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Literatur
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Epoche (Literatur) Epochen – Gattung (Poesie/Literatur) Gattungen
Textinterpretation
Literarizität Literarische Qualität
Literaturtheorie – Philologien
Literaturwissenschaft
|}
'''Literatur''' war bis in das 18. Jahrhundert das Fachwort für Gelehrsamkeit, neueste wissenschaftliche Publikationen, in seltenerer Nebenbedeutung auch für Schriften der griechischen und lateinischen Antike.
Das Wort bezeichnet heute, nachdem Literaturzeitschriften und ihnen folgend Literaturgeschichten im 18. und 19. Jahrhundert erfolgreich neue Diskussionsangebote in diese Richtung machten, im weitesten Sinn die sprachlich fixierte Überlieferung:
* zu ordnen nach den „Literaturen“ der einzelnen Nationen, Regionen und Sprachen,
* genauer zu untersuchen in den zentralen Gattung (Poesie/Literatur) literarischen Gattungen,
* zu verstehen in einem historischen Prozess, der Kultur#Entstehung_der_Kultur Kultur- und Literaturgeschichte.
* nach dem Adressaten: Kinder- und Jugendliteratur, Frauenliteratur etc.
In der neuen Ausgestaltung übernahm die Literatur im 19. Jahrhundert in den Nationen den Rang, den zuvor die Religion als Debatten- und Bildungsgegenstand inne hatte. Ihr Kanon (Literatur) Kanon wird im wesentlichen im Gebrauch festgelegt, zu dem sie sich eignen muss: Die Würdigung ihrer „Kunst künstlerischen“ Qualität und die Textinterpretation Interpretation ihrer Fiktionen stehen seit dem 19. Jahrhundert im Zentrum der Beschäftigung mit Literatur.
Etymologie
Das Wort Literatur ist eine spätere Ableitung des Lateinische Sprache lateinischen ''littera'', der „Buchstabe“. Der Plural ''litterae'' hatte dabei die eigenen Bedeutungen „Geschriebenes“, „Dokumente“, „Briefe“, „Gelehrsamkeit“, „Wissenschaft(en)“. Im Französische Sprache Französischen und Englische Sprache Englischen blieb in ''lettres'' und ''letters'' die besondere Wortbedeutung „Wissenschaften“ erhalten.
siehe auch Literalität und Literarizität.
In den Bereich der verwandten Worte gehört die Wortfügung ''belles lettres'', französisch für „schöne Wissenschaften“ – im 18. Jahrhundert das Wort für die gesamte modische Buchproduktion gehobenen Geschmacks. Aus ''belles lettres'' und ''schöne Wissenschaften'' ging im 19. Jahrhundert im Deutschen „schöne Literatur“ hervor mit dem Bezug auf Romane, Gedichte, Dramen als das im Zentrum der Betrachtung stehende Feld. Man spricht heute noch immer von „schöner Literatur“, wenn man diese Bedeutungseinengung kenntlich machen will. Ansonsten steht heute das Wort „Literatur“ in der Regel von sich aus für das engere Feld der schönen Literatur. Aus dem Wort ''belles lettres'' ging im Buchhandel das Wort ''Belletristik'' hervor als Begriff für den internationalen Markt der Bücher, die ein breiteres Publikum mit unterhaltender (Neben-)absicht ansprechen. Unter den genannten Worten wurde das Wort ''Literatur'' zum Wort für das gesellschaftsweit diskutierte Feld der wichtigen sprachlichen Produktion mit dem Nebeneffekt, dass seine Bedeutung sich heute so schwer eingrenzen lässt wie die Literaturdiskussion, die ihre Gegenstände auf der Suche nach auszulösenden Debatten in verschiedensten Definitionen des Wortes selbst festlegt.
Begriffs- und Gegenstandsgeschichte
Der Prozess, in dem im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert Dramatik Dramen, Romane und Gedichte zu „Literatur“ gemacht wurden (sie hingen vorher unter keinem Wort zusammen), muss unter unterschiedlichen Perspektiven gesehen werden. Ganz verschiedene Interessen waren daran beteiligt, die „Literatur“ zum breiten Debattenfeld zu machen.
Auf eine einprägsame Formel gebracht engten die Teilnehmer der Literaturdebatte ihre Diskussion ein und weiteten ihre Debatte damit aus: Seit Jahrhunderten hatten sie erfolgreich wissenschaftliche Schriften als „Literatur“ diskutiert – Poesie und Fiktionen interessierten sie dabei vor 1750 nur am Rande. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts rückten sie ausgewählte Felder des populären Randgebiets in das Zentrum ihrer Rezensionen mit dem Effekt, dass ihre eigene Diskussion sich nun mit den freier besprechbaren Gegenständen ausweitete. Die Gründung der universitär verankerten Literaturwissenschaft festigte im 19. Jahrhundert den Prozess dieser Einengung des Debattenfeldes (auf Dramen Romane und Gedichte) sowie die Ausdehnung der Diskussion selbst (vor allem auf die staatlichen Schulen und die öffentlichen Medien).
18. Jahrhundert: Die Literaturkritik wendet sich „schöner Literatur“ zu
[[Bild:memoirs_of_literature_1712.jpg|thumb|250px|Literature = Learning, Gelehrsamkeit.
Titelblatt der ''Memoirs of Literature'' (1712).]]
Das Wort „Literatur“ gilt heute zwar nicht mehr dem selben Gegenstand wie vor 1750, es blieb jedoch kontinuierlich das Wort des Sekundärliteratur sekundären Austauschs über Literatur. Es findet sich auf Titelblatt Titelseiten von Literaturzeitschriften, in den Bezeichnungen von Lehrstühlen und universitären Seminaren der Literaturwissenschaft, in den Titeln von Literaturgeschichten, in Wortfügungen wie „Literaturpapst“, „Literaturkritiker“, „Literaturhaus“, „Literaturpreis“. Das Wort „Literatur“ ist dabei (anders als Worte wie „Hammer“, die keine Debattengegenstände bezeichnen) vor allem ein Wort des Streits und der Frage: „Was soll eigentlich als Literatur Anerkennung finden?“ Es gibt eine Literaturdiskussion, und sie legt auf der Suche nach neuen Themen, neuer Literatur und neuen Literaturdefinitionen fortwährend neu fest, was gerade für „Literatur“ erachtet wird. Sie tat dies in den letzten 300 Jahren mit solchem Wandel ihres Interesses, dass man für das Wort „Literatur“ eben durchaus keine stabile inhaltliche Definition geben kann.
Das große Thema des Austauschs über Literatur waren bis weit ins 18. Jahrhundert hinein die Wissenschaften. In der Praxis des Besprechungswesens reduzierte sich der Blick der Literaturrezensenten dabei auf neueste Publikationen, auf Schriften – ein Austausch, der zunehmend Leser außerhalb der Wissenschaften ansprach: Wissenschaftliche Journale erschienen in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts mit spannenden Themen in den Niederlanden auf Französisch. Englische kamen hinzu, deutsche boomten zwischen 1700 und 1730 im Geschäft, das die Universitäten Leipzigs, Halles und Jenas bestimmten. Der Reiz der wissenschaftlichen Journale war ihre Diskussionsfreudigkeit, ihre Offenheit für politische Themen, die Präsenz, die hier einzelne Literaturkritiker mit eigenen sehr persönlich geführten Journalen (im deutschen etwa den ''Gundlingiana'' Nikolaus Hieronymus Gundlings) entwickelten.
Zwischen 1730 und 1770 wandten sich deutsche Literaturzeitschrift literarische Journale bahnbrechend der nationalen Dichtung zu – im territorial und konfessionell zersplitterten Sprachraum war die Poesie der Nation ein Thema, das sich überregional und mit größten Freiheiten behandeln ließ. Die Gelehrsamkeit (die „res publica literaria“) gewann mit Rezensionen der „belles lettres“, der „Schöne Wissenschaften schönen Wissenschaften“, der „Schöne Literatur schönen Literatur“ (so die Dachbegriffe, die man wählte, um diese Werke ungeniert in wissenschaftlichen Zeitschriften anzusprechen zu können), ein wachsendes Publikum. Aus dem modischen Ausnahmefall des Rezensionswesens wurde im Verlauf des 18. Jahrhunderts der Regelfall.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts musste im Deutschen das Wort „Literatur“ neu definiert werden. „Literatur“ war (hielt man sich vor Augen, was da besprochen wurde), definitiv nicht der Wissenschaftsbetrieb, sondern eine textliche Produktion mit zentralen Feldern in der künstlerischen Produktion. „Literatur“ wurde in der neuen Definition:
* im „weiten Sinn“ der Bereich aller sprachlichen und schriftlichen Überlieferung (sie umfasst mündlich tradierte Epen ebenso wie gedruckte Noten) (siehe Mündliche Überlieferung, Literalität),
* im „engen Sinn“ der Bereich sprachlicher Kunstwerke.
