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0-9
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Danzig
*** Shopping-Tipp: Danzig
{{Begriffsklärungshinweis}}
{{Infobox Ort in Polen
|Ort = Danzig
|Wappen = Bild:POL Gdańsk COA.svg 150px|Wappen von Danzig
|Woiwodschaft = Pommern
|KreisfreieStadt = tak
|Fläche = 262,0
|Koordinate_Breitengrad = 54
|Koordinate_Breitenminute = 22
|Koordinate_Breitensekunde =
|Koordinate_Längengrad = 18
|Koordinate_Längenminute = 38
|Koordinate_Längensekunde =
|Höhe =
|Einwohner = 459.072
|EinwohnerDatum = 1. Jan. 2005
|Postleitzahl = 80-009 bis 80-958
|Telefonvorwahl = 58
|KFZ-Kennzeichen = GD
|Wirtschaftszweige = Tourismus
|Straßen =
|Schienen =
|Flughafen = Lech-Wałęsa-Flughafen Danzig Danzig
|GemeindeArt =
|Gemeindegliederung =
|GemeindeFläche =
|GemeindeEinwohner =
|GemeindeEinwohnerDatum =
|Bürgermeister = Paweł Adamowicz
|BürgermeisterArt = Stadtpräsident
|BürgermeisterDatum = 2006
|AnschriftStraße = ul. Nowe Ogrody 8/12
|AnschriftOrt = 80-803 Gdańsk
|Webpräsenz = www.gdansk.pl
|TERYT =
}}
'''Danzig''' (Polnische Sprache polnisch: ''Gdańsk'' [{{IPA|ˈgdanʲsk}}] – {{Audio|Pl-Gdańsk.ogg|anhören}}, Kaschubische Sprache kaschubisch: ''Gduńsk'' lateinisch: ''Gedanum'' oder ''Dantiscum'') ist eine Polen polnische Hafenstadt und ehemalige preußische Hansestadt. Sie liegt westlich der Weichselmündung in der historischen Landschaft Pommerellen und ist Hauptstadt der Woiwodschaft Pommern. Die Stadt hat über 450.000 Einwohner und bildet zusammen mit Gdynia (''Gdingen'') und Sopot (''Zoppot'') den Ballungsraum ''Dreistadt (polnisch Trójmiasto)'' mit mehr als 1.150.000 Einwohnern.
Geschichte
''siehe dazu auch die Artikel: Geschichte der Stadt Danzig bis 1878 und Danzig (Postgeschichte und Briefmarken) Danziger Postgeschichte''
Antike und Völkerwanderung
Die Gegenden um Danzig und die Weichsel an der Ostsee wurden von Gaius Cornelius Tacitus Tacitus und Ptolemäus als '''Magna Germania''' bezeichnet. Bewohnt wurden sie zu der Zeit westlich der Weichsel von Goten (daher die Bezeichnung Gotiskandza, Gotenküste). Östlich der Weichsel bis zur Memel (Fluss) Memel lebten die baltischen Prußen, welche die altpreußische Sprache sprachen. Tacitus nannte sie Aestier und lobte an ihnen ihren Fleiß im Ackerbau ("nicht so faul wie die Germanen") und ihr Interesse an der Bernsteingewinnung. Der Bernstein war im Altertum im Mittelmeerraum bis nach Ägypten und darüber hinaus sehr begehrt. Die uralte Bernsteinstraße verband das Weichseldelta mit der mediterranen Welt. Und noch heute ist Danzig das Zentrum der künstlerischen Verarbeitung von Bernstein.
Frühmittelalter
Im 6. Jahrhundert erwähnt der oströmische Geschichtsschreiber Jordanes in seinem Werk "Getica" den Ort "Gothiscandza". 997 wird Danzig als "Gyddanyzc urbs" das erste Mal von Johannes Canaparius als Stadt bezeichnet. Es ist jedoch umstritten, ob die damalige Siedlung mit dem Standort des heutigen Danzig identisch ist.
