W i l l k o m m e n   b e i   [ www.mauspfeil.com ]
 
 







          

 

Wörterbuch der Bedeutung
<<Zurück
Bitte wählen Sie einen Buchstaben:
A, Ä | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O, Ö | P | Q | R | S | T | U, Ü | V | W | X | Y | Z | 0-9

Suchen:

(Groß-/Kleinschreibung wird nicht unterschieden)

Shopping-Bestseller-Suche:   
 Klicken Sie hier, um zur Shopping-Mall zu gelangen

Google


Lockheed F-104

*** Shopping-Tipp: Lockheed F-104

{{Neutralität}} {| class="prettytable float-right" border="1" cellpadding="2" cellspacing="0" align="right" ! colspan="2" bgcolor="#DDDDDD" | Lockheed F-104 Starfighter |----- | colspan="2" align="center"| Bild:Lockheed_F-104_Starfighter.jpg 300px
Bild:Lockheed F-104 STARFIGHTER.png 300px |----- | colspan="2" align="center" | Einsitziger Jagdbomber |----- ! colspan="2" bgcolor="#DDDDDD" | Antrieb |----- |----- | colspan="2" align="center"| 1 General Electric GE J79-GE-11A Turbojet |----- ! colspan="2" bgcolor="#DDDDDD" | Abmessungen |----- |----- | Länge || 16,69 m |----- | Spannweite || 6,68 m |----- | Höhe || 4,09 m |----- | Flügelfläche || 18,22 m2 |----- ! colspan="2" bgcolor="#DDDDDD" | Gewichte |----- |----- | Leergewicht || 6.348 kg (F-104S: 6.760 kg) |----- | Maximales Startgewicht || 13.170 kg (F-104S: 14.060 kg) |----- ! colspan="2" bgcolor="#DDDDDD" | Leistung |----- |----- | Höchstgeschwindigkeit || 1.845 km/h (F-104S: 2330 km/h) |----- | Operative Reichweite || 1.740 km |----- | Dienstgipfelhöhe || 15.240 m |----- ! colspan="2" bgcolor="#DDDDDD" | Bewaffnung |----- |----- | Kanone || 1 x 20 mm |----- | Raketen || 2 x Luft-Luft |----- | Bomben || 1.814 kg |} Die '''Lockheed F-104''', bekannter unter dem Namen '''Starfighter''', war ein US-amerikanisches Kampfflugzeug, das ab 1954 in großer Stückzahl gebaut und in den Luftstreitkräften mehrerer NATO-Staaten eingesetzt wurde. Außer unter seinem Bezeichnungssystem für Luftfahrzeuge der US-Streitkräfte offiziellen Namen wurde der Starfighter auch unter anderem als ''Witwenmacher'', ''Fliegender Sarg'', ''Fallfighter'', ''Manned Missile'' oder ''Erdnagel'' bekannt, was auf seine hohe Unfallquote anspielte. Der Kampfflugzeug Jet war als reiner Tagjäger Tag- und Abfangjäger konzipiert, optimiert für hohe Geschwindigkeiten und Steigraten. Von der United States Air Force amerikanischen Luftwaffe, die ihn ursprünglich in Auftrag gegeben hatte, wurde er allerdings nur kurz eingesetzt, da man später größeren und vielseitigeren Typen den Vorzug gab. Im Ausland wurde er länger eingesetzt, in Italien sogar bis 2004. Dabei wurde jedoch das Einsatzprofil häufig geändert, so diente die F-104 in Deutschland zuletzt als Allwetter-Jagdbomber.

