ali Bhutto und dessen Tochter Benazir Bhutto Regierungspartei. Die beiden großen islamischen Parteien ''Jamaat-e-Islami'' (Islamische Gemeinschaft; JI) und ''Jamiat-Ulema-e-Islam'' (Gemeinschaft Islamischer Gelehrter; JUI) haben sich mit einigen weiteren Parteien der religiösen Rechten zum Bündnis ''Muttahida Majlis-e-Amal'' (Vereinigte Aktionsfront; MMA) zusammengeschlossen. Die meisten Anhänger besitzt die MMA in Belutschistan sowie in der Nordwestprovinz, wo sie seit 2002 auch die Regierung stellt. Im Rest des Landes ist sie nur mäßig erfolgreich. Die ''Muttahida Qaumi Movement'' (Vereinigte Volksbewegung; MQM) ist die Interessenvertretung der Minderheit der Muhadschir Muhajir.

Außenpolitik
Bild:Kaschmir_umstrittene_Gebiete.PNG thumb|Derzeitige Aufteilung der umstrittenen Region Kaschmir Pakistans außenpolitische Beziehungen sind seit der Unabhängigkeit vor allem durch das Verhältnis zum Nachbarland Indien gekennzeichnet, das durch den ungeklärten Status der von beiden Seiten beanspruchten, überwiegend muslimischen Region Kaschmir stark belastet ist. Bereits dreimal führten Pakistan und Indien Krieg um die umstrittene Region. Im Erster Indisch-Pakistanischer Krieg Ersten Kaschmirkrieg 1947/48 besetzte Indien das kaschmirische Kernland sowie die mehrheitlich hinduistische Gegend um Jammu und das buddhistische Ladakh. Pakistan eroberte den nördlichen Teil und ein kleines Gebiet im Westen Kaschmirs, das als „Asad Kaschmir“ („Freies Kaschmir“) einen teilautonomen Status erhielt. Die 1949 von den Vereinte Nationen Vereinten Nationen ausgehandelte Waffenstillstandslinie hat unter der Bezeichnung ''Line of Control'' bis heute Bestand – daran änderten auch ein weiterer um die Region geführter Krieg 1965 und der bewaffnete Konflikt des Jahres 1999 nichts â€“ wurde aber nie als endgültige Grenze anerkannt. Vielmehr besteht Pakistan auf der Durchführung einer ebenfalls von den Vereinten Nationen vorgeschlagenen Volksabstimmung über den endgültigen Status Kaschmirs. Diese hat jedoch bis heute nicht stattgefunden, da sich Indien auf die im Oktober 1947 unterzeichnete Beitrittserklärung des bis dahin quasi selbstständigen Königreiches Kaschmir zur Indischen Union beruft. Auch 1971 führten Pakistan und Indien Krieg gegeneinander, allerdings nicht um Kaschmir, sondern wegen des in Ostpakistan (Bangladesch) tobenden Unabhängigkeitskrieges, in den Indien auf Seiten Ostpakistans eingriff. 2002 standen die beiden verfeindeten Staaten letztmals kurz vor einer bewaffneten Auseinandersetzung. Seitdem zeichnet sich ein leichter, durch wirtschaftliche Interessen begünstigter Entspannungsprozess ab. Es kam zu vertrauensbildenden Maßnahmen wie der Eröffnung mehrerer grenzüberschreitender Verkehrsverbindungen. Auch treffen hochrangige Regierungsvertreter beider Staaten mittlerweile regelmäßig zu Gesprächen zusammen, um den Friedensprozess voranzutreiben. Eine endgültige Lösung der Kaschmir-Frage steht jedoch nach wie vor aus. Bild:P. Musharraf with Bush.jpeg thumb|Pakistans Präsident [[Pervez Musharraf mit US-Präsident George W. Bush bei einem Treffen in Islamabad im März 2006]] Zur Absicherung gegenüber Indien sucht Pakistan seit seinem Bestehen starke Bündnispartner, die es vor allem in den Vereinigte Staaten USA und der Volksrepublik China gefunden hat. Begünstigt wurden die pakistanischen Bündnisbestrebungen durch die Konstellation des Kalter Krieg Kalten Krieges, in dessen Verlauf sich Indien zunehmend in Richtung der Sowjetunion orientierte und damit die USA und China verärgerte. Dementsprechend waren die pakistanisch-sowjetischen Beziehungen eher unterkühlt. Die USA dagegen ließen Pakistan seit