Das slawische Küstenland Pommern (po morje = am Meer), zu dem Gydanzik gehörte, sah sich abwechselnd polnischen und dänischen Unterwerfungsversuchen ausgesetzt. 997 taufte der Prager Bischof Adalbert von Prag Adalbert nach einer eintägigen Predigt viele Heiden. Polen war damals schon christlich, zunächst unter dem Bistum Poznań (Posen), ab 1000 unter dem Erzbistum Gniezno (Gnesen), beide im südlich von Pommern gelegenen polnischen Landesteil Großpolen Wielkopolska (Großpolen).
Die Samboriden, die gegen Ende des 12. Jahrhunderts als Herrscherfamilie in Danzig urkundlich erkennbar werden, waren unstreitig keine Piasten. Ihre Herkunft wird diskutiert. Als sich seit dem 12.Jh. immer größere Teile Pommerns um Wolgast und Stettin dem Heiligen Römischen Reich annäherten, nahm der auf Deutsch Pommerellen genannte, aber eher der heutigen Woiwodschaft Woiwodschaft Pommern Pomorze entsprechende, östliche Landesteil um Danzig daran aber nicht mehr teil.
Herzog Sobieslaw I. (Pommern) Subislaw gründete um 1185 das Kloster Oliva. Es wurde durch Zisterzienser aus dem pommerschen Kolbatz besetzt. Es diente unter anderem auch als Hauskloster und Grablege für die Herrscherfamilie.
Um 1224 verlieh Herzog Swantopolk II. das Lübisches Recht Lübische Recht an die deutsche Kaufmannssiedlung, die in der Gegend des heutigen Langen Marktes entstanden war.
Am 13. November 1308 wurde Danzig (13. Jahrhundert "Kdansk", später (bis 1308) "Gdanzc") vom Deutscher Orden Deutschen Orden angegriffen und erobert. Die alte slawische Stadt ging im Massaker von Danzig unter, bei dem ein Großteil der slawischen Bevölkerung ermordet wurde. Die Bürger der deutschen Stadt mussten ihre Häuser zerstören und die Befestigung niederlegen. Erst nach zwei Jahren durften sie zurückkehren und ihre Stadt wieder aufbauen.
In den folgenden Jahren stieg die Zuwanderung Deutscher stark, ausgelöst durch die wirtschaftliche Prosperität der Hansestadt. Seit der Gründung der deutschen Kaufmannssiedlung war Deutsch die Verkehrssprache in der Stadt. Sie blieb es bis 1945. Der Name wandelte sich im Deutschen von "Danczk", "Dantzk" (14. Jahrhundert) über "Dantzig" (auch die französische Bezeichnung), "Dantzigk" zu "Danzig".
Hansezeit
Bild:Gdansk flag.svg |thumb|Flagge von Danzig
Danzig war bedeutendes Mitglied der Hanse und nahm seit 1361 an den Hansetagen teil. Es blieb bis zum letzten Hansetag im Jahr 1669 Teil der Hanse, die jedoch ab Ende des 15. Jahrhunderts immer unbedeutender wurde. Zusammen mit Elbląg Elbing und Thorn war Danzig die führende preußische Hansestadt.
(''Der nächste Absatz im Danzig Artikel stimmt nicht mit der Geschichte Danzigs, berichtet vom Danzig Museums [http://www.danzig-online.de/geschichte02.html] überein'').
1466 im Zweiter Frieden von Thorn Zweiten Frieden von Thorn musste der besiegte Deutschen Orden das ganze Herzogtum Pommerellen mit der Freien Hansestadt Danzig sowie das Gebiet der Freien Hansestadt Thorn an Polen als Lehen abtreten. Der Stadtname lautete wieder Gdansk/Gdańsk bei der polnischen Bevölkerung, während parallel der jeweilige deutsche Name Verwendung fand. Der Deutsche Orden zog sich nach Ostpreußen zurück. Im Frieden von Thorn garantierte der polnische Staat jedoch den beiden Hansestädten Danzig und Thorn eine weitgehende politische, wirtschaftliche und kulturelle Autonomie.
1470 wurde die Peter von Danzig, ein ursprünglich französisches Schiff, als erster großer Kraweel der Hanse für Kriegszwecke ausgerüstet.
1522 begann in Danzig die Reformation mit dem evangelischen Prediger Jacob Hegge.
