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Hessisch Oldendorf

*** Shopping-Tipp: Hessisch Oldendorf

{{Infobox Ort in Deutschland |Art = Stadt |Wappen = Wappeen von Hessisch Oldendorf.png |lat_deg = 52 |lat_min = 10 |lon_deg = 9 |lon_min = 15 |Lageplan = |Bundesland = Niedersachsen |Landkreis = Hameln-Pyrmont |Höhe = 61 |Fläche = 120.37 |Einwohner = 19973 |Stand = |PLZ = 31840 31833 |Vorwahl = 05152 |Kfz = HM |Gemeindeschlüssel = 03 2 52 007 |Gliederung = 24 Ortsteile |Adresse = Marktplatz 13
31840 Hessisch Oldendorf |Website = [http://www.hessisch-oldendorf.de/ www.hessisch-oldendorf.de] |Bürgermeister = Beißner |Partei = SPD }} '''Hessisch Oldendorf''' ist eine Stadt im Landkreis Hameln-Pyrmont in Niedersachsen unweit der Weser. 1905 wurde dem Ortsnamen amtlich der Zusatz „Hessisch“ zwecks besserer Unterscheidung im Bahn- und Postverkehr hinzugefügt. Zu jener Zeit gehörte die Stadt noch zum Hessen-Kassel Kurfürstentum Hessen-Kassel.

Geographie


Geographische Lage
An der Weser, 10 km nordwestlich vor der Rattenfängerstadt Hameln, liegt die Stadt Hessisch Oldendorf mit ihrem namensgebenden historischen Kern.

Stadtgliederung
Seit der Gemeindereform von 1973 gliedert sich Hessisch Oldendorf in 8 Ortschaften mit insgesamt 24 Ortsteilen: * '''Hessisch Oldendorf''' - ehemaliges Stadtgebiet/Kernstadt * '''Großenwieden''' - Großenwieden und Kleinenwieden * '''Rohdental''' - Rohden, Segelhorst und Welsede * '''Hohenstein''' - Barksen, Krückeberg, Langenfeld, Wickbolsen und Zersen * '''Süntel''' - Bensen, Haddessen, Höfingen und Pötzen * '''Fischbeck''' - mit Stift Fischbeck und Weibeck * '''Sonnental''' - Friedrichsburg, Friedrichshagen, Fuhlen, Heßlingen, Rumbeck * '''Hemeringen/Lachem''' - Hemeringen und Lachem

Geschichte
* (Hessisch) Oldendorf wurde als Stadt 1233 durch den Grafen Adolf von Schaumburg planmäßig gegründet. Das befestige Oldendorf sollte Mittelpunkt der ca. 25 schaumburgischen Ortschaften der Umgebung werden und dem Grafen helfen, seine Macht zu sichern. * Um 1500 hatte die Stadt ca. 1.300 Einwohner. * 1552 erreichte die Reformation Oldendorf * In der Schlacht bei Oldendorf am 28. Juni 1633 im Dreißigjähriger Krieg Dreißigjährigen Krieg wurde das Kaiserliche Heer von den evangelischen Truppen unter Herzog Georg von Braunschweig und Lüneburg-Calenberg Georg von Calenberg geschlagen. Die Grafschaft Schaumburg blieb evangelisch. *Durch den Tod des letzten Grafen 1640 entstand ein Streit um die Grafschaft, der zu ihrer Aufspaltung in drei Teile führte. Oldendorf fiel zusammen mit Rinteln an die Landgrafschaft Hessen-Kassel, erhielt den Namenszusatz „Hessisch“, und blieb bis 1932 hessisch. Bis zur Angliederung an die Provinz Hannover und der nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgten Gründung des Landes Niedersachsen war Hessisch Oldendorf damit eine Kurhessen Kurhessische Enklave. * Nach Auflösung des Landkreises Grafschaft Schaumburg, wurde Hessisch Oldendorf am 1. August 1977 in den Landkreis Hameln-Pyrmont eingegliedert.

