{|border="1" cellpadding="2" cellspacing="0" align="right" style="margin-left:0.5em;" style="border-collapse: collapse;"
|- bgcolor="#E3E3E3"
|+ Bevölkerungsentwicklung
!width="80"|Jahr
!width="120"|Einwohner
|-
|align="center" |
|| align="center" | 124914
|}
Lausanne zählte Ende 2005 117'152 Einwohner mit permanentem Wohnsitz in der Stadt. Dazu kommen rund 11'000 weitere Personen, entweder Schweizer mit Hauptwohnsitz in einer anderen Gemeinde oder Saisonniers (nur mit vorübergehender Aufenthaltsgenehmigung). Lausanne ist damit bevölkerungsmässig die fünftgrösste Stadt der Schweiz. Die Agglomeration Lausanne zählt heute rund 312'000 Einwohner. Die
ist ein erweiterter Ballungsraum und hat 1.2 Millionen Einwohner.
Von den Bewohnern sind 78.8 % französischsprachig, 4.3 % deutschsprachig und 4.0 % italienischsprachig (Stand 2000). Der Anteil der Ausländer an der Gesamtbevölkerung betrug
36.2 %. Zu den grössten ausländischen Bevölkerungsgruppen gehören die Italiener, Spanier und Portugiesen.
Die Bevölkerungszahl von Lausanne stieg seit dem Ende des
sehr stark an. Im Jahr
wurde die 100'000-Einwohner-Grenze überschritten. Der Höchststand wurde
mit mehr als 137'000 Einwohnern verzeichnet. Aufgrund der Wirtschaftskrise in den
Jahren verbunden mit der Abwanderung von ausländischen Arbeitskräften nahm die Bevölkerung im nachfolgenden Jahrzehnt um gut 10'000 Personen ab. Danach pendelte die Einwohnerzahl im Bereich von 128'000; seit
weist der Trend wieder leicht nach unten.
Fast der gesamte Hang von Lausanne ist heute überbaut, weist aber einige grössere Freiflächen (Parkanlagen, kleine Waldgebiete) auf. Das Siedlungsgebiet von Lausanne ist lückenlos mit denjenigen von Renens, Prilly, Le Mont-sur-Lausanne, Epalinges und Pully zusammengewachsen.
ist Lausanne das bedeutendste Wirtschafts- und Verwaltungszentrum der Westschweiz. Rund 83 % der Erwerbstätigen sind im Dienstleistungssektor beschäftigt, der sekundäre Sektor vereinigt rund 17 % der Beschäftigten auf sich und weniger als 1 % arbeitet im primären Sektor.
Bis zu Beginn des
gebiete und Ackerflächen. Mit der Ausdehnung des Siedlungsgebietes ist der Rebbau mittlerweile fast völlig verschwunden. Auf den Hochflächen des Jorat wird heute
betrieben. Dank der grossen Waldfläche des Bois du Jorat spielt auch die
eine gewisse Rolle.
Der industrielle Sektor hatte vor allem in der ersten Hälfte des
s Bedeutung. Industrie- und Gewerbezonen entstanden entlang der Eisenbahnlinie im Westen der Stadt und am Hangfuss in der Nähe des Genferseeufers. Mit dem vergrösserten Platzbedarf der Industrie wurden aber einige Betriebe in die Vorstädte, insbesondere an den westlichen und nordwestlichen Rand von Lausanne verlegt (Renens, Crissier, Bussigny-près-Lausanne).
Heute konzentriert sich die in Lausanne ansässige Industrie hauptsächlich auf das Baugewerbe, das Ingenieurwesen, auf Metall-, Nahrungsmittel- und Tabakindustrie, auf die Präzisionsmechanik, die Elektronik und die Optik sowie auf graphische Betriebe und das Druckerei- und Verlagswesen.
Das Dienstleistungsgewerbe ist auf Handel, Tourismus, Verwaltung, Banken und Versicherungen sowie auf Transport und Verkehr ausgerichtet. Lausanne ist Sitz verschiedener international und national bedeutender Institutionen, der kantonalen, der Bezirks- und der Stadtverwaltung. Seit
befindet sich das Bundesgericht in Lausanne. Ferner haben auch zahlreiche Konsulate und das Sekretariat des Umweltprogrammes der Vereinten Nationen (UNEP) ihren Sitz in der Stadt. Wichtige Forschungseinrichtungen sind das Centre de Recherches européennes – Fondation Jean Monnet pour l'Europe, das Centre de recherches sur les lettres romandes, das Institut Benjamin Constant und das Schweizerische Institut für Kunstwissenschaften.