1612 kam es zum Streit zwischen Lutheranern und Reformierten um den Bau eines Hochaltars in der Kirche zu Sankt Johann. Dies erregte den Protest der Reformierten, allen voran Pfarrer Jakob Adam.
1615 führte der Stadtsekretär Reinhold Kleinfeld in einem Streit der Stadt Elbing mit dem ermländischen Bischof zusammen mit dem Bürgermeister und dem Ratsverwandten die Delegation Danzigs an. Hauptstreitpunkt war die Forderung des Bischofs an die Evangelischen nach Herausgabe einer Kirche. Im letzten Moment wurde 1616 ein Krieg abgewendet.
1701 wurde in Danzig und Königsberg mit den Arbeiten am Bernsteinzimmer begonnen.
Preußische Zeit
Im Rahmen der Teilungen Polens Zweiten Polnischen Teilung kam Danzig 1793 zum Königreich Preußen. Damit verlor es seinen eingeschränkten Autonomiestatus. 1807 bis 1813 war die Stadt auf Betreiben Napoleons selbständig und hatte den Status „Freie Stadt Danzig“. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde die Stadt größtenteils von Deutschen sowie einer kaschubischen und polnischen Minderheit bewohnt.
1815 wurden die Teilungen Polens durch den Wiener Kongress, der durch die Teilungs- und Siegermächte über Napoleon Russland, Österreich, Großbritannien und Preußen dominiert war, bestätigt. Danzig blieb bei Preußen und wurde Hauptstadt der Provinz Westpreußen.
Bild:Danzig_Langen_Markt_und_Rathaus_(1890-1900).jpg thumb|Langer Markt und Rathaus um 1895
Bild:RathausDanzig.jpg thumb|Langer Markt und Rathaus 2004
1831 führte die preußische Verwaltung erstmals eine Erhebung über die Muttersprache der Einwohner des Regierungsbezirks Danzig durch. Laut der Erhebung waren im Regierungsbezirk Danzig, der die Stadt Danzig und das Umland umfasste, 24 Prozent der Bewohner polnisch- bzw. kaschubisch- und 76 Prozent deutschsprachig.
1852 erhält Danzig im Zuge des Eisenbahnbaus Anschluss an die seit 1842 im Aufbau befindliche preußische Ostbahn Berlin–Königsberg. Der erste direkte Eisenbahnanschluss eröffnet via Berlin den Zugang zum mitteleuropäischen Eisenbahnnetz.
1867 wird die Freie Hansestadt Danzig als Teil der Provinz Westpreußen Mitglied des Norddeutschen Bundes und des deutschen Zollvereins. Als Folge des Wegfalls der Zollbarrieren beginnt in Danzig eine rasante Industrialisierung.
Der wirtschaftliche Aufschwung setzt sich nach der Gründung des zweiten deutschen Reiches 1871 fort. Die Städte Danzig und das nahegelegene ostpreußische Elbing werden zu Zentren des modernen Schiffbaues (Schichauwerft) und zu Zentren der Industrialisierung in Westpreußen.
Begleitet wird die Industrialisierung durch einen rasanten Bevölkerungsanstieg.
Freie Stadt Danzig
''Hauptartikel: Freie Stadt Danzig''
Mit dem Vertrag von Versailles 1919 wurde Danzig mit seinen umliegenden Gebieten vom Deutschen Reich getrennt und am 15. November 1920 zu einem unabhängigen Staat, der ''Freie Stadt Danzig Freien Stadt Danzig'', erklärt. Dieser Staat stand allerdings unter Aufsicht des Völkerbunds; polnische und englische Truppen gewährleisteten den neuen Status der Stadt. Da diese Entscheidung nicht von einer Volksabstimmung abhängig gemacht wurde, sahen das Deutsche Reich und die mehrheitlich deutschen Bewohner der Stadt das vom USA US-Präsidenten Woodrow Wilson Wilson geforderte ''Selbstbestimmungsrecht der Völker'' verletzt.
Am 6. Dezember 1920 konstituierte sich der erste Danziger Volkstag, der aus freien Wahlen hervorgegangen war. Er bestand aus 120 Abgeordneten. Oberbürgermeister Heinrich Sahm wurde zum Präsidenten des Senats der Freien Stadt Danzig gewählt. Die Parteien stellten die folgenden Abgeordneten:
* Deutschnationale Volkspartei: 34
* Freie Wirtschaftliche Vereinigung: 12
* Deutsche Demokratische Partei: 10
* Zentrumspartei: 17
* Sozialdemokratische Partei: 19
* Unabhängige Sozialdemokraten: 21
* Polnische Partei: 7.
