|
|
 |
|
 |
| Wörterbuch der Bedeutung |
<<Zurück
Bitte wählen Sie einen Buchstaben:
A, Ä |
B |
C |
D |
E |
F |
G |
H |
I |
J |
K |
L |
M |
N |
O, Ö |
P |
Q |
R |
S |
T |
U, Ü |
V |
W |
X |
Y |
Z |
0-9
(Groß-/Kleinschreibung wird nicht unterschieden)
Klicken Sie hier, um zur Shopping-Mall zu gelangen
Oligopol
*** Shopping-Tipp: Oligopol
Das '''Oligopol''' bezeichnet in der Mikroökonomik eine Marktform, bei der es zwar viele Nachfrager, aber nur wenige Anbieter gibt (Angebotsoligopol). Ein '''Oligopson''' ist genau der umgekehrte Fall, bei dem wenigen Nachfragern viele Anbieter entgegen stehen (Nachfrageoligopol).[Woll, Prof.h.c. Dr. Dr.h.c. Arthur, Wirtschaftslexikon, 9. Auflage, R.Oldenbourg Verlag, München, 2000 (S.564)] Ein Oligopol mit genau zwei Anbietern heißt Duopol Duopol oder Dyopol während ein Markt auf dem wenigen Anbietern ebenfalls wenige Nachfrager gegenüberstehen als '''bilaterales Oligopol''' (auch ''zweiseitiges Oligopol'') bezeichnet wird.
Arten von Oligopolen
* homogenes Oligopol: Die angebotenen Güter sind aus Sicht der Kunden perfekte Substitute, es bestehen folglich keine Präferenz Präferenzen für Güter unterschiedlicher Anbieter.
* heterogenes bzw. inhomogenes Oligopol: Die angebotenen Güter sind nur in begrenztem Maß Substitute (differenzierte Produkte).
Besonderes Kennzeichen eines Oligopols ist die '''Reaktionsverbundenheit''' zwischen der Preis- oder Mengensetzung der verschiedenen Anbieter. Bei einer atomistischen Marktstruktur (Polypol) ist dies nicht der Fall. Weil es nur wenige Anbieter gibt, hat jeder eine gewisse Marktmacht und kann durch seine Preis- oder Mengenentscheidung das Marktgeschehen beeinflussen. Folglich hängt die Nachfrage nach dem Gut eines Anbieters davon ab, wie sich dessen Konkurrenten verhalten, d. h., es besteht eine '''strategische Interdependenz''' zwischen den Anbietern.
Gelegentlich können gerade Oligopole zu einem sehr intensiven Wettbewerb und damit zu Wohlstand führen. Senkt ein Anbieter den Preis, so werden die Konkurrenten ihre Preise auch rasch entsprechend anpassen, um keine Kunden zu verlieren.
Vor dem Hintergrund dieser Ausgangssituation sind verschiedene Reaktionen der Marktteilnehmer denkbar:
* '''Preisführerschaft''': Ein Oligopolist wird von den anderen als Preisführer anerkannt. Alle Marktteilnehmer verändern ihre Preise erst dann, wenn der Preisführer den Preis verändert hat. Im statischen Fall führt dieses Verhalten zu einem sog. Stackelberg-Gleichgewicht.
* '''Abgestimmte Verhaltensweisen''' und Kartellbildung: In engen Oligopolen lassen sich Preis- und Mengenabsprachen leicht organisieren. Diese Verhaltensweise ist dann für die Anbieter besonders attraktiv, wenn andere Formen des Wettbewerbs (Qualität, Service) ausscheiden, was vor allem bei homogenen Oligopolen der Fall ist. (Beispiele: Zucker- und Zementindustrie)
* '''Ruinöser Wettbewerb''': Wenn ein Unternehmen nur überleben kann, wenn es eine gewisse Größe erreicht, besteht die Tendenz, Konkurrenten durch ein besonders aggressives Preisverhalten aus dem Markt zu drängen, worauf andere mit weiteren Preissenkungen reagieren.
* '''Preisstarrheit''': bei mehreren gleich starken oder schwachen Konkurrenten wagt es keiner, sein Verhalten zu ändern, weil er fürchtet, dass die Konkurrenz seine Strategie durchkreuzt.
* Intensiver, dem technischen Fortschritt und dem Kunden dienender '''Wettbewerb''': Ist insbesondere in weiten, heterogenen Oligopolen gegeben.
Darstellung in der Theorie
In der Theorie werden Oligopole häufig mit den Instrumenten der Spieltheorie analysiert. In einem solchen Spiel kann bei vollständiger Information jeder Anbieter die optimale Reaktion der Konkurrenten antizipieren. Ein '''Marktgleichgewicht''' (Nash-Gleichgewicht) liegt dann vor, wenn kein Anbieter einen Anreiz hat, seine Menge bzw. seinen Preis zu verändern (was entsprechende Reaktionen der Mitbewerber hervorrufen würde).
