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Operation Overlord

*** Shopping-Tipp: Operation Overlord

{{Schlacht |BILD=Overlord Plan - Combined Bomber Offensive and German depositions 6 June 1944.jpg |BILDBESCHREIBUNG=Plan zur Operation Overlord, der kombinierten Bomber-Offensive und den deutschen Stellungen am 6. Juni 1944 |SCHLACHT_NAME=Operation Overlord |KONFLIKT=Zweiter Weltkrieg, Westfront |DATUM=6. Juni bis 26. August 1944 |ORT=Frankreich |ERGEBNIS=Sieg der Alliierten |KONTRAHENT1=
Bild:Flag of the United Kingdom.svg 30px Bild:Canadian Red Ensign.svg 30px Bild:US flag 48 stars.svg 30px
Alliierte |KONTRAHENT2= |KOMMANDEUR1=Dwight D. Eisenhower (Oberbefehlshaber)
Bernard Montgomery (Oberbefehlshaber der Bodentruppen)
Bertram Ramsay (Oberbefehlshaber der Marinestreitkräfte)
Trafford Leigh-Mallory (Oberbefehlshaber der Luftstreitkräfte) |KOMMANDEUR2=Adolf Hitler (Oberbefehlshaber)
Gerd von Rundstedt (Oberbefehlshaber West)
Erwin Rommel (Befehlshaber der Heeresgruppe B) |TRUPPENSTAERKE1=etwa 326.000 Soldaten (11. Juni) |TRUPPENSTAERKE2=Nicht genau bekannt, aber vermutlich um die 1.000.000 Soldaten über ganz Frankreich verteilt (Anfang Juni) |VERLUSTE1=(schätzungsweise) 65.700 Tote (37.000 Tote bei den Landstreitkräften und 28.714 Tote bei den Luftstreitkräften), 18.000 Vermisste und 155.000 Verwundete |VERLUSTE2=(schätzungsweise) 200.000 Tote/Verwundete/Vermisste, 200.000 Kriegsgefangene |KONFLIKT1= |ÜBERBLICK=Für einen Überblick siehe :Kategorie:Operation Overlord }} Die '''Operation Overlord''' war eine Operation (Militärwesen) Operation der westlichen Alliierte#Zweiter_Weltkrieg Alliierten im Zweiter Weltkrieg Zweiten Weltkrieg, die zum Ziel hatte, die Deutschen aus Nordfrankreich zurückzudrängen und dort eine feste Basis aufzubauen. Dazu gehörten die Invasion (Militär) Invasion in der Normandie unter dem Codename Kodenamen Operation Neptune sowie mehrere Folgeoperationen. Die Operation Overlord dauerte vom 6. Juni 1944, dem D-Day, bis zum 25. August 1944, als die Alliierten Frankreichs Hauptstadt Paris einnahmen. Zur Entlastung der Rote Armee Roten Armee hatte Josef Stalin die Westalliierten zur Eröffnung einer zweiten Front gedrängt. Die Konferenz von Teheran im November 1943 beschloss Landungen in Nord- und Südfrankreich, die Operationen Overlord und Operation Dragoon Anvil. Hauptziel der Planungen war die Kontrolle der größeren Städte Caen, Bayeux, Saint-Lô und Cherbourg. An den Landungen nahmen Soldaten aus Großbritannien, den USA, Polen, Frankreich, Neuseeland, Kanada und vielen anderen Nationen teil. Gleichzeitig wurde eine große Armada an Schiffen für die Überfahrt, die Landungen und die Nachschubversorgung (→ Seekrieg während der Operation Overlord) bereitgestellt, sowie eine immense Anzahl von Luftstreitkräften (→ Luftkrieg während der Operation Overlord). Die Deutschen hatten an der Atlantikküste den so genannten Atlantikwall errichtet und rechneten – auch wegen der alliierten Täuschungsoperation Operation Fortitude Fortitude – mit einer alliierten Invasion beim Pas-de-Calais (→ Deutsche Situation in der Normandie im Jahr 1944). Nach der Landung (Taktik) Landung an den Normandiestränden â€“ der Operation Neptune â€“ versuchten die Alliierten ihren Brückenkopf auszubauen. Im Westen des Invasionsgebietes behinderte sie das schwer zu durchdringende Bocage-Gelände, während die Deutschen im Osten ihre Elite-Panzerverbände konzentrierten (→ Schlacht um Caen). Mit der amerikanischen Operation Cobra gelang es, die deutschen Stellungen im Westen des Invasionsbereiches durchzubrechen. Die Amerikaner rückten danach mit einem Teil ihrer Streitkräfte in die Bretagne vor (→ Schlacht um die Bretagne), während sie mit dem Rest Richtung Caen marschierten und die mittlerweile nach Süden zurückgedrängten Deutschen zusammen mit den Kanadiern und Briten im Kessel von Falaise einschlossen und mehrere deutsche Armeen vernichteten. Bis zum 25. August rückten die Alliierten bis nach Paris vor, das ihnen einen Tag später übergeben wurde, um die Stadt zu erhalten (→ Schlacht um Paris) Die Operation Overlord war von beiden Kriegsparteien durch militärtechnologische Neuerungen gekennzeichnet. Daneben spielte aber auch die normannische Landschaft und Natur eine Rolle. So wurde beispielsweise in einem Sturm einer der zwei künstlichen Häfen der Alliierten (→ Mulberry-Hafen) zerstört. Um den Gefallenen und den Ereignissen zu gedenken, errichteten ehemalige Kriegsteilnehmer in der Nachkriegszeit mehrere Friedhöfe, Gedenkstätten und Museen auf dem ehemaligen Operationsgebiet (→ Gedenken an die Operation Overlord). Die Operation Overlord ist außerdem Gegenstand vieler Bücher, Filme und Spiele.

Hintergrund und alliierte Planung


Das „Freie Frankreich“ und die Situation im besetzten Frankreich
Bild:Gaulle002.jpg thumb|200px|General de Gaulle und General Mast in Tunis (1943) Am 25. Juni 1940 gründete der französische General Charles de Gaulle in London das Komitee „France libre Freies Frankreich“ und wurde Chef der ''„Freien Französischen Streitkräfte“'' (force française libre, FFL) und des ''„Nationalen Verteidigungskomitees“''. Daraufhin wurde de Gaulle vom Kriegsrat der Vichy-Regierung im August 1940 wegen Hochverrats in Abwesenheit zum Tode verurteilt. Die meisten Staaten erkannten das Vichy-Regime Marschall Pétains als die legitime Regierung Frankreichs an. Winston Churchill bemühte sich zwar anfangs diplomatisch um das Vichy-Regime, unterstützte aber de Gaulle und ließ die in Nordafrika in Mers El Kébir unter dem Kommando von Pétains Marineminister Admiral François Darlan vor Anker liegende französische Kriegsflotte mit ca. 1.300 Mann an Bord zerstören. Mehrere französische Kolonialbesitzungen, vornehmlich in Afrika, darunter Kamerun und Tschad, später ab 1942 Diego Suarez auf Madagaskar und Dakar in Französisch-Westafrika unterstellten sich im Laufe des Krieges dem von de Gaulle erschaffenen Freien Frankreich, das von seinem ''Comité National Français'' regiert wurde. Er sorgte besonders dafür, dass Frankreich im Lager der Alliierten durch seine „France libre Freien Französischen Streitkräfte“ (FFL), die an verschiedenen Fronten den Kampf fortsetzten, stets präsent blieb. U. a. stimulierte und förderte er dank André Dewavrin Colonel Passy, Pierre Brossolette und besonders Jean Moulin die Bewegung der „Résistance résistance intérieure“, die er von „France libre“ zur „France combattante“, zum kämpfenden Frankreich, transformierte. Die Französin Marie-Louis Osmond aus dem normannischen Ort Periers sagte über die deutschen Besatzer: :''„Es ist schlimm, mit ansehen zu müssen, wie sich sechs stiefeltragende Soldaten im grauen Zimmer, der kleinen Bibliothek und oben im großen Schlafzimmer mit den beiden Betten breit machen. Ständig erinnern sie mich an die Niederlage. Ich bin todunglücklich.“'' Dokumentation des Discovery Channel aus dem Jahr 2002: ''„Normandie“'', Bestellnummer: 29208.

Kriegseintritt der USA, erste Planungen für eine Invasion und „Probelauf bei Dieppe“
Trotz des japanischen Angriff auf Pearl Harbor Angriffs auf Pearl Harbor, dem US-Flottenstützpunkt auf Oahu, Hawaii, am 7. Dezember 1941 und dem damit verbundenen Kriegseintritt der USA einigten sich die Regierungen der USA und Großbritanniens auf den Grundsatz „Germany first“, das heißt auf die Niederringung Deutschlands als vordringliches Kriegsziel. So berichtete beispielsweise eine Engländerin: ''„Entweder vernichten wir den Drachen [Hitler], oder er vernichtet uns.“'' Dokumentation des Discovery Channel aus dem Jahr 2002: ''Normandie'', Bestellnummer: 29208. Schon seit Anfang 1942 wurden von den Alliierten Pläne für eine Invasion des europäischen Festlands entworfen und kontrovers diskutiert. Es begann mit der ARCADIA-Konferenz in Washington (D.C.) Washington D.C. zwischen den amerikanischen und britischen Führungsstäben, die vom 22. Dezember 1941 bis zum 14. Januar 1942 stattfand. Der britische Premierminister Winston Churchill sprach sich für einen Angriff von der Peripherie aus, um einen Grabenkrieg wie im Erster Weltkrieg Ersten Weltkrieg zu vermeiden. Von Beginn an stand fest, dass eine amphibische Landung in Nordwesteuropa, sowie ein Eindringen der alliierten Kräfte über das Mittelmeer stattfinden sollte. Zusätzlich sollte damit ein zu weites Vordringen der UdSSR sowjetischen Truppen nach Mitteleuropa verhindert werden. Zwei Pläne wurden in den Grundstrukturen ausgearbeitet, die Operation Sledgehammer für eine Invasion noch im Jahr 1942 und die Operation Roundup, die eine wesentlich größer angelegte Invasion 1943 vorsah. Bild:British Landing Craft on Beach at Dieppe.jpg thumb|200px|Brennendes britisches Landungsboot am Strand von Dieppe Die Alliierten planten außerdem, einen Angriff auf die französische Stadt Dieppe (Seine-Maritime) Dieppe durchzuführen, der hauptsächlich das Ziel hatte, zu erkunden, ob es möglich wäre, einen Hafen auf dem besetzten Festland über einen kurzen Zeitraum zu halten. Des Weiteren sollten nachrichtendienstliche Informationen gesammelt und das Verhalten der deutschen Besatzer analysiert werden. Diese Operation Jubilee ging maßgeblich von Admiral Lord Louis Mountbatten, 1. Earl Mountbatten of Burma Louis Mountbatten, Chef der ''Combined Operations'', aus und fand am 19. August 1942 statt. Für den Angriff wurden überwiegend kanadische Soldaten ausgewählt, die nach längerer Zeit wieder einen Kampfeinsatz bestreiten sollten. In Großbritannien verfestigte sich die Erkenntnis, dass die von Joseph Stalin geforderte zweite Front in Westeuropa 1942 noch nicht aufgebaut werden konnte. Des Weiteren lieferte der Dieppe-Angriff wichtige Erkenntnisse für die spätere Operation Overlord. Die Wehrmacht hatte mindestens 311 Gefallene und 280 Vermisste zu beklagen. Die deutsche Propaganda versuchte, den alliierten Vorstoß als fehlgeschlagene Invasion hochzuspielen.

