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Deutscher Orden

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{{Dieser Artikel|handelt vom religiösen Orden, für weitere Bedeutungen siehe unter Deutscher Orden (Begriffsklärung).}} bild:Codex_Manesse_Tannhäuser.jpg Tannhäuser_(Dichter) thumb|[[Tannhäuser (Dichter)|Tannhäuser als Deutschordensritter
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Miniatur aus dem Codex Manesse Der '''Deutsche Orden''' (auch ''Ordo Teutonicus'', ''Ordo domus Sanctae Mariae Theutonicorum Ierosolimitanorum'', ''Orden der Brüder vom Deutschen Haus St. Mariens in Jerusalem'', ''Deutschherrenorden'', ''Kreuzritterorden'', ''Deutschritterorden'' oder ''Deutscher Ritterorden'') (abgekürzt ''OT'' = ''Ordo Teutonicus'') ist ein geistlicher RitterOrdensgemeinschaft orden und war maßgeblich an der Deutschen Ostkolonisation beteiligt. Seit 1929 ist er ein klerikaler Orden. Er ist neben dem Johanniterorden Johanniter- bzw. Malteserorden und den Templerorden Templern der dritte große Ritterorden, der während der mittelalterlichen Kreuzzug Kreuzzüge gegründet wurde.

Zeichen, Kleidung, Motto
Bild:Crux Ordis Teutonicorum.svg thumb|Ordenskreuz Das Ordenszeichen ist ein schwarzes Tatzenkreuz auf weißem Grund. Zur typischen Ordenskleidung gehört für die Geistlichen, welche Soutane, Halskreuz und Brustkreuz tragen, ein weißer Mantel, auf dem rechtsseitig ein schwarzes Kreuz angebracht ist. Das Motto des Ordens lautet ''„Helfen, Heilen, Wehren“''.

Geschichte


Gründungszeit und Kreuzzüge
Die Gründung des Deutschen Ritterordens fand 1190 während des Dritter Kreuzzug Dritten Kreuzzuges statt. Erster Hochmeister war Heinrich Waldbott von Bassenheim Walpot von Bassenheim Bassenheim. Der ursprüngliche Krankenpflegeorden wurde im März 1198 in einen geistlichen Ritterorden umgewandelt, der seinen Sitz in der Hafenstadt Akkon im Heiliges Land Heiligen Land, im Norden des heutigen Israel, hatte. Der Templerorden diente bei dieser Umwandlung als Vorbild. Diese Umwandlung ist auf das Betreiben des aus dem Ostfrankenreiches hervorgegangenen Römischen Reiches (Deutsches Reich, Heiliges Römisches Reich) zurückzuführen und begann bereits unter Kaiser Heinrich VI. (HRR) Heinrich VI. im Jahre 1197. Der Orden, dessen Militarisierung durch die Johanniterorden Johanniter und Templerorden Templer geduldet wurde, sollte der Einflussnahme des Reiches im Heiligen Land dienen, da die Deutschen dort keinen Stützpunkt besaßen, welcher ihre Interessen vertreten konnte.Bild:Graz Leechkirche 20061105 c.jpg Leechkirche.html" title="thumb thumb|Zeichen des Deutschen Ordens am Südportal der gotischen [[Leechkirche in Graz.html" title="Zeichen des Deutschen Ordens am Südportal der gotischen [[Leechkirche">thumb|Zeichen des Deutschen Ordens am Südportal der gotischen [[Leechkirche in Graz">Zeichen des Deutschen Ordens am Südportal der gotischen [[Leechkirche">thumb|Zeichen des Deutschen Ordens am Südportal der gotischen [[Leechkirche in Graz Im Heiligen Land gelang dem Orden nicht nur der Erwerb des Hafenzolls in Akkon und 1220 der Erwerb der Seigneurie de Joscelin, sondern auch das Erlangen einer Lehnsexemption, welche ihn zwar nicht aus dem Lehnsverband des Königreiches löste, wohl aber von allen Verpflichtungen diesem gegenüber befreite. Zu diesem trat noch die, wenn auch in sarazenischer Hand befindliche, Baronie Toron. Diese wurde aus jeglichem Lehnsverband herausgenommen und bildete eine gänzlich eigenständige Herrschaft. Dieser Verzicht des Königreichs Jerusalem auf alle Reichsrechte ist ohne Beispiel und findet seinen Grund darin, dass Kaiser Friedrich II. (HRR) Friedrich II., zugleich König von Jerusalem, den Orden besonders privilegieren und an herausragender Stelle in seine imperiale Politik einbauen wollte. Er wiederholte dies übrigens mit der Übergabe der noch vom Orden zu erobernden Gebiete an der Ostsee. Unzweifelhaft ist dies alles auf den Hochmeister Hermann von Salza zurückzuführen, den bedeutendsten Berater des Kaisers, ohne dessen Rat dieser nichts unternahm.