Nach der neuen Definition war davon auszugehen, dass sich die Literatur in nationalen Traditionssträngen entwickelte: Wenn sie im Kern sprachliche Überlieferung war, dann mussten die Sprachen und die politisch definierten Sprachräume den einzelnen Überlieferungen Grenzen setzen – Grenzen, über die nur ein Kulturaustausch hinweghelfen kann. Ein Sprechen von „Literaturen“ im Plural entfaltete sich. Für die Nationalliteraturen wurden die nationalen Philologien zuständig. Eine eigene Wissenschaft der Komparatistik untersucht die Literaturen heute in Vergleichen.
Die Definition von Literatur als „Gesamt der sprachlichen und schriftlichen Überlieferung“ erlaubt es den verschiedenen Wissenschaften, weiterhin in „Literaturverzeichnissen“ ihre eigenen Arbeiten als „Literatur“ zu listen (Fachliteratur). Die Definition im „engen Sinn“ ist dagegen gezielt ''arbiträr'' und ''zirkulär'' angelegt. Es blieb und bleibt darüber zu streiten, welche Werke als „künstlerische“ Leistungen anzuerkennen sind.
Dramen, Romane und Poesie werden im 18. Jahrhundert zum Diskussionsfeld
Das, was Literatur werden sollte, hatte vor 1750 weder einen eigenen Oberbegriff noch größere Marktbedeutung. Poesie und Romane mussten erst unter eine einheitliche Diskussion gebracht werden, wobei gleichzeitig große Bereiche der Poesie- wie der Romanproduktion aus der Literaturdiskussion herausgehalten werden mussten, wenn diese ihr kritisches Gewicht bewahren wollte.
Der Prozess, in dem ausgewählte Dramen, Romane und Gedichte „Literatur“ wurden, fand dabei in einem größeren statt: Seit dem 17. Jahrhundert gab es auf dem Buchmarkt die „belles lettres“ (englisch vor 1750 oft mit „polite literature“ übersetzt, deutsch mit „galante Wissenschaften“ und ab 1750 „schöne Wissenschaften“). Dieses Feld besteht heute im Deutschen mit der Belletristik fort.
= Die „belles lettres“ werden zum Sonderfeld der Literaturdiskussion
=
Die „belles lettres“ waren im 17. Jahrhundert unter den „lettres“, den Wissenschaften, für das Besprechungswesen ein unterhaltsamer Randbereich. Sie erwiesen sich im Lauf des 18. Jahrhunderts als popularisierbares Besprechungsfeld. Ihnen fehlten jedoch entscheidende Voraussetzungen, um staatlichen Schutz erlangen zu können: Die „belles lettres“ waren und sind international und modisch (man kann von „nationalen Literaturen“ sprechen, nicht aber von „nationalen Belletristiken“), sie umfassten Memoires, Reiseberichte, politischen Klatsch, elegante Skandalpublikationen genauso wie Klassiker der antiken Dichter in neuen Übersetzungen (ihnen fehlt mit anderen Worten jede Ausrichtung auf eine Qualitätsdiskussion; man liest die mit Geschmack, es gibt „Literaturkritiker“, aber keine „Belletristikkritiker“). Die Belletristik war und ist vor allem aktuell und das selbst in ihren Klassikern (es gibt keine „Belletristikgeschichte“, wohl aber „Literaturgeschichte“) – das sind die wesentlichen Unterschiede zwischen Belletristik und Literatur, die aufzeigen, wie die Belletristik umgeformt werden musste, um die Literatur im heutigen Sinn zu schaffen.
Staatliches Interesse – Achtung, mit der sie zum Unterrichtsgegenstand werden konnte – gewann die Belletristik durch die Einrichtung einer nationalen Debatte, in der es um hohe Kunst der nationalen Dichter ging. Romane, Dramen und Gedichte wurden in der Einrichtung dieser Diskussion zum zentralen Feld der „belles lettres“, zu „schöner Literatur“, dem Kernbereich der literarischen Produktion.
= Das kritische Besprechungswesen entskandalisierte die Belletristik
=
Bild:Eng-tit-1600-1799-b.gif Karl I. (England) thumb|350px|Die englische Buchproduktion 1600–1800, Titelzählung nach dem English Short Title Catalogue. Die Statistik zeigt deutlich – eine Besonderheit des englischen Marktes – das Aufkommen der aktuellen politischen Berichterstattung mit der [[Karl I. (England)|Revolution 1641/42. Die Höhepunkte der Presseaktivität liegen vor 1730 jeweils in politisch turbulenten Jahren. Als Phasen zeichnen sich die Englischer Bürgerkrieg Bürgerkriegszeit mit abfallender Produktion, die Zeit der Englisch-Niederländische Seekriege Kriege gegen die Niederlande (1670er) und der Europamode 1689-1721 Großen Allianz (1689–1712) ab. Mitte des 18. Jahrhunderts setzt ein neues Wachstum ein mit bald exponentieller Kurve, hinter dem entscheidend der Aufstieg der Belletristik steht..html" title="Revolution 1641/42.html" title="thumb|350px|Die englische Buchproduktion 1600–1800, Titelzählung nach dem English Short Title Catalogue. Die Statistik zeigt deutlich – eine Besonderheit des englischen Marktes – das Aufkommen der aktuellen politischen Berichterstattung mit der [[Karl I. (England)|Revolution 1641/42">thumb|350px|Die englische Buchproduktion 1600–1800, Titelzählung nach dem English Short Title Catalogue. Die Statistik zeigt deutlich – eine Besonderheit des englischen Marktes – das Aufkommen der aktuellen politischen Berichterstattung mit der [[Karl I. (England)|Revolution 1641/42. Die Höhepunkte der Presseaktivität liegen vor 1730 jeweils in politisch turbulenten Jahren. Als Phasen zeichnen sich die Englischer Bürgerkrieg Bürgerkriegszeit mit abfallender Produktion, die Zeit der Englisch-Niederländische Seekriege Kriege gegen die Niederlande (1670er) und der Europamode 1689-1721 Großen Allianz (1689–1712) ab. Mitte des 18. Jahrhunderts setzt ein neues Wachstum ein mit bald exponentieller Kurve, hinter dem entscheidend der Aufstieg der Belletristik steht.">Revolution 1641/42.html" title="thumb|350px|Die englische Buchproduktion 1600–1800, Titelzählung nach dem English Short Title Catalogue. Die Statistik zeigt deutlich – eine Besonderheit des englischen Marktes – das Aufkommen der aktuellen politischen Berichterstattung mit der [[Karl I. (England)|Revolution 1641/42">thumb|350px|Die englische Buchproduktion 1600–1800, Titelzählung nach dem English Short Title Catalogue. Die Statistik zeigt deutlich – eine Besonderheit des englischen Marktes – das Aufkommen der aktuellen politischen Berichterstattung mit der [[Karl I. (England)|Revolution 1641/42. Die Höhepunkte der Presseaktivität liegen vor 1730 jeweils in politisch turbulenten Jahren. Als Phasen zeichnen sich die Englischer Bürgerkrieg Bürgerkriegszeit mit abfallender Produktion, die Zeit der Englisch-Niederländische Seekriege Kriege gegen die Niederlande (1670er) und der Europamode 1689-1721 Großen Allianz (1689–1712) ab. Mitte des 18. Jahrhunderts setzt ein neues Wachstum ein mit bald exponentieller Kurve, hinter dem entscheidend der Aufstieg der Belletristik steht.
Der Bereich der „belles lettres“ war vor 1750 klein, aber virulent. Unter 1500–3000 Titeln der jährlichen Gesamtproduktion, die um 1700 in den einzelnen großen Sprachen Französisch, Englisch und Deutsch auf den Markt kam, machten die „belles lettres“ pro Jahr 200–500 Titel aus; 20-50 Romane waren etwa dabei. Der Großteil der Buchproduktion entfiel auf die Bereiche wissenschaftliche Literatur und religiöse Textproduktion von Gebetbuch Gebetbüchern bis hoch zu theologischer Fachwissenschaft, sowie, wachsend: auf die politische Auseinandersetzung. Zu den Marktentwicklungen eingehender das Stichwort Buchangebot (Geschichte).
