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Menhir
*** Shopping-Tipp: Menhir
{{Dieser Artikel|behandelt den Monolithen; für die gleichnamige Musikgruppe siehe Menhir (Band).}}
Bild:Spellenstein 03.jpg thumb|200px|[[Spellenstein in Rentrisch/St. Ingbert]]
Bild:Bretagne_Morbihan_Locmariaquer_14015.jpg thumb|200px|Grand Menhir Brisé: größter bekannter Menhir in [[Locmariaquer]]
Bild:merrymaidens8.jpg thumb|200px|Steinkreis der [[Merry Maidens]]
'''Menhir''' ist eine ursprünglich Bretonische Sprache bretonische Bezeichnung für einen hochkant aufgerichteten „mehr oder minder großen Stein“ oder Monolith Monolithen. Sie bedeutet „Langer Stein“ (maen = Stein, hir = lang) und fand bereits Ende des 18. Jh. als wissenschaftlicher Begriff Eingang in die archäologische Fachliteratur Frankreichs. Bald wurde die Bezeichnung in Europa übernommen.
Sieht man von den ältesten Menhiren auf dem Göbekli Tepe ab, so sind sie eine Erscheinung die von der westmediterranen Cardial- oder Impressokultur auszugehen scheint und alle ihre Nachfolger erfasste. Daneben bestehen aber separate (ggf. erst Bronzezeit bronzezeitliche) lokale Ursprünge. Ausschlaggebend für ihre Existenz ist primär das Vorhandensein einer mit den steinzeitlichen Methoden bearbeitbaren Ressource. Ausschlaggebend für ihr Aufrichten und ihre ggf. erfolgte Bearbeitung bzw. Gestaltung ist eine dahinterliegende Idee. Ein spanisches Sprichwort sagt: „Steine bedeuten Leben“.
Standpunkte und Anordnung
Menhire sind freistehende oft phallisch geformte Steine, die einzeln oder in Quadraten, Kreisen oder Reihen angeordnet wurden. In Westeuropa sind für letztere Bezeichnungen wie Steinkreis Cromlech (Steinkreis) und Alignement (Menhire) Alignement geläufig. Menhire können bearbeitet sein. Einige (bes. die kontinentalen einer bestimmten Periode) sind mit Schlangen, Spiralen oder Gerätschaften verziert, die ihre zeitliche Einordnung erleichtern.
Menhire mit menschlichen Konturen nennt man Statuenmenhire. Sie kommen rund um das westliche Mittelmeer, in der Schweiz und auf den Kanalinseln vor. In Deutschland sind die drei Bamberger Götzen die einzige Erscheinung dieser Art.
Von den Findlingen – während der Eiszeit durch Gletscher verschleppte „erratische“ Felsbrocken – unterscheiden sich die Menhire dadurch, dass sie bewusst vertikal gestellt und in der Erde fest verankert wurden. Auch ihre Aufstellungsorte weichen mitunter von der natürlichen Lage ab. Menhire sind bevorzugt an Berghänge, auf natürliche Anhöhen, an Wegrändern, Wasserstellen und Bachläufe verbracht worden, immer in freier Flur und (zumindest heute) oftmals weithin sichtbar.
Deutschland
Steinsetzungen unterschiedlicher Größe finden sich in Deutschland vom Saarland über Rheinland-Pfalz und Hessen bis nach Mitteldeutschland. Die Menhire von Benzingerode (Lkr. Wernigerode), der „Lange Stein“ von Seehausen (Bördekreis), die „Speckseite“ von Aschersleben und der „Hünenstein“ bei Nohra (Lkr. Nordhausen) fanden sich in der Nähe bronzezeitlicher Anlagen. Bei einigen alten Grabhügeln fand man Menhire. So bei Nebra (Burgenlandkreis), Leuna (Lkr. Merseburg-Querfurt), Poserna (Lkr. Weißenfels) und Halle-Heide. Der Menhir von Rothenschirmbach ist dagegen Teil der Grabanlage, da er das Erdgrab bedeckte. Der Gollenstein mit einer Höhe von ca. 7 m gilt als der größte Menhir Mitteleuropas; er steht bei Blieskastel im Saarpfalz-Kreis. Der Süntelstein steht in Vehrte bei Osnabrück. Menhire stehen vielfach in Zusammenhang mit dem Totenkult.