Geschichte
Im Dezember 1951 reiste Kelly Johnson, Chefingenieur der Lockheed Advanced Development Projects Unit (besser bekannt als ''Skunk Works''), nach Korea und fragte Jägerpiloten, was sie sich von einem neuen Jagdflugzeug erwarteten. Zu dieser Zeit trafen die gut ausgebildeten US-Piloten mit ihren North American F-86 auf die MiG-15; und obwohl die MiG-15 von schlechteren Piloten geflogen wurde, war das Flugzeug der größeren und komplexeren F-86 in vielen Dingen überlegen. Fast alle Piloten, mit denen Johnson sprach, wünschten sich ein kleineres und einfacheres, aber dennoch leistungsfähiges Flugzeug. Als er wieder in den Staaten war, begann Johnson mit dem Entwurf eines solchen Flugzeugs. Knapp ein Jahr später war der Prototyp (Technik) Prototyp '''Lockheed L-246''' startbereit, der dem späteren Starfighter schon sehr ähnlich sah. Der Entwurf wurde der Air Force im November 1952 präsentiert, und die Verantwortlichen dort waren interessiert genug, um eine entsprechende Ausschreibung auch an andere Hersteller zu senden. Drei zusätzliche Designs wurden evaluiert, die Republic Aviation Company Republic ''AP-55'', eine verbesserte Version des Prototyps Republic XF-91 XF-91 Thunderceptor, die North American Aviation North American '''NA-212''', aus der später die North American YF-107 YF-107 wurde, und die Northrop Corporation Northrop '''N-102''' ''Fang'', ein neues Design mit dem J79-Triebwerk. Obwohl sie alle interessant waren, lag Lockheed uneinholbar in Führung und erhielt im März 1953 einen Entwicklungsvertrag. Die Arbeit ging schnell voran, und bereits Ende Mai konnte mit dem Bau von zwei neuen Prototypen begonnen werden. Da das J79-Triebwerk noch nicht fertig war, benutzten beide Prototypen stattdessen das Wright J65. Der Erstflug eines Starfighters fand am 7. Juli 1954 statt. Die Gesamtzeit zwischen Auftragserteilung und Erstflug betrug nur etwa zwei Jahre, etwas, das es später nicht mehr geben sollte und auch vorher nur ein einziges Mal gab, nämlich bei dem Jet He 162, bei dem Ende des Zweiten Weltkriegs der Zeitraum zwischen Auftragserteilung und Erstflug nur 69 Tage betrug – denn heute benötigen neue Jets eine Entwicklungszeit von etwa 10 bis 15 Jahren.

Design
Bild:F104 Starfighter sk.jpg thumb|Starfighter in der [[Wehrtechnische Studiensammlung Koblenz|WTS Koblenz]] Image:F104Engine.JPG thumb|Triebwerk der F-104 Um die Leistung zu erreichen, die die Lockheed-Ingenieure haben wollten, benutzte der Starfighter ein radikal neues Konzept für den Flügel. Um den Luftwiderstand im Überschallbereich zu vermindern, sollte der Flügel so dünn wie möglich sein und relativ kurz. Dies reduziert die Änderungsrate des Luftflusses über den Flügel und vermindert den Wellenwiderstand, der die Schallmauer verursacht. Die meisten anderen Flugzeuge aus der Ära des Starfighters benutzten einen rückwärts gepfeilten Flügel, der selbst bei geringer Spannweite eine lange Flügelsehne ermöglichte und Platz für die Steuerelemente, Fahrwerk und interne Tanks bot. Die Lockheed-Ingenieure entschieden sich gegen einen gepfeilten Flügel und bauten stattdessen einen sehr dünnen kurzen. Der Flügel war so dünn, dass innen kein Platz für Fahrwerk oder Treibstoff war, so dass beide im hinteren Teil des Rumpfes untergebracht wurden. Die Kanten waren so scharf geschliffen, dass die erste Aufgabe des Bodenpersonals nach der Landung die Anbringung von Gummileisten an den Flügeln war, damit sich niemand verletzte. Vorteil dieser Konstruktion war ein exzellentes Steigraten/Luftwiderstand-Verhältnis unter den meisten Bedingungen – außer im Kampf, wo dieser Flügel in scharfen Wendungen sehr hohen Widerstand hervorrufen konnte. Ein weiterer Nebeneffekt des kleinen Flügels war die sehr hohe Landegeschwindigkeit, deshalb hatte das Flugzeug spezielle Klappen, die bei der Landung Luft aus den Triebwerken über den hinteren Teil des Flügels leiteten und so für mehr Auftrieb sorgten. Dieses System war zur Zeit des Starfighters populär, doch erwies es sich bei allen Typen, die es verwendeten, als schwer wartbar. Der Rumpf war sehr lang und schlank, was den Schlüssel zu hoher Leistung im Überschallbereich bildete. Da man das Fahrwerk und den Treibstoff auch noch im kleinen Rumpf unterbringen musste, hatte das Flugzeug ohne Außentanks nur eine sehr beschränkte Reichweite, und außen angebrachte Zusatztanks verminderten die ohnehin schon sehr beschränkte Möglichkeit zum Tragen von Waffen und Ausrüstung noch weiter. Im Luftkampf erwies sich die F-104 als bestenfalls unterdurchschnittlich, da ihre kleinen Flügel die Manövrierbarkeit einschränkten, und sie hatte Probleme beim Einsatz in schlechtem oder regnerischem Wetter. Das wurde vor allem während der diversen indisch-pakistanischen Konflikte deutlich, als Pakistan pakistanische ''Starfighter'' auf Indien indische MiG-21 trafen. In den sich entwickelnden Luftgefechten in niedriger Höhe machte das Flugzeug keine gute Figur – was wenig verwunderlich war, da das Entwicklungsziel doch ein Flugzeug war, welches in großer Höhe einfliegende sowjetische Bomber abfangen sollte. Dazu kam noch, dass das Flugzeug schwer zu fliegen war, was sich in der Gesamtzahl von 292 Abstürzen allein in Deutschland während der – trotz allem langen – Karriere der F-104 zeigte.