1923 gaben im Rahmen einer Volkszählung 96 Prozent der Bürger Deutsch und drei Prozent Polnisch bzw. Kaschubisch als Muttersprache an. Entgegen dem Volkszählungsergebnis schätzte der polnische Historiker Drzycimski den Anteil polnischer Bürger an der Danziger Gesamtbevölkerung im Jahr 1923 auf 16 Prozent.
{| width="75%" border="1" cellpadding="2" cellspacing="0"
!align="center" colspan="8" | Ergebnis der Volkszählung vom 1. November 1923
|- valign="top"
! width="12.5%" | Nationalität
| width="12.5%" | Gesamt || width="12.5%" | Deutsch || width="12.5%" | Deutsch und Polnisch || width="12.5%" | Polnisch und Kaschubisch || width="12.5%" | Russisch, Ukrainisch || width="12.5%" | Jiddisch || width="12.5%" | Keine Angabe
|-
! align="left" | Stadt Danzig
| 335.921||327.827||1.108||6.788||99||22||77
|-
! align="left" | Landkreis Danzig
| 30.809||20.666||521||5.239||2.529||580||1.274
|-
! align="left" | Gesamt
| 366.730||348,493||1.629||12.027||2.628||602||1,351
|-
! align="left" | Prozent
| 100 %||95,03%||0,44 %||3,28 %||0,72 %||0,16 %||0,37 %
|}
bild:Danzig_Partie_am_Krahnthor_(1890-1900).jpg thumb|Kranthor um 1895
Bild:Gdansk-Zuraw.jpg thumb|Krantor im März 2005
Die Freie Stadt Danzig bestand damals aus den Städten Danzig und Zoppot sowie den kleinen Städten Tiegenhof, Neuteich, Oliva und Ohra, wobei Neuteich und Tiegenhof im Danziger Werder bzw. im Landkreis Großes Werder Kreis Großes Werder lagen. Die polnische Minderheit besaß eigene Schulen und ein Vereinswesen, wurde aber von der deutschen Bevölkerung des Öfteren mit Missgunst betrachtet und diskriminiert; außerdem lebten in Danzig vor 1939 Kaschuben und Russen. Unter den Einwohnern fanden sich auch zahlreiche Juden, die nach 1939 zum überwiegenden Teil enteignet und deportiert wurden.
Danzig hatte in der Zwischenkriegszeit nach einem anfänglichen Wirtschaftsaufschwung erhebliche wirtschaftliche Probleme, bedingt durch die Zollgrenzen zum Deutschen Reich, die globale Wirtschaftskrise und eine wenig entwickelte Industrie.
Der Hafen und der Zoll sowie die internationalen Eisenbahnverbindungen – jedoch nicht die Straßenbahn und Kleinbahnen im Freistaatgebiet – wurden unter polnische Verwaltung gestellt. Die Republik Polen legte im Danziger Hafen (Westerplatte) ein Munitionslager an und stationierte dort ihr Militär. Des Weiteren war es dem polnischen Staat zwecks Verbindung des Hafengebiets mit Polen erlaubt, eine Post- und Telegrafenverwaltung, das so genannte „Danzig (Postgeschichte und Briefmarken) Polnische Postamt“, im Hafengebiet einzurichten.
Die problematischen Verhältnisse, die Anlass für viele – unbeachtet gebliebene – Beschwerden der ''Freien Stadt Danzig'' an den Völkerbund waren, schufen unter der Bevölkerung Ressentiments gegen Polen.
Mitte 1933 kamen daher auch in Danzig die Nationalsozialisten (NSDAP) an die Macht, die sich aber wegen der internationalen Kontrolle des Gebietes bis 1936/37 mit Oppositionsparteien abfinden mussten, die bei den Volkstagswahlen von 1935 (trotz versuchter Wahlbeeinflussungen) eine Zwei-Drittel-Mehrheit der Nationalsozialisten klar verhindern konnten.