{|border="1" cellpadding="2" cellspacing="0" align="right" style="margin-left:0.5em;" style="border-collapse: collapse;"
|- bgcolor="#E3E3E3"
|+ Stadtpräsidenten
! Amtsdauer !! Person !! Partei
|-
|
1922 -
1924 .html">Arthur Freymond
| Freisinnig-Demokratische Partei|FDP
|-
| ... || ... ||
|-
|
1934 -
1937 ||
Arthur Maret ||
|-
|
1938 -
1945 ||
Jules-Henri Addor ||
|-
|
1946 -
1949 .html">Pierre Graber
| Sozialdemokratische Partei der Schweiz|SP
|-
|
1950 -
1957 ||
Jean Peitrequin ||
|-
|
1958 -
1973 ||
Georges-André Chevallaz || FDP
|-
|
1974 -
1980 ||
Jean-Pascal Delamuraz || FDP
|-
|
1981 -
1989 ||
Paul-René Martin ||
|-
|
1990 -
1998 ||
Yvette Jaggi || SP
|-
|
1998 -
2002 ||
Jean-Jacques Schilt || SP
|-
|
2002 - .html">Daniel Brélaz
| Grüne Partei der Schweiz|Grüne
|}
Die kommunalen Behörden haben ihren Sitz seit dem
16. Jahrhundert im Hôtel de Ville de la Palud. Der Gemeinderat (Conseil communal) besteht aus 100 Mitgliedern, die im Proporzwahlsystem alle vier Jahre vom Volk gewählt werden. Die Exekutive, der Stadtrat, setzt sich aus sieben sogenannten Magistraten (Conseillers municipaux) zusammen, die bis
1981 vom Gemeindeparlament, seither ebenfalls vom Volk gewählt werden. Stadtpräsident (Syndic) ist
Daniel Brélaz von der
Grüne Partei der Schweiz Grünen Partei der Schweiz.
Bei den Kommunalwahlen von 12. März 2006 bauten die rot-grünen Parteien ihre Mehrheit im Stadtparlament aus und stellen nun insgesamt 64 der 100 Sitze (Sozialdemokraten: 30, Grüne: 22, À Gauche Toute 12). Die gemeinsame Liste von Liberalen, Freisinnigen und Christdemokraten erzielte 28 Sitze und diejenige der SVP deren 8.
Bildungseinrichtungen
Lausanne hat eine wichtige Funktion als Bildungszentrum der Westschweiz. Zu den bedeutendsten Bildungseinrichtungen zählen die Universität (
Université de Lausanne), die
1890 gegründet wurde und sich heute in Dorigny befindet, sowie die
Ecole Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL; ''Eidgenössische Technische Hochschule - Lausanne''). Letztere entstand
1946, nachdem die vorher zur Universität gehörende Ingenieurschule mit einer neu gegründeten Architektenschule zusammengefasst wurde. Die Gebäude der EPFL stehen auf dem Gemeindegebiet von
Ecublens VD Ecublens.
Daneben gibt es zahlreiche Berufsschulen, darunter die Hotelfachschule (
Ecole Hôtelière de Lausanne, EHL), die Ingenieurschule des Kantons Waadt (Ecole d'ingénieurs du Canton de Vaud, EIVD), die Haute Ecole de Gestion du Canton de Vaud (HEG-Vd; Verwaltung), die Krankenpflegeschule des Schweizerischen Roten Kreuzes, die Kunsthochschule (Ecole Cantonale d'Art de Lausanne, ECAL) und ein Konservatorium (Conservatoire de Lausanne).
Sport
Bild:Musee olympique.jpg thumb|250px|Olympisches Museum
Lausanne kann als Sporthauptstadt bezeichnet werden.
Das
Internationales Olympisches Komitee Internationale Olympische Komitee (IOC) hat seinen Hauptsitz in Lausanne und seit
1993 befindet sich dort auch das
Olympisches Museum Olympische Museum.