Technische Probleme
* Die erste Version sah einen Schleudersitz vor, der den Piloten nicht nach oben, sondern nach unten aus dem Flugzeug beförderte. Der Grund dafür war die Befürchtung, dass der Pilot beim Ausschuß mit dem T-Leitwerk kollidieren könnte. Damit war der Schleudersitz im Tiefflug nicht verwendbar. * Die deutsche Luftwaffe verwendete zu Beginn Schleudersitz Schleudersitze, die erst über einer bestimmten Fluggeschwindigkeit und Flughöhe auf eine sichere Weise funktionierten. Wurde der Schleudersitz ausgelöst, wenn die Geschwindigkeit oder die Höhe zu gering war, dann trugen die Piloten sehr oft tödliche Verletzungen davon. Erst in späteren Versionen wurde ein modifizierter Schleudersitz eingebaut, der bereits bei sehr geringen Geschwindigkeiten (Strömungsabriss) und sogar am Boden den Piloten unter einem vernünftigen Risiko retten konnte (so genannte Zero/Zero-Sitze). Seit der Einführung des neuen Typs sank die Zahl der tödlichen Unfälle deutlich. * Nach dem Start gibt es jeweils ein sehr kurzes Zeitfenster, in dem der Pilot das Fahrwerk einziehen muss. Tut er dies zu spät (>260 KIAS), wird es beschädigt, was zu einem Ausfall der Hydraulik führen kann. * Die Mechanik der Landeklappen wurde immer wieder beschädigt. Beim Landeanflug kam es vor, dass wegen des Defektes die eine Landeklappe nicht benutzt werden konnte, während die andere ausgefahren wurde. Dies resultierte in einem sehr schnellen, nicht mehr kontrollierbaren Schraubenflug. * Der Starfighter verfügte über angeblasene Landeklappen. Damit diese funktionierten, musste bei der Landung das Triebwerk funktionstüchtig sein. Der Starfighter konnte nach einem Triebwerksausfall nur schwer gelandet werden. * Aufgrund produktionspolitischer Entscheidungen wurden einige der Instrumente der gelieferten Flugzeuge gegen deutsche, bzw. europäische Modelle ausgetauscht. Dies führte zu einem erhöhten Startgewicht, zum anderen aber vor allem zu einer anderen Austarierung des Modelles.