Während Hermann Rauschning 1933/34 als Senatspräsident eine Annäherung zu Polen versuchte, blieb sein Nachfolger Arthur Greiser dazu auf Distanz und führte die ''Freie Stadt Danzig'' in zunehmende (auch finanzielle) Abhängigkeit zum Deutschen Reich. Ende August 1939 erklärte sich der Gauleiter Albert Forster selbst zum Staatsoberhaupt und verfügte am 1. September 1939 völkerrechtswidrig, nachdem reichsdeutsche Streitkräfte das polnische Munitionsdepot auf der Westerplatte angegriffen hatten, den Anschluss Danzigs an das Deutsche Reich. Der deutsche Angriff auf die Westerplatte wird heute als Beginn des Zweiter Weltkrieg Zweiten Weltkrieges gesehen.
Bild:Sonderstempel2.jpg thumb|Sonderstempel 1939
Zweiter Weltkrieg
In den Zeiten des Zweiter Weltkrieg Zweiten Weltkrieges wurden insbesondere den Juden, aber auch der polnischen Minderheit in Danzig die wesentlichen Bürger- und Menschenrechte entzogen; viele verloren ihr Leben. Andere wiederum ließen sich auf der sogenannten Volksliste als Deutsche eintragen und entgingen so der Verfolgung durch Nationalitätswechsel. Dazu wurden viele dieser Menschen in Konzentrationslager (wie das KZ Stutthof) deportiert und kamen dort ums Leben.
Ende März 1945 wurde Danzig von der Rote Armee Roten Armee eingeschlossen und erobert. Durch die Kampfhandlungen sind große Teile der Innenstadt (bestehend aus Rechtstadt, Altstadt, Vorstadt und Niederstadt) zerstört worden. Während und nach dem Einmarsch wurden die noch erhaltenen Häuser der Innenstadt von den sowjetischen Soldaten geplündert und in Brand gesteckt. Insgesamt wurde ein sehr hoher Anteil der Bebauung zerstört.
Bereits in den ersten Nachkriegsmonaten wurden die meisten in Danzig verbliebenen Deutschen von den sowjetischen Besatzern und polnischen Behörden vertrieben. Zurück blieb eine Minderheit von etwa fünf Prozent der ursprünglichen Stadtbevölkerung mit zumeist auch polnischen Vorfahren.
Die Vertreibung war systematisch von polnischen Behörden vorbereitet worden. Mit Hilfe der sogenannten Bierut-Dekrete wurde sämtliches mobile und immobile private Eigentum von Personen deutscher Nationalität, deutscher Sprache oder deutscher Herkunft zugunsten des polnischen Staates entschädigungslos enteignet. Straftaten, die gegen die deutsche Zivilbevölkerung begangen wurden, insbesondere Mord, Vergewaltigung und Raub, wurden durch Nichtverfolgung dieser Straftaten seitens des polnischen Staates de facto legalisiert.
Eine juristische und moralische Aufarbeitung dieser Geschehnisse hat bis heute fast nicht stattgefunden. Jedoch gibt es seit Ende der neunziger Jahre eine zunehmende Bereitschaft jüngerer Polen, sich mit den (in der Folge der Geschehnisse, an deren Anfang NS-Kriegsverbrechen standen, entstandenen) Kriegsverbrechen der eigenen Seite zu beschäftigen.
Nachkriegszeit – Polen
Die Danziger Rechtstadt sowie zahlreiche Baudenkmäler der Altstadt wurden in Anlehnung an frühneuzeitliche Vorbilder rekonstruiert.
Anfang der 80er begann die Gewerkschaftsbewegung Solidarność unter Führung von Lech Wałęsa in der Danziger Werft ihren Widerstand gegen die Kommunismus kommunistische Herrschaft in Polen.
Bild:Grünes-Tor.jpg thumb|Blick vom Langen Markt auf das Grüne Tor 2004
Gegenwart
Mit dem Fall des Eiserner Vorhang (Politik) Eisernen Vorhanges veränderte sich die Lage der nationalen Minderheiten in der Republik Polen, auch der Deutsche Minderheit in Polen deutschen Minderheit. In Danzig wurde im Jahre 1990 der ''Bund der Deutschen Minderheit'' gegründet (Mitgliederstärke: 5.512 Mitglieder; Quelle: Bund der Deutschen Minderheit, Danzig, 2005).