= Auf dem Weg zur diskutablen Poesie wird die Oper ausgeschaltet
=
Die Literaturkritik, die Kritik der Wissenschaften, ließ sich zwischen 1730 und 1770 gezielt auf die skandalösesten Bereiche des kleinen belletristischen Marktes ein. Dort, wo es die skandalöse Oper und den ebenso skandalösen Roman gab, musste (so die Forderung der Kritiker) in nationalem Interesse Besseres entstehen. Mit größtem Einfluss agierte hier die deutsche Gelehrsamkeit. Die Tragödie in Versen wurde das erste Projekt des neuen, sich der Poesie zuwendenden wissenschaftlichen Rezensionswesens. Frankreich und England hätten eine solche Tragödie zum Ruhm der eigenen Nation, führte Johann Christoph Gottsched in seiner Vorrede zum ''Sterbenden Cato'', 1731 aus, die den Ruf nach jener neuen deutschen Poesie begründete, aus der am Ende die neue hohe deutsche Nationalliteratur wurde. Die Attacke richtete sich (auch wenn Gottsched das nur in Nebensätzen klarstellte, und ansonsten das Theater der Wandertruppen angriff) gegen die Oper, die in der Poesie den Ton angab. Die Oper mochte Musik sein. Die neue, der Oper ferne Tragödie würde, so versprach es Gottsched, auf Aufmerksamkeit (und damit Werbung) des kritischen Rezensionswesens hoffen können, falls sie sich an die poetischen Regeln hielt, die Aristoteles formuliert hatte.
= Der Roman wird dagegen Teil der Poesie
=
Die Rückkehr zur aristotelischen Poetik blieb ein Desiderat der „Gottschedianer“. Mit dem Bürgerliches Trauerspiel bürgerlichen Trauerspiel gewann Mitte des 18. Jahrhunderts ein ganz anderes Drama – eines in Prosa, das bürgerliche Helden tragödienfähig machte – die Aufmerksamkeit der Literaturkritik. Der Roman, der mit Samuel Richardsons ''Pamela or Virtue Rewarded'' (1740) dem neuen Drama die wichtigsten Vorgaben gemacht hatte, fand im selben Moment das Interesse der Literaturrezension. War der Roman bis dahin eher Teil der dubiosen Historien als Poesie, so wurde nun die Poesiedefinition für den Roman geöffnet, so wie sie gegenüber der Oper, dem Ballett, der Kantate und dem Oratorium verschlossen wurde.
Der neue Poesiebegriff gab dem Fiktionalen und seiner diskutierbaren Bedeutung größeren Raum als Regeln und Konventionen. Die Diskutierbarkeit von Poesie nahm damit zu. Sie steigerte sich weiter damit, dass das Besprechungswesen zum nationalen Wettstreit der Dichter aufrief.
= Die Diskussion „hoher Literatur“ und die Entskandalisierung der Öffentlichkeit
=
Die poetischen Werke, die mit den 1730ern geschaffen wurden, um von der Literaturkritik besprochen zu werden, verdrängten nicht die bestehende belletristische Produktion. Der gesamte Markt der Belletristik wuchs in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts zum Massenmarkt. Die neue, auf die Besprechung zielende Produktion versetzte jedoch die öffentliche Literaturkritik in die Lage, nach Belieben bestimmen zu können, was öffentlicher Beachtung wert sein sollte und was nicht. Das Besprechungswesen sorgte mit seiner Entscheidungsgewalt über das Medienecho für eine Ausdifferenzierung des belletristischen Sektors und für eine Entskandalisierung der Öffentlichkeit:
* „Hoch“, der Besprechung würdig, stand die „wahre“, die „schöne Literatur“ – „Höhenkammliteratur“ so ein späteres deutsches Wort (die Marktdifferenzierung fiel am härtesten in Deutschland aus, wo der Prozess früh einsetzte, hier gibt es darum auch die klareren Begriffe).
* Als „niedrig“ wurde die sich kommerziell verkaufende, undiskutierte belletristische Produktion eingestuft – „Trivialliteratur“ das deutsche abwertende Wort.
Für die öffentliche Auseinandersetzung bedeutete die neue Differenzierung eine Wohltat. Im frühen 18. Jahrhundert hatte man Romane, die hochrangigen Politikern Sexskandale andichteten, in wissenschaftlichen Journalen besprochen, falls die politische Bedeutung das erforderte. Man hatte die Informationen schlicht als „curieus“ gehandelt (siehe etwa die [http://www.pierre-marteau.com/editions/1712-atalantis.html Rezension der ''Atalantis'' Delarivier Manleys in den ''Deutschen Acta Eruditorum'' von 1713]). Kein Gespür für die Niedrigkeit der Debatte bestand da – man ging vielmehr davon aus, dass sich solche Informationen nicht anders verbreiten ließen, als in skandalösen Romanen. Mitte des 18. Jahrhunderts – die neue Mode der Empfindsamkeit kam in diesem Geschehen auf – konnte man das „Niedere“ zwar nicht vom Buchmarkt verbannen, aber eben aus der Diskussion nehmen. Es mochte einen skandalösen Journalismus beschäftigen, der eines Tages eine eigene Boulevardjournalismus Boulevardpresse entwickelte, nicht aber die gehobenen Debatten der Literatur.
= Die Literaturgeschichte wird mit der Wende ins 19. Jahrhundert geschaffen
=
Die Literaturdebatte entwickelte auf dem Weg der von ihr angestrebten Marktreform eine besondere Suche nach Verantwortung für die Gesellschaft – und für die Kunst. Sie fragte nach den Autoren dort, wo der Markt bislang weitgehend unbeachtet und anonym florierte. Sie löste Pseudonyme auf und nannte die Autoren gezielt bei ihren bürgerlichen Namen (das war im 17. und 18. Jahrhundert durchaus unüblich, man sprach vor 1750 von „Menantes“ nicht von „Christian Friedrich Hunold“). Die neue Literaturwissenschaft diskutierte, welche Stellung die Autoren in der Nationalliteratur gewannen und legte damit das höhere Ziel der Verantwortung fest. Sie schuf schließlich besondere Fachdiskussionen wie die Psychologie psychologische Interpretation, um selbst das noch zu erfassen, was die Autoren nur unbewusst in ihre Texte gebracht hatten, doch eben nicht weniger in der literaturwissenschaftlichen Perspektive verantworteten. Rechtliche Regelungen des Autorstatus und des Urheberrecht Urheberschutzes gaben demselben Prozess ein zweite Seite.
Geschichten der deutschen Literatur offenbaren die Einschnitte des hier knapp skizzierten Geschehens, sobald man die besprochenen Werke auf der Zeitachse verteilt: Mit den 1730er beginnt eine kontinuierliche und wachsende Produktion „deutscher Dichtung“. Die Diskussionen, die seit 1730 geführt wurden, schlagen sich in Wellen von Werken nieder, die in diesen Diskussionen eine Rolle spielten. Vor 1730 liegt dagegen eine Lücke von 40 Jahren – die Lücke des (am Ende von einer Europamode 1689-1721 Europamode vorangebrachten) belletristischen Marktes, dem die Gründungsväter der heutigen nationalen Literaturdiskussion als „niedrigem“ und unwürdigen ihre Betrachtungen verweigerten. Mit dem „Mittelalter“, der „Renaissance“ und dem „Barockliteratur Barock“ schuf die Literaturgeschichte Literaturgeschichtsschreibung des 18. und 19. Jahrhunderts für die Vergangenheit nationale Großepochen, die der Literatur, wie sie heute erscheint, eine (lückenhafte, nachträglich produzierte) Entwicklung geben.
Bild:Frenzel.gif thumb|center|887px|Frenzels ''Daten deutscher Dichtung'', die wohl populärste deutsche Literaturgeschichte, auf die Chronologie der von ihr gelisteten Werke hin befragt (y-Achse = besprochene Werke pro Jahr). Deutlich zeichnet sich mit dem Jahr 1730 das Aufkommen der für die Literaturbesprechung verfassten poetischen und fiktionalen Literatur ab. Debatte um Debatte schlägt sie sich mit einer neuen Epoche nieder. Vor 1730 bleibt die Vergangenheit, mit der die deutsche Literatur seit den 1730ern ausgestattet wurde, bruchstückhaft.
