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Kurland
*** Shopping-Tipp: Kurland
{{Dieser Artikel|befasst sich mit der historischen Landschaft Lettlands. Für den gleichnamigen dänischen Ringer siehe Abraham Kurland.}}
Bild:Latvian regions and latvians.png 300px|thumb|Regionen Lettlands
'''Kurland''' ({{lv|''Kurzeme''}}) ist neben Semgallen (''Zemgale''), Oberlettland (''Augšzeme''), Livland Zentral-Livland (''Vidzeme'') und Lettgallen (''Latgale'') eine der fünf historischen Landschaften Lettlands.
Kurland liegt südwestlich des Flusses Düna Daugava (''Düna'') und bezeichnet den von Ostsee und Rigascher Meerbusen Rigaschem Meerbusen umfassten Westteil des Landes um die Städte LiepÄ?ja (''Libau'') und Ventspils (''Windau''). Die Hauptstadt Kurlands war bis 1919 Jelgava (''Mitau''). Nördlichster Punkt Kurlands ist Kap Kolka. Kurland umfasst eine Fläche von 13.628,28 km². Das Gebiet ist mit Ausnahme der hügeligen Gegend um Talsi (''Talsen'') in der ''Kurländischen Schweiz'' relativ flach. Hauptfluss ist die Venta (''Windau'').
Geschichte
''Hauptartikel: Herzogtum Kurland und Semgallen''
Ordenstaat
Bild:Teutonic state 1250.png 200px|thumb|left|Der [[Ordensstaat um 1250]]
Kurland ist nach dem baltischen Volk der Kuren benannt, das nach der gewaltsamen Unterwerfung der Region durch den Livländischer Orden Livländischen Orden und Deutscher Ritterorden Deutschen Ritterorden im 13. Jahrhundert in den Letten aufgegangen ist. Das Volk der Kuren besiedelte ursprünglich neben dem jetzigen Kurland auch einen schmalen südlich angrenzenden Küstenstreifen, wovon die Bezeichnungen Kurische Nehrung und Kurisches Haff in Litauen zeugen. Neben Letten, Kuren und den fast ausgestorbenen Liven an der Nordspitze um Domesnäs/Kap Kolken wohnten in Kurland seit dem Mittelalter Deutsche und Schweden, sowie in der Neuzeit auch Russen.
Großgrundbesitzer und Stadtbürger, Pastoren, Ärzte (also die gebildeten Schichten) und auch Handwerksmeister waren vom Mittelalter bis weit in das 20. Jahrhundert größtenteils Deutsch-Balten. Die deutsche Sprache war die Sprache der Oberschicht, die lettische Sprache die Sprache der einfachen Leute.
Bild:Lv_kurzeme.png 100px|thumb|Wappen des Herzogtums Kurland unter [[Gotthard Kettler]]
Ende des 12. Jahrhunderts n. Chr. errichteten niederdeutsche Kaufleute und Missionare an der Düna Handels- und Missionsstationen. Kurland wurde Anfang des 13. Jahrhunderts vom Schwertbrüderorden unterworfen; es wurden deutsche Städte gegründet, auf dem Land siedelten aber weiter die Kuren, nun unter deutscher Adelsherrschaft. 1237 vereinigte sich der Schwertbrüderorden mit dem Deutscher Orden Deutschen Orden.
Parallel dazu begann der Deutsche Orden von Chełmno (Weichsel) Kulm aus ab 1231 mit der Eroberung des Gebietes der Pruzzen, das durch Friedrich II. (HRR) Friedrich II. 1226 in der Goldene Bulle Goldenen Bulle von Rimini dem Orden als Ordensland übergeben worden war und 1234 formell dem Papst unterstellt wurde. 1309 eroberte der Orden Pommerellen von Polen und erhielt damit eine gemeinsame Grenze mit dem Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation Deutschen Reich.