Schlachtfelder rund um Hessisch Oldendorf


Idistaviso-Schlacht (16 n. Chr.)
Die Annalen des Tacitus sind die einzige authentische Quelle, die über den Feldzug der Römer unter Germanicus durch Nord-Germanien 15-16 n. Chr. und seinen Sieg über das Heer des Arminius berichten. Angelegt war dieser überaus sorgfältig angelegte Feldzug der Römer als Rachefeldzug für die schmerzliche römische Niederlage in der Varus-Schlacht im Jahre 9 n. Chr. Das Fehlen von exakten Ortsangaben hat seit Jahrhunderten die Historiker mit unterschiedlichen Hypothesen über die geographische Lage des Idistaviso-Schlachtfeldes beschäftigt. Die Mehrzahl der Autoren legen aber überzeugend dar, dass diese Schlacht nur in den Stauwiesen zwischen Hessisch Oldendorf und Fischbeck stattgefunden haben kann.

Schlacht am Süntel (782)
Im Verlauf der gewaltsamen Christianisierung durch Karl den Großen stoßen im Jahre 782 Franken und Sachsen am Süntel aufeinander. Ein Frankenheer, ursprünglich gegen die Sorben in Thüringen ausgesandt, erfährt von einem erneuten Aufstand der Sachsen, entdeckt deren Lager am Süntel und stürmt blindlings auf den Feind ein. Die Sachsen unter ihrem Führer Herzog Widukind erwarten den Angriff in guter Ordnung; ein Teil von ihnen umgeht die Franken, die daraufhin fast alle erschlagen werden. Die Namen Totental und Blutbach am Hohenstein und das Dachtelfeld (tachteln = schlagen) erinnern noch an das Massaker. Karl der Große rächt sich mit dem „Blutgericht in Verden an der Aller“, bei dem angeblich 4500 Edle der Sachsen hingerichtet wurden. In der lateinischen Handschrift darüber heißt es „decollavit“ (= er hat enthauptet). Wahrscheinlich liegt hier ein Schreibfehler vor, es muss wohl „delocavit“ (= er hat umgesiedelt) heißen. Derartige Umsiedlungen hat Karl häufig zur Disziplinierung unterworfener Stämme durchgeführt.

Schlacht bei Oldendorf (1633)
Das dritte historisch bedeutsame Treffen um Hessisch Oldendorf fand am 28. Juni 1633 statt, als ein protestantisches Heer von Schweden, Hessen und Braunschweig-Lüneburgern dem katholisch-kaiserlich besetzten Hameln zu Hilfe kam. Zum Kampf kam es in der Schlucht zwischen Segelhorst und Barksen. Zum glänzenden Sieg über die kaiserlichen Truppen halfen die genaue Ortskenntnis eines Rittmeisters, der in Oldendorf geboren war, und der erste Einsatz beweglicher Feldartillerie. Diese militärhistorisch bedeutsame neue Kampfform wird noch heute auf vielen Militärakademien der Welt gelehrt. Politisch wurde die Ergebnisse dieser Schlacht, bei der an einem Tag über 7000 Tote gezählt wurden, von den evangelischen Truppen trotz vieler Möglichkeiten nicht genutzt.

Siebenjähriger Krieg (1756-1763)
Bild:Camp Oldendorf.jpg thumb|Französisches Hauptquartier Oldendorf 1776 Hauptquartier einer merkwürdigen Schlacht wurde Hessisch Oldendorf 1757: Wilhelm August, ein Sohn des Kurfürsten Georg II. von Hannover, und der englischen Herzog von Cumberland standen einer französischen Armee unter dem Kommando des Marschall d'Estree gegenüber. In der Schlacht bei Hastenbeck wähnte der Herzog von Cumberland das Treffen verloren und gab den Befehl zum Rückzug, während jedoch, ohne sein Wissen, die Franzosen tatsächlich geschlagen waren und zurückfluteten. Als der Herzog seinen Irrtum erkannte, waren die Franzosen bereits wieder auf das Schlachtfeld zurückgekehrt und behaupteten es, ohne eigentlich gesiegt zu haben. Die Folge der Niederlage war die Kapitulation der Festung Hameln und der Verlust des Kurfürstentums Hannover an die Franzosen. Hessisch Oldendorf erlitt enorme Verluste durch Kontributionen, Plünderungen und Einquartierungen.