Die Planung der Invasion im Jahr 1943
Auf der Casablanca-Konferenz im Januar 1943, nach der unterdessen erfolgreich durchgeführten ersten Invasion an der Nordafrika nordafrikanischen Küste, der Operation Torch, kamen die Combined Chiefs of Staff zum Schluss, dass die Vorbereitungen zur Operation Roundup nicht vor Mitte August beendet sein würden. Damit wäre ein Start der Invasion nicht vor dem Spätherbst 1943 möglich, was hieße, dass Roundup nicht die russische Sommeroffensive unterstützen könnte. Die Landung an der italienischen Küste auf Sizilien sollte vorgezogen werden, und die Invasion Westeuropas wurde auf 1944 verschoben, wobei sich die Briten noch die Option für einen kleinen Brückenkopf ab Ende 1943 vorbehielten.

= Operation Skyscraper
= Bild:SHAEF Conference 02.jpg Omar Bradley.html" title="thumb thumb|200px|SHAEF-Planungskommission (v.l.n.r.): General [[Omar Bradley, Admiral Bertram Ramsay, Air Chief Marshall Arthur Tedder, 1. Baron Tedder Arthur Tedder, General Dwight D. Eisenhower, General Bernard Montgomery, Air Chief Marshall Trafford Leigh-Mallory und General Walter Bedell Smith.html" title="200px|SHAEF-Planungskommission (v.l.n.r.): General [[Omar Bradley">thumb|200px|SHAEF-Planungskommission (v.l.n.r.): General [[Omar Bradley, Admiral Bertram Ramsay, Air Chief Marshall Arthur Tedder, 1. Baron Tedder Arthur Tedder, General Dwight D. Eisenhower, General Bernard Montgomery, Air Chief Marshall Trafford Leigh-Mallory und General Walter Bedell Smith">200px|SHAEF-Planungskommission (v.l.n.r.): General [[Omar Bradley">thumb|200px|SHAEF-Planungskommission (v.l.n.r.): General [[Omar Bradley, Admiral Bertram Ramsay, Air Chief Marshall Arthur Tedder, 1. Baron Tedder Arthur Tedder, General Dwight D. Eisenhower, General Bernard Montgomery, Air Chief Marshall Trafford Leigh-Mallory und General Walter Bedell Smith Der Roundup-Plan wurde ab März 1943 vom britischen Lieutenant General Sir Frederick E. Morgan, dem späteren COSSAC, deutlich erweitert. Eine erste Version, genannt Operation Skyscraper, sah eine Landung an den Stränden bei Caen und den östlichen Cotentin-Stränden vor, wobei vier Divisionen die erste Welle bilden und weitere sechs dieser direkt folgen sollten. Zusätzlich waren elf Sonderkommandos für spezielle Einsätze geplant und ebenso vier Luftlandedivisionen zum Angriff auf den deutschen Nachschub. Nach dem ersten Brückenkopf, der auch Cherbourg mit einschloss, war die Eroberung weiterer Häfen zur Sicherung des eigenen Nachschubs angedacht. Der Vorstoß sollte in Richtung der Häfen an der Seine-Mündung verlaufen mit einer notwendigen weiteren Landung bei Le Havre. Im weiteren Verlauf sollte Antwerpen fallen, um die alliierten Truppen zwischen dem Pas-de-Calais und der Ruhr aufzustellen. Das große Ziel, das die Planung zu Skyscraper prägte, war die Aufdeckung der Hauptprobleme für eine Kanalüberquerung, die im Wesentlichen in der Bereitstellung genügender Landungsschiffe lagen. Als absolutes Minimum wurde eine zu befördernde Anzahl von zehn Divisionen angesehen, die gerade ausreichen würden, die aktuellen Feindeinheiten im Westen zu bekämpfen. Sollte es den Alliierten nicht gelingen, zusätzliche deutsche Truppenverlegungen nach Frankreich zu verhindern, musste die Invasionsflotte zum Transport weiterer Divisionen aufgestockt werden. Zwei zusätzliche Divisionen mussten zur Küstenverteidigung bereit stehen. Die Operation Skyscraper setzte hohe Anforderungen, nicht zuletzt um die Abhängigkeiten von Truppenstärken, Materialverfügbarkeit, Zeitabläufen und Kosten zu entwirren, die wesentlich zum Stillstand der Roundup-Planungen beitrugen. Die Planer drängten aber auch auf eine schnelle Entscheidung, um ihre Forderungen nicht gegen eine aufkommende gegnerische Aufrüstung durchsetzen zu müssen. Je länger sich die Planungsphase hinzog, desto mehr stellte sich heraus, dass die Alliierten für eine Invasion noch nicht bereit waren. Schließlich waren die Ziele für die Operation Skyscraper doch zu hoch gesteckt. Die britischen Planer zogen sich aus dem Stab zurück, da ihnen der Gedanke an „entschiedenen Widerstand“ nicht ausreichend erschien, um die Anzahl der Angriffsdivisionen zu bestimmen. So kam es zu einem Bruch in der Invasionsplanung.

= Die Operation Overlord
= Da einige der Planer zum COSSAC-Stab wechselten, gingen viele der Skyscraper Ideen nicht verloren und wurden in die Operation Overlord übernommen. General Morgan sah aber auch, dass ein Neubeginn mit einem neuen Ansatz unumgänglich war. Zwar waren sehr viele verwertbare Daten gesammelt worden, aber ein Plan, der seinem Namen alle Ehre machte, fehlte noch. Morgan wies seinen Planungsstab an, die vorhandenen Pläne weitestgehend zu berücksichtigen, um Zeit zu sparen, aber die Planungsarbeiten als etwas völlig Neues zu betrachten. Bild:Development of Lodgment.png thumb|200px|Die geplante Erweiterung des Brückenkopfes nach Unterlagen der 21. Armee-Gruppe vom Februar 1944 Die dann vorgelegte Gesamtkonzeption bestand hauptsächlich aus einer groß angelegten Landoffensive, deren Höhepunkt aus der Invasion und Besetzung Deutschlands mit etwa 100 Divisionen bestand. Das Eröffnungsszenario sollte eine kanadische Armee im Südwesten bestreiten, während die Hauptstreitmacht in den USA bereitstand, um den Atlantik zu überqueren. In Anbetracht der notwendigen Luftunterstützung sollte der Angriff über die linke Flanke erfolgen, gegenüber den britischen Einheiten. Weitere amerikanische Kräfte sollten den Brückenkopf erweitern und die Häfen erobern, über die die Haupteinheiten aus den USA an Land gehen sollten. Um einer Verwirrung der administrativen Zuständigkeiten vorzubeugen, war es besser, den kanadischen Brückenkopf als linke Flankendeckung der Amerikaner zu bezeichnen. Jedenfalls bedeutete die Öffnung der Atlantikhäfen eine Verlegung des Invasionsortes von Osten weiter nach Westen. So war Morgan schnell klar, dass die Landungen nur in Frankreich stattfinden konnten. Die Häfen in Belgien und den Niederlanden zu erobern, hätte bedeutet, dass die Landungstruppen auch direkt den Kampf um Deutschland hätten aufnehmen müssen. Unter der Annahme, dass die Deutschen die bestmögliche Abwehr an der Küste etablieren würden, und in Anbetracht der den Alliierten zur Verfügung stehenden Ressourcen, schätzte Kommodore Commodore John Hughes-Hallett, der britische Marine-Chefplaner im Mai, dass die Landungstruppen aus vier Divisionen mit zusätzlich 16.000 Soldaten in gepanzerten Landungsschiffen und etwa 12.000 Fahrzeugen in LSTs und ähnlichen Schiffen bestehen müssten. Eine weitere Division müsste innerhalb von 24 Stunden an Land gehen. Doch das Hauptproblem, die Verfügbarkeit von Landungsschiffen aller Art, war immer noch nicht gelöst. Die Briten versuchten, den Amerikanern eine Versicherung abzuringen, dass die Schiffe rechtzeitig zur Verfügung stünden. Durch die damalige aktuelle Lage im Pazifikkrieg ließen sich die Amerikaner aber vorerst nicht zu einer derartigen Zusicherung überreden, obwohl die Massenproduktion von amphibischen Einheiten aufgrund des George Marshall Marshall-Memorandums seit 1942 auf Hochtouren lief. Die Verantwortung dafür trug die United States Navy US-Marine, die zwar in ihren Werften alle Arten von Schiffen vom Kanonenboot bis zum Flugzeugträger bauten, aber keinerlei Erfahrungswerte mit Landungsbooten hatte. Zudem waren die Werften auch noch mit älteren Aufträgen stark belastet. Aus diesem Grund gaben sie die Aufträge an kleinere Werften in das amerikanische Inland ab. Es wurde aber schwierig, die Mannschaften zu finden und zu trainieren, die die Boote zur atlantischen Küste fuhren. Diese Aufgabe übernahm schließlich die United States Coast Guard amerikanische Küstenwache mit technisch schlecht ausgebildetem Personal. Beispielsweise konnte ein schwerer Unfall, den ein junger Kommandant einer Inlandfähre fast auslöste, nur knapp verhindert werden. Er steuerte nachts ein Landungsboot den Niagara River Niagara-Fluss hinunter und verpasste die Abzweigung in den Eriekanal, so dass er direkt auf die Niagarafälle zulief. Alle Warnzeichen vom Ufer missachtend, lief sein Boot aber einige hundert Meter vor dem Wasserfall auf Grund. Als er später befragt wurde, sagte er aus, dass er die Lichtzeichen wohl gesehen habe, deren Bedeutung allerdings nicht kannte. Diese Unerfahrenheit verzögerte zwar das Programm, konnte es aber nicht ernsthaft gefährden. Im Februar 1943 endete das Programm vorerst wie vorgesehen mit einer Rekordproduktion von 106.146 Schiffsmaße#Verdrängung Verdrängungstonnen. Die Weiterführung des Programms fuhr die Produktionszahlen herunter, und im Mai 1943 wurden nur noch 60.000 t im Monat produziert. Die Briten drängten die USA zu einer Erhöhung der Produktion, um zum vorgesehenen Zeitpunkt im Frühjahr 1944 über die geplante Landeflotte zu verfügen. Da die britischen Produktionsstätten selbst voll ausgelastet waren, mussten die Boote aus den USA kommen. Im Gegenzug argumentierten die Amerikaner mit der Verzögerung ihrer anderen Schiffsbauprogramme durch den hohen Ausstoß an Landungsschiffen seit 1942. Sie waren für die folgenden sechs Monate nicht gewillt, weitere Auftragsverschleppungen hinzunehmen.

