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Kompetenz
*** Shopping-Tipp: Kompetenz
{{Redundanztext| 00:17, 26. Jan. 2007 (CET)|Januar 2007|Können|Kompetenz|Vermögen (Fähigkeit)}}
'''Kompetenz''' (v. Latein lat. competere - zusammentreffen, ausreichen, zu etwas fähig sein, zustehen) bezeichnet psychologisch die integrierte Gesamtheit von Fähigkeiten und Fertigkeiten, bezogen auf bestimmte Anforderungen. Juristisch ist Kompetenz gleichbedeutend mit der Zuständigkeit (Recht) Zuständigkeit eines Menschen (oder eines Organ (Recht) Organs), bestimmte Aufgaben selbstständig durchzuführen.
Psychologisch betrachtet definiert man Kompetenz also als
{{Zitat|''die bei Individuen verfügbaren oder durch sie erlernbaren kognitiven Fähigkeiten und Fertigkeiten, um bestimmte Probleme zu lösen, sowie die damit verbundenen Motivation motivationalen, Volition (Psychologie) volitionalen und sozialen Bereitschaften und Fähigkeiten, um die Problemlösungen in variablen Situationen erfolgreich und verantwortungsvoll nutzen zu können.|F. E. Weinert[F. E. Weinert (2001) ''Vergleichende Leistungsmessung in Schulen - eine umstrittene Selbstverständlichkeit'' in F. E. Weinert [Hrsg.], Leistungsmessung in Schulen. Weinheim und Basel: Beltz-Verlag]
}}
Trotzdem stand früher die letzte Bedeutung im Vordergrund, etwa: "Da überschreiten Sie Ihre Kompetenzen!" - gemeint ist, dass die Person etwas tut, was ihr aufgrund bestimmter Rahmenbedingungen (nicht) zusteht. Zunehmend rücken jedoch Qualitäten der Person in den Vordergrund des Verständnisses: "Auf dem Gebiet ist sie sehr kompetent!"
Der Kompetenzbegriff gewinnt in verschiedenen Bereichen zunehmend an Bedeutung. So wird etwa in der Pädagogik seit Ende des 20. Jahrhunderts statt von Qualifikation verstärkt von Kompetenz gesprochen. Der Qualifikationsbegriff war problematisch geworden, weil er die Passung von situativen Anforderungen (etwa einer Tätigkeit) einerseits und den personalen Voraussetzungen zu deren Bewältigung in einen (zu) engen Zusammenhang bringen wollte. Kompetenzen sind weniger eng auf Anforderungen von Berufen oder Tätigkeiten bezogen, sondern sind allgemeine Dispositionen von Menschen zur Bewältigung bestimmter lebensweltlicher Anforderungen bzw. die menschliche Fähigkeit zur Teilhabe an gesellschaftlicher Kommunikation (s. etwa auch der bereits in den 1980er Jahren etablierte Begriff der Kommunikative Kompetenz kommunikativen Kompetenz von Jürgen Habermas Habermas).
Es existiert eine Vieldeutigkeit des Begriffs Kompetenz[Erpenbeck, J., von Rosenstiel, L. (2003): ''Handbuch Kompetenzmessung: Erkennen, verstehen und bewerten von Kompetenzen in der betrieblichen, pädagogischen und psychologischen Praxis.'' Schäffer-Poeschel Verlag, Stuttgart.] [Heyse, V., Erpenbeck, J. (1997): ''Der Sprung über die Kompetenzbarriere: Kommunikation, selbstorganisiertes Lernen und Kompetenzentwicklung von und in Unternehmen.'' Bertelsmann Verlag, Bielefeld.]. Je nach Standpunkt gibt es ganz unterschiedliche Definitionsvorschläge, woraus sich Kompetenzen zusammensetzen.
