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Erlangen
*** Shopping-Tipp: Erlangen
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! Wappen
! Karte
|- style="background: #ffffff;" align="center"
| style="width: 145px;" | Bild:Erlangen.jpg 140px|Wappen Erlangens
| style="width: 145px;" | Bild:Erlangen-Position.png 140px|Deutschlandkarte, Position von Erlangen hervorgehoben
|-
! colspan="2" | Basisdaten
|- style="background: #ffffff;"
| Bundesland (Deutschland) Bundesland: || Bayern
|- style="background: #ffffff;"
| Regierungsbezirk: .html">Regierungsbezirk Mittelfranken Mittelfranken
|- style="background: #ffffff;"
| Landkreis: || Kreisfreie Stadt
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| Geografische Lage: || {{Koordinate Text Artikel|49_35_28.24_N_11_00_28.26_E_type:city(102465)_region:DE-BY|49° 35' N, 11° 0' O}}
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| Höhe: || {{Höhe|280|DE-NN|link=true}}
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| Fläche: .html">Quadratkilometer km²
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| Einwohner: || 103.869 ''(30. Juni 2006)''
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| Bevölkerungsdichte: || 1.345 Einwohner je km²
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| Postleitzahlen: || 91001–91058 (''alt:'' 8520)
|- style="background: #ffffff;"
| Telefonvorwahl Vorwahlen: || 09131, 0911 (OT Hüttendorf), 09132 (OT Neuses), 09135 (OT Dechsendorf)
|- style="background: #ffffff;"
| Kfz-Kennzeichen: || ER
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| Amtlicher Gemeindeschlüssel Gemeindeschlüssel: || 09 5 62 000
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| Stadtgliederung: || 20 Ortsteile
|- style="background: #ffffff;"
| Schulden (incl. Eigenbetrieb Eigenbetriebe): || 178,2 Mio. € (1.727 €/Einw.) ''(4. Quartal 2006)''
|- style="background: #ffffff;"
| Adresse der Stadtverwaltung: || Rathausplatz 1 91052 Erlangen
|- bgcolor="#FFFFFF"
| Website: || [http://www.erlangen.de/ www.erlangen.de]
|-
! colspan="2" | Politik
|- style="background: #ffffff;"
| Oberbürgermeister: .html">Siegfried Balleis (Christlich-Soziale Union in Bayern CSU.html" title="_CSU">CSU)
|}
'''Erlangen''' ist eine kreisfreie Stadt im Bayern bayerischen Regierungsbezirk Mittelfranken. Die Stadt ist Sitz des Landkreis Erlangen-Höchstadt Landkreises Erlangen-Höchstadt und mit gegenwärtig mehr als 103.000 Einwohnern die kleinste der insgesamt acht Großstadt Großstädte des Freistaates Bayern.
Erlangen bildet zusammen mit den Städten Nürnberg und Fürth einen Städteverbund, der eines der 23 Oberzentrum Oberzentren des Freistaates Bayern ist. Gemeinsam mit ihrem Umland bilden sie die Metropolregion Nürnberg, eine von elf Metropolregionen in Deutschland.
Die Einwohnerzahl der Stadt überschritt 1974 die Grenze von 100.000, wodurch Erlangen zur Großstadt wurde.
Heute wird die Stadt vor allem durch die Friedrich-Alexander-Universität und zahlreiche Niederlassungen des Elektrokonzerns Siemens AG geprägt. Man ist zudem bestrebt, die „Bundeshauptstadt der Medizin“ zu werden. Ein weiter in die Geschichte zurückreichendes, aber immer noch spürbares Element ist die Ansiedlung von Hugenotten nach der Rücknahme des Edikt von Nantes Edikts von Nantes im Jahre 1685.
Geografie
Erlangen liegt am Rande des mittelfränkischen Beckens, im Wesentlichen parallel zum Fluss Regnitz und zum Main-Donau-Kanal. Nördlich der Innenstadt mündet die Schwabach (Regnitz) Schwabach von Osten kommend in die Regnitz.
Nachbargemeinden
Folgende Gemeinden beziehungsweise Gemeindefreies Gebiet gemeindefreien Gebiete grenzen an die Stadt Erlangen, sie werden im Uhrzeigersinn, beginnend im Norden genannt:
Mark (gemeindefreies Gebiet), Gemeinden Möhrendorf, Bubenreuth, Marloffstein, Spardorf und Buckenhof sowie das gemeindefreie Gebiet Buckenhofer Forst (alle zum Landkreis Erlangen-Höchstadt gehörend), die kreisfreien Städte Nürnberg und Fürth, die Gemeinde Obermichelbach (Landkreis Fürth) sowie die Stadt Herzogenaurach und die Gemeinde Heßdorf (beide zum Landkreis Erlangen-Höchstadt gehörend).
Stadtgliederung
Das Stadtgebiet Erlangens wird in 20 Stadtteile eingeteilt. Dabei handelt es sich teilweise um ehemals selbständige Gemeinden, andererseits auch um neue Siedlungen, deren Bezeichnungen sich im Laufe der Zeit als Stadtteilnamen eingeprägt haben.
Oft sind die Stadtteilgrenzen daher amtlich nicht festgelegt worden und die Grenzen durchaus auch fließend.
{|
| valign="top" width = "170" |
*Am Anger
*Alterlangen
*Erlangen-Bruck Bruck
*Büchenbach
*Erlangen-Burgberg Burgberg
| valign="top" width = "170"|
*Dechsendorf
*Eltersdorf
*Frauenaurach
*Häusling
*Hüttendorf
| valign="top" width = "170" |
*Innenstadt (Erlangen) Innenstadt
*Kosbach
*Kriegenbrunn
*Neuses
*Röthelheimpark
| valign="top" |
*Schallershof
*Siedlung Sonnenblick
*Sieglitzhof/Buckenhofer Siedlung
*Steudach
*Tennenlohe
|}
Für statistische Zwecke ist das Stadtgebiet in 39 statistische Bezirke unterteilt, die sich teilweise mit den Stadtteilen decken. Die Grenzen dieser Bezirke sind im Unterschied zu denen der Stadtteile genau definiert.
Bild:Bezirke2.gif thumb|250px|Statistischen Bezirke Erlangens
{|
| valign="top" width = "170" |
*01: Altstadt
*02: Markgrafenstadt
*03: Rathausplatz
*04: Tal
*10: Heiligenloh
*11: Alterlangen
*12: Steinforst
*20: Burgberg
*21: Meilwald
*22: Sieglitzhof
*23: Loewenich
*24: Buckenhof
*25: Stubenloh
| valign="top" width = "170"|
*30: Röthelheim
*32: Sebaldus
*33: Röthelheimpark
*40: Anger
*41: Rathenau
*42: Schönfeld
*43: Forschungszentrum
*44: Bachfeld
*45: Bierlach
*50: Eltersdorf
*51: St. Egidien
*52: Tennenlohe
*62: Kriegenbrunn
| valign="top" width = "170" |
*60: Neuses
*63: Hüttendorf
*70: Kosbach
*71: In der Reuth
*73: Häusling
*74: Steudach
*75: Industriehafen
*76: Büchenbach Dorf
*77: Büchenbach Nord
*78: Büchenbach West
*80: Dechsendorf West
*81: Dechsendorf Ost
*82: Mönau
|}
Die Bezirke werden als kleinste räumliche Einheiten für statistische Auswertungen herangezogen. So wurde von der Stadtverwaltung für jeden Bezirk ein Datenblatt über dessen Bevölkerungsstruktur angelegt, das Informationen zu Bevölkerungsanzahl, Geschlecht, Nationalität, Familienstand, Religionszugehörigkeit, Altersgruppen, Haushaltsgröße, Haushaltstyp sowie Arbeitslosigkeit enthält.
Grundbuch- und Vermessungsamt vermessungsrechtlich relevant sind jedoch weder die Stadtteile noch die Bezirke, sondern nur die Gemarkungen. Die Stadt Erlangen besteht aus den folgenden Gemarkungen:
{|
| valign="top" width = "170" |
*Bruck
*Büchenbach
*Eltersdorf
| valign="top" width = "170" |
*Erlangen
*Frauenaurach
*Großdechsendorf
| valign="top" width = "170" |
*Hüttendorf
*Kosbach
*Kriegenbrunn
| valign="top" width = "170" |
*Tennenlohe
|}
In den 1967 und 1972 im Rahmen der Gemeindereform nach Erlangen eingemeindeten Orten (Groß-)Dechsendorf, Eltersdorf, Frauenaurach (mit Erlangen-Neuses Neuses), Erlangen-Hüttendorf Hüttendorf, Kosbach (mit Häusling und Steudach), Kriegenbrunn und Tennenlohe wurde jeweils ein Ortsbeirat eingerichtet.
Die Zahl der Mitglieder des Ortsbeirats richtet sich nach der Einwohnerzahl des Stadtteils und beträgt zwischen fünf und sieben. Die Ortsbeiräte wählen aus ihrer Mitte einen Vorsitzenden. Die Ortsbeiräte sind zu wichtigen, den Stadtteil betreffenden Angelegenheiten zu hören.
Klima
Erlangen befindet sich in einer Übergangszone von Maritimes Klima maritimem zu Kontinentales Klima kontinentalem Klima: sie ist zwar, wie bei kontinentalem Klima üblich, verhältnismäßig arm an Niederschlägen (Jahresmenge 650 mm), jedoch mit einem Jahresmittel von 8,5 °C relativ warm. Insbesondere der Burgberg schützt das Gebiet der Kernstadt vor kalter Polarluft. Dagegen sorgt der Regnitzgrund für häufigen Nebel.
Geschichte
Allgemeine Geschichte der Stadt
= Frühgeschichte
=
Das Regnitztal wurde schon in der Frühgeschichte als Duchgangsweg in Nord-Süd-Richtung genutzt. Aufgrund der relativ kargen Böden kam es jedoch kaum zu einem frühen Ackerbau und den damit verbunden Siedlungsaktivitäten. Die wenigen archeologischen Funde deuten an, dass eine stärkere Besiedlung der Raumes um Erlangen erst ca. 2000 vor Christi einsetzte. Der bekannteste Fund ist der 1913 endeckte Grabhügel nördlich von Kosbach, in dem eine große Anzahl von Bronze- und Keramikobekten gefunden wurden und dessen Steinsetzung als Kosbacher Altar in die Literatur einging. Insgesamt blieb der gesamte Raum jedoch bis etwa 1000 nach Christus vergleichsweise siedlungsleer.
= Von der Villa Erlangon bis zum Dreißigjährigen Krieg
=
Um das Jahr 1000 lag das heutige Erlangen am Schnittpunkt der beiden zur Diozese Würzburg gehörenden Gaue Radenzgau und Rangau, dem zum Bistum Eichstätt gehörendem Nordgau sowie dem 1007 gegründeten Bistum Bamberg.
Im Jahre 1002 bestätigte König Heinrich II. die Übertragung des Kirchgutes Forchheim vom Bistum Würzburg an das Würburger Stift Haug. In dieser Urkunde wurde unter dem „Zubehör“ auch das Dorf („villa“) Erlangon erwähnt, dass auf dem Gebiet des heutigen Alterlangens lag.
Der Name Erlangen entspringt der Zusammensetzung von '''Erlen''' (Baumart) und '''Anger''' (Wiesengrund).
Zusätzlich zu der Bestätigung beurkundte Heinrich II. außerdem die Schenkung zweier mittig zur Schwabach gelegene Meilenquadrate unmittelbar östlich der Regnitz. In diesem Gebiet wurde durch die Bewohner Erlangons eine noch namenslose Rodungssiedlung geschaffen. Hauptgrund für das Übergreifen der Dorfgemeinde von dem westlich gelegenen Dorf Erlangon auf die östliche Meilenquadrate war das milde Klima des dort gelegegenen Burgberges, der den Anbau von Obst und Wein begünstigte sowie die in seinen Wäldern mögliche Waldbienenwirtschaft. Die neue Siedlung entstand südlich der Schwabach, ziemlich genau um den heutigen Martin-Luther-Platz.
Insbesondere der Aufstieg Nürnbergs zu einer europäischen Handelsmetropole und der damit verbundene Anstieg von Verkehr und Handel begünstigte die Entwicklung vor allen der neuen Siedlung, die ab 1348 „Großenerlang“ genannt wurde. Im Gegensatz dazu stagnierte das ursprüngliche Dorf Erlangon und wurde konsequenterweise ab der zweiten Hälftedes 14. Jahrhunderts „Alterlang“, „Kleinerlang“ oder „Wenigenerlang“ genannt.