= Konferenz von Teheran
= Bild:Tehran Conference, 1943.jpg Josef Stalin.html" title="thumb thumb|right|200px|von links nach rechts: [[Josef Stalin, Franklin D. Roosevelt und Winston Churchill in Teheran.html" title="right|200px|von links nach rechts: [[Josef Stalin">thumb|right|200px|von links nach rechts: [[Josef Stalin, Franklin D. Roosevelt und Winston Churchill in Teheran">right|200px|von links nach rechts: [[Josef Stalin">thumb|right|200px|von links nach rechts: [[Josef Stalin, Franklin D. Roosevelt und Winston Churchill in Teheran Bei der ersten gemeinsamen Konferenz im November 1943 in Teheran, der Konferenz von Teheran, an der neben Franklin D. Roosevelt und Winston Churchill auch Josef Stalin teilnahm, einigten sich die Alliierten auf Landeoperationen in Frankreich. Während die Briten und Amerikaner zwei getrennte Aktionen vorschlugen, wollte Stalin diese als gleichzeitig vorgetragenen Zangenangriff aus dem Süden und Norden Frankreichs auf die deutschen Besetzer sehen. Damit gerieten die Westalliierten unter Zugzwang und begannen, die Operation Overlord wie auch die Operation Dragoon nun endgültig in allen Einzelheiten auszuarbeiten. Schon Anfang 1944 begannen sie in Großbritannien mit den ersten Übungen für die Landung, die allerdings noch nicht den Ausarbeitungen für die Operation Neptune, dem Angriffsplan für die Normandieküste folgen konnten, da dieser zu der Zeit erst in seinen Grundzügen existierte. Dazu wurde eine gemeinsame Kommandostelle in Betracht gezogen, die die Koordination zur Vorbereitung und Durchführung der Aktion übernehmen musste. Diese wurde mit der Gründung des Supreme Headquarters Allied Expeditionary Force (SHAEF) Mitte Februar 1944 etabliert. SHAEF beinhaltete neben dem Führungsstab und operativen Abteilungen auch eine Aufklärungsabteilung, die für das Ausspähen der deutschen Stellungen für die geplante Landung äußerst wichtig war. Der Stab des SHAEF nahm den Grundriss des von Frederick E. Morgan entwickelten Plans und formte ihn in die Endversion, der Operation Overlord, die am 6. Juni 1944 von General Dwight D. Eisenhower und dem Landstreitkräftekommandanten für den Anfangsteil der Invasion, General Sir Bernard Montgomery gestartet wurde. Die Planung umfasste im Wesentlichen folgende Operationen: * Verschiedene Trainingsoperation für die beteiligten See- und Landtruppen, zur Landung an den Strandabschnitten, darunter die Operation Tiger * Operation Fortitude zur Ablenkung und Desinformation des Abwehr (Nachrichtendienst) deutschen Geheim- und Aufklärungsdienstes (s. u. Operation Overlord#Die alliierten Täuschungsvorkehrungen – „Operation Fortitude“ Die alliierten Täuschungsvorkehrungen – „Operation Fortitude“) * Operation Neptune – Sturmangriff auf die Befestigungen in der Normandie und die Etablierung eines Brückenkopfes inklusive der Errichtung zweier Nachschubhäfen (Mulberry-Hafen) * Eroberung von Cherbourg mit seinem Tiefseehafen * Erringung der Luftherrschaft über die Normandie und später über das komplette Frankreich * Eroberung der kompletten französischen Ärmelkanalküste mit ihren Häfen * Vorrücken der Truppen auf Paris mit dem Ziel die Stadt zu befreien * Befreiung ganz Frankreichs * Planung einer strategischen Bombardierung deutscher Ziele auf deutschem Boden * Bildung einer alliierten Westfront

Vorbereitung der Operation – Das Jahr 1944


= Besondere Ausrüstung der Alliierten
= Bild:Sherman crab flail tank.jpg thumb|200px|Ein Sherman-Dreschflegel-Panzer im Einsatz Zu Beginn des Jahres 1944 konnte Major-General Percy Hobart Dwight D. Eisenhower Eisenhower und Bernard Montgomery Montgomery eine Brigade von schwimmfähigen DD tanks, Crab Minenfahrzeugen und AVRE-Panzern, sowie ein Regiment von Crocodile Flammenwerfer-Panzern vorführen, die alle zu den Hobart's Funnies gehörten. Montgomery war davon überzeugt, dass sie auch den USA US-amerikanischen Streitkräften zugänglich gemacht werden sollten, und bot ihnen die Hälfte der verfügbaren Fahrzeuge an. Doch das Echo darauf fiel nicht besonders stark aus. Eisenhower gefielen die Schwimmpanzer, aber er überließ die Entscheidung den anderen Führungskräften, wie etwa General Omar Bradley, der sie wiederum an seine Offiziere verwies. Von den anderen Entwürfen nahmen die Amerikaner nichts an. In Anbetracht der Notwendigkeit einiger neuer experimenteller Fahrzeuge, die das Vorankommen an den französischen Invasionsstränden unterstützen sollten, war bereits 1943 die Entscheidung von Feldmarschall Sir Alan Brooke gefallen, diese zu entwickeln. Es war nötig die Hindernisse an den britischen Landungsstränden schnellstmöglich aus dem Weg zu räumen, da das relativ flache Hinterland einen frühen deutschen Gegenangriff ermöglichte. Einige der Ideen waren schon etwas älter, waren getestet und schon eingesetzt worden, wie beispielsweise der Scorpion Dreschflegel-Panzer, ein umgebauter Matilda (Panzer) Matilda-Panzer, der in Nordafrika den Briten den Weg durch die deutschen Mine (Waffe) Minenfelder geebnet hatte. Der Invasionsplan sah außerdem die Konstruktion zweier künstlicher Häfen, der so genannten Mulberry-Hafen Mulberrys, vor, um in den ersten Wochen der Invasion Truppen und Ausrüstung an Land zu bringen. Des Weiteren sollten unter dem Wasser verlaufende Pipelines gelegt werden, um die alliierten Streitkräfte mit Treibstoff zu versorgen (→ Operation Pluto).

= Aufklärungsoperationen
= Mittels Luftbildaufnahmen, Illustration Zeichnungen der Résistance, der Sammlung privater Urlaubsbilder in Großbritannien und einzelner Kommandooperationen, bei denen ergänzend Sand- und Gesteinsproben genommen wurden, stellten die Alliierten ein Profil des Landungsbereiches dar. Die britische Admiralität hat sich über die BBC am 19. Mai 1942 an die Bevölkerung gewandt, mit der Bitte, dass ihr Postkarten und Fotos, die die französische Küste zeigen, zugesandt würden. Innerhalb kurzer Zeit erhielt die Admiralität neun Millionen Fotos und Karten, von denen ca. 500 000 kopiert und von Fachleuten ausgewertet wurden. Auf diese Weise wurde eine Vielzahl von Geologie geologischen Details entdeckt, die auf keiner Karte verzeichnet waren Janusz Piekalkiewicz: ''Die Invasion. Frankreich 1944'', München 1979, Seite 42. Im Herbst 1943 stellten die Kartografie Kartografen der Alliierten dann fest, dass die Karten der Normandie auf Vermessungen der Jahre 1895/96 beruhten und somit nur noch bedingt zu gebrauchen waren. Es wurden daher alle Landungsabschnitte sowohl aus 10.000 Meter Höhe als auch im Tiefflug fotografiert Janusz Piekalkiewicz: ''Die Invasion. Frankreich 1944'', München 1979, Seite 65. Zur Ablenkung wurden für jeden Flug über der Normandie zwei im Pas de Calais durchgeführt Frederick Sowrey: Aerial Reconnaissance, in: David G. Chandler/James Lawton Collins jr. (Hrsg.): The D-Day Encyclopedia, New York u. a. 1994, ISBN 0-13-203621-5, S. 1–3, S. 1. Ziel war die Erstellung einer "D-Day Invasion Map", die allen Einheiten die Orientierung erleichtern sollte. Das Kartenwerk war im Juni 1944 fertig und ging mit einer Gesamtauflage von über 18 Millionen Stück in die Produktion. In der Nacht vom 3. auf den 4. Juli 1943 landeten zehn Mitglieder der so genannten „Forfar Force“, einer Sondereinheit aus dem X. „deutschen“ Trupp des 10. interalliierten Commandos und der Special Boat Section (SBS), nahe des normannischen Seebades Onival bei Le Tréport. Die Landung war der erste von insgesamt sieben Aufklärungsangriffen im Verlauf der Operation Forfar Easy, deren Ziel war, die in Küstennähe stationierten deutschen Verbände zu identifizieren, Umfang und Art der Standhindernisse festzustellen, deutsche Stellungen zu verzeichnen und Bodenproben zu nehmen. Ausgerüstet waren die deutschsprachigen Soldaten der Sondereinheit mit deutschen Uniformen und Waffen. Teilweise hielten sich die Trupps längere Zeit in den Dörfern im Pas-de-Calais-Gebiet und in der Normandie auf und tauschten mit den Einheimischen Postkarten mit eingezeichneten deutschen Stellungen gegen Schokolade. Bis zum August 1943 hatte die Sondereinheit ihre Operation beendet Janusz Piekalkiewicz: ''Die Invasion. Frankreich 1944'', München 1979, Seite 61f.. Bei den Vorbereitungen auf die Normandielandungen wurden auch britische ''Chariots'' (bemannte Torpedos) und Kampftaucher eingesetzt, um den Meeresgrund entlang der Normandieküste nach Hindernissen abzusuchen. Diese untersuchten das Gewässer und inspizierten den Strand, soweit das möglich war, weshalb den Alliierten gute Informationen zum Landungsbereich zur Verfügung standen. Des Weiteren wurden Modelle der Umgebung gebaut, die auf Luftbildfotografie Luftbildern der Royal Air Force und Berichten von französischen Widerstandskämpfern basierten. Am 12. Januar 1944 stellte das COPP (Combined Operations Pilotage Parties) fest, dass es einige Probleme mit den Landungsstränden geben könnte, da bei Proben Torf und Lehm gefunden wurden. Der Geologe Professor J. D. Bernal beschrieb mögliche Auswirkungen des Torfs und Lehms: :''„A large part of the area between Asnelles and la Riviere will prove impassable even to lightly equipped infantry without vehicles.“'' :(Deutsch: ''„Ein großer Teil des Gebiets zwischen Asnelles und la Riviere wird sich als undurchdringlich erweisen, sogar für nur leicht ausgerüstete Infanterie ohne Fahrzeuge.“'' ) Anthony Hall: ''Operation Overlord: D-Day Day by Day'', New Line Books, 2005, ISBN 1840135921, Seite 21. Aufgrund Bernals Report wurden weitere Erkundungsmissionen befohlen, um zusätzliche Proben zu nehmen. Außerdem wurden französische Geologen nach Paris geschickt, um geologische Karten der Normandie zu suchen. Vier Karten wurden gefunden und nach England geschmuggelt, wo sie vom Inter-Services Topographical Department in Oxford begutachtet wurden. Die Warnungen von Bernal erwiesen sich als zu pessimistisch, obwohl trotzdem mit dem Verlust einiger gepanzerten Fahrzeuge gerechnet werden musste. Am 17. Januar stach ein alliiertes U-Boot, die HMS X20, im Verlauf der ''Operation Postage Able'' von England aus in See, um vier Tage die französische Küste auszukundschaften. Während des Tages analysierte die Besatzung die Uferlinie und den Strand mit dem Periskop und lotete mit einem Echolot den Meeresgrund aus. In den Nächten schwammen zwei der Besatzungsmitglieder an den Strand â€“ jeder mit einer Spezialausrüstung, die unter anderem ein Unterwassernotizbuch mit Bleistift, einen Kompass, einen 45 Revolver und einen Erdbohrer umfasste. Bodenproben wurden in Kondom Präservativen gesammelt. Die Taucher gingen in zwei Nächten an Land, um die Strände bei Vierville sur mer Vierville, Saint-Laurent-sur-Mer Moulins St. Laurent und Colleville-sur-Mer Colleville, die den US-amerikanischen Strandabschnitt Omaha Beach bilden würden, zu überblicken. In der dritten Nacht sollten sie an der Ornemündung an Land gehen, konnten dies aber aus Erschöpfung und wegen schlechter Wetterverhältnisse nicht durchführen, woraufhin sie am 21. Januar nach England zurückkehrten. Sie brachten Informationen über die geologische Beschaffenheit der Strände, die Position von Felsen und die Gezeiten mit. Am 31. März stand die gesamte Küste Nordfrankreichs bereits unter der Beobachtung speziell ausgerüsteter alliierter Flugzeuge mit horizontalen und vertikalen Kameras. Aufklärungsflüge brachten ans Licht, dass die Anzahl deutscher Batterien innerhalb von acht Wochen von 16 auf 49 Batterie (Militär) Artilleriebatterien (für die gesamte Küste Nordfrankreichs) gestiegen war.