Konzentration auf Europa und Ostkolonisation
Nach dem Scheitern der Kreuzzüge suchte der Orden eine Heimat in Deutschland. Seine erste Niederlassung fand hier der Orden in Halle (Saale) Halle an der Saale. Auf einem Gelände westlich der Stadt gründeten die Ritter die Komturei St. Kunigunden, benannt nach der Kaiserin Kunigunde, Gemahlin des Kaisers Heinrich II., welche im Jahre 1200 heilig gesprochen wurde. Andreas II. (Ungarn) Andreas II. von Ungarn bot im Jahre 1211 an, durch Kriegsdienste gegen die Kumanen ein Heimatrecht im Burzenland in Siebenbürgen zu erwerben. Der Versuch des Ordens, diese Heimat als einen unabhängigen Staat zu entwickeln, endete mit der Vertreibung des Ordens im Jahre 1225. Bild:Siegel-grossmeister-deutschritterorden_1-640x640.jpg thumb|Siegel des Hochmeisters des Deutschen Ordens Ein dritter Versuch des Landerwerbs war erfolgreich: Der Hochmeister Ordenshochmeister Hermann von Salza ließ sich vom deutschen Kaiser Friedrich II. (HRR) Friedrich II. mit der Goldene Bulle von Rimini Goldenen Bulle von Rimini und vom Papst Gregor IX. mit der Goldene Bulle von Rieti Goldenen Bulle von Rieti garantieren, dass nach der Unterwerfung und Missionierung des Baltikums (u.a. der Pruzzen) das eroberte Land an den Orden falle. Eine Kampagne zur Unterstützung des polnischen Herzogs der Piasten, Konrad I. von Masowien, begann im Jahre 1226. Konrad von Masowien schenkte dem Orden nach längerem Zögern im Vertrag von Kruschwitz 1230 ''„auf ewige Zeit“'' das Kulmer Land. Kontrovers ist am Kruschwitzer Vertrag weniger das Rechtsgeschäft als vielmehr das Echtheitsproblem (''bestritten von M. Perlbach; von der poln. Historiographie weitgehend übernommen''). A. Seraphim hat erhebliche Gründe für die Authentizität dieses Vertrages namhaft gemacht. Die Echtheitskontroverse hat insofern grundsätzlich Bedeutung, als im Fälschungsfalle die rechtliche Basis des Ordensstaates in Preußen defizient sein könnte. Außer Frage steht, dass das Ergebnis der Entwicklung in Preußen nicht den ursprünglichen Absichten Konrads I. entsprach. Der Deutsche Orden betrachtete den Vertrag als Instrument zur Schaffung eines selbständigen Herrschaftsgebietes in Preußen. Nicht zu vergessen ist dabei, Konrad 'verschenkte' sein Anrecht, preußisches Gebiet zu behalten, welches teilweise vorher erobert wurde, welches ihm aber nicht gehörte. Schon 1224 hatte Kaiser Friedrich II. in Catania Einwohner des Preußenlandes und der Nachbargebiete als ''Reichsfreie'' keinem Herzog, nur der Kirche und dem Kaiserreich direkt unterstellt und später im Jahr 1224 hatte der Papst Wilhelm von Modena als Legat für Livland und Preußen u.a. verkündet. Die Geschichte des Ordens von dieser Zeit bis zum Jahre 1525 ist eng mit dem Schicksal