1361 erwarb Kaiser Karl IV. (HRR) Karl IV. die Siedlung Großenerlang (nicht aber die ursprüngliche Siedlung Alterlang) vom Bischof von Bamberg und machte es zum Lehen des Königreich Böhmen. 1374 erhielt der Ort durch König Wenzel Marktrechte sowie eine eigene Münzstätte, 1398 das Stadtrecht. Als Vertreter der Obrigkeit fungierte ein Amtmann, der in der auf der heutige Fuchswiese errichteten Veste seinen Sitz hatte.
1402 gelangte die Stadt als Teil des Fürstentum Bayreuth Fürstentums Kulmbach (bzw. nach 1604 ''Fürstentum Bayreuth'') an die Hohenzollern. Erlangen war die Hauptstadt des so genannten „Unterlandes“ des Fürstentums, das die Gebiete bis nach Neustadt an der Aisch umfasste und vom „Oberland“ um Bayreuth durch einen Landkorridor getrennt war.
1528 erfolgte der friedlich Anschluss des gesamten Markgrafentums einschließlich Erlangens an die Reformation. Weniger friedlich waren die immer wieder vorkommenden krigerischen Ereignisse, so der Hussiteneinfall im Jahre 1430, der erste und der zweite Markgrafenkrieg 1449 bzw. 1553 sowie vor allem der Dreißigjährige Krieg, in dem Erlangen fast vollständig zerstört wurde.
= Die Gründung der Neustadt 1686
=
Nach dem Dreißigjährigen Krieg verödete Erlangen. Fast 20 Jahre lang war die Stadt und ihr Umland praktisch unbewohnt. Die Situation änderte sich erst 1685, als der französische König Ludwig XIV. das Edikt von Nantes widerrief, welches seinen calvinistischen Untertanen - von ihren Gegnern Hugenotten genannt - u.a. Glaubensfreitheit zugestand. Der Widerruf löste eine Flüchtlingswelle von ca. 400.000 Hugenotten in die USA, Großbritannien, der Schweiz nach in das Deutsche Reich aus.
Diese Situation nutzte Markgraf Christian Ernst (Brandenburg-Bayreuth) Christian Ernst und bot den Flüchlingen das Recht auf Ansiedlung in Erlangen, um die Wirtschaft in seinem durch den Dreißigjährigen Krieg gebeutelten Herschaftsgebiet wieder anzukurbeln. Die ersten sechs Hugenotten erreichten Erlangen am 17. Mai 1686, etwa 1.500 folgten in mehreren Wellen. Schon bald wurde klar, dass das kleine Dorf Erlangen diese Massen nicht unterbringen konnte und eine neue Siedlung notwendig war.
Bild:Schlossplatz Erlangen3.jpg thumb|left|300px|Der Entwurf der Erlanger Neustadt von J.M. Richter
Als Standort der Neustadt genannten Siedlung wurde das Gebiet südlich des bisherigen Ortes Erlangen gewählt, welches aus verkehrstechnischer Sicht und wegen dem Vorhandensein von Wasserkraft durch die Regnitz als sehr geeignet erschien. Die neue Stadt wurde von dem markgräflichen Oberbaumeister Johann Moritz Richter nach den Gesichtspunkten einer idealen barocken Planstadt für etwa 7500 Familien samt Manufakturen und einer eigenen Kirche angelegt. Der Entwurf sah einen rechteckige Grundriss symmetrisch zur Hauptstraße sowie zwei große Plätze vor. Der Bau begann am 14. Juli 1686 mit dem „temple“, der Hugenottenkirche. Im ersten Jahr wurden etwa 50 der geplanten 200 Häuser fertiggestellt. Da der Zuzug der Hugenotten nicht den Erwartungen entsprach, stagnierte der weitere Ausbau jedoch und erhielt erst 1700 durch den Beschluss, ein markgräflichen Schlosses mit zugehörigem Park und Nebengebäuden zu errichten, neue Impulse. 1706 vernichtete ein Großbrand fast das gesamte ursprüngliche Erlangen, nun Altstadt genannt. Damit ergab sich die Gelegenheit, das barocken Entwurf der Neustadt auf die Altstadt auszudehnen und somit ein einheitliches städtebauliches Gesamtkonzept zu schaffen. Mitte des 18. Jahrhunderts war dieses im Wesentlichen abgeschlossen.
Bild:Hohmann.jpg thumb|right|300px|Der Hohmann-Plan von 1721 zeigt die Integration von Erlanger Neustadt und wiederaufgebauter Altstadt in das barocke Gesamtkonzept
Die ab 1701 nach seinem Gründer „Christian-Erlang“ bezeichnete Neustadt wurde nicht nur zum Ziel der Hugenotten, sondern auch der Lutheraner und Deutsch-Reformierten. 1698 lebten etwa 1.000 Hugenotten sowie 317 Deutsche in Erlangen. Aufgrund dieser Zuwanderung wurden die Hugenotten jedoch bald zu einer französischen sprechenden Minderheit in einer deutschen Stadt. Zu einer echten Integration kam es jedoch erst 1715, als mit dem Tod Ludwig XIV. eine Rückkehr nach Frankreich endgültig unmöglich wurde und die Flüchtlingsmentalität sich in eine Einwanderermentalität wandelte. Der französische Einfluss nahm in der Folgezeit weiter ab. So wurde 1822 zum letzten Mal ein Gottesdienst in der Hugenottenkirche in französischer Sprache gehalten.
= Erlangen im Königreich Bayern
=
1792 gelangte Erlangen mit der Markgrafschaft zum Königreich Preußen, 1806 durch den Sieg Napoleons unter französische Herrschaft und nach dessen Niederlage 1810 an das Königreich Bayern. 1812 wurden Altstadt und Neustadt - bis dahin weiterhin ''Christian-Erlang'' genannt - zu einer Stadt vereinigt, die den Namen ''Erlangen'' erhielt. In der Folgezeit kam es zu einem raschen Ausbau von Stadt und Infrastruktur. Vor allem die Eröffnung des Luwig-Kanals und der Eisenbahnverbindungen sowie die Garnison und die Universität gaben der Stadtentwicklung wichtige Impulse.
Bereits bei der bayerischen Gemeindeform von 1818 erhielt die Stadt eine eigene Verwaltung, was man später als „kreisfrei“ bezeichnete. 1862 wurde das Bezirksamt Erlangen gebildet, aus dem der Landkreis Erlangen hervorging.
= Weimarer Republik
=
Hochinflation, Reparationszahlungen und Weltwirtschaftskrise bescheerten den demokrtiefeindlichen Parteien NSDAP, DNVP und KPD nach der Niederlage im ersten Weltkrieg auch in Erlangen ein starken Zulauf. Es etablierte sich eine Zwei-Klassen-Gesellschaft, die durch Industrieansiedlungen noch verstärkt wurde. Bei den Stadtrats-, Landtags- und Reichtagswahlen konnte die SPD zunächst eine relativ stabile Mehrheit um 40% halten. Demgegenüber standen die Parteien der Mitte und der Rechten, deren Anhänger aus dem Mittelstand, der Universität, des Beamtentums und der Frauen kamen. Die NSDAP war ab 1924 im Stadtrat vertreten. Sie beherrschte ab 1929 als erste innerhalb der deutschen Hochschullandschaft die Studentenvertretung der Universität. Diese war zu dieser Zeit ein Zentrum nationalistischer und antidemokratischer Gesinning, viele Studenten und Professoren wurden geistige Wegbereiter des Nationalsozialismus.
Ab 1930 eskalierte die politische Situation, angefacht durch die von der Weltwirtschaftskrise ausgelöste Massenarbeitslosigkeit. Es kam zu Aufmärschen und Straßenkämpfen der rechten un linken Verbände. Trotz des starken Zulaufes der NSDAP konnte die SPD bei den Reichtagswahlen vom 5. März 1993 noch einmal 34% der Stimmen gewinnen (reichsweit: 18,3%). Diese SPD-Hochburg wurde in den folgenden Jahren systematsch zerstört.
= Nationalsozialismus
=
Bild:Bücherverbrennung.jpg thumb|right|200px|Eine Plakette auf dem Schlossplatz erinnert an die Bücherverbrennung 1933Nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten kam es auch in Erlangen zu Boykotten jüdischer Geschäfte und zur Bücherverbrennung. Der NS-Stadtrat ernannte Hitler, Hindenburg und Streicher zu Ehrenbürgern, die Hauptstraße wurde in Adolf-Hitler-Straße umbenannt. In der Reichskristallnacht wurden die jüdischen Familien misshandelt, erniedriegt, ausgeplündert und in der Folge in die Konzentrationslager eingeweisen. 1944 wurde die Stadt als judenfrei deklariert.
Die akademische Gemeinschaft unterstützte zum großen Teil die Poltik der NSDAP, einen aktiven Widerstand der Universität gab es nicht. In der Heil- und Pflegeanstalt (heute Klinikum am Europakanal) kam es zu Zwangssterilisationen sowie Selektionen von Kranken für die Euthanasie.
Ab 1940 wurden Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter in den Erlanger Betrieben eingesetzt. 1944 machten diese bereits 10% der Erlanger Bevölkerung aus. Die Unterbringung in Barackenlagern sowie die Behandlung waren menschenverachtend.
= Erlangen nach dem Zweiten Weltkrieg
=
Den Zweiter Weltkrieg Zweiten Weltkrieg überstand Erlangen fast unversehrt. Beim Anrücken der überlegenen amerikanischen Truppen am 16. April 1945 übergab der örtliche Kommandant der deutschen Truppen, Oberstleutnant Werner Lorleberg, die Stadt kampflos und vermied so einen ebenso aussichtslosen wie verlustreichen Häuserkampf im Stadtgebiet. Lorleberg selbst, der bis zuletzt als Anhänger des nationalsozialistischen Regimes galt, kam am gleichen Tag bei der Thaler Mühle ums Leben. Ob er von deutschen Soldaten erschossen wurde, als er eine versprengte Kampfgruppe zur Aufgabe bewegen wollte, oder ob er dort nach Überbringung der Kapitulationsnachricht Selbstmord beging, ist nicht abschließend geklärt. An ihn erinnert in Erlangen der nach ihm benannte Lorlebergplatz.
Bild:Nürnberg Tor1a.jpg thumb|200px|left|Ansichtskarte des Nürnberger Tors
Nach der Übergabe der Stadt beschädigten zunächst amerikanische Panzer das letzte erhaltene Stadttor (das 1717 erbaute „Nürnberger Tor“) schwer, kurz darauf wurde es gesprengt. Dies geschah wohl auch auf Betreiben von in der Hauptstraße ansässigen Geschäftsinhabern, die ebenso wie die durchziehenden amerikanischen Truppen das barocke Tor wegen seiner relativ schmalen Durchfahrt als Verkehrshindernis empfanden. Die anderen Stadttore waren bereits im 19. Jahrhundert abgerissen worden.
Bild:Erlangen Logo1.jpg thumb|200px|right|Logo zur 1000-Jahr-Feier der Stadt
Bei der Kreis- und Gebietsreform 1972 wurde der Landkreis Erlangen mit dem Landkreis Höchstadt an der Aisch vereinigt. Erlangen selbst blieb eine kreisfreie Stadt und wurde Sitz des neuen Landkreises. Durch Eingliederung von Umlandgemeinden wurde die Stadt erheblich vergrößert, so dass sie im Jahre 1974 die 100.000-Einwohner-Grenze überschritt und damit zur Großstadt wurde. Im Jahr 2002 feierte Erlangen sein 1000-jähriges Bestehen.
Die Geschichte der Erlanger Garnison
Bis in das 18. Jahrhundert wurden die Soldaten des Markgrafen bei Einsätzen im Erlanger Raum bei Privatleuten einquartiert. Nach dem Übergang in das Königreich Bayern 1810 bemührte die Stadt sich vor allem aus wirtschaftlichen Gründen mehrfach um die Einrichtung einer Garnison, zunächst jedoch ohne Erfolg. Als 1886 die allgemeine Wehrpflicht mit der Option eingeführt wurde, gleichzeitig Militärdienst zu leisten und studieren zu können, wurde die Garnison zu einem lebenswichtigen Standortfaktor für die Stadt und vor allem für die Universität. Ein erneutes Gesuch hatte Erfolg, so dass am 12. März 1886 das 6. Jägerbatallion in Erlangen einzog. Die Truppen waren in verschiedenen städtischen Gebäuden untergebracht und nutzten u. a. den heutigen Theaterplatz für ihre Übungen. Zudem wurde im Meilwald ein Schießstand eingerichtet.