Produktion
Der Starfighter wurde in zwei Hauptversionen produziert. Mit einer sechsläufigen 20 mm M61 Vulcan-Kanone diente er als taktischer Jäger, und mit zusätzlichen wärmesuchenden AIM-9 Sidewinder-Raketen als Tag/Nacht-Abfangjäger. Am 18. Mai 1958 stellte eine F-104A mit 2.530 km/h einen Geschwindigkeits-Weltrekord auf, und am 14. Dezember 1959 erreichte eine F-104C die Weltrekordhöhe von 103.395 Fuß (=31.535,5 m). Der Starfighter war das erste Flugzeug, das gleichzeitig die Rekorde für Geschwindigkeit, Höhe und Steigzeit hielt. Die United States Air Force US Air Force bestellte nur 296 Starfighter in ein- und zweisitzigen Versionen. Die F-104 war in dem Moment veraltet, als die Sowjetunion ihre Langstreckenbomber durch Interkontinentalraketen ersetzte. Bild:Lockheed F-104.jpg thumb|Niederländische F-104 Das Flugzeug schien für die NATO-Partner nützlicher zu sein, und so wurden 2.578 Stück in den USA und unter Lizenz im Rahmen eines Militärhilfe-Programms an verschiedene Länder geliefert, unter anderem nach Kanada, Westdeutschland, Italien, Norwegen, die Niederlande, Belgien, Dänemark, Griechenland, die Türkei, Spanien (das übrigens keinen einzigen ''Starfighter'' verlor), Republik China (Taiwan) Taiwan und Japan.