= Übungen und Planungslücken
= Bild:Invasion Training in England 04.jpg thumb|200px|Invasionstraining an der englischen Küste - Manöver mit echter Munition Bild:Invasion Training in England 03.jpg thumb|200px|Invasionstraining an der englischen Küste - Landungsmanöver Die Alliierten probten die Invasion bereits Monate vor dem D-Day. So übten alliierte Streitkräfte am 28. April 1944 südlich von Devon (England) Devon im Verlauf der Operation Neptune#Übungsmanöver (Exercise) TIGER Exercise Tiger eine Landung. Als der Schiffskonvoi von deutschen Schnellbooten entdeckt und torpediert wurde, verloren 749 US-amerikanische Soldaten ihr Leben. Eine Gefahr für den Erfolg der Operation Fortitude (vgl. Operation Overlord#Die alliierten Täuschungsvorkehrungen – „Operation Fortitude“ Die alliierten Täuschungsvorkehrungen – „Operation Fortitude“) und somit auch der gesamten Invasion stellte das Reiseverbot in die und aus der Irland Republik Irland (die neutral war und teilweise mit den Deutschen kooperierte) dar, ebenso wie das Verbot, sich in den Küstenbereichen zu bewegen, die für die Operation Overlord genutzt wurden. Um diesen deutlichen Hinweis auf eine Invasion zu entwerten, überschütteten die alliierten Geheimdienste die deutschen Konsulate mit Fehlinformation, sodass die Verbote von den Deutschen letztendlich ignoriert wurden. In den Wochen vor der Invasion sorgte bei den Planern der Operation Overlord die überraschend große Anzahl an Kreuzworträtsel Kreuzwörtern des britischen Daily Telegraphs, die gleichzeitig Codenamen bei der Invasion darstellten, für Aufruhr Anthony Hall: ''Operation Overlord: D-Day Day by Day'', New Line Books, 2005, ISBN 1840135921. Der britische Nachrichtendienst Geheimdienst Security Service MI 5 hielt dies erst für einen Zufall, aber als das Wort „Mulberry“ auftauchte, wurde man unruhig und suchte den Ersteller des Rätsels auf. Der Ersteller, ein Lehrer, wusste nichts von der Operation, allerdings stellte sich später heraus, dass die Wörter von seinen Schülern vorgeschlagen worden waren, die diese wiederum von Soldaten gehört hatten, jedoch nicht wussten, was sie bedeuteten. Es gab mehrere Planungslücken vor und am D-Day. Ein bedeutender Fehler der Alliierten drehte sich um den Funkspruch General Charles de Gaulle de Gaulles nach dem D-Day. Er stellte dort, anders als alle anderen alliierten Führer, fest, dass die Invasion in der Normandie die richtige und einzige Invasion war. Diese Aussage konnte die gesamte Wirkung der Operationen Fortitude North und South beeinträchtigen. Eisenhower bspw. bezeichnete die Invasion nur als eine Anfangsinvasion. Die Deutschen glaubten de Gaulle jedoch nicht, knüpften an ihre eigene Ansicht einer zweiten Invasion an einem anderen Ort an und verlegten deshalb keine zusätzlichen Einheiten in die Normandie.

= Operation Anvil/Dragoon – Die Planung der alliierten Landung in Südfrankreich
= Die Alliierten planten neben der Operation Overlord, die damals noch Operation Hammer hieß, die Operation Anvil (= Amboss). Winston Churchill befürchtete, Anvil würde die Kampfkraft der alliierten Streitkräfte auf zu viele Kriegsschauplätze gleichzeitig verteilen und dazu führen, dass die Verbände der West-Alliierten langsamer als die sowjetischen Verbündeten in Richtung Berlin vordringen würden. Er reklamierte später, so lange bedrängt worden zu sein, bis er die Invasion akzeptierte, die dann unter dem Decknamen Operation Dragoon stattfinden sollte. Die amerikanischen Befürworter versprachen sich von der Operation die schnelle Eroberung von zwei großen Häfen â€“ Toulon und Marseille, mit deren Einnahme die Versorgung der in Frankreich kämpfenden Truppen, also auch der in der Normandie kämpfenden, erheblich erleichtert würde. Tatsächlich konnte bis zur Einnahme Antwerpens im Dezember 1944 etwa ein Drittel der gesamten Truppenversorgung der Alliierten von Marseille über die Rhône-Route inklusive reparierter Brücken und Eisenbahntrassen nach Nordfrankreich transportiert werden. Die Operation Dragoon sollte an der Côte d’Azur zwischen Toulon und Cannes am 15. August 1944 beginnen.

Der Schauplatz
Bild:Bocagenormandy.jpg thumb|200px|Karte der Normandie und der alliierten Front mit eingezeichneter Bocage-Landschaft Bild:Bocage Country.jpg thumb|200px|Bocage-Landschaft Im Westen der Normandie besteht die Küste aus Granit- und im Osten aus Kalksteinklippen, die bis zu 150 Meter hoch aufragen, weshalb der Wasserstand der Flut sich um bis zu elf Meter von dem der Ebbe unterscheidet. Deshalb erreicht die Strömung oft auch eine Geschwindigkeit von 35 Kilometern pro Stunde. An manchen Stellen, vornehmlich in der Mitte der Region, findet man jedoch auch kilometerlange Sandstrände. Das ganze Jahr über herrschen im Normandie-Gebiet Westwinde, öfter auch in Orkanstärke. Im Norden wird die Normandie durch den Ärmelkanal begrenzt und von mehreren Flüssen wie Seine, Orne (Ärmelkanal) Orne und Vire (Fluss) Vire durchzogen. Die Orne war taktisch wichtig, da sie eine natürliche Grenze zwischen der deutschen 7. und 15. Armee darstellte, die nur über die Brücken überwunden werden konnte. Daher war es für die Alliierten von Nutzen, diese Brücken zu zerstören und so den Zusammenschluss der Armeen zu verhindern. Kelten Keltische Bauern hatten vor etwa 2.000 Jahren Wallhecken im westlichen Teil der Normandie zum Zweck von Feldabgrenzungen gebaut. Diese so genannte Bocage Bocage-Landschaft beinhaltete viele Felder, kleine Wege, Flüsse und Bäche, die gute Verteidigungspositionen während der Operation Overlord boten. In den zwei Jahrtausenden hatten sich die Wallhecken zu etwa einen bis drei Meter breiten, und bis zu dreieinhalb Meter hohen Wällen herausgebildet. Diese Wallhecken waren meist von Brombeere Brombeer- und anderen dornigen Strauch Sträuchern, sowie Busch Büschen bewachsen, sodass die Hecken insgesamt bis zu 4,5 Meter an Höhe erlangen konnten. Überlebende alliierten Soldaten berichteten, dass jedes einzelne Feld durch heftige Kämpfe erobert werden musste. Neben dem Bocage befand sich im Westen jedoch noch ein weiteres natürliches Hindernis für die Alliierten: Ausgedehnte Sümpfe erstreckten sich im Gebiet von Carentan und machten eine Überquerung durch Fahrzeuge unmöglich. Von diesen Sümpfen befinden sich fünf größere und etliche kleinere in der Ebene von Carentan, die von den deutschen Verteidigern noch durch künstliche Überflutungen ausgeweitet wurden. Aufgrund dieser undurchdringlichen Sumpflandschaft mussten die Alliierten letztlich durch die Bocage-Landschaft vorrücken. Im Gebiet von Arromanches bis zur Orne-Mündung hatten die Deutschen die zum Meer zeigenden Fenster der Häuser zugemauert und mit Schießscharten versehen, um im Notfall von dort aus Widerstand leisten zu können. Alle Straßen, die in die Strandpromenaden mündeten, hatten die Deutschen mit Betonmauern versperrt, woraufhin diese mit den Häuserfronten eine Linie bildeten. Im Osten der Normandie â€“ im Raum von Caen â€“ war der Boden meist flach, trocken und fest. Daher eignete er sich gut für große Panzermanöver. Außerdem hat man wegen des kaum hügeligen Landes guten und vor allem weitreichenden Überblick. Die Deutschen kannten den taktischen Wert diese Geländes und stationierten deshalb den Großteil ihrer in der Normandie befindlichen Panzerdivisionen im Raum von Caen. Außerdem postierten sie Beobachtungsposten auf hochgelegenen Gebäuden oder Türmen, um den guten Überblick über das Gelände für sich zu nutzen.