des Ordensstaates verknüpft, aus dem später Ostpreußen, Kurland, Livland und Estland hervorgingen. Bild:Feldaltar_MK1888.png Elbląg thumb|Silbervergoldeter Feldaltar eines Großkomturs des Deutschen Ordens (1388 in [[Elbląg|Elbing angefertigt, jetzt im Schloss zu Malbork Marienburg)..html" title="Elbing.html" title="thumb|Silbervergoldeter Feldaltar eines Großkomturs des Deutschen Ordens (1388 in [[Elbląg|Elbing">thumb|Silbervergoldeter Feldaltar eines Großkomturs des Deutschen Ordens (1388 in [[Elbląg|Elbing angefertigt, jetzt im Schloss zu Malbork Marienburg).">Elbing.html" title="thumb|Silbervergoldeter Feldaltar eines Großkomturs des Deutschen Ordens (1388 in [[Elbląg|Elbing">thumb|Silbervergoldeter Feldaltar eines Großkomturs des Deutschen Ordens (1388 in [[Elbląg|Elbing angefertigt, jetzt im Schloss zu Malbork Marienburg). Die Unterwerfung Preußen (historische Landschaft) Preußens (einhergehend mit der Christianisierung des Landes) mit Hilfe von Kreuzfahrerheeren aus dem Reich und vielen Ländern Europas beschäftigte den Orden mehr als fünfzig Jahre und wurde erst 1285 abgeschlossen. Im Zuge dessen wurden 1234 die verbliebenen Ordensritter von Dobrin (Dobriner Orden) in den Deutschen Orden eingegliedert. Dieser Orden, auf Initiative des Herzogs Konrad von Masowien zum Schutz der masowischen Kernlande gegründet, erwies sich als nicht fähig, diese Aufgabe zufriedenstellend wahrzunehmen. Im Baltikum wurden 1237 weitere riesige Ländereien übernommen: Im Rahmen der Union von Viterbo (ausgehandelt durch Hermann von Salza mit der Kurie im oberitalienischen Viterbo) vereinigte sich der Orden mit dem in Riga 1201 gegründeten Schwertbrüderorden (Ornat: weißer Mantel mit rotem Kreuz) nach dessen vernichtender Niederlage gegen schamaitische Litauer sowie Semgaller in der Schlacht von Saule 1236. Damit wurde mit Livland ein zweites Kernland und sog. Meistertum erworben, wo nach dem Muster Preußens ein System von Burgen (sog. "feste Häuser") geschaffen wurde. Eine nachhaltige Expansion nach Osten gelang aber auch dem Deutschen Orden nicht. 1242 wurde ein Ritterheer in der Schlacht auf dem Peipussee von Alexander Jaroslawitsch Newski Alexander Newski, dem Fürsten von Nowgorod, geschlagen. Der Orden schuf sich so zielgerichtet ein machtvolles und geordnetes Herrschaftsgebiet. Bild:Europe1328ujabb.jpg thumb|250px|Europa 1328 1309 zog Hochmeister Siegfried von Feuchtwangen von Venedig in die Ordensburg Marienburg Marienburg an der Nogat. Preußen war damit zum Zentrum des Ordens geworden. Mit Litauen im Südosten stieg aber allmählich ein machtvolles Großfürstentum auf, gegen das der Orden in einen ständigen Kleinkrieg verwickelt wurde. Die stete Betonung der Heidenmissionierung kaschierte nur unzureichend