Sonde und Fangtrichter
Bild:AV-8B Harrier.KC-10.drogue.jpg thumb|right|250px|Eine [[United States Marine Corps|USMC Hawker Siddeley Harrier AV-8B Harrier tankt an einer
McDonnell Douglas KC-10 KC-10 mit Fangtrichter.]]
Der ''Fangtrichter'', manchmal auch als ''Korb'' bezeichnet, ähnelt einem
Badminton-Ball (nur ohne Federn). An seinem schmalen Ende ist ein Ventil und ein flexibler Schlauch angebracht, der ihn mit dem Tankflugzeug verbindet. Er ist auf dem Bild rechts zu erkennen, wo der Flügel der Harrier am Rumpf anschließt. Das Empfängerflugzeug hat eine ''Sonde'', die einen steifen, manchmal zwecks besserer Aerodynamik abklappbaren, Arm an der Seite des Flugzeugs darstellt.
Der Tanker fliegt, wie gehabt, konstant geradeaus, und der Fangtrichter wird hinter und unter dem Flugzeug hergezogen. Der Trichter ist nicht steuerbar wie ein Ausleger, sondern höchstens durch Flugbewegungen des Tankers. Deshalb muss der Pilot des Empfängerflugzeugs seine Sonde direkt in den Korb hineinfliegen. An diesem Punkt wird die Sonde durch den Windzug am Korb ins Ventil gezwungen, welches sich öffnet und das Pumpen von Treibstoff erlaubt. Der Empfänger muss seine Position während des Auftankens halten und ein Auge auf den Schlauch haben, um in einer guten Position zu bleiben. Nach Abschluss des Auftankens bremst er sein Flugzeug stark genug, um die Sonde wieder aus dem Trichter zu befreien.
Einige Ausleger-tragende Tanker haben spezielle Schläuche, die an der Spitze des Auslegers angebracht werden können, um auch Sonden-bestückte Flugzeuge auftanken zu können. Andere sind sowohl mit einem Ausleger als auch mit einem oder mehreren Fangtrichter-Systemen ausgerüstet.
Es gibt auch Hubschrauber welche mit Sonden ausgestattet sind (z.B.
CH-53 MH-53,
CH-47 MH-47,
UH-60 MH-60 und
EH-101).
Strategische und taktische Implikationen
Strategischer Gebrauch und Überlegungen
Bild:refuelling.750pix.jpg thumb|right|250px|Eine [[McDonnell F-101|F-101A Voodoo (oben rechts),
Douglas B-66 (mitte hinten) und
North American F-100 F-100D Super Sabre(oben,links) tanken an einem
Boeing B-50 KB-50J Tanker. Aufgenommen in den frühen
1960er Jahren.]]
Die frühe Entwicklung der
Boeing KC-97 und
Boeing KC-135 war durch den Bedarf der
USA angeregt worden, Flotten aus strategischen Bombern der Typen
Boeing B-47 und
Boeing B-52 während des
Kalter Krieg Kalten Krieges in der Luft zu halten, um die Fähigkeit zum
Zweitschlag im Falle eines Angriffs aufrecht zu erhalten, oder den
Erstschlag gegen die
UdSSR führen zu können, wenn dies sich als notwendig erweisen sollte. Die Bomber kreisten über ihren zugewiesenen Positionen, von denen aus sie in den sowjetischen Luftraum eindringen konnten, wenn sie den Befehl dazu erhielten. Die Tanker sorgten dafür, dass die Tanks der Bomber immer gefüllt waren, um eine Staffel 24 Stunden in der Luft zu halten, sodass sie immer noch ihre Ziele in der Sowjetunion erreichen konnte. Ein Erstschlag gegen die Basen der Bomber konnte so einen Rückschlag der U.S. nicht verhindern. Ein berühmtes Beispiel für diese Betankungs-Praxis findet sich im Vorspann des Films
Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben (ein fiktionaler Film, aber die Szenen zeigen echte B-52-Betankungsmanöver)
Ein Nebenprodukt dieser Entwicklung und dem Bau großer Stückzahlen von Tankflugzeugen war die Möglichkeit, auch Transportflugzeuge,
Kampfjets und Bodenangriffs-Flugzeuge auftanken zu können und sie so zu entfernten Schauplätzen bringen zu können. Dies wurde häufig während des
Vietnamkriegs praktiziert, als viele Flugzeuge die transozeanischen Entfernungen nicht ohne Luftbetankung hätten bewältigen können, selbst mit Zwischenlandungen auf Basen in
Hawaii und
Okinawa. Zusätzlich zum Selbsttransport der Flugzeuge konnten diese natürlich auch Material, Nachschub und Soldaten nach Vietnam bringen, ohne zum Tanken landen zu müssen.