Verständnis in Psychologie und Pädagogik
Der Kompetenzbegriff in den Erziehungswissenschaften wurde vor allem bekannt durch die PISA-Studie von 2000/2001, die nicht mehr abrufbares Sach- oder Methodenwissen der Schülerinnen und Schülern abprüfte, sondern Lesekompetenz, mathematische und naturwissenschaftliche Kompetenz. Damit ist gemeint die Fähigkeit und Fertigkeit, in den genannten Gebieten Probleme zu lösen und die Bereitschaft, dies auch zu tun. Im erziehungswissenschaftlichen Kompetenzbegriff sind also sachlich-kategoriale, methodische und volitonale Elemente verknüpft einschließlich ihres Transfers auf ganz unterschiedliche Gegenstände.
Der Kompetenzbegriff hat gegenüber älteren pädagogischen Zielbeschreibungen wie etwa den Lernzielen drei Vorzüge.
*Zum einen handelt es sich hier nicht bloß um Abprüfen einzelner Wissens- oder Könnenselemente, sondern einer koordinierte Anwendung verschiedener Einzelleistungen anhand eines für den Probanden jeweils neuen Problems.
*Zum Zweiten orientiert er sich nicht an abstraktem Schulstoff, sondern stets an lebensweltlichen Bezügen des Probanden, am „Sich-Bewähren im Leben“ (Rudolf Messner, 2003).
*Schließlich lassen sich die Kompetenzen untergliedern in vier Kompetenzstufen von der „nominellen Kompetenz“, die die bloße Kenntnis von fachspezifischen Fachwörtern beinhaltet bis zur „multidimensionalen Kompetenz“, die das Verständnis fachwissenschaftlicher Konzepte in ihren wissenschaftsgeschichtlichen, sozialen und individuellen Zusammenhängen umfasst. Diese Stufung erlaubt eine operationalisierbare Leistungsbewertung.
In der Berufs- und Wirtschaftspädagogik werden Kompetenzen teilweise als sog. "Selbstorganisationsdispositionen" definiert. Eine Person, die über ausreichend Kompetenz verfügt, um sachgerecht bestimmte Dinge zu tun, ist in dieser Hinsicht ''kompetent''. Kompetenz erwirbt man unter anderem durch Bildung, Weiterbildungsmaßnahmen, Erfahrung, Selbstreflexion, informelles Lernen aber auch autodidaktisch.
In der Praxis der beruflichen Bildung hat sich in den 1990er Jahren eingebürgert von vier Kernkompetenzen auszugehen, aus der sich alle weiteren Kompetenzen ableiten lassen: ''soziale Kompetenzen'', die ''Fachkompetenz fachliche Kompetenzen'', die ''Methodenkompetenzen'' und ''personale Kompetenzen''.
In der wissenschaftlichen Diskussion wird diese Systematik immer wieder als problematisch aufgefasst. So lassen sich ''fachliche'' und ''methodische'' Kompetenzen inhaltlich schwer trennen. (Es hat sich herausgestellt, dass es kaum "generische" z. B. Problemlösekompetenzen gibt, die sich auf beliebige Fachinhalte übertragen lassen, s. das Problem des mangelnden Lerntransfer).
In der Erziehungswissenschaft wird das Modell (etwa von Dieter Euler) einer Matrix bevorzugt, in der auf der einen Achse die Inhaltsbereiche Fachkompetenz, Sozialkompetenz und Selbstkompetenz unterschieden werden und auf der anderen Achse: Wissen, Fertigkeiten und Einstellungen. Alle Kompetenzbereiche zusammen sind die Grundlage für Handlungskompetenz.
In der Kognitive Psychologie kognitiven Psychologie wird zwischen Aktuelle Kompetenz aktueller Kompetenz, Aktuelle Kompetenz heuristischer Kompetenz und Aktuelle Kompetenz epistemischer Kompetenz unterschieden.
Und im Kontext der europäischen Bildungspolitik umfassen Kompetenzen im weiteren Sinne, die "Selbstständigkeit und Verantwortlichkeit", die "Lern- bzw. Selbstlernkompetenz", die "kommunikative und soziale Kompetenz" sowie die "professionelle und berufliche Kompetenz".