Der im westdeutschen Raum gebräuchliche volkstümliche Name lautet '''Hinkelstein'''. Bereits im Mittelalter findet sich der Begriff „Hinkelstein“, als eine missverstandene Ableitung des Wortes „Hünenstein“ (= Riesenstein), das über „Hühnerstein“ zum mundartlichen „Hinkelstein“ wurde. Daneben kennen wir Namen und Bezeichnungen wie '''Langer''', '''Breiter''', '''Hoher''', '''Spitzer''', '''Dicker Stein''' oder '''Sackstein''', um nur die häufigen zu nennen. Der Begriff Menhir ist in Argentinien auch gebräuchlich für präkolumbische Megalithen.
Bretagne
{{Großes Bild|Menhirs carnac.jpg|1100px|Menhire bei Carnac}}
Die Mehrzahl der in Frankreich registrierten Menhire befindet sich in der Bretagne; ihre Zahl in Carnac wird allein auf etwa 4000 geschätzt. Der größte noch aufrecht stehende Menhir ist mit einer Höhe von 12 m und mehr als 150 t Gewicht der Menhir von Kerloas bei Plouarzel, nordwestlich von Brest im Departement Finistère. Auch der längste überhaupt bekannte Menhir findet sich in der Bretagne im Departement Morbihan. Es ist der umgestürzte und in vier Teile zerbrochene "Grand Menhir Brisé" von Locmariaquer. Ursprünglich etwa 21 m hoch, wird sein Gewicht auf 350 t geschätzt. Man hat Anhaltspunkte dafür gefunden, dass er bereits in der Vorzeit von Menschenhand gestürzt wurde. Zur selben Zeit sind auch andere Menhire (La Tremblais) umgestürzt worden. Darunter auch der Scalehir genannte Menhir von Kermaillard auf der Halbinsel Rhuys bei Arzon. Als er 1985 wieder aufgerichtet wurde, zeigte seine Unterseite kunstvolle Gravuren, die einer Muttergottheit zuzuordnen sind.
Andere bedeutende Menhire: [ P. R. Giot: Vorgeschichte der Bretagne 1991. ]
*Caillouan-en-Présidy 7,5 m (Côtes-d’Armor)
*Champ-Dolent 9,5 m bei Dol-de-Bretagne (Ille-et-Vilaine)
*Champs-de-Callac 6 m (Côtes-d’Armor)
*Crec’h-Coulm 7,5 m (Côtes-d’Armor)
*Kergadiou 11 m (liegend) und 9 m (stehend - im Finistère)
*Kermarquer (mit Báculos), (Morbihan)
*La Tremblais (mit Felsritzungen), (Côtes-d’Armor)
*Le Manio (mit Schlangengravuren), (Morbihan)
*Penloïc (auch Penglaouic) im Meer bei Loctudy (Finistère)
*Vierge (auf der l'île de Hoëdic) 4 m (Morbihan)
Sonstige
image:zennormenhir.jpg thumb|200px|Menhir bei Zennor in Cornwall
image:quoit.jpg thumb|200px|Quoit bei Morvah in Cornwall
Menhire sind über mehrere Kontinente verbreitet. Ihr europäischer Schwerpunkt liegt im Westen. Von Skandinavien über Irland, Großbritannien, Belgien, Frankreich und der Schweiz sind sie im westmediterranen Raum von Portugal (da Meada – ca. 7 m) bis Italien und auf den Inseln verbreitet. Die höchsten Exemplare außerhalb der Bretagne sind der Rudstone in Yorkshire mit 8 m und der Punchestone im Co. Kildare Kildare mit 7 m. Noch in frühmittelalterlicher Zeit wurden in Irland Menhire aufgerichtet die andere Bestimmungen hatten. So wurden auf dem Kiltullagh Hill, an der Grenze zwischen den Countys County Mayo Mayo und County Roscommon Roscommon und in Raffin County Meath (lt. F. McCormick) bei Menhiren deponierte Schädel gefunden.
In Fossa, nicht weit von der Abruzzenhauptstadt L'Aquila entfernt, wurde ein Feld von 550 Gräbern entdeckt. Luftaufnahmen lassen Kreise erkennen, in deren Mittelpunkt mächtige bis zu 6 m hohe Menhire ein Grab markieren. Diesen Kult pflegten Menschen, die über ein Jahrtausend lang übereinander an der selben Stelle Gräber anlegten.
In frühgeschichtlicher Zeit aufgestellte und mit Bildern und Schriftzeichen verzierte Steine, mögen auf den ersten Blick an kleine Menhire erinnern, sind von diesen aber deutlich zu trennen. Bei den unbeschrifteten dänischen Bautastein Bauta- und den irischen Oghamsteinen sowie den Runensteinen der Wikinger handelt es sich um Gedenksteine, die an individuelle Taten oder Personen erinnern sollen.
