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Kleinasien
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'''Kleinasien''' (Latein lat. Asia minor, Griechische Sprache griech. ΜικÏ?ά Ασία) oder '''Anatolien''' (Türkische Sprache türk. Anadolu), ist jener Teil der Türkei, der zu Vorderasien gehört. Häufig wird auch Zypern zu Kleinasien gerechnet.
Geographie
Bild:Asia_minor_p20.jpg thumb|Kleinasien und Mesopotamien in der Antike
Bild:Anatolia composite NASA.png thumb|Eine Zusammensetzung aus Satellitenbildern
Fläche und Abgrenzung
Kleinasiens Fläche beträgt 757.000 km² und macht 97 % des türkischen Staatsgebietes aus und etwa 3 % von ganz Asien. Es wird im Süden vom Mittelmeer (türk. ''Akdeniz'') begrenzt, im Norden vom Schwarzes Meer Schwarzen Meer, im Westen von der Ägäis und im Nordwesten von Bosporus, Marmarameer und Dardanellen. Die östliche Grenze von Kleinasien ist nicht genau definiert. Der Einfachheit halber wird sie meist mit der östlichen Landesgrenze der Türkei gleichgesetzt.
Bevölkerung und Religion
Die Bevölkerung hat sich seit 1930 (12 Millionen) auf derzeit 55–58 Millionen (ohne europäische Türkei) vergrößert, was einer Verdoppelung alle 30 Jahre entspricht. Sie besteht heute aus Türken, Kurden und Liste der Turkvölker Angehörigen anderer türkischer Stämme. Daneben existieren noch andere Minderheiten wie die Zaza, Araber, Armenier, Aramäer, Bulgaren, Georgier, Griechen und Tscherkessen.
Hinsichtlich der Religion dominiert der Islam (98 %, davon 70–80 % Sunniten und 20-30 % Aleviten). Die Christen machen 0,2 % aus, zählten aber um 1910 noch etwa 20 % (vornehmlich Griechen im Westen und Norden Pontos-Griechen). Von anderen kleinen Religionsgemeinschaften (genaue Zahlen werden nicht erhoben) sind etwa 20.000 Juden zu erwähnen.
Zwei Hauptstädte und zwei Meerengen
Als Grenze zwischen Europa und Asien gilt seit der Antike der Bosporus. Das an ihm liegende Istanbul hat sich seit 1970 von 2 auf etwa 12 Millionen Einwohner vergrößert. Es war bis 1453 byzantinische und bis 1923 osmanische Hauptstadt. 1923 wurde die Hauptstadt in das viel kleinere, aber für Kleinasien zentrale Ankara verlegt.
Die „Stadt am Bosporus“ teilt sich wegen der interkontinentalen Meeresenge in einen europäischen und einen asiatischen Teil. Sie werden durch dichten Schiffsverkehr und zwei Brücken miteinander verbunden. Bis 2009 ist der Bau eines unter dem Meer verlaufenden Marmaray Eisenbahntunnels geplant.
Die zweite Meeresenge zu Kleinasien sind die Dardanellen (antiker Hellespont) zwischen der europäischen Halbinsel Halbinsel Gallipoli Gallipoli (türk. ''Gelibolu'') und der Region von Troja und Çanakkale. Geologisch gesehen gehören aber Asien und Europa zusammen - als zusammenhängender Großkontinent Eurasien.
Klima
Das Klima ist kontinental geprägt mit heißen trockenen Sommern und kalten und sehr schneereichen Wintern. Im östlichen Teil sinken die Temperaturen im Winter oft bis minus 30 Grad, zum Teil sogar noch darunter.
Geschichte
Frühgeschichte und antike Provinzen
Bild:Kleinasien Hethiter.JPG thumb|Kleinasien zur Zeit der Hethiter
Der Name „Kleinasien“ leitet sich historisch von der römischen Provinz Asia (Provinz) Asia ab, die aber nur den westlichsten Teil der heutigen Türkei bildete.