den 1950er Jahren nicht nur umfangreiche finanzielle Unterstützung zukommen, sondern belieferten das Land auch mit Waffen. Während der Militärdiktatur Mohammed Zia ul-Haqs verschlechterten sich die Beziehungen zunächst. Angesichts des Ausfalls des Iran als amerikanischer Verbündeter nach der Islamischen Revolution unter Ajatollah Ruhollah Chomeini Chomeini und der Afghanischer Bürgerkrieg und sowjetische Invasion Intervention sowjetischer Truppen im afghanischen Bürgerkrieg 1979 gewann Pakistan jedoch erneut eine herausragende Bedeutung für die US-Außenpolitik. Mit dem Ende des Kalten Krieges und dem Zerfall der UdSSR büßte Pakistan einen Teil dieser Bedeutung wieder ein. In den 1990er Jahren verschlechterten sich die Beziehungen zu den USA sogar zusehends, da die von Pakistan ausgebildeten religiösen Extremisten nicht mehr der Bekämpfung der Sowjets dienlich waren, sondern sich zu einem Sicherheitsproblem für den Westen entwickelten. Seitdem sich Präsident Pervez Musharraf nach den Terroranschläge am 11. September 2001 in den USA Terroranschlägen des 11. September 2001 auf die Seite der USA stellte, spielt Pakistan aber erneut eine wichtige Rolle im außenpolitischen Gefüge der USA, allerdings nicht mehr in Hinblick auf Indien, das mittlerweile zu einem bedeutenden strategischen Partner der USA in der Region geworden ist, sondern vor allem im Kampf gegen den Islamistischer Terrorismus islamistischen Terrorismus. Auch die meisten Länder der Europäische Union Europäischen Union unterhalten freundschaftliche Beziehungen zu Pakistan. Obwohl die EU sowie verschiedene europäische Regierungen dem pakistanischen Regierungssystem verhalten gegenüber stehen und Bedenken bezüglich der Lage von Demokratie und Menschenrechten äußerten, steht die Rolle der pakistanischen Regierung als Gegner islamistischer Bewegungen sowie als möglicher Stabilisierungsfaktor für Afghanistan, wo mehrere europäische Staaten an der Schutztruppe ISAF beteiligt sind, deutlich im Vordergrund. Zudem strebt die EU als wichtigster Außenhandelspartner Pakistans eine Ausweitung der wirtschaftlichen Beziehungen an. Die Europäische Kommission ist seit 1985 mit einer diplomatischen Vertretung in Islamabad anwesend. Die Beziehungen Pakistans zu seinem westlichen Nachbarn Iran sind zwiespältig. Bis in die jüngere Vergangenheit arbeiteten beide Länder eng miteinander zusammen. Der Iran unterstützte Pakistan sogar militärisch, etwa bei der Niederschlagung separatistischer Aufstände der Belutschen auf pakistanischem Hoheitsgebiet zwischen 1973 und 1977. Auch die Islamische Revolution im Jahre 1979 und die damit verbundene Abkehr des Irans von seiner bis dahin pro-amerikanischen Außenpolitik bedeutete keinen Bruch in den Beziehungen der Nachbarstaaten. Erst die zunehmende Gewalt Sunniten sunnitischer Extremisten gegen die Schia schiitische Minderheit in Pakistan seit Beginn der 1990er Jahre zog eine Abkühlung der Beziehungen nach sich. Der schiitische Islam ist Staatsreligion im Iran. Noch schwerwiegender wirkte sich die mutmaßliche Unterstützung des streng sunnitischen Taliban-Regimes in Afghanistan durch Pakistan aus. Seit dem Ende der Taliban 2001 und dem schärferen Vorgehen der Regierung Musharraf gegen extremistische Sunniten im eigenen Land haben sich die Beziehungen merklich entspannt. Bislang wurden sie auch durch den Streit zwischen den USA und der iranischen Regierung unter Mahmud Ahmadinedschad über das Iranisches Atomprogramm iranische Atomprogramm kaum getrübt. Der Iran hat sich sogar wiederholt als Vermittler im indisch-pakistanischen Kaschmirstreit angeboten, da er zu beiden Seiten gute Beziehungen unterhält.