Starfighter-Affäre
Die Deutsche Luftwaffe (Bundeswehr) Luftwaffe hatte bei der Suche nach einem Abfangjäger prinzipiell die Wahl zwischen Lockheeds Starfighter oder der französischen Dassault Mirage III Mirage III. Auf allerhöchster Ebene und gegen den Rat praktisch aller Experten wurde vom damaligen Verteidigungsminister Franz Josef Strauß eine Entscheidung für den Starfighter als zukünftigen deutschen Abfangjäger getroffen. Zwei Testpiloten der Luftwaffe reisten in die USA, um die F-104 probezufliegen. Das Ergebnis kam einem vernichtenden Urteil gleich, dennoch wurde von Seiten des Verteidigungsministeriums unbeirrt an der F-104 festgehalten. Der Hersteller wurde in der Folge mehrfach der Bestechung beschuldigt und teilweise auch verurteilt. Die schlimmsten Mängel versuchte man auszubügeln, indem in die deutsche Version F-104G ein neues Radar, ein stärkerer Rumpf, ein stärkeres Triebwerk und eine komplett überarbeitete Navigationsausrüstung eingebaut wurden. Obwohl also von vornherein klar sein musste, dass man hier viel Geld für ein technisch unzulängliches Flugzeug ausgab, kam es schließlich zur Bestellung der nochmals verbesserten Version F-104G („G“ für „Germany“). Nachdem die ersten F-104 im Februar 1960 in Deutschland eingetroffen und ins Geschwader aufgenommen waren, stellte man als erstes fest, dass einige Cockpitinstrumente nicht funktionsfähig waren. Dies wurde reklamiert und später auch behoben. Im Juli 1962 hatte man genügend Starfighter erhalten, um das erste Geschwader bilden zu können. Aus diesem Anlass sollten in Nörvenich eine Feierstunde und ein Flugtag mit Kunstflugdarbietungen stattfinden. Drei Tage vor der geplanten Veranstaltung kamen bei einem schweren Unfall aufgrund eines Pilotenfehlers alle vier Piloten der Starfighter-Kunstflugformation ums Leben. Es war der erste tödliche Unfall mit Starfightern in Deutschland, nachdem es zuvor schon im Testbetrieb zu Triebwerksausfällen und einem Bruch des Bugfahrwerks gekommen war. Der Flugtag und die offizielle Übergabe der F-104 an die Luftwaffe wurden abgesagt. Noch bevor weitere Unfälle geschahen, ergaben sich für Verteidigungsminister Franz Josef Strauß ernsthafte Probleme aufgrund des Starfighters. Nach Enthüllungen des Der Spiegel Spiegels (''siehe auch: Spiegel-Affäre'') interessierte sich die Öffentlichkeit plötzlich dafür, unter welchen Umständen der Vertragsabschluss mit Lockheed zustande gekommen war und wieso nicht die technisch eindeutig bessere Mirage gekauft worden war. Es wurde bekannt, dass Strauß als Verfechter der atomaren Aufrüstung Deutschlands ein Flugzeug haben wollte, das Atomwaffen 'bis zum Ural' tragen konnte. Jedoch war Paris nicht zu einem deutsch-französischen atomaren Bündnis bereit. Die Amerikaner dagegen versprachen Strauß, im Ernstfall auch nukleare Sprengköpfe zur Verfügung zu stellen, taten dies auch bereits beim Vorgängermodell des Starfighters in der Bundeswehr F-84F. Ein weiterer Gegenstand der Untersuchungen in der Starfighter-Affäre war Strauß' Besuch bei Lockheed. Es war bekannt, dass Lockheed beim Export des Starfighters in andere Länder Schmiergeld gezahlt hatte. Da auch Strauß vor seinem Besuch noch die Mirage favorisierte und sich nach seiner Rückkehr für die F-104 aussprach, kam schnell der Verdacht auf, dass auch der deutsche Minister bestochen worden sei. Ein entsprechender Untersuchungsausschuss des Deutscher Bundestag Bundestags kam zu dem Schluss, dass sich eine Bestechung nicht nachweisen ließ. Der Vorwurf wurde daher fallengelassen. Allein 1965 ereigneten sich 27 Unfälle mit 17 Todesfällen, an denen F-104G beteiligt waren. Der Zusammenstoß von Hauptmann Heltzel mit einer zivilen Dornier Do 28 und die anschließende Notlandung war dabei noch der harmloseste. Hauptmann Heltzels Landung in Fliegerhorst Nörvenich Nörvenich erfuhr eine späte Würdigung: 1988 wurde er ins Guinness-Buch der Rekorde eingetragen, da er mit 435 km/h die höchste Geschwindigkeit erreicht hatte, mit der je ein Flugzeug aufgesetzt hatte. Nach weiteren, teilweise tödlichen Unfällen erhielt die gesamte F-104-Flotte der Luftwaffe im gleichen Jahr zweimal ein völliges Startverbot. Doch auch nach verschiedenen Sicherheitsmaßnahmen gelang es nicht, den Jet in einen dauerhaft flugsicheren Zustand zu bringen, zumindest nicht mit amerikanischer Technik. Am 25. August 1966 entlässt Verteidigungsminister Kai-Uwe von Hassel den Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Werner Panitzki auf eigenen Wunsch, da er in einem Interview die Beschaffung des Kampfflugzeugs als eine "rein politische Entscheidung" kritisierte. Ebenso nahm der Kommodore des Jagdgeschwaders 71, Erich "Bubi" Hartmann, seinen Hut. Grund für die häufigen Abstürze blieben weiterhin Ausfälle und Defekte in allen Bereichen des Flugzeuges. Vor allem Elektronik, Triebwerk und damit verbunden die Hydraulik sorgten für Probleme. Als Ursachen hierfür sind mehrere Faktoren zu nennen: *Personalmangel: Der Starfighter wurde innerhalb weniger Jahre bei der gesamten Luftwaffe eingeführt. Piloten wie auch Mechaniker waren daher einem enormen Umschulungsstreß ausgesetzt. Zudem war aufgrund des Wirtschaftswunders und des erst kurz zurückliegenden Krieges die Bundeswehr kein attraktiver Arbeitsplatz, weswegen rund 10.000 Mechaniker einfach fehlten. Seitens der Luftwaffe wurde teilweise sogar angeordnet spezielle Komponenten nicht mehr routinemäßig zu warten sondern erst bei festgestellten Fehler zu reparieren, da die Mechaniker regelmäßig Fehler bei der Wartung machten. *Unterschiedliche Versionen: Die einzelnen Maschinen unterschieden sich bereits ab Werk in Bezug auf Elektronik, Software und sonstige Ausrüstung. Durch die später, zur Behebung von Fehlern und Erhöhung der Flugsicherheit, durchgeführten Änderungen vergrößerten sich die Unterschiede und führten zu noch mehr Verwirrung. *Infrastruktur: Die Fliegerhorste der Luftwaffe waren zum Zeitpunkt der Auslieferung des Starfighters weitgehend noch im Bau. Es gab vielerorts nur einen großen Wartungshangar, die so genannte Werft. Die Flugzeuge standen so das ganze Jahr eigentlich im Freien und waren Wind, Wetter, Hitze und Kälte ausgesetzt, was die Elektronik stark belastete. *Falsche Bauteile: Aus Kostengründen wurden durch die europäischen Hersteller viele Bauteile anders gefertig als von Lockheed vorgesehen. Hydraulikleitungen wurden so beispielsweise nicht gebogen sondern geknickt oder geschweißt. Generell stiegen Zuverlässigkeit, Sicherheit und Einsatzbereitschaft deutlich, nachdem der Luftwaffeninspekteur Panitzki entschiedene Maßnahem zur Verbesserung des Waffensystems durchsetzte. Diese Maßnahmen griffen jedoch erst als Panitzki nicht mehr im Amt war, weswegen sein Nachfolger Luftwaffeninspekteur General Johannes Steinhoff als Bezwinger der Starfighterkrise gilt Günther Rall: Mein Flugbuch. Erinnerungen 1938-2004. NeunundzwanzigSechs, Moosburg 2004, ISBN 3-9807935-3-2. Bei seinen Piloten war die "bemannte Rakete" jedoch trotz der vielen Abstürze beliebt wie kein anderes Flugzeug: Steig- und allgemeine Flugleistungen waren atemberaubend. In der Öffentlichkeit behielt die Maschine bis zur endgültigen Ausmusterung jedoch ihren schlechten Ruf. Zu gute halten muss man der F-104 trotz der hohen Unfallquote jedoch, dass andere zeitgemäße Flugzeuge anderer Nationen ähnlich hohe Absturzzahlen hatten, z.B. die britische Lightning.