Bald darauf begannen jüngere polnische Danziger, die bislang versteckten Spuren des deutschen Danzig zu entdecken; diese Suche nach lokaler Identität ist auch heute noch im Gange. Zu den wichtigsten Personen dieses Identitätsdiskurses zählen der liberale Politiker Donald Tusk sowie die Schriftsteller Paweł Huelle und Stefan Chwin.
Günter Grass fasste im Roman Die Blechtrommel die Geschichte Danzigs lapidar so zusammen (bevor er sie ausführlicher nachzeichnet):
: ''Zuerst kamen die Rugier, dann kamen die Goten und Gepiden, sodann die Kaschuben, von denen Oskar in direkter Linie abstammt. Bald darauf schickten die Polen den Adalbert von Prag. Der kam mit dem Kreuz und wurde von Kaschuben oder Pruzzen mit der Axt erschlagen.''
: ''Das geschah in einem Fischerdorf und das Dorf hieß Gyddanyzc. Aus Gydannyzc machte man Danczik, aus Danczik wurde Dantzig, das sich später Danzig schrieb, und heute heißt Danzig Gdańsk.'' (Die Blechtrommel, Luchterhand 1959, S. 379)
Siehe auch
*Freie Stadt Danzig
*Danzig-Westpreußen
Bevölkerung
Einwohnerzahl
{| border=1 cellspacing="1" cellpadding="3" bgcolor=#DDEEFF width="400" align="center"
|- bgcolor=white align="center"
| bgcolor=#BBCCFF align="center" | '''Jahr''' || 1821 || 1831 || 1852 || 1861 || 1871 || 1880 ||1890 || 1900 || 1910 || 1929 || 2005
|-bgcolor=white align="center"
| bgcolor=#BBCCFF align="center" | '''Einwohnerzahl''' [Für 1821, 1831, 1852, 1861, 1871, 1890, 1900, 1910: Leszek Belzyt: Sprachliche Minderheiten im preußischen Staat 1815–1914. Marburg 1998. S.95; ] für 1880 und 1929; http://www.geschichte-on-demand.de/dan_danzig.html für 31. Dez. 2005; Główny Urząd Statystyczny; http://www.stat.gov.pl/dane_spol-gosp/ludnosc/stan_struk_teryt/2005/31_12/tablica8.xls || 55.395 || 54.660 || 61.349 || 72.280 || 87.968 || 108.551|| 120.338 || 140.563 || 170.337 || 256.403 || 458.053
|-
|}
Konfessionen
Entwicklung zwischen 1815 und dem Ersten Weltkrieg (nur Stadt, zum Umland siehe Landkreis Danzig)[Leszek Belzyt: Sprachliche Minderheiten im preußischen Staat 1815–1914. Marburg 1998. S.95]:
{| class="prettytable"
!rowspan="2" align="center" | Jahr
!colspan="2" align="center" | evangelisch
!colspan="2" align="center" | katholisch
!colspan="2" align="center" | jüdisch
|-
|absolut
|align="center" | %
|absolut
|align="center" | %
|absolut
|align="center" | %
|-
!|1821
|align="right" | 39.343
|''71,0''
|align="right" | 13.137
|''23,7''
|align="right" | 2.288
| ''4,1''
|-
!1852
|align="right" | 43.957
|''71,7''
|align="right" | 14.410
|''23,5''
|align="right" | 2.550
| ''4,2''
|-
!1871
|align="right" | 62.015
|''70,5''
|align="right" | 23.428
|''26,6''
|align="right" | 1.625
| ''1,8''
|-
!1890
|align="right" | 80.723
|''67,1''
|align="right" | 35.851
|''29,8''
|align="right" | 2.535
| ''2,1''
|-
!1910
|align="right" | 110.253
|''64,7''
|align="right" | 55.513
|''32,6''
|align="right" | 2.390
| ''1,4''
|}
Bildung
In Danzig gibt es zehn Hochschulen mit rund 60.000 Studenten und 10.500 Absolventen (Stand: 2001).