Mitgliedschaft in internationalen Organisationen
Im Unabhängigkeitsjahr 1947 trat Pakistan den Vereinte Nationen Vereinten Nationen bei. Aus dem ''Commonwealth of Nations'', dem es ebenfalls seit seiner Unabhängigkeit angehörte, trat es 1972 aus Protest gegen die Abspaltung Bangladeschs und dessen Beitritt zum ''Commonwealth'' aus. Erst 1989 entschloss sich Pakistan zum Wiedereintritt, wurde aber 1999 nach dem Staatsstreich Pervez Musharrafs suspendiert und erst 2004 wieder zugelassen. Zudem ist der Staat Mitglied der Weltbank, des Internationalen Währungsfonds (Internationaler Währungsfonds IWF), der Organisation der Islamischen Konferenz (Organisation der Islamischen Konferenz OIC), der Asiatische Entwicklungsbank Asiatischen Entwicklungsbank, der Südasiatischen Vereinigung für Regionale Zusammenarbeit (SAARC), der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit (Economic Cooperation Organization ECO) und vieler weiterer internationaler Organisationen. In der Welthandelsorganisation (Welthandelsorganisation WTO) zählt Pakistan zur Gruppe der 20 wichtigsten Entwicklungs- und Schwellenländer (Gruppe der Zwanzig G-20). 2005 erhielt Pakistan gleichzeitig mit Indien und dem Iran Beobachterstatus bei der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (Shanghai Cooperation Organization SCO).

Streitkräfte und Verteidigung
Der pakistanische Verteidigungshaushalt liegt mit 4,26 Milliarden US-Dollar (2005) weit unter dem der Nachbarstaaten Indien (19,04 Milliarden), China (81,48 Milliarden) und Iran (6,2 Milliarden). Dennoch ist sein Anteil an den gesamten Staatsausgaben mit 21 Prozent (2005) außergewöhnlich hoch. Die pakistanische Armee teilt sich in die drei klassischen Abteilungen Heer mit rund 520.000 Mann, Luftstreitkräfte mit 45.000 Mann und Marine mit einer Mannstärke von 25.000 auf. Dazu kommen 513.000 Reservisten und rund 300.000 paramilitärische Einheiten. Insgesamt umfassen die Streitkräfte damit 1,4 Millionen Mann. Oberbefehlshaber ist der Präsident. Die Landstreitkräfte besitzen rund 2300 Hauptkampfpanzer der Typen T-59 (etwa 1200 Stück), T-80UD (etwa 320 Stück), Al-Khalid (modifizierter Typ-90 II; etwa 320 Stück), T-69 (etwa 250 Stück) und T-85 (etwa 200 Stück). Neben 1150 Transportpanzern des Typs M113 kann die Armee außerdem auf knapp 3000 Feldgeschütze und Haubitzen zurückgreifen (Stand: jeweils 2005)[http://www.globalsecurity.org/military/world/pakistan/army-equipment.htm Pakistan Army Equipment]. Die Luftwaffe verfügt über 327 Kampfflugzeuge der Typen Dassault Mirage Mirage 3 (87 Stück), Mikojan-Gurewitsch MiG-21 J-7 (Variante der MiG-21; 74 Stück), Dassault Mirage Mirage 5 (52 Stück), NAMC Q-5 Q-5 (42 Stück), Mikojan-Gurewitsch MiG-19 J-6 (Variante der MiG-19; 40 Stück) und F-16 (32 Stück) sowie diverse Trainer (288 Stück) und 32 Transportflugzeuge. Des Weiteren besitzt die pakistanische Luftwaffe 15 Kampfhubschrauber des Typs Alouette III (Stand: jeweils 2005)[http://www.globalsecurity.org/military/world/pakistan/air-force-equipment.htm