die territorialen Interessen des Ordens namentlich in Schamaiten. Bei nachhaltiger Unterstützung adliger Preußenfahrt Preußenfahrer wurde der Krieg mittels vieler kleinerer Feldzüge nach Litauen getragen, die Großfürsten von Litauen verfuhren ihrereits ebenso, was u.U. gewaltige Treffen wie die Schlacht bei Rudau zeitigte. Demungeachtet konnte Litauen niemals nachhaltig bezwungen werden. Auch in Polen konnte sich hingegen der Zentralstaat unter König Wladyslaw IV. (Polen) Wladislaw I. (1306–1333) wieder konsolidieren. Die Inbesitznahme Danzigs und Pommerellens durch den Orden im Jahre 1308, welcher sich im Vertrag von Soldin manifestierte, untergrub das Verhältnis zum südlichen Nachbarn. Auch der Frieden von Kalisz Kalisch, in dem Polen 1343 offiziell auf Pommerellen verzichtete, brachte langfristig kaum eine Entspannung. Der Hochmeister Winrich von Kniprode (1351–1382) führte den Ordensstaat zu seiner größten Blüte und besiegte 1370 die Litauer bei Rudau. Unter Konrad von Jungingen (1393–1407) wurde mit der Erwerbung von Gotland, der Neumark und Samaitens die größte Ausdehnung erreicht. Die Eroberung Gotlands 1398 bedeutete die Zerschlagung des dort ansässigen Seeräuberstaates der Vitalienbrüder. 1386 hatten sich durch die Heirat von Großfürst Wladyslaw II. Jagiello Jagiello von Litauen (1377–1434) und Königin Hedwig I. (Polen) Hedwig von Polen (1382–1399) die beiden mächtigsten Gegner des Ordens vereint. Am 15. Juli 1410 wurde das Heer des Ordens unter Ulrich von Jungingen bei Schlacht bei Tannenberg (1410) Tannenberg (Grunwald) geschlagen. Den Kern seines Territoriums konnte der Orden im Erster Frieden von Thorn Ersten Frieden von Thorn 1411 behaupten. Allerdings waren hohe Reparationen zu leisten. In den folgenden Jahrzehnten höhlten innere Streitigkeiten den Ordensstaat aus. Landsmannschaftliche Gruppen stritten um Einfluss im Orden, der Deutschmeister (Deutscher Orden) Deutschmeister strebte nach stärkerer Unabhängigkeit vom Hochmeister. Die Städte und Landadel forderten aufgrund der hohen Besteuerung Mitbestimmung und schlossen sich 1440 im „Preußischer Bund Preußischen Bund“ zusammen. 1453 verbündete sich dieser Bund mit König Kasimir IV. (Polen) Kasimir IV. von Polen, ein langer Krieg brach aus. Im Zweiter Frieden von Thorn Zweiten Frieden von Thorn 1466 verlor der Orden u.a. Pommerellen, das Kulmerland und die Marienburg; er musste die polnische Oberhoheit anerkennen, die aber strittig blieb. Zum weiteren Erhalt des Ordensstaates waren nun große Subventionen aus den Balleien des Reiches nötig, die viele Kommenden in eine prekäre finanzielle Lage brachten. Der Deutschmeister suchte Unterstützung beim Kaiser und erkannte 1494 die Lehnshoheit Maximilian I. (HRR) Maximilians I. an.