Bild:Jägerdenkmal.jpg thumb|250px|Das Jägerdenkmal in der Hindenburgstrasse erinnert an das 6. Jägerbatallion
Im Jahre 1877 wurde in der Bismarckstraße die erste Kaserne („Jägerkaserne“) fertiggestellt. Ein Jahre später wurde das Jägerbatallion durch ein Infanteriebatallion abgelöst. Im Jahre 1890 kam es zur Stationierung des gesamten 19. Infantierregimentes, welche den Bau der Infantanteriekaserne sowie des Exerzierplatz (Naturschutzgebiet) Exerzierplatzes nach sich zog. 1893 wurde in der Nordwestecke des Exerzierplatzes ein „Barackenkasernement“ eingerichtet und ab 1897 als Garnisonslazarett genutzt. Als letztes zog 1890 das 10. Feldartillerieregiment in die Stadt, für das die Artillerekaserne errichtet wurde. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Stadt ca. 24.600 Einwohner, 1160 Studenten sowie nun insgesamt 2200 Soldaten, denen die Bevölkerung vor allem nach den militärischen Erfolgen 1870/71 gegen Frankreich eine hohe Wertschätzung entgegenbrachte.
Im Ersten Weltkrieg kämpften beide Erlanger Regimenter an der Front, wobei über 3000 Soldaten ihr Leben verloren. Nach dem Krieg behielt Erlangen seinen Status als Garnisonsstadt. Da der Vertrag von Versailles eine Reduzierung des Heeres auf 100.000 Soldaten vorschrieb, verblieben jedoch nur kleinere Einheiten der neu gegründeten Reichswehr in der Stadt.
Bild:Infanterieregiment.jpg thumb|left|200px|Ansichtskarte vom 19. bayrischen Infanterieregiment
Die Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht 1935 sowie die folgende Wiederaufrüstung führten auch in Erlangen zu einer massiven Erweiterung der militärischen Anlagen. So wurden die Rheinlandkaserne, die Panzerkaserne, ein Verpflegungsamt, ein Munitions- und Gerätelager sowie ein Standortübungsplatz im Reichswald bei Tennenlohe errichtet.
Der Einmarsch der US-Armee am 16. April 1945 bedeutete für Erlangen nicht nur das Ende des Zweiten Weltkrieges, sondern auch das Ende als Standort für heimische Truppen. Statt dessen bezogen nun US-amerikanische Verbände die unzerstört geblieben Militäreinrichtungen, die in den Folgejahren sogar noch beträchtlich erweitert wurden: Der Kasernenbereich wurde auf 128 Hektar ausgedehnt, der Wohnbereich für die Soldaten und ihre Angehörigen auf 8,5 Hektar und der Übungsplatz in Tennenlohe auf 3240 Hektar. Im Durchschnitt waren in den 80er-Jahren etwa 2500 Soldaten sowie 1500 Angehörige in Erlangen stationiert.
Die Erlanger Bevölkerung begegnete der Anwesenheit der Amerikaner von Anfang an mit gemischten Gefühlen. Zwar begrüßte man deren Schutzfunktion sowie die mit der Stationierung verbundenen Arbeitsplätze, doch waren die häufigen Übergriffe der Soldaten auf die Zivilbevölkerung sowie die zahlreichen Manöver ein ständiger Stein des Anstoßes. Zu ersten offenen Protesten kam es während des Vietnamkrieges. Diese richteten sich gegen das Übungsgelände und den Schießplatz in Tennenlohe, wo auch Atomwaffen vermutet wurden, sowie gegen die Munitionsbunker im Reichswald.
Aufgrund der zahlreichen Probleme existierten bereits Mitte der 1980er-Jahre Überlegungen, die Garnison aus dem Stadtbereich zu verlagern. Nach der Öffnung der innerdeutschen Grenze 1989 verdichteten sich die Anzeichen eines bevorstehenden Abzugs. 1991 wurden die in Erlangen stationierten Truppen zum Einsatz in den Golf-Krieg abkommandiert. Nach dem Krieg begann die Auflösung des Standortes, die bis Juli 1993 vollzogen war. Am 28. Juni 1994 wurden die Liegenschaften offiziell dem Bund übergeben. Damit endete die 126-jährige Geschichte Erlangens als Garnisonsstadt.
Die Geschichte der Erlanger Universität
Bild:Friedrich_von_Brandenburg-Bayreuth.jpg thumb|Der Gründer der Universität, Markgraf FriedrichDas zweite, neben der Gründung der Neustadt, für die Entwicklung Erlangens entscheidende Ereignis war die Gründung der Universität. Bereits zu Zeiten der Reformation existierten dazu entsprechende Pläne, doch erst 1742 stiftete Markgraf Friedrich (Brandenburg-Bayreuth) Friedrich von Bayreuth eine Universität für die Residenzstadt Bayreuth, die jedoch bereits 1743 nach Erlangen verlegt wurde. Die mit bescheidenen Mitteln ausgestattete Einrichtung fand zunächst keinen rechten Anklang. Erst als Markgraf Alexander (Brandenburg-Bayreuth) Alexander sie auf eine breitere wirtschaftliche Basis stellte, erhöhte sich die Studentenzahl langsam. Dennoch blieb sie unter 200 und sank bei der Eingliederung des Markgrafentums in das Königreich Bayern auf ca. 80 ab. Die drohende Schließung wurde nur deswegen abgewendet, weil Erlangen die einzige lutherische theologische Fakultät des Königreiches besaß.
Der Aufschwung kam wie bei den anderen deutschen Universitäten zu Beginn der 1880er Jahre. Die Studentenzahlen stiegen von 344 im Jahr 1870 auf 1000 im Jahr 1890. Lagen in den Anfangsjahren die Jurastudenten vorn, so war zu Beginn der bayrischen Zeit die Theologische Fakultät am beliebtesten. Diese wurde erst 1890 von der Medizinischen Fakultät überholt. Die Zahl der ordentlichen Professoren stieg von 20 im Jahre 1796 auf 42 im Jahre 1900, von denen fast die Hälfte von der Philosophischen Falultät angestellt waren, zu der auch die Naturwissenschaften zählten. Diese bildeten erst ab 1928 eine eigene Fakultät. Heute gibt es über 26000 Studenten, 268 Lehrstuhl Lehrstühle und 264 Professuren an 11 Fakultäten (Stand WS 2006/2007).
1897 wurden die ersten Frauen zum Studium zugelassen, die erste Promotion einer Frau fand 1904 statt. Nach ihrem Gründer Markgraf Friedrich und nach ihrem Förderer Markgraf Alexander erhielt die Universität den Namen Friedrich-Alexander-Universität.
Bild:Schloss 3 Erlangen.jpg thumb|left|200px|Das Erlanger Schloss, Sitz der Friedrich-Alexander-Universität
1818 gelangte das markgräfliche Schloss mit dem Schlossgarten in den Besitz der Universität. Ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde an den Ränder des Schlossgarten mehrere größere Universitätsgebaude errichtet, so das Kollegienhaus sowie das Universitätskrankenhaus.
Die Weltkriege überstand die Universität vergleichsweise unbeschadet, doch führte die von der amerikanischen Besatzungsmacht angeordnete Entnazifizierung zur Amtenthebung zahlreicher Hochschullehrer. Die entstandenen Lücken wurden u.a. durch Aufnahme von Professoren aus den ehemaligen Ostgebieten geschlossen, was zu einem Wechsel von einem überwiegend protestantischen Lehrkörper zu einem mehrheitlich katholischen führte.
Die Nachkriegszeit führte zu einer weiteren Expansion, nicht nur der Studentenzahlen, sondern auch der Lehrstühle. Vor allem die Zusammenarbeit mit der nach Erlangen zugezogenen Siemens AG gab dem weiteren Ausbau entscheidende Impulse und führte u.a. zum Bau des Südgeländes für die technischen und naturwissenschaftlichen Fakultäten. 1961 wurde die Hindenburg-Hochschule Nürnberg als Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät und 1972 die Pädagogische Hochschule als Erziehungswissenschaftliche Fakultat integriert. Der Name der Universität wurde daraufhin in „Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg“ geändert.
Daneben richtete die Universität 1984 auf die Professur für Gegenwartsbezogene Orientforschung ein, auf die Prof. Şefik Alp Bahadır berufen wurde. Dieser Lehrstuhl ist in seiner Art einmalig in Deustchland.
Die Studentenrevolte der 60er Jahre kam mit leichter Verspätung und deutlich abgeschwächt nach Erlangen.
Eingemeindungen
Ehemals selbständige Gemeinden und Gemarkungen, die in die Stadt Erlangen eingegliedert wurden:
*1884: Sebalder Reichswald (gemeindefreies Forstgebiet)
*1894: Exerzierplatz
*1. Mai 1919: Sieglitzhof
*1. April 1920: Alterlangen (Gemeinde Kosbach)
*1. August 1923: Büchenbach und Weiler Neumühle
*1924: Ohmplatz
*15. September 1924: Bruck
*1950: Sebaldus-Kolonie
*1952: Nürnberger Straße
*1957/58: Gartenstadt
*1960: Teile von Eltersdorf
*1. Januar 1967: Kosbach inklusive Häusling und Steudach
*1. Juli 1972: Eltersdorf, Frauenaurach, Großdechsendorf, Hüttendorf, Kriegenbrunn, Tennenlohe
*1. Juli 1977: Königsmühle (Stadt Fürth)
Vor allem die Eingemeindungen im Jahre 1972 haben wesentlich dazu beigetragen, dass Erlangen 1974 die 100.000-Einwohner-Grenze überschritt und damit offiziell Großstadt wurde.
Einwohnerentwicklung
Bild:Population Statistics Erlangen.png thumb|300px|Bevölkerungsentwicklung
Im Mittelalter und am Beginn der Neuzeit lebten nur wenige Hundert Menschen in Erlangen. Durch zahlreiche Kriege, Seuchen und Hungersnöte stieg die Einwohnerzahl nur langsam. Infolge der Zerstörung im Dreißigjähriger Krieg Dreißigjährigen Krieg verödete der Ort 1634 vollständig. Erst 1655 lebten mit 500 Einwohnern in Erlangen wieder so viele wie vor dem Krieg. Bis 1760 stieg die Bevölkerung auf über 8000. Durch die Hungersnöte 1770 bis 1772 sank die Bevölkerung bis 1774 auf 7724. Nach einem Anstieg bis 1800 auf 10.000 Personen ging die Einwohnerzahl Erlangens infolge der Napoleonischen Kriege bis 1812 auf 8592 zurück.
Im Laufe des 19. Jahrhunderts verdoppelte sich diese Zahl bis 1890 auf 17.559. Auf Grund zahlreicher Eingemeindungen stieg die Bevölkerung der Stadt bis 1925 auf 30.000 und verdoppelte sich bis 1956 auf 60.000. Durch die Kreis- und Gebietsreform 1972 überschritt die Einwohnerzahl der Stadt 1974 die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. Am 30. Juni 2005 betrug die „Einwohnerzahl Amtliche Einwohnerzahl“ für Erlangen nach Fortschreibung des Bayerischen Landesamtes für Statistik und Datenverarbeitung 102.745 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern).
Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1820 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes. Die Angaben beziehen sich ab 1871 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. Vor 1871 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.