Die alliierten Täuschungsvorkehrungen – „Operation Fortitude“
Bild:Bletchley Park.jpg Bletchley Park.html" title="thumb thumb|200px|left|Mit Hilfe der in [[Bletchley Park entzifferten deutschen Enigma (Maschine) Enigma-Funksprüche konnten die Alliierten ihre Täuschungsunternehmen besser koordinieren.html" title="200px|left|Mit Hilfe der in [[Bletchley Park">thumb|200px|left|Mit Hilfe der in [[Bletchley Park entzifferten deutschen Enigma (Maschine) Enigma-Funksprüche konnten die Alliierten ihre Täuschungsunternehmen besser koordinieren">200px|left|Mit Hilfe der in [[Bletchley Park">thumb|200px|left|Mit Hilfe der in [[Bletchley Park entzifferten deutschen Enigma (Maschine) Enigma-Funksprüche konnten die Alliierten ihre Täuschungsunternehmen besser koordinieren Bild:Dummy aircraft - Oct. 1943.jpg thumb|200px|right|Flugzeugattrappe der Briten im Oktober 1943 Um die Deutschen annehmen zu lassen, die Invasion würde bei Pas-de-Calais oder in Norwegen stattfinden, starteten die Alliierten die so genannte Operation Fortitude. Diese Operation wurde in zwei Teile aufgeteilt â€“ „Fortitude North“ (Norwegen, Briten) und „Fortitude South“ (Pas-de-Calais, Amerikaner). Im Südosten Englands wurde daher die fiktive 1. US-Armeegruppe First U.S. Army Group („FUSAG“) unter dem Befehl von Lesley J. McNair und George S. Patton aufgestellt. Als sichtbare Ausrüstungsgegenstände der FUSAG dienten im Gegensatz zur allgemein verbreiteten Meinung keine Panzer-, Flugzeug- und Artillerieattrappen, da zu dieser Zeit deutsche Aufklärungsflüge über England nicht stattfanden, allerdings bestärkte falscher Funkverkehr die deutschen Vermutungen, dass die Invasion im Gebiet des Pas-de-Calais stattfinden sollte. So wurde von der Rekrutierung der Soldaten aus den unterschiedlichsten US-Staaten berichtet. Fiktive Befehlshaber wurden erfunden und komplette Baseball- und American Football Footballspiele zwischen den Abteilungen übertragen. Auch Privatnachrichten von den nicht-existenten Soldaten zurück in die Heimat wurden verlesen. Die Deutschen hatten ein großes Netzwerk von Agent Spionen in Großbritannien installiert, die allerdings zu den Alliierten überliefen und als Teil des „Double Cross Systems“ falsche Informationen über Ort und Konzentration der englischen Truppen lieferten. Gleichzeitig wurden auch Attrappen von Landungsbooten in den Häfen in Südost- und Ostengland platziert, die von der deutschen Luftwaffe fotografiert wurden und so die Annahme einer Invasion im Pas-de-Calais-Bereich erhärteten. Im Verlauf der Operation Fortitude North wurde von Schottland aus Funkverkehr simuliert, um die Deutschen glauben zu lassen, dass eine Invasion in Norwegen stattfinden würde. Als Konsequenz beließen die Deutschen Truppenverbände in Norwegen, die sonst nach Frankreich verlegt worden wären. Auch die Briten kreierten eine nicht existente Armee, die 4. Britische Armee, die als fiktiver Verband zur Durchführung dieser Invasion in Norwegen dienen sollte.

Die deutsche Situation in der Normandie
:''Hauptartikel: Deutsche Situation in der Normandie im Jahr 1944'' Bild:Kommandostruktur-West-1944.png thumb|200px|Kommandostruktur im Westen - 1944 Bild:Deutsche Soldaten in der Normandie.jpg thumb|200px|Deutsche Soldaten in der Normandie Bild:Rommelatlanticwall.jpg Heeresgruppe B.html" title="thumb thumb|200px|Der deutsche Generalfeldmarschall und Kommandeur der [[Heeresgruppe B, Erwin Rommel (links, vorne), inspiziert den Atlantikwall.html" title="200px|Der deutsche Generalfeldmarschall und Kommandeur der [[Heeresgruppe B">thumb|200px|Der deutsche Generalfeldmarschall und Kommandeur der [[Heeresgruppe B, Erwin Rommel (links, vorne), inspiziert den Atlantikwall">200px|Der deutsche Generalfeldmarschall und Kommandeur der [[Heeresgruppe B">thumb|200px|Der deutsche Generalfeldmarschall und Kommandeur der [[Heeresgruppe B, Erwin Rommel (links, vorne), inspiziert den Atlantikwall Die Sorge um einen adäquaten Ausbau des Atlantikwalls beschäftigte die Deutschen schon seit 1941, da sie vor allem im von ihnen besetzten Frankreich mit einer alliierten Invasion rechneten. Sie vermuteten sie am Pas-de-Calais, konnten andere Gebiete jedoch nicht ausschließen und sich deshalb nicht konzentriert auf Gegenmaßnahmen einer Invasion vorbereiten. Trotzdem liefen die Vorbereitungen zur Küstenverteidigung bis 1943 unter der niedrigsten Prioritätsstufe. Die Russlandfeldzug 1941–1945 Ostfront forderte ihren zusätzlichen Tribut, indem immer wieder Truppen aus den westlichen Verteidigungszonen abgezogen wurden. Das Oberkommando der Wehrmacht OKW arbeitete gegen Ende des Jahres 1943 einen detaillierten Plan aus, der alle möglichen feindlichen Szenarien beinhaltete, die durch eine Invasion an den verschiedensten Küsten des Westens entstehen konnten. Der Plan sah für eine Invasion in Frankreich die Verschiebung von drei Infanteriedivisionen aus Norwegen und Dänemark, einer Infanteriedivision, eines Werferkorps und eines Korpshauptquartier aus Italien, sowie von vier Infanterie- und Jägerdivisionen und kleineren Einheiten aus dem Balkanraum vor. Dies sollte vor dem Hintergrund geschehen, dass die Verbündeten im Westen „einen“ großen Invasionsangriff planten. Im Januar 1944 begann das OKW an dieser „einen“ großen Attacke zu zweifeln. Obwohl alles auf einen Angriff am engsten Kanalpunkt hindeutete, meinten sie auch Zeichen ausgemacht zu haben, dass es auch zu Begleitinvasionen, beispielsweise in Portugal oder dem Balkan kommen könnte. Die deutschen Zweifel bekamen durch die alliierte Landung bei Anzio am 22. Januar noch mehr Nahrung. General Alfred Jodl war der Meinung, dass diese Landung, die nicht mit der italienischen Front zusammenhing, der Beginn von mehreren kleineren Operationen wäre, die die deutschen Kräfte zersplittern und von der Hauptlandung in Nordfrankreich ablenken sollten. Für Frankreich sah er Landungen in der Biskaya und Südfrankreich voraus, die die Iberische Halbinsel abschneiden sollten. Die Überlegungen wurden so ernst genommen, dass als Folge im Februar zwei neue Infanteriedivisionen aufgestellt und der 19. Armee im Süden zugewiesen wurden. Vom OB West wurde die 9. SS-Panzerdivision abgezogen und nach Avignon in Reserve verlegt. Zu Bewachung der spanischen Grenze und der Biskaya-Küste erhielt die 1. Armee eine neue Division. Weil die Lage an der Ostfront und auf dem mediterranen Kriegsschauplatz schnellen Änderungen unterworfen war, konnte das OKW so gut wie keine langfristigen Zukunftspläne ausarbeiten, und nur von Tag zu Tag planen. Schon im März erging der Befehl zur Rücknahme des vorher ausgegebenen Verteidigungsplans und der damit verbundenen Truppenverlegungen. Es erging zudem die Anweisung an die Kommandanten, dass Truppenverlegungen erst dann detailliert genehmigt würden, nachdem der Feind einen Hauptinvasionsangriff gestartet hätte. Dazu wurden Verlegungspläne der Reserveeinheiten für mögliche Invasionsszenarien ausgearbeitet. Nach diesen würde OB West ein Korpshauptquartier, zwei verstärkte Panzergrenadierregimenter, ein verstärktes Infanterieregiment, Kampfgruppen aus drei Infanterieregimentern als Basis für eine neue Division, sowie ein motorisiertes Artillerieregiment, fünf Landschützenbataillone und ein Nebelwerferbataillon bekommen. Diese neu aufgestellten Einheiten waren natürlich in Erfahrung und Kampfkraft nicht mit den nach den alten Plänen zu erwartenden acht Divisionen vergleichbar. Da die oberste Führung jedoch von mehreren Invasionsschauplätze anstelle eines Großangriffs ausging, schien jede mögliche Truppenkonzentration ausgeschlossen. Bei einem Treffen der Führungsebene mit Adolf Hitler im März 1944 versuchte Generalfeldmarschall Erwin Rommel eine Ausweitung seiner Befehlsgewalt durchzusetzen, was zu einer faktischen Ablösung Gerd von Rundstedts und Leo Geyr von Schweppenburgs als Kommandierende der Verteidigungskräfte geführt hätte. Im speziellen forderte Rommel eine Unterstellung aller Panzer- und motorisierten Verbände, sowie der Artillerie unter sein Oberkommando. Hitler war von seinen Einbringungen angetan und versprach eine Überprüfung der aktuellen Situation. Nur eine Studie des Operationsstabes des OKW die einen später geschriebenen Protestbrief von Rundstedts unterstützte, ließ Hitler wieder auf den alten Kurs einschwenken. Allerdings hatten einige Änderungen schon gegriffen und wurden nicht wieder revidiert. Die 2., 21. und 116. Panzerdivisionen waren Rommel mit voller taktischer Kontrolle als Reserve für die Heeresgruppe B unterstellt worden. Von Schweppenburg blieb aber für deren Training und Organisation verantwortlich. Etwa zur gleichen Zeit wurden dem OKW im Sektor des OB West vier weitere Panzereinheiten zur Verfügung gestellt. Es handelte sich dabei um die 1. und 12. SS-Panzerdivision, die 17. SS-Panzergrenadierdivision und die Panzerlehrdivision. Sie sollten als zentrale mobile Reserve dienen. Die letzte Änderung in der Kommandostruktur fand im Mai statt, als von Rundstedt den Aufbau einer zweiten Heeresgruppe anordnete, die das Kommando über die 1. und 19. Armee übernahm. Die Heeresgruppe G unterstand Generaloberst Johannes Blaskowitz und übernahm neben den beiden Armeen auch die drei übrigen Panzerdivisionen in Frankreich, die 9., 11. und 2. SS-Panzerdivision. Über die Einrichtung des neuen Hauptquartiers versuchte von Rundstedt seine Position neu zu definieren. Damit stand fest, dass in der kritischen Phase der Verteidigungsvorbereitungen die Befehle vom OB West oder direkt von Hitler kommen würden. Hitler, der in Ostpreußen in seinem Hauptquartier Wolfsschanze saß, war intensiv mit der Ostfront beschäftigt, so dass er erst nach der erfolgten Invasion in den Westen reiste. Weiterhin schien er selbst keine direkten taktischen Vorschläge machen zu können, so dass sich seine Entscheidungen in Details verloren und kaum politische Definitionen enthielten. Hitlers Befehlsberechtigung störte weiterhin das ohnedies schon gestörte Verhältnis zwischen Rommel und von Rundstedt. Die deutsche Hauptstreitmacht, die eine Invasion zurückschlagen sollte, konzentrierte sich auf das Gebiet beim Pas-de-Calais, da dort die Entfernung von England nach Frankreich am geringsten ist. Diese Vermutungen wurden durch die alliierte Täuschungsoperation, die Operation Fortitude, bestärkt. Die Deutschen vermuteten des weiteren, dass die Alliierten am Tag, bei gutem Wetter und bei Flut angreifen würden, da sie dies bei vorangegangenen alliierten Invasionen beobachtet hatten.