Einwohnerentwicklung
Bild:WesertalHO.jpg thumb|Blick von der Paschenburg nach Hessisch Oldendorf Zahlen beziehen sich auf das heutige Stadtgebiet.
(ab 1998 jeweils zum 31. Dezember) *1939 - 10.991 *1950 - 21.412 *1961 - 17.461 *1970 - 17.829 *1972 - 18.101 *1983 - 18.990 *1998 - 20.099 *1999 - 20.108 *2000 - 20.078 *2001 - 19.969 *2002 - 19.923 *2003 - 20.025 *2004 - 19.973

Kultur und Sehenswürdigkeiten
Sehenswert ist in Hessisch Oldendorf vor allem der Münchhausen-Hof, der 1585 von den Freiherren von Münchhausen im Stil der Weserrenaissance an einem Weserarm erbaut wurde. Seit 21. August 2004 ist als neueste Attraktion die Schillat-Höhle in der Nähe von Langenfeld zu bewundern.

Bauwerke
Bild:StichHessOldendorf.jpg thumb|Stich: Frühes Hess. Oldendorf Bild:NotgeldHessOldendorf.jpg thumb|Notgeld der Stadt Hessisch Oldendorf *'''Ev. Stadtkirche St. Marien.''' Seit dem 14. Jahrhundert bezeugt. Der jetzige Bau wurde gegen Ende des 14., bzw. zu Anfang des 15. Jahrhunderts errichtet und 1886 erneuert. Zur Ausstattung gehören ein rundes Bronzetaufbecken von 1590, ein Abendmahlsbild aus derselben Zeit und zwei Kreuzigungstafeln des 17. Jahrhunderts. *'''Münchhausen-Hof'''. Einer der größten und bedeutendsten Adelshof Adelshöfe der so genannten Weserrenaissance. Die Hofanlage entstand wohl bereits im 13. Jahrhundert. Zwischen 1582-85 kam es zu einem weiteren Ausbau des Anwesens. Das Herrenhaus ist eine Zweiflügelanlage mit polygonalem Treppenturm. Im Inneren blieb ein Saal erhalten, dessen Tür und Kamin mit Beschlagwerkdekor verziert sind. *Das einst von zahlreichen '''Fachwerkbauten''' geprägte Stadtbild hat in den vergangenen Jahrzehnten starke Veränderungen hinnehmen müssen. So wurden seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs mehr als 30 historische Wohnbauten abgebrochen, darunter das Herrenhaus des Adelshofes von Mengerssen, das einer modernen Senioren-Wohnanlage weichen musste. In der Innenstadt blieben trotz alledem noch mehrere, zumeist giebelständige '''Fachwerk-Dielenhaus Dielenhäuser''' erhalten, von denen etliche jedoch verkleidet oder durch Ladeneinbauten entstellt sind. Hervorzuheben: **''Lange Straße 47'', stark restauriert, bezeichnet 1585. **''Lange Straße 48.'' Das stark veränderte und zu einem großen Teil verkleidete Haus ist mit zahlreichen Inschriften und Beschlagwerkdekor versehen. Es wurde 1621 errichtet. **''Lange Straße 60.'' Der mit Fächerrosetten und geschnitzten Füllbrettern versehene Bau ist am Giebel 1576 bezeichnet; der Auslucht utluchtartige Vorbau wurde erst 1709 hinzugefügt. Hinter dem Haus befinden sich die Reste eines angeblich noch aus der Spätgotik stammenden Steinwerks. **''Lange Straße 62.'' Um 1550 entstandenes Traufenhaus mit seitlicher Diele, dessen frei stehender Giebel über Knaggen weit vorkragt. Im 19. Jahrhundert wurde das Gebäude zur Straße hin um 1/2 Fach verbreitert. **Lange Straße 63. Zweigeschossiges Dielenhaus mit Zwischenstock und zwei ungleichen Utluchten, bezeichnet 1563. Der Giebel ist mit Fächerrosetten verziert. **''Lange Straße 84.'' Stattlicher Bau mit Krüppelwalmdach, dessen Stockwerke einzeln abgezimmert sind. Das zweigeschossige Gebäude wurde 1746 durch den Oldendorfer Bürgermeister und Kaufmann Gelshorn errichtet. In jüngerer Zeit wurde das Erdgeschoss durch Ladeneinbauten stark verändert und die in der linken Hälfte gelegene Diele verbaut. **Lange Straße 85. Hinter dem 1983 in Anlehnung an den Vorgängerbau errichteten Bank-Neubau liegt ein zwischen 1500 und 1550 errichtetes Hinterhaus in Fachwerk **''Lange Straße 90.'' Das 1563 bezeichnete Dielenhaus ist mit Fächerrosetten verziert. **''Südstraße 2.'' Gut erhaltenes Dielenhaus mit Utlucht, bezeichnet 1550. **In der Schulstr. befindet sich noch eine Reihe älterer Handwerkerhäuser, darunter: Nr. 10, bezeichnet 1607 u. Nr. 12, 1608 bezeichnet, beide mit Utlucht und Dielentor. *Reste der '''Stadtumwallung''' mit Graben haben sich vor allem im Norden und an der Südwestecke erhalten. Eine Stadtmauer hat es offenbar nie gegeben. Die drei Stadttore sind heute ebenso verschwunden, wie die drei nachweisbaren Rundtürme, die sich an der Mittelstraße, an der Südost- und an der Südwestwecke befanden. 2006 wurden Teile einer alten Befestigung bei Erdarbeiten in der Mittelstraße gefunden, diese könnten zum alten Stadttor gehören.