* Universität Danzig (Uniwersytet Gdański) (33.000 Studenten)
* Technische Universität Danzig (Politechnika Gdańska) (18.000 Studenten)
* Medizinische Akademie Danzig (Akademia Medyczna)
* Sporthochschule Danzig (Akademia Wychowania Fizycznego im. Jędrzeja Śniadeckiego)
* Musikakademie Danzig (Akademia Muzyczna im. Stanisława Moniuszki)
* Kunstakademie Danzig (Akademia Sztuk Pięknych)
* Ateneum – Szkoła Wyższa
* Gdańska Wyższa Szkoła Humanistyczna
* Gdańska Wyższa Szkoła Administracji
* Wyższa Szkoła Bankowa
* Wyższa Szkoła Społeczno-Ekonomiczna
* Wyższa Szkoła Turystyki i Hotelarstwa w Gdańsku
* Wyższa Szkoła Zarządzania
Wirtschaft
Danzig ist seit der Hansezeit als Handelsstadt bekannt vor allem wegen der günstigen Lage an der Ostsee. Der Hafen spielt immer noch eine große Rolle für die polnische Wirtschaft mit 23,3 Mio. t Frachtumschlag (2004). Die wichtigsten Industrien der Stadt sind der Schiffbau (z.B. die Firmen Gdansk Shipyard und Northern Shipyard SA), die petrochemische und chemische Industrie (z.B. die Grupa Lotus SA) sowie neuerdings Hochtechnologien wie Elektronik (z.B. Intel oder WS OY (Young Digital Poland), Telekommunikation und Informationstechnologie (z.B. Wirtualna Polska, Lido Technologies). Auch die pharmazeutische Industrie, die Lebensmittelindustrie (z.B. PepsiCo (USA), Oetker-Gruppe Dr. Oetker (Deutschland), Fazer OY (Finnland) und Baltic Malt/Weissheimer Malz (Deutschland)) und der Kosmetiksektor gewinnen an Bedeutung. Zudem haben sich mehrere Einzel- und Großhandelketten in Danzig niedergelassen, zum Beispiel Auchan, Carrefour (Unternehmen) Carrefour, Castorama, Electro World, Geant, Ikea, Leroy Merlin, Macro Cash and Carry, Media Markt, OBI, Praktiker, Real oder Selgros.
Auch der Tourismus ist eine wichtige Einkommensquelle mit etwa 1,5 Mio. Touristen jährlich.
Verkehr
Danzig wird bis 2013 über die Autostrada A1 (Polen) Autostraße A1 an Mittel- und Südpolen sowie die Slowakei und Tschechien angeschlossen.
Die Stadt ist mit der Eisenbahn direkt von Berlin, Kaliningrad (Königsberg) und den wichtigsten polnischen Städten zu erreichen. Es gibt eine S-Bahn (SKM Szybka Kolej Miejska), die Danzig mit Sopot (Zoppot), Gdynia (Gdingen) und Wejherowo verbindet.
Seit dem Beitritt Polens zur EU wächst der Lech-Wałęsa-Flughafen Danzig Danziger Flughafen stark und wird unter anderem von den Billigfluggesellschaften Ryanair, Wizzair und Centralwings angeflogen.
Die Stadt ist zudem mit der Fähre von Schweden (Karlskrona, Malmö und Nynäshamn) und Dänemark (Kopenhagen) zu erreichen.
Der innerstädtische Verkehr wird durch Straßenbahnen und ein dichtes Busnetz bewältigt.
Tourismus
Danzig ist der Startpunkt des Radweges EuroVelo EuroVelo 9 (die ''Baltische-See-'', ''Adria-'' oder ''Bernsteinroute''), der von Danzig durch Polen, Tschechien, Österreich, Slowenien und Kroatien läuft. EuroVelo EuroVelo 10 (die ''Baltische See-Runde'' oder die ''Hanse-Runde'') läuft ebenfalls durch Danzig.