Oligopolmodelle
* Cournot-Oligopol: Markt, auf dem die Teilnehmer vorab ''simultan'' über die ''Angebotsmengen'' entscheiden
* Stackelberg-Wettbewerb: Markt, auf dem die Teilnehmer vorab ''hintereinander'' über die ''Angebotsmengen'' entscheiden
* Bertrand-Wettbewerb: Markt, auf dem die Teilnehmer vorab ''simultan'' über die ''Angebotspreise'' entscheiden
* Kreps-Scheinkman-Modell: Markt, auf dem die Teilnehmer zunächst simultan über den ''Aufbau von Kapazitäten'' und danach simultan über die Angebotspreise entscheiden
* Hotelling-Modell: Markt, auf dem die Teilnehmer vorab über ihre ''Positionierung'' (räumlich oder durch Produktvarianten) entscheiden
* Sweezy-Modell: Markt, auf dem der ''Preis'' als Wettbewerbsoption der Teilnehmer entfällt, da dieser quasi starr bleibt und somit nur Größen wie ''Werbung'' und ''Serviceleistungen'' entscheiden.
Rechtliche Konsequenzen
Direkte Preisabsprachen sind nach dem Wettbewerbsrecht verboten, da sie zu einem Effekt führen können, der den gesamtwirtschaftlichen Wohlstand negativ beeinflusst. Sozialer Überschuss wird dadurch vermindert, dass die Produzenten die Konsumenten ausnutzen.
Durch die Vielfalt „eigenständiger Marken“ kann ein Oligopol verschleiert werden [ http://www.zeit.de/2003/18/Handelskonzentration_Kasten]. Unter anderem ist der Handel mit Compact Disc CDs und anderen Tonträgern ein Oligopol weniger Anbieter, die einen Marktanteil von knapp 72 % (2004) haben. Durch die Heterogenität der Produkte und die geringe Preiselastizität der Nachfrage, befand sich der Markt in der Vergangenheit in einer sehr starken Preis- und Organisationsstruktur.
Beispiele
Zwei Trinkwasseranbieter, Nestlé/Perrier und BSN, hat die Europäische Kommission im Rahmen einer Fusionskontrollprüfung als Duopol angesehen. Sie könnten aufgrund ihrer Reaktionsverbundenheit auch ohne Absprachen das Angebot so verknappen und damit den Marktpreis in die Höhe treiben (siehe auch Kollusion).
Auf dem deutschen Strommarkt gibt es ein Oligopol. Der Strommarkt ist im Wesentlichen unter den vier Großkonzernen E.ON, RWE, EnBW und Vattenfall Europe Vattenfall aufgeteilt, die gemeinsam 90 % des Erzeugungsmarktes kontrollieren. Der Marktführer E.ON kontrolliert allein 34 %. Die SPD fordert, dieses Oligopol zu brechen, indem die vier Konzerne maximal 50% des Erzeugungsmarktes kontrollieren dürfen, und ein einzelner Anbieter maximal 25 %. [http://de.biz.yahoo.com/08092006/341/spd-strom-oligopol-brechen-tagesspiegel.html ]
Auch im Fahrtreppenbau gibt es ein Oligopol: Auf dem deutschen Fahrtreppenmarkt gibt es heute nur noch vier Fahrtreppenhersteller:
# Otis Elevator Company
# Schindler Aufzüge
# Thyssen Krupp Elevator
# Kone (Unternehmen) KONE
Weiterführende Literatur
*Ludger Steckelbach: ''Wirkungen wettbewerbspolitischer Regulierungen auf oligopolistischen Märkten'', Verlag Dr. Kovac. ISBN 3-8300-0594-6
*Hal R. Varian: ''Grundzüge der Mikroökonomik'', Oldenbourg Verlag. ISBN 3-486-25543-6
Siehe auch
{{Wiktionary|Oligopol}}
* Monopol
* Polypol
* Monopson
* Preis-Absatz-Funktion
Weblinks
- Microeconomics by Elmer G. Wiens: Online Interactive Models of Oligopoly, Differentiated Oligopoly, and Monopolistic Competition
Fußnoten
Kategorie:Mikroökonomie
bg:Олигопол
ca:Oligopoli
cs:Oligopol
da:Oligopol
en:Oligopoly
es:Oligopolio
fi:Oligopoli
fr:Oligopole
he:×?וליגופול
hu:Oligopólium
id:Oligopoli
it:Oligopolio
ja:寡å?
lt:Oligopolija
mk:Олигопол
nl:Oligopolie
no:Oligopol
pl:Oligopol
pt:Oligopólio
ro:Oligopol
ru:ОлигополиÑ?
simple:Oligopoly
sv:Oligopol
tr:Oligopoli
uk:ОлігополіÑ?
zh:寡é 壟斷
*** Shopping-Tipp: Oligopol
[Der Artikel zu Oligopol stammt aus dem Nachschlagewerk Wikipedia, der freien Enzyklopädie. Dort findet sich neben einer Übersicht der Autoren die Möglichkeit, den Original-Text des Artikels Oligopol zu editieren.
Die Texte von Wikipedia und dieser Seite stehen unter der GNU Free Documentation License.]
<<Zurück |
Zur Startseite |
Impressum |
Zum Beginn dieser Seite
|
|
|
|