Pakistan Air Force]. Die konventionellen Seestreitkräfte Pakistans umfassen einen Zerstörer, acht Fregatten, neun U-Boote und neun Hubschrauber der Typen Sea King und Sea Lynx (Stand: jeweils 2005)[http://www.globalsecurity.org/military/world/pakistan/navy.htm Pakistan Navy]. Der Küstenschutz hat eine Streitmacht von weiteren acht Schnellbooten, neun Landungsbooten sowie drei Minenbooten. Pakistan ist, wie der Nachbar und Erzrivale Indien, eine faktische Atommacht und hat den Atomwaffensperrvertrag nicht unterzeichnet. Seit 1998 besitzt es nach eigener Angabe Atomwaffen, die seit 1976 unter Leitung von Abdul Kadir Khan entwickelt und 1998 zum ersten Mal getestet wurden. Das Arsenal wird auf 24 bis höchstens 75 Sprengköpfe geschätzt. Offizielle Angaben dazu gibt es nicht. Ebenfalls unklar ist die Anzahl der Mittel- und Langstreckenraketen Pakistans. Bekannt sind jedoch die Typen ''Shaheen I'', ''Shaheen II'', ''Ghauri I-III'' sowie die ''Hatf-II Abdali''. Nach eigenen Angaben kann Pakistan mit seinen Langstreckenraketen und Atomwaffen jedes Land des Nahen Ostens und Zentralasiens (einschließlich China und Indien) erreichen. 2007 drohte der islamistische pakistanische Abgeordnete Maulana Noor Mohammed der Bundeswehr in Afghanistan. Er lässt auch keinen Zweifel daran, dass der Atomwaffenstaat Pakistan die Nuklearwaffen gegen Ungläubige einsetzen wird, falls die radikal-islamische Opposition an die Macht kommen sollte.Stern (Zeitschrift): [http://www.stern.de/politik/ausland/:Afghanistan-Taliban-Blut/585622.html Taliban dürsten nach deutschem Blut] 26. März 2007

Geheimdienste
Großen Einfluss auf die Politik haben die drei großen, verhältnismäßig selbstständig handelnden Nachrichtendienst Geheimdienste. Die ''Inter-Services Intelligence'' (ISI) ist der größte Geheimdienst und oberste Koordinationsstelle für alle nachrichtendienstlichen Aktivitäten. Sie erfüllt eine Vielzahl sowohl innerer als auch äußerer Funktionen wie die Überwachung der Medien, politischer Gruppierungen sowie von Ausländern, insbesondere Diplomaten. Im Kriegsfall übernimmt sie Spionageaktivitäten im feindlichen Ausland. Daneben ist sie auch für die Sicherheit des pakistanischen Atomprogrammes verantwortlich. Der Generaldirektor der ISI muss ein Mitglied der pakistanischen Armee sein. Auf Grund mehrerer Bestechungsaffären, mit denen sie in Verbindung gebracht wird, und der Unterstützung und Ausrüstung militanter Extremisten ist sie äußerst umstritten und wird als „Staat im Staat“ betrachtet. Das zivile ''Intelligence Bureau'' (IB) untersteht dem Innenministerium. Seine vornehmliche Aufgabe besteht in der Überwachung von Politikern, politischen Aktivisten und mutmaßlichen Terroristen. Zudem ist es mit der Spionageabwehr betraut. Pakistans dritter großer Geheimdienst ist die der pakistanischen Armee unterstellte ''Military Intelligence'' (MI). Ihre Hauptaufgaben sind die Spionageabwehr und die Überwachung potenzieller Staatsfeinde.