Seit dem 19. Jahrhundert: Literatur im kulturellen Leben der Nation
Der Streit in der Frage „Was ist Literatur?“, der mit dem 19. Jahrhundert aufkam, und der nach wie vor die Literaturwissenschaft beschäftigt, ist kein Beweis dafür, dass die Literaturwissenschaft nicht einmal dies zuwege brachte: ihren Forschungsgegenstand klar zu definieren. Die Literaturwissenschaft wurde selbst die Anbieterin dieses Streits. Darüber, was Literatur sein soll und wie man sie adäquat betrachtet, muss tatsächlich gesellschaftsweit gestritten werden, wenn Literatur – Dramen, Romane und Gedichte – im Schulunterricht, in universitären Seminaren, im öffentlichen Kulturleben als Leistung der Nation gewürdigt wird. Jede Interessengruppe, die hier nicht eigene Perspektiven und besondere Diskussionen einklagt, verabschiedet sich aus einer der wichtigsten Debatten der modernen Gesellschaft.
Nach dem Vorbild der Literatur (als dem sprachlich fixierten nationalen Diskursgegenstand) wurden mit der Wende ins 19. Jahrhundert die internationaler verfassten Felder der bildenden Kunst und der ernsten Musik definiert – Felder, die zu parallelen Marktdifferenzierungen führten: Auch hier entstanden „hohe“ gegenüber „niedrigen“ Gefilden: Die hohen sollten überall dort liegen, wo gesellschaftsweite Beachtung mit Recht eingefordert wird. Der Kitsch und die Unterhaltungsmusik konnten im selben Moment als aller Beachtung unwürdige Produktionen abgetan werden. Die Literaturdebatte muss von allen Gruppen der Gesellschaft als Teil der größeren Debatte über die Kultur und die Kunst der Nation aufmerksam beobachtet werden: Sie nimmt mehr als andere Debatten Themen der Gesellschaft auf und sie gibt Themen an benachbarte Diskussionen weiter.
Dass sie zum Streit Anlass gibt, ist das Erfolgsgeheimnis der Literaturdefinition des 19. Jahrhunderts: Literatur sollen die Sprachwerke sein, die die Menschheit besonders beschäftigen – das ist zirkulär und arbiträr definiert. Es liegt im selben Moment in der Hand aller, die über Literatur sprechen, festzulegen, was Literatur ist.
= Der literarische Kanon verdrängt den religiösen
=
Ordnung und Fixierung gewann die Literaturdebatte nicht mit der Begriffsdefinition „Literatur“, an der sich der Streit entzündet, sondern mit den Traditionen ihres eigenen Austauschs. Was als Literatur betrachtet werden will, muss sich für einen bestimmten Umgang mit literarischen Werken eignen. Die Literatur entwickelte sich im 19. Jahrhundert zur weltlichen Alternative gegenüber den Texten der Religion, die bislang die großen Debatten der Gesellschaft einforderten. Die Literaturwissenschaft drang mit ihrem Debattengegenstand – Dramen, Romane und Gedichte – in die Lücke, die die Theologie mit der Säkularisation zu Beginn des 19. Jahrhunderts ließ. Dabei bewährten sich bestimmte Gattungen, die „literarischen“, besser als andere –
* Literatur musste, wollte sie Funktionen religiöser Texte übernehmen, öffentlich inszenierbar sein – das Dramatik Drama war dies,
* Literatur musste intim rezipierbar sein – insbesondere die Lyrik gewann hier Rang als Gegenstand subjektiven Erlebens,
* Literatur – weltliche Fiktionen und Poesie – musste tiefere Bedeutung tragen können, wollte sie einen sekundären Diskurs rechtfertigen; dass sie das konnte, zeichnete sich seit 1670 ab (seit dem Pierre Daniel Huet mit seinem ''Traitté de l’origine des romans Tractat über den Ursprung der Romane'' als Theologe darauf verwiesen hatte, dass man weltliche Fiktionen und damit den Roman mitsamt der Poesie ganz wie theologische Gleichnisse „Textinterpretation interpretieren“ könnte; Huets Vorschlag blieb bis in die 1770er suspekt als fragwürdige Aufwertung von weltlichen Fiktionen),
* Literatur musste einen Streit über ihre Rolle in der Gesellschaft zulassen – das tat sie, nachdem man Dramen, Romanen und Gedichten schon lange zugestand, dass sie Sitten gefährdeten (oder verbesserten),
* Literatur musste sich im Bildungssystem mit ähnlicher Hierarchie des Expertentums behandeln lassen wie Texte der Religion zuvor, wollte sie nicht ganz schnell beliebig zerredet werden – tatsächlich kann das Bildungssystem jedem Kind abverlangen, eine eigene Beziehung zur Literatur seiner Nation zu entwickeln; gleichzeitig bleibt enorme Expertise notwendig, um Literatur „fachgerecht“ zu analysieren und zu Textinterpretation interpretieren, Fachexpertise, die an universitären Seminaren so exklusiv verteilt wird wie in theologischen Seminaren zuvor.
= Siegeszug der pluralistischen Diskussion
=
Bild:Literarische Kommunikation.gif thumb|450px|Modell literarischer Kommunikation. '''1''' Im Schulunterricht erhält das (zukünftige) Publikum einen ersten Eindruck davon, was Literatur ist. '''2''' Zukünftige Autoren werden im selben Unterricht in die Literaturdiskussion eingeführt. '''3''' In den Medien verfolgt das Publikum die öffentliche Literaturkritik, es gibt tonangebenden Kritikern den Rang von Literaturpäpsten, kauft Bücher, die besprochen werden, setzt Diskussionen fort, die es im Feuilleton liest. '''4''' Die Verlage werben für die Literatur in Katalogen, Buchhandlungen und über die Medien. '''5''' Autoren kommunizieren mit dem Publikum in ihren Büchern, bei Dichterlesungen, in öffentlichen Auftritten in den Medien. '''6''' Verlage kommunizieren mit den Autoren, sie fördern und bezahlen sie, sie geben ihnen Rückhalt in den Medien und im Buchhandel, organisieren Buchmessen und finanzieren Literaturhäuser in den Städten, um Plattformen für ihre Autoren zu gewinnen. '''7''' Selbst an den Medien beteiligt, versorgen die Verlage die Literaturrezensenten mit ersten Angeboten dazu, wie neue Titel vorzustellen sind, sie schaffen Kontakte zwischen Kritikern und Autoren, liefern komplette Rezensionen vorformuliert an, um die Literaturbesprechung in Gang zu halten. '''8''' Autoren kommunizieren mit der Literaturkritik, indem sie bei neuen Werken auf Kritik eingehen, indem sie gezielt die Kritik provozieren, auch indem sie mit Manifesten und theoretischen Exkursen selbst Vorgaben machen, wie ihre Werke öffentlich diskutiert werden sollen. '''9''' In der Literaturwissenschaft und -kritik herrscht vor allem eine Binnenkommunikation: Literaturwissenschaftler schreiben neuartige Textinterpretationen, und entwickeln neue Literaturtheorien, mit denen der öffentliche Austausch über Literatur neue Themen gewinnen könnte. In der fachinternen Diskussion zeichnet sich ab, welche Diskussionsangebote größeren Reiz gewinnen könnten.
Das Material, das im Lauf des 18. Jahrhunderts zu Literatur gemacht wurde, war zuvor nur im Ausnahmefall von Literaturzeitschriften (wissenschaftlichen Rezensionsorganen) besprochen worden. Der Austausch über Poesie und Fiktionen, über Drama Dramen Opern und Romane geschah vor 1750 vor allem in den Theatern und in den Romanen selbst. In den Theatern stritten die Fans über die besten Dramen und Opern. Man veranstaltete in London Wettkämpfe, bei denen man Themen ausschrieb und die beste Oper prämierte. Im Roman attackierten Autoren einander unter Pseudonymen mit der beliebten Drohung, den Rivalen mit seinem wahren Namen auffliegen zu lassen. Hier griff der sekundäre Diskurs der Literaturkritik um 1750 mit neuen Debattenangeboten ein.