Spezialeinsätze und Sabotage


Die Rolle der Résistance
Schon seit Anfang 1941 unterhielt die britische Special Operations Executive (SOE) Kontakt mit der französischen Widerstandsbewegung, der Résistance, als deren erste Agenten über Frankreich absprangen, um eine ausgeklügelte Struktur zur Nachrichtenübermittlung zu etablieren. Nachdem sich eine zentrale Kommunikationskontrolle als nicht sinnvoll herausstellte, wurden 1942 17 Radiomoderatoren zusammen mit 36 anderen Agenten in Frankreich abgesetzt. Dazu kamen zusätzliche Nachschublieferungen über Gibraltar und Südfrankreich, so dass eine relativ sichere Kommunikationsstruktur aufgebaut werden konnte. Das größte Hemmnis für die Versorgung der Résistance mit Waffen und Munition für den Untergrundkampf waren die wenigen zur Verfügung stehenden Flugzeuge. Erst als COSSAC die Mitwirkung der Résistance beim ''Overlordplan'' als Bonus in Betracht zog, erhöhte sich nach und nach die Anzahl der Nachschubflüge nach Frankreich. COSSAC wollte zunächst einen französischen Aufstand in die Planung mit aufnehmen, verwarf dies jedoch wieder als zu unsicher. Die britische Armee und die SOE überzeugten schließlich die Planer von den weitläufigen Möglichkeiten, die ein integrierter Résistanceeinsatz bei der Invasion bot. Durch die vielen erfolgreichen Aktionen, die besonders die Organisation des Maquis ausführte, kamen die Planer zum Schluss, die Résistance vollwertig für Guerillaoperationen vorzusehen. Nun flogen auch die USA Nachschub zur Résistance. Die effektivsten Schläge führte die Résistance gegen das französische Straßen- und Schienennetz, um die Deutschen zu hindern Nachschub und Truppen zu transportieren. In den ersten drei Monaten des Jahres 1944 konnte sie beispielsweise 808 Lokomotiven sabotieren. Die Vichypolizei führte in einem Report mehr als 3.000 Anschläge auf das Schienensystem an. Je näher der Invasionstag rückte, um so mehr koordinierte die SOE die Anschläge der Résistance. Unmittelbar vor dem D-Day sollten speziell ausgesuchte Straßen- und Schienenverbindungen unterbrochen werden. Danach sollten weitere Aktionen folgen. Um dem Widerstand den genauen Termin der Landung mitzuteilen, bediente sich SOE des britischen Senders BBC. Die Organisatoren der Résistance hatten schon Monate vorher die Anweisung erhalten, an jedem 1., 2., 15. und 16. jeden Monats den Sender zu hören, und auf eine vorbereitete, codierte Nachricht zu warten. Sobald sie diese hörten, musste zur Sicherheit noch die zweite Überprüfungsnachricht abgewartet werden, die kurz darauf folgte. 48 Stunden nach den Durchsagen sendete BBC codierte Meldungen, die die genauen Einsatzorte und durchzuführenden Aktionen betrafen. Da die Anschläge der Résistance meist regional geplant wurden, konnten sie leicht mit den jeweiligen Operationen von ''Overlord'' bzw. ''Neptune'' abgestimmt werden. Im gesamten Juni und besonders in den Tagen nach der Landung zerstörte die Résistance 486 Schienenstränge und 26 Telegrafenleitungen, darunter die Verbindungen zwischen Avranches und Saint Lô, Saint Lô und Cherbourg und zwischen Saint Lô und Caen. Weitergehende Planungen banden die Kämpfer der Résistance sogar als feste französische Verbände in die nachfolgenden Operationen mit ein. Zwar war die Anzahl der Angehörigen des Widerstands schwer kalkulierbar, aber in London wurde das Hauptquartier des FFI (Forces Françaises de L'Intérieur) unter General Marie-Pierre Koenig Joseph Pierre Koenig gegründet, der wiederum ein dreistaatliches Oberkommando, bestehend aus Franzosen, Briten und Amerikanern, einsetzte. Das FFI wurde anschließend direkt dem Supreme Allied Commander unterstellt. Auch hier bestand wieder das Problem der Versorgung, insbesondere mit schweren Waffen, wie Artilleriegeschützen. Dazu fanden sich in den Tagen nach D-Day 11 Spezialeinheiten des Special Air Service SAS zusammen, von denen 5 von Großbritannien und sechs von Nordafrika aus unter dem Kommando von Lieutenant General Frederick Browning Browning mittels Fallschirmen entsprechende Waffen und Geschütze aus der Luft anlieferten.

Operationen des britischen und französischen SAS in der Bretagne
Bild:Bretagnesas.png thumb|200px|Karte der Operationen und Sabotagen der SAS-Truppen und Résistancemitglieder in der Bretagne Während der Nacht vom 5. auf den 6. Juni 1944 sprangen vier Gruppen des französischen Special Air Service 4. SAS über der nördlichen und südlichen Bretagne ab, um die Stützpunkte „Samwest“, „Dingson“ und „Grog“ zu errichten, von denen die französische Résistance unterstützt und Lande- und Absprungzonen für das restliche Bataillon markiert werden sollten. Die Aufgabe des französischen SAS war es, alle Kommunikationsleitungen und –wege zu zerstören und Hinterhalte und Sabotageakte vorzubereiten, um die Deutschen am Vorrücken in Richtung Normandie zu hindern. In der Nacht nach dem D-Day wurden achtzehn französische SAS-Teams, mit dem Namen „Cooney-Teams“, damit beauftragt, in weiten Gebieten der Bretagne abzuspringen und die Sabotagen an Bahnstrecken, Straßen usw., die vorher von den anderen Einheiten vorbereitet worden waren, auszuführen. Die Verbände zogen von Juni bis Juli 1944 durch das Land und rüsteten die örtlichen Mitglieder der Résistance mit Waffen aus. Außerdem trainierten sie mit ihnen den Kampf. Nacht für Nacht wurden weitere SAS-Gruppen, sowie Nachschubgüter in das Gebiet von Saint-Marcel (Morbihan) St-Marcel eingeflogen, wodurch es den alliierten Verbänden gelang, die Sabotagen in den meisten Fällen erfolgreich zu beenden. Die SAS-Teams gruppierten dort etwa 10.000 Résistancekämpfer um sich, die ihnen halfen, ihre Aufgaben zu erfüllen. Am 18. Juni lieferten sich 200 Männer des französischen SAS, zusammen mit vier bewaffneten Jeeps und etwa 2.500 Mitgliedern der Résistance einen Kampf mit schätzungsweise 5.000 deutschen Soldaten, die von Mörser (Geschütz) Mörserteams unterstützt wurden. Die SAS-Truppen, sowie die Résistance hielten bis Nachts ihre Stellungen, um sich dann, im Schutze der Dunkelheit, zurückzuziehen. Nach diesen Kämpfen wurden die SAS-Einheiten von den Deutschen mit allen Mitteln gejagt, so dass viele ums Leben kamen. Heute erinnert ein Museum in St-Marcel an die Kämpfe. Im August rückte das VIII. Korps der 3. US-Armee in der Bretagne ein, und die Schlacht um die Bretagne begann. Die 2. Squadron des 3. SAS wurde in die Bretagne eingeflogen, um die Männer des 4. SAS abzulösen. Außerdem wurden viele Fahrzeuge per Gleiter in die Bretagne gebracht. Das französische SAS hatte nach Kriegsende mehr als 65% seiner Männer in den Kämpfen in der Bretagne verloren.

Der Beginn der Operation
Bild:D-Day Statement to Soldiers, Sailors, and Airmen of the Allied Expeditionary Force.jpg thumb|200px|left|Grußnote von Eisenhower an die Soldaten, Matrosen und Flieger der Allied Expeditionary Force Bild:LCTs beeing loaded June 1944.jpg thumb|200px|Beladen der Landungseinheiten in einem englischen Hafen (Juni 1944) Bild:Eisenhowerfailurenoticeoverlord.jpg thumb|200px|Eisenhowers Notiz für eine fehlgeschlagene Invasion Zur Verschleierung der Normandielandungen stiegen am Morgen des 6. Juni 1944 alliierte Flugzeuge von Flugplätzen bei Dover auf und warfen vor der britischen Küste über dem Ärmelkanal Silberfolie ab. Die damit erzeugten Radarsignale täuschten den Deutschen den Anflug von hunderten von Flugzeugen und die Überfahrt von eben so vielen Schiffen in Richtung Pas-de-Calais vor. Ursprünglich war der Start der Operation Overlord mit der Operation Neptune auf einen Maitermin festgelegt worden. Wegen schlechter Witterungsverhältnisse musste der Tag der Landung (der D-Day) aber mehrfach verschoben werden. Am 8. Mai 1944 setzte der alliierte Oberkommandierende des SHAEF, General Dwight D. Eisenhower, den D-Day auf den 5. Juni 1944 fest. Nachdem am 4. Juni für den nächsten Tag schlechtes Wetter vorhergesagt wurde, verschob Eisenhower den Termin auf den 6. Juni. Auf der entscheidenden Sitzung um 4:15 Uhr am 5. Juni wurde dem Unternehmen grünes Licht gegeben. Aus Geheimhaltungsgründen erhielten nicht nur die einzelnen Operationen selbst und ihr Startdatum militärische Tarnbezeichnungen, sondern auch die für die Landung an der Küste der Halbinsel Cotentin vorgesehenen Strandabschnitte. Die 1. US Armee landete an den Stränden Utah Beach Utah bei Sainte-Mère-Église und Omaha Beach Omaha bei St. Laurent. Die 2. Britische Armee ging in den Abschnitten Gold Beach Gold bei Arromanches und Sword Beach Sword bei Ouistreham an Land, die Kanadische Streitkräfte Kanadier im Abschnitt Juno Beach Juno bei Courseulles-sur-Mer. Als Eisenhower am Abend vor dem D-Day die 101. US-Luftlandedivision besuchte, hatte er bereits seine offizielle Pressemeldung für den Fall, dass die Invasion missglückte, formuliert: :''„Our Landings in the Cherbourg-Havre area have failed to gain a satisfactory foothold and I have withdrawn the troops. My decision to attack at this time and place was based upon the best information available. The troops, the air and the Navy did all that bravery and devotion to duty could do. If any blame or fault attaches to the attempt, it is mine alone.''� :(Deutsch: ''„Unsere Landungen im Cherbourg-Havre Gebiet konnten keinen ausreichenden Brückenkopf bilden und ich habe die Truppen [daher] zurückgezogen. Meine Entscheidung, zu dieser Zeit und an diesem Ort anzugreifen basierte auf den besten zur Verfügung stehenden Informationen. Die Land-, Luft- und Seestreitkräfte haben alle mögliche Tapferkeit und Pflichterfüllung geleistet. Wenn dem Unternehmen irgendeine Schuld oder ein Tadel zugemessen wird, ist es meine alleinige.''�) T. Michael Booth und Duncan Spencer: ''Paratrooper: The Life of Gen. James M. Gavin'', Schuster & Simon, New York 1994, ISBN 0671732269, Seite 170/71.