{|
| valign = "top" |
{|border="2" cellspacing="0" cellpadding="4" rules="all" class="hintergrundfarbe1 rahmenfarbe1" style="margin:1em 1em 1em 0; border-style:solid; border-width:1px; border-collapse:collapse; empty-cells:show; font-size:90%;"
|-class="hintergrundfarbe6"
! width="120" | Jahr
! width="80" | Einwohner
|-
| 1495 || align="right" | 460
|-
| 1557 || align="right" | 410
|-
| 1619 || align="right" | 520
|-
| 1634 || align="right" | 0
|-
| 1655 || align="right" | 500
|-
| 1690 || align="right" | 1.100
|-
| 1708 || align="right" | 2.500
|-
| 1723 || align="right" | 3.930
|-
| 1752 || align="right" | 7.939
|-
| 1760 || align="right" | 8.140
|-
| 1774 || align="right" | 7.724
|-
| 1792 || align="right" | 8.178
|-
| 1800 || align="right" | 10.000
|-
|}
| valign = "top" |
{|border="2" cellspacing="0" cellpadding="4" rules="all" class="hintergrundfarbe1 rahmenfarbe1" style="margin:1em 1em 1em 0; border-style:solid; border-width:1px; border-collapse:collapse; empty-cells:show; font-size:90%;"
|-class="hintergrundfarbe6"
! width="120" | Jahr
! width="80" | Einwohner
|-
| 1812 || align="right" | 8.592
|-
| 1820 || align="right" | 9.271
|-
| 1. Juli 1830¹ || align="right" | 9.831
|-
| 1. Dez. 1840¹ || align="right" | 10.630
|-
| 3. Dez. 1852¹ || align="right" | 10.910
|-
| 3. Dez. 1861¹ || align="right" | 10.896
|-
| 3. Dez. 1864¹ || align="right" | 11.202
|-
| 3. Dez. 1867¹ || align="right" | 11.546
|-
| 1. Dez. 1871¹ || align="right" | 12.510
|-
| 1. Dez. 1875¹ || align="right" | 13.597
|-
| 1. Dez. 1880¹ || align="right" | 14.876
|-
| 1. Dez. 1885¹ || align="right" | 15.828
|-
| 1. Dez. 1890¹ || align="right" | 17.559
|-
|}
| valign = "top" |
{|border="2" cellspacing="0" cellpadding="4" rules="all" class="hintergrundfarbe1 rahmenfarbe1" style="margin:1em 1em 1em 0; border-style:solid; border-width:1px; border-collapse:collapse; empty-cells:show; font-size:90%;"
|-class="hintergrundfarbe6"
! width="120" | Jahr
! width="80" | Einwohner
|-
| 2. Dez. 1895¹ || align="right" | 20.892
|-
| 1. Dez. 1900¹ || align="right" | 22.953
|-
| 1. Dez. 1905¹ || align="right" | 23.737
|-
| 1. Dez. 1910¹ || align="right" | 24.877
|-
| 1. Dez. 1916¹ || align="right" | 19.688
|-
| 5. Dez. 1917¹ || align="right" | 19.599
|-
| 8. Okt. 1919¹ || align="right" | 23.521
|-
| 16. Juni 1925¹ || align="right" | 29.597
|-
| 16. Juni 1933¹ || align="right" | 32.348
|-
| 17. Mai 1939¹ || align="right" | 34.066
|-
| 29. Okt.1946¹ || align="right" | 45.536
|-
| 13. Sep. 1950¹ || align="right" | 50.011
|-
| 25. Sep. 1956¹ || align="right" | 60.378
|-
|}
| valign = "top" |
{|border="2" cellspacing="0" cellpadding="4" rules="all" class="hintergrundfarbe1 rahmenfarbe1" style="margin:1em 1em 1em 0; border-style:solid; border-width:1px; border-collapse:collapse; empty-cells:show; font-size:90%;"
|-class="hintergrundfarbe6"
! width="120" | Jahr
! width="80" | Einwohner
|-
| 6. Juni 1961¹ || align="right" | 69.552
|-
| 31. Dez. 1965 || align="right" | 78.800
|-
| 27. Mai 1970¹ || align="right" | 84.110
|-
| 31. Dez. 1975 || align="right" | 100.671
|-
| 31. Dez. 1980 || align="right" | 101.845
|-
| 31. Dez. 1985 || align="right" | 99.628
|-
| 25. Mai 1987¹ || align="right" | 99.808
|-
| 31. Dez. 1990 || align="right" | 102.440
|-
| 31. Dez. 1995 || align="right" | 101.406
|-
| 31. Dez. 2000 || align="right" | 100.778
|-
| 30. Sep. 2005 || align="right" | 103.184
|-
| 30. Juni 2006 || align="right" | 103.869
|-
| 30. Nov. 2006 || align="right" | 103.643
|}
|}
¹ Volkszählungsergebnis
Religionen
Lutheraner und Reformierte
Bild:Neustädter Kirche Erlangen.jpg thumb|200px|Turm der Neustädter Kirche
Bild:Hugenottenplatz Erlangen.jpg thumb|200px|Hugenottenkirche
Die Bevölkerung Erlangens gehörte anfangs zum Bistum Würzburg, ab 1017 zum Bistum Bamberg. 1528 wurde von Bürgermeister und Rat der erste Lutheraner lutherische Pfarrer verpflichtet und damit die Reformation eingeführt, so dass Erlangen über viele Jahre eine protestantische Stadt blieb. In der 1686 von Markgraf Christian-Ernst für die französischen Glaubensflüchtlinge gegründeten Neustadt gab es nur reformierte Gemeinden. Die französisch-reformierte Gemeinde gab es ab 1686 und nach der Ansiedlung von reformierten Flüchtlingen aus der deutschsprachigen Schweiz und der Pfalz wurde 1693 auch eine deutsch-reformierte Gemeinde gegründet.
1802 wurden die protestantischen Gemeinden Erlangens dem königlich-preußischen Konsistorium in Ansbach unterstellt und nach dem Übergang der Stadt an Bayern wurden sie Teil der Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern Protestantischen Kirche des Königreichs Bayern, die zunächst lutherische und reformierte Gemeinden umfasste. Gleichzeitig wurde Erlangen Sitz eines Dekanats, das alle Gemeinden unter sich vereinigte.
1853 erhielten die reformierten Gemeinden Bayerns eine eigene Synode und 1919 trennten sie sich formell von der Protestantischen Kirche Bayerns. Seither gab es in Bayern zwei protestantische Landeskirchen, die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern und die „Reformierte Synode in Bayern rechts des Rheins“, die sich seit 1949 „Evangelisch-reformierte Kirche in Bayern“ nannte. Letztere hatte in Erlangen über viele Jahre den Sitz ihres Moderamens. Durch die Vereinigung der deutsch-reformierten und der ehemals französisch-reformierten Gemeinde gab es seit 1920 in Erlangen nur noch eine reformierte Gemeinde, aber mehrere lutherische Gemeinden. Die lutherischen Gemeinden gehören heute noch zum Dekanat Erlangen, das als Dekanat für beide Konfessionen gegründet worden war und seit 1919 nur noch die lutherischen Gemeinden betreut. Es ist Teil des Kirchenkreises Nürnberg.
Die reformierte Gemeinde Erlangen ist inzwischen Teil der Evangelisch-reformierte Kirche – Synode evangelisch-reformierter Kirchen in Bayern und Nordwestdeutschland Evangelisch-reformierten Kirche – Synode evangelisch-reformierter Kirchen in Bayern und Nordwestdeutschland. Hier gehört sie zum Synodalverband XI.
Innerhalb der Lutheraner Erlangens kam es Anfang der 1990er Jahre beinahe zu einer Spaltung der Gemeinde in Bruck, da der erste Pfarrer die Charismatische Bewegung unterstützte. Mit der Gründung der „Erlanger Laien im Aufbruch (ELIA-Gemeinschaft)“ 1993 fanden die Charismatiker eine eigene Organisationsform, verblieben jedoch innerhalb der lutherischen Landeskirche und damit rechtlich Teil ihrer lokalen Gemeinde. Bereits 1984 bildeten Anhänger der Pfingstbewegung in Tennenlohe die „Gemeinde am Wetterkreuz“.
Katholiken
Bild:HerzJesu1a.jpg thumb|200px|Herz Jesu am katholischen Kirchplatz, die erste katholische Kirche in Erlangen
Seit dem 18. Jahrhundert gab es in Erlangen auch wieder Katholiken (ab 1711 „Religions- und Gewissensfreiheit“, jedoch ohne eigene Gottesdienste). Die erste katholische Messe wurde 1784 im Altstädter Rathaus abgehalten.
Ab 1786 bestand ein Kurat und 1787–1790 wurde das Bethaus Mater dolorosa erbaut. 1813 wurde die erste Pfarrei errichtet, die ab 1826 zum Dekanat Herzogenaurach gehörte. Weitere Pfarreien wurden errichtet. Sie alle gehören zum Bistum Bamberg. 1937 wurde Erlangen Sitz eines Dekanats innerhalb der Erzdiözese Bamberg.
Durch Eingemeindungen von überwiegend katholischen Umlandgemeinden wie z.B. Büchenbach haben sich die Anzahl der Protestanten und der Katholiken angeglichen, so dass heute nur noch ein leichtes Übergewicht zu Gunsten der Protestanten besteht. Die Eingemeindungen dieser katholischen Gemeinden gingen nicht immer ganz spannungsfrei vor sich.
Judentum
1408 wurden erstmals Juden urkundlich in Erlangen erwähnt, 1478 auch ein Rabbi. Am 26. März 1515 beschloss der markgräfliche Landtag die Ausweisung der Juden. Dies hat vermutlich auch die Existenz der Erlanger jüdischen Gemeinde beendet. Den hugenottischen Einwohnern der Neustadt sicherte Markgraf Christian Ernst 1711 ein Niederlassungs- und Gewerbeverbot für Juden zu. Daher blieb das jüdische Leben auf Erlangens Nachbargemeinden Bruck, Baiersdorf und Büchenbach beschränkt.
*In ''Erlangen-Bruck Bruck'' lebten seit 1431 Juden, 1604 wird ein „Judenhaus“ erwähnt, das wohl als Synagoge für die noch kleine jüdische Gemeinde von sechs Familien (1619) diente. Nachdem diese aber rasch auf 37 Familien (1763) anwuchs, wurde bereits 1707 eine neue Synagoge errichtet. 1811 zählte die Gemeinde 184 Einwohner (ca. 15 % der damaligen Bevölkerung), 1859 waren es noch 108.
*In ''Baiersdorf'' erfolgte die erste urkundliche Erwähnung einer jüdischen Gemeinde 1473. Deren Bestand wird aber bereits für eine frühere Zeit vermutet, insbesondere weil die ältesten Grabsteine auf dem jüdischen Friedhof ins frühe 14. Jahrhundert datiert werden. Dieser Friedhof hatte einen weiten Einzugsbereich bis nach Forchheim und Fürth. Bereits 1530 bestand eine Synagoge, obwohl nach der 1515 beschlossenen Vertreibung der Juden aus der Markgrafschaft nur noch eine jüdische Familie in Baiersdorf lebte. Nach der Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg wurde die Synagoge 1651 wieder errichtet, die Gemeinde war von neun Familien 1619 auf 83 Familien 1771 angewachsen. Als zweitgrößte jüdische Gemeinde im Markgraftum Brandenburg-Bayreuth war hier auch Sitz des Landesrabbinats. 1827 erreichte die jüdische Gemeinde mit 440 Mitgliedern (30 % der Bevölkerung) ihre größte Mitgliederzahl.
*In ''Büchenbach'' gestattete der Bamberger Domprobst 1681 Juden die Niederlassung. Es entstand eine jüdische Gemeinde, die 1811 74 Mitglieder zählte und 1813 eine Synagoge errichtete. 1833 lebten 103 Juden im Ort.
Bild:Herz.jpg thumb|200px|Eine Gedenktafel erinnert an das zerstörte Denkmal Jakob Herz'
Bild:Herz2.jpg thumb|200px|Das neue Denkmal Jokob Herz aus dem Jahre 1983
1861 führte der bayerische Landtag die allgemeine Freizügigkeit für Juden in Bayern ein. Damit wurde Juden die Niederlassung in Erlangen möglich. Viele jüdische Familien aus den Umlandgemeinden zogen wegen der besseren Perspektiven nach Erlangen, zugleich schrumpften die Gemeinden in Bruck, Baiersdorf und Büchenbach, wo bereits 1874 die Gemeinde aufgelöst wurde. 1867 zählte die neue Erlanger Gemeinde bereits 67 Mitglieder, die am 15. März 1873 zur eigenständigen Kultusgemeinde wurde. Die Brucker Gemeinde ging darin auf. 1891 weihte die Gemeinde einen eigenen Friedhof ein. Dagegen wurde das Rabbinat von Baiersdorf 1894 aufgelöst, nach 1900 lebten in Bruck keine Juden mehr. Der Erlanger Gemeinde gehörten dagegen profilierte Persönlichkeiten wie der Arzt und Ehrenbürger Jakob Herz und die Mathematikerin Emmy Noether an. Ersterem wurde am 5. Mai 1875 ein Denkmal errichtet, das am 15. September 1933 zerstört wurde. Eine Stele erinnert seit 1983 an diesen Vorgang mit der Inschrift: ''Wir denken an Jakob Herz, dem Bürger dieser Stadt ein Denkmal setzten und zerstörten.''
