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Mauritius (Heiliger)

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Bild:Saint Maurice Magdeburg.jpg thumb|Darstellung des Heiligen Mauritius im Magdeburger Dom '''Mauritius''' (deutsch: ''Moritz'', frz. ''Maurice''; * bei Theben (Ägypten) Theben in Ägypten, † um 290 in Saint-Maurice VS Agaunum im Kanton Wallis Wallis) war der Legende nach der Anführer der Thebäische Legion Thebäischen Legion und wird in der Römisch-Katholische Kirche römisch-katholischen Kirche seit dem 4. Jahrhundert als Heiliger verehrt.

Legende
Die älteste bekannte Handschrift stammt aus dem 6. oder 7. Jahrhundert. Eucherius, der zwischen 428 und 450 in Lyon als Bischof wirkte, nennt in einem Vorwort seine Quellen. Er habe sich auf mündliche Berichte von Gewährsleuten gestützt, die ihrerseits die Geschichte von Bischof Isaak von Genf erfahren hätten. Der Bericht stammt also nur aus dritter Hand. Lange Zeit galten die Schilderungen als historisches Faktum, seit der Reformation sind sie allerdings Gegenstand wissenschaftlicher Kontroverse. Nach D. van Berchem stammt die Geschichte des Mauritius aus Syrien, woher wahrscheinlich der Bischof Theodor von Sitten ebenfalls stammte. Gemäß der Legende war Mauritius Kommandeur einer Legion, die zur Zeit der römischen Kaiser Diokletian und Maximian bei Theben (Ägypten) Theben in Ägypten aus vorwiegend christlichen Männern ausgehoben worden war. (Die Existenz solch einer Legion lässt sich weder nachweisen, noch wären wohl damals genügend Christen in der Region Theben zur Verfügung gestanden, um eine Legion zu bilden.) Als Offiziere des Mauritius dienten Candidus (Heiliger) Candidus und Exuperius. Kaiser Maximian habe die sogenannte Thebäische Legion dann in sein Heer einverleibt, das er gegen die Christen einsetzen wollte. Dabei wird in der Legende die Grausamkeit des Kaisers besonders betont. Bei der Überquerung der Alpen meuterten die 6600 Mann der Thebäischen Legion im Engnis bei Agaunum, da sie nicht gegen die Christen ziehen wollten. Das Ereignis fand je nach Quelle zwischen 302 oder 303 n. Chr. statt. Maximian weilte zu der Zeit in Octodurum (Martigny VS Martigny) und gab erzürnt den Befehl, die Legion zu Dezimierung dezimieren, d.h. jeden zehnten Mann hinzurichten. Wiederholte Dezimierungen führten nicht zum Erfolg, weshalb der Kaiser die völlige Vernichtung der Legion befahl. Ohne Gegenwehr hätten sich die Offiziere und die Mannschaften als Märtyrer für ihre Religion hinrichten lassen. Andere Angehörige der Legion wurden in Solothurn (Ursus und Viktor), Zürich (Felix und Regula) und Xanten (Viktor von Xanten) hingerichtet.

Reliquien
Image:Mathis Gothart Grünewald 011.jpg thumb| [[Matthias Grünewald: St. Erasmus (links), und St. Mauritius (rechts)]] Die Reliquien des Mauritius wurden vom Bischof von Martigny VS Octodurum, dem später heilig gesprochenen Theodor von Sitten Theodorus, in Agaunum, dem heutigen Saint-Maurice VS St. Maurice im Kanton Wallis Wallis (Schweiz), aufgefunden. Er setzte sie zwischen 386 und 392 in der Cour du Martolet wieder bei und erbaute an dem Ort eine Grabkirche. Um 515 entstand dann das Abtei Saint-Maurice Kloster Saint-Maurice. Im 13. Jahrhundert wurden die Reliquien (Schädelknochen etc.) vom Mauritiuskloster in den Magdeburger Dom Dom zu Magdeburg überführt, in dem Mauritius zu den Patronen zählt. Der deutsche Kaiser Otto I. (HRR) Otto I. hatte sie nach seiner Heirat mit der Burgund burgundischen Königstochter Adelheid von Burgund Adelheid im Jahre 951 von König Rudolf II. (Burgund) Rudolf II. von Burgund zu Weihnachten 960 erhalten. Eine Armreliquie befindet sich in Angers. Mauritius sei auch im Besitz der Heilige Lanze Heiligen Lanze gewesen. Sie befand sich später ebenfalls im Besitz des Königs Rudolf II. von Burgund. Dieser tauschte sie 926 mit dem ostfränkischen König Heinrich I. (Ostfrankenreich) Heinrich I. gegen die Region um Basel. Im Hochmittelalter galt sie als einer der mächtigsten heiligen Gegenstände, da sie dem Träger Unbesiegbarkeit in der Schlacht garantiere.