Die Literaturdiskussion selbst war zuerst eine rein wissenschaftsinterne Angelegenheit gewesen: Als im 17 Jahrhundert Literaturzeitschriften aufkamen, besprachen in ihnen Wissenschaftler die Arbeiten anderer Wissenschaftler. Das Publikum dieses Streits weitete sich aus, dadurch dass die Literaturzeitschriften Themen von öffentlichem Interesse intelligent ansprachen und da die Rezensenten sich auf das breitere Publikum mit neuen Besprechungen der „belles lettres“ einließen. Wenn die Wissenschaften Dichter besprachen, gewann ihre Debatte eine ganz neue Freiheit: Fachintern, doch vor den Augen der wachsenden Öffentlichkeit besprach man hier Autoren, die außerhalb der eigenen Debatte standen. Man konnte mit ihnen weit kritischer umgehen als mit den Kollegen, die man bislang im Zentrum rezensierte.
In dem Maße, in dem die Wissenschaften ihren ersten Besprechungsgegenstand (ihre eigene Arbeit) zugunsten des neuen (Poesie der Nation) aufgaben, öffneten sie die Literaturdebatte der Gesellschaft. Die Literaturdiskussion florierte fortan nicht mehr als vor allem internes Geschäft; sie agierte in ihrem Streit zugleich gegenüber zwei externen Teilnehmern: dem Publikum, das die Literaturdebatte verfolgt und vieldiskutierte Titel mit Bereitschaft kauft, die Diskussionen fortzusetzen und gegenüber den Autoren, die nun als die Verfasser von „Primärliteratur“ dem „Sekundärliteratur sekundären Diskurs“ beliebig distanziert gegenüberstehen können.
Der Austausch gewann an Komplexität, als im 19. Jahrhundert die Nation ein eigenes Interesse an der neuformulierten Literatur entwickelte. Die Nationalliteratur ließ sich an Universitäten und Schulen zum Unterrichtsgegenstand machen. Der Nationalstaat bot der Literaturwissenschaft eigene Institutionalisierung an: Lehrstuhl Lehrstühle an Universitäten. Die nationalen Philologien wurden eingerichtet. Literaturwissenschaftler wurden berufen, um für Kultusministerium Kultusministerien die Lehrplan Lehrpläne zu erstellen, nach denen an den Schulen Literatur zu besprechen ist; sie bilden die Lehrer aus, die Literatur bis in die unteren Schulklassen hinab diskutieren.
Die Verlagswelt stellte sich auf den neuen Austausch ein. Kommt ein neuer Roman auf den Markt, schickt sie komplett vorgefasste Rezensionen mit Hinweisen auf die Debatten, die dieser Roman entfachen wird, an die Feuilleton-Redaktionen der wichtigsten Zeitungen, Zeitschriften und Fernsehprogramm Fernsehsender.
Die Autoren veränderten ihre Arbeit. Mit den 1750ern kamen ganz neue Dramen und Romane auf: schwergewichtige, schwerverständliche, die gesellschaftsweite Diskussionen entfachen müssen. Romane und Dramen wurden in ganz neuem Maße „anspruchsvoll“ – Anspruch auf öffentliche Würdigung ist das neue Thema. Um mehr Gewicht auf Debatten zu gewinnen, wurde es unter den Autoren Mode, Dramen, Romane und Gedichte in Epoche (Literatur) epochalen Strömung (Literatur) Strömungen zu verfassen, Schule (Künstler) Schulen zu gründen, die einen bestimmten Stil, eine bestimmte Schreibweise (die „Realismus realistische“, die „Naturalismus naturalistische“ etc.), eine bestimmte Theorie der Kunst Kunsttheorie (die des „Surrealismus“, die des „Expressionismus“) verfochten. Autoren, die sich auf eine solche Weise verorten, werden, wenn die Aktion gelingt, als bahnbrechende besprochen, wenn sie zu spät auf den falschen Zug aufspringen, werden sie von der Kritik als „Epigonen“ gebrandmarkt. Dieses gesamte Spiel kennt kein Pendant vor 1750. Die meisten Stilrichtungen, die wir (wie das „Barock“ und „Rokoko“) vor 1750 ausmachen, sind erst später geschaffene Konstrukte, mit denen wir den Eindruck erwecken, dass Literatur schon immer Debatten fand, wie sie sie seit dem 19. Jahrhundert findet.
Bild:Books smoulder in a huge bonfire 1933.jpg Bücherverbrennung 1933 in Deutschland thumb|left|260px|Verfolgung von Literatur: [[Bücherverbrennung 1933 in Deutschland|Bücherverbrennung 1933.html" title="Bücherverbrennung 1933.html" title="thumb|left|260px|Verfolgung von Literatur: [[Bücherverbrennung 1933 in Deutschland|Bücherverbrennung 1933">thumb|left|260px|Verfolgung von Literatur: [[Bücherverbrennung 1933 in Deutschland|Bücherverbrennung 1933">Bücherverbrennung 1933.html" title="thumb|left|260px|Verfolgung von Literatur: [[Bücherverbrennung 1933 in Deutschland|Bücherverbrennung 1933">thumb|left|260px|Verfolgung von Literatur: [[Bücherverbrennung 1933 in Deutschland|Bücherverbrennung 1933
Die Autoren organisierten sich in Assoziationen wie den P.E.N.-Club international. Sie formierten Gruppen wie die „Gruppe 47“ und Strömungen. Mit Manifesten begannen sie, dem sekundären Diskurs Vorgaben zu machen. Im Einzelfall ließen sie sich auf Fehden mit Literaturpapst Literaturpäpsten ein, um auf direktestem Weg die Literaturdiskussion auf sich zu ziehen. Autoren nehmen Literaturpreise an oder schlagen sie, wie Jean Paul Sartre den ihm verliehenen Nobelpreis für Literatur, im öffentlichen Affront aus. Sie halten Dichterlesungen in Buchhandlungen – undenkbar wäre das im frühen 18. Jahrhundert gewesen. Sie begeben sich in den „Widerstand“ gegen politische Systeme, sie schreiben Exilliteratur aus der Emigration heraus.
Mit all diesen Interaktionsformen gewann der Austausch über Literatur eine Bedeutung, die der Austausch über die Religion kaum hatte (geschweige denn der Austausch über Literatur im alten Wortsinn oder derjenige über Poesie und Romane, wie er vor 1750 bestand).
Das brachte eigene Gefahren mit sich. Die Literaturwissenschaft und der von ihr ausgebildete freiere Bereich der Literaturkritik in den Medium Medien sind erheblichen Einflussnahmen der Gesellschaft ausgesetzt. Die Gesellschaft klagt neue Debatten ein, fordert neue politische Orientierungen, erzwingt von der Literaturkritik Widerstand oder Anpassung. Es gibt in der Pluralismus pluralistischen Gesellschaft in der Folge eine Feminismus feministische Literaturwissenschaft wie eine Marxismus marxistische, oder (scheinbar unpolitischer) eine Strukturalismus strukturalistische und so fort. Eine Gleichschaltung der Gesellschaft, wie sie das Zeit des Nationalsozialismus Dritte Reich durchführte, greift konsequenterweise gezielt zuerst in den Literaturbetrieb ein. Die institutionalisierte Literaturwissenschaft lässt sich sehr schnell gleichschalten, Lehrstühle werden neu besetzt, Lehrpläne bereinigt, Literaturpreise unter neuen Richtlinien vergeben. Die Gleichschaltung der Verlagswelt und der Autorenschaft ist die schwierigere Aufgabe der Literaturpolitik, der totalitäre Staaten zur Kontrolle der in ihnen geführten Debatten große Aufmerksamkeit schenken müssen.
= Rückblick: Ein neuer Bildungsgegenstand wurde geschaffen
=
Bild:muenchen-nationaltheater2.jpg Säkularisation.html" title="thumb thumb|320px|München: der Max-Joseph-Platz, vor der [[Säkularisation der Platz des Franziskanerklosters.html" title="320px|München: der Max-Joseph-Platz, vor der [[Säkularisation">thumb|320px|München: der Max-Joseph-Platz, vor der [[Säkularisation der Platz des Franziskanerklosters">320px|München: der Max-Joseph-Platz, vor der [[Säkularisation">thumb|320px|München: der Max-Joseph-Platz, vor der [[Säkularisation der Platz des Franziskanerklosters. Warum die Nation überhaupt ein solches Interesse am pluralistischen und jederzeit kritischen Gegenstand „Literatur“ und den Debatten nationaler „Kunst“ und „Kultur“ entwickelte?