Daneben ist Lausanne Sitz verschiedener Sportweltverbände, so der
International Table Tennis Federation, der
Fédération Internationale de Volleyball, der
International Baseball Federation, der
Fédération Internationale de Hockey, der
Fédération Internationale d'Escrime (Fechten), der
International Equestrian Federation (Reitsport), der
Fédération Internationale des Luttes Associées (Ringen), der
International Dance Sport Federation (Tanzsport), der
Fédération Internationale de Natation Amateur (Schwimmen), der
Fédération Internationale de Tir à l'Arc (Bogenschiessen), der
Fédération Aéronautique Internationale (Flugsport) und der
Fédération Internationale des Societes d'Aviron (Rudern).
Unweit von Lausanne haben weitere Sportverbände ihren Hauptsitz, so die
Fédération Internationale de Motocyclisme in
Mies VD Mies, die
Union Cycliste Internationale in
Aigle VD Aigle, die
UEFA in Nyon und die
Fédération Internationale de Gymnastique in
Moutier.
Die Stadt besitzt bedeutende Sportanlagen, die sich vor allem in der Nähe des Seeufers und auf den Hügeln oberhalb von Lausanne befinden. Dazu zählen das Olympiastadion La Pontaise und das Centre Intercommunal de Malley mit rund 10000 Plätzen. Auf der Höhe von Chalet-à -Gobet an der Gemeindegrenze zu
Epalinges liegt ein Golfplatz.
Lausanne war einer von sechs Austragungsorten der
Fußball-Weltmeisterschaft 1954 Fussball-Weltmeisterschaft 1954.
Tourismus
Bild:Lausanne-cathe1.JPG thumb|left|Hauptturm der Kathedrale
Dank seiner sonnigen Lage am Hang über dem Genfersee, der malerischen Altstadt, den zahlreichen Museen, kulturellen Einrichtungen und Anlässe weist Lausanne einen bedeutenden Tourismus auf, welcher der Stadt auch willkommene Einnahmen bringt.
Kulturelle Einrichtungen und Anlässe
Zu den kulturellen Einrichtungen gehören das Stadttheater, das Théâtre de Beaulieu und das
Théâtre Vidy-Lausanne, daneben zahlreiche weitere kleinere Theatersäle und Konzertsäle, sowie die Cinémathèque suisse. Ferner besitzt Lausanne ein Stadtarchiv, eine Stadtbibliothek, mehrere Volksbibliotheken, die Kantons- und die Universitätsbibliothek und verschiedene Fachbibliotheken.
Seit
1968 findet in Lausanne das Festival de la Cité, seit
1973 der Prix de Lausanne (ein Tanzwettbewerb) statt. Daneben gibt es den Concours de Lausanne der neuen Choreographie, das Béjart Ballett, alljährliche Konzerte mit klassischer Musik, Jazz, Rock und Volksmusik. Jeweils im September wird der
Comptoir Suisse abgehalten.
Museen
Als Kulturzentrum der Westschweiz besitzt Lausanne eine Reihe bedeutender Museen. Darunter sind das Kunstmuseum (zeigt seit
1841 die im Besitz des Kantons Waadt stehenden Kunstsammlungen), das Kantonale Museum für Archäologie und Geschichte (mit Sammlungen seit
1852), das
Musée de l'Elysée (ein Museum der schweizerischen Photographie) und das
Musée Olympique (dokumentiert die neuzeitliche olympische Bewegung seit
1896) zu nennen. Die
Fondation de l'Hermitage zeigt wechselnde Kunstausstellungen. Im weiteren verfügt die Stadt über zahlreiche Privatmuseen, Kunstgalerien und weitere Ausstellungen.
Erholungszonen
Fast das gesamte Seeufer auf dem Stadtgebiet ist als ausgedehnte Erholungszone mit Freizeit- und Sportanlagen, Schwimmbad, Seebad, Bootshafenanlagen, Campingplatz und Spielwiesen gestaltet. Es handelt sich hierbei um das umgestaltete Gelände, das
1964 für die Schweizerische Landesausstellung Expo 64 Lausanne benutzt wurde. Das überbaute Stadtgebiet wird durch mehrere Parks und Grünanlagen aufgelockert, beispielsweise durch den Botanischen Garten am isolierten Hügel Montriond, den Parc de Valency, das Gebiet bei Monrepos und die Esplanade de Montbenon. Zu den weiteren Naherholungsräumen zählen der Wald von Sauvabelin und das Gebiet um Chalet-à -Gobet.