Einsatz bei der Bundeswehr
Die Bundeswehr setzte den Starfighter als Jäger in den Jagdgeschwadern 71 und 74, als Jagdbomber in den Jagdbombergeschwadern 31, 32, 33, 34 und 36, sowie als Aufklärer in den Aufklärungsgeschwadern 51 und 52 ein. Die Ausbildung erfolgte bei der USAF in den USA sowie bei der Waffenschule der Luftwaffe 10 in Nörvenich (später Jever). Die deutschen Marinefliegergeschwader 1 und 2 setzten den Starfighter ebenfalls in der Seekriegsführung ein. Er war auch das erste Flugzeug, mit dem ein „Demonstration Team“, unter dem Namen „Vikings“, gegründet wurde. Letztendlich war die F-104G mit all ihren Modifikationen ein militärisch nur eingeschränkt brauchbarer Jagdbomber: Die Reichweite war aufgrund der kleinen Treibstofftanks zu gering, wurden zusätzliche Tanks angebaut konnten nur wenige Bomben mitgeführt werden. Zusammen mit der Atombombe war die Maschine jedoch stark abschreckend. Als Abfangjäger bot die Maschine brauchbare Leistungen, der potentielle Gegner MiG-21 konnte jedoch enger kurven. Im Kaschmir-Krieg konnten so beispielsweise die indischen MiG-21 regelmäßig pakistanische F-104 abschießen, wobei hier natürlich auch der unterschiedliche Ausbildungsstand der Piloten berücksichtigt werden muss. In der Seekriegsführung war die Maschine aufgrund ihrer Navigationsanlage und der Bewaffnung aus "Kormoran" Anti-Schiff-Raketen sehr bedrohlich. Die Bundeswehr setzte von 1960 bis zur Ausmusterung am 22. Mai 1991 insgesamt 916 Starfighter ein; davon gingen knapp ein Drittel, nämlich 292 Maschinen, durch Unfälle verloren. Unter der Bevölkerung Deutschlands wurde der Starfighter wegen seiner Unfallgefährdung, auch wegen der 2.000 technischen Änderungen, als '''Fallfighter''', '''Erdnagel''' und '''Witwenmacher''' bezeichnet. Bis 1991 fanden 116 deutsche Piloten den Tod. Unter anderem starb auch der Marineflieger Oberleutnant zur See Joachim von Hassel, ein Sohn des Verteidigungsministers Kai-Uwe von Hassel, bei einem Starfighter-Absturz. Fürsprecher des Starfighters betonen, dass die F-104 besonders in ihren letzten Jahren bei der Luftwaffe durchaus beliebt gewesen sei. Viele Piloten seien enttäuscht gewesen, als ihre Geschwader auf die F-4 Phantom II oder die Panavia Tornado umgerüstet wurden. Der britische Musiker Robert Calvert veröffentlichte eine LP unter den Namen ''Captain Lockheed And The Starfighters'' (1974), auf der er sich ausgiebig mit den Thema beschäftigte. Die deutsche Elektroband Welle:Erdball hat in ihrem Song „Starfighter F-104G“ dem Tod Joachim von Hassels ein Denkmal gesetzt.