Verehrung
Die früh einsetzende Verehrung der thebäischen Legion an ihrem Hinrichtungsort lässt sich bis ins 4. Jh. nachweisen. Ab 888 wurde Mauritius als Schutzpatron des Königreichs Burgund verehrt. 955 wurde der Mauritius-Kult durch die Schlacht auf dem Lechfeld verstärkt, die Kaiser Otto I. (HRR) Otto I. der Legende nach dank der Heiligen Lanze gewann. 962 bestätigte Papst Johannes XII. (Papst) Johannes XII. die Verehrung des Mauritius, der als Schutzpatron der Liudolfinger Ottonen eine hohe Bedeutung für Kaiser Otto I. hatte. Im 15. Jahrhundert gründeten die Stammtafel von Savoyen Grafen von Savoyen den Ritterorden der hl. Mauritius und Lazarus, der bis heute besteht. Der Heilige Mauritius war ein Schutzheiliger des Heeres, der Infanterie, der Messer- und Waffenschmiede und wurde angerufen vor Kämpfen, Gefechten und Schlachten. Er gilt zudem als Schutzheiliger der Handwerker, die mit dunkler Farbe umgehen, und der Pferde. Sein Gedenktag ist der 22. September.

Darstellung
Bild:32119 St-Maurice - Mauritiusschrein.jpg thumb|Darstellung im Mauritiusschrein von St-Maurice Mauritius wurde von Anfang an als römischer Offizier im Kettenhemd mit Schild und Lanzenfahne dargestellt. Seit seiner frühesten Darstellung in Magdeburg ca. 1250 (siehe Abb.) wird Mauritius in der Ikonographie als „Mauretanier“, also als Mohr mit dunkler Hautfarbe dargestellt. Auch im Wappen der Stadt Coburg (Abbildung siehe dort) erscheint er als Mohr. Ferner ist er Namensgeber der dortigen Morizkirche (Coburg) Morizkirche. Im Wappen der Familien Wolffskeel und Grumbach ist er ebenfalls vorhanden und durch diese in die Wappen ihrer ehemaligen Besitzungen gelangt.

Patrozinien
Zahlreiche Kirchen und Klöster stehen unter dem Patrozinium des Hl. Mauritius. :''siehe Hauptartikel: Moritzkirche'' Mauritius gilt auch als Patron der Städte Coburg, Fröndenberg, Wiesbaden und Zwickau. Ferner ist er der Schutzpatron der Messer- und Waffenschmiede, Färber, Krämer, Hutmacher, Glasmaler, Salzsieder, Tuchweber und Wäscher. Er wird angerufen bei Ohrenleiden, Besessenheit, Gicht und kranken Kindern.

Literatur
* Rudolf Pfister: ''Kirchengeschichte der Schweiz'', Bd. 1: ''Von den Anfängen bis zum Ausgang des Mittelalters''. Zürich 1964, S. 21–43.

Weblinks
* {{BBKL|http://www.bautz.de/bbkl/m/mauritius_gefaehrten.shtml}} Kategorie:Mann Mauritius Kategorie:Römer Mauritius Kategorie:Märtyrer Mauritius Kategorie:Militärperson (Römische Kaiserzeit) Mauritius Kategorie:Heiliger (Schweiz) Mauritius {{Personendaten| NAME=Mauritius |ALTERNATIVNAMEN=St. Moritz; St. Maurice |KURZBESCHREIBUNG=Römischer Heerführer, Märtyrer und Heiliger |GEBURTSDATUM= |GEBURTSORT= |STERBEDATUM=um 290 |STERBEORT=Agaunum/Kanton Wallis Wallis }} en:Saint Maurice eo:Maŭrico es:Mauricio el Tebano fi:Pyhä Mauritius fr:Maurice d'Agaune it:San Maurizio martire la:Sanctus Mauritius pl:Święty Maurycy sk:Svätý Maurícius

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