Verkehr
Bild:Lausanne_2_um_1900.jpg thumb|Lausanne um 1900
Lausanne ist ein bedeutender Verkehrsknotenpunkt im Westschweizer Mittelland. Es liegt an der alten Haupt- und Handelsstrasse von
Genf über den Pass Chalet-à -Gobet nach
Bern. Weitere schon in früher Zeit wichtige Verbindungen bestanden entlang des Genfersees nach
Vevey und
Montreux sowie nach Norden in Richtung
Cossonay,
Orbe VD Orbe und
Yverdon.
Zu Beginn der
1960er Jahre erfolgte der Bau der Autobahn
A1 (Schweiz) A1 von Genf nach Lausanne, die bei Lausanne-Vidy endete. Die Strecke wurde
1964 rechtzeitig für die Landesausstellung in Lausanne in Betrieb genommen. Heute läuft der Abschnitt zwischen der Verzweigung Ecublens und Lausanne-Vidy unter der Bezeichnung A1A als westlicher Stadtzubringer Lausanne. Die nördliche Umfahrung von Lausanne, ein Streckenabschnitt der
A9 (Schweiz) A9 (Lausanne-Sion) mit mehreren Brückenbauwerken über die Täler wurde
1974 eröffnet.
1981 kam die nördliche Fortsetzung der A1 nach Yverdon-les-Bains hinzu.
Der
Schweizerische Bundesbahnen AG SBB-Bahnhof von Lausanne ist einer der wichtigsten des gesamten Landes. Von hier aus verkehren direkte Schnellzüge in fast alle Regionen der Schweiz, sowie eine TGV-Linie nach Paris. Die erste Eisenbahn erreichte Lausanne am
5. Mai 1856 mit der Eröffnung der Strecke Renens-Lausanne. Damit war Lausanne zunächst mit
Morges VD Morges (ab 1858 mit Genf) und Yverdon (ab 1859 mit Neuenburg) verbunden. Am
2. April 1861 wurde der Streckenabschnitt Lausanne –
Villeneuve VD Villeneuve der Eisenbahnlinie von Lausanne ins
Kanton Wallis Wallis eröffnet. Rund anderthalb Jahre später, am
4. September 1862, wurde auch die Bahnlinie Lausanne-Bern in Betrieb genommen. Am
5. November 1873 folgte schliesslich die Einweihung des Abschnittes von Lausanne nach
Cheseaux-sur-Lausanne der Schmalspurbahn
Chemin de fer Lausanne-Echallens-Bercher, welche die nördlichen Vororte der Stadt erschliesst.
Der
ÖPNV wird in Lausanne durch die
Transports publics de la région Lausannoise abgewickelt. Diese Gesellschaft betreibt zahlreiche
Obus Trolleybus- und
Omnibus Autobuslinien auf dem Stadtgebiet und in der Agglomeration. Dazu kommen noch die
Funiculaire Lausanne-Ouchy und eine
Stadtbahn von Lausanne via Ecublens (Erschliessung der Universität in Dorigny und der EPFL) nach
Renens. Die Zahnradbahn wird zurzeit bis
Epalinges verlängert und in eine
U-Bahnlinie umgebaut; die Eröffnung der
Métro Lausanne soll im Dezember
2007 erfolgen. Seit Inbetriebnahme der ersten Baustufe von
Bahn 2000 im Dezember 2004 gibt es um Lausanne auch eine S-Bahn: das
Réseau Express Vaudois.
Ferner ist Lausanne durch das Verkehrsnetz der
Personenschifffahrt auf dem Genfersee mit zahlreichen Seeanstössergemeinden verbunden, darunter auch mit dem gegenüber liegenden
Evian-les-Bains in
Frankreich.
Auf der Hochfläche von Blécherette oberhalb des Stadtzentrums befindet sich seit
1911 der Flugplatz La Blécherette für Zivilflugzeuge.
Geschichte
Bild:Lausanne Bundesgericht.jpg thumb|250px|Bundesgericht
Das Stadtgebiet von Lausanne war bereits im 4. Jahrtausend vor Christus besiedelt. Die Römer errichteten an der Stelle einer keltischen Siedlung im Bereich des heutigen Vidy ein Militärlager, das sie ''Lousanna'' nannten. Seit dem
1. Jahrhundert nach Christus entwickelte sich hier am Umschlagplatz von den Handelsschiffen auf dem Genfersee auf Pferdefuhrwerke ein römischer
Vicus. Dieser erreichte vermutlich eine Grösse von 1.2 km Länge und 250 m Breite und war der grösste Vicus der Schweiz. Im Lauf des
3. Jahrhunderts wurde diese Römersiedlung durch Einfälle der
Alamannen bedrängt und wahrscheinlich um
260 zerstört.
