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Meidlinger L
*** Shopping-Tipp: Meidlinger L
Das '''Meidlinger L''' ({{Audio|Meidlinger L Male.ogg|Hörprobe}}) ist ein charakteristisch ausgesprochener, lateraler apikal-dentaler Konsonant, der vor allem der Arbeiterschicht des Wien Wiener Wiener Gemeindebezirke Gemeindebezirks Meidling zugesprochen wird.
Dass, dem Mythos zum Trotz, nicht nur Meidlinger das Meidlinger L beherrschen, beweist der Nicht-Meidlinger, aber Ur-Wiener Hans Krankl, der ehemalige österreichische Spitzenfußballer und Sänger. Auch der in Dornbach (Wien) Wien-Dornbach aufgewachsene österreichische Ex-Bundeskanzler Franz Vranitzky ist für sein "dickes L" bekannt. Der Wiener Musiker Roland Neuwirth ist in Floridsdorf Wien-Floridsdorf aufgewachsen und kennt das monolaterale L vor allem aus seinem Heimatbezirk.
Herkunft
Man nimmt allgemein an, dass das Meidlinger L mit den seit der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts verstärkt aus Böhmen und Mähren zuwandernden Tschechen tschechischen Dienstbote Dienstboten/Dienstmädchen, Handwerkern und Arbeitern für die Ziegelproduktion (sog. "Ziegelböhme Ziegelbehm") nach Wien gekommen ist. Die tschechischen Zuwanderer siedelten sich bevorzugt in Favoriten (10. Wiener Gemeindebezirk) an (vor allem, da dort die Wienerberger Wienerberger Ziegelfabrik ansässig war).[Vgl. Christian Brandstätter (Hrsg.): ''Stadtchronik Wien. 2000 Jahre in Daten, Dokumenten und Bildern.'' Wien, München: Brandstätter 1986, S. 26f., 305.] Warum man nicht von einem "Favoritner L", sondern von einem "Meidlinger L" spricht, kann damit zu tun haben, dass sich Meidling ebenso wie sein Nachbarbezirk Favoriten zu einem typischen Arbeiterbezirk (mit entsprechendem Anteil an tschechischstämmigen Einwohnern) entwickelte und dass sich der Ausdruck "Meidlinger L" gut als Homolog (Linguistik) homologer Terminus eignet - im Wort ''Meidling'' kann man bei dessen Aussprache ein Meidlinger L unterbringen, im Wort ''Favoriten'' mangels Lateral (Phonetik) Lateral nicht.
Lautliche Aspekte
Phonetik Phonetisch gesehen ist ein [l] ein Lateral (Phonetik) Lateral (Seitenlaut), d.h. bei der Artikulation strömt die Luft auf ihrem Weg aus dem Mund an den Seiten der Zunge, deren Spitze (apikal Apex linguae) an den Zahndamm (die alveolar Alveolen) gepresst wird, vorbei. Das Meidlinger L hingegen ist ein ''monolateraler'' (auch: ''unilateraler'') Laut, d.h. die Luft strömt nur an einer Zungenseite vorbei. Das typische Lautbild wird noch verstärkt, wenn die Zungenspitze nicht an die Alveolen, sondern an die dental obere Zahnreihe gepresst wird (apikal-dental).
Phonologie Phonologisch gesehen ist das Meidlinger L ein Allophon (eine fakultative Variante) des Phonems /l/, d.h. sein spezielles Merkmal "monolateral" ist nicht bedeutungsunterscheidend (distinktives Merkmal distinktiv).
Im Internationales Phonetisches Alphabet Lautschriftsystem der International Phonetic Association IPA ist kein Zeichen für das Merkmal "monolateral" vorgesehen. Das zeigt einerseits auf, dass dieses Merkmal in keiner erforschten Sprache distinktiv ist, andererseits bedeutet das, dass man sich, wenn man das Meidlinger L verschriften will, mit eigens kreierten Diakritisches Zeichen Diakritika behelfen muss.
Entgegen einer häufig geäußerten Ansicht ist das Meidlinger L nicht mit der Lautfolge [dl] (wie bei der Aussprache des Eigennamens ''Julius Meinl Meinl'' als [ma{{IPA-Text|ɪ}}ndl] oder [ma{{IPA-Text|ɛ}}ndl]) gleichzusetzen. (Beim hierbei Epenthese eingeschobenen [d] handelt es sich um einen Stützverschluss: Das [d] hat mit dem [n] und dem [l] die gleiche Artikulationsstelle (die Alveolen) und die Stimmhaftigkeit gemein; bei der Auflösung des Nasals [n] hin zum [l] schiebt sich der Plosiv [d] ausspracheerleichternd dazwischen.)
Soziolinguistische Aspekte
Das Meidlinger L gilt in Wien als ein Schibboleth, das den Sprecher als Zugehörigen der Arbeiterschicht, schlimmstenfalls als Proleten ausweist.
Quellen
Siehe auch
*l bzw. Lateral (Phonetik) Lateral
*Böhmakeln
*Wienerisch
*Wiener Schmäh
Kategorie:Österreichische Sprache
Kategorie:Phonologie von Einzelsprachen
Kategorie:Meidling
*** Shopping-Tipp: Meidlinger L
[Der Artikel zu Meidlinger L stammt aus dem Nachschlagewerk Wikipedia, der freien Enzyklopädie. Dort findet sich neben einer Übersicht der Autoren die Möglichkeit, den Original-Text des Artikels Meidlinger L zu editieren.
Die Texte von Wikipedia und dieser Seite stehen unter der GNU Free Documentation License.]
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