Durch die Polen-Litauen polnisch-litauische Union 1386 erhielt der Orden erstmals einen übermächtigen Gegner. Nach dem 2. Frieden von Thorn 1466 wurde der Ordensstaat geteilt. Der östliche Teil des Ordenslandes blieb in der Hand des Ordens, der Ordensstaat wurde gegenüber Polen lehnspflichtig. Pommerellen, das Kulmerland und Teile des ehemals prussischen Gebietes wurden zu einem weltlichen Herzogtum Preußen zusammengefasst, das in Personalunion mit Polen verbunden wurde (sog. königliches Preußen, später größtenteils Provinz Westpreußen). Danzig, Thorn und Elbing wurden „freie“ Städte unter der Herrschaft des Königs von Polen („Polnische Krone“). Die nördlichen Gebiete von Kurland und Livland mit der Hauptstadt Riga blieben zunächst unabhängig unter Leitung eines Landmeisters des Ordens, erweckten jedoch Begehrlichkeiten Schwedens und Russlands.
Zahlreiche Kriege
Der erste russische Vorstoß wurde 1502 durch Landmeister Wolter von Plettenberg abgewehrt. Ein zweiter Vorstoß 1558 durch Iwan IV. (Russland) Iwan IV. eröffnete den Livländischer Krieg Livländischen Krieg (1558–1582). 1561 unterstellten sich, vertreten durch ihre Ritterschaften, Kurland und Livland Polen polnischer Oberhoheit, um sich gegen die russische Bedrohung abzusichern. Polen geriet dadurch in Konflikt mit Russland und Schweden (Dreikronenkrieg). Nach dem Tod des kurländischen Herzogs Gotthart von Kettler teilten sich seine Söhne Wilhelm von Kettler und Friedrich von Kettler 1596 das Herzogtum in das westliche Kurland und das östliche Semgallen. Wilhelm überwarf sich mit dem Landadel, der durch die polnischen Oberherren unterstützt wurde, und musste schließlich das Land verlassen. Friedrich konnte 1616 daher wieder beide Landesteile unter sich vereinen. Durch den polnisch-schwedischen Krieg 1600–1629 um die Vorherrschaft im Baltikum war Kurland im Ergebnis weniger betroffen. 1629 eroberte Schweden Livland, Kurland blieb ein selbständiges Herzogtum unter Polen polnischer Oberhoheit. Auch der südöstlichste Teil Livlands um Dünaburg blieb polnisch. 1795 fiel das Herzogtum dann durch Eroberungen Peter der Große Peters des Großen an Russland und bildete mit dem damaligen Estland (dem heutigen Nordteil der Estland Republik Estland) und Livland eines der drei Ostseegouvernements, die vom Deutschbalten deutsch-baltischen Adel jeweils autonom verwaltet wurden.
Blütezeit und schwedische Besetzung
Bild:Baltikum_1686.png 300px|thumb|Das Baltikum um 1686; Kurland ist das obere rot-weiß gestreifte Gebiet, das untere gestreifte Land ist das [[Herzogtum Preußen]]
Unter Herzog Jakob Kettler hatte Kurland seine höchste wirtschaftliche Blüte erreicht. Der weltgewandte Herzog war ein Anhänger merkantiler Ideen und suchte Handelsbeziehungen nicht nur zu den direkten Nachbarn, sondern auch nach England, Frankreich, Portugal und anderen. Schiffbau und Metallverarbeitung wurden gefördert. Die kurländischen Hafenstädte Windau (Ventspils) und Liebau (Liepaja) wurden Heimathäfen einer der größten europäischen Handelsflotten. Mehrfach versuchte Kurland, Kolonien in Tobago und Guinea aufzubauen. Dies führte zu Konflikten mit anderen Kolonialmächten und Einheimischen, die das kleine Kurland nur mit Schwierigkeiten bewältigte.
Das Ende des kurländischen Kolonialismus kam mit dem zweiten schwedisch-polnischen Krieg: 1655 fiel die schwedische Armee in das reiche Kurland ein, 1658 geriet der Herzog in schwedische Gefangenschaft. Die Kolonien fielen an die Niederlande und England, die Handelsflotte wurde weitgehend vernichtet. Nach dem Friedensschluss konnte Tobago zwar zurück gewonnen werden, aber die Wirtschaftskraft Kurlands war zerstört.
Der Sohn von Herzog Jakob, Friedrich II. Kasimir Kettler, betrieb eine aufwändige Hofhaltung, während die Wirtschaft weiter darnieder ging. Zur Finanzierung verkaufte er Tobago an britische Kolonisten. (Weitere Informationen zur Geschichte der kleinsten Kolonialmacht Europas unter Kurländische Kolonisierung Amerikas und James Island.)