Bereits im
3. Jahrhundert entwickelte sich auf dem Hügel, wo sich heute die Kathedrale befindet, eine kleine Handwerkersiedlung oder ein Refugium. Der Name der Römersiedlung wurde auf diesen Ort übertragen. Im
6. Jahrhundert wurde auf diesem Hügel die erste Kirche errichtet, die dem heiligen Thyrsus geweiht war. Bischof
Marius von Avenches Marius verlegte seinen Sitz in der zweiten Hälfte des 6. Jahrhunderts von
Avenches nach Lausanne und begründete damit das
Bistum Lausanne. Er wurde
594 in der damaligen Kirche beigesetzt.
Der zunächst noch relativ kleine Ort gehörte in der Zeit von
888 bis
1032 zum Königreich
Hochburgund. Während des
11. Jahrhunderts entwickelte sich Lausanne zu einem politischen, wirtschaftlichen und religiösen Zentrum. Die Stadt wurde zum Zentrum der weltlichen Herrschaft der Bischöfe. In der nachfolgenden Zeit, insbesondere im
12. Jahrhundert 12. und
13. Jahrhundert erlebte Lausanne eine eigentliche Blütezeit.
Die Bürgerschaft von Lausanne, die sich
1234 ihre ersten politischen Rechte erkämpft hatte, erhielt in den folgenden Jahrhunderten immer wieder Unterstützung von den Grafen von
Savoyen gegen die Herrschaft der Bischöfe.
1476 wurde die Stadt von burgundischen Truppen unter
Karl der Kühne Karl dem Kühnen besetzt und nach der Schlacht von Grandson von den Eidgenossen geplündert. Am
6. Juli 1481 schlossen sich die Cité und die Unterstadt zusammen, die sich vorher unabhängig voneinander entwickelten. Die Stadt schloss
1525 mit Bern und Freiburg Burgrechtsverträge.
Bild:Lausanne-cathe4.JPG thumb|left|Chor der Kathedrale
Ein neues Kapitel in der Geschichte der Stadt Lausanne beginnt
1536, als die Berner das Waadtland eroberten. Die Bewohner der Stadt begrüssten die Einführung der
Reformation, und der damalige Bischof Sebastian von Montfaucon musste nach Savoyen fliehen. Damit verlor Lausanne seinen Status als Bischofssitz (das Bistum Lausanne, Genf und Freiburg hat seinen Sitz seit
1613 in
Freiburg im Üechtland Freiburg). Dass die Berner die Bevölkerung von Lausanne zu ihren Untertanen machten und Lausanne zu einer Provinzstadt degradierten, wurde von den Einwohnern verständlicherweise mit Widerwillen entgegengenommen. Es gab deshalb mehrere Erhebungen gegen die Berner Vorherrschaft, darunter
1588 die Verschwörung von
Isbrand Daux, der das Waadtland in die Hände von Savoyen spielen wollte, und der Widerstand unter
Jean Daniel Abraham Davel im Jahr
1723.
Die Berner richteten
1536 die Vogtei Lausanne ein, die einen wesentlich grösseren Umfang als der heutige Bezirk Lausanne hatte. Sie erstreckte sich von der
Venoge entlang des Genferseeufers nach Osten bis vor die Stadt Vevey, umfasste im Norden die Hochfläche des Jorat und reichte im Nordosten bis in das Einzugsgebiet der
Broye (Fluss) Broye.