Sehenswürdigkeiten
Bild:Artushof.jpg Artushof_Danzig.html" title="thumb thumb|150px|[[Artushof Danzig.html" title="150px|[[Artushof Danzig">thumb|150px|[[Artushof Danzig">150px|[[Artushof Danzig">thumb|150px|[[Artushof Danzig
Bild:Olowianka Centralne Muzeum Morskie.jpg thumb|Schiffsmuseum
*Krantor (Danzig) Krantor
*Grünes Tor Danzig Grünes Tor
*Rechtstädtisches Rathaus Danzig Rechtstädtisches Rathaus
*Marienkirche Danzig Marienkirche
*Königliche Kapelle Danzig Königliche Kapelle
*Großes Zeughaus Danzig Großes Zeughaus
*Artushof Danzig Artushof
*Neptunbrunnen (Danzig) Neptunbrunnen
*Große Mühle Danzig Große Mühle
*Katharinenkirche (Danzig) Katharinenkirche
*Altstädtisches Rathaus Danzig Altstädtisches Rathaus
*Frauengasse Danzig: Sie gehört zu den schönsten Straßen der Stadt und verläuft von der Marienkirche Danzig Marienkirche bis zum mittelalterlichen Frauentor an der Mottlau. Mit ihren schmalen und reich geschmückten Bürgerhäusern und den Beischlag Beischlägen ist sie ein Beispiel für die einstige Danziger Straßenbebauung.
*Langer Markt Danzig Langer Markt
*Langgasse Danzig Langgasse
*Langgasser Tor Danzig Langgasser Tor
*Lange Brücke Danzig Lange Brücke
*Schiffsmuseum mit dem Museumsschiff Sołdek (Schiff) Sołdek
Partnerstädte
*Astana, Kasachstan
*Barcelona, Katalonien, Spanien
*Bremen, Deutschland
*Cleveland, Ohio, USA
*Helsingør, Dänemark
*Kalmar, Schweden
*Kaliningrad, Russland
*Marseille, Frankreich
*Nizza, Frankreich
*Odessa, Ukraine
*Palermo, Italien
*Rotterdam, Niederlande
*Rouen, Frankreich
*Sefton, Großbritannien
*Sankt Petersburg, Russland
*Turku, Finnland
*Vilnius, Litauen
Persönlichkeiten
Zu den in Deutschland bekanntesten Persönlichkeiten Danzigs gehören wohl Daniel Gabriel Fahrenheit (Physiker), Andreas Schlüter (Architekt) Andreas Schlüter, Arthur Schopenhauer, Günter Grass, Hugo Conwentz, Lech Wałęsa, Dariusz Michalczewski, Tomasz Waldoch, Andrzej Grubba und Donald Tusk.
Eine vollständige Liste der bedeutendsten Ehrenbürger und der in Danzig geborenen Persönlichkeiten findet sich unter Liste der Ehrenbürger von Danzig und Liste der Persönlichkeiten der Stadt Danzig.
Siehe auch
* Liste der Danziger Bürgermeister
Quellen
Bibliografie
- LitDok Ostmitteleuropa (Herder-Institut Marburg)
Weblinks
{{Commons|Gdańsk|Danzig}}
{{Wikisource|Danzig}}
- Offizielle Homepage der Stadt Danzig (mehrsprachig)
- Aktuelle Bilder und kurze Geschichte Danzigs als Deutsch-Ordens-Stadt
- Landkarte von 1598 – Pommern, Mark Brandenburg und Prvssia mit Dan(t)zig
- Danzig-online
- Gdansk Online
- Die Namen der Danziger Bürgermeister seit 1342 bis heute
- Webseite der Deutschen Minderheit in Danzig – Deutsche Minderheit Danzig
- Geschichte und Menschen der Stadt Danzig
- Netzreiseführer Danzig
- Straßen und Gassen in Danzig
- Danziger Orgeln
- Historische Aktien und Anleihen aus Danzig – Informationen zu Historischen Wertpapieren aus Danzig bzw. Danzig-Westpreußen
- Danzig Bilder
{{Navigationsleiste Woiwodschaft Pommern}}
Kategorie:Danzig
Kategorie:Ort in Polen (dt.)
Kategorie:Hauptstadt einer Woiwodschaft
Kategorie:Ort mit Seehafen
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tr:Danzig
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{{Commons|Category:Gdańsk}}
Diese Kategorie umfasst Artikel aus Geschichte und Gegenwart der Ostseestadt Danzig, die nach einer wechselvollen Geschichte heute zu Polen gehört.
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