Faszinierend bleibt die technische Leistung, die mit dem Transport und der Aufrichtung verbunden gewesen sein muss. Die meisten steinernen Monumente weisen Höhen von 1 bis 3 m auf, auch ihre Formen variieren. Neben spitzen, konischen und obeliskenartigen Steinsäulen finden sich auch gedrungene, pyramidenähnliche und tafelartige Gebilde. Überwiegend wurden Gesteine wie Quarzite, Granit-, Kalkstein Kalk- und Sandsteine verwendet, Materialien, die zumeist in der Nähe des Aufstellungsortes anstehen.
Menhire haben als Einzelexemplar oder Gruppe mitunter (verziert und unverziert) auch ganz spezifische Bezeichnungen wie: Bautastein (Dänemark), Gotländische Bildsteine Bildstein, Bullaun Pillarstone, Ogam (Irland), Baityloi oder Betyl und Pérda fitta Pérdas fittas (Italien), Massebe (Israel), Pedras talhas (Portugal), Quoit (England), Lochstein (Archäologie) Lochstein (bzw. Hole Stone), Runenstein, Schalenstein, Sonnensteine (z.B. von Beckstedt, Harpstedt und Horsten) Statuenmenhir sowie Domarring (oder Richterring – Schweden) bzw. allgemeiner Cromlech oder Steinkreis.
Menhire und Flurnamen
Flurnamen sind oft ein guter Indikator für vor- und frühgeschichtliche Fundstellen. Sie bilden eine wichtige Quelle für die Rekonstruktion früh- und hochmittelalterlicher Besiedlungsvorgänge und sie liefern häufig den letzten Hinweis auf ein ausgegangenes Kulturdenkmal. Wie Flurnamen auf erhaltene oder inzwischen eingeebnete Grabhügel verweisen können, wie sich durch sie auch römische Siedlungen oder frühmittelalterliche Friedhöfe erschließen lassen, so sind auch ausgegangene Menhire gelegentlich in Flurnamen überliefert. Namen wie „Hüner- oder Hinkelstein“, „Langer“ oder „Dicker Stein“ können die einstige Existenz dieser Steinmale bezeugen.
Flurnamen dienten oder dienen vor allem dazu, dörflichen Bewohnern eine räumliche Orientierungshilfe zu geben. Da sie auch Besitzverhältnisse aufzeigen, ist ein Großteil der Namen in Urkunden, Archiven und Katastern dokumentiert und folglich sehr alt.
Ein schönes Beispiel für eine alte Flurnamenbezeichnung ist der „Lange Stein“ von Einselthum, Donnersbergkreis/Pfalz. Sie stammt aus dem Jahre 1071 und dürfte eine der ältesten urkundlich erwähnten Nennungen eines Menhirs sein.
Der Begriff Hinkelsteingruppe für eine Kultur der Jungsteinzeit beruht darauf, dass das namengebende Gräberfeld von Monsheim in Rheinland-Pfalz in der Flur Hinkelstein entdeckt wurde. Dort stand ursprünglich ein Menhir (Hinkelstein), der heute im Schlosshof von Monsheim aufgestellt ist.
Sonstiges
Der Begriff "Hinkelstein" wurde populär durch die Comicbücher um Asterix, den Gallier, dem Helden einer gleichnamigen französischen Serie von Comicbüchern und Filmen der Autoren René Goscinny und Albert Uderzo. Sein Freund Obelix ist Produzent und Lieferant von Hinkelsteinen.
* siehe auch Figuren aus Asterix
Quellen
Literatur
* J. E. Walkowitz: ''Das Megalithsyndrom''. Band 36 in Beitraege zur Ur- und Frühgeschichte Mitteleuropas, 2003. ISBN 3-930036-70-3
* Detert Zylmann: Das Rätsel der Menhire, Mainz-Kostheim 2002, ISBN 3-936326-07-X
Weblinks
{{Commons|Menhir|Bildergalerie}}
{{Wiktionary|Menhir}}
- Private Seite über Menhire, Steinkreise und Dolmen
Kategorie:Archäologischer Fachbegriff
Kategorie:Megalith
Kategorie:Kultbau
bg:Менхир
br:Maen-hir
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[Der Artikel zu Menhir stammt aus dem Nachschlagewerk Wikipedia, der freien Enzyklopädie. Dort findet sich neben einer Übersicht der Autoren die Möglichkeit, den Original-Text des Artikels Menhir zu editieren.
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