Nach dem Zusammenbruch des
Ancien régime wurde Lausanne im Gefolge der Waadtländer Revolution
1798 zum Hauptort des Canton du Léman, der während der
Helvetik bis
1803 Bestand hatte, und anschliessend mit der Inkraftsetzung der
Mediation (Geschichte) Mediationsverfassung im Kanton Waadt aufging. Damit wurde Lausanne zur Hauptstadt des neugeschaffenen Kantons. Als wichtiger Verwaltungssitz erlebte die Stadt im Lauf des
19. Jahrhunderts im Zuge der
Industrialisierung einen raschen wirtschaftlichen Aufschwung. Durch die rege Bautätigkeit wuchs die Lausanne bereits um
1900 bis an seine Stadtgrenzen. Projekte einer Eingemeindung der Nachbarorte
Renens,
Prilly und
Epalinges scheiterten in der ersten Hälfte des
20. Jahrhunderts allesamt an der Ablehnung durch die Bevölkerung der Vorstädte. Im Schloss von Ouchy wurde am
24. Juli 1923 der
Vertrag von Lausanne geschlossen. Von Juni bis Juli
1932 fanden in der
Konferenz von Lausanne die Verhandlungen über Deutschlands Reparationen statt.
Sehenswürdigkeiten
Bild:Lausanne Saint-Maire.jpg thumb|left|Schloss Saint-Maire
Lausanne besitzt eine Reihe von sehenswerten Bauwerken. Herausragendes Bauwerk der Stadt ist die
Kathedrale Notre-Dame (Lausanne) Kathedrale Notre-Dame. Im ''Quartier de la Cité'' auf dem Hügel bei der Kathedrale sind weitere bedeutende mittelalterliche Bauten erhalten. Das Schloss Saint-Maire ist ein von vier Ecktürmen flankierter massiver kubischer Bau, dessen oberstes Geschoss Backsteinarchitektur zeigt. Es wurde zu Beginn des
15. Jahrhunderts an der Stelle des Priorats Saint-Maire errichtet, diente als Bischofssitz und war während der Berner Zeit Sitz des Landvogts. Das alte bischöfliche Schloss an der Place de la Cathédrale stammt in seinem Kern aus dem
11. Jahrhundert, im Lauf der Zeit wurden aber mehrere neuere Gebäudeflügel angebaut; der Jacquemard-Turm (
1360-
1380 80) war Teil der ursprünglichen Stadtbefestigung. Nahebei steht das Haus Gaudard von
1670. Die ehemalige Akademie, ein rechteckiges Gebäude mit Treppenturm, wurde von
1579 bis
1587 erbaut. Von
1803-
1806 06 stammt das
Klassizismus klassizistische Bâtiment du Grand Conseil. Mit dem westlich angrenzenden Quartier de la Palud ist der Stadtteil Cité durch gedeckte Treppenläufe verbunden.
Bild:Lausanne_Hausfront.JPG thumb|Lausanne zeigt sich optisch mitunter mediterran beeinflusst
Das ''Quartier de la Palud'' entwickelte sich in einer ehemals sumpfigen Geländemulde und diente als Marktquartier von Lausanne. Hier befindet sich das Hôtel de Ville (Rathaus), das
1672-
1675 75 an der Stelle eines Vorgängerbaus errichtet und im
18. Jahrhundert 18. und
19. Jahrhundert vergrössert wurde. Es zeigt eine zweigeschossige
Renaissancefassade über Arkaden und besitzt einen Glockenturm. Im weiteren sind das Maison de Seigneux (heute Polizeiposten) in einem Stil im Übergang vom
Barock zum Frühklassizismus (
1732), das Haus Crousaz aus dem
18. Jahrhundert und der Gerechtigkeitsbrunnen (
16. Jahrhundert; das Original befindet sich im Museum) zu nennen. An der Place de la Riponne stehen der Palais de Rumine (
1898-
1906) im Neurenaissancestil, das ursprünglich zur Aufnahme der Universität, der Bibliothek und eines Museums bestimmt war, sowie das ehemalige Musée Arlaud (
1836-
1839 39).
Im ''Quartier du Bourg'' befindet sich die reformierte Kirche Saint-François, ehemalige Kirche des
1258 gegründeten Franziskanerklosters. Der einschiffige Bau mit Kreuzrippengewölbe stammt von
1270, musste aber
1368 nach einem Brand neu erstellt werden. Der Glockenturm wurde im
15. Jahrhundert errichtet.
Am Eingang zum ''Quartier Saint-Laurent'' steht die Tour de l'Ale, ein Rundturm aus dem
13. Jahrhundert 13. und
14. Jahrhundert, der als eines der wenigen mittelalterlichen Festungsbauwerke noch erhalten ist. Die reformierte Kirche Saint-Laurent wurde
1716-
1719 19 an der Stelle einer Kirche aus dem
11. Jahrhundert erbaut und
1761-
1763 63 mit einer Barockfassade versehen. Das Maison de l'Elysée ist ein Herrenhaus, das
1780-
1783 83 erstellt wurde.