Operation Neptune (D-Day)
Bild:Kanadische_Truppen_landen_in_der_Normandie.jpg thumb|200px|Kanadische Truppen landen am Abschnitt 'Nan White' Beach bei Bernières-sur-Mer :''Hauptartikel: Operation Neptune'' Am 6. Juni 1944 kamen die stärksten Landungskräfte der Kriegsgeschichte zum Einsatz. Unterstützt und getragen wurden diese durch die mächtigste Schiffsansammlung aller Zeiten mit insgesamt über 6000 Schiffen (vgl. #Seekrieg während der Operation Overlord Seekrieg während der Operation Overlord). Zur Sicherung der Flotte und zur Unterstützung der Bodentruppen stellten die Alliierten etwa 5.000 Jagdflugzeuge und 1.000 Bomber bereit. Insgesamt wurden am D-Day auf alliierter Seite 11.000 Flugzeuge eingesetzt. Der Angriff erfolgte auf einer Breite von 98 km zwischen Sainte-Mère-Église auf der Halbinsel Cotentin im Westen, und Ouistreham im Osten. In den westlichen Abschnitten der amerikanischen Truppen (mit den Codenamen Utah und Omaha Beach) landeten drei Infanteriedivisionen, in den angrenzenden Abschnitten Gold, Juno und Sword Beach zwei britische und eine kanadische Division, insgesamt an diesem Tag etwa 170.000 Mann.

= Luftlandemanöver
= Bild:Pegasus Bridge 1944.jpg thumb|200px|Die Pegasusbrücke unter alliierter Kontrolle Bild:101foxhole.jpg thumb|200px|Soldaten der 101. US-Luftlandedivision hinter einer Deckung in der Normandie Die alliierten Luftlandedivisionen, die am D-Day absprangen, hatten zum Ziel, die Flanken zu sichern und wichtige Schlüsselpunkte und Batterien zu erobern oder zu zerstören. Sechzehn Minuten nach Mitternacht begann die Operation der 6. Britische Luftlandedivision 6. Britischen Luftlandedivision, die Operation Tonga. Die Fallschirmjäger und mit Gleitern gelandete Infanteristen sollten die Pegasusbrücke und andere Brücken an der Ostflanke der Invasion erobern. Die Infanteristen aus den Gleitern eroberten die Brücken schnell, und es gelang ihnen, sie bis später am D-Day zu halten, als Verstärkungen eintrafen. Ein zweiter Teil der Operation bestand aus der Landung von Fallschirmjägern bei der Artilleriebatterie bei Merville, die diese zerstören sollten, was ihnen â€“ mit schweren Verlusten von etwa 50 % â€“ auch gelang. Die 82. US-Luftlandedivision sollte im Verlauf der Operation Neptune#Operationen der 82. US-Luftlandedivision Operation Detroit und die 101. US-Luftlandedivision im Verlauf der Operation Neptune#Operationen der 101. US-Luftlandedivision Operation Chicago an der Westflanke des Invasionsbereiches landen. Aufgrund teilweise unmarkierter Landezonen, schlechtem Wetter und schlechtem Gelände wurden die Fallschirmjäger weit verstreut und konnten sich oft nicht zusammenschließen. Einige der Fallschirmjäger ertranken sogar in Seen oder in von den Deutschen überflutetem Gelände. Nach 24 Stunden hatten sich nur 2.500 der 6.000 Angehörigen der 101. Luftlandedivision zusammengeschlossen. Viele der Soldaten irrten noch Tage später durch das Gelände. Die 82. Luftlandedivision hatte bereits am Morgen des 6. Juni die Stadt Sainte-Mère-Église erobert, womit dies die erste von den alliierten kontrollierte Stadt während der Invasion war. Eine spezielle Gruppe der 101. US-Luftlandedivision, die aus zwölf Männern bestand, ließ sich ihre Haare zu Irokesenschnitten frisieren, um die deutschen Verbände einzuschüchtern. Diese Gruppe nannte sich „Filthy 13“, und die Angehörigen waren als harte Kämpfer und für ihren großen Mut berüchtigt gearboxsoftware.com: ''http://www.gearboxsoftware.com/index.php?p=gearblogs&entry=4''; Abgerufen am 10. Juni 2006. Die Idee für die Aktion hatte der Fallschirmjäger Jake McNiece, ein Halb-Indianer aus Oklahoma. Die Gruppe wurde vor dem D-Day von einem Fotografen des Magazins „Stars and Stripes“ aufgenommen, als sie sich Kriegsbemalung auf ihre Gesichter auftrugen und dadurch bekannt â€“ das Material wurden auch später von mehreren Filmen genutzt. Die „Filthy 13“ kämpften bis zum Ende des Krieges, wobei insgesamt etwa 30 verschiedene Soldaten gefallene oder verwundete Mitglieder ersetzten. Die Deutschen sollen sogar vermutet haben, dass die „Filthy 13“ Kriminelle waren, die die Amerikaner freigelassen und in den Kampf geschickt hätten. Ein alliierter Fallschirmjäger schilderte seine Erlebnisse am D-1, dem 5. Juni 1944 wie folgt: :''„Kleinkriege entbrannten rechts und links von mir. Sie dauerten meist zwischen fünfzehn Minuten und einer halben Stunde, aber man konnte nur raten, wer als Sieger aus ihnen hervorging. Ich konnte weder Freund noch Feind ausmachen. Wenn man allein, tief im Feindesland, an Hecken entlang schleicht und genau weiß, dass das Meer einen vom nächsten Verbündeten trennt, fühlt man sich wie der einsamste Mensch der Welt.“'' Dokumentation des Discovery Channel aus dem Jahr 2002: ''„Normandie“'', Bestellnummer: 29208.

= Sword Beach
= :''Hauptartikel: Sword Beach'' Die Landezone war ca. acht Kilometer lang und wurde in vier Abschnitte mit den Namen ''Oboe'', ''Peter'', ''Queen'' und ''Roger'' unterteilt. Sie war die östlichste der alliierten Landezonen. Bild:Infantry waiting to move off 'Queen White' Beach.jpg thumb|200px|right|Britische Infanterie am Strandabschnitt Queen White. Truppen der 3. Britischen Infanteriedivision in der Stärke von ca. 30.000 Soldaten landeten am D-Day um 07:25 Uhr an diesem Strandabschnitt östlich der Orne und des Caen-Kanals. Ihnen waren zur Verstärkung Kommando (Militär)#Die Britischen und Amerikanischen Commandos Britische Kommandos zugeteilt worden. Um auch die Franzosen an der Landung ihrer eigenen Küste zu beteiligen, hatte sich Charles de Gaulle in London für eine Beteiligung stark gemacht und die Zusage zur Teilnahme erhalten. So gingen am Sword Beach auch französische Truppen mit an Land. Zur Verteidigung lagen am Sword Beach Teile der 716. Deutschen Infanteriedivision, die Regimenter 736 und 125, sowie Kräfte der 21. Panzerdivision (Wehrmacht) 21. Panzerdivision, die aus dem nahen Hinterland eingreifen konnten. Im Osten hinter der Dives war noch zusätzlich die 711. Deutsche Infanteriedivision stationiert. Die Briten konnten trotz des deutschen Widerstands ins Landesinnere vordringen und sich mit den Soldaten der 6. Britischen Luftlandedivision vereinen. Da der Sturm auf Caen nicht von einigen Fallschirmjägereinheiten allein durchgeführt werden konnte, warteten die Truppen auf die Einheiten der 1. Kommando (Militär) Commando-Brigade unter dem Kommando von Simon Fraser, 15. Lord Lovat Lord Lovat, die am späten Morgen an der Pegasusbrücke eintrafen. Das Vorrücken auf Caen wurde erheblich durch die 21. Panzerdivision und später durch die 12. SS-Panzer-Division „Hitlerjugend“ behindert. Es dauerte noch bis Mitte Juli, bis Caen vollständig eingenommen werden konnte. Die Verluste der Briten am Strandabschnitt Sword werden auf ca. 700 Soldaten beziffert.

= Juno Beach
= :''Hauptartikel: Juno Beach'' Bild:Kanadische Truppen landen in der Normandie.jpg thumb|200px|Landung am Strandabschnitt Nan (Juno Beach) Bild:Canadians in Bernières-sur-Mer.jpg Militärpolizei thumb|200px|Ein kanadischer [[Militärpolizei|MP regelt die Durchfahrt im hinter dem Strandabschnitt Juno liegendem Bernières-sur-Mer am späten Nachmittag des 6. Juni 1944.html" title="MP.html" title="thumb|200px|Ein kanadischer [[Militärpolizei|MP">thumb|200px|Ein kanadischer [[Militärpolizei|MP regelt die Durchfahrt im hinter dem Strandabschnitt Juno liegendem Bernières-sur-Mer am späten Nachmittag des 6. Juni 1944">MP.html" title="thumb|200px|Ein kanadischer [[Militärpolizei|MP">thumb|200px|Ein kanadischer [[Militärpolizei|MP regelt die Durchfahrt im hinter dem Strandabschnitt Juno liegendem Bernières-sur-Mer am späten Nachmittag des 6. Juni 1944 Die Landezone war in zwei Abschnitte mit den Namen ''Mike'' und ''Nan'' unterteilt. Juno Beach liegt zwischen den Abschnitten Sword Beach Sword und Gold Beach Gold. Kanada Kanadische Truppen unter Major General Rodney Frederick Leopold Keller landeten an diesem Strandabschnitt, der daher auch oft ''Kanadischer Strand'' genannt wird. Juno Beach war der am zweitheftigsten verteidigte Strand nach Omaha Beach. Der Abschnitt war der 716. Deutschen Infanteriedivision unter dem Befehl von General Wilhelm Richter zugewiesen worden. In der ersten Stunde nach dem erfolgten Angriff beliefen sich die kanadischen Verluste auf etwa die Hälfte aller an Land gegangenen Soldaten; in etwa vergleichbar mit den amerikanischen Verluste am Omaha Beach. Den angelandeten Schwimmpanzern gelang es aber, die Verteidigungspositionen der Deutschen erfolgreich zu bekämpfen. Nachdem es den Kanadiern nach einer Stunde gelungen war, den Wall von der Strandseite aus zu überwinden, konnten sie schnell weiter ins Landesinnere vordringen und die Deutschen wesentlich besser bekämpfen als die Amerikaner am Omaha Beach. Gegen Mittag war die komplette 3. Kanadische Division an Land und etliche Kilometer in das Hinterland vorgedrungen, um Brücken über die Seulles einzunehmen. Die Stadt Saint-Aubin-sur-Mer war um 18:00 Uhr in kanadischer Hand. Eine Gruppe des 6. Kanadischen Panzerregiments konnte als einzige die gesteckten Ziele in der Normandie erreichen. Sie waren 15 km landeinwärts gerückt und kreuzten die Hauptstraße zwischen Caen und Bayeux. Ohne die unterstützende Infanterie mussten sie sich aber wieder zurückziehen. Am Ende des D-Day war es den Kanadiern gelungen, so weit wie keine andere alliierte Einheit auf französischen Boden vorzudringen, obwohl sie bei der Landung auf ähnliche Gegenwehr gestoßen waren wie die Amerikaner am Omaha Beach. Dabei verloren insgesamt 340 Soldaten ihr Leben, weitere 574 wurden verwundet. Der Zusammenschluss mit den Vereinigtes Königreich britischen Truppen, die am Sword Beach gelandet waren, erfolgte am Abend des nächsten Tages.