Zeit nach der Reformation
Image:Deutschordenshaus portal.jpg thumb|right|Darstellung von Rittern des Deutschen Ordens Die Gedanken der beginnenden Reformation breiteten sich auch schnell in den Ordensstaat aus. Auf Rat Martin Luthers fällte der Hochmeister Albrecht von Brandenburg-Preußen den Entschluss, den Orden zu Säkularisation säkularisieren und den König von Polen, Sigismund I. (Polen) Sigismund I., als Souverän anzuerkennen, nachdem er lange vergeblich im HRR Reich sowie in Dänemark um Unterstützung gebeten hatte und der Krieg, um volle Souveränität vom Polenkönig zu erlangen, unentschieden blieb. Somit gab Albrecht das Hochmeisteramt auf, um seinem Onkel Sigismund I. einen Huldigung persönlichen Eid zu leisten, und der Ordensstaat wurde in das Herzogtum Preußen umgewandelt. Herzog Albrecht residierte ab dem 9. Mai 1525 als Albrecht I. in Königsberg (Preußen) Königsberg. Der Orden setzte Walter von Cronberg als neuen Hochmeister ein, welcher aber nun in Mergentheim seinen Sitz hatte. Cronberg wurde Administrator Preußens und auf dem kaiserlichen Reichstag_zu_Augsburg#1530 Reichstag zu Augsburg im Jahr 1530 mit dem Preußenland belehnt. Herzog Albrecht kam unter kaiserlichen Bann (Recht) Bann. Trotzdem erhielt Preußen eine Lutheraner lutherische Landeskirche, eine der ersten überhaupt in Europa. Ebenso wurde Kurland 1561 zum weltlichen Herzogtum unter dem ehemaligen Meister, Herzog Gotthard Kettler Gotthard von Kettler. Die Herzogtümer Preußen und Kurland unterstanden der polnischen Lehen Lehnshoheit. Livland und das südliche Estland wurden direkt polnisch, während das nördliche Estland mit Reval zu Schweden kam. Nach dem Ende des Großer Nordischer Krieg Großen Nordischen Krieges unterstand Livland mit Riga und ganz Estland ab 1721 dem Russisches Reich Russischen Reich (siehe Ostseegouvernements). Es wurden weiterhin Administratoren für Preußen eingesetzt, wie zum Beispiel Maximilian III., der Sohn Kaiser Maximilian II. (HRR) Maximilians II. Als Danzig und Elbląg Elbing 1734 von russischen und sächsischen Truppen belagert waren, wurden die Eintragungen der Einwohner, Taufen, Heiraten, Sterbefälle im Erzbistum Köln gemacht, da der Erzbischof gleichzeitig Hochmeister des Deutschen Ordens war. Nach 1525 konzentrierte sich der Deutsche Orden auf seine Besitzungen im Deutschen Reich. Da er über kein geschlossenes Territorium verfügte, sondern über stark zerstreuten Splitterbesitz, entwickelte man ein dreistufiges Verwaltungssystem: * Ein Herrschaftsbezirk wurde zu einer Kommende zusammengefasst und unterstand dem Komtur. * Mehrere Kommenden bildeten eine Ballei. Seit der Reformation war der Orden trikonfessionell, so dass es katholische, lutherische und reformierte Balleien gab. * Der gesamte Ordensbesitz unterstand dem Hochmeister (und nicht, wie die anderen Orden, einem Großmeister), der seinen Sitz in Bad Mergentheim hatte. Insgesamt gab es zwölf deutsche Balleien: {| | colspan="4" | |----- valign="top" | width="33%" | # Deutschordensballei Thüringen Thüringen # Deutschordensballei Alden Biesen Alden Biesen # Deutschordensballei Hessen Hessen # Deutschordensballei Sachsen Sachsen | width="33%" |
  1. Deutschordensballei Westfalen Westfalen
  2. Deutschordensballei Franken Franken