Während der nationalsozialistischen Diktatur verringerte sich bis 1938 die Zahl der Erlanger Juden zunächst von 120 auf 44 Personen. In der Reichspogromnacht wurde der Erlanger Betsaal zerstört, die Synagoge in Baiersdorf abgerissen. Am 20. Oktober 1943 wurde die letzte jüdische Einwohnerin Erlangens ins KZ Auschwitz deportiert. 77 Angehörige der jüdischen Gemeinde Erlangens wurden von den Nazis ermordet.
Von den ursprünglichen jüdischen Einwohnern kehrte keiner nach Erlangen zurück. Dennoch wuchs die Zahl der Juden bis in die 1970er Jahre soweit an, dass der Verleger Shlomo Lewin die Gründung einer neuen Gemeinde plante. Am 19. Dezember 1980 wurde er mit seiner Lebensgefährtin ermordet, vermutlich durch ein Mitglied der rechtsextremen Wehrsportgruppe Hoffmann. Es kam jedoch nie zu einer Verurteilung, da der mutmaßliche Täter Selbstmord beging.[[http://www.raumzeit-online.de/?mode=show_article&article=772&pub=122&cat=14 Wolfgang Most: ''Wehrsportgruppe Hoffmann: Vereinigung der Einzeltäter. Vor 25 Jahren: Mord an Shlomo Lewin und Frieda Poeschke in Erlangen'', in: raumzeit – Monatszeitung für Nürnberg, Fürth, Erlangen. (23.12.2005)]] Nach diesem Verbrechen blieb die Gründung der Israelitischen Kultusgemeinde aus. Diese Idee gewann erst durch den Zuzug von jüdischen Auswanderern aus der ehemaligen Sowjetunion neuen Auftrieb. Am 1. Dezember 1997 entstand in Erlangen wieder eine Israelitische Kultusgemeinde, der im Jahr 2000 300 Mitglieder angehörten. Am 2. April 2000 weihte die Gemeinde einen neuen Betraum ein.
Trotz aller offiziellen Erklärungen zur Toleranz tat sich die Stadt Erlangen schwer mit dem Umgang mit der NS-Zeit. Erst 1983 wurden Adolf Hitler und Rudolf Streicher die Ehrenbürgerschaft aberkannt.
Islam
Seit 1980 besteht in Erlangen der ''Türkisch-Islamische Kulturverein Erlangen (DITIB)'', der auch einen Hodscha als Geistlichen beschäftigt. Seitdem entstanden auch weitere Vereine wie der ''Islamische Studentenverein Erlangen'' (1984) und die ''Islamische Glaubensgemeinschaft'' (1995). Diese drei bilden gemeinsam seit Dezember 1999 die ''Islamische Religionsgemeinschaft Erlangen e. V.'', die sich um die Durchführung islamischen Religionsunterrichtes an staatlichen Schulen kümmert. Das erste Mal in Bayern wurde 2001 an der Erlanger Pestalozzi-Grundschule das Fach „Islamisch religiöse Unterweisung in deutscher Sprache“ an einer staatlichen Schule eingeführt. Richtiger „Islamunterricht“ als Unterrichtsfach wurde erstmals in ganz Deutschland an der Grundschule Brucker Lache eingeführt.
Neben den drei erwähnten Verbänden besteht seit 1993 auch noch der ''Türkische Verein für soziale Dienste''.
Siebenten-Tags-Adventisten
Siebenten-Tags-Adventisten sind seit mindestens 1903 in Erlangen vertreten. 1995 bezogen sie in Bruck, Bierlachweg 4, das neue Gemeindezentrum. Im Jahr 2003 wurde eine weitere Gemeinde (ERlebt) gegründet, die sich in der Hindenburgstraße 46 a versammelt.
Zeugen Jehovas
Die Zeugen Jehovas meldeten am 22. März 1923 ihre erste Versammlung in Erlangen an, die jedoch polizeilich nicht genehmigt wurde. Nach dem Verbot im April 1933 kam es zu verstärkten Repressionen, die bis zur Ermordung des Erlanger Mitglieds Gustav Heyer in der nationalsozialistischen Tötungsanstalt Hartheim am 20. Januar 1942 führten. Die Gustav-Heyer-Straße in Bruck erinnert seit 2000 daran. 1948 erfolgte die Reorganisation der Gemeinde, die sich 1975 in zwei Versammlungen teilte. 1980 errichteten die Zeugen Jehovas in Bruck einen eigenen Versammlungsraum („Königreichssaal“).
Neben den oben genannten Glaubensgemeinschaften bestehen noch weitere Freikirchen und Religionsgemeinschaften in Erlangen.
Politik
Bild:Erlangen-Rathaus.jpg thumb|200px|Das moderne Rathaus
In Erlanger Altstadt Erlangens Altstadt ist seit dem 14. Jahrhundert ein Rat nachweisbar. An der Spitze der Stadt standen zwei Bürgermeister, die alle vier Wochen wechselten. Ab 1715 gab es sogar vier Bürgermeister.
In der Neustadt lag die Verwaltung zunächst beim reformierten Presbyterium. 1697 gab es vier Bürgermeister, die ein Jahr amtierten, davon drei Franzosen und ein Deutscher. Ab 1701 gab es vier Bürgermeister und acht Räte, die zwei Jahre amtierten. Danach wurde die Verwaltung mehrmals umgestaltet.
Nach der Vereinigung von Altstadt und Neustadt 1812 wurde das bayerische Gemeindeedikt eingeführt. Ab 1818 wurde die Stadt von einem Bürgermeister geleitet, der ab 1918 meist den Titel Oberbürgermeister erhielt.
Daneben gab es ab 1818 einen Stadtmagistrat mit zehn, ab 1900 zwölf Magistratsräten und als zweite Kammer die Gemeindebevollmächtigten mit 30, ab 1900 36 Mitgliedern. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es nur noch einen Stadtrat.
1978 zog mit Wolfgang Lederer von der Grünen Liste erstmals ein Bündnis 90/Die Grünen grüner Politiker in einen bayerischen Stadtrat ein.
Die ''Bürgermeister'' beziehungsweise ''Oberbürgermeister'' seit 1818:
{|
| valign = "top" |
*1818–1827: Johann Sigmund Lindner
*1828–1855: Johann Wolfgang Ferdinand Lammers
*1855–1865: Carl Wolfgang Knoch
*1866–1872: Heinrich August Papellier
*1872–1877: Johann Edmund Reichold
*1878–1880: Friedrich Scharf
*1881–1892: Georg Ritter von Schuh
*1892–1929: Theodor Klippel, ab 1918 Oberbürgermeister
| valign = "top" |
*1929–1934: Hans Flierl, ab 1932 Oberbürgermeister
*1934–1944: Alfred Groß, Oberbürgermeister
*1944–1945: Herbert Ohly, kommissarischer Oberbürgermeister
*1945–1946: Anton Hammerbacher (Sozialdemokratische Partei Deutschlands SPD), Oberbürgermeister
*1946–1959: Michael Poeschke (Sozialdemokratische Partei Deutschlands SPD), Oberbürgermeister
*1959–1972: Heinrich Lades (Christlich-Soziale Union in Bayern CSU), Oberbürgermeister
*1972–1996: Dietmar Hahlweg (Sozialdemokratische Partei Deutschlands SPD), Oberbürgermeister
*1996–heute: Siegfried Balleis (Christlich-Soziale Union in Bayern CSU), Oberbürgermeister
|}
Erlangen wird derzeit von einem mehrheitlich durch CSU und Freie Demokratische Partei FDP/Freie Wähler FWG (Freie Wählergemeinschaft) bestimmten Stadtrat regiert. Die Bevölkerung in Erlangen ist politisch vergleichsweise aktiv und nutzt insbesondere die Möglichkeit zur Direkte Demokratie direkten Demokratie, wie die hohe Zahl an Bürgerentscheiden zeigt, die in den vergangenen Jahren stattgefunden haben und alle auch die zu ihrer Wirksamkeit notwendige Wahlbeteiligung erreicht haben:
* 1998: Verkauf Erlanger Stadtwerke (Ergebnis: Gegen Verkauf)
* 1998: Durchgangsstraße Röthelheimpark (Ergebnis: Pro Durchgangsstraße)
* 2000: Tiefgarage Theaterplatz (Ergebnis: Kontra Tiefgarage)
* 2004: Erlangen-Arcaden (Ratsbegehren, Bau eines Einkaufszentrums) (Ergebnis: Pro Arcaden)
* 2005: Erlanger Bäder (Ergebnis: Kontra Privatisierung)
* 2005: Taxistandplatz Altstadt (Ergebnis: Pro Verlagerung)
* 2005: Erlangen-Arcaden (Bürgerbegehren und Ratsbegehren, Ergebnis: Pro Ratsbegehren)
Verschiedene Organisationen sind neben den Parteien in Erlangen kommunalpolitisch aktiv. Dazu zählen Initiativen, die sich jeweils anlässlich konkreter Themen gründen (siehe insbesondere die obigen Bürgerentscheide) und anschließend wieder auflösen.
Das „Altstadtforum“ ist ein überparteiliches Bündnis aus 19 Organisationen (u. a. alle im Stadtrat vertretenen Parteien, Bürgerinitiativen und Vereine). Das Altstadtforum setzt sich für eine attraktive, lebenswerte und zukunftsfähige Erlanger Altstadt ein.
Außerdem gibt es in Erlangen ein von den 12–18 Jahre alten Jugendlichen alle zwei Jahre gewähltes Jugendparlament.
Wappen
Das Wappen der Stadt Erlangen zeigt im geteilten und oben gespaltenen Schild: vorne in Silber einen linksgewendeten, golden gekrönten und bewehrten roten Adler mit goldenen Kleestängeln und von Silber und Schwarz geviertem Brustschild; hinten in Silber ein golden gekrönter und bewehrter, rot gezungter schwarzer Adler mit goldener Halskrone, Kleestängeln und den goldenen Großbuchstaben E und S auf der Brust; unten in Blau über silberner Zinnenmauer wachsend ein doppelschwänziger, golden gekrönter, rot gezungter goldener Löwe.
Hierbei handelt es sich um das kleine Stadtwappen). Werden die drei Teile des Wappens auf separaten Schildern dargestellt, über denen der zollerische Brackenkopf mit schwarz-silbernen Helmdecken zu sehen ist, dann handelt es sich um das große Stadtwappen.
Die Stadtflagge ist Weiß-Rot. Der Löwe im unteren Teil des Wappens steht für die Erlanger Altstadt. Dabei handelt es sich um den luxemburgischen Löwen, der seit 1397 in den Stadtsiegeln nachweisbar ist. In der oberen Hälfte stehen der brandenburgische und der preußische Adler, welche die Neustadt Erlangens symbolisieren. Sie schmückten das Neustädter Wappen seit 1707. Die Buchstaben E und S stehen für Elisabeth Sophie, die Gattin des Markgrafen Christian Ernst.
Bild:Logo1a.jpg thumb|200px|Das Logo der Stadt Erlangen
Logo
Seit 1977 verwendet die Stadt Erlangen als Erkennungszeichen neben dem Stadtwappen ein 1976 von dem Münchner Designer Walter Tafelmaier entworfenes Signet mit dem Schriftzug „Stadt Erlangen. Auf quadratischem Grundriss sind in fünf vertikalen und horizontalen Reihen 24 Einzelquadrate so angeordnet, dass in der Mitte der rechten Seite ein freier Platz ausgespart bleibt. Das Logo symbolisiert den Grundriss der barocken Planstadt. Das fehlende Quadrat steht für Offenheit.
2007 gab es seitens der Stadtverwaltung Überlegungen, das Signet wieder duch das Stadtwappen zu ersetzen. Dies wurde jedoch von der Mehrheit der Bürger abgelehnt.