Versionen
Bild:F104F-1.jpg thumb|250px|F-104F der Bundesluftwaffe Bild:RF104G-1.jpg thumb|250px|Geplante aber nicht realisierte Weiterentwicklung der RF-104G der Bundesluftwaffe, hier mit Kamerabehälter unter dem Rumpf und verlängerter Nase für größeres Radar. Die normale RF-104G führte die Kameras im Schacht der Maschinenkanone mit. * '''YF-104A''' – Prototypen und Vorserie * '''F-104A''' – Erste Produktionsversion * '''NF-104A''' – Eine raketengetriebene Version für das Astronauten-Training in Höhen über 120.000 Fuß. * '''QF-104A''' – Wurde als ferngesteuertes Testflugzeug benutzt * '''F-104B''' – Trainer * '''F-104C''' – Version für taktische Luftschläge * '''F-104D''' – Trainer * '''F-104DJ''' – Japanische Version * '''F-104F''' – Deutscher Trainer * '''F-104G''' – Version für Deutschland und verbesserte Produktionsversion * '''RF-104G''' – Aufklärer-Version * '''TF-104G''' – Trainer * '''F-104J''' – Lizenzbau von Mitsubishi * '''F-104N''' – NASA-Version * '''F-104S''' – 4º Stormo#Die Starfighter-Ära Italienische Version * '''F-104S-ASA''' – Verbesserte italienische Version * '''CF-104''' – Kanadische Version, Lizenzbau von Bombardier Aerospace Canadair * '''CF-104D''' – Trainer

Siehe auch
* Liste von Flugzeugtypen

Literatur
*Siegfried Wache: ''Lockheed F-104G Starfighter'' F-40 Flugzeuge der Bundeswehr, BMVD Verlag

Weblinks
{{commons|F-104 Starfighter|Lockheed F-104}}
- Die F-104 Story

Quellen
{{Vorlage:Navigationsleiste Lockheed Martin|Dassault Mirage#Mirage III Mirage III}} Kategorie:Militärischer Flugzeugtyp Kategorie:Politische Affäre Kategorie:Luftfahrzeuge der Bundeswehr af:F-104 Starfighter cs:F-104 Starfighter da:F-104 Starfighter en:F-104 Starfighter es:Lockheed F-104 Starfighter fi:F-104 Starfighter fr:Lockheed F-104 Starfighter hu:F–104 Starfighter id:F-104 Starfighter it:Lockheed F-104 Starfighter ja:F-104 (戦闘機) ms:F-104 Starfighter nl:Lockheed F-104 Starfighter no:Lockheed F-104 Starfighter pl:Lockheed F-104 Starfighter ru:Lockheed F-104 Starfighter th:เอฟ-104 สตาร์ไฟเตอร์ tr:F-104 zh:F-104星�戰鬥機

*** Shopping-Tipp: Lockheed F-104




[Der Artikel zu Lockheed F-104 stammt aus dem Nachschlagewerk Wikipedia, der freien Enzyklopädie. Dort findet sich neben einer Übersicht der Autoren die Möglichkeit, den Original-Text des Artikels Lockheed F-104 zu editieren.
Die Texte von Wikipedia und dieser Seite stehen unter der GNU Free Documentation License.]

<<Zurück | Zur Startseite | Impressum | Zum Beginn dieser Seite