= Gold Beach
= :''Hauptartikel: Gold Beach'' Bild:Cromwell pursuit tank with men aboard.jpg Cromwell_(Panzer) thumb|200px|[[Cromwell (Panzer)|Cromwell Panzer mit Soldaten auf dem Weg zum Gold Beach.html" title="Cromwell Panzer.html" title="thumb|200px|[[Cromwell (Panzer)|Cromwell Panzer">thumb|200px|[[Cromwell (Panzer)|Cromwell Panzer mit Soldaten auf dem Weg zum Gold Beach">Cromwell Panzer.html" title="thumb|200px|[[Cromwell (Panzer)|Cromwell Panzer">thumb|200px|[[Cromwell (Panzer)|Cromwell Panzer mit Soldaten auf dem Weg zum Gold Beach Bild:Universal carriers on Gold Beach.jpg Universal_Carrier.html" title="thumb thumb|200px|[[Universal Carriers der 50. Division erreichen Gold Beach.html" title="200px|[[Universal Carrier">thumb|200px|[[Universal Carriers der 50. Division erreichen Gold Beach">200px|[[Universal Carrier">thumb|200px|[[Universal Carriers der 50. Division erreichen Gold Beach Der Landungsstrand war unterteilt in die vier Abschnitte ''How'', ''Item'', ''Jig'' und ''King''. Die beiden letzten waren weiterhin in die Unterabschnitte ''Green'' und ''Red'' unterteilt, so dass schlussendlich sechs Sektoren vorhanden waren. Britische Truppen der 50. Britischen Infanteriedivision (Northumbrian) unter dem Kommando von Major General Graham, zugehörig zur 2. Britischen Armee unter Lieutenant General Miles Dempsey, landeten am 6. Juni 1944 an diesem Strandabschnitt. Sie bestanden aus den vier Regimentern ''Devonshire'', ''Hampshire'', ''Dorsetshire'' und ''East Yorkshire''. Weiterhin waren im ''Jig''-Sektor die 231. Brigade und im ''King''-Sektor die 69. Brigade den Landungstruppen zugewiesen, da die Strände lang genug waren, um die Soldatenanzahl zweier Brigaden bei der Landung aufzunehmen. Im ''Item''-Sektor kämpfte das 47. Royal Marine Kommando mit der 50. Division. Zur Verteidigung lagen hier Teile der deutschen 716. Infanteriedivision und bei Le Hamel ein Bataillon der 352. Infanteriedivision, die Kampfgruppe Meyer. Die Hauptaufgabe der alliierten Truppen lag darin, einen Brückenkopf am Strand zu bilden und dann die Stadt Arromanches einzunehmen, die als Lagepunkt für einen Mulberry-Hafen ausgewählt worden war. Danach sollte der Kontakt zu den USA amerikanischen Einheiten am Omaha Beach und den Kanada kanadischen Truppen am Juno Beach hergestellt werden. Obwohl der deutsche Widerstand immer heftiger wurde, gelang es der 50. Division bei relativ wenigen Verlusten durchzubrechen. Dies lag nicht zuletzt an der üppigen Ausstattung der Landungstruppen mit Panzern und gepanzerten Fahrzeugen der 79. Britische Panzerdivision 79. Britischen Panzerdivision. Dazu gehörten die so genannten ''Hobart's Funnies'', die mit 290 mm Mörser (Geschütz) Mörsern ausgestattet waren, um Hindernisse wie Minenfelder und größere Befestigungen aus dem Weg zu räumen. La Rivière fiel schon morgens um 10:00 Uhr, und Le Hamel war am Nachmittag in britischer Hand. Die Briten konnten bis zum frühen Abend rund 25.000 Mann an Land bringen und verzeichneten insgesamt etwa 400 Tote. Der Brückenkopf konnte bis auf zehn Kilometer ins Inland ausgebaut werden, und Kontakt mit den Kanadiern vom östlich gelegenen Juno Beach wurde hergestellt. Arromanches wurde etwa gegen 22.30 Uhr vollständig besetzt, und die Briten erreichten kurz darauf die Außenbezirke von Bayeux.

= Omaha Beach
= :''Hauptartikel: Omaha Beach'' Bild:Omaha beachhead 6 June 1944.jpg thumb|200px|Der Omaha Brückenkopf am 6. Juni 1944 Bild:German turret at Omaha Beach.jpg thumb|200px|Geschützturm einer deutschen Stellung am Omaha Beach Bild:American assault troops at Omaha Beach 02.jpg thumb|200px|US-Soldaten rasten am Omaha-Kliff, werden medizinisch versorgt und bereiten sich für den nächsten Angriff vor Omaha Beach war der mit mehr als zehn Kilometer Länge der ausgedehnteste Landungsabschnitt und noch einmal unterteilt in acht Landungszonen, die von West nach Ost als ''Charlie'', ''Dog Green'', ''Dog White'', ''Dog Red'', ''Easy Green'', ''Easy Red'', ''Fox Green'' und ''Fox Red'' bezeichnet wurden. ''Easy Red'' war mit rund 2,2 km der längste Abschnitt. Zur Küstensicherung wurde die 716. Infanterie-Division eingesetzt. Sie wurde von General Wilhelm Richter mit Hauptquartier in Caen befehligt. Die 716. Infanteriedivision wurde bereits seit Juni 1942 an der Küste als so genannte statische Division eingesetzt. Ab Mitte März 1944 verlegte die 352. Infanteriedivision zusätzlich an den Strandabschnitt und übernahm die Hälfte des Verteidigungsbereichs der 716. Die Landungstruppen erlitten am Omaha Beach die größten Verluste, da die 448 Consolidated B-24 B-24 Bomber mit 1.285 Tonnen Bomben der 2. Bomberdivision der 8. Air Force aufgrund schlechter Sicht die deutschen Stellungen verfehlten und dadurch die Verteidigungsanlagen größtenteils intakt blieben. 117 B-24 Bomber kehrten sogar mit ihrer Ladung wieder zurück nach England, da sie ihre Ziele nicht fanden. Der erste bedeutende Durchbruch gelang um 09:00 Uhr am Abschnitt Dog White. Hier bestand die Verteidigung nur aus leichtem, nicht konzentriertem Maschinengewehrfeuer aus dem Widerstandsnest WN60. Etwa 20 Minuten später gelang es der C Kompanie 116. Regiment und Rangern des 5. Ranger Batallion unter dem Befehl von General Norman Cota, den steilen Strandabschnitt zu ersteigen und in das Hinterland vorzudringen. General Cota führte seine Männer von Osten nach Vierville und kämpfte sich dann den Weg zum Strand (D1 Beach Exit) hinunter. An anderen Stellen des Omaha Beach waren wesentlich stärker bewaffnete und befestigte deutsche Verteidigungsstellungen zu überwinden. General Bradley empfing gegen Mittag die Nachricht, dass große Truppenteile auf dem Strandabschnitt ''Easy Red'' feststecken. Auf den Abschnitten ''Easy Red'' und ''Easy Green'' trafen weitere Verstärkungswellen ein, und die Verwundeten wurden abtransportiert. Das deutsche Widerstandsnest WN 72 ergab sich etwa um 13:00 Uhr, so dass der Strandausgang D1 nach Vierville-sur-Mer frei war. Ab 20:00 Uhr trafen weitere Landungswellen ein, die zusätzliches Material wie Panzer und Artillerie brachten. Auf der Westseite von Omaha Beach gelang es der 1. US-Division nicht, die Tagesziele zu erreichen. Am Morgen des 7. Juni unternahmen Teile des 915. Deutschen Grenadierregiments nochmals einen Vorstoß Richtung Küste. Dieses Unternehmen scheiterte und führte zum endgültigen Zusammenbruch im Strandbereich. Ab dem 7. Juni 1944 zogen sich die restlichen deutschen Truppenteile nur noch zurück, da gegen die Übermacht der alliierten Panzer, Artillerie und Luftwaffe ein Ankämpfen mit Handwaffen und den vereinzelten Panzern nicht mehr möglich war.

= Pointe du Hoc
= :''Hauptartikel: Pointe du Hoc'' Bild:Cliffs at Pointe du Hoc 01.jpg thumb|200px|Ranger klettern die Steilküste hinauf, 6. Juni 1944 Bild:Cliffs at Pointe du Hoc 02.jpg thumb|200px|Ranger ruhen sich auf dem Pointe du Hoc am 6. Juni aus Bei Pointe du Hoc, das in US-amerikanischen Armee-Dokumenten oft fälschlicherweise als ''„Pointe du Hoe“'' angegeben wird, befanden sich sechs deutsche Stellungen mit Geschütz 155-mm-Artilleriegeschützen, die den Strand bewachten und somit die amerikanischen Landungstruppen an den Strandabschnitten Utah Beach Utah und Omaha Beach unter Beschuss hätten nehmen können. Obwohl die Stellungen oft von Bomberverbänden und Schiffsartillerie angegriffen wurden, waren die Befestigungen zu stark und hielten dem Beschuss stand. Deshalb wurde dem US-amerikanischem 2. Rangerbataillon der Auftrag gegeben, die Geschütze am Morgen des D-Day zu vernichten. Das aus 225 Männern bestehende Rangerbataillon wurde von Lieutenant Colonel (Oberstleutnant) James Earl Rudder angeführt. Der Plan sah für die drei Rangerkompanien (D, E und F) vor, von See aus am Fuß der Klippen anzulanden und dann mit Seilen, Leitern und ähnlichem die Felswände emporzuklettern. Danach sollten die Truppen das obere Kliff erobern. Der Angriff sollte vor den alliierten Hauptlandungen ausgeführt werden. Es war vorgesehen, den Angriff um 6:30 Uhr morgens zu beginnen. Eine halbe Stunde später sollte eine zweite Gruppe, bestehend aus acht Kompanien, folgen. Daraufhin sollten sie von Truppen, die am Abschnitt „Dog Green“ bei Omaha Beach landeten, abgelöst werden. Nach einigen anfänglichen Rückschlägen aufgrund schlechten Wetters und Navigationsproblemen landeten die Amerikaner 40 Minuten später als vorgesehen am Fuß der Klippen, während der Angriff von alliierten Zerstörern unterstützt wurde. Die Deutschen leisteten jedoch verbissen Widerstand und warfen Felsbrocken und Handgranaten auf die heraufkletternden Amerikaner. Um 7:08 Uhr waren alle Ranger auf den Klippen angekommen und stürmten die deutschen Stellungen. Nach einer etwa 40-minütigen Aktion waren die Klippen mit relativ geringen Verlusten genommen. Die Geschütze waren allerdings schon weggeschafft worden, möglicherweise wegen der Bombenangriffe, welche die Invasion einleiteten. Die Ranger formierten sich auf dem Kliff neu, errichteten Verteidigungsstellungen und schickten einige Männer weiter ins Inland, um die Geschütze zu suchen. Eine der Patrouillen fand die Geschütze unbewacht und ohne Munition in einem Obstgarten, etwa einen Kilometer südwestlich von Pointe du Hoc. Die Patrouille zerstörte einige der Geschütze mit Thermit-Granaten, wodurch der Höhen- und Schwenkmechanismus zerstört wurde. Die zweite Patrouille kam hinzu und zerstörte die verbleibende