Europas Nationen antworteten mit der Einführung nationalstaatlicher Bildungssysteme und der allgemeinen Schulpflicht – durchaus auch – auf die Französische Revolution Französischen Revolution. Wer aufsteigen wollte, sollte, so das Versprechen, das jede weitere Revolution erübrigen musste, es in der Nation beliebig weit bringen können – vorausgesetzt, er nutzte die ihm angebotenen Bildungschancen. In der Praxis blieben Kinder unterer Schichten bei aller Chancengleichheit finanziell benachteiligt. Weit schwerer wog für sie jedoch, was sie an Erfahrungen frühzeitig in all den Schulfächern machten, in denen die neuen Themen angesagt waren: Wer in der Gesellschaft aufsteigen wollte, würde seinen Geschmack Assimilation (Soziologie) anpassen müssen. Er würde sich ausschließlich für hohe Literatur, bildende Kunst und ernste Musik begeistern müssen und am Ende mit seinen nächsten Angehörigen keine Themen mehr teilen, ihre Zeitungen verachten wie ihre Nachrichten. Die Frage war nicht, ob man aufsteigen konnte. Die Frage war, ob man bei diesen Aussichten aufsteigen wollte? Erst das ausgehende 20. Jahrhundert brachte hier eine größere Nivellierung der „Kulturen“ innerhalb der Gesellschaft – nicht wie in der linken politischen Theorie gedacht durch eine Erziehung, die Arbeiterkinder an die hohe Kultur heranführte, sondern durch neue Moden der Postmoderne, in denen „niedere“ Kultur, „Trash“, plötzlich „Kult (Status) Kultstatus“ gewann.
Der Verlierer im Kampf um gesellschaftliche Diskussionen und Aufmerksamkeit scheint bei alledem die Religion gewesen zu sein. Die Literatur ist gerade an dieser Stelle eine interessant offene Konstruktion. Die Texte der Religion können dort, wo man Literatur diskutiert, jederzeit als die „zentralen Texte der gesamten sprachlichen Überlieferung“ eingestuft werden. Aus der Sicht der Literaturwissenschaft liegen die Texte der Religion nicht ''außerhalb'', sondern mitten ''im'' kulturellen Leben der Nation. Die Texte der Religion stehen zur Literatur als dem großen Bereich aller textlichen (nach Nationen geordneten) Überlieferung nahezu so ähnlich wie die Religionen selbst zu den Staaten, in denen sie agieren. Es ist dies der tiefere Grund, warum sich das Konzept der Literatur, wie es heute die Literaturwissenschaft beschäftigt, weitgehend ohne auf Widerstand zu stoßen, weltweit ausdehnen ließ. dient der Bilderpositionierung, bitte nicht entfernen
Literaturen: Das international fragwürdige Konzept
Bild:Rabindranath.png Rabindranath_Tagore thumb|130px|[[Rabindranath Tagore|R. Tagore, Nobelpreis 1913.html" title="R. Tagore.html" title="thumb|130px|[[Rabindranath Tagore|R. Tagore">thumb|130px|[[Rabindranath Tagore|R. Tagore, Nobelpreis 1913">R. Tagore.html" title="thumb|130px|[[Rabindranath Tagore|R. Tagore">thumb|130px|[[Rabindranath Tagore|R. Tagore, Nobelpreis 1913
Bild:Pearl Buck.jpg Pearl_S. Buck.html" title="thumb thumb|130px|[[Pearl S. Buck, Nobelpreis 1938.html" title="130px|[[Pearl S. Buck">thumb|130px|[[Pearl S. Buck, Nobelpreis 1938">130px|[[Pearl S. Buck">thumb|130px|[[Pearl S. Buck, Nobelpreis 1938
Die moderne Literaturdebatte folgt vor allem deutschen und französischen Konzepten des 18. und 19. Jahrhunderts. Deutsche Literaturzeitschrift Journale wie Gotthold Ephraim Lessing Lessings ''Briefe die Neueste Literatur betreffend'' wandten sich früh dem neuen Gegenstand zu. Sie taten dies gerade im Verweis auf ein nationales Defizit. Mit der Französische Revolution französischen Revolution erreichte Frankreich das Interesse an einem säkularen textbasierten Bildungsgegenstand.
Wer sich durch die englische Publizistik des 19. Jahrhunderts liest, wird dagegen feststellen, dass das Wort „Literatur“ hier noch bis Ende des 19. Jahrhunderts synonym für die Gelehrsamkeit stehen konnte. An Themen des nationalen Austauschs fehlte es in Großbritannien nicht – die Politik und die Religion lieferten sie zur freier Teilnahme an allen Diskussionen. Die Nation, die die Anglikanische Kirche Kirche im 16. Jahrhundert dem Staatsgefüge einverleibt hatte, fand erst spät eine eigene der kontinentalen Säkularisation gleichkommende Debatte. Die wichtigste Geschichte der englischen Literatur, die im 19. Jahrhundert erschien, Hippolyte Taines ''History of English Literature'' brachte die neue Wortverwendung als Anstoß von außen ins Spiel und machte verhältnismäßig spät klar, welche Bedeutung England in der neu zu schreibenden Literaturgeschichte selbst gewinnen konnte.
Das Konzept nationaler Literaturen wurde von Europa aus den Nationen der Welt vorgelegt. Es fand am Ende weltweit Akzeptanz. Der Buchmarkt gestaltete sich im selben Geschehen um: aus einem im frühen 18. Jahrhundert marginalen Feld des Buchangebots wurde die zentrale Produktion. Es drohen mit dem Konzept nationaler Literaturen allerdings fragwürdige Wahrnehmungen:
* Wo von Literaturen gesprochen wird, ist in der Regel nicht geklärt, ob diese sich tatsächlich in den diskutierten Traditionen entwickelten. Die europäischen Literaturgeschichten hebeln gezielt konträre Traditionskonzepte aus: das der Poesie, das des in die Historie eingebetteten Romans, das der Belletristik, als eines Marktes, der sich offensichtlich als europäischer und heute weltweiter entwickelte. Man kann nicht von „nationalen Belletristiken“ sprechen – es fehlt im selben Moment eine Geschichte des größeren Marktes, der sich durchaus nicht in nationalen Linien entwickelte. Kaum etwas wissen wir von außereuropäischen Traditionskonzepten.
* Wo von Literatur gesprochen wird, wird in der Regel unterstellt, dass sie sich als Feld der Texte tieferer Bedeutung und höherer sprachlicher, „literarischer“, Qualität entwickelte. Wo von Literatur der Zeit vor 1750 gesprochen wird, ist in der Regeln nicht thematisiert, dass die Literaturbegriffe, die dabei als zeitgenössische in Anschlag gebracht werden, genau dies nicht sind. Der in der Germanistik kursierende „Literaturbegriff des Barock“ ist nicht der „Literatur“-Begriff des 17. Jahrhunderts, noch dessen „Poesie“-Begriff noch irgendein vergleichbares, mit einem Wort des 17. Jahrhunderts fassbares Konstrukt. Er entstand im 19. und 20. Jahrhundert in der Interpretation von Tragödien und Romanen des 17. Jahrhunderts, die wir gerne für Literatur des 17. Jahrhunderts erachten würden. Wir schaffen hier Konzepte und Denkmuster anderer Zeiten und Kulturen nach unseren Wünschen.
* Funktionen, die in unseren Gesellschaften Literatur einnimmt (im Schulunterricht behandelt, in Zeitschriften rezensiert zu werden etc.), nahmen vor 1750 andere Produktionsfelder ein: die Religion, die Wissenschaften, um in Europa zu bleiben. Literaturgeschichten pflegen dies kaum zu thematisieren. Die Literatur bestand, sie musste sich jedoch, so die einfache Theorie, ihren Platz erst erobern – das verstellt weitgehend jeden Blick darauf, welche Rolle die Literaturbetrachtung bei der Ausbildung ihres Gegenstands spielte und in jedem Moment spielt, in dem sie Literaturgeschichte setzt.
Tendenzen: Der „erweiterte Literaturbegriff“? – der „Tod der Literatur“?
Das Konzept nationaler Literaturen erregte kaum Einsprüche. Die Komparatistik setzt gerade getrennte, „vergleichbare“ Literaturen voraus. Sie erarbeitete kaum das Konzept eines breiten internationalen Marktgeschehens.