Taktischer Gebrauch und Überlegungen
Die Möglichkeit zum Tanken nach dem Start bringt denjenigen, die über Tankflugzeuge verfügen, zwei wesentliche taktische Vorteile. Offensichtlich ermöglicht es Kampfjets, Angriffsflugzeugen und Bombern, Ziele zu erreichen, die normalerweise außerhalb der Reichweite liegen, und Patrouillen-Flugzeugen, länger in der Luft zu bleiben. Es kommt hinzu, dass das maximale Abfluggewicht eines Flugzeugs generell geringer ist als das maximale Gewicht, mit dem es in der Luft bleiben kann. Dies erlaubt einem Flugzeug, nur mit einer teilweisen Treibstoffzuladung zu starten und dafür mehr Nutzlast zu tragen. Nachdem es Einsatzhöhe erreicht hat, können die Tanks von einem Tanker aufgefüllt werden, und das Flugzeug erreicht sein maximales Fluggewicht.
''Siehe auch:''
Vietnamkrieg,
Falkland-Krieg (
Operation Black Buck),
Zweiter Golfkrieg und
Kosovo-Krieg
Tankflugzeuge nach Tanksystem
Bild:IFR.jpg 250 px|thumb|F/A-18C der Schweizer Luftwaffe & Mirage 2000 der Französischen Luftwaffe werden von einem franz. Tankflugzeug betankt
Ausleger
* KB-29P
** umgebaut aus
Boeing B-29
*
Boeing KC-97
** Totalumbau aus
Boeing B-29
*
Boeing KC-135
** (kann auch Fangtrichter-Adapter benutzen)
*
McDonnell Douglas KC-10
** (hat auch einen einziehbaren Schlauch mit Fangtrichter)
Sonde und Fangtrichter
*
Airbus A310-300 MRTT Momentan in der Fertigung befindlicher Tanker für die Deutsche und die Kanadische Luftwaffe (Roll-Out der ersten Maschine war 2003)
*
Airbus A330-200 FSTA soll in den kommenden Jahren an die Britische RAF ausgeliefert werden.
*
Grumman A-6 KA-6
*
KB-29M
** umgebaut aus
Boeing B-29; frühere Versionen benutzten ein „Grappling Hose“-System, spätere ein echtes Sonde-Fangtrichter-System
*
Boeing B-50 KB-50
** ebenfalls ein Umbau aus
Boeing B-29
* HC-130 Hercules und KC-130 Hercules
** Varianten der
Lockheed C-130
*
Lockheed L-1011 TriStar Lockheed L-1011
** K1 und KC1-Varianten der
Royal Air Force und
CF Air Command Canadian Forces Air Command
*
Vickers 667 Valiant
*
Vickers VC10
*
Handley Page H.P.80 Handley Page Victor spezieller Umbau während des '''Falkland-Krieg'''es zum Auftanken der
Avro Vulcan Vulcan-Bomber, die die Startbahn von Port Stanley auf den Falkland Inseln angriffen. Siehe auch
Operation Black Buck.
Luftbewaffnung
Luftbewaffnung ist ein theoretisches Konzept zur Wiederbewaffnung von Kampfflugzeugen während des Fluges. Ein Frachtflugzeug soll mit einem speziellen Auslegersystem welches vom Heck ausgefahren wird,
Bomben und
Raketen an die Halterungen der Kampfflugzeuge hängen. Auf diese Art wären mehrere Angriffe ohne Rückkehr und Landung zur Wiederbewaffnung möglich. Die US Air Force und das israelische Unternehmen Far Technologies haben im Jahr 2003 entsprechende Überlegungen zum Patent angemeldet. Die praktische Umsetzung liegt derzeit noch in weiter Ferne. Unter anderem müssen ein Roboter-Arm für das Frachtflugzeug und neue robuste Aufhängungs-Mechanismen für das zu bewaffnende Flugzeug entwickelt werden.
Siehe auch
*
Liste von Flugzeugtypen
Weblinks
-
http://www.altusboom.com/
(englisch)
-
http://www.arsaginc.com/
(englisch)
{{commons|Aerial refueling|{{PAGENAME}}}}
Kategorie:Flugmanöver
da:Tankfly
en:Aerial refueling
es:Reabastecimiento en vuelo
fi:Ilmatankkaus
fr:Avion ravitailleur
it:Rifornimento in volo
ja:空中給油
ko:공중 급유
no:Lufttanking
pl:Tankowanie w powietrzu
pt:Reabastecimento aéreo
ru:Дозаправка в воздухе
zh:空中加油
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