Städtepartnerschaften
Erlangen unterhält Städtepartnerschaften mit folgenden Städten:
{|
|{{border|Bild:Flag of Sweden.svg 20px|Schweden}}||Eskilstuna (Schweden), seit 1961
|-
|{{border|Bild:Flag of France.svg 20px|Frankreich}}||Rennes (Frankreich), seit 1964
|-
|{{border|Bild:Flag of Russia.svg 20px|Russland}}||Wladimir (Russland) Wladimir (Russland), seit 1983 beziehungsweise 1987
|-
|{{border|Bild:Flag of Thuringia (state).svg 20px|Thüringen}}||Jena (Thüringen), seit 1987
|-
|{{border|Bild:Flag_of_England.svg 20px|England}}||Stoke-on-Trent (England), seit 1989
|-
|{{border|Bild:Flag of Nicaragua.svg 20px|Nicaragua}}||San Carlos (Nicaragua) San Carlos (Nicaragua), seit 1989
|-
|{{border|Bild:Flag of Turkey.svg 20px|Türkei}}||Stadtteile von Istanbul Beşiktaş (Stadtbezirk von Istanbul, Türkei), seit 2003
|}
Daneben bestehen weitere Partnerschaften:
{|
|{{border|Bild:Flag of the People's Republic of China.svg 20px|China}}||Shenzhen (Volksrepublik China), Regionalpartnerschaft seit 1997
|-
|{{border|Bild:Flag of the United States.svg 20px|USA}}||Richmond (Virginia) Richmond, Bundesstaat Virginia (USA), Kooperationsvereinbarung seit 1998
|-
|{{border|Bild:Flag of Italy.svg 20px|Italien}}||Cumiana (Italien), Freundschaftsstadt seit 2001
|-
|{{border|Bild:Flag of the United Arab Emirates.svg 20px|Vereinigte Arabische Emirate}}||Ajman (Vereinigte Arabische Emirate), Kooperationsvertrag seit 2005
|-
|{{border|Bild:Flag of Austria.svg 20px|Österreich}}||Umhausen (Österreich), Partnerschaftliche Vereinbarung seit 2006
|}
Patenschaft
*1949 wurde die Patenschaft für die vertriebenen Sudetendeutschen aus der Stadt und dem Kreis Okres Most Brüx übernommen.
*1951 wurde die Patenschaft für die vertriebenen Sudetendeutschen aus der Stadt und dem Kreis Komotau übernommen.
Die Heimatstuben der beiden Gebiete befinden sich im „Stutterheim-Palais“ am Marktplatz.
Wirtschaft
Der Wirtschaft Erlangen wir wesentlich durch die Aktivitäten der Siemens AG und ihrer verbundenen Unternehmen, der Friedrich-Alexander-Univeristät sowie der innovationsfreundlichen Wirtschaftpolitik des Stadtrates geprägt. Der Wirtschaftsstandort gehört insgesamt zu den attraktisten in ganz Deutschland. So belegte die Stadt in der von dem Schweizer Unternehmen Prognos im Jahre 2007 durchgeführten Analyse der Wettbewerbsfähigkeit aller 439 deutschen Städte und Kreise nach München (Landkreis), München (Stadt) und Starnberg den 4. Platz (2004: Platz 7). Insbesondere im Wachstum (2001-2004: 31,4%) erreichte die Stadt dabei weit überdurchschnittliche Werte.[Handelsblatt vom 26.03.2007, Seite 8]
Die Wirtschaft vor Gründung der Hugenottenstadt 1686
Bis zur Gründung der Neustadt im Jahre 1686 durch Markgraf Christian Ernst (Brandenburg-Bayreuth) Christian Ernst bestand die Wirtschaft in Erlangen praktisch ausschließlich aus der Landwirtschaft. Die Flussauen von Regnitz und Schwabach boten gute Standorte für Äcker und Wiesen, die über Wasserschöpfräder bewässert wurden. Die Flüsse selbst boten Gelegenheit zum Fischfang. Der Wald östlich der Regnitz einschließlich der dort liegenden Steinbrüche bildete über Jahrhunderte eine wesentliche Lebensgrundlage für die frühen Erlanger Bürger. Der Burgberg begünstigte durch sein Klima den Anbau von Obst und Wein. Auf Zeidelweiden wurde eine Waldbienenwirtschaft betrieben.
Neben der Landwirtschaft existierte ein für den lokalen Bedarf produzierendes Kleingewerbe. So boten im Jahre 1619 ein Bader, ein Büttner, ein Glaser, ein Schlosser, ein Schmid, ein Schreiner, ein Wagner, ein Ziegler, zwei Metzger, zwei Müller, zwei Schuster, drei Zimmerleute, fünf Bäcker, fünf Schneider, fünf Steinmetzen, acht Tuchmacher sowie mehrere Wirte und Braumeister in Erlangen ihre Dienste an.
Die immer wieder auftretenden kriegerischen Ereignisse erwiesen sich für die wirtschaftliche Entwicklung als verheerend. So wurde Erlangen im Dreißigjähriger Krieg Dreißigjährigen Krieg vollständig zerstört, die Bevölkerung ausgelöscht oder vertrieben.
Bild:Handschuh1a.jpg thumb|200px|Zeichen der 1686 von J.P.Gills und J.Mengin gegr. Handschuhmanufaktur an der Ecke Goethestr./Bahnhofsplatz
Die Entwicklung der Gewerbe 1686 bis 1812
Nach den desaströsen Folgen des Dreißigjähriger Krieg Dreißigjährigen Krieg bemühte sich Markgraf Christian Ernst (Brandenburg-Bayreuth) Christian Ernst, die völlig am Boden liegende Wirtschaft wieder zu beleben. Er ließ dazu wohlhabende oder wirtschaftliche tüchtige Hugenotten anwerben und in der 1686 neu gegründeten Hugenottenstadt (Neustadt) ansiedeln. Durch diese aktive Wirtschaftspolitik wurde zunächst das Gewerbe der Strumpfwirker etabliert, ein technisch hochstehender Wirtschaftszweig, der in Deutschland nahezu unbekannt war. Daneben entwickelten sich die Hutfabrikation, die Handschuhfertigung sowie die Weißgerberei zu wichtigen Gewerbezweigen.
Anfänglich fast ausschließlich in französischer Hand, wurden diese Gewerbe durch die deutsche Zuwanderung zunehmend deutsch. So befanden sich 1775 unter den insgesamt 277 Strumpfwirkermeistern nur noch 19 mit französischer Herkunft. Nur die Handschuhmacherei und die Weißgerberei blieben bis 1811 französische Monopole. Mit der deutschen Zuwanderung gelangten weitere Gewerbezweige nach Erlangen, so der Kattundruck, der auch überregionale Bedeutung gewann und Ende des 18. Jahrhunderts zu den größten Betrieben Erlangen zählte.
Aufgrund der exportorientierten Wirtschaft der Hugenottenstadt galt Erlangen als „Fabrikstadt“, ein Typ, der in Franken nur noch durch Fürth und Schwabach vertreten war.
Die Industrialisierung 1812–1945
Die Neuordnung Mitteleuropas nach den napoleonischen Kriegen sowie die anschließende protektionistische Zollpolitik führten zum Verlust der traditionellen Absatzmärkte und damit zum Niedergang der Erlanger Gewerbe. Im Jahre 1887 war das Strumpfwirken praktisch erloschen. Ebenso verschwanden die Kattunfabriken und Hutmanufakturen. Nur Weißgerber und Handschuhmacher konnten sich noch bis in das 20. Jahrhundert halten.
Bild:Bier-Logo.jpg thumb|left|Bieretikett der Erich-BrauererIn der Mitte des 19. Jahrhunderts konnte sich die Erlanger Wirtschaft auf niedrigem Niveau langsam konsolidieren. Neben der Landwirtschaft, den restlichen Gewerbebetrieben sowie dem lokalen Handwerk trat zunehmend die Industrie als vierter Wirtschaftszweig in Erscheinung. Produziert wurde vor allem Bier. Die Keller im Burgberg waren für die Reifung und Lagerung der Biere hervorragend geeignet, so dass ein qualitativ hochwertiges Produkt entstand, das weltweit gefragt war. Ende 1860 exportierte Erlangen dreimal so viel Bier wie München. Die Erfindung der Kühlmaschine zu Beginn der 1880er-Jahre brachte diesem Höhenflug ein jähes Ende. Heute existieren nur noch zwei Brauereien (s.u.) in Erlangen.
Neben der Produktion von Bier erlangte die Fertigung von Kämmen eine große Bedeutung. Mit Hilfe der ersten Erlanger Dampfmaschine wurden durch den Unternehmer Johann Georg Bücking im Jahre 1845 ca. 1,2 Millionen Kämme produziert. Damit beherrschte das Familienunternehmen den gesamten deutschen, europäischen sowie nordamerikanischen Markt. Ebenso international tätig war Emil Kränzlein mit seiner Bürstenfabrik, die vor dem Ersten Weltkrieg mehr als 400 Mitarbeiter beschäftigte und ihre Produkte weltweit vertrieb.
Die Gründung der Baumwollspinnerei AG im Jahre 1880 eröffnete einen neuen Wirtschaftszweig in Erlangen. Durch mehrere Fusionen entstand 1927 die Baumwollindustrie Erlangen-Bamberg (ERBA), die vor dem Zweiten Weltkrieg über 5000 Mitarbeiter beschäftigte.
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|Bild:Reiniger1.jpg thumb|In diesem Haus am Schlossplatz befand sich die Werkstatt von Erwin Moritz Reiniger
|Bild:Reiniger2.jpg thumb|Eine Gedenktafel erinnert an die Ursprünge der Medizintechnik in Erlangen
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Ein weiterer, für die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung Erlangens wesentlicher Betrieb war die Werkstatt des Universitätsmechanikers Erwin Moritz Reiniger, in der er ab 1876 optische und feinmechanische Geräte herstellte. 1886 wurde daraus die Firma Reiniger, Gebbert & Schall gegründet, die bereits erfolgreich mit der Medizinischen Fakultät der Universität kooperierte. Nach der Entwicklung des Röntgengerätes 1895 durch Wilhelm Röntgen in Würzburg nahm Reiniger sofort Kontakt auf und vereinbarte die Herstellung von Röntgengeräten in seinem Erlanger Werk. 1925 erwarb die Siemens & Halske AG die Firma und gliederte ihre eigene Abteilung für Medizinische Technik ein. Vor dem Zweiten Weltkrieg arbeiteten bereits mehr als 2000 Mitarbeiter in den Erlanger Siemens-Reiniger-Werke AG Siemens-Reiniger Werken. Aus diesen Werken entstand der heutige Geschäftsbereich Medizintechnik der Siemens AG.
Ebenfalls globale Bedeutung erreichte ab 1908 die Bleistiftspitzer-Industrie, die zeitweise 80 % des Weltmarktes bediente.
1920 wurde die Fa. Gossen gegründet. Sie fertigte v.a Messinstrumente. 1963 kam Gossen zur Siemens AG; heute gibt es die Firma Gossen nicht mehr.
Die Entwicklung zur Siemens-Stadt ab 1945
Das Ende des Zweiten Weltkrieges hatte für die Erlanger Wirtschaft weitreichende Konsequenzen: Die beiden in Berlin ansässigen Siemens-Unternehmen Siemens & Halske (S&H) und Siemens-Schuckertwerke (SSW) hatten bereits vor dem absehbaren Zusammenbruch Maßnahmen für einen Neuanfang getroffen. Spezielle Teams (sogenannte Gruppenleitungen) sollten den Umzug nach München (S&H) und Hof (SSW) vorbereiten. Aufgrund der Nähe zur sowjetischen Zone suchte die Hofer Gruppe um Günther Scharowsky jedoch bald einen neuen Einsatzort, der nach etlichen Sondierungen im unzerstörten Erlangen gefunden wurde. Dabei spielte die Tatsache, dass mit den Siemens-Reiniger-Werken bereits ein Siemens-Standort in Erlangen existierte, eine wesentliche Rolle.
Bild:Siemens Forum Erlangen.jpg thumb|right|200px|Der „Himbeerpalast“, die Zentrale der Siemens AG in Erlangen
Gestartet wurde am 25. Juni 1945 mit einem Voraus-Team von zwei Mann. Anfang 1946 waren es bereits 200 SSW-Mitarbeiter, die aufgrund der Raumnot auf 15 Standorte verteilt waren. Um Abhilfe zu schaffen, wurde 1948–1953 auf der damals größten Baustelle Süddeutschlands das neue Siemens-Verwaltungsgebäude errichtet (wegen seiner Farbe auch „Himbeerpalast“ genannt). Für die Mitarbeiter wurden südlich davon große Wohnparksiedlungen gebaut. In den folgenden Jahren entstanden weitere Bürobauten: Das Bindelhaus (1956–1958), das Hochaus (1959–1962) sowie das Siemens-Forschungszentrum (1959–1968). In keiner anderen bayrischen Stadt wurde nach dem Zweiten Weltkrieg so viel und so lange gebaut wie in Erlangen.