Weitaus mehr Einsprüche rief der enge Literaturbegriff hervor. Sowohl die Schulen der textimmanenten Interpretation (die wie der Strukturalismus die Bedeutung im einzelnen vorliegenden Textstück suchen), wie die Schulen der gesellschaftsbezogenen Literaturinterpretation (die vom Marxismus bis zu den Strömungen Literatursoziologie einen Blick auf die Gesellschaft einfordern), traten in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts für einen „weiten“ Literaturbegriff ein. Der schien erstrebenswert, da er es Literaturkritikern erlauben würde, auch politische Texte, Werbung, Alltagstexte Ideologiekritik ideologiekritisch zu besprechen.
Die Vertreter des Poststrukturalismus erweiterten in den 1980ern und 1990ern ihren Text- wie ihren Sprache Sprachbegriff noch entschiedener. Roland Barthes hatte in den 1950ern bereits die Titelcover von Zeitschriften genauso wie das neue Design eines Autos in ihren Botschaften besprochen.
Eine Selbstverständlichkeit wurde der erweiterte Sprachbegriff in der Filmwissenschaft. Hier spricht man ganz ohne weiteres von der „Bildsprache“ eines Regisseurs, und über eine solche Sprache müssen Literaturwissenschaftler sich äußern können.
Die moderne Kulturwissenschaft, die „Cultural Studies“ setzen zwar eine umfassende Interpretationspraxis fort, ihr Gegenstand wird jedoch in der „Kultur“ definiert.
Wenn die Literaturwissenschaft sich auf sprachliche Kunstwerke spezialisiert, hat dies durchaus Vorteile. Sie hält im selben Moment andere Wissenschaftler davon ab, im eigenen Forschungsfeld als Experten aufzutreten. Die Literaturdiskussion kann letztlich sehr frei festlegen, was ihr Gegenstand ist – sie kann sich auf ein gut gehendes Kerngeschäft, Literatur im engen Sinn, ausrichten, oder auf andere Diskussionen und dazu mit einem weiten Literaturbegriff auftreten. Der wiederkehrende Warnruf, der Tod der Literatur stehe bevor, ist am ehesten ein Spiel mit der Aufmerksamkeit der Gesellschaft, die den Austausch über Literatur verfolgt und verteidigt.
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Nachschlagewerke
* Elisabeth Frenzel: ''Stoffe der Weltliteratur'', Kröner Verlag 2005, ISBN 3520300109
* Elisabeth Frenzel: ''Motive der Weltliteratur'', Kröner Verlag 1999, ISBN 3520301059
* Gero von Wilpert: ''Lexikon der Weltliteratur – Deutsche Autoren'', Kröner Verlag 2004, ISBN 3520837048
* Gero von Wilpert: ''Lexikon der Weltliteratur – Fremdsprachige Autoren'', Kröner Verlag 2004, ISBN 3520838044
* Gero von Wilpert: ''Sachwörterbuch der Literatur'', Kröner Verlag 2001, ISBN 3520231085
(Sekundär-)Literatur
Klassische Literaturdefinitionen
''Die Autoren dieser Titel legen ein Corpus der in ihren Augen literarischen Werke fest, und versuchen dann in einer wissenschaftlichen und subjektiven Analyse dieser Werke auszumachen, was alle Literatur auszeichnet''
* René Wellek: Eintrag „Literature and its Cognates“, in: ''Dictionary of the History of Ideas. Studies of Selected Pivotal Ideas'', 1-4, ed. Philip P. Wiener (New York, 1973), 3: p.81-89.
* Paul Hernadi, ''What Is Literature?'', (London, 1978), ISBN 0-253-36505-8 Sammelband zum Begriff Literatur – enthält unter anderem von René Wellek: „What Is Literature?“
* Helmut Arntzen: '' Der Literaturbegriff. Geschichte, Komplementärbegriffe, Intention. Eine Einführung.'' Münster: Aschendorff, 1984. ISBN 3-402-03596-0 Kontrastiert verschiedene Literaturbegriffe miteinander, die samt und sonders als Begriffe des in unseren augen literarischen Marterials gewonnen werden.
* Wolf-Dieter Lange: „Form und Bewusstsein. Zu Genese und Wandlung des literarischen Ausdrucks“, in: ''Meyers kleines Lexikon Literatur'' (Mannheim, 1986). Ist ein typischer Aufsatz zum Thema – Lange stellt Titel, die ihm Literatur sind zusammen und erkennt, dass Literatur schon immer besonders ausdrucksstark war (und darum, so seine Mutmaßung, auf den Schrei der ersten Menschen zurückgehe).
* Gisela Smolka-Koerdt/ Peter M Spangenberg/ Dagmar Tillmann-Bartylla (Hrsg): '' Der Ursprung von Literatur. Medien, Rollen, Kommunikationssituationen 1450-1650'' München: Wilhelm Fink, 1988. ISBN 3-7705-2461-6 Sammlung von Aufsätzen zu in unseren Augen literarischen Genres am Beginn der frühen Neuzeit.
Begriffsgeschichte
* Roland Barthes: „Histoire ou Litérature?“ in R. Barthes, Sur Racine (Paris, 1963), p.155, erstveröffentlicht in ''Annales'', 3 (1960). Roland Barthes Barthes verwies als erster darauf, dass das Wort „Literatur“ noch im Blick auf die Zeit Jean Racine Racines nur „anachronistisch“ zu verwenden sei – wurde darauf von René Wellek (1978) heftig angegriffen – das Wort habe es durchaus gegeben, wobei Wellek verschwieg, dass die Titel, die er dazu zitierte, sich nicht mit Literatur in unserem Sinne befassten. Barthes starb 1980, Welleks Antwort blieb als korrekte Richtigstellung stehen.
* Jürgen Fohrmann: ''Projekt der deutschen Literaturgeschichte. Entstehung und Scheitern einer nationalen Poesiegeschichtsschreibung zwischen Humanismus und Deutschem Kaiserreich'' (Stuttgart, 1989), ISBN 3-476-00660-3 Ist die erste germanistische Arbeit, die den Themenwechsel im Blick auf „Literaturgeschichten“ skizzierte, und daran Überlegungen zum Aufbau der Germanistik im 19. Jahrhundert anknüpfte.
* Rainer Rosenberg: „Eine verworrene Geschichte. Vorüberlegungen zu einer Biographie des Literaturbegriffs“, ''Zeitschrift für Literaturwissenschaft und Linguistik'', 77 (1990), 36-65. Konstatiert die Bedeutungen der Begriffe „Poesie“, „Dichtung“, „Belles Lettres“, „Schöne Wissenschaften“, „Schöne Literatur“, „Literatur“ für verschiedene Zeitpunkte – und beklagt, dass darin kein System erkennbar sei – verfasst ohne den Denkschritt Fohrmanns, nachdem die Literaturwissenschaft hier Themen adoptierte und ihr altes Thema aufgab, um etwas neues zu besprechen.
* Richard Terry: „The Eighteenth-Century Invention of English Literature. A Truism Revisited“, ''Journal for Eigtheenth Century Studies'', 19.1 (1996). Konstatiert einleitend, dass es nun spannend ist, zu erfassen, was all das war, was uns heute „Literatur“ ist, und welche Rolle es spielte, bevor man anfing es als „Literatur“ zu diskutieren. Gibt Überblick über Titel, die Details des Problems untersuchten.
* Olaf Simons: ''Marteaus Europa oder Der Roman, bevor er Literatur wurde'' (Amsterdam/ Atlanta: Rodopi, 2001), ISBN 90-420-1226-9 Bietet [http://www.uni-oldenburg.de/anglistik/lit-wiss/simons/marteaus-europa/085-set.html S. 85-94] einen Überblick über die Geschichte des Wortes Literatur und S. 115–193 einen genaueren Blick auf die Literaturdebatte 1690–1720; im Zentrum mit der Positionsveränderung des Romanmarkts zwischen dem frühen 18. Jahrhundert und heute befasst.
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Literatur und Internet
Das Projekt Gutenberg-DE stellt zahlreiche Literatur ins Internet.
Eine weitere wichtige Anlaufstelle ist das Literaturnetz.
- Das Literaturnetz: deutschsprachige Werke im Volltext
Interessant ist auch die Digitale Bibliothek:
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- The Literary Encyclopedia (englisch)
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* Max Mustermann: '' – Wesen, Wert und Gefahr''. -Press, Musterstadt 2003, ISBN 3-12-1234523-2.
* Max Mustermann (Hrsg.): '' -Anthologie''. 2. Auflage. -Press, Musterstadt 2003, ISBN 978-3-9801412-1-5.