  3. Deutschordensballei Koblenz Koblenz
  4. Deutschordensballei Schwaben-Elsass-Burgund Elsass-Burgund
| width="33%" |
  1. Deutschordensballei An der Etsch und im Gebirge An der Etsch und im Gebirge
  2. Deutschordensballei Utrecht Utrecht
  3. Deutschordensballei Lothringen Lothringen
  4. Deutschordensballei Österreich Österreich
|}

19. bis 21. Jahrhundert
Bild:Neckarsulm_KolpingStr.JPG Neckarsulm.html" title="thumb thumb|Deutschordensritter an einer Hauswand in [[Neckarsulm.html" title="Deutschordensritter an einer Hauswand in [[Neckarsulm">thumb|Deutschordensritter an einer Hauswand in [[Neckarsulm">Deutschordensritter an einer Hauswand in [[Neckarsulm">thumb|Deutschordensritter an einer Hauswand in [[Neckarsulm Die Säkularisierung des Ordens im frühen 19. Jahrhundert betraf seine Besitzungen gleichermaßen wie seine Mitglieder. Da der materielle und personelle Schwerpunkt des Ordens seit den Kreuzzügen im Baltikum lag, verblieb nur ein kleinerer Rest des Ordens im Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation Deutschen Reich. Von Napoléon Bonaparte Napoleon wurde der Orden 1809 verboten und dessen Besitztümer Napoleons Verbündeten zugesprochen. Nur in Österreich bestand der Deutsche Orden weiter. Erst 1834 war der Orden als „Deutscher Ritterorden“ wieder offiziell zugelassen, aber die meisten Güter blieben in weltlichem Besitz. 1929 wurde der Orden in einen rein geistlichen Orden umgewandelt und erhielt den Namen „Deutscher Orden“. 1938 wurde der Deutsche Orden in Österreich, 1939 in der von Hitler annektierten Tschechoslowakei verboten. In Jugoslawien wurde er infolge der Kriegs- und Nachkriegsereignisse verfolgt, in Südtirol hatte er unter dem Faschismus zu leiden. Der Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg gestaltete sich schwierig. Nur in Österreich wurde das Aufhebungsdekret 1947 annulliert und das Vermögen dem Orden zurückgegeben. Dort und in Südtirol kehrte der Orden seit Ende der vierziger Jahre zu den Aufgaben zurück, denen er während des Nationalsozialismus und des Krieges nicht nachkommen konnte: Krankenpflege, Dienst in Kindergärten, (Fach-)Schulen, Schüler-, Studenten- und Altersheimen, Errichtung und Ausbau entsprechender Einrichtungen, Versorgung von Pfarreien, Ausbildung des Ordensnachwuchses. 1957 wurde in Rom ein Haus als Sitz des Generalprokurators des Ordens gekauft; es dient zugleich als Pilgerhaus. In Jugoslawien gelang den Brüdern und Schwestern nach Jahren der Unterdrückung ein bescheidener Neuanfang; aus der Tschechoslowakei wurden sie ausgewiesen. Diese heimatvertriebenen Brüder und Schwestern brachten nach 140 Jahren den Orden wieder nach Deutschland, sein ursprüngliches Stammland, zurück. Die Brüder gründeten 1949 einen Konvent in Darmstadt, übernahmen 1963 die Pfarrei Deutschorden in Sachsenhausen und wirkten in den Diasporakuratien Wetter und Industriehof unweit Marburg. 1964 wagten sie sogar die Errichtung einer Missionsstation: sie übernahmen eine Diaspora-Pfarrei in Lidköping in Schweden; leider musste sie 1983 wegen Personalmangels aufgegeben werden. Die Schwestern fanden vielerorts in Fachschulen, Kindergärten, Heimen, Spitälern sowie in der Alten- und Armenbetreuung neue Arbeitsfelder. 