Um 2000 v. Chr. bestand in Anatolien das Fürstentum der Hatti (auch ''Protohethiter''). Es wurde von Indoeuropäern abgelöst, deren Migration einige Völker vom Kaukasus hierher brachte: Die Palaier Völker der Pala ließen sich im Norden (speziell in Paphlagonien) nieder, die Nesi und Luwier in Mittel- und Südanatolien. Nach ersten Fürstentümern gründeten sie ab 1660 v. Chr. das Großkönigreich der Hethiter (1460 - 1190 v. Chr.). Diese Föderation war neben Ägypten die zweite Großmacht der damaligen Zeit.
Im 9. Jahrhundert v. Chr. etabliert sich das Reich Urartu im späteren Armenien am ostanatolischen Euphrat. König Sadur Sa(r)dur I. (um 830 v. Chr.) errichtet die Hauptstadt Tuschpa am Van-See. Hochwertige Bewässerung und Zucht, Metalle und eigene Hieroglyphen wurden entwickelt. Um 620 v. Chr. wird das Reich von den Skythen erobert und vernichtet.
Nach 700 v. Chr. begannen griechische Ionier und Dorer entlang der Ägäisküste Kolonien zu gründen. In den Jahrhunderten danach wurden u.a. folgende Landschaften unterschieden:
* Vom Nordwesten nach Süden Hellespont (Dardanellen), Mysien, Lydien, Karien und Ionien,
* an der Südküste Lykien, Pamphylien, Pisidien und Kilikien(Kleinarmenien),
* im Norden Bithynien, Pontus, Paphlagonien und Armenien
* und im Landesinneren Galatien (bzw. Phrygien) und Kappadokien.
546 v. Chr. eroberte Persiens Großkönig Kyros II. Lydien und danach die griechischen Städte an der Küste und Lykien. Um 500 v. Chr. wurde Südanatolien dem Perserreich angegliedert. Infolge der Perserkriege fiel die Westküste wieder an die Antikes Griechenland Griechen, wurde aber nach dem Peloponnesischer Krieg Peloponnesischen Krieg wieder persisch.
Alexander der Große setzt mit seinem Heer 334 v. Chr. über das Marmarameer und schlug die Perser vernichtend. Fast ganz Kleinasien wurde Teil des Alexanderreichs. Nach Alexanders Tod teilten die Diadochen das Reich auf, Kleinasien ging größtenteils an Lysimachos und Seleukos I..
Philetairos aus Tios Philetairos spaltete 282 v. Chr. davon die Stadt Pergamon ab, die unter seinen Nachfolgern, den Attaliden, zum einflussreichsten Hellenismus hellenistischen Staat in Kleinasien wurde. 133 v. Chr. wurde das Pergamenische Reich an Rom vererbt und in die Provinz Asia (Provinz) Asia umgewandelt. Um 275 siedelten sich Kelten aus Thrakien nach Plünderungen in Zentralanatolien an und gründeten das Reich Galatien.
Römerreich, Christentum und Byzanz
Image:Byzantine Themes, 950.gif thumb|Die byzantinischen Themen um 950 n.Chr.
Ab 60 v. Chr. kamen die Küstenregionen durch Gnaeus Pompeius Magnus Pompeius zum Römisches Reich Römischen Reich. Ein starker Gegner war König Mithridates VI. Eupator von Pontus (121-63 v.Chr.). Später wurde auch das Landesinnere Annexion annektiert und um das Jahr 65 die Römische Provinz Provinzen neu gegliedert (Pontus im Norden, Cilicia (Kilikien) im Süden und Syria im Osten). Die Könige von Galatien, Kappadokien, und Paphlagonien behielten als Vasallen Roms und als "Puffer" gegen Nachbarvölker ihren Thron.
Mit der „Pax Romana“ des Augustus begann um die Zeitenwende eine Blütezeit bis zum 2. Jahrhundert n. Chr. (Kaiser Trajan und Hadrian (Kaiser) Hadrian). Um das Jahr 50 begann das Christentum Fuß zu fassen, zuerst in Perge, später bis zur Hauptstadt Ephesos und bis Griechenland - siehe z.B. die Paulusbriefe an verschiedene Gemeinden. Auch einige Bischofssitze entstanden, unter anderem in Myra, in dem um 350 der heilige Nikolaus von Myra Nikolaus wirkte. Auch die ersten Konzile fanden in Kleinasien statt.