In den Aussenquartieren befinden sich zahlreiche Schlösser und Herrensitze sowie andere Prachtbauten. Dazu zählen das Schloss Beaulieu (
1763-
1766 66), das Schloss Béthusy aus dem
18. Jahrhundert, das klassizistische Haus Villamont (
1791-
1793 93), das Maison de Mon-Repos (
1819-
1827 27), in dem früher das Musée Olympique untergebracht war, sowie die imposanten
Neoklassizismus neoklassizistischen Bauten des Bundesgerichts (Tribunal Fédéral;
1922-
1927 27), der Kantonalbank (
1903) und des Postgebäudes (
1896-
1900).
In Ouchy, dem traditionellen Hafen von Lausanne, stehen mehrere Hotelbauten aus dem
19. Jahrhundert, beispielsweise das Hôtel du Château d'Ouchy (
1889-
1893 93) im neugotischen Stil, das Hôtel d'Angleterre (
1775-
1779 79) und das Hôtel Beau-Rivage (
1858-
1861 61). Entlang des Genfersees gibt es ausgedehnte Parkanlagen mit Skulpturen sowie am Quai eine neugotische Turmruine von
1830.
Persönlichkeiten mit Bezug zu Lausanne
Bild:Lausanne MO.jpg thumb|Skulptur am Genfersee
Bild:Lausanne_Ouchy_Skulptur.JPG thumb|am Ufer von Ouchy
Schweizer
*
Aloïse Corbaz, Künstlerin
*
David Bennent, Schauspieler
*
Jean Louis Burckhardt, Orientreisender
*
Stéphane Chapuisat, Fussballspieler
*
Jean Daniel Abraham Davel, Offizier und Rebell
*
Jean-Pascal Delamuraz, Bundesrat
*
Alexandre Denéréaz, Komponist
*
Oswald Heer, Paläontologe
*
Ludovic Magnin, Fussballspieler
*
Franziska Rochat-Moser, Leichtathletin
*
Fabienne Pakleppa, Schriftstellerin
*
Auguste Piccard, Wissenschaftler
*
Bertrand Piccard, Wissenschaftler
*
Félix Vallotton, Maler und Grafiker
*
Pierre Viret, Reformator von Lausanne
*
Oswald Zappelli, Fechter
Ausländer
*
Umberto Agnelli, italienischer Unternehmer
*
Jean Anouilh, französischer Schriftsteller
*
Victoria von Battenberg, Königin von Spanien
*
Alejo Carpentier, kubanisch-französischer Schriftsteller
*
Pierre de Coubertin, französischer Baron und IOC-Gründer
*
Carl Peter Fabergé, Goldschmied und Juwelier
*
Fausia von Ägypten Fausia, persische Kaiserin
*
Philipp von Ferrary, Philatelist
*
Guillaume Franc, französischer Komponist
*
Egon von Fürstenberg, deutsch-italienischer Modedesigner
*
José Giovanni, Schriftsteller und Filmemacher
*
Waldemar Mordecai Haffkine, ukrainischer Bakteriologe
*
Robin Kenyatta, amerikanischer Saxophonist
*
Carl Gustaf Mannerheim, finnischer Offizier und Staatsmann
*
James Mason, englischer Filmschauspieler
*
Adam Mickiewicz, polnischer Dichter
*
Vladimir Nabokov, russischer Schriftsteller
*
Hugo Pratt, italienischer Comic-Autor
*
Ubol Ratana, thailändische Prinzessin
*
Georges Simenon, französischer Schriftsteller
*
Karol Szymanowski, polnischer Komponist
*
Roger Verey, polnischer Ruderer
*
Eugène Viollet-le-Duc, französischer Architekt
Weblinks
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-
Offizielle Website der Stadt Lausanne
-
Artikel ''Lausanne (commune)'' (französisch) im
Historisches Lexikon der Schweiz Historischen Lexiko der Schweiz
-
Informationen für Touristen
-
Umfangreiches Archiv von Luftaufnahmen der Stadt
-
Die Schlösser von Lausanne
-
Universität Lausanne
-
Eidg. Technische Hochschule Lausanne
-
Olympisches Museum
-
Photos Lausanne
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