1953 wurde für sie in Passau, im ehemaligen Augustinerchorherrenstift St. Nikola, ein Mutterhaus geschaffen. Obwohl bei der Neufassung der Regel 1929 die Einrichtung der Ehrenritter und Marianer erloschen war, nahmen auch Laien weiterhin Anteil am Orden und zeigten Bereitschaft, sich für dessen Ziele einzusetzen. Die ersten Neuanfänge einer solchen Mitarbeit wurden durch das Eingreifen des Nationalsozialismus unterbrochen. In den fünfziger Jahren wurden die Institute der Ehrenritter und Familiaren zügig aufgebaut. Ihr Statut wurde 1965 von Papst Paul Vl. bestätigt. Der Deutsche Orden mit dem offiziellen Titel „Brüder vom Deutschen Haus St. Mariens in Jerusalem“ ist ein geistlicher Orden. Seine Hauptträger sind demnach Priester mit feierlicher Profess; zu ihrer Gemeinschaft zählen auch Laienbrüder mit einfachen ewigen Gelübden. Dem Orden sind die Deutschordensschwestern inkorporiert. Sie sind in ihren Provinzen selbstständig; haben aber im Generalkapitel Sitz und Stimmen. Ihr Generaloberer ist der Hochmeister. Das Institut der Familiaren, das im Allgemeinen aus Laien besteht, ist dem Orden geistlich angegliedert; seine Mitglieder legen jedoch keine Ordensgelübde ab. Die Brüder und Schwestern verteilen sich jeweils auf fünf Provinzen: Österreich, Südtirol-Italien, Slowenien, Deutschland und Tschechien/Slowakei. Die Familiaren gliedern sich in die Balleien Deutschland, Österreich, Südtirol, „Ad Tiberim“ in Rom und die Ballei Tschechien/Slowakei sowie in die selbständige Komturei „Alden Biesen“ in Belgien; außerdem gibt es noch Familiaren verstreut in anderen Ländern. Generalabt des Ordens, der den Titel Hochmeister trägt, ist seit 2000 Bruno Platter.

Sitz und Einrichtungen
Heute ist Wien Sitz des Hochmeisters. Dort befindet sich hinter dem Stephansdom (Wien) Stephansdom das Deutsch-Ordens-Zentralarchiv und die für die Öffentlichkeit zugängliche Schatzkammer des Deutschen Ordens. In Mainz steht das Deutschhaus Mainz Deutschhaus, ein ehemaliger Sitz des Hochmeisters. Seit 1996 existiert ein Deutschordensmuseum im ehemaligen Deutschordensschloss von Bad Mergentheim, das von 1525 bis 1809 Residenz der Hochmeister des Deutschen Ordens war.

Mitglieder
Image:TeutonicCoA.png 200px|right|thumb|Wappen der Hochmeister des Deutschen Ordens Aktuell hat der Orden etwa 1000 Mitglieder. Davon rund 100 Priester, 200 Schwestern und 700 Familiaren. Während die Priester, organisiert in 5 Provinzen (Priorate: Italien, Österreich, Deutschland, Tschechien und Slowenien), vornehmlich in der Pfarrseelsorge tätig sind, widmen sich die Schwestern der Kranken- und Altenpflege. Historisch bedeutende und bekannte Mitglieder waren: * Theodor de Croix * Eduard Gaston Pöttickh von Pettenegg * Clemens August I. von Bayern * Winrich von Kniprode * Maximilian Franz von Österreich * Hermann von Salza * Martin von Lynow * Johann Tiergart * Dietrich Tanke * Rutger von Brüggenei * Ludolf von Kurland * Albrecht von Brandenburg-Preußen Albrecht von Brandenburg-Ansbach * Heinrich der Ältere von Plauen Heinrich von Plauen * Peter Rigler * Gotthard Kettler * Ferdinand Ernst von Waldstein ''Siehe auch:'' Hochmeister Liste der Hochmeister

Verwandte Artikel
