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Landwehrkanal
*** Shopping-Tipp: Landwehrkanal
{{Dieser Artikel|beschäftigt sich mit dem Berliner Landwehrkanal, zur ursprünglichen Funktion des Wassergrabens siehe Landwehr (Festung).}}
Bild:Karte_landwehrkanal_berlin.png thumb|Karte Berliner Wasserwege
Bild:Berlin Urbanhafen 1900.jpg thumb|Urbanhafen um 1900
Bild:Berlin_Bruecke_Landwehrkanal_Hoch_und_Anhalter_Bahn.jpg thumb|Hochbahnbrücke über den Kanal, um 1900
Bild:Landwehrkanal Berlin30.JPG thumb|Landwehrkanal in Berlin-Kreuzberg (Reichpietschufer/Schöneberger Ufer)
Bild:Landwehrkanal_Kreuzberg.jpg thumb|Uferpromenade im Bezirk Kreuzberg
Bild:Anhalter Steg.jpg thumb|Brücken über den Landwehrkanal
Bild:RosaLuxemburg2a.jpg thumb|Gedenkstätte für Rosa Luxemburg am Landwehrkanal
Der '''Landwehrkanal''' wurde zwischen 1845 und 1850 in Berlin gebaut, um die Spree als Transportweg zu entlasten. Er verbindet die obere Spree am Osthafen (Berlin) Osthafen mit der unteren Spree und fließt durch die Stadtteile Berlin-Kreuzberg Kreuzberg, Berlin-Neukölln Neukölln, Berlin-Tiergarten Tiergarten und Berlin-Charlottenburg Charlottenburg.
Vorgeschichte, Planung und Bau
Der Begriff der ''Landwehr'' oder ''Landhege'' bezeichnete im Mittelalter spätmittelalterlichen Festungsbau eine vor der Stadtmauer liegende Feldbefestigung. Sie markierte oft die Außengrenzen des städtischen Einflussbereiches. Schon vor 1700 (der genaue Zeitpunkt ist nicht bekannt) wurde vor der Berliner Stadtmauer zwischen Schlesisches Tor Schlesischem und Hallesches Tor Halleschem Tor ein sogenannter ''Landwehrgraben'' angelegt. Er sollte Spreewasser aufnehmen, wenn der Fluss Hochwasser führte und wurde 1705 zum Floßgraben ausgebaut, um die Holztransporte zum Königlichen Holzplatz am Halleschen Tor zu erleichtern.
Im frühen 19. Jahrhundert reichte die Transportkapazität der Spree nicht mehr aus. Insbesondere die Mühlendamm-Schiffsschleuse Schleuse, die nun schon mitten in der Stadt lag, war den Anforderungen nicht mehr gewachsen. Die Schleusenkammern waren zu schmal und zu kurz, die Wartezeiten wurden unzumutbar lang. Es entstand die Idee einer Wasserstraße, die den Durchgangsverkehr außen um die Stadtmauern herumleiten sollte. Ein Plan von 1818 sah einen Umgehungskanal vor, der elf Meter breit und mindestens 1,30 Meter tief sein sollte. Die Vorbereitungen für den Bau waren schon weit gediehen, als König Friedrich Wilhelm III. (Preußen) Friedrich Wilhelm III. das Unternehmen 1820 aus Kostengründen abbrechen ließ.
1840 erhielt Peter Joseph Lenné den Auftrag für verschiedene größere Projekte im Süden Berlins. Parallel zur Bebauung des Köpenicker Feldes und zum Bau des Luisenstädtischer Kanal Luisenstädtischen Kanals verfolgte er die alte Idee eines Entlastungskanals für die Spree. Neben seinem eigentlichen Zweck sollte er für die Entwässerung der Felder sorgen, die als Bauland vorgesehen waren und den Materialtransport zu den Baustellen erleichtern. Bürokratische Vorgänge verursachten erhebliche Verzögerungen. 1845, bei Baubeginn, lag noch nicht einmal die genaue Trasse in allen Punkten fest. Der Ingenieur Helfft als Bauleiter des Kanals beschrieb die Linienführung: „''Der ungefähr 1 3/8 Meilen'' [10,4 Kilometer] ''lange Landwehrkanal tritt oberhalb des Schlesischen Thores, nicht weit von der ehemaligen Mündung des Landwehrgrabens aus der Spree … und mündet endlich oberhalb Lietzow, bei dem neuen königlichen Salzmagazine, in die Spree aus''.“ Am 2. September 1850 fand die Einweihung statt. Die Presse und die Berliner Bevölkerung nahmen kaum Notiz davon, der Kanal lag schließlich weitab, noch außerhalb der Stadtmauern.