1956 beschäftigte SSW über 6000 Mitarbeiter, 1966 bereits über 10.000. Die Zusammenführung der drei Siemens-Firmen SSW, SRW und S&H zur Siemens AG im Jahre 1966 bedingte einen erneuten wirtschaftlichen Schub. Allein in dem Zeitraum von 1985 bis 1995 investierte der Konzern eine Milliarde DM in den Standort Erlangen. Die Mitarbeiterzahl erreichte 1986 mit 31.000 den bisherigen Höchststand. Aufgrund von Verlagerungen nach Nürnberg-Moorenbrunn und Forchheim liegt er heute bei ca. 25.000. Neben dem Geschäftsbereich Siemens Medical Solutions (Medizintechnik) sind die Bereiche Siemens Transportation Systems Transportation Systems (Verkehrstechnik), Siemens Power Generation Power Generation (Energieerzeugung), Siemens Power Transmission and Distribution Power Transmission and Distribution (Energieübertragung und -verteilung), Fertigungsstätten des Bereiches Siemens Automation and Drives Automation and Drives (Automatisierungs- und Antriebstechnik) sowie zahlreiche Stabsabteilungen in Erlangen beheimatet. Nach dem Abzug der amerikanischen Truppen wurde auf dem freiwerdenden Gelände der neue Stadtteil Röthelheimpark errichtet, in dem die Siemens-Medizintechnik weitere Fertigungsstätten und Bürogebäude errichtete.
Weiterhin sind zahlreiche Siemens-Töchter und Siemens-Beteiligungen in Erlangen angesiedelt, u. a. die Europazentrale der Areva NP (ehemals Framatome), eines französischen Konzerns, in dem die Siemens AG durch die Eingliederung der Sparte Nukleartechnik eine Beteiligung hält.
Andere international tätige Firmen
Neben der Siemens AG hat sich mit der Solar Millennium ein weiteres weltweit tätiges Unternehmen der Energiebranche in Erlangen etabliert. Solar Millennium wurde 1998 gegründet, und plant und errichtet Solarkraftwerke, die auf der Parabolrinnentechnologie basieren.
Die Publicis Groupe ist ein multinationaler Werbedienstleister mit dem Hauptsitz in Frankreich und gehört zu den vier bedeutendsten Werbedienstleistern weltweit. Sie hat in Erlangen eine grosse Niederlassung.
Schwerpunkte der aktuellen Wirtschaftspolitik
= Förderung von Existenzgründungen und innovativer Technologien
=
Bild:IZMP.jpg thumb|200px|left|Das IZMP in der HenkestrasseDie Förderung von Fortschritt und Innovation sowie die Schaffung eines investionsfreundlichen Umfeldes haben in Erlangen eine lange Tradition. So wurde bereits 1985/86 zusammen mit den Städten Fürth und Nürnberg das ''Innovations- und Gründerzentrum Nürnberg-Fürth-Erlangen GmbH'' (IGZ) in Tennenlohe gegründet. Aus diesem Gründerzentrum heraus entstanden neue Firmen, die neue Impulse für das Wirtschaftsleben setzten später erfolgreich an der Börse plaziert wurden. Zu ihnen gehören u.a. die Wavelight AG und die November AG.
Das IGZ wurde 2003 durch das ''Innovationszentrum Medizintechnik und Pharma'' (IZMP) ergänzt, welches insbesondere Existensgründer und innovative Firmen aus den Gebieten Medizintechnik, Pharmaforschung sowie Bio- und Gentechnologie unterstützt. Bereits im März 2006 wurde der Grundstein für eine erste Erweiterung des IZMP gelegt.
Darüber hinaus wurde die "Erlangen AG" als Zusammenschluss von Wissenschaft und Wirtschaft mit dem Ziel gegründet, systematisch und konsequent neue Wissensressourcen zu erschließen, Wege in neue Märkte aufzuzeigen und die positiven Differenzierungsmerkmale des Standortes international zu vermarkten.
Als Ergebnis der langjährigen Bemühungen zur Förderung neuer, innovativer Technologien wurde Erlangen im Jahre 1998 als erste bayrische Großstadt mit dem Titel ''Wirtschaftfreundlichste Gemeinde'' von der bayrischen Staatsregierung ausgezeichnet.
= Medizin und Medizintechnik
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Mit seinen 22 Universitätskliniken, dem Klinikum am Europakanal sowie dem Waldkrankenhaus St. Marien besitzt Erlangen weltweit die höchste Dichte an Krankenhäusern. Zusammen mit der Friedrich-Alexander-Universität, dem Siemens-Geschäftsbereich Medical Solutions sowie über 100 mittelständischen Firmen wurde ein einmaliges Kompetenzzentrum für Medizin, Medizintechnik und Pharma gebildet. Beinahe jeder vierte Arbeitnehmer verdient heute sein Brot in den Bereichen Medizintechnik und Gesundheit.
Dieser Standortvorteil soll zukünftig weiter ausgebaut werden. Die Stadt hat sich das Ziel gesetzt, ''Bundeshauptstadt der medizinischen Forschung, Produktion und Dienstleistung'' zu werden. Um auch die umliegendene Region in diese Anstrengungen mit einzubeziehen, wurde das MEDICALvalley gegründet.
Infrastruktur und Verkehr
Straßenverkehr
Bild:4 Verkehrswege.jpg thumb|left|200px|Vier Verkehrswege (Bahn, Straße, Kanal, Fluss) im Regnitztal bei Erlangen
Die Lage Erlangens an der Verbindungsstraße Nürnberg-Bamberg hat schon in frühen Zeiten die Entwicklung der Stadt positiv beeinflusst. Bereits 1653 wurde für die Reit- und Botenpost der Fürsten Thurn und Taxis eine Poststation eingerichtet. Die Gründung der Neustadt 1686 ließ den Verkehr kräftig ansteigen, so dass bereits 1708 mit der Pflasterung der städtischen Straßen begonnen wurde. Nach 1900 begann der motorisierte Verkehr in Erlangen seinen Siegeszug: Im Jahre 1905 wurden bereits acht Motorräder und zwei PKW registriert. 1912 wurde die erste Buslinie nach Nürnberg eröffnet. 1925 existierte pro 100 Einwohner ein Kfz, 1939 waren es bereits 20. Nach dem Zweiten Weltkrieg begann die Massenmotorisierung, die das Stadtbild entscheidend veränderte: Der Ludwigskanal wurde zugeschüttet und an seiner Stelle der Frankenschnellweg (A 73) gebaut. Die Nebenbahnen verschwanden, um Platz für den Ausbau des Straßennetzes zu schaffen.
Durch die einsetzende Umweltbewegung wurde eine Wende erreicht und einige schon geplante Bauvorhaben wie die Überquerung des Regnitzgrundes durch den Kosbacher Damm nicht mehr ausgeführt. Stattdessen wurde der öffentliche Nahverkehr sowie der Fahrradverkehr ausgebaut und die Innenstadt durch die Einrichtung einer Fußgängerzone vom Autoverkehr befreit.
Dennoch gab es seitdem immer wieder Straßenbauprojekte, die zu teilweise erheblichen Diskussionen und Protesten geführt haben bzw noch führen. Dazu gehören u. a.:
* Allee am Röthelheim:
Die Frage, ob diese zentrale Straße im neuen Stadtteil Röthelheimpark zwei- oder vierspurig ausgebaut werden sollte, wurde sehr kontrovers diskutiert. Gegner des vierspurigen Ausbaus argumentierte man, dass der Ausbau zu einem erheblichen Anstieg des Durchgangsverkehrs vor allem in Ost-West-Richtung führen würde. Durch einen Bürgerentscheid im Jahre 2004 wurde schließlich die Entscheidung für den vierspurigen Ausbau getroffen.
;Südumgehung:
Bild:Südumgehung1.jpg thumb|right|200px|Hier soll die geplante Südumgehung verlaufen
Die Einstellung der Sekundärbahn Erlangen-Gräfenberg führte dazu, dass der Osten Erlangens nur noch unzureichend durch öffentliche Nahverkehrsmittel erschlossen ist. Zudem wurde die Weiterführung des vierspurigen Ausbaus der Werner-von-Siemens-Straße durch das Zollhausviertel Richtung Osten durch Anwohnerproteste gestoppt. Heute ist die Straße für den Durchgangsverekhr gesperrt, nur Anwohner und Busse dürfen dort verkehren. Dies hat jedoch zur Folge, dass der Osten Erlangens auch auf der Straße schlecht zu erreichen ist. Während des Berufsverkehrs kommt es zu häufigen Staus entlang der Kurt-Schuhmacher-Straße sowie im Ortsbereich von Buckenhof.
Um hier für die Anwohner eine Entlastung zu schaffen, plant das Bauamt Nürnberg eine Verbindung der Kurt-Schumacher-Straße und der Staatsstraße 2243 südlich von Buckenhof (Südumgehung). Diese Straße würde durch den Buckenhofer Forst führen, ein beliebtes Naherholungsgebiet der Erlanger. Zusätzliche Probleme ergeben sich aus der Tatsache, dass ein Vogelschutzgebiet und ein Wasserschutzgebiet durchquert werden müsste. Die Gegner der Südumgehung propagieren als Alternative den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs durch Realisierung der Stadt-Umland-Bahn.
Heute liegt Erlangen verkehrsgünstig an zwei Bundesautobahnen und einer Bundesstraße:
;Autobahnen:
* {{Link-Bild-Inline|Bild=Bundesautobahn 3 number.svg|Breite=26px|Höhe=16px|Link=Bundesautobahn 3}} (Den Haag-)Emmerich am Rhein–Düsseldorf–Köln–Frankfurt am Main–Würzburg–Erlangen–Nürnberg–[Regensburg]]–Passau (– Wien)
* {{Link-Bild-Inline|Bild=Bundesautobahn 73 number.svg|Breite=26px|Höhe=16px|Link=Bundesautobahn 73}} Nürnberg – Fürth–Erlangen–Bamberg–(in Bau: Coburg–Suhl)
;Bundesstraßen:
* {{Link-Bild-Inline|Bild=Bundesstraße 4 number.svg|Breite=26px|Höhe=16px|Link=Bundesstraße 4}} Bad Bramstedt–Hamburg–Braunschweig–Erfurt–Ilmenau–Coburg–Bamberg–(weiter als A 73)–Erlangen–Nürnberg–Fischbach bei Nürnberg
Schienengebunder Verkehr
Mit der Eröffnung der Bahnlinie Nürnberg-Bamberg am 25. August 1844 kam die Eisenbahn nach Erlangen. Der Zugang zu dem überregionalen Eisenbahnverkehr führte zu einen Sprung in der Verkehrsentwicklung. Am 17. November 1886 wurde die Sekundärbahn Erlangen-Gräfenberg und am 16. April die Lokalbahn Bahnstrecke Erlangen-Bruck–Herzogenaurach Erlangen-Bruck–Herzogenaurach eröffnet.
Der Verkehr auf der Bahnlinie Nürnberg-Bamberg wuchs nach der Wiedervereinigung 1991 rasant an. Mit der Einrichtung der ICE-Linie München-Berlin erhielt Erlangen Zugang zum ICE-Netz und damit eine schnelle Verbindung in die beiden Metropolen. Mit der Eröffnung der geplanten Schnellfahrstrecke Nürnberg–Erfurt wird sich die Reisezeit nach Berlin weiter verringert. Folgende Relationen werden über Erlangen bedient:
;Fernverkehr:
* München–Augsburg–Nürnberg–Erlangen–Lichtenfels–Leipzig–Berlin–Hamburg/Rostock (ICE)
* Mittenwald–München–Ingolstadt–Nürnberg–Erlangen–Lichtenfels–Leipzig–Berlin (IC)
;Regionalverkehr
* Nürnberg–Erlangen–Bamberg–Haßfurt/Schweinfurt (– Würzburg)/Coburg–Sonneberg (Thüringen)
* Plattling–Regensburg–Neumarkt in der Oberpfalz–Nürnberg–Erlangen–Bamberg
* Nürnberg–Erlangen–Bamberg–Lichtenfels–Ludwigsstadt–Saalfeld (Saale)–Naumburg (Saale)
Demgegenüber konnten die beiden Nebenbahnen im Wettbewerb mit dem Straßenverkehr nicht bestehen: Am 16. Februar 1963 fand die letzte Fahrt auf der Strecke nach Gräfenberg statt, 1968 wurde der Personenverkehr nach Herzogenaurach eingestellt, Güterverkehr findet nur noch nach Frauenaurach zum ehemaligenGroßkraftwerk Franken II statt.