Verständnis im juristischen Sinne
Im juristischen Kontext sowie in der politischen Theorie ist Kompetenz gleichbedeutend mit Zuständigkeit (Recht) Zuständigkeit; diese kann sich nicht nur auf Personen, sondern auch auf Institutionen und Organ (Recht) Organe beziehen. Wenn ein Amtsträger oder eine Institution eine bestimmte Kompetenz hat, dann bedeutet dies, dass sie in einem bestimmten Bereich zum Handeln ermächtigt ist. Siehe Gesetzgebungskompetenz, Verwaltungskompetenz, Richtlinienkompetenz.
Der Begriff Kompetenz in der Biologie
Ursprünglich stammt der Begriff "Kompetenz" aus der Biologie und beschreibt die Bereitschaft von embryonalen Zellen, auf einen Reiz zu reagieren (Zellkompetenz). Eine weitere Bedeutung von "Kompetenz" in der Biologie ist die Fähigkeit und Bereitschaft von Zellen, nackte DNA aufzunehmen, die außerhalb der Zellen vorliegt (Kompetenz (Bakterien)).
Arten von Kompetenz
Der Begriff der Kompetenz wird auch in folgenden Zusammenhängen verwendet:
*Alltagskompetenz
*Kompetenz (Organisation) Durchführungskompetenz, Kompetenz (Organisation) Leitungskompetenz
*Fachkompetenz, Sachkompetenz
*Feldkompetenz
*Handlungskompetenz
*Informationskompetenz
*Inkompetenzkompensationskompetenz
*Interkulturelle Kompetenz
*Internet-Kompetenz
*Kernkompetenz
*Kompetenz und Performanz in der Sprachwissenschaft
*Kompetenzkompetenz
*Lesekompetenz Lese- und Schreibkompetenz
*Medienkompetenz
*Methodenkompetenz
*Personale Kompetenz oder Humankompetenz
*Selbstkompetenz
*Sozialkompetenz
Aktuelle Kompetenz
Die aktuelle Kompetenz ist die subjektive Einschätzung der eigenen Erkenntnis- und Handlungsmöglichkeiten. Sie ergibt sich nach Dietrich Dörner aus heuristischer Kompetenz und epistemischer Kompetenz, wobei erstere Problemlösefähigkeiten und letztere Fachexpertise meint.
Siehe auch
* Kompetenzmanagement
* Kulturtechnik
Literatur
* D. Dörner: ''Problemlösen als Informationsverarbeitung.'' Kohlhammer, Stuttgart 1975
* Langemeyer, Ines: ''Kompetenzentwicklung zwischen Selbst- und Fremdbestimmung. Arbeitsprozessintegriertes Lernen in der Fachinformatik. Eine Fallstudie.'' Münster: Waxmann 2005 (ISBN 3-8309-1555-1)
Quellen und Einzelnachweise
Weblinks
{{Wiktionary|Kompetenz}}
- www.wissenschaft.de: Kompetenz ins Gesicht geschrieben – Welche Gesichtszüge Menschen als kompetent erscheinen lassen und welche nicht
- http://www.hgb-leipzig.de/ARTNINE/huber/aufsaetze/kompetenz.html Hans Dieter Huber: Im Dschungel der Kompetenzen (Begriffsgeschichte, gegenwärtiger Sprachgebrauch, etc.
Kategorie:Können
Kategorie:Sozialpsychologie
Kategorie:Staatsrecht
Kategorie:Verwaltungsorganisation
Kategorie:Gerichtsverfassungsrecht
en:Competence (human resources)
it:Competenza
lt:Kompetencija
nl:Competentie (vaardigheid)
pl:Kompetencja
pt:Incompetência
ru:КомпетенциÑ?
sr:КомпетентноÑ?Ñ‚
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[Der Artikel zu Kompetenz stammt aus dem Nachschlagewerk Wikipedia, der freien Enzyklopädie. Dort findet sich neben einer Übersicht der Autoren die Möglichkeit, den Original-Text des Artikels Kompetenz zu editieren.
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