Eigenschaften und Entwicklung
Der Landwehrkanal war an der Oberfläche 20 Meter, an der Sohle aber nur 10 Meter breit, die Ufer waren also abgeschrägt, sodass Schiffe nicht direkt anlegen konnten. Durch Schleusentore an beiden Endpunkten (Oberschleuse an der Lohmühleninsel und Unterschleuse) ließ sich die Wassertiefe regulieren, sie sank nie unter 1,50 Meter, unabhängig vom Wasserstand der Spree. Ursprünglich lagen zwei Hafen Häfen am Kanal, der Urbanhafen im Stadtteil Kreuzberg und der Berlin-Schöneberg Schöneberger Hafen auf dem Gelände des heutigen Mendelssohn-Bartholdy-Parks. Vom Urbanhafen aus, von dessen einstiger Ausdehnung nur ein wesentlich kleineres, schmales Becken geblieben ist, führte der Luisenstädtische Kanal über den Wassertorplatz, Oranienplatz und das Engelbecken nach Norden zur Spree. Er wurde 1926/27 zugeschüttet und durch einen breiten, stellenweise parkartigen Grünstreifen ersetzt. Lenné hatte am Landwehrkanal zur Erholung der Einwohner in den neu entstehenden Stadtvierteln baumbestandene Uferpromenaden anlegen lassen. Ob dieser Zweck damals erreicht werden konnte, ist zumindest fraglich: Berlin hatte noch keine Kanalisation, die Abwässer flossen ungeklärt in den Kanal, in dem die Anwohner auch wuschen und badeten.
Die Möglichkeiten des Kanals waren bald erschöpft. Bei Begegnungen oder Überholmanövern wurden die Uferbefestigungen immer wieder beschädigt, Sand brach durch und beeinträchtigte die Schifffahrt. Nach einer Verfügung von 1880 durfte der Verkehr nur noch in jeweils einer Richtung durchgeleitet werden. Ein erster Ausbau erfolgte zwischen 1883 und 1890. Die neue Wassertiefe betrug nun 1,75 Meter. Brücken, die bisher bei jeder Schiffspassage hochgezogen werden mussten, wurden umgebaut.
Der zweite große Umbau zwischen 1936 und 1941 brachte weitere Verbesserungen. Schleusen wurden verlegt und erweitert. Nachdem die Uferschrägen beseitigt waren, hatte der Kanal eine nutzbare Breite von 22 Meter, Schiffe konnten anlegen, ohne den Durchgangsverkehr zu behindern. In der Mitte der Fahrrinne war der Kanal jetzt 2 Meter tief. Die Brücken blieben allerdings unverändert – bei Durchfahrten wird der Raum nach oben knapp.
Funktionswandel und Einzelaspekte
Nach den Verheerungen des Zweiter Weltkrieg Zweiten Weltkriegs, als gewaltige Mengen Trümmerschutt abtransportiert werden mussten, hatte der Landwehrkanal noch einmal eine wichtige Funktion. Später, während sich bei zunehmender Motorisierung der Lastverkehr auf die Straße verlagerte, verlor der Kanal allmählich seine Bedeutung als Transportweg für Massengüter. Inzwischen wird er fast nur noch von Ausflugsschiffen und Sportbooten genutzt. Die Uferbefestigungen mit ihren Geländern und Treppen stehen unter Denkmalschutz.
Im ebenfalls denkmalgeschützten Pumpwerk Hallesches Ufer ist das Lapidarium (Berlin) Berliner Lapidarium untergebracht. Hier werden steinerne Denkmal Denkmäler aufbewahrt, die zur Zeit nicht gebraucht werden oder die besonders geschützt werden müssen, während an ihren einstigen Standorten Kopien zu sehen sind.
Am Rande des Landwehrkanals und im Großer Tiergarten Großen Tiergarten wird an die Ermordung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht am 15. Januar 1919 erinnert. Rosa Luxemburg war während des Abtransports nach einem Verhör im Wagen erschossen worden. Die Mörder, Angehörige eines Freikorps, warfen ihren Körper in den Kanal. Ihre Leiche konnte erst Anfang Juni 1919 geborgen werden.
In den 1920er Jahren wurde nach einem Selbstmordversuch Anna Anderson aus dem Landwehrkanal gerettet, die behauptete, die russische Zarentochter Anastasia Nikolajewna Romanowa zu sein.
Weblinks
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- Wasserstadt Berlin – viele Fotos vom Landwehrkanal
- Landwehrkanal Panorama – Interaktives 360° Panorama auf der Brücke zum Tiergarten
{{Koordinate Artikel|52_29_52_N_13_23_33_E_type:waterbody_region:DE-BE|52° 29′ 52″ N, 13° 23′ 33″ O}}
Kategorie:Kanal in Berlin
Kategorie:Bundeswasserstraße
no:Landwehrkanal
sv:Landwehrkanal
*** Shopping-Tipp: Landwehrkanal
[Der Artikel zu Landwehrkanal stammt aus dem Nachschlagewerk Wikipedia, der freien Enzyklopädie. Dort findet sich neben einer Übersicht der Autoren die Möglichkeit, den Original-Text des Artikels Landwehrkanal zu editieren.
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