Eine Wiederbelebung des schienengebundenen Nahverkehrs wurde zunächst 1977 durch den Vorschlag der Siemens AG diskutiert, über eine ca. 7,5 km lange H-Bahn-Strecke die wichtigsten Siemens-Standorte mit dem Bahnhof zu verbinden. Die H-Bahn, eine der Wuppertaler Schwebebahn ähnliche Konstruktion, fuhr bereits seit 1976 erfolgreich auf einer Versuchsanlage auf dem Siemens-Forschungsgelände in Erlangen. Die Strecke sollte vom Erlanger Gerätewerk über Büchenbach-Nord zum Großparkplatz und von dort durch einen Tunnel bis zur Schuhstraße und anschließend oberirdisch bis zur Siemens-Hauptverwaltung führen. Die von der Stadtverwaltung zusätzlich gewünschten Strecken hätten aufgrund der engen Platzverhältnisse den Abbruch ganzer Häuserzeilen notwendig gemacht. Im November 1978 entschied sich der Stadtrat mit knapper Mehrheit gegen die Durchführung des Projektes.
Die Idee, das Umland Erlangens durch ein schienengebundenes Verkehrssystem besser anzubinden, wurde jedoch nicht aufgegeben und führte Anfang der 1990er-Jahre zu dem von allen Fraktionen getragenen Konzept der Stadt-Umland-Bahn (StUB). Im Jahre 1995 erfolgte der Grundsatzbeschluss der Stadt Erlangen, der Stadt Forchheim sowie des Landkreises Erlangen-Höchstadt zum Bau und Betrieb des dazu vorgesehenen S-Bahn-Grundnetzes auf den Gleisen der Fernbahn. Das weitere Umland sollte über straßenbahnähnliche Verbindungen angeschlossen werden. Interessanterweise war auch die Anbindung von Herzogenaurach und Eckenthal/Gräfenberg wieder vorgesehen, die durch die Einstellung der beiden Lokalbahnen 20 Jahre früher verloren gegegangen war. 1997 erhielt das Projekt einen schweren Rückschlag, als es wegen finanzieller und bautechnischer Risiken nicht in die staatlichen Förderprogramme aufgenommen wurde. Eine Realisierung ist aufgrund der fehlenden Finanzmittel vorerst nicht in Sicht. Einzig die beschlossene S-Bahn-Verbindung soll bis 2010 fertiggestellt und eröffnet werden.
Schiffsverkehr
Obwohl Erlangen an der Regnitz liegt, konnte sich dort aufgrund der zahlreichen, für die Mühlen eingerichteten Wehre sowie der Wasserrad Wasserschöpfräder kein Schiffsverkehr entwickeln. Erst die Eröffnnung des Ludwig-Donau-Main-Kanal Ludwig-Donau-Main Kanals im Jahre 1843 brachte den Schiffsverkehr nach Erlangen. Nach anfänglichem Erfolg verlor der für kleine, von Pferden gezogene Schuten ausgelegte Kanal (Treidelverkehr) mit seinen über 100 Schleusen bald Marktanteile an die aufkommende Eisenbahn und erzielte ab 1863 nur noch Verluste. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurde der Betrieb eingestellt. Der Abschnitt zwischen Nürnberg und Erlangen wurde Anfang der 1960er-Jahre aufgefüllt und als Trasse für den Frankenschnellweg genutzt.
Die Idee, Main und Donau mit einem Kanal zu verbinden und so eine Wasserstraße von der Nordsee bis in das Schwarze Meer su schaffen, wurde jedoch nicht fallengelassen. Bereits 1959 begannen die Arbeiten an dem neuen, wesentlich größerern und leistungsfähigeren Main-Donau-Kanal (Europakanal). Am 30. Oktober 1970 erreichte der Kanal Erlangen, 1992 wurde er in seiner vollen Länge eröffnet. Erlangen erhielt einen Hafen, in dem im Jahre 2000 ca. 450.000 Tonnen Güter umgeschlagen wurden.
Flugverkehr
Eine internationale Flugverkehrsanbindung besteht über den Flughafen Nürnberg.
Öffentlicher Nahverkehr
Bild:Busbahnhof Erlangen Hugenottenplatz.jpg thumb|right|200px|Bushaltestelle Hugenottenplatz
Den ÖPNV versorgen mehrere Stadt- und Überlandbuslinien der Erlanger Stadtwerke (ESTW) und des Omnibusverkehr Franken (OVF) sowie deren Subunternehmen, die alle in den Verkehrsverbund Großraum Nürnberg integriert sind. Die Buslinien führen fast alle durch das Stadtzentrum. Zentrale Knotenpunkte sind der Hugenottenplatz mit dem ca. 100 Meter entfernten Bahnhofplatz sowie die Haltestelle Hauptpost. Pläne für eine als ''Stadt-Umland-Bahn'' bezeichnete Stadtbahn nach Thon (Nürnberg) Nürnberg-Thon, Neunkirchen am Brand sowie Herzogenaurach wurden Anfang der 1990er-Jahre aufgestellt aber 1997 von der Regierung von Mittelfranken aufgrund finanzieller Bedenken abgelehnt.
Erlanger Stadtwerke und kommunale Betriebe
Die Erlanger Stadtwerke haben ihren Ursprung in der 1858 gegründeten „Erlanger Gasgesellschaft AG“, welche mit einem eigenen Gaswerk die Gasversorgung der Stadt sicherstellte. 1915 wurde der Betrieb umbenannt in „Städtische technische Werke Erlangen“. Im Jahre 1939 wurde daraus ein Eigenbetrieb der Stadt Erlangen unter der Firmenbezeichnung „Stadtwerke Erlangen“, 1967 eine Eigengesellschaft unter dem Namen „Erlanger Stadtwerke AG“. Alleiniger Anteilseigner der Gesellschaft ist die Stadt Erlangen.
Die Stadtwerke versorgen Erlangen mit Elektrizität, Wärme, Erdgas und Wasser, betreiben das Hallenbad Frankenhof, errichten und betreuen die Straßenbeleuchtungs- und Verkehrssignalanlagen und sind zuständig für die Umsetzung des Stadtverkehrs in Erlangen.
Neben den Stadtwerken betreibt die Stadt Erlangen eine Reihe von kommunaler Betrieb kommunalen Betrieben zur Errichtung und Wartung von Infrastrukturobjekten. Dazu gehören u.a.
*Der Entwässerungsbetrieb EBE, der u.a. das Klärwerk Erlangens betreibt. In der Vergangenheit wurde immer wieder diskutiert, diesen Betrieb den Erlanger Stadtwerken zuzuordnen, bisher jedoch ohne Ergebnis.
*Der Betrieb „Stadtgrün, Abfallwirtschaft u. Straßenreinigung“ kümmert sich u.a. um die Müllabfuhr.
*Der Betrieb „Fleischhygiene“, hinter dem sich der Erlanger Schlachthof verbirgt.
Bildung und Kultur
Forschung
*Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
:Die Universität wurde 1742 in Bayreuth gegründet und 1743 nach Erlangen verlegt. Nach dem Übergang Erlangens an Bayern blieb die Universität zunächst protestantische Hochschule, die jedoch im Laufe der Zeit ihren konfessionellen Charakter verlor. 1961 erfolgte die Eingliederung der 1919 gegründeten Hochschule für Wirtschaft und Sozialwissenschaften Nürnberg.
:Seither trägt die Universität den Namenszusatz Erlangen-Nürnberg. 1966 wurde eine Technische Fakultät eingerichtet und 1972 folgte die Eingliederung der Pädagogische Hochschule Pädagogischen Hochschule Nürnberg.
:Inzwischen ist die Universität auf die Standorte Erlangen, Fürth und Nürnberg verteilt und unterhält weitere Außenstellen in Bamberg und Pleinfeld.
*Fraunhofer-Gesellschaft Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen (IIS)
:Hier wurde ab 1982 das mp3-Audioformat von einer Gruppe um Karlheinz Brandenburg in Zusammenarbeit mit AT&T Bell Labs und Thomson entwickelt, das inzwischen weltweit genutzt wird.
*Fraunhofer-Institut für Integrierte Systeme und Bauelementetechnologie (IISB)
*Max-Planck-Forschungsgruppe am Institut für Optik, Information und Photonik der Friedrich-Alexander-Universität (IOIP)
*Collegium Alexandrinum
:Studium Generale an der Universität; regelmäßige Vortragsreihe mit Beiträgen aus der Forschung der Universität; Führungen durch Universitätssammlungen und Universitätsgebäude
*Bayerisches Zentrum für Angewandte Energieforschung (ZAE Bayern) Abteilung Thermosensorik und Photovoltaik.
*Bayerisches Laserzentrum (BLZ)
Theater
* Theater Erlangen
**Markgrafentheater
**Theater in der Garage
*Freies Theater Erlangen, eine Arbeitsgemeinschaft, welche die Interessen der freien Theaterszene gegenüber der städtischen Kulturpolitik vertritt
* Das Experimentiertheater des Instituts für Theater- und Medienwissenschaft der Universität
Museen
*Antikensammlung des Instituts für Klassische Archäologie der Universität
*Galerie im Gäßla
*Kunstmuseum (im Loewenich'schen Palais)
*Museum im Amtshausschüpfla: Leben um 1920 im Raum Frauenaurach
*Museumswinkel: ehem. Siemens-Gebäude, gehört nun der Stadt; ein „Museum für Kultur und Technik der Medizin, Kunst und Wissenschaft“ ist in Planung, z.Zt. befinden sich dort Teile der Stadtverwaltung und nur vereinzelt Ausstellungen
*Stadtmuseum (im Altstädter Rathaus)
*Städtische Galerie Erlangen Städtische Galerie (im Palais Stutterheim)
*Walderlebniszentrum Tennenlohe: in der Brucker Lache befindet sich eines von fünf Walderlebniszentren der Bayerischen Staatsforst Forstverwaltung
Medien
Als Tageszeitung sind die „Erlanger Nachrichten“ konkurrenzlos. Den überregionalen Mantel liefern die „Nürnberger Nachrichten“, deren Verlag „Verlag Nürnberger Presse Druckhaus Nürnberg“ beide Zeitungen herausgibt. Der Erlanger Lokalteil wird zwar von einer eigenen Lokalredaktion in Erlangen betreut, aber seit 1999 vollständig in Nürnberg gedruckt.
Mit der Monatszeitung „Was Lefft“, später kam der Untertitel „Worte statt Taten“ hinzu, gab es seit Januar 1976 ein links ausgerichtetes Stadtmagazin, das lokalpolitische Themen und Fragen der Internationalen Politik behandelt. Anfang des neuen Jahrtausends beschloss der Trägerverein die Gründung der „raumzeit“ als neue linke Monatszeitung für den Großraum Nürnberg-Fürth-Erlangen. Sie erscheint seit 2005 nur noch im Internet. Beim Trägerverein fand am 20. April 2005 eine Hausdurchsuchung wegen Verunglimpfung des Staates und seiner Symbole statt. Im Schaufenster hing ein Plakat, bei dem in der Fußzeile ein dem Wappen Baden-Württembergs ähnliches Symbol, das statt der drei Löwen drei Schweine zeigte. Das Verfahren wurde ergebnislos eingestellt.
„Straßenkreuzer“ ist eine Obdachlosenzeitung Obdachlosenzeitschrift für den Großraum Nürnberg-Fürth-Erlangen, die im freien Straßenverkauf verbreitet wird.
Daneben gibt es noch eine ganze Reihe von Zeitschriften, die sich meist an einen eingeschränkten Publikumskreis wenden. Je nachdem, wer hinter diesen Zeitschriften steht, kann Inhalt, Aufmachung, | |