1726 wählten die Stände von Kurland auf Antrieb von Anna (Russland) Anna Iwanowna - Witwe des Friedrich III. Wilhelm Kettler und Tochter des Zaren Iwan V. (Russland) Iwan V. - Moritz Graf von Sachsen zum Herzog. Durch russischen Einfluss verdrängt, ging Moritz 1729 wieder außer Landes. Nach dem Aussterben der Kettler-Dynastie 1737 wurde Ernst Johann von Biron Herzog, ein Günstling der Zarin Anna (Russland) Anna, der den Thron an seinen Sohn Peter von Biron Peter weitervererbte.
Unter russischer und sowjetischer Herrschaft
Bild:Rzeczpospolita265.png thumb|250px|left|Vergleich [[Polen-Litauens mit heutigen Grenzen Legende: 1. Königreich Polen Polen, 2. Großherzogtum Litauen Litauen, 3. Herzogtum Livland Livland, 4. '''Kurland''' (Teil Livlands), 5. Herzogtum Preußen Preußen]]
Der Frieden von Nystad (finnisch: Uusikaupunki) hatte am 10. September 1721 den Großen Nordischen Krieg zwischen Schweden und Russland beendet, Schweden musste danach die Provinzen Livland, Estland und Ingermanland sowie einen Teil Kareliens an Russland abtreten. Nach der Dritten Teilung Polens kam 1795 Kurland ebenfalls als „deutsche Provinz“ an Russland. Die durch Peter den Großen den Städten und Ritterschaften zugesicherten Privilegien ermöglichten allerdings eine autonome Selbstverwaltung. Durch Beschluss der baltischen Ritterschaften wurde 1816–1819 die Leibeigenschaft in Kurland, Estland und Livland aufgehoben.
Nach dem Ersten Weltkrieg kam Kurland zur selbständig gewordenen Republik Lettland, welche 1940 von der Sowjetunion okkupiert wurde. Die deutsch-baltische Volksgruppe wurde in der Folge des Deutsch-sowjetischer Nichtangriffspakt Deutsch-sowjetischen Nichtangriffspaktes 1939 in die Gegend von Provinz Posen Posen umgesiedelt, von wo sie später wieder vertrieben wurde.
Im Zweiten Weltkrieg war Kurland von 1941 bis zur deutschen Kapitulation von deutschen Truppen besetzt. Allerdings wollte ein Teil der Heeresgruppe Kurland unter Panzermajor Fritz Töpper zunächst nicht kapitulieren, sondern sich zum „Freikorps“ nach Art von 1919 aufstellen. Töppers plante, jeder Familie ein Stück Ackerland zuzuteilen und sich unter den Schutz des neutralen Schweden zu stellen. Die Rote Armee verhinderte das letztendlich und Kurland wurde der Lettische SSR Lettischen Sozialistischen Sowjetrepublik angeschlossen. Im Jahr 1991 wurde dann mit der Neukonstituierung der lettischen Republik die Unabhängigkeit des Landes hergestellt.
Städte in Kurland
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| valign="top"width="25%" |
*LiepÄ?ja (''Libau'')
*Ventspils (''Windau'')
*Grobina (''Grobin'')
*Aizpute (''Hasenpoth'')
*Kuldīga (''Goldingen'')
| valign="top"width="25%" |
*Saldus (''Frauenburg'')
*PÄ?vilosta (''Paulshafen'')
*Piltene (''Pilten'')
*Tukums (''Tuckum'')
*Talsi (''Talsen'')
|}
Siehe auch
*Kurische Nehrung
*Kurisches Haff
*Kurländische Kolonisierung Amerikas
Weblinks
- Kurland auf lettisch
- Datenbank Kurländische Güterurkunden
- Das Ende von Kurland (DCTP)
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Kategorie:Litauische Geschichte
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[Der Artikel zu Kurland stammt aus dem Nachschlagewerk Wikipedia, der freien Enzyklopädie. Dort findet sich neben einer Übersicht der Autoren die Möglichkeit, den Original-Text des Artikels Kurland zu editieren.
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