* Schwertbrüder-Orden, Deutschbalten, Bistum Kulm, Liste der Bischöfe von Kulm, *Bistum Kurland, Liste der Bischöfe von Kurland, Ordensburg Marienburg, Malbork, *Schlacht bei Tannenberg_(1410), Schlacht um die Marienburg, Bischöfe des Deutschen Ordens, Liste der Kommenden des Deutschen Ordens, *Schloss Horneck *Pfarrei Deutscher Orden, Ritter des Deutschen Ordens, Deutschordensland * Hanse * Ritterorden **Templerorden **Malteserorden **Johanniterorden *Preußenfahrt

Literatur
* Hartmut Boockmann: ''Der Deutsche Orden 12 Kapitel aus seiner Geschichte''. Beck, München 1999, ISBN 3-406-38174-X * Alain Demurger: ''Die Ritter des Herrn. Geschichte der geistlichen Ritterorden''. Beck, München 2003, ISBN 3-406-50282-2 * Erich Maschke: ''Der Deutsche Ordensstaat - Gestalten seiner großen Meister'', Hamburg-Wandsbek 1935/1942, Hanseatische Verlagsanstalt AG * Hermann Schreiber (Historiker) Hermann Schreiber: ''Preußen und Baltikum unter den Kreuzrittern. Die Geschichte des Deutschen Ordens''. Casimir Katz Verlag, Gernsbach 2003, ISBN 3-925825-83-5 * Marian Tumler: ''Der Deutsche Orden im Werden, Wachsen und Wirken bis 1400''. Panorama-Verlag, Wien 1954 * Uwe Ziegler: ''Kreuz und Schwert. Die Geschichte des Deutschen Ordens''. Böhlau, Köln 2003, ISBN 3-412-13402-3 * Dieter Zimmerling: ''Der Deutsche Ritterorden'', Düsseldorf, Wien, New York 1988 (ECON), ISBN 3-430-19959-X

Weblinks
{{Commons|Teutonic Order|Deutscher Orden}}
- Seminararbeit zum Handelsvertrag von 1409 zwischen dem Deutschen Orden und König Heinrich IV. von England
- Aktuelle Bilder der Burgen und Städte im ehemaligen Ordensland (Ostpreußen & Westpreußen)
- Bild: Deutschordensregeln und -statuten (Wien, Zentralarchiv des Deutschen Ordens)
- Deutschordensmuseum in Bad Mergentheim
- Beständeübersicht des Staatsarchivs Ludwigsburg mit Hinweisen zu weiteren Katalogen über historische Dokumente des Deutschen Ordens
- Der Deutschordenspriester bis 1800 {{Vorlage:Navigationsleiste Gebiete des Deutschordenslandes}} Kategorie:Preußen Kategorie:Deutscher Orden Kategorie:Ritterorden Kategorie:Deutsche Geschichte (Heiliges Römisches Reich) Kategorie:Polnische Militärgeschichte Kategorie:Weißrussische Geschichte Kategorie:Litauische Geschichte Kategorie:Lettische Geschichte Kategorie:Estnische Geschichte Kategorie:Körperschaft des öffentlichen Rechts {{Link FA|no}} {{Link FA|ru}} bg:ТевтонÑ?ки орден ca:Orde Teutònic cs:Řád nÄ›meckých rytířů da:Tyske Orden en:Teutonic Knights eo:Ordeno de germanaj kavaliroj es:Orden Teutónica et:Saksa ordu fi:Saksalainen ritarikunta fr:Ordre teutonique he:המסדר הטבטוני hu:Német Lovagrend it:Cavalieri Teutonici ja:ドイツ騎士団 lt:VokieÄ?ių ordinas nl:Duitse Orde nn:Den tyske riddarordenen no:Den tyske Orden pl:Zakon krzyżacki pt:Cavaleiros Teutónicos ro:Ordinul teutonic ru:ТевтонÑ?кий орден sk:Rád nemeckých rytierov sr:ТевтонÑ?ки ред sv:Tyska orden uk:ТевтонÑ?ький Орден zh:æ?¡é¡¿éª‘士团 Kategorie:Ritterorden Kategorie:Regularkanoniker Kategorie:Deutsche Geschichte (Heiliges Römisches Reich) Orden Kategorie:Deutsche Militärgeschichte Orden be:КатÑ?горыÑ?:ТÑ?ўтонÑ?кі ОрдÑ?н cs:Kategorie:Řád nÄ›meckých rytířů en:Category:Teutonic Knights fr:Catégorie:Ordre teutonique pl:Kategoria:Zakon krzyżacki uk:КатегоріÑ?:ТевтонÑ?ький Орден

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