324 wurde Konstantinopel zur Residenz des Byzantinisches Reich oströmischen Reiches. Nach dem Untergang Westroms (476) blieb Kleinasien ein Kerngebiet des Byzantinischen Reichs. Ende des 11. Jahrhunderts wurden weite Teile von den Türken erobert, doch konnte Byzanz mit dem Beginn der Kreuzzug Kreuzzüge wieder in die Offensive gehen, bis nach dem 4. Kreuzzug Byzanz die Verteidigung in Kleinasien nicht mehr auffrecht erhalten konnte. Bis Mitte des 14. Jahrhunderts fielen die letzten byzantinischen Städte in türkischer Hand.
Seldschuken, Mongolen und Osmanen
Im 11. Jahrhundert drangen aus dem Osten die turkmenischen Seldschuken vor und wurden von Arabien unterstützt. Nach dem Sieg bei Malazgirt (1071) fiel der Großteil Anatoliens an sie. Das Zentrum ihres Reiches war Ikonion (die heutige Großstadt Konya), 200 km südlich von Ankara (Ankyra, ab 1023 Angora).
Im 12. Jahrhundert konnte Byzanz einige Gebiete wieder zurückgewinnen. Das oströmische Reich endete erst 1453 mit dem Fall von Konstantinopel an die Osmanen.
Mit den Mongolen Mitte des 13. Jahrhundert zerfiel das Seldschukenreich in viele Turkfürstentümer. Eine ihrer Dynastien, nach ihrem Führer Osman I. (1281-1326) die Osmanen benannt, unterjochte die umliegenden Gebiete und eroberte 1326 auch den byzantinischen Norden bei Bursa. Im Osmanisches Reich Osmanischen Reich verloren alle o. a. antiken Provinzen endgültig ihre Autonomie und meist auch ihren Namen.
Erster Weltkrieg und „Bevölkerungstausch“
Vor und nach dem Erster Weltkrieg Ersten Weltkrieg zerfiel das Osmanenreich, das im 16. Jahrhundert bis Bosnien und Ungarn expandiert war. Sein kleinasiatischer Teil wurde unter Mustafa Kemal Atatürk Atatürk im Krieg gegen die Griechen vereint, die nach 1918 von Smyrna (İzmir) aus Richtung Ankara vorgedrungen waren. Diese Kämpfe endeten erst 1922 mit der Vertreibung einiger Millionen Menschen und dem „Bevölkerungsaustausch“ 1923 (Vertrag von Lausanne). ''Siehe auch:'' Türkischer Befreiungskrieg
Heute gliedert sich die Türkei in 81 Liste der türkischen Provinzen Provinzen, davon 76 in Kleinasien und 5 im europäischen Teil westlich Istanbuls.
Literatur
* Volker Eid: ''Im Land des Ararat. Völker und Kulturen im Osten Anatoliens''. Darmstadt, Wissenschaftliche Buchgesellschaft 2006. 192 S., 177 farb. Abb., 23 sw-Zeichnungen und Pläne.ISBN 3-534-18206-5.
Neue Medien
Media-Cultura (Hrsg.), in Zusammenarbeit mit dem Badisches Landesmuseum Karlsruhe Badischen Landesmuseum Karlsruhe: ''Die ältesten Monumente der Menschheit. Vor 12.000 Jahren in Anatolien''. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 2007, DVD-ROM.
Siehe auch
* Rumelien
* Großer Mäander, Erdbeben, Plattentektonik
* Geographische Gebiete der Türkei
** Ostanatolien
** Zentralanatolien
** Südostanatolien
** Mittelmeerregion Mittelmeerregion Anatoliens
** Ege Ägäische Region Anatoliens
** Schwarzmeerregion Schwarzmeerregion Anatoliens
** Marmararegion Marmararegion Anatoliens
Weblinks
- Artikel "Anatolien - Die Wiege Europas"
- Bericht der Europäischen Stabilitätsinitiative (ESI): Islamische Calvinisten. Umbruch und Konservatismus in Zentralanatolien
Kategorie:Kleinasien
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Kategorie:Halbinsel (Asien)
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