Lage der Menschenrechte
Obwohl die pakistanische Verfassung Grundrechte wie die Unantastbarkeit der Menschenwürde, Gleichheit vor dem Gesetz, Freizügigkeit, Gefangenenrechte, Versammlungs-, Vereinigungs-, Meinungs- und Religionsfreiheit garantiert[http://www.pakistani.org/pakistan/constitution/part2.ch1.html Constitution of Pakistan, Part II, Chapter 1: Fundamental Rights], werden Menschenrechte sowohl vom Staatsapparat als auch von einzelnen Elementen der Gesellschaft immer wieder missachtet. Im Zuge ihrer Extremismus- und Terrorbekämpfungspolitik erlässt die Regierung willkürliche Verhaftungen und führt undurchsichtige Prozesse gegen VerdächtigeHeinrich-Böll-Stiftung: [http://www.boell.de/downloads/jahresberichte2005/lahore2005.pdf Politischer Jahresbericht 2004/05 Pakistan/Afghanistan]. Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International und Human Rights Watch berichten wiederholt von staatlichen Willkürakten wie Folter und Misshandlungen gegen Vertreter von Organisationen zur Stärkung der Rechte ethnischer Minderheiten, regierungskritische Menschenrechtsaktivisten und Personen, denen Blasphemie blasphemische Äußerungen oder Handlungen zur Last gelegt werdenAmnesty International Deutschland: [http://www2.amnesty.de/internet/deall.nsf/WNachLand?OpenView&Start=1&Count=200&Expand=132# Berichte Pakistan]Human Rights Watch: [http://hrw.org/englishwr2k7/docs/2007/01/11/pakist14756.htm Overview over human rights issues in Pakistan]. In den Landesteilen, über die der Staat nur eingeschränkt Kontrolle hat, urteilen Stammesgerichte oder -führer unabhängig von den politischen Institutionen und der Verfassung des Landes. Darüber hinaus findet Selbstjustiz statt, etwa in Form von Ehrenmorden an Frauen. Frauen und Mädchen sind häufig Opfer von häuslicher Gewalt, ohne dass der Staat Maßnahmen zur Bestrafung der Täter einleitet. Das pakistanische Recht sieht vor, dass der Täter einer strafrechtlichen Verfolgung entgeht, sofern ihm die Angehörigen des Opfers vergebenAmnesty International Deutschland: [http://www2.amnesty.de/internet/deall.nsf/51a43250d61caccfc1256aa1003d7d38/6a05587cbae65845c12571a9004c1f69?OpenDocument Jahresbericht 2006 Pakistan]. Pakistan hat einige bedeutende internationale Menschenrechtsverträge nicht unterzeichnet. Dazu gehören der Internationaler Pakt über bürgerliche und politische Rechte UN-Zivilpakt, die UN-Anti-Folter-Konvention und das Zusatzprotokoll zur UN-Frauenrechtskonvention.

Verwaltungsgliederung
:''Hauptartikel: Politische Gliederung Pakistans'' Pakistan ist nach der Verfassung von 1973 ein Föderalismus föderaler Staat. Er untergliedert sich in die vier Provinzen Belutschistan (Pakistan) Belutschistan, Nordwestprovinz, Punjab (Pakistan) Punjab und Sindh, die jeweils über eine auf fünf Jahre direkt vom Volk gewählte Provinzversammlung (''Pronvincial Assembly'') verfügen. Regierungschef ist der Liste der Chief Minister in Pakistan Chefminister, der von der Provinzversammlung gewählt wird und im Allgemeinen der Vorsitzende der P