* Max Mustermann: ''Nix Wissen macht auch nix''. In: John Doe (Hrsg.): '' kritik''. 2. Auflage. Wikicontra, Demo City 2003, S. 2317–2398, ISBN 0-12-1234533-2.
* Max Mustermann, John Doe: [http://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:Random ''Wie wir uns mit dem ersten -Druck die Schädel einschlugen'']. Musterstadt 2007.
* Max Mustermann u. a.: '' . Was war, was wird, und Wagner''. In: ''Schriften zur ''. Nr. 17, 12. Juli 2008. World Press, S. 9–17, {{ISSN|0987-4711}} ([http://tkarcher.gmxhome.de/WikiReader_Schweden.pdf PDF; 1,1 MB]).
* Max Mustermann: ''Geschichte des Musters''. In: ''Zeitschrift für Musterkunde''. Bd. 2, Nr. 3, 2006, S. 42–44.
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Literatur
* Autor: ''Titel''. Verlag, Ort Jahr, ISBN.
* Herausgeber (Hrsg.): ''Titel''. x. Auflage. Verlag, Ort Jahr (Reihe, Band), ISBN.
* Autor: [http:// ''Titel'']. In: Herausgeber (Hrsg.): ''Sammelwerk''. Verlag, Ort Jahr, S. X–Y.
* Autor u. a.: ''Titel. Untertitel''. In: ''Zeitschrift''. Bd./Jg., Nr. X, Jahr, S. X–Y, {{ISSN|0000-0000}} ([http:// PDF; 1,1 MB])
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Mit der Vorlage:Literatur können Literaturangaben auch über eine Hilfe:Vorlagen -Vorlage angegeben werden. Mit dem [http://tools.wikimedia.de/~magnus/templator.php?language=de Templator] können die Metadaten über ein Webformular eingegeben werden.
Kurzübersicht der Formatierungsregeln
# '''Verfasser''' erscheinen in normaler Schrift und werden durch „: “ von der Titelangabe getrennt. Die Angabe erfolgt in der Reihenfolge ''Vorname Nachname.'' Bei Sammelwerken wird der Herausgeber gefolgt von „(Hrsg.)“ angegeben. Bei mehr als zwei Verfassern kann die Angabe mit „u. a.“ abgekürzt werden.
# '''Titel''' sind stets ''kursiv'' und werden mit einem „. “ (Punkt) abgeschlossen.
# Eine '''Auflage''' wird falls vorhanden direkt hinter den Titel in der Form „x. Auflage. “ geschrieben, d.h. mit einem Punkt abgeschlossen.
# Bei fortlaufenden Werken kommt danach ggf. eine '''Band oder Jahrgangsnummer''' und danach durch Komma abgetrennt eine '''Nummer'''. Die Nummer wird mit „Nr. “ gekennzeichnet, Band und Jahrgang können ggf. durch „Bd. “ bzw. „Jg. “ abgekürzt werden.
# Es folgen '''Verlag, Ort und Erscheinungsdatum'''. Nach dem Verlag steht stets und nach dem Ort nie ein Komma. Falls der Publikationsort oder das Erscheinungsjahr trotz Nachforschens nicht zu ermitteln sind, können sie durch „ohne Ort“ bzw. eine ungenaue Datumsangabe ersetzt werden („ohne Jahr“, „etwa 1930“ etc.).
# Falls es sich um ein '''unselbständiges Werk''' handelt (einen Artikel in einer Zeitschrift, einem Tagungsband, einer Anthologie etc.), ist das kenntlich zu machen durch die Angabe „. In: , S. X–Y“. (Schriftenreihen können stattdessen auch mit Punkt getrennt als als Nebentitel angeben werden) Die Seitenangabe steht immer als „S. “. Zwischen Seitenzahlen wird ein Gedankenstrich (als Bis-Strich ohne Leerzeichen) gesetzt. Soweit beispielsweise eine Zeitschrift bereits einen eigenen -Artikel hat sollte dieser verlinkt werden. Soweit beispielsweise eine Zeitschrift bereits einen eigenen Artikel hat sollte dieser verlinkt werden und statt des vollen Titels die übliche Abkürzung verwendet werden (soweit diese im zugehörigen Artikel genannt wird).
# Falls eine '''ISBN, :ISSN ISSN, URL, URN oder Digital Object Identifier DOI''' bekannt ist, wird sie am Ende, hinter einem Komma angegeben. Lange URLs können auch im Titel "versteckt" werden. Falls beispielsweise eine Zeitschrift einen eigenen Artikel hat sollte zu diesem verlinkt werden; die ISBN- und sonstigen Angaben in dem verlinkten Artikel reichen dann aus.
#:* Um einen DOI (Vorlage:DOI) oder einen URN (Vorlage:URN) einzugeben, stehen entsprechende Vorlagen bereit. Bei ISBN bitte keinen Doppelpunkt nach den Buchstaben ISBN setzen und die Abkürzung ISBN nicht verlinken! Wegen der besseren Lesbarkeit sollten ISBN mit den üblichen Bindestrichen geschrieben werden. Die neue 13-stellige ISBN wird von problemlos erkannt. Bitte nur ''eine'' ISBN (ohne den Vermerk ''ISBN-10'' oder ''ISBN-13'') hinzufügen. Nachdem ein Werk häufig unter mehreren ISBNs zu bekommen ist, stellt sich hier häufig die Frage, welche anzugeben ist. Gängige Standardempfehlung: Die einer möglichst aktuellen und kostengünstigen Ausgabe.
# Ganz am Ende kann in Klammern ein '''zusätzlicher Kommentar''', zum Beispiel eine Reihenangabe oder die Übersetzung eines fremdsprachigen Titels, angegeben werden.
# Sollte die Literatur in einer Onlineversion vorliegen, wie es bei wissenschaftlichen Arbeiten oft der Fall ist, und sind die Qualitätsansprüche erfüllt (siehe auch :Weblinks), so kann der Titel der Arbeit mit dem externen Link versehen werden. Bei Links auf externe Datenformate, die Zusatzsoftware erfordern, beispielsweise PDF- oder Multimediadateien (OGG, MID, MP3, AVI, MPG, usw.), sollten diese mit einer entsprechende Notiz hinter die Literaturangabe gesetzt werden. Dabei ist – wegen der Ladezeit – auch die Angabe der Dateigröße wünschenswert. Beispiel: (PDF-Datei; 2,6 MB).
Im Interesse der Wikisyntax sollte auf die sonst üblichen Angaben in eckigen Klammern verzichtet werden.
Das '''Tool''' [http://tools.wikimedia.de/~voj/isbn2wiki.php ISBN-to-wiki] gibt eine (fast vollständige) wiki-konforme Syntax aus, wenn die ISBN vorliegt.
Literaturverweise im Text
Die genaue Anwendung wird unter :Einzelnachweise erklärt.
Recherche
Bücher zu einem Thema recherchiert man am besten im Karlsruher Virtueller Katalog KVK. Wie man Informationen findet, erklärt die Seite :Recherche. Bei biografischen Artikeln ist auf jeden Fall hinsichtlich der Verknüpfung mit dem Katalog der Die Deutsche Bibliothek DDB die Seite :PND zu beachten.
Wenn ihr Informationen zu einem Thema sucht, lohnt sich eventuell auch ein Blick in die :Bibliothek, die gedruckte Nachschlagewerke und Online-Zugänge auflistet, aus denen -Mitarbeiter Auskunft geben können.
'''Relevante -Artikel''': :Kategorie:Liste (Literatur) Autoren von A–Z, Liste von Verlagen in Deutschland, Österreich und Schweiz Verlage, Nachschlagewerk, Bibliographie, Literaturverzeichnis, Fachinformation, Bibliothekswesen, Bibliothek, Buchwissenschaft
Siehe auch
* :Bibliotheksrecherche
* :ISSN ISSNs
* :ISBN-Suche ISBN-Suche
* :Nachschlagewerke im Internet Nachschlagewerke im Internet
* :Recherche
Weblinks
- Tool zur wikifizierten Ausgabe eines Buchs mit der ISBN
- Karlsruher Virtueller Katalog (KVK)
- Literatursuche im Verzeichnis von ch.dmoz.org
Kategorie: :Hilfe Literatur
Kategorie: :Quellen und Literatur
bg:УикипедиÑ?:Цитирайте източниците Ñ?и
ca:Viquipèdia:Citau les fonts
da: :Kildeangivelser
en: :Citing sources
es: :Referencias
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hr:Wikipedija:Literatura
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ja: :出典を明記�る
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