Wirtschaft und Infrastruktur


Verkehr
Die Stadt liegt an der Bundesstraße 83, sowie der Eisenbahn von Löhne über Rinteln und Hameln nach Hildesheim.

Persönlichkeiten


Söhne und Töchter der Stadt
* Gustav Süs (1823-1881), geb. in Rumbeck, Maler und Kinderbuchautor *Heinrich Beerbom (1892-1980), Bürgermeister, Stadtdirektor und Ehrenbürger der Stadt Bramsche * Heinrich Krone (1895-1989), Politiker (Zentrumspartei, CDU), MdR, MdB, Bundesministerium für Angelegenheiten des Bundesverteidigungsrates Bundesminister für Angelegenheiten des Bundesverteidigungsrates, CDU/CSU-Fraktionsvorsitzender. * Richard Krentzlin (27. November 1864 - 27. November 1956) Klavierpädagoge und Komponist (Der junge Pianist u.a.)

Literatur
*Rolf Harmening: ''Hessisch Oldendorf - Beiträge zur Stadtbaugeschichte''. Hessisch Oldendorf 1988 *Bernd Stegemann: ''Hessisch Oldendorf damals. Bilder aus vergangenen Jahrzehnten''. Horb am Neckar 1987 *Bernd Stegemann: ''Hessisch Oldendorf - wie es einmal war. Bilder erzählen Geschichte(n).'' Verlag C. Bösendahl, Rinteln an der Weser 1989 *Friedrich Kölling: ''Hessisch Oldendorf - 700 Jahre Entwicklung einer niedersächsischen Kleinstadt.'' C. Bösendahl Verlag, Rinteln 1956 *Hans-Georg Spilker: ''Die Römer in Germanien - Der Feldzug des Germanicus 15-16 n.Chr.'' Hessisch Oldendorf 2005 *Joachim Garfs: ''Das Weserbergland zwischen Münden und Minden'' CW Niemeyer Verlag Hameln 1997 *Otto Wagenführer: ''Heimatkunde des Kreises Grafschaft Schaumburg'' Verlag C. Bösendahl 1921 *Friedrich Kölling: ''Die Schlacht bei Hessisch Oldendorf'' Verlag C. Bösendahl 1959

Weblinks
*[http://www.hessisch-oldendorf.de/ Webseite der Stadt Hessisch Oldendorf
- Webseite des Werbering und Stadtmarketing für Hessisch Oldendorf e. V.
- Hessisch Oldendorf: Info-Portal und Forum {{Navigationsleiste Städte und Gemeinden im Landkreis Hameln-Pyrmont}} en:Hessisch Oldendorf nl:Hessisch Oldendorf ru:ХеÑ?cиш-Ольдендорф

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